Posts by Maxileen

    Würfelhusten, soweit das Auge reicht. Für so was braucht man doch keine Architekten. Hoffentlich haben die auch an genügend Praxisräume für Psychotherapeuten gedacht, um die ganzen künftigen Depressiven zu behandeln, die in dieser Tristesse hausen müssen.

    Danke an Frank für die neuen Fotos und an Tobias_HH für das Update bezüglich Alfstraße 25. Meiner Meinung nach der interessanteste Entwurf in der doch eher langweilig und eintönig anmutenden Häuserreihe.


    Was mir gerade beim Anblick der Straßenabwicklung aufgefallen ist: Das bereits länger fertiggestellte Haus Alfstraße 27 scheint ja tatsächlich das Kleinste in der Häuserreihe zu sein, auch wenn es in Natura doch eine relativ große Baumasse hat. Das geplante Eckhaus Alfstraße 31 soll etwa doppelt so breit werden (was ja auch an der Überbauung der ehemaligen Krummen Querstraße liegt) - das wird ja eine geradezu gigantische Fassade werden.

    Echt schade. Bei "leerstehendes Baudenkmal" und "Brandstiftung" muss ich immer sofort an warmen Abriss denken, auch wenn das in diesem Fall vielleicht ungerechtfertigt ist. Kann ja auch sein, dass irgendwelche gelangweilten Jugendlichen gezündelt haben.

    Zwar schon heute Abend um 20:15 Uhr im NDR Fernsehen gelaufen, aber noch in der Mediathek abrufbar:


    "die nordstory - Einsturzgefahr und Engelsgeduld". Leben im Lübecker Denkmal.


    Darin ging es um drei Lübecker Baudenkmale, die aktuell saniert werden bzw. kürzlich saniert wurden, ein Ganghaus in der Hundestraße, ein kleines Traufenhaus im Tünkenhagen und das Figurentheater bzw. Theater-Figuren-Museum im Kolk. Ich hab mir die knapp einstündige Sendung angeschaut und fand sie sehr interessant. Insbesondere gibt es Einblicke in die Freuden und Schwierigkeiten (auch die finanziellen) der Sanierung, mit zahlreichen O-Tönen der Bauherren und der Lübecker Denkmalpfleger.

    Da ich zurzeit täglich am Ellerbrook zu tun habe (ich grabe seit Mai im Bereich des künftigen zweiten Bauabschnitts der "Altstadthöfe" an der Ecke Fischergrube / Ellerbrook), habe ich gestern nach Feierabend mal eine kurze Runde um den Block gemacht, um die Situation an der Böttcherstraße und am Ellerbrook im Bereich der Neuapostolischen Kirche zu zeigen (ich hoffe, ich greife Frank damit nicht vor).



    Abb. 1: Zuerst ein Blick von der Ecke Bierspünderstraße / Ellerbrook auf die um etwa fünf Meter hinter der Straßenflucht zurückversetzte Kirche, die Anfang der Sechziger gebaut wurde und für sich genommen gar kein schlechter Bau ist (auf der Website der Kirchengemeinde gibt's auch ein paar Innenansichten: https://luebeck.nak-nordost.de/).



    Abb. 2: Schön gestalteter, aber leider völlig ahistorischer Vorgarten vor der Kirche.



    Abb. 3: Blick nach Norden in Richtung Fischergrube auf die Nachkriegsneubauten an der Ecke Fischergrube / Ellerbrook und Fischergrube / Große Kiesau. Rechts die fünf erhaltenen Kleinhäuser am Ellerbrook. Die Reihe setzte sich bis zur Kriegszerstörung nach Norden in Richtung Fischergrube und nach Süden in Richtung Beckergrube fort, auf der gegenüberliegenden Straßenseite sah es ähnlich aus. Nach dem Krieg wurde der Ellerbrook übrigens auf die doppelte Breite erweitert, ursprünglich war er ähnlich schmal wie die Große Kiesau im Hintergrund ...



