Posts by Rohne

    Das sehe ich überhaupt nicht so. Die Baumasse und ihre Dichte sind so völlig in Ordnung. Probleme sehe ich ganz woanders: nämlich, dass die vom Main sichtbaren Gebäude in zweiter Reihe (Südseite der Alten Mainzer Gasse) keine Dächer aufweisen (Mainufer-Gestaltungssatzung!), alle ziemlich gleich und abgeschottet aussehen, an der Weißfrauenstraße sehr monoton und grau gebaut wurde, und die Bebauung an der Seckbächer Gasse weder einer klare Fluchtlinie folgt noch einen anständigen Übergang zum benachbarten Karmeliterkloster und Rest der Altstadt bildet (das Hochhaus in der Nordostecke hätte zumindest eine Sockelbebauung zur Seckbächer mit zumindest angedeuteter Dachschräge benötigt). Und das Maintor-Patio ebenfalls gegenüber vom Karmeliterkloster mit seinen durcheinandergewürftelten Fensteröffnungen sieht halt generell scheusslich aus.

    Genau andersherum sollte man es machen. Das kunsthistorisch extrem wertvolle und ja durchaus noch teilweise erhaltene alte Salzhaus komplett am Originalstandort rekonstruieren, und die paar erhaltenswerten Mosaike, hier wohl vor Allem das Phoenix-Bild, (der Rest der Nachkriegsversion ist nun wirklich nicht erhaltenswert, schon gar nicht direkt neben dem Rathaus) in einen Neubau in der Nähe - beispielsweise im vorgeschlagenen Wiederaufbauquartier anstelle des Personalamts (das Areal direkt südlich des Römers) integrieren.
    Die von Maßwerk vorgeschlagene Variante funktioniert eh nicht wirklich, da der Nachkriegsbau dann ja das Erdgeschoss und die Holztafeln ohnehin an die Rekonstruktion abgeben muss, und damit so einige Lücken entstehen die nicht sinnvoll wieder zu füllen sind.

    Kardinal, ohne dein hervorragendes Engagement beim Dom-Römer-Projekt schmälern zu wollen, sollte man aber trotzdem bei der Wahrheit bleiben. Ich wünschte, man hätte mehr auf deine fachkundige Meinung gehört (du weisst doch selbst am besten, auf was für taube Ohren du teilweise gestoßen bist), dann wäre einem zB der ganze Unsinn bezüglich der Anbauten ans Rote Haus am Tuchgaden erspart geblieben. Aber letztlich ist es doch so, dass deine Arbeit zwar ein wichtiger Beitrag war; aber die grundsätzlichen Entscheidungen, den allseits ungeliebten KSP-Entwurf in die Tonne zu treten, stattdessen den originalen Grundriss großteils wieder herzustellen, und auch einige Rekonstruktionen mindestens zu prüfen (und dabei allerdings auf für die Statik anderer Gebäude enorm wichtige weitere Rekonstruktionen zu verzichten), weitgehend unabhängig von deiner Arbeit in den Bürger-Workshops und vor allem der Politik stattfanden, getrieben in die richtige Richtung vor Allem auch von Rekonstruktionsinitiativen seitens BFF, Pro Altstadt und den Freunden Frankfurts, die man sich dann in der regierenden CDU zumindest zum Teil, aber leider nicht konsequent genug (vA wegen der Partnerschaft mit den Grünen) zu eigen machte. Bei den ganzen Prüfungen hat man dann ja auch noch häufig trotz deiner Arbeit unverständlicherweise bei den Prüfungen wieder bei null angefangen und dir bekannte Quellen überhaupt nicht berücksichtigt (ich sage nur Dreysse-Studie und ihre Angaben zum Dokumentationsstand). Soll heißen, die Entscheidung pro oder contra Reko ist viel weniger eine fachlich/technische sondern vielmehr eine rein politische.


