Posts by klingentor

    Lieber AntinomyX,


    es tröstet dich wahrscheinlich nicht, aber glaube mir, du bist nicht der einzige, der an der Hässlichkeit Stuttgarts verzweifelt.
    Die Innenstadt: ein Graus. Da ist jedes Wort zuviel. Zwar hat der Schlossplatz seine Reize, aber man hat den Eindruck, dass dies den Stuttgartern schon fast zuviel der Ästhetik ist, denn der Platz wird permanent durch irgendwelche Happy-Peppy-Event-Plastikzelt-Aufbauten verschandelt. Das Kunstmuseum? Öde! Und sonst? Autoschneisen(Theodeor-Heuss-Str. mit Clubs und Lounges, so hip wie hässlich) , Glas, Beton, Kommerz. Wegwerfarchitektur.
    Nun, der Reiz Stuttgarts liegt also in den Jahrhundertwendevierteln und in den Villengebieten auf der Halbhöhe? Könnte theoretisch sein, allerdings muss man auch hier seit Jahren miterleben wie abgerissen, nachverdichtet (wie das dann aussieht, könnt' Ihr Euch denken), verschandelt wird.
    Ich habe keine Hoffnung, das sich hier etwas ändert, im Gegenteil, Stuttgart begreift sich als Stadt der Moderne und jeder noch so bescheidene Glas-Beton-Kasten ist selbstverständlich in der Tradition der Weißenhofsiedlung zu sehen. (Ironie: selbst diese Denkmäler der Moderne wurden in den Nachkriegsjahren verschandelt :P ).
    In Stuttgart fehlt der großbürgerliche Geist.In einem armseligen Residenzkaff haben im 19. Jahrundert Ingenieure und Industrielle das Sagen übernommen - bis heute. Die verstehen was von Kolben und Zylindern, aber nichts von Ästhetik.


    Ich flüchte so oft ich kann. Shopping in Esslingen, Flanieren in Tübingen und nach Strasbourg, wenn immer möglich. So hält man es hier aus!

    Was mich als Nicht-Dresdner zum Thema Neustadt mal interessieren würde:
    Gibt es irgendwo Fotos vom Zustand der Dresdner Königstraße vor den Rekonstruktionen bzw. Renovierungen?
    Ich finde die Straße nämlich absolut gelungen.


    Dass in Deutschland mit historischer Bausubstanz in besonderem Maße pfleglich und verantwortungsbewusst umgegangen wird, kann ich so nicht sehen (wobei ich hier durchaus regionale Unterschiede einräume und natürlich auch zugestehe, dass es zahlreiche Ausnahmen von der betrüblichen Regel gibt). Dagegen spricht das Erscheinungsbild der vielen nicht kriegszerstörten kleineren Städte und Dörfer.
    Da sieht die Realität in den genannten Beispielländern Italien, Frankreich, aber auch Schweiz wesentlich anders auch (wobei auch hier immer betrübliche Ausnahmen zu finden sind).
    Die Zersiedelung im Mittelmeerraum ist Fakt und aus ökologischen Gründen zu beklagen, wobei ich feststellen muss, dass man es aber hierbei mit einer oftmals wesentlich klassischeren und harmonischeren Architektursprache als hierzulande zu tun hat.


    Da ich zeitweise in Italien gelebt habe, fällt mir der Mentalitätsunterschied besonders auf.
    Ästhetische Bildung findet hier bereits in der Schule statt. „Schönheit“ um seiner selbst Willen ist erstrebenswert und Modernität gilt eher als notwendiges Übel. In Deutschland muss etwas immer zweckmäßig sein. Begriffe wie „modern“, zeitgemäß“ „praktisch“ usw. haben einen extrem hohen Stellenwert, „traditionell“ klingt gleich nach Kuckucksuhr und Zinnbecher.


    Wir alle hier im Forum sind uns einig, dass die städtebauliche Zukunft beispielsweise Dresdens nur im Rückgriff und im durchaus auch spielerisch-modernen Umgang mit den barocken Traditionen liegen kann. Dem Durchschnittsdresdner wird es bei dieser Vorstellung aber grausen, denn a) was das kostet und b) er ist ja ein moderner Mensch und kein angestaubter Bewohner eines Freilichtmuseums (so wird ihm dies zumindest durch die veröffentlichte Meinung suggeriert...)

