Posts by Maxileen

Im neuen Jahr bittet der Vorstand euch, frühzeitig nach neuen Bauprojektplänen in eurer Stadt Ausschau zu halten. Wo lässt sich durch traditionelle Architektur oder Rekonstruktionen euer Stadtbild verbessern? Teilt uns eure Ideen mit! Je eher wir mit Ideen an die Öffentlichkeit gehen, umso höher sind unsere Chancen, dass die Ideen von den Verantwortlichen ernstgenommen werden!

    Halten wir also fest: Teile des Stadtrats von Marienmünster halten das Denkmalschutzgesetz für "unsinnig", weil man eine Eintragung eines Gebäudes als Baudenkmal nur dann befürwortet, wenn der Eigentümer es ebenfalls will. Irgendwie scheinen die den Sinn des Denkmalschutzes nicht so richtig verstanden zu haben.

    Bei HL-Live gibt es Neuigkeiten zum geplanten Abbruch des Gewölbekellers unter dem Nebengebäude (Mengstr. 6) des Buddenbrookhauses. Die BIRL (Bürgerinitiative rettet Lübeck) hat einen Grundriss des Kellers samt der abzubrechenden Gewölbejoche präsentiert: https://www.hl-live.de/text.php?id=142543


    Tatsächlich sollen für den Einbau der Treppe nicht nur zwei von vier Gewölbekappen zerstört werden, sondern sechs von acht. Der quer im hinteren Teil des Hauses liegende Keller hat vier Joche und ist zweischiffig. Davon sollen die vier östlichen Joche komplett und die beiden anschließenden Joche teilweise beseitigt werden - zusammen mit einem Großteil der Wand zum südlich anschließenden Keller. Der Keller stammt aus der Zeit um 1260. Aus dieser Zeit ist vielleicht noch eine Handvoll Keller erhalten, wenn überhaupt. Eigentlich ein Fall für die UNESCO.

    Ich war kürzlich auch das erste Mal in diesem Jahr wieder in meiner alten Heimat. Das Hotel Annenhof hatte ich mir auf den ersten Visualisierungen noch schlimmer vorgestellt. Unangemessen für diesen Standort ist es aber auf jeden Fall. Offenbar scheint man die positiven Entwicklungen, welche die Stadtsanierung in den späten 70ern bis 90ern gemacht hat, in den letzten 20 Jahren unbedingt wieder zunichte machen zu wollen - siehe den Sparkassenneubau, die "Bates Motel"-artigen Neubauten am Freien Hof oder die Neubauten in der Echternstraße 56-60.


    Das lässt für die riesige Freifläche an der Stiftstraße auch nichts Gutes erhoffen. Dabei sollte hier, vis-a-vis der Marienkirche, eigentlich etwas Hochwertigeres entstehen, zumal der Bauherr ja für denkmalgerechte Sanierungen bekannt ist und demnach Erfahrungen in Sachen altstadtgerechtes Bauen haben müsste. Immerhin wird es bestimmt Grabungen geben, da die Neubauten ja eine Tiefgarage erhalten sollen.



    Der von hinten betrachtet linke der beiden zu erhaltenden Altbauten, Breite Straße 41, hat übrigens eine äußerst interessante Geschichte. Die Jugendstilfront (datiert auf 1912) ist eigentlich der jüngste Bauteil. Die großen Schaufenster hatte sie laut den "Bau- und Kunstdenkmälern" von Anfang an. Vorher wurde das Haus als Scheune genutzt und besaß eine schlichte Fachwerkfassade von 1817. Im Kern ist es aber wohl deutlich älter und besitzt einen steinernen Unterbau und ein Speichergeschoss aus Fachwerk, wahrscheinlich aus dem 16. Jahrhundert.