    Zum Schauspielhaus: natürlich bin ich ganz klar pro Rekonstruktion. Aus einer ganzen Vielzahl an Gründen: es war neben dem Schumann-Theater das größte und bedeutendste Beispiel des in Frankfurt ohnehin leider viel zu selten vorhandenen Jugendstil. Es bildet nur in historischem Gewand das passende Gegenstück zur Alten Oper am anderen Ende der westlichen Wallanlagen (nur für diese beiden prachtvollen Kulturgebäude waren Ausnahmen vom Wallservitut überhaupt zulässig, und das sollte auch in Zukunft wieder so sein). Es hat den Krieg vergleichsweise gut überstanden, und ist erst viele Jahre später in einem Akt unvergleichlicher Kulturbarbarei seiner Fassaden und Dachpartien beraubt worden, und von einem provinziellen Kasten umstellt worden, der von allen Seiten und vor allem von oben nur noch grausam aussieht - abgesehen vom Wolkenfoyer (Innenarchitektur, kann man problemlos ausbauen und woanders wieder einbauen) und der überbewerteten, eher an ein schmuddeliges 60er-Jahre Kaufhaus oder das Theater von Prypjat erinnernden, nördlichen Glasfront haben selbst Ideologen bisher nichts auch nur ansatzweise Gelungenes an diesem Unort gefunden. Auch die bestehende Anlage weist nicht mehr genug Platz auf, so dass ohnehin nochmal erweitert werden müsste (eine weitere Aufstockung dieses unsäglichen Monstrums ist daher im Gespräch) - eine nochmalige Erweiterung des aktuellen Standortes ist aber aus städtebaulicher Sicht unter keinen Umständen akzeptabel (weder in der Breite noch in der Höhe). Und es ist ja auch nicht so, dass Frankfurt ein Provinznest wäre (auch wenn die meisten seiner verantwortlichen Politiker sich ganz offensichtlich so verhalten) das nur Platz und Bedarf für einen einzigen Theaterstandort hätte. Zudem sind die zu erwartenden Sanierungskosten derart hoch, dass eine weitere Herumbastelei an dieser provinziellen Patchwork-Kiste sich von vornherein verbietet, und stattdessen für jeden vernünftigen Menschen ein grundsätzlicher Neuanfang unter Einbeziehung eines weiteren Standortes das Mittel der Wahl sein sollte.
    Da die Mauern noch stehen, ist eine Befreiung des Altbaus von den entstellenden Anbauten und eine Rekonstruktion von Dach, Kuppeln und Fassaden einem Komplettabriss vorzuziehen. Welche der insgesamt drei oder vier Bühnen dann in die Alte Oper, welche in das rekonstruierte Schauspielhaus und welche in einen dann extra den speziellen Ansprüchen gerechten Neubau (denkbare Standorte wären zB der Campus Bockenheim oder das DeuBa-Dreieck) einzieht, sollte natürlich vorurteilsfrei zusammen mit den jeweiligen Sparten geprüft werden, bevor der Neubau geplant wird.

    Die Online-Beteiligung für das Stadtentwicklungskonzept 2030 (Link: Frankfurtdeinestadt.de, direkt zur Vorschlagsliste gehts hier) läuft nur noch 18 Tage. Auch wenn die Einflussmöglichkeiten sicherlich begrenzt sind, kann ich nur jeden ernsthaft Interessierten aufrufen die Chance wahrzunehmen durch Ideen, Kommentare, Likes den Verantwortlichen in der Stadt zumindest Denkanstöße in die richtige Richtung zu geben. Wenn man schon die Möglichkeit hat, sollte man sie auch wahrnehmen, ansonsten wird jegliches Lamentieren an den Zuständen unglaubwürdig.
    Neben so einigen das Thema verfehlenden Mikromanagement-Vorschlägen gibt es ja doch auch schon einige Vorschläge zu Neubaugebieten, Rekonstruktionen, etc.
    Insbesondere den in diesem Forum versammelten ist doch sehr ans Herz zu legen, sich für weitere Rekonstruktionen (bereits vorhanden sind Beiträge zum Schauspielhaus, Rathausdächern und weitere Altstadtrekos) und generell einen klassischeren Baustil beim Bauen im Bestand, bei der Stadtreparatur und teils auch bei völlig neuen Siedlungsgebieten auszusprechen oder entsprechende Vorschläge zu unterstützen.

