Posts by memet

    Quote from "Martillo"

    Hallo, liebe Beitragsschreiber in diesem Forum,


    ich möchte gerneeine Stadt unter städtebaulichen Gesichtspunkten thematisieren, die sonst in der Diskussion keine Rolle zu spielen scheint.
    Es ist die alte Doppelstadt Wuppertal.


    Ich denke, man kann sie, was ihren Ruf betrifft, gut mit Chemnitz vergleichen: Sie birgt wahre Schätze, vor allem aus Jugendstil und Gründerzeit, und das in einer Fülle, die in vielen anderen größeren westdeutschen Städten wegen schwerer (aber gerechtfertigter) Kriegszerstörungen und vor allem aufgrund eines verfehlten und gedankenlosen Wiederaufbaus ...


    "GERECHTFERTIGT"? Das finde ich ja den Hammer... Die Zerstörungen
    von Kulturgütern (und dazu zähle ich Bauten) ist das primitivste, niveau-
    loseste und abscheulichste Verhalten, das ein Mensch an den Tag legt...

    Quote from "Sagebiel"

    Die Befürchtungen sind wahr geworden
    Ein eBay-Händler mit dem schönen Namen "steinsammlung123" aus Leipzig (!) verkauft derzeit Schmuckelemente, die mich doch sehr an unser Märchenhaus erinnern:.



    ...ich habe gerade entdeckt, dass er noch unter einem anderen Namen
    (Pan1777) solche Schmuckelemente verkauft!!!

    Quote from "Philon"

    ... es stimmt schon, daß viele Aussagen ziemlich hart sind, auch und gerade meine. Aber für mich hat das einen bestimmten Zweck. Ich habe im Prinzip nichts dagegen, wenn man in einer häßlichen Stadt "die schönen Ecken" sucht, aber das kann eben auch zu einer Haltung nach dem Motto "So schlimm ist es doch gar nicht, die Stadt hat doch auch ihre schönen Ecken" führen, gerade bei Einwohnern, Kommunalpolitikern und Stadtplanern.
    Damit beruhigt man sich dann und Rekonstruktionen etc. unterbleiben. Um dieser bequemen Mentalität entgegenzuwirken, muß man den Leuten die Häßlichkeit mancher Städte einfach mal drastisch vor Augen führen anstatt sich auf die zwei oder drei netten Häuschen zurückzuziehen, die den Bombenkrieg überstanden haben. Die Härte hat also gewissermaßen einen "pädagogischen" Sinn.



    ...das ist wirklich wahr! Gerade Pforzheim: Jeder Pforzheimer ist mit seiner Stadt unzufrieden, alle schimpfen über die Hässlichkeit der Stadt, aber trotzdem regt sich kein Widerstand. Im Gegenteil: Anstatt z. B. das alte Rathaus, das noch in großen Teilen vorhanden war, zu rekonstruieren, wurden Stahl, Glas und Betonelemente verwendet, die das Ganze richtig verunstalteten. Außerdem werden immer noch Gebäude, die den Krieg überstanden haben, abgerissen...

    Quote from "silesianospostato"

    Ach, ich finde den Calatrava-Entwurf gar nicht so schlecht, wie ich auch nicht prinzipiell gegen "moderne" Architektur bin (zumal, wenn sie wie in diesem Fall irgendwo am Stadtrand positioniert ist).
    .



    Gegen "moderne" Architektur ist glaube ich keiner im Forum. Es kommt halt darauf an, was man unter "modern" versteht. "Reko" ist für mich z. B. "modern", das hässliche Kaufhaus an Lübecks Marktplatz dagegen "altmodisch", da es den Idealen der widerlichen 60-er / 70-er Jahre entspricht!!!!

    Quote from "Memel"

    Jetzt sieht es aus wie ein Schandfleck. Es ist mal wieder typisch deutsch. Alles muss ordentlich und korrekt aussehen. In anderen Länder stehen noch viel mehr solche Häuser und dort wohnen dann auch noch Menschen in ihnen. Dort ist man stolz auf diese historischen Bauten.