    Quote from "Wissmut"

    Ich fürchte fast eher, an der allgemeinen westlichen Ignoranz gegenüber der deutschen Kulturgeschichte. In diversen englischsprachigen Fachbüchern über Architekturgeschichte des Westens oder Europas wird z.B. strikt nach heutigen Grenzen beurteilt. Wie selbstverständlich ist das straßburger Münster eine Leistung der französischen Gotik und die Danziger Marienkirche eine polnische. Neuschwanstein wird mit aufgezeigt, ja, die Frauenkirche auch...aber über die großartige Profanbautradition z.B. in Frankfurt, Nürnberg oder anderen wird kein Wort verloren. Stattdessen werden die amerikanischen Spielarten von Klassizismus von Ostküste bis Mittelwesten aufgezeigt; selbst Quäkerscheunen finden sich.


    Italien, Frankreich und Spanien sind anerkannte, schutzwürdige Kulturländer, Deutschland nicht. Man kann spekulieren, wann sich dies jemals ändern wird. Vielleicht in der achten Generation...


    Zu dieser Wahrnehmung im Ausland tragen wir Deutschen aber in gehörigem Maße selbst bei.
    Es fehlt hierzulande ein tief verwurzelte Zuneigung zum kulturellen Erbe. Der Deutsche will modern sein und sich auf keinem Fall dem Vorwurf der romantischen Rückwärtsgewandtheit aussetzen. Man definiert sich über ökonomische Erfolge (Maschinenbau, Exportweltmeister...) vielleicht noch über Sport, aber nicht über Kultur, (iss was für weltfremde Intellektuelle). Wie oft schafft es eine Meldung aus der Kultur, gar aus dem bereich Architektur, in die Tagesschau?
    Während Franzosen und Italiener Stolz sind auf all ihr „altes Zeug“, ist das historische Erbe hierzulande allenfalls als touristischer Frequenzbringer akzeptiert ( Tenor: „...die ganzen Schlösser und Gärten in Postdam sind ja schön und gut, aber was der Erhalt kostet!!!!) Ansonsten behindert das ganze angestaubte Gerümpel die wirtschaftliche Entwicklung und wer will schon in einem Museum leben....?
    Tja, und dieses Selbstbild wird auch nach außen vermittelt. Wir schätzen unser kulturelles Erbe nicht besonders (deshalb sehen die meisten deutschen Städte ja aus, wie sie aussehen), warum sollte es das Ausland tun?
    Wir brauchen ein Umdenken und dieses muss bei der schulischen Erziehung beginnen. Wir brauchen mehr kulturelle und ästhetische Bildung in diesem Land.

    Ich denke, man muss in dieser Debatte zwischen Kollektoren zur Warmwasserbereitung und Photovoltaik unterscheiden. Sonnenkollektoren können meiner Ansicht nach im Altstadtbereich (mit einigen Einschränkungen) durchaus zum Einsatz kommen.
    Photovoltaik hingegen ist ein ästhetisches Unding und ist nirgends und niemals altstadttauglich.

    Quote from "Stefan"

    klingentor


    Gäbe es theoretisch Platz für den Bahnhof auf rechtsrheinischer Seite, wurden hierzu schon mal Konzepte erdacht?


    Nein, es gibt keine Konzepte. Das Hauptproblem besteht m.E. darin dass es zwangsläufig eine linksrheinisch Streckenführung geben muss, da ansonsten sämtliche Verbindungen in die Schweiz, vornehmlich nach Zürich, unterbrochen würden. Die einzige Lösung bestünde also darin, den Bahnhof im Bereich Gewerbegebiet Stromeyersdorf anzusiedeln und dann eine neue Brücke über den Rhein zu bauen oder die bestehende zweite Rheinbrücke um Gleise zu ergänzen. Dann aber müssten auch die Schweizer ihre gesamte Streckenführung im Raum Kreuzlingen mit großem Aufwand anpassen...ähh, nur damit die Konstanzer und ihre Gäste direkter zum See flanieren können? Du siehst, das ist absolut utopisch, kann man völlig vergessen.