    Für das Stadtentwicklungskonzept gibt man vor auf Bürgerbeteiligung zu setzen. Was unter dem Strich bei herauskommt steht in den Sternen, aber entgehen lassen sollte man sich die Chance seine eigenen Ideen zur Stadtentwicklung (dabei scheint es neben Stadtgesellschaft und Umwelt wohl vor allem auch um Verkehr und Stadtbild zu gehen) einzubringen auf keinen Fall.
    Unter Frankfurtdeinestadt.de gehts zur Beteiligungsplatform.


    Ich hoffe vor Allem auf zahlreiche Vorschläge zu Rekonstruktionen und klassischen Architektur/Städtebauprojekten. Noch bis Ende Juli ist Zeit dazu.

    Für das Stadtentwicklungskonzept gibt man vor auf Bürgerbeteiligung zu setzen. Was unter dem Strich bei herauskommt steht in den Sternen, aber entgehen lassen sollte man sich die Chance seine eigenen Ideen zur Stadtentwicklung (dabei scheint es neben Stadtgesellschaft und Umwelt wohl vor allem auch um Verkehr und Stadtbild) einzubringen auf keinen Fall.
    Unter Frankfurtdeinestadt.de gehts zur Beteiligungsplatform.


    Ich hoffe vor Allem auf zahlreiche Vorschläge zu Rekonstruktionen und klassischen Architektur/Städtebauprojekten. Noch bis Ende Juli ist Zeit dazu.

    Andreas: die gesamte Bankenklamm an der Neuen Mainzer und mithin die allermeisten Türme des Bankenviertels befinden sich innerhalb der Wallanlagen. Soll man die etwa alle abreißen? Ich sehen keinen einleuchtenden Grund die Innenstadt generell freizuhalten von Hochhäusern, gerade wo doch der wichtigste Teil der Skyline ohnehin innerhalb der Neustadt angesiedelt ist. Bei der Altstadt keine Frage, da bin ich sogar für die Beseitigung sämtlicher bereits bestehender "Hochpunkte". Ausnahme nur das Maintor-Areal das ich aber nicht wirklich als zur Altstadt zugehörig betrachte, wobei ich den Turm in der Nordostecke lieber etwas nach Westen versetzt gesehen hätte, so dass das sich vis-à-vis des Karmeliterkloster nur dessen Sockel mit normaler Höhe (und idealerweise besserer Architektur) befände.
    Aber das Dreieck eingegrenzt von Junghofstraße, Rossmarkt und Kaiserstraße, und dazu gehört nunmal auch das DeutscheBank-Areal, ist ohnehin das einzige Gebiet in der gesamten Stadt wo überhaupt eine ansehnliche Massierung von Hochhäusern halbwegs erreicht wurde, und eine nennenswerte Anzahl weiterer Türme überhaupt Sinn macht (selbst der Cluster an der Messe wird in absehbarer Zeit nie eine ähnliche Dichte erreichen wie das Bankenviertel jetzt schon hat). Und dass die Hochhäuser besser in Clustern zusammenstehen anstatt wahllos über das gesamte Stadtgebiet verstreut zu werden, darüber sollte hoffentlich Einigkeit bestehen. Altbauten gibts in dem genannten Bereich außer an Kaiser- und Neuer Mainzer Straße ohnehin fast keine. Gründerzeitler findet man eher nördlich derJunghofstraße, und dahin wird sich die Skyline so schnell nicht ausdehnen.


