Posts by Rohne

    Recht kurzfristig, aber davon hab ich selbst erst eben erfahren:


    Standpunkte 23.10.2007 um 18:00 Uhr
    Öffentliche Präsentation einer Veröffentlichung des Deutschen Werkbundes Hessen zur Frage der Neubebauung des Dom-Römer-Areals in Frankfurt am Main


    Saal der Evangelischen Stadtakademie, Römerberg 9, Frankfurt

    Quote

    Doch weil das Dorf unter Ensembleschutz steht, wird der Neubau dem alten Dorf sehr ähnlich sehen


    Ahja, banale Nachkriegskisten dürfen quasi rekonstruiert werden, nur Altbauten nicht... :augenrollen:

    Die am Hühnermarkt sind doch diese "80%-Rekos" wo sich die Unterschiede zum Original im Prinzip auf Dächer und Erdgeschosse beschränken. Außerdem tippe ich bei diesen Gebäuden eher auf Landes der da ja mit dabei war. Nach Franzke sehen eher die modernistischen Klötzer am Markt aus, mit den geglätteten vollkommen langweiligen und überaus unpassenden Fassaden.

    Viel mehr gibts da auch nicht zu sagen. Alles wichtige steht im Prinzip in der Presse. Sehr offensichtlich war: würden CDU und Grüne nicht koalieren hätte die übergroße Mehrheit des Ausschusses den Antrag der BFF (historischer Grundriss bildet Grundlage, und ausführlichere Texte zum Thema Gestaltungsbeirat) und möglicherweise auch den der SPD (Reko Hühnermarkt) angenommen. Im Prinzip wars CDU und Grüne gegen SPD, FAG und BFF (FDP und Linke waren nicht mehr anwesend). So wurden beide abgelehnt und nur die Protokollnotiz ist durchgekommen. Danke Grüne
    Auch wenn immer wieder betont wurde, der bisherige Plan sei kein Masterplan, richtig glauben konnten das die Wenigsten.
    Hauptteil war die Bürgerrunde, wo eben vielfach auf die Ungenauigkeiten im Plan, das fehlen der alten Hölle und der Nachbarhäuser des Roten Hauses (die sich großteils außerhalb des Archäologischen Gartens befinden, womit deren Parzellen problemlos in den Plan hätten aufgenommen werden können), und die miserable Situation mit dem Kunstverein hingewiesen wurde.
    Die Stadt versucht die 6/7 bisher festen Rekos offenbar an Private loszuwerden und doch nicht selbst als Bauherr aufzutreten.
    Und so wie es aussieht heißt es noch lange nicht, dass sobald für eine Parzelle eine Rekonstruktion vorgeschlagen ist, diese auch kommt. Mit der fadenscheinigen Begründung dass aufgrund der Dokumentenlage auch eher schlechte Rekonstruktionen zu befürchten wären (gab ja schon genügend zu dem Thema von Dominik), soll es auch dabei 2 konkurrierende Entwürfe geben. Ich seh doch schon was kommt: wenn die falschen Leute im Beirat sitzen - und die Gefahr ist durchaus gegeben - wird jegliche Rekonstruktion abgelehnt weil die Qualität angeblich nicht hoch genug sei...

    Also der Text ist ja echt der Hammer. Und wenn ich dieses furchtbare "interpretiert" schon wieder lese werd ich direkt aggressiv. Absolut das Unwort des Jahrtausends...
    Zu den Entwürfen muss ich glaub ich kein Wort verlieren, die sind ja allesamt sowas von eintönig und schlecht, und sehen auch noch alle gleich aus. Ohne Dach und die beiden unteren Geschosse würden die sich harmonisch in die diversen Plattenbausiedlungen einfügen als hätten sie schon immer dort gestanden...

    Das Malerviertel, also die ganze Gegend zwischen Schweizer Straße und Stresemannallee, und auch noch der Bereich westlich der Stresemannallee bis zur Uniklinik, gehört definitiv zu den schöneren Gegenden Frankfurts. Mehr oder weniger unpassende Nachkriegsgebäude sind angenehm selten und in der Regel nur entlang der Hauptstraßen zu finden. Ansonsten ist es durchaus sehenswert und zum Großteil noch nicht mal wirklich kleinbürgerlich. Bin da heut mal durch ein paar Straßen gelaufen (ohne Cam) und find schon dass es da so einige lohnende Fotomotive gibt.