    Hoffe, dass ich es demnächst irgendwann mal schaffe, die Situation in Konstanz fotografisch zu dokumentieren, damit auch alle anderen hier im Forum nachvollziehen können, was dort grad' so passiert.

    Quote from "Heimdall"

    Letztes Jahr war ich in der Opéra Garnier in Paris und kam dabei ins Schwärmen vor so viel Schönheit...


    ...hüstel...gerade die Pariser Oper ist für mich eher ein Beispiel für das "zuviel des Guten", wenn ich mich dort noch eine Stunde länger aufgehalten hätte, wäre ich zum Modernisten konvertiert...

    Quote from "Stefan"

    klingentor


    Bist Du Konstanzer?


    Ja, bin gebürtiger Seehas und seit knapp 10 Jahren in der Stuttgarter Diaspora.
    Bei jedem Konstanz-Besuch malträtiert irgendein neuer modernistischer Fehlgriff meine Netzhaut..die Stadt ist bald nicht wieder zu erkennen.


    Die Entwicklung in VS kann ich nicht so gut beurteilen, kenne Villingen nur von sporadischen Besuchen. Find' die Stadt ganz nett,aber in der Tat nicht abendfüllend.


    Die Verlegung des Hauptbahnhofs auf die rechtsrheinische Seite und damit die Wiederherstellung Anbindung der Stadt an den See wäre natürlich klasse, aber ich denke aussichtslos, zumal es dort inzwischen städtebaulich an allen anderen Enden und Ecken anfängt zu brennen (aktuellster Schocker: Bodanplatz!). Dies bestätigen mir übrigens auch noch in KN lebende Freunde und Verwandte, die Einschätzung ist also nicht nur eine nostalgisch-sentimentale Anwandlung von mir... :)

    Quote from "Riegel"


    Was die Altstadt betrifft, hat diese nur zwei sehr wunde Punkte erhalten, welche ich in den nächsten Tagen mal vorstellen werde. Konstanz war im Krieg ja Rotkreuz-Stadt, und wurde deshalb im Krieg verschont, weil es auf der "Schweizerseite" (also linksrheinisch) liegt, und mit Kreuzlingen (erster Schweizer Ort nach der Grenze) verwachsen ist. Wenn man vergleicht, wieviel historische Bausubstanz in anderen deutschen Städten nach dem Krieg noch zerstört worden ist, dann steht Konstanz sehr gut da!


    ...Stand gut da... müsste es richtigerweise heißen. Konstanz lag im Dornröschenschlaf und hatte bis vor ca. 10 Jahren ein weitgehend geschlossen erhaltenes Stadtbild (Ausnahmen die beiden 60/70er Jahre-Kaufhaus-Sünden Karstadt und Woolworth). Seit 10 Jahren werden aber massiv zahlreiche moderne Breschen in das Altstadtensemble geschlagen...warum auch immer.
    In Ostdeutschland werden viele Altstädte gehegt und aufpoliert und in KN eine gegenteilige Entwicklung!

    Quote from "Georg Friedrich"

    Wenn das Ganze auf der grünen Wiese entstehen soll, ist es in meinen Augen weniger tragisch.


    Tragisch im städtebaulichen Sinne vielleicht nicht, aber sehr unschön. Beim Konzerthausareal Klein-Venedig handelt es sich um ein Areal direkt am See. Durch die Nähe zum Güterbahnhof zugegebenermaßen nicht gerade Riviera-Idylle, aber immerhin eine große Grünfläche am See, die man m. E. mit dem Park auf der Kreuzlinger (CH) Seite sinnvoll hätte verbinden und als weitgehend unbebaute Fläche erhalten können.
    Allerdings wurde schon mit dem Bau des Sea-Life Centers das Areal zu einer Tummelwiese für schlechte Architekten, so dass das Konzerthaus zwangsläufig der "Wir-spielen-Großstadt-Logik" der Konstanzer Stadtväter entspricht.
    Tragisch ist das Konzerthaus allerdings insofern, als dass die geplante Lage (eingequetscht zwischen See und Schweiz) für das damit verbundene Verkehrsaufkommen gar nicht geeignet ist. Siehe nur das massiv erhöhte Verkehrsaufkommen durch das Lago-Center (Shopping) ganz in der Nähe von Klein-Venedig. Konstanz kann einem nur noch Leid tun!