    Trotzdem sehe ich in der Neustadt sogar noch zusätzliche Bauplätze (allerdings für eher kleine Türme mit eher 80-100m Höhe) an den ohnehin hässlichen Nord- und Westseiten des Baublocks direkt östlich der CoBa und zu beiden Seiten der Friedensstraße - letztere aber nur wenn der Baustil Richtung Neo-ArtDeco oder Neohistorismus geht.
    Auch die Konstablerwache kann von mir aus ruhig mit kleineren Hochhäusern (mit ähnlicher Höhe wie das schon stehende Bienenkorbhaus) eingerahmt werden, bisher hat man ja auf der Zeil bei Laufrichtung Osten eher das Gefühl man verlässt das Stadtzentrum, daran haben die Hochhäuser sicher einen gehörigen Anteil. Wirklich Fernwirkung entfalten die historischen Türme ja ohnehin fast nur vom Main aus, und die würde keiner der genannten Bauplätze stören können. Den sinnfrei über das Gebiet von Alt- und Neustadt verteilten Hochhausideen des noch recht frischen Innenstadtkonzepts erteile ich aber auch eine deutliche Absage.
    Der kleine Cluster am Eschenheimer Tor zu dem auch die - architektonisch aus Blickrichtung Römer definitiv eher unschönen - Türme des Palais-Quartier gehören, ist ja eigenständig und gehört überhaupt nicht zum Bankenviertel und wird da auch nie dazu gehören.


    Und @Booni/Wikos: Frankfurts Wirtschaft besteht bei weitem nicht nur aus Banken (der Sektor ist noch nicht mal der größte Gewerbesteuerzahler). Kaum eine Stadt in Deutschland ist wirtschaftlich derart breit aufgestellt wie Frankfurt. Von IT, Industrie, Chemie, Nahrungsmittel über Logistik, Autobauer bis hin zu Anwälten, Beratungsgesellschaften, Verbänden oder was auch immer, ist so ziemlich jede nur denkbare Branche recht zahlreich vertreten. Kaum eins der in den letzten Jahren fertiggestellten Hochhäuser beherbergt überhaupt noch Banken - die Flächen sind trotzdem zum allergrößten Teil vermietet. Nur der Nextower (PalaisQuartier) hat eine zeitlang Probleme gehabt. Leerstand ist daher auch kaum im Bankenviertel zu finden, sondern eher in den nicht mehr zeitgemäßen Bausünden in beispielsweise Westend oder der Bürostadt Niederrad.

    Versteh nicht wo euer Problem ist. Das ist mitten im Bankenviertel, die Verdichtung (und vor allem auch das harmonischere Auslaufen lassen der Skyline nach Osten, als derzeit wo die Commerzbank einfach mal am Rand steht) tut gut, und großartige Rekokandidaten gibts an der Stelle auch nicht. Der 230m-Turm schon seit 17 Jahren als Standort gesichert, der 170m-Turm an Stelle des IBCF (eins der wenigen gelungenen 70er-Jahre-Gebäude, dem man durchaus etwas nachtrauern kann), und die anderen beiden Türme erheben sich aus dem 50er-Jahre-Riegel an der Junghofstraße, der dadurch auch nicht sonderlich entstellt wird. Wichtig wird doch vor allem, dass die Sockelbebauung ansehnlich, und zumindest halbwegs kleinteilig wird (da kann das derzeit bekannte Teilnehmerfeld für den Architekturwettbewerb durchaus Zweifel aufkommen lassen). DB-Altbau am Rossmarkt gehört nicht zum Projekt, eine durchaus begrüßenswerte Dachrekonstruktion ist also völlig unabhängig zu sehen. Aber immerhin bleibt laut Modell auch der Altbau am nördlichen Teil der Schlesingergasse stehen. Dessen Abriss war ja lange Zeit zu befürchten.

    Wenn wenigstens noch bei Markt 7 ein anständiges Ergebnis rauskäme, wäre zumindest der östliche Teil des Markt komplett in Ordnung (beim nicht abgebildeten Schildknecht sollten noch die Giebel und dritten OGs verschiefert werden). Wobei ich mal etwas herumgespielt habe: es sind gar nicht mal so große Umplanungen nötig, letztlich reicht es schon fast sich einfach an die Gestaltungssatzung zu halten. Zur Not könnte zu einem späteren Zeitpunkt mit vergleichsweise überschaubarem Aufwand noch was Ordentliches draus gemacht werden.