    Abb. 4: ... und die Blocksquerstraße im Hintergrund jenseits der Beckergrube (leider gerade von dem "Einsatzfahrzeug" des Bereichs Stadtgrün verdeckt, der die Platanen am von Frank bereits erwähnten Spielplatz beschneidet. Links sieht man die zu hohen Neubauten des ersten Abschnitts der "Altstadthöfe", die sich direkt an die erhaltenen Kleinhäuser anschließen. Immerhin versucht der Komplex durch verschieden gestaltete Fassadenmaterialien an die ehemalige Kleinteiligkeit der Bebauung anzuknüpfen.



    Abb. 5: Blick in den Ellerbrook von der Fischergrube. Links "meine" Ausgrabung, dahinter die erhaltenen Kleinhäuser, rechts das Nachkriegseckhaus zur Fischergrube, der Vorgarten der Neuapostolischen Kirche und die Begrünung vor dem Spielplatz.



    Abb. 6: Blick von der Böttcherstraße in die Bierspünderstraße. Ganz links das historistische Eckhaus zur Fischergrube, daneben ein ähnlich altes Haus in der Böttcherstraße und dann die Bombenlücke mit Parkplatz und Kirche, die wieder geschlossen werden soll.



    Abb. 7: Der Blick in die Gegenrichtung zeigt ebenfalls einen Parkplatz und den Renaissancegiebel des im 19. Jahrhundert aufgestockten Hauses Böttcherstraße 17 samt der Ansätze des kriegszerstörten Nachbarhauses. Auch dieser Parkplatz soll verschwinden und die Blockrandbebauung wiederhergestellt werden.



    Abb. 8: Noch ein Blick auf die Ostseite der Böttcherstraße, die wieder geschlossen werden soll.



    Abb. 9: Und ein Blick von der Fischergrube in die Böttcherstraße. Rechts sanierte Kleinhäuser ähnlich denen, die auf der gegenüberliegenden Straßenseite zerstört wurden, hinten die letzte verbliebene "Schmuddelecke" der Altstadt, da zwischen dem weißen und dem backsteinsichtigen Haus dahinter die Clemensstraße einbiegt, die bis Anfang der 2000er als Bordellstraße (inklusive Sichtschutz ähnlich der Herbertstraße in Hamburg) fungierte. Der erwähnte weiße Bau steht an der Stelle der 1899 abgerissenen Clemenskirche.



    Abb. 10: Zum Abschluss noch ein Blick auf die erwähnte Ausgrabung. Viel berichten darf ich ohne Rücksprache mit dem Bereich Archäologie nicht, nur, dass wir hier auf der letzten größeren Bombenlücke der Altstadt graben. Bis 1942 standen hier drei Giebelhäuser zur Fischergrube (Nr. 61, 63 und 65/67) und vier Kleinhäuser zum Ellerbrook (Nr. 1, 3, 5 und 7).

    Ich bin Mittelalter- und Neuzeitarchäologe (konnte leider in der Umfrage nur "Sonstiger, nicht genannter Beruf mit Stadtbildbezug" angeben) und bin seit knapp neun Jahren (mit dissertationsbedingten Unterbrechungen) in der Mutter aller Hansestädte tätig. Im Nebenfach habe ich Bauforschung und Denkmalpflege studiert und war zeitweise mal versucht, nach dem Studium in Richtung Bauforschung zu gehen. Allerdings sind da die Berufsaussichten noch schlechter als in der Archäologie, zumal sich beides ja auch ganz gut kombinieren lässt, nur dass Bauforscher über Tage und Archäologen unter Tage arbeiten. ;)

    Vor allem frage ich mich, warum man den Kreisverkehr gerade an dieser Stelle anlegt? Bislang sieht (zumindest nach den Fotos und Luftbildern bei Google Earth) keine der Straßen nach einer Hauptverkehrsstraße aus, zumal mit der Verlegung und Verlängerung der Mühlenstraße auch der vermutlich historische Stadtzugang an dieser Stelle negiert wird. Als ob man den Stadtgrundriss durch die starken Eingriffe beim Wiederaufbau nach dem Krieg nicht schon genug zerstört hätte.