    Als gebürtiger Konstanzer blicke ich fassungslos auf die städtebauliche, architektonische Entwicklung meiner Heimatstadt in den letzten Jahren.
    Auf der Stadt lastet, wie auf dem gesamten Bodenseegebiet, ein unglaublicher Siedlungsdruck. Da Stadt hat im Krieg nicht eine Bombe abbekommen, aber das Bild der der linksrheinischen Altstadt wird zunehmend durch architektonisch zweifelhafte Beton-und-viel-Glas-Großprojekte beeinträchtigt (Lago-Center, Bebauung am Bodanplatz, das Konzerthaus ist hier nur ein weiterer Griff ins Klo...). Fast noch schlimmer aber sind die vielen kleinen modernistischen Einsprengsel da und dort, die das Ensemble völlig verhunzen (Laube, Stephansplatz usw.). Da wird dann gern mal eine Sichtbetonfassade zwischen zwei mittelalterliche Häuser gequetscht, von den zahlreichen modernen An-, Zu- und Aufbauten ganz zu schweigen...
    Völlig geschockt hat mich letztens der Anblick der bis vor wenigen Jahren noch einigermaßen intakten historischen Villengebiete am Seeufer rund um die Seestraße. Hier tobt der modernistische "Verschönerungs"furor ohne Sinn und Verstand. Es ist unglaublich.
    Eine Stadt verpielt ohne Not ihren ganz Charme und ihren Charakter!

    Quote from "Studi"


    Wie kannst du Neubauprojekte aus Russland und den Mittelmeerländern als Beispiel für gelungene Architektur anführen? das ist lächerlich. Allein vom stand der technik sind die Jahre zurück, die USA Jahrzehnte!


    Eigentlich wollte ich mich hier ja nicht einmischen...
    Aber die Aussage zum "Stand der Technik" finde ich interessant, könntest du das mal näher erläutern?
    USA, Mittelmeerraum(!?), Osteuropa sind rückständig????

    Quote from "Nibelgauer"


    Stuttgart ist schon ein spezieller Fall. Zum einen sind hier Rekonstruktionen nahezu ausgeschlossen (das mit dem Dach auf dem Gründerzeitler ist ein absoluter Glücksfall). Im Gegenteil: Immer wieder werden Vorkriegsbauten abgerissen, ohne dass das besonderes Aufsehen erregen würde. Andererseits ist es überhaupt keine Frage, dass sich das Bild der Innenstadt in den letzten Jahren Schritt für Schritt eindeutig zum Besseren gewandelt hat. So mag man zu der Glasschachtel namens "Kunstgalerie" am Schlossplatz stehen wie man will - das Ding ist an der Stelle ganz klar eine Bereicherung und um Längen besser als die Betonwüste, die da vorher war ... Ähnliches gilt für die Königsbaupassagen und den Abriss des alten Kronprinzbaus (ein hässliches Betonteil, das mitten auf einer alten Straßenflucht lag ...). Auch die Überdeckelung der Stadtautobahn, die die "Kulturmeile" durchschneidet ist zwar nicht 100 Prozent das gelbe vom Ei, aber sicherlich eine sinnvolle Reparatur ... !!


    Der Aussage, dass sich Stuttgarts Innenstadt zum Besseren wandelt, kann man leider nur mit vielen, vielen Wenns und Abers zustimmen.
    Die Königsbaupassage finde ich absolut mißlungen. Dass dieses an einen Flugzeughangar erinnerde Glasdach den ganzen Königsbau überragt, ist ein Unding. Und über den Glaskubus Kunstmuseum kann man wirklich streiten (hier wurde der Teufel(=Sichtbeton) mit dem Beelzebub (=Glas) ausgetrieben). Nicht ganz ohne Schadenfreude nehme ich zur Kenntnis, dass dieses Monstrum eine Dauerbaustelle ist, da permanent durch Vandalismus verursachte Glasschäden zu beheben sind.


