Posts by singa

    Quote from "Palantir"

    Weiß jemand, ob man überhaupt neu bauen müsste?


    Es müsste neu gebaut werden.



    Quote from "Booni"

    Ein Abriss macht aber nur Sinn, wenn hinterher der historische Straßenverlauf wieder zurückkommt und kleinteiligere Bebauung entsteht - und wenn im Bundesviertel kein ebenso brutalistischer Bau entstehen wird.


    Der historische Straßenverlauf kann nicht zurückkommen, weil dem die nach dem Krieg geschaffene Verkehrsachse Berliner Platz - Oxfordstraße - Bertha-von-Suttner-Platz entgegensteht. Städtebauliche oder architektonische Qualität sollte man von einer Neugestaltung ohnehin nicht erwarten, Neubauten in der Bonner Innenstadt bewegen sich in der Regel in einem Spektrum zwischen grauenhaft und noch grauenhafter.


    Im Bundesviertel würde das Stadthaus kaum stören.

    Die Region Peking gehört wie Shanghai oder Guangzhou zu den absoluten Wirtschaftszentren des Landes. Man merkt das an einer unvergleichlichen baulichen Dynamik, Armut gibt es natürlich in Form von Bettlern, Tagelöhnern und auch heruntergekommenen Stadtvierteln, aber andererseits sprießen die Hochhäuser, Stadtautobahnen, Einkaufszentren etc. nur so aus dem Boden. Man spürt den neuen Reichtum überall.


    Die Hochhausviertel sind generell Wohngebiete der Mittelschicht.

    @ Stefan


    ich will mich besser nicht über die politisch Verantwortlichen auslassen. :zwinkern:


    Ich denke aber nicht, dass Betonbauweise, Flachdächer, Fassadenverdoppelung usw. an Quartier III eine Forderung der Gestaltungskommission war?! Ich habe leider nicht erlebt, dass die Rekofreunde sich mit der gleichen Vehemenz gegen die unselige Fassadenverdoppelung eingesetzt hätten, wie sie sich gegen den Böttcherbau engagiert haben. Um nur mal ein Beispiel zu nennen. Das macht sie unglaubwürdig und angreifbar. Schönheit, in diesem Forum über alles zum Wertmaßstab erhoben, lässt sich nunmal nicht quantifizieren. Also muss man anders argumentieren. Und sich gleichzeitig öffnen. Wer sich in seiner subjektiven Meinung unnachgiebig zeigt und keine andere neben sich duldet, braucht sich nicht zu wundern, wenn diese Haltung auf ihn selbst zurückfällt. Ich will den Rekofreunden aber zubilligen, dass die sture und überhebliche Position von Architekten, Stadtplanern und politisch Verantwortlichen ihrerseits militante Gegenreaktionen provoziert. Ich halte es aber für schädlich, sich auf dasselbe Niveau herabzulassen. Diese Situation gegenseitiger Unnachgiebigkeit hat zu der sich abzeichnenden schlechten Entwicklung des Neumarkt-Wiederaufbaus geführt, die ich einfach nicht als Erfolg feiern mag. Ich würde übrigens sehr gerne mehr gelungene Füllbauten sehen, die regionale Bauformen aufgreifen, ohne sich in freier Interpretation auf konkrete Gebäude zu beziehen. Hierzu wäre eine verbindliche Gestaltungssatzung natürlich hilfreich gewesen. Was die Baywobau dagegen veranstaltet zieht die ganze Rekonstrultionsbewegung ins Lächerliche. Das Argument pro Rekonstruktion, einen historischen Stadtraum wiederzugewinnen, wird völlig entwertet. Auch wenn es weh tut, aber wir nähern uns immer mehr dem an, was als billige Schaukulisse für Touristen bezeichnet werden kann.

