Posts by Reinhold

    @ Wissen
    Da musst du mal nach Reko/Wiederaufbau Palais Barberini googlen - es gab da mal eine PDF-Broschüre des Stadtplanungsamtes, die durchs Netzt geisterte. Ist auch schon eine Weile her, dass ich die gelesen habe.

    Mag eigentlich jemand bei Gelegenheit mal Bilder von den Kellern des British Hotels machen? Als ich vor drei Wochen dort war, hatte man bereits begonnen die Armierungen für die Rekonstruktion der Gewölbe anzubringen. Hat sich da etwas getan?


    Liebe Grüße
    Konrad

    Die Stadt Potsdam selbst hat in den 90ern mehrmals betont, dass das Palais wiederkommen soll. Ob es nun letztendlich auch so kommt, wird natürlich auch von der Finanzlage abhängen. Auf der Agende der Stadt standen damals übrigens auch die "Acht Ecken" und der Lange Stall.

    Und hier nochmal die ganze Situation um 1991:
    http://www.bildindex.de/rx/apsisa.dll/ortezoom?sid=" onclick="window.open(this.href);return false;\r
    http://www.bildindex.de/rx/apsisa.dll/ortezoom?sid={c01deefb-71df-4daf-9a2a-93c093dd9bf2}&cnt=98895&did=1242638&rid=1&aid=*&zoomlevel=1&picno=2
    Links die Villa Zimmermann, rechts das Carola und geduckt dazwischen der erhaltene Eingang des Hotels.
    Als ich vor 4 Jahren nach Chemnitz kam, sah es schon anders aus. Der Giebel der Villa ganz rechts im Bild war aus Sicherheitsgründen abgebaut worden, die Sandsteinbalustrade auf der Attika und alle schmiedeeisernen Gitter fehlten, die Fenster waren verrammelt und das Dach notdürftig mit Teerpappe geflickt. Das Hotel Carola hatte man mit Netzen abgehängt, damit kein Passant vom Putz erschlagen wird.
    Siehe auch hier: http://www.sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=580762" onclick="window.open(this.href);return false;\r
    http://www.sz-online.de/nachrichten/art ... ?id=580762


    Liebe Grüße
    Konrad

    Das Hotel Carola war völlig vom Hausschwamm zerfressen und eine Sanierung wäre einem Neubau gleichgekommen. Gleichzeitig war auch die benachbarte baukünstlerisch wertvolle Villa Zimmermann (man vergleicht sie vom architektonischen Wert her oft mit den drei Elbschlössern, die ungefähr zur gleichen Zeit entstanden) in einem sehr schlechten Zustand. Beide Gebäude formten ein Objekt. Man gestand dem Investor (den man seit der Wende händeringend gesucht hatte) also den Abriss des Hotels Carola zu, wenn er im Gegenzug die Villa originalgetreu saniere - und das hat er getan. Ganze Giebel wurden rekonstruiert, die Dachkonstruktion erneuert, schmiedeeiserne Gitter nachgebildet. Allzu besonders war das Carola nicht; der einzige Makel liegt meiner Meinung nach darin, dass das geschlossene Platzensemble ausgedünnt wurde. Aber für die Sanierung der Villa Zimmermann war es das wert.
    http://www.in-chemnitz.de/~lan…es/chemnitz/villazi72.htm" onclick="window.open(this.href);return false;\r
    http://www.in-chemnitz.de/~lange/privat ... lazi72.htm
    Hier mal ein Bild. Die Rekonstruktionsarbeiten an den Giebeln sind hier noch nicht ganz abgeschlossen - die Fialen fehlen noch.
    Übrigens wurde der prächtige Jugendstileingang des Hotels erhalten und bildet nun einen der beiden Zugänge zur Villa.

    Mit Magdeburg kann man Chemnitz kaum vergleichen, denn die Zerstörung des Jahres 1945 beschränkte sich auf einen relativ kleinen Teil der Stadt, größtenteils die Altstadt und die Gegend südöstlich davon (Bernsdorf, Lutherviertel). Größtenteils ist Chemnitz bis heute von der (oft wunderbar sanierten) Gründerzeit geprägt - ein Umstand, der oft unter den Tisch fallen gelassen wird. Mit dem Kassberg besitzt Chemnitz eines der größten Jugendstilviertel Europas - die Wohnungen dort waren noch zu DDR-Zeiten ob des hohen Niveaus ihrerer sanitären Einrichtungen (von 1900!) beliebt.
    Was das histische Zentrum angeht, so gab es dort schon vor dem Krieg nicht mehr wirklich viel alte Bausubstanz. Während der stürmischen industriellen Entwicklung der 1890er Jahre wurde fast die gesamte Innenstadt umgepflügt und neu errichtet - nur sehr wenige Bürgerhäuser aus der Renaissance- und Barockzeit blieben dabei erhalten. Nach 1945 wurden dann lediglich das nahezu ausradierte Alte Rathaus, die Jakobikirche und das Siegertsche Haus rekonstruiert. Allerdings gab es zu Beginn der 1950er Jahre Bestrebungen das Stadtzentrum im traditionellen Baustil neu zu bebauen - Beispiel hierfür ist die Bebauung der Westseite der Inneren Klosterstraße im Herzen der "Altstadt" - 3-5 Geschosse, Schieferdächer, Fassadenreliefs und nicht etwa im stalinistischen Zuckerbäckerstil, sondern wirklich traditionell. Leider wurde diese Linie nicht weiterverfolgt, da die SED beschloss Chemnitz zur sozialistischen Idealstadt umzubauen. Was folgte, ist bekannt: Die große Leere im Zentrum. Vor diesem Hintergund ist das neue Chemnitzer Zentrum nur zu begrüßen. Sicher ist nicht alles so dolle - man denke nur an Peak&Cloppenburg oder das erste vor zwei Wochen fertiggestellte neue Parkhaus mit Solarzellenverkleidung, aber gerade weil der alte Stadtgrundriss eingehalten wurde und man überall auf Kopfsteinpflaster zurückgriff, ist das neue Zentrum ein unglaublicher Zugewinn für die Stadt. Und es gibt auch Glanzpunkte - so zum Beispiel die neue Ostseite der Inneren Klosterstraße, die schon oft gelobte "Galerie Roter Turm" Hans Kollhoffs und nicht zu vergessen die Renaturierung und Freilegung von Chemnitz (hier ist der Fluss gemeint) und Kappelbach.


    Liebe Grüße


    Konrad

    Es wundert mich, dass hier keiner auf die erschreckende Feststellung von Wissen.de reagiert, denn die Fundamente im Quartier VIII werden in der Tat abgebaggert!
    Bis auf die schon erwähnten starken Grundmauern der Rüstkammer scheint alles neben dem Johanneum abgeräumt zu werden...

    Ich glaube der Danziger Platz ist in Prenzlauer Berg und zwar in der Nähe der Schönhauser Allee. Kann mich aber auch täuschen.
    Jedenfalls gibt es dort einen ganzen Haufen von Straßen, die nach ost- und westpreußischen Städten benannt sind.

    @ Kindvon2Dresdnern:
    Die blaue Fläche auf dem Dach wird Baufolie sein.
    Da wird sicher das Dach neu eingedeckt... Die Folie würde über den Dachstuhl gespannt damit es nicht reinregnet.

    @ Henry


    Man hat es ja am Quartier IV entgehend beobachten können: Erst kommen die Betondachschrägen, auf den Beton kommen dann die Dachbalken und darauf dann die Schalung mit den Ziegeln.


    LG


    Der Konrad