Posts by Lusacia sajón

    Leider nicht, an dem Tag wo ich die Fotos aufgenommen habe, war die Kirche verschlossen. Vlt. bin ich ja irgendwann mal wieder in der Gegend...Ich denke aber nichts spektakuläres, scheint eine durchschnittliche Dorfkirche zu sein.


    Wollte euch auch lediglich die Wehranlage präsentieren, weil ich denke soviele gute erhaltene Wehrmauern bei Kirchen gibt es in Deutschland nicht mehr...


    oder kennt jemand weitere Beispiele??

    Wehrkirche Horka


    Horka liegt ca. 20 km nördlich von Görlitz. Die Wehrkirche in Horka, welche vermutlich Anfang des 13 Jh. errichtet wurde, ist eine der am besten erhalten Kirchen mit Wehrmauer in Deutschland.
    Die Kirche, sowie der alte Friedhof sind von einer ringförmigen, überwiegend aus Feldsteinen und Granitfindlingen errichteten Wehrmauer umgeben. Sie hat einen Durchmesser von ca. 50 m, ihr Alter wird auf 800-900 Jahre geschätzt. Die am Fuß gut 1,5 m starke Mauer ist etwa 6 m hoch und wurde zur Zeit der Hussitenkriege mit Zinnen versehen.
    Die Kirche, wurde einst im romanisch-gotischen Stil errichtet. Während des 18. Jahrhunderts erfolgten im Inneren wie im Äußeren Umbauten im barocken Stil.


    Die Mauer aus dem 13 Jh. ist noch vollständig und original erhalten und umgibt die Kirche komplett ohne Lücken.


    2005 wurde bei Untersuchungen festgestellt, dass die Mauer akut einsturzgefährdet ist und es wurde ein Spendenaufruf initiiert. Aktuell abhängig vom Spendenstand wird die Mauer saniert. Ca. die Hälfte ist bereits geschafft, und keine Sorge die Patina setzt sich wieder fest :wink: . Dabei stieß man unter der Mauer auf ein ca. 1000 Jahre altes Grab, deren Bewohner gleich nach Dresden zur Untersuchung gebracht wurde. :biggrin:


    Die Wehranlage diente der Verteitigung vor slawischen Horden und auch während der Hussitenkriege diente es der Dorfbevölkerung als Unterschlupf. Der Legende nach musste jede Bauersfamilie eine Zinne bewachen.




    Hier ein paar aktuelle Bilder







    alt und „neu“ Gegenüberstellung





    unsanierter Teilabschnitt





















    Torhaus








    Innerhalb der Wehrmauer










    Ich kann Saxonia nur beipflichten, Görlitz hat laut Inseg-Studie, so meine ich mich zu erinnern, durchschnittlich 1,8 Bewohner/Haushalt. Dieser Wert soll sich in den nächsten 10 Jahren auf 1,4-1,5 absenken. D.h. in Görlitz gibt es überdurchschnittlich viele Singlehaushalte, die teilweise in 90 qm Wohnungen leben, meistens ältere Menschen. So etwas dürfte es vor dem Krieg kaum gegeben haben.


    Damals lebten ca. 85.000 EW im heutigen historischen Zentrum (Polnische Seite schon rausgerechnet), aktuell sind es etwa 27.400 EW. Ich schätze Görlitz bräuchte ca. 40 Tsd. Einwohner damit das Zentrum propevoll ist. (dabei ist einberechnet das alle heut unsanierten Gebäude hergerichtet wären). Die Entwicklung der letzten 7 Jahre sieht so aus, dass das historische Zentrum im Durchschnitt pro Jahr 180-230 EW dazugewinnt, die Randgebiete ca. 400-600 EW verlieren.


    Sofern der Zuwachs die nächsten Jahre fortschreitet und die Kennzahl für Bewohner/Haushalt sinkt, sieht es nicht ganz so düster aus. Zudem werden immer mehr nicht vermietbare Wohnungen zu Ferienwohnungen umgebaut.


