Posts by memet

    Quote from "Dresdner Original"

    Die überzogen ablehnende Haltung vieler Mitglieder des Forums gegenüber dem Baustoff Beton, ist für mich einfach nicht nachvollziehbar. Schon die alten Römer entwickelten ihren extrem druckfesten Kalkbeton, mit dessen Hilfe so wundervolle Bauwerke wie die Kuppel des Pantheons in Rom errichtet wurden. Am Ende wiegt doch das äußere Erscheinungsbild der Gebäude mit ihren verputzten oder verblendeten Fassaden, die Wiedergewinnung urbaner, identitätsstiftender Stadtstrukturen mehr als die Materialität einzelner Gebäude. Ihr solltet Euch nicht an solchen baulichen Details aufreiben. Schlimmer ist doch, wie auf tourdresden.de aktuell nachzulesen, dass Bauherren kreative und ansprechende Entwürfe zu Gebäuden mangels qualifizierter Bauausführung ihrer Identität und gestalterischen Wirkung berauben.


    Dem stimme ich voll zu! Ihr Beitrag hier war längst überfällig!

    Dieser 50-er Jahre Bau ist keineswegs qualitätsvoll. Die Architekten haben sich über alle baugeschichtlichen Maßstäbe hinweggesetzt und wie in so vielen anderen Städten auch ohne Weitblick, ohne ästhetisches Empfinden und ohne Würdigung des Originalbaus einen hässlichen Klotz hingeklatscht. Man kann alles Hässliche "schönreden"...
    Es ist direkt ein Wunder, dass diese Generation damals vor lauter Fortschrittsglauben und Unfehlbarkeitsdenken nicht auch noch den Sockel entfernt hat und stattdessen Betonwände hochgezogen hat. So hat wenigstens die heutige Generation, die ich im Übrigen als viel kompetenter, intelligenter und ästhetisch anspruchsvoller empfinde, die Möglichkeit, diese Verschandelungen noch zu korrigieren.

    Also ich glaube, dass Sie Recht haben, obwohl eine
    pauschale Aussage hierzu schwierig ist!
    Ich glaube auch daran, dass je spießiger und
    konservativer die Leute sind = desto mehr haben sie Angst,
    als solche “entlarvt zu werden = desto mehr geben Sie vor,
    ”Modernes” zu mögen = und desto mehr bauen sie die ganzen
    “Beton- und Glas/Stahlmonster” in den Städten.
    Bestes Beispiel hierzu ist Stuttgart und seine Bevölkerung.
    Hier stehen Rekos erst gar nicht zur Diskussion (=unehrlich).
    Meine These kann ich dadurch untermauern, dass es mehr
    Rekos im Süden als im Norden gibt.
    Ich z.B. bezeichne mich auch als konservativ und spießig,
    aber ich stehe zu meiner Spießigkeit. Da die
    württembergische CDU jedoch genau diese Beschreibung oben
    widerspiegelt, würde ich die nie wählen! Für Leute wie
    mich gibts leider noch keine Partei. Wenn die Grünen so
    weitermachen, vielleicht die...

    ...also wenn ich mir diese Bilder anschaue, muss man doch sagen, dass es die DDR toll hinbekommen hat, diese Oper so toll zu rekonstruieren. Im Gegensatz zum reichen Frankfurt, die es nicht geschafft haben, ihre Oper von innen auch so schön zu errichten. Da sieht man es: Geld ist nicht alles...

    Quote from "Brandmauer"

    Heimdall




    In Stuttgart ist es an erster Stelle der oberhässliche Marktplatz, woran die ehemalige Altstadt erkrankt. Würde man das Rathaus von seiner Betonhülle befreien, und die 50-er Jahre Häuser mit etwas ansehnlicheren Fassaden ausstatten, sähe das ganze schon besser aus. Leider gehen die pläne für den Marktplatz eher in die Richtung einer noch moderneren Gestaltung, unter Einbeziehung des Luftschutzbunkers aus dem Zweiten Weltkrieg unter dem Platz.


    Vor allem das "Nobelkaufhaus" Breuninger sei hier aufgeführt. Das ist der größte Schandfleck - und keiner beschwert sich:


    http://img408.imageshack.us/my.php?image=kaufhauszi7.jpg

    Sorry Leute, bin im Urlaub und habe hier nur kurz in einem Internetcafe die Möglichkeit, zu schreiben. Werde nach meiner Rückkehr in 2 Wochen die an mich gerichteten Fragen beantworten.
    Und nun zu diesem Thema. Am Busbahnhofsteht auch ein großes Gebäude aus dem 18 ten Jahrhundert, das zwar unter Denkmalschutz steht aber seit Jahren vor sich hin gammelt. Hier könnte man wunderbar nach einer Restaurierung das Seniorenzentrum integrieren. Aber die Leute in Calw sind leider absolut hinter dem Mond, stockkonservativ, engstirnig und wie schon in einem Beitrag erwähnt "bauanschaulich" irgendwann mal so in den 70 ern stehen geblieben. Die empfinden grundsätzlich alle alten Gebäude als "Schandfleck", und hätten bestimmt, wenn Hermann Hesse hier nicht geboren wäre und somit die Touristen nicht kämen, auch irgendwann den Marktplatz abgerissen. Man findet in der Calwer Innenstadt auch kaum Deutsche, und fast alle alten Wohnhäuser in der Innenstadt werden von Ausländern bewohnt und somit bewahrt.
    Dieser Geist bestimmte auch den Baustil z. B. im Nachkriegs-Pforzheim, das deshalb zu den hässlichsten Städten Baden-Württembergs zählt. Hesse selbst hat sich in Calw nicht wohlgefühlt, denn der "Geist" aus intelligenten jungen Leuten wie z. B. in Tübingen/Freiburg fehlte und fehlt hier total! Ich glaube deshalb kaum, dass man die umstimmen kann!

    Ein anderes Beispiel für die Unfähigkeit unserer Denkmalschutzbehörden sei hier aufgeführt:
    Calw ist eine wunderschöne alte Stadt im Nordschwarzwald, die gerne und oft von Touristen besucht wird, weil Hermann Hesse hier geboren wurde. Trotz vieler Bausünden (Parkhaus, Betonbunker etc.) strahlt die Stadt noch etwas “Ursprüngliches” aus. Jetzt jedoch sollen für ein Seniorenzentrum mitten in der Stadt 10 teilweise uralte Häuser abgerissen werden, bei einem habe ich sogar das Jahr 1796 gelesen. Da frage ich mich: Wo bleibt der Denkmalschutz???? Ich war fassungslos und hab mal die Häuser fotografiert...





    ...eines dürfte aber auch klar sein. Leute mit wenig Geld haben noch nie einen großen Anteil am kulturellen Ausbau eines Landes gehabt. Die schönen Bauwerke, Kunstwerke etc. sind nur Dank wohlhabender Leute entstanden und so ist es auch heute. Glauben Sie wirklich, für Otto-Normalo würde man so einen Aufwand am Bau betreiben?

    Das ist genau richtig! In der Innenstadt von Stuttgart ist es so hässlich, dass jedes Event, jeder STaatsbesuch etc. immer nur am Schlossplatz stattfinden muss, da es woanders einfach keinen geeigneten Platz gibt. Allein der Marktplatz mit seinen widerlichen 50-er Jahren Schrottbauten ist außerhalb der Ladenöffnungszeiten total ausgestorben. Wenn ich z. B. Besucher da habe, führe ich sie immer entweder nach Ludwigsburg oder Esslingen aus. Aber wie gesagt, das ist den Stuttgartern egal, Hauptsache man ist "modern" und somit "Weltstadt." Dass diese Formel schon lange nicht mehr stimmt hat sich in diesem Winkel der Republik noch nicht durchgesprochen. Deshalb: Dresdner passt auf und lasst Euch Eure Stadt nicht von diesen Architektenheinis (die schon Stuttgart genug verschandelt haben) wieder "kaputtmachen"!


    Und bitte: Ein 13-jähriger wird ne Ahnung von Computerspielen haben, aber bestimmt nicht von den zusammenhängenden Strukturen eines schönen Stadtbilds!

    Klasse! Find ich toll, dass es Großstädte wie Hamburg gibt, die bei ihren Neubauten auf Ästhetik und Stil achten. In Städten wie Stuttgart ist man viel "provinzieller", denn da würde man solche Gebäude wie Parkhäuser und den anderen 70-er Jahre Betonschrott niemals abreissen. Auch Neubauten orientieren sich hier immer noch am Stil von vor 30 Jahren...

    ...es ist ganz einfach der Minderwertigkeitskomplex gepaart mit einer Selbstüberschätzung der Stuttgarter, die auf Teufel komm raus Weltstadt sein wollen und meinen, dies mit dieser Art von ausufernder Architektur/Stadtverschandelung erreichen zu können. Man muss das Ganze mit den neureichen Menschen vergleichen, die ihren Reichtum zur Schau tragen müssen, um Aufmerksamkeit erhaschen zu können...

