Posts by Stadtmensch

    In Hamburg ist da als U-Bahnhof speziell die U1 Klosterstern zu nennen:


    http://de.wikipedia.org/wiki/U-Bahnhof_Klosterstern
    (Die Bilder auf Wikipedia werden der Wirklichkeit nicht ganz gerecht)
    Dazu kommen noch fast alle U-Bahnhöfe in den Walddörfern und östlichen Rand des U-Bahnrings. Allerdings sind diese wohl sehr schön, aber nicht im klassischen Sinne ein U-Bahnhof. Sie verlaufen nämlich eine Etage über Straßenniveau. Deshalb heißt die U-Bahn in Hamburg auch Hochbahn.



    Ein Beispiel für diese U-Bahnhöfe ist Mundsburg:
    U-Bahnhof Mundsburg – Wikipedia
    (Ist nur einer von vielen...)

    Für mich der wichtigste Satz im Artikel: "Die nicht von den Planern, sondern von privaten Investoren aufgehübschten Innenstädte entfalten eine ungeahnte Attraktivität."
    Unter privaten Investoren verstehe ich Einzelpersonen und Familienunternehmen mit einem überschaubaren Bestand an Wohngebäuden. Bei denen man - nur um etwas zu beweisen - die Besitzer um 3:30h nachts aus dem Schlaf holen könnte, um sie nach der Farbe der Eingangstür in der ABC-Straße 123 fragen und die Antwort kommt prompt. Und ist richtig. Da ist das Haus noch mehr als nur ein Eintrag in einer Exceltabelle...


    Ab einer gewissen Größe versagen Strukturen - ob nun kapitalistisch oder sozialistisch - darin, lebenswerten Wohnraum zu schaffen.


    Vielleicht ist die Abkehr vom Haus im Grünen ja auch darin begründet, dass seit etwa Mitte der 1990er Jahre es kaum noch Häuser zu kaufen gibt, die mit Herzblut entworfen sind?
    Heute ist doch der Standard so: Eine Gemeinde gibt einen Acker als Bauland frei, verantwortet eine riesige ehemalige Ackerfläche an eine einzige Firma und dort entstehen dann ca. 50 Einfamilienhäuser auf einen Schlag und alles ist so optimiert, dass für den Bauträger der maximal mögliche Gewinn herausspringt.


    Nicht so, dass der Käufer seine Wünsche bestmöglichst verwirklichen kann. Er hat die Auswahl aus einer handvoll Haustypen und darf nur über ein paar Details entscheiden. Wer will sich für so etwas jahrzehntelang verschulden?

    Schön sind diese Windräder sicher nicht, aber man kann sie eines Tages ganz einfach wieder zurückbauen. Denken wir mal an die Zeit der Industrialisierung, als jede etwas größere Schmiede eine eigene Dampfmaschine für Hammerwerke und dergleichen hatte. Dazu immer schön ein mittelgroßer rauchender Schornstein....
    Auf manchen alten Bildern hat man den Eindruck: Je mehr Schornsteine, desto fortschrittlicher die Gegend. In der Realität sah so ein Horizont voller Fabrikschornsteine sicher genauso bescheiden aus wie heute die Windräder.


    Aber wo hat man heute noch einen Horizont voller Fabrikschornsteine? Nirgendwo. Und zum Glück ließen die sich dank des Fortschritts (Strom überall) bald abschaffen und spurlos beseitigen.
    Genau so wird es eines Tages mit den Windrädern passieren, wenn sich eine bessere Lösung durchgesetzt hat wie Strom aus der Wüste oder was-auch-immer. Die nächsten 2 bis 3 Jahrzehnte werden die Windräder halt gebraucht. Die Alternative wäre Atomkraft und das will in Deutschland die Mehrheit nicht mehr haben. Und das ist auch gut so.

    Nach genauer Betrachtung ist es ein klassischer Gründerzeitler mit Neorenaissance-Ornamenten im ersten und zweiten OG und im EG werden über den Eingängen Jugendstil-Elemente zitiert. Man kann sich immer über den denkmalpflegerischen Wert eines solchen Gebäudes streiten, aber die Umgebung hat mittlerweile andere Traufhöhen entwickelt und die Nachkriegsbebauung (einschließlich bis heute) ist schon sehr weit vorgeschritten und hat im Wesentlichen vom Charakter des Viertels Besitz genommen. Laut Wiki hat Hamburg-Eimsbüttel "1943 weitgehend seine Altbebauung durch Luftangriffe verloren". Eine Ensemble-Wirkung ist also auch nicht mehr möglich. Bei Städten wie Hamburg tue ich mich immer schwer zu sagen, sie sollen unter allen Umständen an allen denkbar alten Häusern festhalten. Hamburg, gerade in den Innenstadtbezirken, hat einen enorm hohen Nutzungsdruck durch beständigen Bevölkerungszuwachs und Immobilienpreissteigerung. Man muss realistisch sein, Hamburg lebt von seiner Urbanität und seinem Flair nicht von seiner erlebbaren "städtebaulichen Geschichte".