    Danke für den Hinweis, Ravensberger. Ich hatte bei meinem weihnachtlichen Familienbesuch extra noch Fotos des ehemaligen Hansa-Hotels gemacht, aber ganz vergessen, sie hier einzustellen.


    Zumindest der rechte Bauteil scheint bis auf den wohl aus den 50ern oder 60ern stammenden Giebel noch viel ursprüngliche Substanz enthalten zu haben. Das Abbruchsfoto zeigt ja sogar noch eine Fachwerkinnenwand.




    Nach der Abnahme der Verkleidung auf der Traufseite zur Alten Abtei wurde die in weiten Teilen erhaltene Fachwerkwand dahinter sichtbar. Ich tippe auf eine Entstehung des Baus Ende des 18. Jahrhunderts, ähnlich den beiden Giebelhäusern mit Utluchten, die auf dem ersten meiner Fotos links des Hansa-Hotels zu sehen sind.


    Übrigens ist mir erst jetzt beim Betrachten der Fotos aufgefallen, dass die Breite Straße neuerdings asphaltiert ist. Da hat man in den Siebzigern oder Achtzigern extra eine altstadtgerechte Pflasterung hergestellt, nur um sie jetzt wieder mit einer Schwarzdecke zuzukleistern? Versteh einer die Stadtplaner (aber die reißen ja auch Brücken ab).




    Apropos altstadtgerecht: Das ist dieser Neubau in der Straße "Hinter dem Heiligen Geist" sicher auch nicht, vor allem mit dem klobigen Vorbau und dem Balkon an dessen Seite (und der Garage, die in die Giebelwand einschneidet - falscher kann man's ja kaum machen). Zwar gibt es in der Straße keine historische Bausubstanz, die hat der Dreißigjährige Krieg samt Entväölkerung zugrunde gerichtet (außer man möchte den 30er-Jahre-Bau daneben schon als historisch bezeichnen), aber schön ist anders.

    Wollte gerade ergänzen, dass ich vor vielen Jahren schon mal eine Galerie zu Lügde angelegt habe, aber dann kam miro mir zuvor.


    Weiß eigentlich jemand, der noch in meiner alten lippischen Heimat wohnt, ob der Umgehungsstraßentunnel die Altstadt von Lügde deutlich vom Verkehr entlastet hat? Die Mittlere Straße fand ich mit dem ganzen Durchgangsverkehr damals ziemlich ungemütlich. Da war es auch kein Wunder, dass niemand dort wohnen wollte und Häuser einstürzten.

    Ich durfte heute an einer Gewölbe- und Turmführung in der Marienkirche teilnehmen. Und weil man von da oben einen ungewohnten Blick auf die Lübecker Altstadt und vor allem auch das Gründungsviertel hat, folgen hier ein paar tagesaktuelle Fotos.



    1) Blick auf die Braunstraße und die südliche Straßenseite der Fischstraße. Im Hintergrund das Holstentor. Links des Baukrans, der einen Teil des Holstentors verdeckt sieht man die Häuser Braunstraße 22, 24, 26 und 28, die inzwischen fast komplett eingedacht sind.
    Links davon (neben der Baulücke, in der einmal Braunstraße 14-20 entstehen werden) die Reihe der vier erhaltenen historischen Bauten in der oberen Braunstraße. Gut zu sehen auch die zu großen und zu unschönen Nachkriegsbauten auf der Südseite der Straße.
    In der Fischstraße sieht man gut die Häuser Nr. 5 und 7/9, bei denen sich seit Franks Bildern von Ende Dezember (wohl witterungsbedingt) nicht viel getan hat. Rechts im Bild die Flach- bzw. Pultdächer des Studentenwohnheims.