    Wie wahr.
    Auch ich finde, jetzt sieht es viel, viel schlimmer aus.
    Das Gebäude sah wunderschön aus und hätte doch statt
    abgerissen in Teilen zerlegt werden können. Man hätte doch
    z. B. hässlichen Städten wie Kassel das Gebäude "schenken"
    können, um es dort wieder aufzubauen und damit die Innenstadt aufzuwerten. Nur so eine Idee - aber bei solchen Sachen muss
    man doch ein wenig "über den Horizont" denken....

    Wie sah denn nun das Gebäude aus, das vorher dastand? War es nun ein 50-er Jahre Bau oder ein Klinker-Gründerzeitbau mit abgeschlagenen Dachformen??? Gibt's da ein Bild?
    Das jetzige Gebäude verschandelt auf jeden Fall den ganzen Marktplatz!
    Lübeck holt wahrscheinlich das nach, was Stuttgart in den 50-70er Jahren an seinem Marktplatz fabriziert hat! Passt auf jeden Fall in unsere geschmack- und niveaulose Zeit mit ihrer "Wegwerf-Mentalität".

    Liebe Forumsteilnehmerinnen, liebe Forumsteilnehmer,


    unter Euch wird es doch sicher den/die eine/einen aus der
    Schweiz geben. Mich würde es sehr interessieren, wie der Stellenwert des Denkmalschutzes in der Schweiz ist, ob z. B. in Zürich noch ein großer Altbaubestand existiert oder ob im Laufe der "hirnverbrannten" 60-er oder
    70-er Betonvergötterungs-Ära viel zerstört wurde. Wie geht man dort mit
    Altbauten um? Die Schweiz hat ja im Krieg keine nennenswerten Gebäudeverluste hinnehmen müssen, deshalb dürfte doch der Vorkriegsbestand noch erhalten sein. Oder täusche ich mich?


    Für mich war es sehr interessant zu lesen, wie die Situation in Österreich ist, auch vom Denkmalschutz her.
    Nur von der Schweiz wird hier so wenig berichtet. Eigentlich schade, denn es ist ja gleich der Nachbar...

    Das gefällt mir absolut nicht, sieht aus wie ein zusammengeknüllter Müllhaufen und passt auch überhaupt nicht in die Umgebung.
    Schämen die Macher solcher Bauwerke sich nicht angesichts der
    schönen Gebäude in der Umgebung? Warum platziert man solche
    "Bauwerke" nicht irgendwo in die Trabantenstädte, wo sie von Stil
    und Einfallslosigkeit her viel besser hinpassen, damit sich da der
    örtliche Hip-Hop-Sprayer "Haufen" trifft...?

    Quote from "jojojetz"


    Welche heutigen Reiseführer stellen moderne Architektur lobend in den Vordergrund?


    Das ist wahr. Brasilia, die Hautstadt von Brasilien, ist so ein Beispiel. Diese Stadt wurde von "Stararchitekten" aus aller Welt aus dem Boden gestampft, besteht nur aus Betonburgen und ist wirklich das Hässlichste, was es gibt. Ich habe auch noch nie einen Reiseführer diesbezügl. gesehen

    Quote from "rakete"

    memet: es geht nicht um viele, viele betonburgen. es geht überhaupt nicht um quantität, sondern um qualität. und davon scheinen diese häuser mehr zu aufzuweisen, als die meisten der später errichteten gebäude.


    Liebe Rakete: "Qualität"? Auch ein Betonklotz kann qualitativ solide und gut gebaut sein und ich denke, diese Gebäude sind auch so gebaut worden. Aber: Wo bleibt der ästhetische Aspekt????? Man kann alles Hässliche "schön saufen", aber ich will den schönen Zustand auch nüchtern genießen! Und das gelingt mir und vielen Stuttgartern bei diesem Marktplatz nicht!

    Ich war in Halle auch in einem großen Hotel in Bahnhofsnähe. Natürlich war es da schlimm mit all den Betonbauten etc. Aber ich habe mir die "Mühe" gemacht, einen Tag später abzufahren und mir einen ganzen Vormittag mal die eigentliche Innenstadt anzuschauen. Als "Gründerzeitbauten-Fan" kam ich total auf meine Kosten und war auch sonst von der Innenstadt begeistert. So begeistert war ich eigentlich bisher nur in wenigen Städten...