    Von dem Haus aus ist man zu Fuß in 5 Minuten direkt im Schanzenviertel, direkt auf der Latte-Plaza - Wäre ich ein kreativer Makler, würde ich es sogar noch dem Schanzenviertel hinzurechnen.



    Wie blöd muss man als Immobilienbesitzer sein, einen Altbau in der Gegend abzureißen?


    Das ist eine Goldgrube!


    In der Tat haben in der unmittelbaren Nachbarschaft der Krieg und die Wiederaufbausünden unschöne Spuren hinterlassen. Aber das Schanzenviertel und die Gegend um die Osterstraße sind völlig intakte und begehrte Altbauviertel.

    Nicht nur die Gründerzeitvillen verschwinden, auch in den Einfamilienhausvierteln setzt die Nachverdichtung ein, mit fragwürdigen Folgen. Ich habe in der Familie einen Fall erlebt, dass die Erben das Wirtschaftswunder-Einfamilienhaus schließlich verkauft haben, weil die Gegend mehr und mehr vor die Hunde ging. Rundherum wurden die alten EFH abgerissen und auf den großzügigen Grundstücken (So um die 1000qm) wurden stattdessen Mehrfamilien erbaut mit 4-8 Wohneinheiten, dabei die Baugesetze bezüglich Randbebauung und Baumasse ausgequetscht bis zum geht-nicht-mehr. Teilweise wurden die Baugesetze sogar überdehnt, aber da haben die Freunde des Bauträgers in der Behörde ein Auge zugedrückt.




    Die ersten paar Projekte nach diesem Muster konnte man noch als gelungen bezeichnen. Ein paar wenige große Einzelbauten konnten in dem insgesamt großzügig bebauten Viertel noch toleriert werden, ohne dass der Gesamteindruck von Sonne, Großzügigkeit und Grün zerstört wurde.




    Heute ist es aber so, dass da praktisch überhaupt kein Einfamilienhaus aus den Nachkriegsjahren mehr steht, sondern es nehmen sich diese hässlichen Bunker im Bauhausstil gegenseitig das Licht weg, weil sie ja allseitig maximal nah an die Grundstücksgrenzen bauen mussten. Wenn man da heute beim Frühstück aus dem Fenster guckt, sieht man nicht mehr in eine großzügig-grüne Gartenlandschaft, sondern man kann genau die Marmeladenmarke studieren, die der Nachbar gerade frühstückt. :kotz:

    Wenn sich diese Förderung für Energiesparen an Denkmalen durchsetzt, würde ich mir wünschen, dass spezielle Denkmal-Isolierfenster auf den Markt kommen.


    Bei heute erhältlichen Isolierfenstern ist mir die Glasfläche zu überperfekt. Dadurch wirken sanierte Altbauten oft etwas künstlich.
    Auf alten Fotos oder im wahren Leben, wenn man mal noch alte Fenster sieht, ist die Oberfläche nicht so spiegelperfekt wie heutzutage üblich und dadurch wirkt das Haus als ganzes lebendiger.

    Wenn man schon mal in Quedlinburg ist, lohnt auch ein Abstecher nach Ditfurt. Das ist ein kleines Dorf, noch recht gut erhalten und ich konnte nicht eine einzige Bausünde entdecken! Keine Asbestfassadenverkleidungen, keine Glasbausteine, keine Betonfertigteilkonstruktionen. Nichts. Das Dorf könnte so 1:1 als Kulisse für einen Film aus der Zeit um 1900 herhalten.


    Schlecht war nur, dass das Bahnhofsgebäude am Verfallen ist und auch sonst einige Häuser unbewohnt waren. Aber immerhin hat dieses Dorf einen Bahnhof.

    Sehr schade um das Schloss. In den automatischen Vorschlägen von Youtube habe ich dieses Video gesehen:



    1969 Rockenfeld brennt - YouTube


    Da wurden auch mangels Nutzung die Häuser kontrolliert abgebrannt.


    Das war zur gleichen Zeit in der gleichen Gegend.


    Neben den ganzen konservatorischen Fragen ist die Frage "Wer nutzt das Haus und kann die Nutzung des Gebäudes auch den Erhalt der Substanz finanzieren?" ein Knackpunkt, dem in Ostdeutschland zukünftig noch sehr viel Altbausubstanz zum Opfer fallen wird. Leider...


    Aber was soll man machen?


    Du meinst also, dass die allermeisten Orte in Bayern verschwinden sollen. Nur die Riesendörfer ab 5000 Einwohnern dürfen überleben. Also die Auslöschung einer Kulturlandschaft, die alles in dieser Richtung bisher dagewesene in den Schatten stellt. Und sowas muss man in einem Forum lesen, wo es um Denkmalschutz geht...



