Posts by Saxonia

    Niemand, der bei Verstand ist, hätte doch annehmen können, die Kuppel würde ohne Kreuz rekonstruiert? Warum auch. Wo fängt man an, wo hört man auf? Das Schloss ist (natürlich nicht nur!) mit christlicher Symbolik übersät.

    Die Gegner des Kreuzes oder der Inschrift fallen ihrer eigenen Dummheit zum Opfer und unterstellen den Verwantwortlichen hier irgendeine Böswilligkeit des "Unterjubelns". Ich bin der festen Überzeugung, dass niemand dort auch nur einen Gedanken daran verschwendet hat, ausgerechnet diese Dinge könnten neben allem anderen diskussionswürdig sein.

    Quote

    Die DDR war doch ganz böse und hat alle Kirchen abgerissen oder zumindest verfallen lassen. So mit Propaganda zugemüllt sind viele junge Leute heute.

    Das ist sicherlich eine unzulässige Aussage. Nichtsdestotrotz sind zu DDR-Zeiten unverhältnismäßig viele Sakralbauten über einen vergleichsweise kurzen Zeitraum in einen absolut beklagenswerten Zustand geraten oder aus politischen Gründen zerstört worden. Das ist ein Fakt. Es hatte überhaupt nichts mit begrenzten Ressourcen zu tun, wenn in Magdeburg mittelalterliche Kirchen weggesprengt werden.

    Über den aussichtslosen Kampf der Denkmalpfleger können wir uns gerne unterhalten. Meine Wahrnehmung ist eher die, dass ihnen gerade wegen dieser Umstände über die Fachwelt hinaus eine außergewöhnlich hohe Wertschätzung zu Teil geworden ist.

    Soweit ich weiß, haben nicht wenige Soldaten diese "Abkommandierungen" für ein Nickerchen genutzt. War beim Neubau des Gewandhauses in Leipzig ähnlich.

    Ein nicht unwesentlicher Teil der durch die "Germania-Baustelle" entstandenen Berliner "Abbruchmieter" ist übrigens in den ehemaligen Wohnungen jüdischer Berliner untergebracht worden. Speer hat beides, Stadtumbau, Verfolgung und schließlich die Deportation der Juden ganz bewusst miteinander verknüpft.

    Leider hat die kommunistisch dominierte Dresdner Stadtpolitik in den ersten Nachkriegsjahren aktiv den Wiederaufbau privater Profanbauten verhindert. Damit hätte man wichtige Pflöcke einschlagen und eine vollständige Umkremplung des Stadtgrundrisses vielleicht verhindern können. Initiativen von Eigentümern gab es durchaus. Aber die Leute durften nicht, man wollte erst eine übergeordnete Planung haben. Die solange auf sich warten ließ, bis die städtebaulichen Weichenstellungen schon zentral aus Berlin kamen.

    Hallo liebe Mitforisten,


    ich würde mir gerne eure geballte Kompetenz zu Nutzen machen. Ich suche den Bildhauer dieser Skulptur.


    Schutzengel


    Schutzengel




    Einige Informationen kann ich natürlich beisteuern. Diese Skulptur steht im sogenannten Vorsaal zum großen Feststaal des ehemaligen Residenzschlosses in Altenburg (Thüringen). Der gesamte barocke Festsaalflügel ist im August 1864 abgebrannt und anschließend bis 1868 wiederaufgebaut worden. Die Skulptur besteht aus Carrara-Marmor und zeigt einen Schutzengel, der den hinter ihm liegenden Festsaal offensichtlich vor neuem Unbill bewahren soll.

    Dabei handelt es sich um ein privates Geschenk der russischen Großfürstin Alexandra Iosefowna, der Gemahlin von Großfürst Konstantin Nikolajewitisch, dem Bruder von Kaiser Alexander II. Die spätere Großfürstin wurde 1830 als Prinzessin Alexandra von Sachsen-Altenburg geboren und war die jüngste (überlebende) Tochter des Herzogs Joseph von Sachsen-Altenburg und dessen Frau Amalie von Württemberg. Auch nach der Heirat 1848 und dem Umzug nach St. Petersburg besuchte sie häufig Altenburg und Dresden, wo sie meist nur Sany genannt wurde - Gastgeschenke aus St. Petersburg inklusive.


    Die Skulptur ist signiert und datiert auf 1868. Leider sagt mir die Signatur nichts. Gesucht ist also ein Bildhauer, der in den späten 1860er Jahren vermutlich am Zarenhof in St. Petersburg gewirkt hat. Denn soweit man weiß, kam der Engel von dort mit und ist nicht irgendwo in Auftrag gegeben worden.


    Signatur


    Für sachdienliche Hinweise bedanke ich mich im voraus. :)

    Soweit mir bekannt, hat es für die Sanierung des Semperbaus so gut wie gar keine direkte Finanzierungshilfe durch den Bund gegeben. Die Kosten haben fast ausschließlich der Freistaat und private Geldgeber geschultert.


    Aus den Berichten des MDR ist mir noch nicht ganz klar, wie die Stiftung aufgebaut sein soll und welche Schlösser dazugehören werden. Eine Schwierigkeit besteht darin, dass die Kulturverwaltungsstrukturen in beiden Ländern unterschiedlich sind. Von Thüringer Seite wurde vorgeschlagen, die neue Stiftung als Holding auf die bestehenden Strukturen draufzusetzen.

    Wie das am Ende aussehen soll, wissen wir auch selber noch nicht so richtig. In Thüringen selbst ist die Situation ja hochkomplex. Das Altenburger Residenzschloss ist zum Beispiel im alleinigen Besitz der Stadt.

    Dass auch der Sächsische Weiße fehlt, ist natürlich nochmal ein Nackenschlag. Der große Grüne und der große Weiße standen für mich immer sinnbildlich für Sachsen. Obwohl das natürlich eine nicht zeitgenössische Deutung ist, fand ich das immer sehr charmant. Oh man...

    Das es den Dieben hier um den reinen Gewinn ging, glaube ich auch nicht. Dafür muss man nicht ein weltberühmtes und (dachte ich zumindest bisher...) eines der am besten gesicherten Museum einsteigen. Dem Medienecho will sich ja niemand aussetzen, der zeitnah Stücke zu Geld machen will. Das könnte er bei einem größeren Juwelier viel ruhiger bekommen. Hier ging es anscheinend um eine Machtdemonstration. Ähnlich wie seinerzeit im Bodemuseum.


    Gleichwohl habe ich wenig Hoffnung, dass wir die Stücke unversehrt wiedersehen werden. So sind sie unverkäuflich. Die wird man auseinandernehmen, die Steine umschleifen etc. und das wars dann.


    Entsetzlich das Ganze....

    Ich glaube, mit den Maßstäben klassischer Proportionen kommen wir bei diesen Karyatiden nicht weit. Die sind hier offensichtlich ganz bewusst nicht eingehalten worden. Das muss man nicht gut finden, mir würden klassische Karyatiden auch besser gefallen. Aber es hat auch nichts mit Unfähigkeit sondern wohl eher mit Unwillen zu tun.

    Ein Vorbild für Zerbst könnte Anklam sein. Auch eine schwer zerstörte Stadt, die mit gleichfalls begrenzten finanziellen Mitteln große Schritte bei der Stadtreparatur gemacht hat.