    Daer einzig wirklich eingermaßen erfreuliche Neubau ist der Komplex in der Kronprinzstraße. Retroinspiriert, großstädtisch und elegant. Für Stuttgarter Verhältnisse sehr gelungen. http://www.stuttgarter-nachric…-quartier-im-umbruch.html

    Quote from "heiji"


    Es stimmt alles: Stuttgat hat schöne Ecken, es sind aber nur Ecken und die hässliche Innenstadt wirkt richtig uneinladend (wenn man mal von den Verkaufsprodukten der ganzen Läden dort absieht). Neidisch bin ich aber auf den schön grossen Schlossplatz (mit Schloss natürlich) und die vielen mittleren, recht hübschen Städte um Stuttgart herum mit ihrer Bevölkerungsdichte. Man wohnt gerne etwas ausserhalb und fährt nur zum Einkaufen und Freizeitspass in die hässliche Mitte, um das Geld in den Renditehütten zu lassen. xD


    Was ich insgeheim hoffe: Es ändert sich wenig an der städtebaulichen Attraktivität und die Region dünnt sich in Folgesfolge deshalb etwas aus, damit wieder paar Menschen als Ausgleich in Ostzentren siedeln. *wunschträumt*


    Das Problem ist: den Leuten hier ist (bis auf eine Minderheit) städtebauliche Attraktivität im Alltag schnurzpiepegal. Hier kreist das Leben um Wirtschaftskraft, Preis-Leistungs-Verhältnis und neue Autos. Wenn es eine Idenifikation mit Kultur gibt, dann allenfalls mit Zeitgenössischem. Der größte städtebauliche Stolz ist der Glaskubus am Schlossplatz (Kunstmuseum mit moderner u. zeitgen. Kunst).
    Also: Stuttgart kann hässlich sein oder werden wie es will, in die schönen Ost-Städte würde kein normalerStuttgarter gehen.
    Schönheit ist allenfalls was für den Urlaub. Im Alltag wird aber gschafft!


    (Ich würde ja SOFORT von hier abhauen, aber blöderweise gibt es im Osten keine Jobs... :weinen: )

    Es muss sich endlich die Einsicht durchsetzen, dass eine intaktes Altstadtbild und der freie Blick in weitestgehend unverbaute Landschaften ein ästhetischer Gewinn sind und somit ein Stück Lebensqualität bedeuten.
    Dies zu schützen, ist Aufgabe eines umfassenden Umweltschutzes (alles andere ist pure Ökoideologie). Also, Photovoltaik ja, aber nicht flächendeckend auf jedem Hausdach und schon gar nicht in Altstädten. Windkraft ja, aber nicht auf jeder Mittelgebirgskuppe!
    Wo das hinführt ist am Schwarzwald zu sehen: am Horizont immer irgendwelche Rotoren im Blick und in den Dörfern allerorten der eiskalte Glanz der Solarzellen. Grausam.
    Da fahr ich doch lieber gleich in die Vogesen, da finde ich schöne Dörfer und unverspargelte Natur.

    Kennt eigentlich jemand 'ne Fundstelle für ernstzunehmende Studien oder Untersuchungen zur Energiebilanz von Altbauten?
    Meines Erachtens sind allenfalls die Gründerzeitler problematisch oder sehe ich das falsch?

    Die Solardachfrage wird sich in den nächsten Jahren zu einem ganz gewaltigen Problem für die Altstädte hierzulande entwickeln.
    Vor dem Hintergrund der Klimaschutzdebatte und der angestrebten CO2-Reduzierung wird der Druck massiv wachsen, auch Altbauten mit Photovoltaikanlagen zu versehen.
    Der Denkmalschutz wird dem wachsenden Druck ökologischer Bestrebungen und industrieller Interessen nicht standhalten können. Was bereits in vielen Dörfern Süddeutschlands bereits begonnen hat, kommt nun auch auf die Städte zu.
    So wie Windparks inzwischen viele Naturlandschaften entstellen, sehe ich auf die historisch gewachsenen Dachlandschaften eine gewaltige visuelle Zerstörungswelle zurollen. Marburg ist da möglichwerweise erst der Anfang!

    Quote from "Karasek"


    In die Innenstadt wird man die Leute erst bekommen wenn sich ihre finanzielle Lage entspannt, was nicht zu erwarten ist. Das ginge höchstens durch Subventionierung des Wohnraums.


    Jedenfalls wäre es wünschenswerter, den Zuzug in die Innenstadt zu subventionieren als den Abriss und damit die unwiederbringliche Zerstörung von erhaltenswerter Bausubstanz.