    Das zeigt auch ein genauerer Blick auf die arg gebeutelte Rückfassade. Hier ist Bruchsteinmauerwerk mit Eckverquaderungen und Resten hoch sitzender Fenstergewände erkennbar, die auf eine ehemalige Unterkellerung hindeuten. Vielleicht wird die Sanierung ja mit bauhistorischen Untersuchungen verbunden und man findet mehr über dieses interessante Haus heraus.



    Das Nachbarhaus Nr. 39 wirkt von hinten zwar ebenso gebeutelt, aber unter dem Putz des Giebels zeichnet sich Fachwerk ab und auch im Inneren scheint sich mehr historische Substanz erhalten zu haben als man auf den ersten Blick denkt (wie ein Zoom durch die Türöffnung im Obergeschoss zeigt).

    Absurd, dass das Haus bislang noch nicht unter Schutz stand. Wobei ich mich immer frage, warum die Eigentümer solch ein historisches Haus abreißen wollen, statt es an jemanden zu verkaufen, der es wertzuschätzen weiß? Liegt es an überzogenen Preisvorstellungen? Der Investitionsdruck sollte ja in dieser ländlichen Gegend eher gering sein.

    Details zur Neugestaltung des Straßenraums weiß ich leider auch nicht, allerdings wurden die Baufirmen bei der Leitungsverlegung in der Fischstraße in den Jahren 2016/17, die wir auch archäologisch begleitet haben, dazu angewiesen, die historischen Pflastersteine zu bergen, was soweit ich gesehen habe auch geschehen ist. Ich nehme also an, dass sie nach Abschluss der Neubaumaßnahmen wieder eingebaut werden, vielleicht auch geschnitten, um sie besser begeh- und befahrbar zu machen.

    P.S.: Tut sich eigentlich gar nichts bei der Brandruine in der Kleinen Burgstraße? Das wäre eine Schande. Es sind doch ohnehin wohl nur noch die Außenmauern einzubeziehen und die Optik zu wahren.


    Nein, da tut sich leider gar nichts. Ich bin letzte Woche mal wieder dort vorbeigekommen, dort sieht's unverändert so aus wie auf dem letzten Foto von Frank.


    Zu Große Burgstraße 11: Danke an St. Petri für das Verlinken des Videos, das kannte ich tatsächlich noch nicht. Das Haus ist einer der traurigsten Fälle von Sanierungsverschleppung in Lübeck. Es gibt ein Poster von 1993 namens "Lübecker Rücksichten", da sind die Rückfassaden von neun damaligen Sorgenkindern in der Lübecker Altstadt abgebildet, und schon damals stand Große Burgstraße 11 leer und drohte zu verfallen. Große Burgstraße 53 übrigens genauso, aber das wird ja zum Glück seit ein paar Jahren saniert und dürfte wohl auch bald wieder in bezugsfähigem Zsutand sein.

    Es gibt übrigens eine Bloggerin, die in der Fischergrube gegenüber der Baustelle wohnt und seit einem Jahr die Baustelle beobachtet, also seit Beginn unserer Ausgrabungen (mit teils skurrilen Interpretationsversuchen des Grabungs- und später des Baustellengeschehens): https://www.beate-schaefer.de/…rube-in-der-fischergrube/

    Auf jeden Fall hat sie aus ihrer Dachgeschosswohnung die beste Perspektive auf das Grundstück.

    Danke für die Bilder, Frank. Die Possehl-Neubauten an der Kupferschmiedestraße sehen tatsächlich ziemlich gut aus, auch wenn ich ebenfalls finde, dass eine etwas variierende Farbgestaltung der einzelnen Fassadenabschnitte dem Bau besser gestanden hätte. Vor allem finde ich den Kontrast zwischen dem durchgehend hellgrau verputzten Erdgeschoss und den backsteinsichtigen Obergeschossen etwas zu stark.