    Vielen Dank für die Tipps zum Bilder-Aufladen!!!! Und so sieht das ehemalige Hotel Silber aus, es liegt an der Stelle Nr. 5 von Stefans Karte.
    http://img157.imageshack.us/img157/7839/hotelsilber2cc3.jpg\r
    img157.imageshack.us/img157/7839 ... er2cc3.jpg


    Der Witz ist ja, dass dieses Gebäude in den 80-er Jahren aufwändig renoviert wurde und zum "Gesamtensemble" des Karlsplatzes gehört. Und damit Ihr mal seht, wie dieses Kaufhaus schon seit Jahren den Stuttgarter Marktplatz verschandelt, hier mal ein Bild von diesem Betonmonster:
    http://img216.imageshack.us/img216/3980/kaufhauslu9.jpg\r
    img216.imageshack.us/img216/3980/kaufhauslu9.jpg


    Hier wäre doch die Möglichkeit gegeben, etwas Neues zu bauen!

    Am Karlsplatz, einem der ganz wenigen fast im Vorkriegszustand erhaltenen Plätze der Stuttgarter Innenstadt, plant das Kaufhaus Breuninger eine "städtebauliche Katastrophe" ohnegleichen. Erwartungsgemäß stoßen sie mit ihrem Vorhaben im Rathaus auf offene Ohren, denn die Stadtverwaltung tut wirlich alles, um die Innenstadt mehr und mehr zuzubetonieren.
    Obwohl dieses Kaufhaus die größte Verantwortung für den wirklich hässlichen Stuttgarter Marktplatz trägt und es hier genug zu tun gäbe, etwas baulich zu verändern, vergreift man sich wieder an der alten Bausubstanz wie dem Hotel Silber.


    Leider weiß ich nicht, wie man hier seine Bilder hochlädt, sonst hätte ich Euch gerne gezeigt, wie diese Stadt immer mehr verschandelt wird.

    Das ganze Leben ist ein Kompromiss. So auch dieses Vorhaben. Ich freue mich sehr für Frankfurt, denn zu dieser Stadt habe ich schon lange ein "freundschaftliche Beziehung". Diese Stadt hat sich auch seit den 80-er Jahren sehr schön entwickelt und vom Stadtbild her meiner Meinung nach Städte wie Stuttgart (die ja nur auf "modern" setzen und immer noch alte Bausubstanz plattmachen) schon lange überholt!

    Quote from "Restitutor Orbis"


    ...so, so, 29 Jahre Professor, womöglich Architektur. Diesen Typen haben wir die betonverschandelten Innenstädte der 70-er Jahre zu verdanken. Die habens immer noch nicht gelernt. Es ist nicht die "Vergangenheitsverliebtheit" der Bevölkerung, es ist einfach das "Satt haben" solcher unfähigen Architekten...

    Quote from "Ratsherr"


    ...Sie haben mich schon richtig verstanden. Nicht jede Frau kann Model sein, weil es eben den von Ihnen erwähnten "allgemeinen Schönheitsbegriff" gibt!
    Politik "machen" kann jeder/jede (auch Claudi). Hier kommt es ja auf ganz andere "Qualitäten" an. Ob Sie wollen oder nicht. Und ebenso gibt es eine in über 2000 Jahren gewachsene "Baukultur", die von einer gerade mal 80 Jahre alten Bewegung (Bauhaus) als "altbacken" verpönt wird und die uns weismachen will, dass "Unschönes schön ist, weil sie modern, funktional und schlicht" ist. Kennen Sie eigentlich das Märchen "Des Kaisers neue Kleider"?
    :gg:


    Nun ja, warum sollte aber für die Architektur nicht das Gleiche gelten, wie z. B. für die Mode? Wenn's nach Ihnen ginge, lieber Ratsherr, könnten dann statt Heidi K. und Claudia Sch. auch Alice Sch. oder Angela M. auf den Laufstegen der Welt Mode verkaufen... :peinlich:

    Quote from "marc!"

    ...
    ich kann nur einfach gar nicht begreifen, wie bloede man tatsaechlich sein muss, architektur zu studieren und nacher halt ueberzeugt etwas von bauhaus etc nachzuerzaehlen, das gleiche wie alle anderen, und sonst eben nix, nix, nix. nix gesehen, nix gefuehlt, nix erlebt, alles standard, das grosse schwarze loch...
    man


    Auch ich habe, als ich Anfang der 80-er Jahre anfing, Architektur zu studieren geglaubt, etwas "künstlerisches" zu machen, denn mir hatte eine damalige Freundin (Französin) erzählt, dass das Studium der Architektur in Frankreich oder Italien ein "künstlerisches Fach" ist und dass das mir auch bestimmt liegen würde. Ich wurde herb enttäuscht, als 90% des Unterrichts aus Baustoffkunde, Statik und "Zeichnen nach Vorgaben" bestand. Keine Baugeschichte, kein kreatives Entwerfen. Total technisch, total widerlich. Ein Glück, dass ich damals dann ganz schnell in den Bereich Produktdesign wechseln konnte....