Posts by marc!

    Ein Forum dient der Diskussion, es gibt keinen überflüssigen Gedankenaustausch!


    Nur wenn jemand eine andere Meinung vertritt, heisst das nicht gleich, dass man den anderen deswegen so abwertend einschätzt wie:

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    Dresden ist in der APH-Surrealität eben eine echte Banausenstadt mit einer mafiösen Politik und einer bildungsfernen Ureinwohnerschaft bestraft. Die gucken noch nicht mal hier ins Forum rein und hören sich an, was man aus Freiburg, Dorsten und Wien dazu zu sagen hat. Frechheit!


    Überflüssig negativer Kommentar.
    Das hat hier sicher niemand so behauptet. Nur weil ich kein Dresdener bin und aus Freiburg, Dorsten oder Wien komme, muss ich doch trotzdem die Stadt Dresden kritisieren können, und gerade auch dann, wenn mir die Leute in Dresden vielleicht sogar lieber sind, als die aus meiner eigenen Heimatstadt.

    Lange Rede kurzer Sinn:
    da steht demnächst ein riesiges, brutal kontrastierend weiss-graues Betondingens, keine Karlsbrücke, quer über den Elbufern
    => logisch dass diese somit nicht mehr Weltkulturerbe im eigentlichen Sinne sein können..


    Und immer dieses nervende Rummgerede in der Neuzeit, wo Leute pseudoakademisch ein Objekt abstrahieren und pawlowsch antrainiert sinnfrei drumherum argumentieren müssen. Dort, wo bei minimal gutem Willen es sich jedem Normalverstand erschliesst, dass die visuelle Ästhetik einer grauen Sichtbetonschneise mit Spannseildynamik im Vergleich zu einer traditionellen Steinbrücke mit Stütz- und Schmuckelementen eine grundlegend und wohl auch absichtlich andere ist.


    Haus ist nicht gleich Haus und Auto nicht gleich Auto, ausser ich möchte dumm tun und keine Unterschiede sehen, wo es kaum Gemeinsamkeiten gibt. Form ist Funktion.

    Norbi

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    Und wenn man bedenkt, dass das blaue Wunder in seiner Zeit genauso verdammt wurde und jetzt eines der Dresdner Wahrzeichen ist, so muss ich mich doch fragen was hier falsch läuft


    Was muss man sich da fragen? Das blaue Wunder ist ästhetisch in die Landschaft integrierend konzeptioniert, der modernistische Waldschlösschen Flussüberquerungsbeton jedoch kontrastierend aus der Landschaft herausstehend, das wäre einmal der erste, verdammt nochmal grundlegende Unterschied.


    Abgesehen davon ist doch folgendes klar: es gibt nichts mehr umsonst im Turbokapitalismus.
    Möchtest Du eine schöne Stadt und Umwelt erleben, werde reich, fliege um die Welt und zahle Dein Eintrittsticket.
    Aber "reich werden" ist nur eine zweckmotivierende System-Illusion und für lau gibt es halt nur Elbflorenz ohne Florenz und Flusslandschaft OHNE Landschaft und MIT preisgünstiger, systemrelevanter Transportinfrastruktur.


    Ja der Tunnel wäre teurer, aber für euch reicht die Brücke, Plebs!


    Die Verlierermasse hockt als schlecht bezahlter Arbeitssklave in Ehemals-Köln oder Ex-Dresden und die zufallserwählten Akkumulierer wohnen maximal entweder im letzten hochpreisigen Gründerzeitviertel der Gegend oder in der Drittwohnung in einer SCHÖNEN und ANGENEHMEN Stadt, irgendwo zwischen den Jetreisen.


    Das mittellose Leben in D ist wie Analogkäse:


    entweder du leistest Dir den Aufenthalt in einem Dorf in Ligurien oder Kalabrien und geniesst dort für Dein Geld Authentizität und Qualität, (min 1000Euro mit Anflug und authentischer Pizza und Umfeld) oder Du kaufst dir eben in Köln deine quattro stagioni von dr.ottokar (2.59 Euro mit Analogkäse und Selbsterhitzen in deinem grauen Nachkriegsbetonappartment oder dem 30% teureren neongrauen Betonneubau-Designupgrade für das obere Viertel der Systemneger, mit Anrecht auf Analoglifestyle für besonders leistungsfähige Angestellte)


    Wenn also Dresden die Titel Weltkulturerbe und Elbflorenz führt, so ist das nichts anderes als irreführende Werbung und genauso ein "Käse" wie der auf der Tiefkühlpizza.