    Der rechte Bauteil des Vorgängerbaus mit der Blindmauer im Obergeschoss war im Kern übrigens noch ein Vorkriegsbau. Das kann man auf diesem Foto aus der Zeit um 1945 gut sehen: https://www.bildindex.de/docum…j20283302?medium=fm932180 Dort ist mittig am linken Bildrand das Hauptgebäude von Possehl zu erkennen, das als einziges in der Ecke die Kriegszerstörung einigermaßen unbeschadet überstanden hat (wobei es glaube ich vor dem Krieg noch einen zweiten Giebel in Richtung Beckergrube hatte). Der Anbau an der Kupferschmiedestraße (rechts davon) hat bereits sein Flachdach und wiederum rechts davon ist die erhaltene Erdgeschosswand des anschließenden Gebäudes zu sehen.


    Das erwähne ich auch nur deshalb, weil wir letztes Jahr, während wir auf der Grabung Fischergrube / Ellerbrook am Gange waren, nebenbei auch die Abbrucharbeiten an der Kupferschmiedestraße beobachtet haben. Und da trat bei den Baggersondagen ein größtenteils erhaltenen Fußboden aus Jugendstilfliesen von Villeroy & Boch zutage, die wir soweit wie möglich auch geborgen haben.


    24047-kupferschmiedestr-altbau-jpg

    Das dürfte auch die unterschiedliche Farbigkeit der Backsteine (Erdgeschoss Vorkriegszeit, Obergeschoss jünger) auf dem Foto von Frank erklären.


    Dass sich bei Kupferschmiedestraße 10 etwas tut, ist ebenfalls sehr erfreulich. Die Plastikbefensterung hat mich schon lange gestört. Ich habe übrigens erst jetzt festgestellt, dass es sich dabei um ein Traufenhaus handelt. Ich hatte gedacht, das wäre eines von wahrscheinlich hunderten von ehemaligen Giebelhäusern, die im 19. Jahrhundert klassizistisch umgebaut und bei denen der Giebel einfach nur abgewalmt wurde.

    Würfelhusten, soweit das Auge reicht. Für so was braucht man doch keine Architekten. Hoffentlich haben die auch an genügend Praxisräume für Psychotherapeuten gedacht, um die ganzen künftigen Depressiven zu behandeln, die in dieser Tristesse hausen müssen.

    Danke an Frank für die neuen Fotos und an Tobias_HH für das Update bezüglich Alfstraße 25. Meiner Meinung nach der interessanteste Entwurf in der doch eher langweilig und eintönig anmutenden Häuserreihe.


    Was mir gerade beim Anblick der Straßenabwicklung aufgefallen ist: Das bereits länger fertiggestellte Haus Alfstraße 27 scheint ja tatsächlich das Kleinste in der Häuserreihe zu sein, auch wenn es in Natura doch eine relativ große Baumasse hat. Das geplante Eckhaus Alfstraße 31 soll etwa doppelt so breit werden (was ja auch an der Überbauung der ehemaligen Krummen Querstraße liegt) - das wird ja eine geradezu gigantische Fassade werden.

    Echt schade. Bei "leerstehendes Baudenkmal" und "Brandstiftung" muss ich immer sofort an warmen Abriss denken, auch wenn das in diesem Fall vielleicht ungerechtfertigt ist. Kann ja auch sein, dass irgendwelche gelangweilten Jugendlichen gezündelt haben.

    Zwar schon heute Abend um 20:15 Uhr im NDR Fernsehen gelaufen, aber noch in der Mediathek abrufbar:


    "die nordstory - Einsturzgefahr und Engelsgeduld". Leben im Lübecker Denkmal.


    Darin ging es um drei Lübecker Baudenkmale, die aktuell saniert werden bzw. kürzlich saniert wurden, ein Ganghaus in der Hundestraße, ein kleines Traufenhaus im Tünkenhagen und das Figurentheater bzw. Theater-Figuren-Museum im Kolk. Ich hab mir die knapp einstündige Sendung angeschaut und fand sie sehr interessant. Insbesondere gibt es Einblicke in die Freuden und Schwierigkeiten (auch die finanziellen) der Sanierung, mit zahlreichen O-Tönen der Bauherren und der Lübecker Denkmalpfleger.

