Posts by Saxonia

    An andere Stelle können sie meiner Meinung nach triumphieren. Ich lehne viele moderne Bauten nur ab, weil sie sich fadenscheinig der Funktionalität verschreiben, dann aber doch ein aufgezwungenes "Gesamtkunstwerk" eines Architekten sind, der vorallem wiedererkannt werden will und dem nichts daran liegt, dass sein Gebäude sich harmonisch anpasst und in seiner Umgebung statt seiner bloßen Existenz aufgeht.


    Aber ein Glaskubus in ein aufwendig gestaltetes Schloss reinzuhämmern, ist genau das Gegenteil vom Sinn eines Schlosses. Besonders sein, gestalterisch Wertvoll, repräsentativ, so ein Glasteil findest du überall, daher gehört es schlicht entfernt und nicht erhalten.

    Ich tu mich immer schwer mit der Begrifflichkeit "Fehler".
    Meiner Ansicht nach hat man es gebaut, weil man es konnte, nicht weil man es schön fand. Denn ästhetisch kann man das wahrlich nicht finden wenn ein ansonsten in sich geschlossenes Ensemble von einem extrem kontrastären Architekturstil aufgebrochen wird. Zumal das Schloss wie ich Wikipedia entnehmen kann auch noch teil des Weltkulturerbes ist. Besonders bitter das Ganze.


    Mangels wirklich bemerkenswerter Architektur der 60-70er kämpfen Befürworter dieses Baustils halt für alles was sie als visionistische betrachten...

    „Ein Hochhaus ist großartig, weil es einen phantastischen Ausblick bietet“


    Da kann man wirklich nur die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, vlt sollte man sich vordergründig darum kümmern, dass man von dem Hochhaus was man bauen will auch was phantastisches sehen kann. Aber ich habe Hannover so leid es mir tut schon vor längerer Zeit aufgegeben.

    Ich musste schmunzeln, als ich vor 2 tagen aus Dresden Richtung Werdauer Heimat gefahren bin und am Rand das Schild "Chemnitz Stadt der Moderne" las. Es erinnert mich etwas an verheißungsvolle Hotelbeschreibungen die sich im Nachhinein als Katastrophe entpuppen.
    Es stimmt Chemnitz hat einen sehr großen Bestand an Gründerzeithäußern, immer noch. Doch es ist für mich absolut nicht nachvollziehbar, warum eine Stadt, die durch Krieg und realexistierenden Sozialismus so viel von ihrem eigenen Selbstverständniss hat aufgeben müssen, den Weg der Selbstzerfleischung ohne Zwang weiter beschreitet.
    Chemnitz definiert sich über die Gründerzeit! Explosives Bevölkerungswachstum, wachsender Wohlstand, reiche Bürgerschaft, Industrie; das sind die Wegmarken für das Stadtbild vor dem Krieg gewesen. Man vergisst hier leider immer wieder wie wichtig der Faktor Identifikation für Städte ist wenn der Wechsel des Wohnortes mehrmals im Leben von statten gehen kann und nicht mehr nur nach nebenan wie vor hundert Jahren.
    Die Innenstadt mit ihrer Blockbebauung ist trist, fesselt nicht. Man bleibt nicht stehen und schaut sich die Gebäude an. Man sieht sie ja, aber man hat das Bedürfnis sie hinter sich zu lassen. Es gibt nix zu entdecken, wenn ich einen Plattenbau passiert habe frage ich mich nicht wie sieht denn wohl die Platte um die Ecke aus.
    Ich verstehe die moderne Bauweise nicht, sie ist starr, glatt und abweisend. Geometrische Formen wie Kuben lassen keinen Spielraum für Interpretation; sie sind schlicht zweckmäßig. Aber dass alleiniges Funktionieren in einer Gesellschaft die nicht aus Robotern besteht womöglich nicht ausreicht geht allzu oft in den Köpfen von Planern unter.

    Wirklich ein Lichtblick, allein die Tatsache, dass der Brunnen ohne seinen bronzenen Abschluss an sich schon wieder wie kriegsversehrt aussieht, trübt mich sehr. Zumindest für die Menschen, die wissen was dort mal drauf stand wird das nicht zufriedenstellend sein.

    Noch einmal zu dem Neubau im Startpost.
    Auch wenn ich mich für gewöhnlich im Nachbarstädtchen Werdau rumtreibe, bin ich mir ziemich sicher, dass dort zuvor das alte Zollhaus stand.


    Das alte Zollhaus


    Der Abriss, soweit ich das in Erinnerung habe, geschah illegal und unter Missachtung des Denkmalschutzes. Dort ist einiges schief gelaufen und hat in der Lokalpresse hohe Wellen geschlagen.