Posts by marc!

    Standen wir nicht vor kurzem noch vor der Alternativlösung eines modernistisch gestalteten Innenhofes oder sogar einer Bebauung desselben? Jetzt soll er also historisierend gebaut werden. Ist doch ein grosser Fortschritt :zwinkern: !

    @schortschi


    du hast ja so recht, aber leider

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    Den gibt es doch schon. Die jungen angehenden Architkekten aus Potsdam hatten doch letztes Jahr ein Alternativkonzept vorgestellt. Weiß jetzt keinen link dazu... (siehe in diesem thread weiter oben)


    reicht das nicht, da braucht es ein vielköpfiges, erfahrenes Projektteam mit monate-, jahrelanger Projektarbeit, im politischen Umfeld eingebunden und in Historie und Architektur, sowie persönlicher Einstellung dem Leitgedanken und der regionalen Geschichte verpflichtet, ausgebildet und in diesem Geiste aufgewachsen. Davon haben wir in D alle keine Ahnung, solche Kompetenzen baut man über Jahrzehnte auf. In Deutschland sind solche 'Teams' sehr rar, vielleicht zahlenmässig relevant überhaupt nur in Frankreich oder Italien auffindbar.


    Wir beginnen gerade erst, diese Kompetenzen wiederzuentdecken und vielleicht aufzubauen. Cultural Bombing plus 68er Revolution. Das ist wohl die Realität.

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    Oh, Künstler aller Länder vereinigt euch und rettet diesen Schloßbau vor seiner proletarischen Parodie!!!


    ... und spendet 120.000.000 Euro für die Rekonstrutkion, welche aber ohne den Wiederaufbau der umliegenden Palais und
    der Wasserfront inklusive Brücke nicht zur Wirkung kommt, also bitte liebe Künstler, besser lieber 250mio spenden...
    Also ich sehe das auch eher wie youngwoerth!


    WIE SIEHT DENN EURE ALTERNATIVE LÖSUNG AUS?


    Rekonstruktion der Proportionen usw. ist ja alles richtig, nur wird hier aber tatsächlich ein Landtag benötigt, kein barockes Lustschloß für den Lustwandel unserer neuzeitlichen Polit-Oligarchen. Dieser Landtag wird dazu noch in einem Land sowie einem Bundesland gebaut, welche beide aufgrund ihrer absurd hohen Verschuldung eigentlich überhaupt nichts bauen dürften bzw. können, und daß hier Michels grundständige 'bleib bei deinen Leisten' Mentalität nicht das Projekt als wahnwitzig melagomane 'bau mir ein Schloß Politposse“ schon im Ansatz zerreißt (ein barockes Landtagsschloss!!!!), und dies gerade auch noch im traditionell linksalternativen Berlin-Umfeld, all das zeigt doch nur, wie stark das Verlangen nach einer historisch-kulturellen Stadtreparatur und einem ästhetisch annehmbaren Lebensumfeld durchschlägt, wie sehr im Hintergrund begüterte Potsdamer ihre Stadt verschönern und Immobilenwerte erhöhen wollen und wie sehr, andererseits, der Rebellionsgeist der Leute heutzutage ermüdet ist.


    Wie stehen denn die Chancen, ohne dieses m.E. vom Himmel gefallene Geschenk eines Landtagsneubaus, dieses Schloß und somit die Stadtmitte Potsdams überhaupt jemals wieder annehmbar aufzubauen? Wie um Himmels willen kann man einen immens teuren, lachhaft kreditfinanzierten NEUEN Landtag aus Lust an der Freude von vorne herein mit Platzmangel projektieren? Wenn wirklich Alternativen über Auslagerung oder bessere Raumplanung des Neubaues bestehen, wer hat hier die Kompetenz und die Mittel, um dies planerisch aufzuzeigen und öffentlich einzufordern? macht das bitte, alle meine Vorschreiber, setzt euch zusammen und bringt den Alternativvorschlag öffentlich vor.


    Wie stehen wir da, mit unseren Maximalforderungen, ohne eben solche Mittel und Fachkompetenz vorweisen zu können, ohne politisch aktiv dort mitzuarbeiten! Ich habe hier im Forum gelesen, daß einige den Wiederaufbau erträumen am besten ganz OHNE den Landtag. Einfach nur ein Schlößchen aufbauen, während weltweit die Wirtschaftskrise '29.2 wütet, die Bundesregierung das Land endgültig und unumkehrbar in den Schuldenwahnsinn, den absehbaren Totalruin treibt und mal wieder die halbe Menschheit verhungert. Ich sehe außerhalb der öffentlichen Meinungsbildung keine Handlungsmöglichkeit unsererseits, und ich denke daß wir hier durch unsere Maximalforderungen nicht dem Disneyland Argument entgegenwirken sondern im Gegenteil von einigen ganz schnell als phantasierende Reko-Hardliner empfunden werden.