    Zweifelsohne ist Görlitz ein herausragendes Flächendenkmal altstädtischer und gründerzeitlicher Ensemblewirkung, aber das reicht aus meiner Sicht bei weitem nicht aus, um den Rang eines Weltkulturerbes zu erreichen.


    Auszug Voraussetzungen:
    "In die Welterbeliste werden nur Stätten aufgenommen, die nach Meinung des Welterbekomitees herausragende universelle Bedeutung aus historischen, künstlerischen oder wissenschaftlichen Gründen haben. Bei der Entscheidung über die Aufnahme werden die übergreifenden Kriterien der Einzigartigkeit, der Authentizität (historische Echtheit) und der Integrität (Unversehrtheit) angewendet, in Verbindung mit einem oder mehreren von insgesamt zehn UNESCO-Kriterien."


    Bei allem Respekt, aber die Gründerzeitarchitektur von Görlitz als einzigartig und universell in der Welt zu betrachten, halte ich gelinde gesagt für Größenwahn. Man kann das nicht als universelles Welterbe einstufen, denn davon gibt es in Europa tausende Städte. Ehrlich gesagt finde ich ohnehin bedenklich, dass zu viel und zu oft der Status Welterbe vergeben und damit der eigentliche Zweck entfremdet wird.

    Wirtschafliche Aspekte spielen hier eine übergeordnete Rolle, da gebe ich dir Recht. Ich denke aber gerade für Görlitz, im Gegensatz zu DD, wär der Titel sehr wichtig, da die Stadt immer noch ein Schattendasein führt. Um den Bekanntheitsgrad über Nacht zu steigern (im Fall von Quedlinburg geschehen) ist dieser unabdingbar und für die zumindest finanziell gebeutelte Stadt goldwert. Zudem gerade für die hiesigen Foristen sicherlich wünschenwert, würde durch mehr Touristen und Aufmerksamkeit verhindert, das evtl. doch noch in naher Zukunft Gebäude abgerissen werden. Zur Zeit befinden sich noch ca. 460 Gebäude in komplett unsaniertem Zustand, davon 85 in stark gefährdetem.
    Was die Einzigartigkeit und den Anspruch auf den Titel rechtfertigt, können nur die Experten rund um die Görlitzer Bewerbung herausarbeiten....


    Aus meiner Sicht sprechen höchstens der vollkommene Erhaltungsgrad (ca. 99,2 % des Zentrums sind originalbebaut und unzerstört) des nicht unbedingt kleinen Zentrums, desweiteren wird auch immer wieder hervorgehoben, dass mit Altstadt + Innenstadt 2 völlig autarke Bereiche bestehen, sowohl die Altstadt, als auch die Gründerzeitinnenstadt haben ein separates Geschäftszentrum, altes + neues Bankenviertel, Verwaltungsgebäude etc.. In den meisten mittleren Städten ist das sog. Zentrum identisch mit dem Bereich der Altstadt. In Görlitz gibt es eben 2 völlig unabhängige, funktionsfähige Bereiche.
    Auch nicht unerheblich ist der Umstand dass man alle Bauphasenentwicklungen nahtlos im Stadtbild wiedererkennen kann, alle wichtigen Bauphasen sind lückenlos vorhanden (ausser Romanik) und zeigen eine geschlossene homogene Stadt.
    Lt. Denkmalschützer spielen auch die Görlitzer Hallenhäuser eine übergeordnete Bedeutung in der Bewerbung, meiner Erkenntnis nach gibt es diesen Bautyp nur in Görlitz. Und wer schon mal die Möglichkeit hatte sich ausgiebig die bedeutensten Bsp. in Görlitz von innen anzuschauen, wird schnell feststellen, dass diese Gebäude wirklich fantastisch und bauhistorisch höchst wertvoll sind.
    Aber wie gesagt ich bin kein Experte, mal sehen, ich geb dir auf jeden Fall Recht, dass teilweise schon zu viele Städte auf der Liste stehen...Trotzdem als Lokalpatriot wünsch ich es mir für meine Heimatstadt :biggrin:

    Dieser Mann verkörpert den Kapitalismus in Reinstform, nur auf sich fixiert, nach Reichtum und Profit strebend, ist diesem Menschen das Allgemeinwohl und der öffentliche Anspruch an ein schönes Stadtbild egal. Aber lest selbst, hier der ganze Artikel aus der SZ, der seine Gedanken und sein kühles inneres Wesen ganz gut offenbart. :kopfschuetteln:




    Quelle: sz-online.de


    Moderationshinweis (Palantir): Text aufgrund Urheberrechts gekürzt.