    Da ich zurzeit täglich am Ellerbrook zu tun habe (ich grabe seit Mai im Bereich des künftigen zweiten Bauabschnitts der "Altstadthöfe" an der Ecke Fischergrube / Ellerbrook), habe ich gestern nach Feierabend mal eine kurze Runde um den Block gemacht, um die Situation an der Böttcherstraße und am Ellerbrook im Bereich der Neuapostolischen Kirche zu zeigen (ich hoffe, ich greife Frank damit nicht vor).



    Abb. 1: Zuerst ein Blick von der Ecke Bierspünderstraße / Ellerbrook auf die um etwa fünf Meter hinter der Straßenflucht zurückversetzte Kirche, die Anfang der Sechziger gebaut wurde und für sich genommen gar kein schlechter Bau ist (auf der Website der Kirchengemeinde gibt's auch ein paar Innenansichten: https://luebeck.nak-nordost.de/).



    Abb. 2: Schön gestalteter, aber leider völlig ahistorischer Vorgarten vor der Kirche.



    Abb. 3: Blick nach Norden in Richtung Fischergrube auf die Nachkriegsneubauten an der Ecke Fischergrube / Ellerbrook und Fischergrube / Große Kiesau. Rechts die fünf erhaltenen Kleinhäuser am Ellerbrook. Die Reihe setzte sich bis zur Kriegszerstörung nach Norden in Richtung Fischergrube und nach Süden in Richtung Beckergrube fort, auf der gegenüberliegenden Straßenseite sah es ähnlich aus. Nach dem Krieg wurde der Ellerbrook übrigens auf die doppelte Breite erweitert, ursprünglich war er ähnlich schmal wie die Große Kiesau im Hintergrund ...



    Abb. 4: ... und die Blocksquerstraße im Hintergrund jenseits der Beckergrube (leider gerade von dem "Einsatzfahrzeug" des Bereichs Stadtgrün verdeckt, der die Platanen am von Frank bereits erwähnten Spielplatz beschneidet. Links sieht man die zu hohen Neubauten des ersten Abschnitts der "Altstadthöfe", die sich direkt an die erhaltenen Kleinhäuser anschließen. Immerhin versucht der Komplex durch verschieden gestaltete Fassadenmaterialien an die ehemalige Kleinteiligkeit der Bebauung anzuknüpfen.



    Abb. 5: Blick in den Ellerbrook von der Fischergrube. Links "meine" Ausgrabung, dahinter die erhaltenen Kleinhäuser, rechts das Nachkriegseckhaus zur Fischergrube, der Vorgarten der Neuapostolischen Kirche und die Begrünung vor dem Spielplatz.



    Abb. 6: Blick von der Böttcherstraße in die Bierspünderstraße. Ganz links das historistische Eckhaus zur Fischergrube, daneben ein ähnlich altes Haus in der Böttcherstraße und dann die Bombenlücke mit Parkplatz und Kirche, die wieder geschlossen werden soll.



    Abb. 7: Der Blick in die Gegenrichtung zeigt ebenfalls einen Parkplatz und den Renaissancegiebel des im 19. Jahrhundert aufgestockten Hauses Böttcherstraße 17 samt der Ansätze des kriegszerstörten Nachbarhauses. Auch dieser Parkplatz soll verschwinden und die Blockrandbebauung wiederhergestellt werden.



    Abb. 8: Noch ein Blick auf die Ostseite der Böttcherstraße, die wieder geschlossen werden soll.



    Abb. 9: Und ein Blick von der Fischergrube in die Böttcherstraße. Rechts sanierte Kleinhäuser ähnlich denen, die auf der gegenüberliegenden Straßenseite zerstört wurden, hinten die letzte verbliebene "Schmuddelecke" der Altstadt, da zwischen dem weißen und dem backsteinsichtigen Haus dahinter die Clemensstraße einbiegt, die bis Anfang der 2000er als Bordellstraße (inklusive Sichtschutz ähnlich der Herbertstraße in Hamburg) fungierte. Der erwähnte weiße Bau steht an der Stelle der 1899 abgerissenen Clemenskirche.