    An sich toll, aber ortsgebunden zu bewerten, im deutschen Grünland mit Dauerregen über dem verbuschten Mischwald eher deplaziert. Irgendwo in Kalifornien oder Dubai am Strand mit ein paar Palmen und dem roten Ferrari davor (nicht dem gelben) und Meersicht: sicher ganz nett.


    Insgesamt eine tolle Partybude für Gelegenheiten, aber tendenziell mit Gefahr der Ungemütlichkeit bei Dauernutzung.

    ganz klar schlechter als vorher, ich werde diese leute nie verstehen,
    sind die alle so dumm oder bin ich es, der die dinge nicht versteht?
    das ist eindeutig langweiliger, glatter, banaler als zuvor, wozu das ganze also?
    Ist so ein neubau TATSÄCHLICH billiger als eine sanierung?

    mit dem konzept hätte chipperfield die friedrichstadtpassagen wiederaufbauen können, dass wäre passender gewesen, oranienburger strasse flair.


    auf der museumsinsel aber ist dies nur die seicht-präpotente manier eines nichtberliners & ausländischen architektur-nerds, der seine second hand two pennies local firstimpressions unserer schon quasi traditionell verblödeten moderne-kunst-architektur-sozioshowbizz-szene halbbegabter möchtegerne als geniale gestaltungs-inspiration andient, in der empfundenen ausstrahlung ziemlich genau entsprechend diesem unsympathisch schwulblöden gesichtsausdruck der chipperfieldschen geniestatur auf den heldenfotos zur eröffnung dieser urbanistischen dummheit für eine globalisierte welt der grobgestrickten fussballgröler und plastiktittenglotzer, die in berlin wie weltweit muhend in der schlange stehen, um eine dilettantisch disproportionierte reichstagskuppel, trussaud's lebensechten david beckham oder auch nur den grössten mashmallow der welt zu besichtigen... "ja wie waret denn, onkel Häbährt? ja schöön waret, klasse hotell, lecka vollpangsion, un vill jeseehn hamma..."


    ein römischer saal, für millionen steuereuros nett ruiniert belassen, also heute quasi wie seit sechzig jahren, nur halt regenfest und mit echtem herculaneum gefühl. einfach toll! vielleicht legen wir noch ein paar verkokste reste von bombenkriegsopfern in irgendeine ecke im aussenbereich unter rostendes wellblechdach "ganz wie in italia, hamma unsa deutsches pompei..."


    und die zeitgeistigen tanzfuzzi-gestikulierer dürfen zur eröffnung natürlich auch nicht fehlen, schwarzer pulli vor weisser wand, modernistische ausdruckshaltung in der fresse, noch mal flink auf dem boden rumgewälzt, photo, top... und die presse schreibt dazu: bla!


    ist aber auch aussergewöhnlich, das cheappie-konzept, in der stadt der ruinen, der überall nur halbaufgebauten restbebauung, gerade in mitte, imitten der totalen urbanistischen zerstörung und apokalyptischer wiederaufbauleistung allerortens, hier noch eine weitere ruinenkonserve zu erschaffen. wieviele davon gibt es im näheren umkreis schon seit jahrzehnten? im reichstag, im berliner stadthaus 10 min zu Fuss entfernt, oder aber landesbekannt zB. in der alten pinakothek in münchen usw. usw... da wurde doch haargenau das gleich konzept bereits vor mehreren jahrzehnten umgesetzt, tolle einschusslöcher erhalten, wiedererrichtete ziegelwände ohne putz, innenausstattung nur mit sichtziegel oder weisser wand etc. pp.

    ach was solls, in einem land, in dem ganze stadtarchive zusammenbrechen, in schlamm und regen versudeln, und die leute einen urbanistischen erlebbaren geschichtshorizont von nicht mal 40 Jahren haben, im geschäft nur noch halb-englisch reden... ach was solls noch... regt mich trotzdem auf.


    planet der affen.