    Also beim Obermarkt 29 gefällt mir die alte Version besser.


    also die jetztige Farbwahl ist ok, es muss halt nur noch ein wenig Zeit vergehen, bis wieder eine gewisse Patina am Gebäude hängt :wink:


    Das einzige was mir vor Ort unangenehm aufgefallen ist, ist die geringere optische 3D Wirkung der Figuren und Vasen. Beim unsanierten Zustand empfand ich die Wirkung wesentlich besser, jetzt wirkt es ein wenig versteckter oder platter. Das schweinchen-rosa im unsanierten Zustand gefiel mir persönlich nie sonderlich gut, aber das ist halt Geschmackssache stickpoke:)

    Nachdem die Nachfrage nach Bildern vorhanden ist, steuer ich noch ein paar Bilder von erfolgten Sanierungen aus den Jahren 2008/2009 bei. Es sind bei weitem nicht alle erfolgten Sanierungen dabei, aber ich denke es freut euch trotzdem :biggrin:



    Sanierungen 2008



    Los geht’s mit der Kamenzer Straße in der Südstadt




    Biesnitzer Straße




    2 Sanierungen am Lutherplatz, die beiden Häuser wurden schon in den 90-igern teilsaniert:


    Lutherplatz 6




    Lutherplatz 7




    Nikolaivorstadt-Nikolaischule




    Obermarkt 23, die Farbwahl hätte meiner Meinung nach vielschichtiger ausfallen dürfen




    Sanierungen 2009



    Am Stadtpark




    Mehrgenerationenhaus Joliot-Curie-Straße 1+2, hier wurde oben ein 3. Balkon angebracht, der bei der Erbauung im 19 Jh. nicht existiert hat




    Brautwiesenstraße 13




    Gartenstraße 20




    Krölstraße-Ecke Leipziger Straße




    Konsulstraße 56+57




    Hugo-Keller-Straße 5




    Jetzt zur Altstadt


    Büttnerstraße 2




    Peterstraße 15: Neue Jugendherberge Görlitz, vor Jahren ist der hintere Teil des im Kern gotischen Gebäudes eingestürzt. Der Investor war hier wieder mal ein Glücksfall.




    Obersteinweg 5




    Bogstraße 2+3: sogenannte „Jesusbäckerei“, welche zum Kreuzweg von der Peterskirche bis zum Heiligen Grab gehört




    Langenstraße 19: Hier wurde ein historischer Schriftzug erhalten, auch für Görlitz eher ein Einzelfall, leider



    Obermarkt 29: Napoleonhaus, Fassade aus dem Jahr 1719-1722




    zum Abschluss noch ein paar Gebäude, deren Sanierung für 2012 geplant sind:


    Bahnhofstraße 17



    Bahnhofstraße 18



    Hospitalstraße 31: Hier wird eine Pension eingerichtet



    Brautwiesenstraße 5: Hinterhofgebäude werden vorher abgerissen, danach Sanierung



    Jauernicker Straße 61+62 in der Südstadt: Sanierung durch Thamm und Partner, also diejenigen die auch schon Konsulstraße 6, Otto-Buchwitz Platz 3 und Landeskronstraße 18 saniert haben (weiter oben bereits gezeigt)



    Bautzener Straße 22 wird zusammen mit Nachbarhaus dem Eckgebäude Landeskronstraße 1 durch den gleichen Investor saniert:



    Landeskronstraße 1: hier wird lt. Bauplan der Turm auf dem Erker rekonstruiert J




    das wars, bitteschön biggrin:)

    Ja bitte ich kann auch nicht genug davon bekommen, bin nur noch selten in meiner Heimatstadt. Hast du vielleicht auch noch Vorher-Nachher Fotos der letzten Jahre?? Das Eckgebäude an der Zittauer Straße hat mich schon immer fasziniert, als es letztes Jahr eingerüstet war, hatte ich echt die Hoffnung dass es wiederhergestellt werden würde, schade.


    also immer her damit :wuetenspringen: cclap:)

    Super Sache mit den Vorher-Nachher Vergleichen. Gerade hier kann man eindrucksvoll nachvollziehen, dass es sich immer lohnt auch die heruntergekommensten Gebäude in wahre Schmuckstücke zu verwandeln. Das Stadtbild wird dadurch ausserordentlich aufgewertet. Diese Beispiele sollte man den Investoren präsentieren, die sofort behaupten, dass eine Sanierung bei so einem Zustand nicht möglich ist.


    @ Elsner83


    hast du vielleicht auch noch Bilder von weiter zurückliegenden Sanierungen??? Kann von den Vergleichen nie genug bekommen :biggrin:

    Eine Visualisierung für die Öffentlichkeit liegt noch nicht vor, da das Projekt in diesem Monat in Gänze erst dem Technischen Ausschuss vorgelegt wird. Den Fachgremien, bspw. Der Stiftung Denkmalschutz oder der unteren Denmalschutzbehörde liegen anscheinend schon Visualisierungen vor, da selbst die SZ schon Eine von der Berliner Straße eingestellt hatte. Das Projekt wird vermutlich noch diesen Monat in der Öffentlichkeit präsentiert.
    Das jedoch was bei der SZ zu sehen war, entspricht genau den Erwartungen an einen Nettekovschen Bau L. Deshalb, wie gestern schon beschrieben, ist die Kritik der Denkmalexperten auch so groß.


    Das Jugendstilgebäude auf der Salomonstraße ist meiner Ansicht nach keine Stangenware, es ist ein Unikat für Görlitz. Bei den anderen Gebäuden handelt es sich durchaus um typische Görlitzer Mietshäuser. Der bittere Beigeschmack ist nur, dass einige sanierte Objekte dabei sind und auch der Rest in der Bausubstanz als ungefährdet eingestuft werden kann. Und genau da liegt der Hund begraben: Wenn diese ohne größere Widerstände abgerissen würden, wäre das ein verheerendes Signal für andere Bauherren. Warum sollten sich in Zukunft Bauherren noch abmühen selbst verfallenste Gebäude liebevoll zu sanieren, wenn ihnen an anderer Stelle aufgezeigt wird, dass für einen Großinvestoren alles, im sonst so strengen Görlitzer Denkmalrecht, möglich ist.


    Hier die Visualisierung aus der SZ für die Berliner Straße:



    Für die Salomonstraße ist Fassade aus einem Stück geplant, also sicherlich ein ästhetische Meisterleistung von europäischem Range und endlich ein architektonischer Genuss in dieser durch ihre bisher historische Bausubstanz geprägten Ecke. (Ironie off)

    Heut stand wieder ein umfangreicher Artikel in der SZ, darin war deutlich hervorgehoben, dass es sehr kontroverse Diskussionen bezüglich des Projektes gibt. Die Schlagzeile lautet treffend: „Droht ein Welterbe-Streit in Görlitz“. Der Vorsitzende der wissenschaftlichen Kommission der Stiftung Denkmalschutz in Deutschland, Horst von Bassewitz sieht die Chancen beim jetzigen Planungsstand für Görlitz geringer werden. Er hält die Maximallösung für den Abriss, wie ihn Nettokoven will, für nicht akzeptabel. Eine Sanierung ist nach seiner Sicht durchaus möglich, da die Bausubstanz gut sei. Der von Nettokoven angestrebte „ansprechende Neubau“, wie er ja oft bewiesen hat, in Größtem Maße untauglich, sieht Bassewitz extrem ablehnend gegenüber, da er das Antlitz der Stadt Görlitz an zentralster Innenstadtlage erheblich und dauerhaft entwürdigt. Schon im Januar berät der Technische Ausschuss über den eingreichten Bauentwurf Nettokovens. Die Interessengemeinschaft um den Bauingenieur Andreas Vogel und die Denkmalschutzstiftung fordern einen öffentlichen Diskurs.