    2) Blick auf den Baublock zwischen Fischstraße (links) und Alfstraße (rechts). Hinten das bereits fertiggestellte Haus Alfstraße 27, davor Alfstraße 17 (noch ohne Dachziegel) und wiederum davor Alfstraße 13. Mittig im Vordergrund die Dächer des Gabler-Hauses an der Ecke Schüsselbuden / Alfstraße.



    3) Schwenken wir noch weiter nach rechts sieht man mittig wieder die Alfstraße und rechts davon die Mengstraße. Deutlich unterscheiden sich der untere erhaltene Teil und der mittlere Teil mit den Nachkriegsbauten in Zeilenbauweise (was von der Mengstraße aus nicht ganz so schlimm wirkt wie beim Blick aus der Alfstraße in die Innenhöfe). Rechts der Mengstraße kann man außerdem die Rückgiebel der mächtigen renaissancezeitlichen Brauhäuser in der unteren Beckergrube sehen.
    Und wen's interessiert: Der "Flugzeughangar", auf den man aus der unteren Mengstraße im Hintergrund blickt, ist die 1993 erbaute Musik- und Kongresshalle. Meiner Meinung nach potthässlich und an dieser Stelle besonders unpassend. Da wirkt das Radisson-Hotel links davon deutlich angenehmer. Wobei die Dachaufbauten glaube ich erst später dazu kamen und den ursprünglich wohl eher klotzigen Bau etwas gefälliger gemacht haben. Ganz im Hintergrund sieht man außerdem noch den Turm der St.-Lorenz-Kirche am Bahnhof.



    4) Und als Bonus gibt's noch einen Blick auf die drei bzw. eigentlich vier Dächer (das mittlere ist durch einen Lichthof unterbrochen) des Motel One, das sich's zwischen dem neogotischen Marienwerkhaus im Vordergrund und dem Peek & Cloppenklotz dahinter bequem gemacht hat. Im Hintergrund die Petrikirche.
    Zur Orientierung: Direkt links vom Baugerüst am Süderturm der Marienkirche erkennt man wieder die Neubauten an der Braunstraße.

    Als ich im November in meiner alten studentischen Heimat war, war ich auch recht positiv von dem Neubau an der Langen Straße überrascht. Oder zumindest nicht allzu negativ. Wobei sich der Altbau mit der barock anmutenden Gliederung den Vorgängerbauten (die meines Wissens ebenfalls dreistöckig und genauso hoch waren und die man mit etwas gutem Willen auch in den Sechzigern oder Siebzigern schon in eine Sparkassenfiliale hätte umbauen können) besser anpasste.


    Nur zwei Dinge sind mit unklar. Erstens, wer zahlt bitte "bis zu 14 Euro Miete pro Quadratmeter?" Für eine Büronutzung vielleicht, aber für Wohnungen mitten in der nicht gerade ruhig gelegenen Langen Straße? Und zweitens, was soll dieser seltsame schräge Fassadenrücksprung im linken Bauteil zwischen der ersten und zweiten Etage? Ist da dem Bauzeichner was im AutoCAD verrutscht und keiner hat's bemerkt?

    Danke für die aktuellen Fotos, Frank. Ich bin in letzter Zeit zwar auch ab und an mal durchs Gründungsviertel gegangen, aber da war es dann meist schon zu dämmerig oder dunkel, um brauchbare Fotos zu machen. Nun, da insbesondere in der Alfstraße so langsam eine geschlossene Häuserflucht entsteht, bin ich doch immer angetaner... immer mehr angetan... ach, ihr wisst schon ... von dem Projekt. Selbst die eher langweiligen Entwürfe mit schlichten Dreiecksgiebeln wie die bereits fertige Braunstraße 22 wirken schon allein durch ihre Proportionen (Geschosshöhen, Fensterformate, steile Dachneigungen) altstadttauglich.