    Naja, architektonisch ist da eh nix großartig zu zerstören, insofern dürfte das verwendete Material relativ egal sein. Die Frage ob eine Moschee dieser Größe an der Stelle unbedingt sein muss mal außen vorgelassen, aber was mich richtig nervt: warum zur Hölle mit Minaretten? Ohne Muezzin, dessen Ruf in Deutschland hoffentlich eh nie erschallen wird, haben die doch überhaupt keine Funktion, und in einem mitteleuropäischen Stadtbild haben diese Teile nunmal genausowenig was verloren wie die furchtbaren Flachdächer!

    Am 29ten hat sich sogar mal das ZDF im Heute-Journal dem Thema angenommen. Den Bericht kann man hier sehen:
    http://www.zdf.de/ZDFmediathek/inhalt/26/0,4070,5579386-6-wm_dsl,00.html\r
    http://www.zdf.de/ZDFmediathek/inhalt/2 ... sl,00.html


    Der Unterton ist halt sehr rekonstruktionskritisch und im Prinzip ists ne Werbeveranstaltung für Mäckler. Von Objektivität nicht viel zu spüren. Also schreibt fleißig Mails an mailto:info@zdf.de">info@zdf.de
    Bekanntermaßen werden die Reaktionen auf Sendungen ja durchaus ernst genommen.

    Ich bin dann lieber da wo der Herr Possmann rekonstruiert ;)
    Gestaltungssatzung soll auch kommen, eben basierend auf diesen jetzt schonmal festgelegten Leitlinien, wenn ich das richtig verstanden habe.
    Der Plan sieht an zwei Stellen aber immer noch mies aus (ganz abgesehen davon dass die Grundrisse von Goldener Waage und Rotem Haus nicht so ganz der Realität entsprechen): Durchgang von der Neugasse zum Rebstock ist zu weit südlich, und vor Allem den Mist beim Kunstverein kann sich ja kein Mensch antun. Fälschlicherweise wird in der Magistratsvorlage sogar behauptet das Kunstverein-Gebäude stünde unter Denkmalschutz (was nicht stimmt, nur das Steinerne Haus ist denkmalgeschützt). Stellt euch mal diesen miserablen Flachdach-Kasten umgeben von Klein-Nürnberg und Steinernem Haus vor - mag gar nicht daran denken.


    @ saibo: so schlimm ist es jetzt nicht gerade. Es sind mindestens 6 oder 7 Rekos, aber weitere Rekonstruktionen sind auf jeden Fall möglich und dürften allein nach den Altstadtforen so gut wie sicher sein (beispielsweise der Würzgarten wo der Herr Albrecht noch den Türschlüssel von hat). Und moderne Bebauung wird es keine, das was dahinkommt wird sich schon einfügen, auch wenn noch längst nicht gesichert ist dass die dann auch die Typologie der Frankfurter Altstadt widerspiegeln. Das was mich aber wirklich aufregt ist, dass in der Vorlage nicht nur von Ensembles und Einfügen sondern auch von Brüchen die Rede ist. Bitte nicht!

    Wie dieser Christian Thomas tickt sieht man doch hier:


    Quote

    Im Schatten des gotischen Doms, hinter dem Augentrug der Römerberg-Ostzeile, an einem Ort, den kein Frankfurter als Urgrund der modernen Mainmetropole ansehen möchte, soll ein Stadtraum der Erinnerung entstehen.


    Da ist mit jemand aber mal sowas von extrem die Ideologie durchgegangen, das ist schon nicht mehr feierlich. So viel Müll in gerade Mal einen Satz packen zu können schafft nicht jeder.