    Ich möchte schon unterstreichen, daß wir eigentlich die originalgetreue Rekonstruktion einfordern müssen und gerade mich persönlich dieser aufgeblasene Schloßfettie besonders deprimieren wird, die Frage ist aber eben doch, ob wir dies überhaupt fordern können, wie wir es machen, wie groß die Wahrscheinlichkeit eines Erfolges ist und welches Ergebnis wir dadurch letztlich erhalten. Den originalen Wiederaufbau oder doch bloß die öffentliche Wahrnehmung unserer Sache und Arbeit als ausgesplitterte Reko-Fraktion?


    Schuld daran haben wir eigentlich alle selber, nach über 6 Jahren unserer Aktivität haben wir noch immer nur wenige Mittel zur Verfügung, im Forum wird zwar viel geredet, aber die Meisten schaffen es hier nicht einmal, unserem Verein selbst online per Klick beizutreten oder auch nur EINMAL im Jahr 50 Euro zu spenden, die man aber sicher an einem Samstagabend in der Disko ausgibt, und das Rumtippseln im APH über Wunschvorstellungen eines neuen Rekolandes ist ja umsonst. Aber nicht einmal das ist ja wirklich umsonst, denn die Domainkosten, Wartung, Moderation usw. kosten letztlich Geld, welches dann einige wenige privat mit Zeit und Geld bezahlen müssen. Da nehme sich mal einer den Boddien als Vorbild. Und mich selbst schliesse ich da ein.


    Es ist doch erstaunlich, wieviel in unserem Sinne in letzter Zeit erreicht wird, gar nicht auszudenken, was noch alles machbar wäre, wenn wir da besser organisiert und in größerer Zahl wirklich aktiv wären, wenn wir den Speer, Jauch, Bobel und Plattner einmal treffen könnten, echte Öffentlichkeitsarbeit auf finanziellem Fundament betreiben würden, so aber sind unsere berechtigten Maximalforderungen schnell öffentlich mißverständlich und leider einfach nur pathetisch.

    ...und auch ich wünsche mir den Aufbau meines kleinen Privatschlosses aus privaten Spenden, oder meinetwegen auch Steuergeldern, mir egal... ausserdem hätte ich gerne einen goldenen Papagei und wäre wieder 8 Jahre alt, dann könnte ich in Ruhe spielen und müsste mir um wirtschaftliche und soziale Gegebenheiten keine Gedanken machen :winkenkopf:

    Na, Schortschi, Du bist ja ein echter Gourmet!
    Aber mal im Ernst, ich glaube, auch mit massvoll verbreiterten Flügeln kann das Ganze halbwegs ästhetisch ansprechend werden. Anders, ja, aber nicht unbedingt regelrecht hässlich. Der Hof darf natürlich nicht zu klein werden.
    Am besten würde man die Aussenwände verschieben...


    Ich bin auf jeden Fall sehr zufrieden mit der Entwicklung.
    Es gibt doch noch Hoffnung für Deutschland.

    TourDresden


    Wichtig ist m.E, eben im Text derart zu differenzieren, dass ein 'modernistisches' Gebäude nicht allein stellvertretend für Modernität steht. Dies impliziert ja, dass zeitgenössische traditionelle Architektur NICHT modern ist.


    Das ist ungut für unsere Sachen und ungut für die öffentliche Meinungsbildung. Ich würde dort versuchen, begrifflich nicht mit modern sondern wie gesagt mit modernistisch oder einfach 'der Moderne' (etwas neutraler) zu arbeiten, auf jeden Fall aber vermeiden, dass einzig Häuser diesen Stils als modern bezeichnet werden.


    Ich benutze sonst noch 'internationaler Stil', oder bauhaus-derivativ... ;)

    Danke für den Link.


    Aber, Text aus deiner Seite:
    "Der moderne Anbau des Schütz-Hauses präsentiert sich als elegant geschwungener Baukörper und stellt aus meiner Sicht den wohl am stärksten gelungenen Akzent zeitgenössischer moderner Architektur am Neumarkt dar."


    Zeitgenössische moderne Architektur ist aber auch MODERNE ZEITGENÖSSISCHE TRADITIONELLE ARCHITEKTUR.


    Wenn Du das entsprechend in deiner Wortwahl und Argumentation berücksichtigen könntest. Weiter oben auf Deiner Seite sieht man doch ganz klar, dass zeitgenössische traditionelle Architektur, zB. in Form des Bülow Palais wesentlich modernere und ästhetisch fortgeschrittenere Ergebnisse liefert, selbst als das doch so toll geschwungene, modernstische Schützhaus.


    Mir persönlich geht es noch auf die Nerven, das landesweit modernistische mit moderner Architektur gleichgesetzt wird, nur weil die Leute nicht mitbekommen, dass überall sonst auf der Welt auch viel moderne traditionelle Architektur entsteht, dass sollte sich doch bald einmal ändern...


    Danke und Gruss!

    @SchortschiBär
    also wenn man diese Bilder sieht, erübrigt sich wohl Deine Fragestellung...


