Posts by Wiederaufbaumelder

Im neuen Jahr bittet der Vorstand euch, frühzeitig nach neuen Bauprojektplänen in eurer Stadt Ausschau zu halten. Wo lässt sich durch traditionelle Architektur oder Rekonstruktionen euer Stadtbild verbessern? Teilt uns eure Ideen mit! Je eher wir mit Ideen an die Öffentlichkeit gehen, umso höher sind unsere Chancen, dass die Ideen von den Verantwortlichen ernstgenommen werden!

    Der ganze derzeitige Hype um die angebliche Wiedergeburt der City-West kann doch nicht darüber hinwegtäuschen, das große Teile derselben zwischen 1942 und 1989 nachhaltig zerstört wurden. In ein paar Jahren, wenn die großen Projekte zwischen Alex und Potsdamer Platz abgeschlossen sind, wird das historische Zentrum dagegen umso leuchtender dastehen. :harfe:

    Genutzt hat der Protest leider nichts. Ein wenig Genugtuung verschafft die Tatsache, dass der hässliche Nachfolgebau nun seinerseits zum Abrisskandidaten geworden ist. Dort soll bald das neue Kudamm-Karree von Chipperfield entstehen....

    Nochmal zu der "Sanierung" (Zerstörung) des Viertels:
    Da stellt die Senatsverwaltung in ihrer Pressemitteilung vom Sept 13 fest:
    "Ohne das 1. Stadterneuerungsprogramm gäbe es auch keine deutliche Besinnung auf den Erhalt vorhandener baulicher Strukturen, wie sie durch Harry Ristock und den Vertretern der Behutsamen Stadterneuerung dann konzeptionell vorbereitet und in den 80er Jahren mit der Internationalen Bauausstellung exemplarisch umgesetzt wurde.!


    Ein schwacher Trost.


    Ich wusste gar nicht, dass Willy Brandt selig auch einen so großen Anteil an der Zerstörung des alten Berlins hatte.
    Hat jemand einen Tipp, wo man mal ein paar Bilder vom Brunnenviertel vor der Zerstörung durch den Senat sehen kann?

    Von den drei Entwürfen der engeren Wahl finde ich den Gehry immer noch am Erträglichsten, wenngleich es als Gebäude völlig lächerlich ist. Aber zumindest weicht er mal ab vom ewigen rechten Winkel. Nachdem der Alex eh verhunzt ist, könnte man hier mal ja so richtig rumexperimentieren. Warum nicht sogar mal so was wie Forsters Gherkin?
    Versteht mich bitte nicht falsch: natürlich fände ich es am Besten, man würde alles abreissen und den Vorkriegszustand wiederherstellen, aber das ist ja illusorisch und es führt zu nichts, immer weiter die Verluste zu beklagen. Beim Alex hilft nur Eines: nach vorne schauen und visionär denken. Hier am Alex, wo die Vernichtung der vergangenheit so total war, hat man die Chance, mal ganz ohne Rücksicht auf den Bestand (Ausnahme: die Behrens-Häuser und der Fernsehturm) die Situation neu zu erfinden.

    Ich finde das viel zu viel Aufmerksamkeit für einen mittelmäßigen Beitrag in einer mittelmäßigen Zeitung.
    Aussagen dieser Qualität finden sich wohl an jedem Biergarten-Stammtisch. Dass moderne Architektur oft versagt, ist ja auch wirklich nichts Neues mehr. Aber wer sich von den paar Farbtupfern am ADAC-Kasten blenden lässt und sich nach 30 Jahren immer noch über die neue Pinakothek aufregt, kann das Problem sicher auch nicht lösen.

    Was ich wirklich schlimm finde ist dass fast nichts mehr in der Gegend erinnert an was da von 1939 bis 1945 alles stand.


    Damit kannst Du eigentlich nur die NRK und den Führerbunker meinen. Alles andere stand schon vorher da oder steht immer noch da.
    Zum Beispiel steht da noch das ehem. Reichsluftfahrtministerium, die Neubauten des ehem. Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda (heute Bundessozialministerium)und einige Bürobauten aus der Nazizeit.


    Rekonstruiert wurde in der Tat sehr wenig, nämlich ausgerechnet - eine Weltkugel! Aber nicht die von Tietz, sondern die vom Museum für Kommunikation.
    Ich persönlich finde es übrigens absolut verwerflich, was man beim Bau des hässlichen Sony-Centers mit dem Hotel Esplanade gemacht hat.

    In "Er ist wieder da" schimpft AH auf die Moderne Architektur, der er langweilig, billig und nicht imponierend (stur) findet.
    Auch der Grafitti stört ihm besonders wenn er durch diese Gebiet läuft und er möchte diese Schmierereien und Verunstaltungen bald beendet sehen.
    In meiner Optik hat "er" damit völlig recht. Behörden in D. lassen dass alles zu, aber in Russland wird so etwas nicht erlaubt und schwerstens bestrafft.
    Russen die D. oder der Niederlanden besuchen verachten unseres System der "schwachheit" zu Schmierer und sind stolz das Russland dieses nicht erlaubt.

    Ja Klassiker, ganz bestimmt hätten Hitler und Putin sich gut verstanden und wären sich auch einig darüber, wie man solche Volksschädlinge beseitigt oder zurück auf den rechten Weg bringt.


