Posts by meb

    Ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube, das Haus ist nicht englischen Bomben, sondern deutschen Spitzhacken zum Opfer gefallen. Das Gebiet um die Matthaeikirche wurde schon vor den Bombenangriffen groesstenteils geraeumt, um Platz fuer die geplante Nord-Sued-Achse zu schaffen.

    Da die Bankkosten fuer kleine Ueberweisungen aus dem Ausland sehr hoch sind, koennte Antiquitus, Norimbergus, oder ein anderer der hier schon laenger Angemeldeten meine kleine Barspende entgegennehmen und mit seiner eigenen Spende buendeln? 10 oder 15 Euro muesste ich von meiner letzten Deutschlandreise noch herumliegen haben...

    An GanskeStortSett: Natuerlich ist die soziale Situation in Detroit anders als in Chemnitz, Suhl, etc. Die demographische Entwicklung ist aber durchaus vergleichbar. Wenn die Einwohner wegsterben oder wegziehen, egal ob der Lebensgefahr oder auch nur der Arbeitslosigkeit wegen, bleiben leere Haeuser zurueck -- und ohne Einwohner verfallen Gebaeude. Was historische Innenstaedte angeht, muss man ja zuerst feststellen, was als "historisch" gilt -- hier in Chicago z.B. gibt es kaum Bausubstanz, das der grosse Brand von 1871 ueberstanden hat. Wohnviertel mit geschlossener Bebauung von ca. 1890-1920 gibt es aber durchaus.

    Leider muss ich mich hier Antiquitus anschliessen. Detroit befindet sich in einer Todesspirale; vor 50 Jahren hatte die Stadt fast 2 Mio. Einwohner, heute sind knapp 900,000 uebrig geblieben, Tendenz fallend. Nach Rassenunruhen in den 60ern hat fast die gesamte weisse Mittelschicht die Stadt fuer die Vororte verlassen. Steuereinnahmen brachen ein, Geld fuer Schulen, Polizei usw. war kaum mehr vorhanden. Folglich zogen diejenigen Schwarzen, die es sich leisten konnten, ihren ehemaligen weissen Nachbarn nach, und Detroit wurde zu einer tiefschwarzen und bitterarmen Ghetto-Stadt. Deutschlands eigener bevorstehender Bevoelkerungsrueckgang und "ver-Vorortisierung" laesst mich fuerchten, dass Aehnliches auf viele beteutende Bauwerke hierzulande wartet, gerade im Osten.

    Deutsche Stadtoberhaeupte sollen sich Chicago als Vorbild nehmen. Graffiti ist hier kaum zu sehen, da die Stadt 25 Vollzeit-Graffiti-Reinigungskraefte mit Natronstrahlmaschinen unterhaelt, und Beschmierungen meist binnen 48 Stunden verschwinden. Der Buergermeister hat verstanden, dass Graffiti ein hoechst unerwuenschter Standortfaktor ist, und handelte entsprechend :idee: -- der Verkauf von Spruehdosenfarbe ist innerhalb der Stadtgrenze nicht erlaubt, und Eltern haften fuer die Reinigungskosten, die ihre Kinder verursachen. Das Ergebnis? Ich sehe weniger "Tags" in einer Woche in der ganzen Stadtmitte als frueher in Berlin allein im Innenhof meiner alten Mietskaserne im Prenzelberg.