    Naja, ist das Archiv eben auch noch weg.


    2009 stürzt eine Baracke von Archivgebäude in bestem Osteuropastyle im Kölner Zentrum ein und
    begräbt die letzten kulturellen Zeugnisse aus eintausend Jahren unter sich.


    60 Jahre nach Kriegsende.


    Das ist ja so absurd, dass es fast wieder sympathisch ist. Wäre da nicht der Beweggrund einer pseudo ökologisch- politischkorrekten Ubahnposse, von der ich zur Ehrenrettung Kölns schwer hoffe, dass sie nicht wegen zeitgeistiger Verkehrspolitik sondern wegen profitabler Interessenklüngel geplant wurde.

    ah, wie extravagant, unbedingt rekonstruieren, der coophime(l)lau des historismus :P


    wenn man nur das foto des eingangsbereiches betrachtet, dieser erzeugt sofort ein wohliges gefühl,
    die schönen storen, die sympathischen rankpalisaden, alleine an diesen kleinen aber wichtigen details scheitert heute schon unsere unkultur...

    Golf VI? Na ja, der ist auch hässlich, passt also irgendwie. Schade aber, dass der Stahl nicht in seinem natürlichen Palast-Pendant Ford Ka zum Einsatz kommt, das wäre doch noch passender gewesen.


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    "Schnittige Linien und dynamische Rundungen. Dazu die charakteristischen Augen. Das extravagante Styling des Ford Ka ist ebenso markant wie formvollendet. Das Geheimnis aber seines unglaublichen Charismas ist sein Esprit: Ka macht gute Laune."


    http://www.de.ford.ch/ns7/ka/ka/ka01/-/-/-/-" onclick="window.open(this.href);return false;\r
    http://www.de.ford.ch/ns7/ka/ka/ka01/-/-/-/-
    -> wie schon nur die Webseite aussieht... /ka/ka01 ?


    wikipedia:

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    "The main drawback was the Ka's 1300 cc OHV four-cylinder Endura-E engine, a design dating back to the 1960s Kent engine used in the Ford Anglia. Although not very modern, it provided enough torque to allow relaxed if not spirited driving. In 2002, the Endura-E was replaced by the overhead cam Duratec engine, with claims of improved fuel efficiency and increased refinement, mostly caused by taller gearing on the non-air conditioned models.


    The Ka has proved highly profitable for Ford despite its low selling price, largely due to the lack of spending required in its development"

    Wenn ich mir die Frontalansicht mit Fortunaportal genauer ansehe, so überkommen mich Zweifel, ob das PSS wirklich ein so herausstehend gelungenes Bauwerk war. Zumindest die dem Portal anschliessenden Flügelbauten sehen irgendwie sehr nach einer zweckmässigen Absperranlage, bei mittelmässiger Ästhetik, des Hofes aus.


    Und der nördliche Kopfbau scheint doch auch etwas Sparprogramm gewesen zu sein... :lachen:
    Im Grundrissplan weiter unten sieht man übrigens deutlich das geringe Platzangebot in den Flügeln. So gesehen kann ich euch jetzt schon garantieren, dass der Neubau ohne Vergrösserung der Volumina gar nicht sinnvoll verwendet werden kann. Bei aller Liebe zu Geschichte und Ästhetik, aber für 120mio kann man schon ein gewisses Raumangebot, zumal in einem Neubau, erwarten, diese Forderung ist mir völlig verständlich. Und dass man das original Gebäude ästhetisch nicht verbessern kann, den Entwurf ja nicht überarbeiten darf ohne ein Gebäude-Debakel zu erzeugen... bei näherem Hinsehen glaube ich das aber mal absolut nicht. Da kann man sicher mit ein wenig Geschick und akzeptablem Ergebnis die Gebäudekörper vergrössern.


    Nur klar, eine Reko ist das Ganze nicht. Aber trotzdem ein Wunder.