    Fischstraße 7/9 ist allerdings eindeutig ein Geschoss zu hoch. So wirkt der Bau trotz des schönen Mansarddachs viel zu klotzig und wuchtig. Das fällt insbesondere beim Blick aus der Neuen Querstraße auf.


    Echt schade, dass man sich nicht dazu entschließen konnte, die alten Querstraßen wiederherzustellen, um die alten Parzellen auch im unteren Bereich der Alf- und Fischstraße irgendwann wieder aufnehmen zu können. Obwohl ich den Fünfziger-Jahre-Block im Heimatschutzstil in der unteren Alfstraße und der Geraden Querstraße durchaus für gelungen halte. Und der Abriss der Hanseschule zwischen Alf- und Fischstraße wurde ja leider auch mit der Sanierung der Berufsschule in der Dankwartsgrube erkauft, die so nun für viele weitere Jahrzehnte eine Hypothek im St.-Petri-Quartier sein wird (zusammen mit der Schwimmhalle und den beiden Hochgaragen).

    Beim Markt wäre das Schwierige die Frage, welchen Zustand man rekonstruieren wollte, denn die Marktbauten waren allesamt keine wirklichen Prachtbauten, vor allem nicht in ihrem letzten "entschandelten" Zustand. Und auch vor den "Altstadtverbesserungen" in den 30ern waren die meisten Bauten bereits durch Gründerzeitler und die wilhelminische Post ersetzt worden, zumal der Nordriegel, der zwischen Rathaus und dem neuen Motel One steht, inzwischen schon unter Denkmalschutz steht und richtiges Fünfziger-Jahre-Flair ausstrahlt (inklusive Fenstern und Türen mit Aluminiumrahmen).

    Anbei zwei tagesaktuelle Fotos des Hauses Exterstraße 16, die mir mein Bruder geschickt hat. Der Begriff "Kernsanierung", den er verwendet hat, scheint mehr als zutreffend, da bleibt wohl wenig mehr erhalten als das Holzgerüst. Wobei dessen Zustand den Bildern nach zu urteilen auch mehr als marode zu sein scheint (man beachte den Eckständer).



    "Ortsmitte mit Charakter"? Wenn die den Charakter eines Rübenackers nach der Ernte oder eines wilden Parkplatzes schaffen wollten, dann Glückwunsch, das ist ihnen gelungen.


    Und ich dachte, das Freilegen von Kirchen zwecks besserer Fernwirkung sei spätestens Ende des 19. Jahrhunderts aufgegeben worden.

    Allein schon das Zitat "Heute hat das Haus keine Substanz mehr" ist schon eine Frechheit, denn auf einen Blick sieht man, dass trotz der Verstümmelungen im Erdgeschoss (die meines Wissens nach von einer illegal und ohne Abstimmung mit Denkmalpflege und Bauamt begonnenen Umbaumaßnahme herrühren, die jedoch nie zu Ende geführt wurde) in den oberen Bereichen das komplette Fachwerkgerüst erhalten ist, und auch die Flügelfenster sehen jetzt nicht gerade aus, als wären sie unrettbar verloren.


    Ich habe das Haus (Hintere Straße 4, Mitte 17. Jh. und damit eines der ältesten Häuser des Ortes) 2009 für meine Alverdissen-Galerie abgelichtet, damals sollte es wohl zwangsversteigert werden:





    Offenbar hat das nicht geklappt, denn 2009 ist ja schon ein paar Jährchen her. Und beim schnellen Googeln ließ sich auch kein Hinweis darauf finden, dass sich irgendwer seitdem darum bemüht hat, dass sich an dem Zustand des Hauses etwas ändert. Vor allem frage ich mich, was denn in dem 1800-Einwohner-Dorf stattdessen an dieser Stelle entstehen soll, vielleicht abgesehen von Parkplätzen?

    Maria am Stegel muss einfach rekonstruiert werden - und zwar am originalen Standort und bald (und am liebsten in der ursprünglichen mittelalterlichen Form)!