    Ehrlich gesagt wundert mich, dass Du Symphatie für die NRK hast, war es doch der Amtsitz des Mannes, dem wir all die Zerstörung zu verdanken haben, die Du hier seit Jahren lamentierst. Mich wundert auch, dass Du das Fehlen von Visionen oder Mehrjahresplanungen vermisst, denn solche haben meist zu gigantischen Zerstörungen des bestehenden Stadtgefüges geführt, sei es im 3. Reich ("Germania"), im Kommunismus (z.B. Moskau) oder im Kapitalismus ("autogerechte Stadt"). Ich glaube, die deutschen Städte haben genug unter solchen Visionen gelitten. Nun haben wir eine demokratische Bau- und Wettbewerbskultur. Man mag mit den Ergebnissen nicht immer zufrieden sein, aber ich wünsche mir keine Vergangenheit zurück. Vergangene Bauten allerdings schon, in dem Punkt sind wir uns einig.

    Faktisch hat der Komplex beinahe die Länge der Neuen Reichskanzlei von gegenüber.

    Ein interessanter Vergleich!
    ich denke, die derzeitige Shopping-mall wird insgesamt wesentlich größer und höher als die ehemalige neue RK.
    In diesem Zusammenhang finde ich dieses Bild interessant:



    Speer hat zur Fassadengliederung ja offenbar auch mit Farbe gearbeitet:


    und ähnlich wie Wertheim eine Art Hof gestaltet, damit es nicht zu monoton wird. HGHI hat dafür die Passage....

    Zum Glück für das Viertel gibt es kaum noch Lücken..... ein Lichtblick ist dann doch Patzschke in der Saarbruecker Strasse.
    Ich fände es besser, man liesse im Prenzlauer Berg nur Retro-Architektur zu und würde die Modernisten wenn nicht zum Teufel, so doch nach Schöneberg-Nord oder Gropiusstradt jagen, wo eh Hopfen und Malz verloren ist. Dort wären ihre Klötzchen vielleicht sogar noch eine Bereicherung.


    Kann nicht Dr. Motte eine Bürgerinitiative gründen wie schon gegen die Sanierung des Bürgersteigs der Kastanienallee? Das wäre dann mal ein sinnvolles Anliegen, den neuen Bürgersteig konnte er ja zum Glück nicht verhindern.

    Interessante BIlder, die Michal Sobotta da in seinem Buch veröffentlicht hat. Seine überladene Website soll ja wohl nur dafür werben. Schade, dass er die BIlder auf der Website so völlig entstellt hat. Heute Nacht träume ich wahrscheinlich seinen Namen....

    Gab es nicht bis zum Krieg hunderte solcher Eckhäuser mit Türmen, die die Sowjets dann teilweise zum Spaß und teilweise, um dem Volkssturm den Garaus zu machen, mit ihrer Artillerie in der Schlacht von Berlin zerschossen haben?


    Man darf auch nicht vergessen, dass in der Gründerzeit sehr viele schöne Gebäude aus den vorangegangen Jahrhunderten für Neubauten wie diese zerstört wurden. Hätten wir damals schon dieses Forum gehabt, würden wir uns über den Bau dieser beiden Torhäuser vielleicht wahnsinnig aufgeregt haben.


    Den Wiederaufbau auch nur eines der beiden Häuser dürfen wir wohl getrost vergessen, mit oder ohne Lüscher. Eine Lobby findet man in Berlin grade mal fürs Schloss, schon die Bauakademie hat Schwierigkeiten. Ausser es findet sich ein privater Bauherr, der das Grundstück erwirbt und sich gegen alle Behörden und Gestaltungssatzungen durchsetzt. Aber dazu muss ja auch erstmal der B-Plan geändert werden.

    Stimmt, während man dem Bauschild vielleicht noch glauben wollte, dass hier was Originelles entstehen könnte (wenn auch am völlig falschen Ort), so muss man nun entsetzt feststellen, dass hier billigste Sozialbauarchitektur mit billigsten Lattenkonstruktionen schlecht kaschiert wurde.
    Welcher Architekturpraktikant hat das denn wieder verbrochen? Der sollte zur Strafe gezwungen werden, gegenüber zu wohnen und jeden Tag auf den Mist gucken zu müssen. Vielleicht würde ihm oder ihr dann irgendwann ein Licht aufgehen.
    Aber diese unsensible selbstverliebte Architektengeneration ist so verblendet, dass kaum noch was zu helfen scheint.
    Die geilen sich an ihrem Schund nur noch weiter auf....

    Schön, aber: Im Asi-versifften Berlin wird es nicht lang dauern bis die beiden Gebäude auch wieder von Graffitis gezeichnet sind. Das macht mich immer so traurig, wenn Berlin in Fernsehfilmen gezeigt wird, z.B. Ein starkes Team oder Bella Block, überall hässliche Graffitis im Bild. Das ist städtische Verwahrlosung. In Paris gibts sowas nicht.

    Ja, nee, is klar, in Paris gibt´s kein Graffiti.
    http://parisgraffiti.com/



    Der Prenzlauer Berg ist eine Oase des Friedens und der Ordnung, und im Vergleich zu den Banlieus von Paris ist selbst Neukölln noch ein Ponyhof.