    Ja, das wird in Zukunft ein wichtiges Thema werden! Als die Dörfer gebaut wurden, lebten sie aus sich heraus. Fast alle Einwohner waren in der Landwirtschaft beschäftigt, daneben gab es ein paar wenige Handwerker zur Versorgung der Bevölkerung und Pfarrer, Lehrer usw.
    Damit das Dorf überlebt, war nur sehr wenig Verkehr notwendig. In regelmäßigen Abständen die Überschüsse aus der Landwirtschaft auf den Markt in die nächste größere Stadt schicken.
    Der Lebensstandard auf dem Dorf war verglichen mit der Stadt unglaublich niedrig, aber die Leute kannten es nicht anders und waren zufrieden.


    Heute ist es so, dass kein Dorf mehr aus sich heraus lebt. In der Landwirtschaft arbeiten nur noch sehr wenige Menschen. Aber das Dorf ist überlebensfähig, weil die Menschen in der nächsten größeren Stadt arbeiten und sich so finanzieren können. Auch eine Reparatur an den Häusern kann leicht bezahlt werden. Das Dorf ist ein typisches Schlafdorf.
    Möglich ist das alles, weil es heute ein vergleichsweise billiges Transportmittel gibt: Das Auto...


    Was aber, wenn der Liter Benzin in Zukunft mal 10 Euro kostet?
    Wie soll das Dorf da überleben?
    Wovon sollen die Bewohner dann noch gelegentlich mal notwendige Reparaturen bezahlen?


    Wenn man die ganzen Dörfer in die Zukunft retten will, muss man unbedingt einen Weg finden, wie die Dörfer wieder aus sich selbst heraus überlebensfähig sind. Sonst gehen die ganzen Schlafdörfer eines Tages in Zeiten teuren Benzins den Bach runter... Weil keiner der Bewohner mehr die Erhaltung bezahlen kann.

    Das muss natürlich alles Hand und Fuß haben und ordentlich durchgeplant sein!


    Die Bahn als Verkehrsmittel hat sich ja auch weiterentwickelt seit den 1980ern. Heute gibt es eine moderne Variante der alten Schienenbusse. Die kann man sehr feinstrukturiert steuern, was die Passagierkapazität betrifft.


    Das bedeutet, dass um 15:00h eine 2-Wagen-Einheit quasi leer verkehrt und nichts transportiert außer dem guten Gefühl, dass es eine regelmäßige Bahnverbindung in das Dorf gibt. Und nicht nur morgens und abends.


    Zum Ausgleich ist der 7-Wagen-Zug abends um 18:00h und 19:00h dann auch tatsächlich voll belegt.

    @Webmaster:
    Vorhandene Siedlungen sollten Bestandsschutz haben. Ab einer Größe von z.B. 5000 Einwohnern sollten die dann auch einen Bahnanschluss in erreichbarer Nähe erhalten. (10 Km)?
    Unter 5000 Einwohnern hat ein Dorf halt Pech und da muss der Markt das regeln. Sprich: Das Dorf wird über kurz oder lang zum Geisterdorf.
    Aber neue Siedlungen, die ohne Auto nicht funktionieren, sollte es einfach nicht mehr geben dürfen.


    Wie hat es denn ganz früher oder sogar noch in den 1950er Jahren funktioniert, als längst nicht jeder ein Auto hatte?
    Da gab es ein gut ausgebautes Netz aus Bahnen und Kleinbahnen.


    Was mich am heutigen Autoverkehr hauptsächlich stört, ist die Rushour 2x täglich und das Phänomen der Schlafdörfer.

    Ich untersrütze diese Initiative! So langsam ist es wirklich genug mit immer mehr Autos.
    Das Auto an und für sich will ich nicht abschaffen, es ist schon eine tolle Kulturleistung. Ich weiß die Vorzüge einer komfortablen Limousine oder eines eleganten Coupes bzw. Cabrios durchaus zu schätzen. Das Auto soll auch langfristig nicht abgeschafft werden!


    Aber dieser alltägliche Irrsinn auf den Straßen, im Berufsverkehr, bei der Parkplatzsuche - gibt es jemanden, dem das wirklich Spaß macht?
    Anstelle der Straßen sollte der ÖPNV und der Bahnfernverkehr noch viel besser ausgebaut werden, als sie es heute schon sind. Es sollte nirgendwo irgendjemand mehr zwingend auf ein Auto angewiesen sein zum Überleben.
    Das bedeutet bspw. auch, dass es in Zukunft keine Neubaugebiete gibt nach dem Schema:
    "Bauer Karl gibt zwei Rübenäcker im Nirgendwo frei, die Gemeinde macht einen Bebauungsplan und am Ende ist da irgendwo mitten in der Pampa so ein Konglomerat aus 30 bis 40 Baumarktismus-Schachteln auf 400qm-Grundstücken - eines gleicht dem anderen bis auf winzige Details- , die man nur und ausschließlich per Auto erreichen kann. Die Bewohner zahlen ein Leben lang an den Preisen für diese Häuser und an den erhöhten Kosten für die persönliche Mobilität"


    Gleichzeitig geht anderswo historische Bausubstanz verloren...