    @ Booni


    stimme dir voll und ganz zu. Vor allem führen ahistorische Veränderungen - aber auch die Betonbauweise und ähnliche Abweichungen vom Original - viele gute Argumente pro Rekonstruktion, also etwa vergangene Epochen erlebbar zu machen und somit der Rückgewinn eines Stückes Geschichte und Identität, ad absurdum und spielen den Gegnern von Rekonstruktionen in die Hände. Mit dem oberflächlichen "Hauptsache schön" schneiden sich die Rekofreunde letztlich ins eigene Fleisch. Sehr gut hat sich das zum Beispiel in der Frankfurter Debatte um den Wiederaufbau der dortigen Altstadt gezeigt, wo Dresden als abschreckendes Beispiel wahrgenommen und die Position pro Wiederaufbau somit geschwächt wurde.

    Quote

    Und tatsächlich: früher hatte das Köhlersche Haus nur 8 Achsen in der Schumachergasse, jetzt bekommt es satte 15 Achsen!


    Ich denke, es waren auch früher schon mehr als acht Achsen. Auf dem historischen Foto kann man acht Gauben in der obersten Reihe erkennen, wie auf der Rekonstruktionszeichnung. Darunter sind Gauben in dichterem Abstand zu erkennen, die m.E. Rückschlüsse auf die Zahl der Achsen zulassen. Folglich gehe ich davon aus, dass zumindest beim Wiederaufbau von Schütz- und Köhlerschem Haus hier weitgehend löblich gearbeitet wird.

    Ich kann mich den skeptischen Stimmen nur anschließen. Dietze wird doch vor allem wieder billig bauen bei maximaler Flächenausnutzung, d.h. Betonfertigteile, Flachdächer etc. An einige Fassaden werden wieder Barockfassaden angepappt, mehr oder weniger vorbildgetreu; alles wie bei Quartier IV schon gehabt. Die Füllbauten werden offenbar genauso schlecht wie die meisten dieser Gattung bisher, unpassende Materialwahl, modernistische Sperenzchen wie bunte Fensterscheiben usw. sind zu erwarten. Dazu noch ein gläserner Hofeingang. Da passt nach meiner Meinung nichts so richtig zusammen. Wichtiger als auf möglichst viele "Rekos" zu drängen wäre m.E., ein einheitliches harmonisches Erscheinungsbild anzustreben, zumal die meisten "Rekos" diese Bezeichnung nicht verdienen. Deshalb lieber weniger davon. Die Spiegelung der Eckfassade stört das ursprünglich dort vorhandene kleinteilige Erscheinungsbild und führt dazu, dass eine Gesamtwirkung des Platzes entsteht, die es nie gegeben hat. Alle guten Argumente für echte Rekonstruktionen, die Rückgewinnung geschichtlicher Tiefe, historischer Raumwirkung, traditioneller Baukunst etc. wird ad absurdum geführt. Gerade diese Argumente beruhen auf Fakten, gegenüber subjektiven Empfindungen wie dem Gefühl der "Schönheit". Was schön ist und was nicht, darüber gehen die Meinungen auseinander. Und somit leistet Quartier III dem Entzug der Argumentationsbasis der GHND und aller Befürworter eines historischen Erscheinungsbildes Vorschub. Es entsteht eine beliebige Fassadenmischung für alle Geschmäcker, austauschbar, ohne tieferen Bezug. Heute Barock oder Glas, morgen vielleicht Dekonstruktivismus, übermorgen irgendwas anderes... Fassaden als belanglose Insignien der modernen Wegwerfgesellschaft. Genau das und nichts anderes verkörpert Quartier III in einer mustergültigen Weise.

    Aktualisierung


    Gespendet haben:


    Harmonica 25 €
    Philon 50 €
    Oliver 10 €
    baukunst-nbg 200 €
    BautzenFan 50 €
    Norimbergus 100 €
    Antiquitus 75 €
    Schloßgespenst 10 €
    Sauerländer 50 €
    Novaearion 10 €
    Mathias 50 €
    spacecowboy 50 €
    Exilwiener 20 €
    singa 20 €
    ----------------------
    Summe: 720 €



    Weitere Zusagen:


    Pilaster 100 €
    Restitutor Orbis 150 €
    sonicted 20 €
    Däne 40 €
    Johan 20 €
    meb 10-15 €

    Schade, dass sich hier alle Welt nur über den Böttcher-Entwurf auslässt! Berechtigterweise zwar, das muss angesichts der banalen Architektur nicht diskutiert werden, allerdings ist der gespiegelte Bau "Neumarkt 4" in diesem Ensemble nicht weniger störend. Auch wenn der vielleicht "schön" sein mag und sich besser einfügend, steht er doch sinnbildhaft für Eines, die Beliebigkeit der Bebauung: alles ist möglich, es gibt keine Regeln!