    @uaoj36
    Deine Sichtweise ist mir sehr sympathisch, ich könnte mir auch immer wieder die Haare raufen, wenn ich wie weiter unten die Deutschen Stadtkunstwerke vor der Zerstörung sehe oder selbst noch kurz danach und schliesslich dass heutige qualitätslose Vollchaos, und dann überhaupt noch mit irgendwelchen Halbhirnis über das für und wider von drittklassigen sogenannt 'modernen' Belanglosigkeiten sprechen soll, wo doch der visuelle Vergleich eigentlich schon jegliche Diskussion, über autoritäre Erziehung hinaus, überflüssig macht. Ich muss mich auch zurückhalten, nicht immer nur zu schimpfen, denn genaugenommen ist die Diskussion schon lange ausdiskutiert, nur an Handlungen fehlt es noch...

    Philon: das macht eben ein demokratisch-meinungspluralistisches Forum aus, dazu auch gleich noch eine Meinungsvariation von mir...


    @Kv2D: Du hast anscheinend nicht verstanden, worum es hier geht. Der Allgemeinheit verständliche Ästhetik kann ja wohl nicht das ausschlaggebende Thema fachlich-intellektueller Leistungsschau im zeitgenössischen nord-westeuropäischen Baudesign sein. Da bewegen wir uns auf einer reflektiv höheren Argumentationsebene, auf welcher solche Nebensächlichkeiten wie verständliche Schönheit und Gefälligkeit des Stadtraumes doch keine übergeordnete Rolle spielen sollten. Da gibt es viel wichtigere sozial-historisch-philosophische Kriterien im Diskurs der Gestaltungsleistung, Sinnbildung und Sinnfindung zu beachten. Das hat schon alles seinen Sinn.


    Wobei man sagen muss, dass darüber hinaus das gleiche Design zBsp. als Verwaltungsgebäude an anderen Standorten ohne weiteres integrierbar wäre, dies ist in Zeiten von allgemeinen Effizienzzwängen eventuell ein weiteres, wichtiges Kriterium. Man müsste doch nur die Betonplatte des Eingangsbereiches etwas säkularisieren, und schon kann man den Bau ortsungebunden versatil und international weiterverwenden. Das spricht doch für die Vielseitigkeit der vorbildlich zeitgenössischen Formensprache, über welche unser modernes, zukunftsorientiertes, weltoffenes Land heute verfügt. Der Entwurf hat derart, wie in diesem Strang vorhergehend schon anhand von Bildern von Menschenmengen vor Bautafeln anschaulich dokumentiert, glaubhaft und nachvollziehbar sehr viele Anhänger in Leipzig gefunden. Und es ist doch auch schön, wenn einmal jemand zufrieden ist.


    Erkennbar auf dem gezeigten Bild ist heute weiterhin schon der vorbildlich in 'realexistierend-grau' gehaltene Look & Feel des gesamten Platzes, welchen das nationale Durchschnittswetter mit seinen lieblich weiss-grauen Himmelsvariationen, zu der farblich sowie förmlich ganz auf diese Voraussetzungen abgestimmten Fassaden- und Platzkomposition, so angenehm zu variieren vermag. Auf diesem Platz möchte ich auch unbedingt einmal einen Nachmittag in Ruhe flanieren, die dort neugestylte Restauration geniessen und dabei eine der traditionsreichesten Universitäten des Landes besuchen können. Sobald ich alle anderen Städte der Welt gesehen habe, werde ich sicher unbedingt auch einmal die neue Uni in Leipzig besuchen und bewundern kommen. Darauf freue ich mich wirklich schon jetzt. Bestimmt erscheint mir der Entwurf bis dahin immer noch so frisch und trendy wie heute, ich bin positiv gespannt.

    Das sehe ich genauso wie Schlossgespenst, man sollte sich wirklich nicht immer so unsouverain über Kleinigkeiten aufregen. Spacecowboy hat es diesmal schon ganz richtig gemacht. Ich werde mir also Mühe geben, der Aufforderung, meine Gedanken in Zukunft ausführlicher darzulegen, entsprechend nachzukommen, so dass es für die Allgemeinheit hier verständlicher wird.


    Leider bin ich zur Zeit geschäftlich sehr zeitknapp im mittleren Osten unterwegs und habe daher vielleicht auch etwas weniger Zeit als so manch Anderer, so dass ich mir zwischen zwei wlans die Freiheit zu einer kurzen Äusserung meiner Meinung genommen hatte. Um das wieder gut zu machen, bringe ich einiges an Photomaterial zu moderner und traditioneller Architektur aus Dubai, Riad und Bahrain mit. Das ist sicher interessanter und kann so auch die bei einigen verständlicherweise vorhandene Forderung nach lehrrreicheren Einsichten bedienen.

    Wenn Österreich, dann ganz klar Wien und Graz.
    Innsbruck ist an vielen Stellen schon vermodernisiert ungemütlich, die Nähe zur Schweiz und zu Deutschland ist schon spürbar, und sie geben sich ja auch alle Mühe, dies weiter so zu betreiben. Auch ist es sehr klein und hat ein wenig diese morbide Weltende-Atmosphäre, so wie alle Alpenstädte... Natürlich bietet die tolle österreichische Gasthauskultur und der nette Alpenzoo auch einige Lichtblicke, man sollte das zusammen mit einer Innsbruckerin geniessen können, dann ist der Ausflug sicher lohnend... 8)