Posts by Saxonia

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    Das Grabmal für einen jung verstorbenen Prinzen:

    Das ist ein Denkmal für den Prinzen Ernst (1831-1847), ein Sohn Johanns. Am 16. April 1847 nach kurzer Krankheit an der "Blutflecke-Krankheit" verstorben. Sein Grabmal ist es aber nicht, beigesetzt wurde Ernst in der Wettinergruft der Hofkirche. Johann hat das Denkmal an dieser Stelle errichten lassen, da es der Lieblingsplatz von Ernst gewesen sei und er ihn dort zuletzt im Park gesehen hatte.

    Es gibt im Übrigen einen teilweise erhaltenen Briefwechsel zwischen Johann und dem späteren Herzog Joseph von Sachsen-Altenburg, die sehr gut befreundet waren. Demnach hat Johann seinen Sohn bewusst nach dem Stifter der ernestinischen Linie benannt, was Joseph sehr freute. Beide bemühten sich trotz der konfessionellen Unterschiede um eine Verbesserung der Familienverhältnisse. Joseph ließ dann bspw. 1846 das Anfang des 19. Jhd. in die Gruft verfrachtete Grabmal der Kurfürstin Margarethe von Österreich (Mutter von Ernst und Albrecht) wieder im Chor der Altenburger Schlosskirche anlegen.

    Die aktuellen Ereignisse in den USA führen zu einer neuen Welle des politischen Ikonoklasmus. Mehrere Städte und Staaten entfernen jetzt die letzten großen öffentlichen Denkmäler und Standbilder, die an die Konföderierten erinnern. Unter anderem wird in Richmond/Virginia die berühmte Monument Avenue abgeräumt.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Monument_Avenue


    Es mag aus politischer Sicht opportun erscheinen, diese Standbilder zu entfernen. Für die Städte ist es ein unermesslicher ästhetischer Verlust. Viele an historischen Denkmälern ohnehin arme amerikanische Städte werden ihrer Wahrzeichen beraubt. Zumal viele dieser Denkmäler von namhaften Künstler geschaffen wurden. Das große Reiterstandbild Robert E. Lees in Richmond bspw. vom Pariser Antonin Mercié. Der weitere Verbleib ist häufig unklar. Nicht alles kommt ins Museum. Von den seit 2017 entfernten Denkmälern sind viele an Privat veräußert worden.

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    Ich lese gerade die ganze Berichterstattung von Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) bis Berliner Zeitung (BZ) und da könnte ich mich wirklich aufregen. Keine einizige positive Berichterstattung. Während man anfangs nur das Kreuz kritisiert hat, wird jetzt auch noch die Innschrift an der Kuppel stark kritisiert.


    Keiner freut sich, außer wir hier im Forum

    Ein Armutszeugnis für das deutsche Feuilleton. In einigen Jahren wird man sich vielleicht dafür schämen.

    Der ursprüngliche Beitrag stammt aus dem Strang Berliner Stadtschloss und Umgebung (hier). Da eine Diskussion entbrannt ist, wurden Beiträge teilweise kopiert und/oder verschoben. Franke (Moderation)

    Alles interessant. Trotzdem war dieser damalige Zeitgeist insofern natürlich schrecklich: Man legte den Tag der Einweihung des Nationaldenkmals auf den Jahrestag einer Schlacht mit über 30.000 Toten und zelebrierte mit dem Sieg über Frankreich natürlich auch die "Erbfeindschaft" bzw. festigte sie.

    ~30.000 ist die Anzahl der gesamten Verluste, was Gefallene, Verwundete, Gefangene und Vermisste einschließt. Gefallen sind bei Gravelotte bzw. St. Privat wohl an die 6,5-7000 Mann. (~5200 Deutsche, ~1300 Franzosen).


    Ansonsten kann ich den Zeitgeist gut nachvollziehen. Immerhin sah man die Errungenschaften und den ökonomischen Aufstieg des neuen Reiches im siegreichen Krieg von 1870/71 begründet. Schließlich ist die erfolgreiche Verteidigung des Vaterlandes bis heute in vielen Staaten ein Grund zum feiern.

    Zu deiner Frage: Ich meine mich zu erinnern, dass damals hier gepostet wurde, dass es vor allem "ideologische" Gründe sind, die die Rückkehr der Mosaiken verhindern. Die Bundesregierung unter der Ägide von Frau Grütters scheint die wilhelminischen Mosaiken mit einem Denkmal für die Wende 1989/1990 nicht für kompatibel zu halten. Schade, denn tatsächlich könnten Mosaiken und Wippe in Kombination die immer wieder beschworenen (bau)historischen "Brüche" hier authentisch und überzeugend widerspiegeln. :augenrollengruen:

    Dann ist der ganze Sockel nicht mit dem Denkmal kompatibel. Das ist in meinen Augen Unsinn. Von Anfang an wussten alle, mit was sie es hier zu tum haben. Es würde kein Denkmal auf der grünen Wiese sein.

    Das ist der Jägerhof, heute sächsisches Volkskunstmuseum.


    Den Streifen selbst kenn ich nicht. Interessant. Aber was für eine seelische Folter muss so ein Film 1949 gewesen sein?