    Laut Umfragen herrscht in der Öffentlichkeit der Konsens, dass ein Einkaufszentrum durchaus positiv wäre. Allerdings lehnen 65-70% der Bürger den Flächenabriss klar ab. Es gibt also ein klein wenig Hoffnung. Die Diskussion ist in vollem Gange.....



    Jetzt ein paar detailliertere Bilder zu den Abrisskandidaten:



    Berliner Straße (3 Gebäude):



    Links die 5 Gebäude werden mit einbezogen:





    Abriss:



    von der anderen Seite aus gesehen



    diese 2 bleiben erhalten:




    auf der Salomonstraße (5 Gebäude): alle sollen abgerissen werden!!!



    in Einzelansicht:


    Abriss



    Abriss






    wie man sieht, sind sogar 3 sanierte Objekte dabei


    Der wohl schmerzlichste Verlust auf der Salomonstraße ist dieses für Görlitz einzigartige Jugenstiljuwel:



    auf alten Plänen ist noch ein riesiger Turm verzeichnet, der ungefähr 1/3 der Dachfläche einnahm:




    und noch mal die gesamte betroffene Zeile linkerhand:



    Ich hoffe der Widerstand wächst....



    Ein kleines Update zum Bauprojekt Rekonstruktion Postplatz in Zgorgelec:


    Anscheinend geht es jetzt nach Jahren des Stillstandes zügiger voran, aber seht selbst:








    Frohes Fest euch allen!


    "Vertreibung" ist eine im Raum Dresden oft gehörte Forderung (besonders, wenn es um Auswärtige geht). Dabei haben es die Städte selbst in der Hand, wen sie in ihrer Stadt was bauen lassen. Radeberg hat sich gegen Nettekoven entschieden, in Dresden ist er herzlich Willkommen (soll man nun die Verantwortlichen im Stadtplanungsamt und Stadtrat vertreiben?) - mal sehen, wie sich Görlitz positioniert. Der Herr aus dem Westen macht nur das kaputt, was ihn die Herren aus dem Osten kaputt machen lassen. ;)


    dazu bleibt leider nur zu sagen, das Görlitz Nettokoven förmlich über Monate hinterhergelaufen ist, ihn förmlich bekniet hat in Görlitz zu investieren, also ist die Positionierung offenkundig. Ich fürchte die Görlitzer Stadtverwaltung wird alles genehmigen, damit er schlußendlich baut. :kopfwand: . Ich hab der Denkmalschutzbehörde schon einen Apell per Mail zukommen lasse. Bleibt nur zu hoffen das noch eingegriffen wird.

    Übrigens, hat ich ganz vergessen, Projektentwickler ist Heinz Nettokoven mit der Florana Immobilienentwicklungsgesellschaft, also ein alter Bekannter der auch gerad Dresden "beglückt". Aufgrund der "Referenzen" von Florana kann einem echt übel werden was aus dem bisher unverschandelten Görlitz werden wird. Bisher ist noch keine Visualisierung zu finden. Baustart soll, wenn es keine Einwände gibt, Ende August 2012 sein.


    wer fleissig schreiben will oder Infos haben möchte....