    Für den Anfang würde es ja schon mal helfen, den Sockel wieder an die richtige Stelle zu setzen und von dort ausgehend die Kapelle weiter aufzumauern. Inzwischen wäre sie ja sogar kein "Verkehrshindernis" mehr, da die Zufahrt zu dem unsäglichen neuen Parkhaus im Wehdehof ja nicht mehr von der Mengstraße aus erfolgt. Da in diesem Jahr ohnehin Leitungsbauarbeiten in der Mengstraße anstehen (s. http://www.ln-online.de/Lokale…beiten-in-der-Mengstrasse) werden dabei wahrscheinlich auch die Fundamente der Kapelle auftreten. Und da die Straße im Anschluss ohnehin neu gepflastert werden muss, könnte man im selben Atemzug auch den Sockel wieder an den ursprünglichen Standort versetzen.


    Ohnehin ist es schade, wie mit den wenigen ehemals vorhandenen Kapellen in Lübeck umgegangen wurde. St. Johann auf dem Sande neben dem Dom verschwand schon nach der Reformation, die St.-Gertrud- und die St.-Jürgen-Kapelle vor den Stadttoren wurden im Zuge des Festungsausbaus nach dem Dreißigjährigen Krieg abgebrochen (immerhin steht die damals neu errichtete St.-Jürgen-Kapelle an der Ratzeburger Allee noch), die Klosterkirchen verschwanden bis auf St. Katharinen allesamt im 19. Jahrhundert, St. Clemens ebenfalls und die Kapelle Maria am Stegel erst 1967. Und so beeindruckend die großen Kirchen auch sein mögen, die Kapellen gehörten ehemals eben auch alle zum Stadtbild dazu.


    Und gerade Maria am Stegel, die noch dazu in Aufmaßzeichnungen und Fotografien so gut überliefert und deren Standort genau bekannt ist, sollte unbedingt wiedererstehen.



    Und dann erreichen wir die Engelsgrube, sicher einer der beeindruckendsten Straßenzüge Lübecks mit dem Höhepunkt von St. Jakobi am Ende der Straße

    Hier haben wir einen traurigen Fall einer sich ewig hinziehenden Sanierung, bei der sich der Bauherr anscheinend übernommen hat. Vor einigen Jahren war das Haus am Tag des offenen Denkmals zu besichtigen, und da war zwar schon einiges geschehen, aber es stand auch noch einiges an Arbeit bevor. Jedenfalls ist das Haus seit mindestens 2010 eine Baustelle, jahrelang waren auch einige der Fenster zwecks Erneuerung / Aufarbeitung ausgebaut, was dem Haus sicher auch nicht gut bekommen ist. Wenn ich etwas Zeit habe und Interesse besteht, kann ich ja mal ein paar Innenaufnahmen des Hauses (und auch anderer, die bei diversen Denkmaltagen zu besichtigen waren) raussuchen.

    Musterbahn





    Die Terrakotten am Haus Musterbahn 3 stammen übrigens vom 1878 abgebrochenen Haus Braunstraße 4 (erbaut 1549) und stammen von Statius von Düren. Alt sind allerdings nur die Hermenfiguren und die Brüstungsmedaillons, die zudem neu angeordnet wurden, da sie sich ursprünglich auf drei Geschosse mit je vier Achsen verteilten.



    (Quelle: Wikipedia / Bildindex)


    Ach ja, und die Bezeichnung "Hüxstraße" leitet sich vermutlich aus dem mittelniederdeutschen "hok" oder "huk" für "Winkel" / "Ecke" her (im Niederländischen heißt "Ecke" heute noch "hoek"), da die Straße sehr früh angelegt und in noch weitgehend unbebautes Gelände hineinstieß (klingt für mich allerdings nach einer sehr gewagten Herleitung).


    Dafür weiß niemand, warum die Hundestraße so heißt. :)