    Quote from "rakete"

    ... als einem gelungenen ensemble der nachkriegsmoderne.
    es wird hier im forum ja viel über denkmalschutz für nachkriegsarchitektur diskutiert. dieser platz hätte in meinen augen diesen schutz (oder zumindest ein moratorium) durchaus verdient.


    ...bei Ihrem merkwürdigen "Sinn für Ästhetik" würde ich Ihnen wärmstens den Umzug nach Pforzheim empfehlen!
    Dort finden Sie nur noch Architektur in diesem Stil
    und Sie könnten sich ohne "Stil-Unterbrechung" an den vielen,
    vielen Betonburgen ergötzen...

    Hallo Dirk, das mit Breuninger wusste ich schon, aber das
    mit der Königstraße ist mir neu. Auch der ursprüngliche
    Rathausturm scheint noch unter den hässlichen Platten zu
    existieren.
    Aber von Widerstand gegen Abrisse spüre ich nicht viel.
    Ab und an ein Leserbrief in der Zeitung - das war's.
    Es gibt glaube ich nur einen Architekten (Ostertag),
    der sich gegen diese Zerstörungen wehrt, aber ich
    z. B. fühle mich total machtlos. Oder wissen Sie Bescheid,
    welche Gruppierung hier ein bisschen tätig wird?
    Wäre gerne dabei!

    Und was ich besonders erschreckend finde: die meisten
    Einheimischen finden das noch o.k.. Es interessiert die gar nicht,
    was für eine wunderschöne Innenstadt Stgt. vor dem Krieg hatte.
    Rekos sind hier tabu - es würde ihnen niemals in den Sinn kommen.
    Dann doch lieber weiter solche Gebäude wie auf dem Foto.

    Quote from "memet"

    Nicht nur Stuttgart Süd, auch Bad Cannstatt und andere Städte um Stuttgart herum wie Waiblingen, Ludwigsburg und Esslingen sind ist sehr schön. Aber die Stuttgarter Innenstadt ist bis auf den Schlossplatz eine einzige städtebauliche Katastrophe...


    ...vor allem der Marktplatz, der ja die eigentliche "Visitenkarte" einer Stadt sein sollte, ist schrecklich! Hier ist meiner Meinung nach eine Rekonstruktion des Vorkriegszustandes dringend erforderlich! Vielleicht wachen die Verantwortlichen so schwäbisch-laaaaangsam auf, wenn Dresden mit seiner neuen historischen Mitte mal zeigt, wie man so etwas bewerkstelligt.

    Quote from "silesianospostato"

    ...Stuttgart finde ich - wie schon häufig ausgeführt - auch ziemlich häßlich. Das Panoramafoto von Dirk zeigt ja nicht das Zentrum, sondern Stuttgart-Süd, wo es tatsächlich wesentlich besser aussieht...


    Nicht nur Stuttgart Süd, auch Bad Cannstatt und andere Städte um Stuttgart herum wie Waiblingen, Ludwigsburg und Esslingen sind ist sehr schön. Aber die Stuttgarter Innenstadt ist bis auf den Schlossplatz eine einzige städtebauliche Katastrophe...

    Jede Stadt hat schöne und hässliche Seiten. Aber die meiner Meinung nach am meisten "unterschätzte" Stadt ist Halle/Saale. Aus beruflichen Gründen bin ich eine Woche dort gewesen und war erstaunt über die wunderschöne Innenstadt. Da gibt es Gebäude aus dem frühen 19. Jahrhundert, wunderschöne Gründerzeitler und und und. Hier hat man es wirklich geschafft, die hässlichen Platten- und Betonmonster außen vor zu lassen.
    Man müsste diese Stadt viel mehr "publik" machen. Ich empfehle jedem, diese Stadt zu besuchen!
    Da hat meine Heimatstadt Stuttgart eine viel hässlichere Innenstadt!

    Quote from "Antiquitus"

    Man negiert keine Geschichte mit einer Rekonstruktion, man schreibt sie. Zu der Geschichte eines Gebäudes kann neben der Zerstörung immer auch sein Wiederaufbau gehören.


    Das finde ich sehr schön gesagt! Nur sollte der Wiederaufbau sich am Ursprungszustand orientieren und nicht so diletantisch und kurzsichtig erfolgen wie in der Nachkriegszeit!