    Abb. 10: Zum Abschluss noch ein Blick auf die erwähnte Ausgrabung. Viel berichten darf ich ohne Rücksprache mit dem Bereich Archäologie nicht, nur, dass wir hier auf der letzten größeren Bombenlücke der Altstadt graben. Bis 1942 standen hier drei Giebelhäuser zur Fischergrube (Nr. 61, 63 und 65/67) und vier Kleinhäuser zum Ellerbrook (Nr. 1, 3, 5 und 7).

    Ich bin Mittelalter- und Neuzeitarchäologe (konnte leider in der Umfrage nur "Sonstiger, nicht genannter Beruf mit Stadtbildbezug" angeben) und bin seit knapp neun Jahren (mit dissertationsbedingten Unterbrechungen) in der Mutter aller Hansestädte tätig. Im Nebenfach habe ich Bauforschung und Denkmalpflege studiert und war zeitweise mal versucht, nach dem Studium in Richtung Bauforschung zu gehen. Allerdings sind da die Berufsaussichten noch schlechter als in der Archäologie, zumal sich beides ja auch ganz gut kombinieren lässt, nur dass Bauforscher über Tage und Archäologen unter Tage arbeiten. ;)

    Vor allem frage ich mich, warum man den Kreisverkehr gerade an dieser Stelle anlegt? Bislang sieht (zumindest nach den Fotos und Luftbildern bei Google Earth) keine der Straßen nach einer Hauptverkehrsstraße aus, zumal mit der Verlegung und Verlängerung der Mühlenstraße auch der vermutlich historische Stadtzugang an dieser Stelle negiert wird. Als ob man den Stadtgrundriss durch die starken Eingriffe beim Wiederaufbau nach dem Krieg nicht schon genug zerstört hätte.

    Danke für den Hinweis, Ravensberger. Ich hatte bei meinem weihnachtlichen Familienbesuch extra noch Fotos des ehemaligen Hansa-Hotels gemacht, aber ganz vergessen, sie hier einzustellen.


    Zumindest der rechte Bauteil scheint bis auf den wohl aus den 50ern oder 60ern stammenden Giebel noch viel ursprüngliche Substanz enthalten zu haben. Das Abbruchsfoto zeigt ja sogar noch eine Fachwerkinnenwand.




    Nach der Abnahme der Verkleidung auf der Traufseite zur Alten Abtei wurde die in weiten Teilen erhaltene Fachwerkwand dahinter sichtbar. Ich tippe auf eine Entstehung des Baus Ende des 18. Jahrhunderts, ähnlich den beiden Giebelhäusern mit Utluchten, die auf dem ersten meiner Fotos links des Hansa-Hotels zu sehen sind.


    Übrigens ist mir erst jetzt beim Betrachten der Fotos aufgefallen, dass die Breite Straße neuerdings asphaltiert ist. Da hat man in den Siebzigern oder Achtzigern extra eine altstadtgerechte Pflasterung hergestellt, nur um sie jetzt wieder mit einer Schwarzdecke zuzukleistern? Versteh einer die Stadtplaner (aber die reißen ja auch Brücken ab).




    Apropos altstadtgerecht: Das ist dieser Neubau in der Straße "Hinter dem Heiligen Geist" sicher auch nicht, vor allem mit dem klobigen Vorbau und dem Balkon an dessen Seite (und der Garage, die in die Giebelwand einschneidet - falscher kann man's ja kaum machen). Zwar gibt es in der Straße keine historische Bausubstanz, die hat der Dreißigjährige Krieg samt Entväölkerung zugrunde gerichtet (außer man möchte den 30er-Jahre-Bau daneben schon als historisch bezeichnen), aber schön ist anders.

