Posts by Stadtmensch

    Danke für das Foto!
    Da sieht man vieles, was heute anders ist als damals:
    - Es gibt eine Straßenbahn (Ist heute eine Buslinie).
    - Sogar der feine Herr im Vordergrund mit Stehkragen und Zylinder geht zu Fuß (Würde heute S-Klasse, 7er oder sowas fahren)
    - Es sind keine fettleibigen Menschen zu sehen. (Fettleibige gibt es heute in der etwas gehobenen Gegend auch wenig - aber es gibt sie.)
    - Autos fehlen auch auf dem Bild.


    Das Problem heißt wohl mal wieder "autogerechte Stadt".
    Ein Auto ist schon eine tolle Sache. Es macht Spaß, auch mal ein paar Kilometer "sinnlos durch die Gegend zu cruisen". Aber Gründerzeitviertel sind wohl nicht ganz die richtige Gegend für Autos...
    Es lässt ja auch niemand die "Queen Mary 2" in der Außenalster herumfahren. Obwohl es von der Fläche her gehen würde - nach etwas Ausbaggern, vertiefen und verbreitern der Rathausschleuse und weiterer Fleete zwischen Elbe und Alster. Diese Idee mit der Queen Mary 2 in der Außenalster mag jetzt völlig verrückt und absurd klingen - aber was ist denn die Ost-West-Straße in Hamburg? Die ist doch genauso absurd.

    Das Erdgeschoss ist heute oft eine Problemzone des typischen Gründerzeit-Altbaus.
    Hier in Hamburg ist straßenseitig vor vielen solcher Altbauten noch ein kleines Stück Garten angelegt, nur etwa 2-3m breit. Davor eine halbhohe Hecke, Gardinen in die Fenster und so bleibt die Privatsphäre auch im Erdgeschoss einigermaßen gewahrt. Nicht ideal, aber annehmbar. Beispiel für eine annehmbare Erdgeschosswohnung: Hamburg, Lutterothstraße 51. (Siehe Google Maps Street View)


    In anderen Straßen ist es heute so, dass die Fußgänger quasi direkt am Wohnzimmerfenster vorbeilaufen und das Fenster ist auch noch auf Augenhöhe! Das geht gar nicht. Beispiel für eine heute unzumutbare Erdgeschosswohnung: Hamburg, Hellkamp 56. (Siehe ebenfalls Street View)


    War diese Situation - Fußgänger laufen direkt am Wohnzimmerfenster vorbei - schon immer so, oder wurde nach der Erbauung die Straße umgestaltet und dabei der "Vorgarten" wegrationalisiert. Bspw., um Parkplätze zu schaffen?
    Kann es sein, dass einige Straßen, die heute breit genug für 2 Fahrbahnen und Parkplätze sind, ursprünglich zur Zeit der Erbauung nur als höchstens einspurige Straße oder ein besserer Fußweg gedacht waren - mit Gartenbereich vor den Häusern?

    Ein Vorschlag wäre, verschiedene Nutzungskonzepte für historische Gebäude oder Gebäudeteile zu entwickeln, die heute nicht mehr so genutzt werden können, wie sich der Erbauer das mal gedacht hatte. Das geht los beim typischen Tante-Emma-Laden über die typische Bahnhofsgaststätte in Kleinstädten oder alte Postämter.


    Nur sehr wenige Exemplare kann man mit Mitteln des Denkmalschutzes so erhalten, dass sie "einfach nur da" sind ohne einen Nutzen zu haben. Für die meisten Gebäude gilt, dass die laufende Gebäudenutzung die laufende Unterhaltung finanzieren muss.

    Ich denke da an "mein" Einkaufsquartier, die Hamburger Osterstraße mitsamt den Seitenstraßen. Ein paar typische Kettenläden gibts hier auch, aber das meiste entspricht dem, was ich weiter oben genannt habe. Mit Handwerk meine ich nicht das typische Kunsthandwerk oder Nippes, sondern z.B. eine Polsterei oder einen PC-Laden mit angeschlossener, eigener Werkstatt (D.h. die reparieren vor Ort und schicken nicht ein)

    Ja, das ist doch ein schönes Stück Hamburg!
    Sicher waren die Vorgängerbauten auch nicht schlecht, aber es stellt sich die Frage: Als was würde man solch ein Fachwerkensemble heute nutzen wollen, wo eher Büroflächen am Markt nachgefragt werden?
    Ohne Nutzung keine Erträge. Ohne Erträge keine Erhaltung.


    Man muss sich dabei vor Augen halten, dass das Kontorhausviertel, die City Nord und die neue Hafencity konstruktiv alles Stahlbetonbauten sind. Die Klinker sind nur Fassade. Es wurde die Aufgabe, Büroraum zu schaffen, im Kontorhausviertel klar am besten erledigt.