    Insofern wäre es genauso wichtig, endlich stärker auf die handwerklich und gestalterisch exakte Wiederherstellung der Leitbauten zu achten, andernfalls wird der Neumarkt endgültig zum Jahrmarkt , zwischen abgedroschenster Moderne und Pseudobarock! Den Begriff Disneyland wagt man kaum in den Mund zu nehmen, dennoch ist er hier absolut passend, werden doch lediglich billige Kitschkulissen für die Touristen errichtet. Mit Städtebau hat das alles nichts mehr zu tun.


    Diejenigen, die immer lauthals jubilierten angesichts der pseudobarocken "Pracht" und jeden leisen Anflug von Skepsis an dieser Art der "Rekonstruktion" brüsk als die nicht ernstzunehmende Meinung von Minderbemittelten abtaten (siehe ein paar Beiträge zuvor Schloßgespenst), sollten sich einmal fragen, ob sie mit ihrer eigenen Oberflächlichkeit nicht zu solchen Ergebnissen wie dem Böttcher-Entwurf beitragen. Eigentlich passt diese gläsern-stählernde Provinzmoderne ganz gut zum kitschigen Plastikbarock rundum.

    Nach den Erfahrungen mit Quartier IV musste man bei Baywobau/ Dietze leider mit sowas rechnen. Auch wenn es manchen hier nicht gefällt, aber die Quartiere von Prisco und VVK sind wesentlich konsequenter und ehrlicher konzeptioniert, als das kulissenhaft zusammengekleisterte Quartier IV.

    Quote from "4D GbR"

    RICHTIGSTELLUNG


    Nach Rücksprache mit Frau Böttcher, hat sie mich gebeten folgende Richtigstellung zu veröffentlichen:


    Das hier gezeigte Bild ist kein Entwurf des Architekturbüro Böttcher.


    Und? Hat jemand etwas Gegenteiliges behauptet? :augenrollen:

    aus einem anderen Forum:



    Alte Bundesländer


    Baden-Württemberg


    1. Karlsruhe 1435 mm
    2. Heilbronn 1435 mm
    3. Stuttgart 1435 mm
    4. Freiburg im Breisgau 1000 mm
    5. Mannheim 1000 mm
    6. Heidelberg 1000 mm
    7. Ulm 1000 mm


    Bayern


    1. München 1435 mm
    2. Nürnberg 1435 mm
    3. Augsburg 1000 mm
    4. Würzburg 1000 mm


    Rheinland-Pfalz


    1. Ludwigshafen 1000 mm
    2. Mainz 1000 mm


    Saarland


    1. Saarbrücken 1435 mm


    Hessen


    1. Frankfurt am Main 1435 mm
    2. Kassel 1435 mm
    3. Darmstadt 1000 mm


    Nordrhein-Westfalen


    1. Köln 1435 mm
    2. Bonn 1435 mm
    3. Düsseldorf 1435 mm
    4. Duisburg 1435 mm
    5. Essen 1000/1435 mm
    6. Mülheim an der Ruhr 1000/1435 mm
    7. Oberhausen 1000 mm
    8. Dortmund 1435 mm
    9. Bielefeld 1000 mm
    10. Krefeld 1000 mm
    11. Bochum und Gelsenkirchen 1000/1435 mm


    Niedersachsen


    1. Hannover 1435 mm
    2. Braunschweig 1100 mm


    Bremen


    1. Bremen 1435 mm


    Hamburg (keine Straßenbahn)


    Schleswig-Holstein (keine Straßenbahn)


    Neue Bundesländer


    Sachsen


    1. Leipzig 1458 mm
    2. Dresden 1450 mm
    3. Chemnitz 1435 mm
    4. Zwickau 1000 mm
    5. Plauen 1000 mm
    6. Görlitz 1000 mm
    7. Bad Schandau 1000 mm