    Wollte gerade ergänzen, dass ich vor vielen Jahren schon mal eine Galerie zu Lügde angelegt habe, aber dann kam miro mir zuvor.


    Weiß eigentlich jemand, der noch in meiner alten lippischen Heimat wohnt, ob der Umgehungsstraßentunnel die Altstadt von Lügde deutlich vom Verkehr entlastet hat? Die Mittlere Straße fand ich mit dem ganzen Durchgangsverkehr damals ziemlich ungemütlich. Da war es auch kein Wunder, dass niemand dort wohnen wollte und Häuser einstürzten.

    Ich durfte heute an einer Gewölbe- und Turmführung in der Marienkirche teilnehmen. Und weil man von da oben einen ungewohnten Blick auf die Lübecker Altstadt und vor allem auch das Gründungsviertel hat, folgen hier ein paar tagesaktuelle Fotos.



    1) Blick auf die Braunstraße und die südliche Straßenseite der Fischstraße. Im Hintergrund das Holstentor. Links des Baukrans, der einen Teil des Holstentors verdeckt sieht man die Häuser Braunstraße 22, 24, 26 und 28, die inzwischen fast komplett eingedacht sind.
    Links davon (neben der Baulücke, in der einmal Braunstraße 14-20 entstehen werden) die Reihe der vier erhaltenen historischen Bauten in der oberen Braunstraße. Gut zu sehen auch die zu großen und zu unschönen Nachkriegsbauten auf der Südseite der Straße.
    In der Fischstraße sieht man gut die Häuser Nr. 5 und 7/9, bei denen sich seit Franks Bildern von Ende Dezember (wohl witterungsbedingt) nicht viel getan hat. Rechts im Bild die Flach- bzw. Pultdächer des Studentenwohnheims.



    2) Blick auf den Baublock zwischen Fischstraße (links) und Alfstraße (rechts). Hinten das bereits fertiggestellte Haus Alfstraße 27, davor Alfstraße 17 (noch ohne Dachziegel) und wiederum davor Alfstraße 13. Mittig im Vordergrund die Dächer des Gabler-Hauses an der Ecke Schüsselbuden / Alfstraße.



    3) Schwenken wir noch weiter nach rechts sieht man mittig wieder die Alfstraße und rechts davon die Mengstraße. Deutlich unterscheiden sich der untere erhaltene Teil und der mittlere Teil mit den Nachkriegsbauten in Zeilenbauweise (was von der Mengstraße aus nicht ganz so schlimm wirkt wie beim Blick aus der Alfstraße in die Innenhöfe). Rechts der Mengstraße kann man außerdem die Rückgiebel der mächtigen renaissancezeitlichen Brauhäuser in der unteren Beckergrube sehen.
    Und wen's interessiert: Der "Flugzeughangar", auf den man aus der unteren Mengstraße im Hintergrund blickt, ist die 1993 erbaute Musik- und Kongresshalle. Meiner Meinung nach potthässlich und an dieser Stelle besonders unpassend. Da wirkt das Radisson-Hotel links davon deutlich angenehmer. Wobei die Dachaufbauten glaube ich erst später dazu kamen und den ursprünglich wohl eher klotzigen Bau etwas gefälliger gemacht haben. Ganz im Hintergrund sieht man außerdem noch den Turm der St.-Lorenz-Kirche am Bahnhof.



    4) Und als Bonus gibt's noch einen Blick auf die drei bzw. eigentlich vier Dächer (das mittlere ist durch einen Lichthof unterbrochen) des Motel One, das sich's zwischen dem neogotischen Marienwerkhaus im Vordergrund und dem Peek & Cloppenklotz dahinter bequem gemacht hat. Im Hintergrund die Petrikirche.
    Zur Orientierung: Direkt links vom Baugerüst am Süderturm der Marienkirche erkennt man wieder die Neubauten an der Braunstraße.