    E-Mail
    denkmalschutz@goerlitz.de


    verein@buerger-fuer-goerlitz.de

    heut erschien in der SZ ein besorgniserregender Artikel über ein geplantes neues Einkaufszentrum an der Berliner Straße. Aus jobtechnischer Sicht sicherlich ein Zugewinn, architektonisch sicherlich ein Katastrophe. Einbezogen in das Projekt sind die Grundstücke Berliner Straße 39 bis 43 und Salomonstraße 9 bis 18. Kernstück ist eine Ladenpassage. Im Quartier selbst sowie zur Salomonstraße sollen die Gebäude abgerissen werden, für den Eingang ist an der Berliner Straße auch ein Neubau aus Glas und Stahl geplant.


    vom Abriss betroffen sind alle auf der linken Seite betroffenen Gebäude (5)





    diese zwei




    diese 3 unsanierten Gebäude an der Berliner Straße könnten auch weichen, wenn der Denkmalschutz nicht einspringt:


    Ich weiß, man darf Görlitz nicht kritisieren - ich erlaube es mir trotzdem. :cool:

    Natürlich darf man Kritik äußern, ich sehe selbst vieles sehr kritisch in Görlitz, nur ist es halt für Görlitz schwierig lebendig zu wirken, wenn keine Einwohner da sind, und die Touris aus Unkenntnis einen Riesenbogen um Görlitz machen. Die Stadtoberen sind unfähig Unternehmen anzusiedeln.
    Rein gar keine Kritik darf es in Sachen Stadtsanierung geben, es gibt sicherlich keine Stadt in Deutschland, vlt. sogar Mitteleuropa, die ihr Bauerbe so unter Schutz stellt. Es gibt hier in Görlitz noch heute Gebäude die in jeder anderen deutschen Stadt keine Überlebenschance hätten. Auch in Zukunft soll es keinerlei Abrisse im historischen Zentrum geben. Ein paar Beispiele wird es noch im Görlitzer Sanierungsstrang geben.
    Meiner Meinung nach hat dein geliebtes Freiburg das weitaus lebendigere Zentrum und Görlitz dafür eine vielschichtigere Architekturpalette. :thumbsup:


    Beide Städte sind geil! biggrin:)

    Sehr schöne Bilder, vor allem die durchgehend hochwertige Sanierung. Aber was mich fast erschreckt, ist die unwirkliche Menschenleere. Zurecht wird in den "modernisierten" Städten die fehlende Urbanität kritisiert, aber Görlitz ist das beste Gegenbeispiel dafür, das trotz einer geschlossenen baulichen Dichte jegliche Urbanität verloren ist. Es sind zwar die richtigen Gebäude da, aber es fehlen die Menschen… Die Stadt wirkt wie ein riesiges Freilichtmuseum, durchgestylt, gecleant, extrem sauber, weil sie einfach nicht mehr genutzt wird – mit einem unsichtbaren Schild auf dem zu lesen steht: Bitte nicht anfassen. Eine Stadt mit einer irrealen Leere. In einer solchen Stadt möchte ich nicht wissen, wie vollkommen verstummt sie in der Nacht wirken mag, wenn schon am Tag (bei einem solchen Wetter) niemand anzutreffen ist...


    Görlitz ist halt mittlerweile eine Kleinstadt in großstädtischem Gewand, ein positives Zeichen ist jedoch, dass seit etwa 6 Jahren das gesamte historische Zentrum, jedes Jahr ca. 170-200 Einwohner mehr hat. Häuser die vernünftig saniert werden, sind auch in der Regel voll vermietet.
    Abends ist das Zentrum tatsächlich wie ausgestorben, aber man muss halt bedenken, dass die Geschäfte zu und es in Görlitz ja 2 Zentren gibt. Die Touris und auch die einheimischen Kneipengänger halten sich in den Gewölben der Altstadt auf.
    Da ich viele westdeutsche Touristenzentren kennengelernt habe und die Massen an Touris eher als Belastung wahrgenommen habe, genieß ich die Ruhe in Görlitz umsomehr. Wo hat man schon einen Marktplatz wie den Untermarkt für sich allein. :lachen:


    Also im Grunde ist die gründerzeitliche Fläche in Görlitz durchaus überschaubar .