    Gestern tagte wieder der Sonderausschuss Dom-Römer.
    Einen großen Teil nahm diesmal ein etwas anderer Bereich ein: der Betonteil des historischen Museums soll wohl definitiv abgerissen werden, so die einhellige Bekundung der anwesenden Politiker. Kosten bewegen sich wohl bei 29 Millionen €, was nur 6 Millionen mehr sind als ein Umbau kosten würde.
    Es wurde vorgestellt wie die Ausstellungsräume neu angeordnet werden sollen, und dass die unterschiedlichen Baustile des Altbaus wieder mehr zur Geltung kommen sollen. In welche Richtung das Aussehen des Neubaus gehen könnte blieb offen, er soll sich aber wohl schon in die umgebende Bebauung (Saalhof, Nikolaikirche, Haus Wertheim) einfügen. Mit Ergebnissen könnte man schon Ende des Jahres rechnen.
    Zweiter großer Punkt war die Vorstellung von Herrn Mäckler zur Bebauung des Areals. Er stellte glaub ich 12 Entwürfe seiner Studenten vor, wie denn Neubauten dort aussehen könnten. Meine ganz bescheidene Meinung dazu: die Häuser sahen zwar nett aus, und vor allem in der Münsteraner Altstadt würden sie sich hervorragend machen, spiegeln aber so gut wie gar nicht den Typus der Frankfurter Altstadt wider: außer der Giebelständigkeit (die auch etwas überschätzt wird, denn bei weitem nicht alle Gebäude auf dem Areal waren giebelständig), den Gebäudehöhen, und der Tatsache dass sie höher als breit waren, war so gut wie kein einziges frankfurttypisches Merkmal zu finden. Keine Auskragungen, Zwerchhäuser, Belvederchen oder Frankfurter Nasen. Gerade mal 2 Entwürfe hatten die Bovellagen aufgegriffen. Lob bekam er von den Politikern, darunter auch einem Herrn Heumann (CDU), der sich offenbar wie das Fähnchen im Wind dreht. Noch bei der letzten Ausschusssitzung kam von ihm die Aussage dass die neue Altstadt so aussehen soll als wär sie nie zerstört worden und diesmal war er ziemlich gegen Rekonstruktionen und vollkommen unkritisch gegenüber Mäcklers Entwürfen. Als wirklich informiert hat er sich auch nicht gerade erwiesen: als unter anderem von Jörg Ott und mir auf diese Mängel hingewiesen wurde, kamen von ihm Bemerkungen von wegen es hätte kaum Überhänge gegeben weil die Gassen zu schmal waren (zur Erinnerung: die Gassen Hinter dem Lämmchen und vor allem Markt waren nun wirklich nicht gerade durch Enge geprägt, und ein Blick allein in die Dreysse-Studie straft diese Aussage Lügen), und dass es so wörtlich "in der Frankfurter Altstadt mit Fachwerk nicht sehr weit her" war. Ohne Worte


    Aus dem Publikum kam übrigens auch der ja nun alles andere als neue Vorschlag das Schirn-Cafe abzureißen, die Antwort dazu war allerdings Schweigen.

    Ich versteh nicht warum du ständig versuchst den Erhalt historischer Bausubstanz gegen Rekonstruktionen auszuspielen. Die Rekonstruktionsbefürworter sind in der Regel die letzten die den Abriss von historischen Gebäuden befürworten.
    Das Übel sind nicht die Rekos sondern gewissenlose Profitgeier, die am liebsten auch das TR-Areal mit austauschbaren renditeoptimierten Betonklötzen vollstellen würden.

    Ein Grund sich zurückzulehnen ist das aber bei weitem noch nicht. Die Rekonstruktion etlicher nicht minder wichtiger Gebäude (Flechte, Schildknecht, die Nachbarhäuser vom Roten Haus,...) ist damit immer noch nur im Bereich des Möglichen.
    Überhaupt, was beim Roten Haus (originaler oder "neuer" Tuchgaden, Metzgerhöfchen) und mit dem Archäologischen Garten passieren wird, da weiß man immer noch nichts.
    Und wenn jemand wie der Duchscherer dann ne Parzelle auf dem Gebiet bekommt dann Gute Nacht. Dem seine beiden Architektenentwürfe kommen dann überspitzt formuliert von Jourdan und Franzke...


    Also, ja nicht nachlassen

    :daumenoben: so sahs aus. Und da ihm offensichtlich die Lust am Diskutieren verging, gesellte er sich zu Seinesgleichen und durfte sich von denen anhören dass sie sich ob der heutigen Argumente schon schlimme Gedanken über die Menschheit machen :D :D

    Bei allgemein schwarzen Ziegeldächern kann man das sicherlich machen. Aber wenn Schiefer oder rote Dächer vorherrschen dann schon wieder nicht. Ist aber auch nicht so extrem tragisch, denn Photovoltaik wird allgemein viel zu sehr überschätzt.