    Brandenburg


    1. Potsdam 1435 mm
    2. Cottbus 1000 mm
    3. Frankfurt an der Oder 1000 mm
    4. Brandenburg an der Havel 1000 mm
    5. Strausberg 1435 mm
    6. Schöneiche und Rüdersdorf 1000 mm
    7. Woltersdorf 1435 mm


    Thüringen


    1. Erfurt 1000 mm
    2. Jena 1000 mm
    3. Gera 1000 mm
    4. Nordhausen 1000 mm
    5. Gotha 1000 mm


    Sachsen-Anhalt


    1. Magdeburg 1000 mm
    2. Halberstadt 1000 mm
    3. Dessau 1435 mm
    4. Halle an der Saale 1000 mm


    Mecklenburg-Vorpommern


    1. Rostock 1435 mm
    2. Schwerin 1435 mm


    Berlin


    1. Berlin 1435 mm


    Insgesamt 57 Straßenbahnstädte; 31 in West- und 26 in Ostdeutschland.



    @light.rail_transit

    Metropol-Denkmal in Gefahr


    Am Mittwoch den 14. Dezember 2005 wurde das traditionsreiche Bonner METROPOL zwangsversteigert. Mit einem Gebot von 3,125 Millionen Euro erhielt die so genannte „Metropol Immobilien Management GmbH“ den Zuschlag. Die Vertreter der Firma mit Sitz in Ratingen bei Düsseldorf machen bisher keine Angaben über die zukünftige Nutzung der Immobilie. Nach Recherchen des Bonner Generalanzeigers verbirgt sich hinter der Gesellschaft jedoch „im wesentlichen das Ehepaar Barbara und Klaus Töpfer, das in dem Nachbarhaus wohnt und dort früher ein exklusives Herrenausstatter-Geschäft unterhielt“.

    Aus Sorge um den Erhalt des denkmalgeschützten Theatersaals im METROPOL haben sich in nur fünf Tagen über 6.000 Bürger an einer Unterschriftenaktion beteiligt. Prominente Bonner wie der Kabarettist und Schriftsteller Konrad Beikircher oder SPD-Politiker Bernhard „Felix“ von Grünberg unterstützen die Bürgerinitiative zur Einhaltung des Denkmalschutzes für das älteste Kino Deutschlands. Die Unterschriftenlisten liegen weiterhin u. a. im METROPOL und den Stern-Lichtspielen am Marktplatz bereit oder können von dieser Seite heruntergeladen werden.

    Anfang der achtziger Jahre war das Bonner Traditionshaus schon einmal von radikalen Umbauplänen bedroht. Damals wie heute regte sich schnell Widerspruch in der Bonner Bevölkerung, die gegen eine Nutzung als Ladenpassage und Bürokomplex protestierte. Mehr als 20.000 Bürger unterstützten den eigens gegründeten Förderverein und retteten „ihr“ METROPOL. In der Folge wurde der historische Theatersaal nach Originalplänen restauriert, so dass der Kino- und Bühnenbetrieb in den neunziger Jahren wieder aufgenommen werden konnte.

    Wie sehr das METROPOL den Bonnern bis heute am Herzen liegt, beweist die überaus rege Beteiligung an der Unterschriftenaktion. Kein Wunder, gehört der „Große Saal“ im Art-Deco-Stil der zwanziger Jahre doch zu den letzten seiner Art! Viel mehr als ein Kino, steht das Haus für 100 Jahre Bonner Kultur und Geschichte. Auf seiner historischen Gästeliste finden sich Legenden wie Zarah Leander, Max Schmeling oder Gert Fröbe. Dank einer einzigartigen Atmosphäre lockt das METROPOL nach wie vor internationale Stars aus Musik, Theater und Kabarett auf seine Bühne. Neben Lesungen, Chansonabenden oder Comedyshows sorgen exklusive Filmpremieren samt rotem Teppich für ganz besonderes Flair am Bonner Marktplatz.


    http://www.rettet-das-metropol.de\r
    http://www.rettet-das-metropol.de