    Das Besondere ist wohl eher die hohe Qualität und großstädtische Ausprägung vieler Bauten sowie das weitgehende Fehlen von gründerzeitlichen Arbeitervierteln. Außerhalb des Historismusgürtels sinkt das Niveau übrigens zumeist rapide, Viertel wie Wein(h)übel habe ich in übler Erinnerung. Zudem gibt es in Görlitz auch keine größeren Villenviertel.

    dazu möchte ich dann doch was sagen, Görlitz hat ca. 50.000 Einwohner, fast halb so viele wie Esslingen/Neckar oder Reutlingen am Rande der schwäbischen Alb. Dabei ist das historische Stadtzentrum welches ich hier präsentiert habe, etwa genauso groß wie das Freiburger, vlt. sogar ein wenig größer, da die Einwohnerzahl von Görlitz um 1900 ein paar tausend mehr betrug. Heute hat Freiburg 222.000 Einwohner.
    Vergleiche von Städten sind eh müssig, da jede Stadt ihr eigenes spezielles Flair hat.
    Hier Weinhübel mit anzuführen ist für mich ein wenig unklar, da dieses "Viertel" erst nach 1945 eingemeindet wurde und vorher ein Dorf war. Ähnlich wie übrigens Königshufen, Rauschwalde, ist Weinhübel eine Satellitenstadt. Dazwischen befinden sich sogar Felder. Diese Stadtteile haben mit dem historischen Zentrum nichts zu tun. Das sogenannte Niveau wird bis zum letzten Haus am äußersten Rande der Innenstadt gehalten :tongue:

    Die 2. Hälfte umfasst die Gebiete östlich der Berliner Straße/Jakobstraße



    Blumenstraße




    Bebauung rund um den Wilhelmsplatz








    Augustastraße











    Emmerichstraße



    Konsulstraße



    dieses Eckgebäude wartet auch noch auf eine Belebung



    Bahnhofstraße








    Blockhausstraße




    Blick in die noch zu ca. 65 % unsanierte James-von-Moltke-Straße




    Schillerstraße







    Theodor-Körner-Straße



    Emmerichstraße


    Hier gibt es im oberen Teil noch viele unsanierte Prachtbauten











    Blumenstraße





    Am Stadtpark






    Im Hintergrund die Synagoge




    Johannes-Wüsten-Straße




    5. Stadtplatz


    Elisabethplatz








    Bismarckstraße









    Struvestraße



    Marienplatz, links angeschnitten das Jugendstilkaufhaus





    So das war´s jetzt ist meine Festplatte leer

    Zum Abschluss gebe ich euch einen Überblick über die nördlich vom Bahnhof gelegene Innenstadt von Görlitz. Die Qualität und der Sanierungsstand sind durchaus repräsentativ, ca. 80 % des gesamten historischen Zentrums von Görlitz sind saniert.




    1. Teil


    Los geht’s!



    Brautwiesenstraße (unterstreicht gut den großstädtischen Charakter)





    Der 1. Stadtplatz


    Brautwiesenplatz







    Landeskronstraße









    Landeskronstraße in der Nähe zum Lutherplatz






    Hier der 2. große Stadtplatz


    Lutherplatz





    Demianiplatz





    Blick in Louisenstraße




    wie hier rechts zu sehen, gibt es überall noch Sanierungsbedarf



    Blick auf Reichenbacher Turm



    Im Bild ganz rechts das Gebäude befindet sich gerade in Sanierung



    Hartmannstraße




    Krölstraße




    Andere Seite des Lutherplatzes



    Krölstraße



    Löbauer Straße






    Salomonstraße



    Berliner Straße, Einkaufsboulevard von Görlitz





    Blick von Berliner in Hospitalstraße



    wieder zurück zur Berliner Straße




    der obere Teil sieht oft noch so aus, eine Belebung wird durch die Sanierung der Berliner Straße erhofft







    Jetzt der 3. große Stadtplatz


    Postplatz



    Im Hintergrund das ehemalige spätklassizistische Hotel „Viktoria“ aus dem Jahr 1863




    Jakobstraße











    4. großer Stadtplatz


    Wilhelmsplatz










    2. Hälfte folgt....