    Zu den oft im Bild zu sehenden mittelalterlich anmutenden Steinmetzarbeiten muss man sich noch eine unzerstörte Nikolaikirche im Neogotischen Baustil vorstellen. Die Nikolaikirche war zum Zeitpunkt ihrer Errichtung das höchste Gebäude der Welt - Zum Zeitpunkt der Errichtung des Kontorhausviertels war sie immerhin noch das höchste Gebäude Hamburgs und die Architekten hatten wohl auch die Nikolaikirche im Hinterkopf, wenn sie für diese und in dieser Gegend planten.

    Auf die Frage "Und was machen wir mit den ganzen Arbeitslosen?" versuchte Gunter Dueck schon eine - wenngleich für mich noch nicht richtig befriedigende - Antwort zu geben...
    https://www.youtube.com/watch?v=T01_KYOjFKA


    Die hier interessierende Frage wäre: Und was machen wir mit den ganzen Innenstädten?


    Das regelt der Markt. Die Erdgeschosse wird man in Zunkunft sicher nicht zu Wohnzwecken umnutzen können, denn dann könnten die Passanten den Bewohnern ständig ins Zimmer gucken. Also wird es da auch weiterhin irgendeine Art Gewerbe geben müssen! Ein Gewerbe, das nicht mehr nur darin besteht, ein begrenztes Sortiment mit einer begrenzten Beratungsleistung zu kombinieren. Das kann das Internet besser.


    Also Handwerk, Gastronomie und nicht-triviale Beratungsleistungen sowie alles, für das man neben einer Ausbildung auch noch ein Talent braucht, das nicht so einfach durchs Internet ersetzt werden kann.


    Dafür müssen aber die Ladenmieten runter, sonst rechnet es sich nicht.
    Leerstand aber rechnet sich noch schlechter als gesenkte Ladenmieten.

    Für den reinen Einzelhandel sehe ich in Zukunft auch keine Chance gegen das Internet. Das bessere ist der Feind des Guten! Wenn ich mich an früher erinnere, wo man bei Interesse an einem Produkt erstmal in die nächstgelegene Fußgängerzone / Einkaufszentrum gegangen ist und dort geschaut hat. Wenn es das da nicht gab, nahm man die weite Anfahrt zur Mönckebergstraße / Spitalerstraße auf sich (Ich bin aus Hamburg). Und wenn es da auch nicht zu kaufen war, hatte man eben Pech gehabt.
    Heute ist alles jederzeit verfügbar, notfalls kauft man online im Ausland. Das ist schon ein Fortschritt gegenüber früher. Das klassische Kaufhaus wie Karstadt oder Hertie liegt in den letzten Zügen bzw. ist schon gestorben. Mediamärkte sind die nächsten....


    Ist nicht schade drum: Letztlich waren das nur schön dekorierte Warenlager kombiniert mit einer Beratungsleistung, die man auch selber nach kurzer Einweisung (1-2 Tage) hätte erbringen können.


    Die Zukunft für die Ladenflächen liegt in solchen Betrieben, die die Ware mit einer Beratungsleistung kombinieren, die nicht-trivial ist oder für die es einfach Talent braucht, was man eben hat oder nicht hat.

    Man kann ja bei den Abgeordneten mal die Sammeltasse rumgehen lassen. Die Kosten waren 21000 € im Jahr, wir haben bald 700 Abgeordnete. Wenn da jeder nur 30 € jährlich spendet, ist das Problem gelöst.


    Alternativ könnte man das auch irgendwie in die Nebenkosten der Miete für die Abgeordnetenbüros im Bundestag machen.
    (Da gehört das eigentlich auch hin!)

    Tatsächlich bin ich in der IT tätig. Und Pilaster hat auch Recht: Ohne DSL ist schon ein ziemliches Ausschlusskriterium. Auch falls man mal an einen Wiederverkauf denkt... Das ist heute so notwendig wie fließendes Wasser und Anschluss ans Stromnetz.


    Erfahrungen in Sachen Hausbau:
    Ein Haus in moderner Holzständerbauweise von Fundament bis Dach selbst (mit) aufgebaut. Diverse Renovierungsarbeiten an Wohnungen aus dem späten 19. Jahrhundert bis in die 1970er Jahre.


    Ich schick der Erbse gleich eine PN.

    Ich denke da an den westlichen Teil von Mecklenburg-Vorpommern oder das nördliche Sachsen-Anhalt. Hamburg sollte in 1-2 Stunden erreichbar sein. Es gibt aber auch in Niedersachsen und Schleswig-Holstein Kleinstädte, die in mein Schema passen: Stadthaus bezahlbar ohne jahrzehntelangen Kredit, DSL vorhanden, Bahnanschluss. Hamburg in erreichbarer Nähe.


    Ich habe den großen Vorteil, von zuhause aus arbeiten zu können, aber ca. 2-3x im Monat muss ich doch vor Ort Präsenz zeigen. Außerdem ist eine Hamburger Adresse hilfreich für neue Aufträge (bin selbständig). Ich würde also die Genossenschafts-Altbauwohnung komplett erhalten oder großteils untervermieten mit nur einem Zimmer für mich als pied-a-terre und gewerbliche Adresse in Hamburg. Hauptsächlich wohnen und arbeiten würde ich dann in einer Kleinstadt.

    Frohe Ostern, allerseits!


    Ich wohne momentan in einer Altbau-Genossenschaftswohnung und überlege mir seit einiger Zeit, ein Haus in einer (Ost-?) deutschen Kleinstadr zu kaufen. Weil: Da wäre die Kaufsumme zuzüglich einiger sicher notwendiger Reparaturarbeiten bezahlbar, ohne einen Kredit aufzunehmen. Generell bin ich kein Freund von der Idee, mich jahrzehntelang über beide Ohren zu verschulden. Ich denke an ein Stadthaus in einer Kleinstadt, keinen Bauernhof. DSL sollte vorhanden sein. Ein Bahnhof sollte nicht direkt vor der Haustür, aber leicht erreichbar sein. Da gibt es viele preislich attraktive Angebote, die in dieses Schema passen!


    Wie seht ihr die Zukunft der Kleinstädte vor dem Hintergrund des demografischen Wandels, der Energiewende und dem Funktionsverlust der Kleinstädte?
    Viele Dörfer sind ja heute quasi ausgestorben, weil die Landwirtschaft heute viel effizienter organisiert ist als noch vor 100 Jahren. Was damals 100 Leute machten, schafft heute einer. Deshalb sterben die Dörfer.
    Die Kleinstädte hatten ja ursprünglich die Funktion eines Oberzentrums für die umliegenden Dörfer. Ohne Dörfer aber keine Funktion und keine Zukunft.


    Dazu kommen die immer weiter steigenden Transportkosten für Mensch und Waren. Das Pendlermodell ist auch nicht sonderlich zukunftsfähig, befürchte ich.


    Was meint ihr:
    Sollte man sich heute noch ein Stadthaus in einer Kleinstadt kaufen oder sollte man es lassen, weil wir auf Verhältnisse wie in den USA zusteuern mit noch viel größeren Farmen, in denen die landwirtschafliche Arbeit von nochmals weniger Menschen als heute erledigt wird - Mit anhaltendem Dorf- und Kleinstadtsterben als Folge?

    Ja, ich sehe es auch so, dass sich da eine Blase entwickelt und der Staat mit diesen Maßnahmen nicht nur die Mieter vor den bösen Vermietern schützt, sondern auch die Vermieter vor sich selbst! Diese Luxussanierungen sind zum großen Teil kreditfinanziert und wenn sich über die gesamte Laufzeit des Kredits nicht die passenden Mieter finden, platzt der Kredit
    Ein Mieter kann in eine billigere Wohnung ziehen. Ein Vermieter, der sich beim Kredit übernommen hat, geht pleite!


    Wie wohl die Megatrends "ständig steigende Mieten" und "Generation Praktikum, prekäre Arbeitsverhältnisse, Einkommensschere" langfristig zusammenpassen sollen? Ich meine, es ist schon jetzt so, dass die Kosten des Wohnens einen immer größeren Anteil am Einkommen aufzehren. Da wird es mittelfristig sicher Ausweichbewegungen geben!

    Verstehe nicht, wie die Genossenschaft das durchsetzen kann?
    Die Bewohner SIND doch die Genossen - oder nicht?


    Vielleicht ist das ein Punkt, an dem die Piratenpartei mal Initiative zeigen und ihr Programm erweitern kann: Wohnen.
    Und dabei missfällt mir nicht nur diese Geschichte mit dieser Genossenschaft. Auch von Wohnungseigentümergemeinschaften hört und liest man viel seltsames, was man doch demokratischer gestalten könnte.

    Ja, nur leider kein richtiger U-Bahnhof im eigentlichen Sinne. Also nicht unterirdisch.




    Der ehemals schönste Hamburger U-Bahnhof ist heute nur noch im Eingangsbereich schön. Es ist der U-Bahnhof Hamburg Rathaus:http://de.wikipedia.org/wiki/U-Bahnhof_Rathaus_(Hamburg)
    (Wie auf Wikipedia zu lesen ist, wurde der eigentliche unterirdische Haltestellenbereich bis auf ein paar winzige Ausnahmeflächen als Andenken an die alte Zeit leider, leider modernisiert)




    Aber der Eingang ist auch heute noch sehr schön!