    Grafik: DomRömer GmbH / Entwurfsverfasser / Schneider+Schumacher / bearbeitet durch mich


    Quick&dirty-Änderungen meinerseits gegenüber dem Entwurf:
    - Dach überstehen lassen, Giebel verschiefert, Frankfurter Nase und Fensteröffnungen hinzugefügt
    - in den Obergeschossen die Fensterhöhen verringert und die Fassade hell verputzt
    - Erdgeschoss beruhigt durch geänderte Aufteilung der Fenster
    - hinzudenken müsste man sich dann noch traditionelle Fenstersprossen, und das Ergebnis wäre zumindest für mich akzeptabel.


    Bei den Komplettversagern Markt 30-34 hilft dagegen tatsächlich nur Abriss und Neubau der noch gar nicht gebauten Häuser. Logistisch würde es sich anbieten das in einem Aufwasch mit dem Abbruch der Schirn zu machen, der hoffentlich in spätestens 10-20 Jahren diskutiert werden dürfte.

    Und wo bitteschön sollen die zu finden sein? Das sind soweit alles noch die ursprünglichen Entwürfe, von den Überarbeitungen ist da noch gar nichts zu sehen. Von daher kann ich weder den "Schritt in die richtige Richtung" noch die "Verfremdung" nachvollziehen, sondern muss erstmal abwarten bis man es irgendwann mal zu sehen bekommt.

    Bevor hier noch weiter die seltsamsten Lozierungsvermutungen aufkommen:


    Das am rechten Bildrand angeschnittene gegenwärtige Gebäude der EZB hätte eigentlich von Anfang an für Klarheit sorgen dürfen.
    Die von links nach rechts verlaufende Straße ist auch ziemlich eindeutig die gegenüber heute in ihrer Breite reduzierte Berliner Straße (Theatertunnel soll laut den Architekten ja ebenfalls entfallen, daher auch nicht zu sehen). Die im Vordergrund kreuzende Straße wäre damit der Kornmarkt. Das heißt das Bild betrachtet das Areals von Norden mit Blickrichtung Südwest. Das am linken Bildrand Gebäude ist daher ein neuer Baukörper nördlich des Rathaus-Nordbaus, den die Architekten ja ebenfalls vorsehen, und der meiner Meinung nach auch absolut sinnvoll wäre.

    Absolut grandios!
    Man hat zwar schon einen guten Eindruck durch deine tollen Bilderserien bekommen, und auch das sich bei dir vor Ort anschauen war enorm aufschlussreich, aber wenn man jetzt selbst da langlaufen kann ist das halt schon nochmal eine ganz andere Hausnummer. Klasse Arbeit!

    Die Entwürfe für Markt 40 gibts im DAF , der Vollständigkeit halber hier noch die Entwürfe für die anderen Parzellen ohne 1.Preis:


    Die städtebaulich präkere Situation die durch den beabsichtigten Erhalt des Kunstverein-Kubus hervorgerufen wird, fordert nicht nur beim Haus zu den drei Römern (Markt 40) ihren Tribut. Auch für den Alten Burggraf (Markt 34) gab es keinen 1. Preis. Hier mal die Entwürfe:


    Auch für das Goldene Kreuz (Neugasse 4) gab es keinen ersten Preis. Der zweite Preis sieht aus wie ein Entwurf für den Riedberg, ist aber fairerweise tatsächlich der beste unter den Abgaben gewesen:


    Zuguterletzt noch der Weiße Bock (Markt 7) direkt neben der Goldenen Waage. Auch hier gab es keinen Ersten Preis. Vom Entwurf Nr 445, der sich stark am historischen Vorbild orientiert, mal abgesehen, waren die Wettbewerbsbeiträge aber auch durchweg unterirdisch:


    Bilder: Dom-Römer GmbH / jeweilige Entwurfsverfasser

    Hier mal die Fassadenmodelle für die Problemparzellen Markt 30 (Altes Kaufhaus) und 32 (Goldene Schachtel) samt Hinterhaus zur Gasse Hinter dem Lämmchen. Jeweils rechts der erste Preis und links daneben der mit 2.Preis/Anerkennung gewürdigte Alternativentwurf. Man sieht eindeutig dass hier jeweils der deutlich unpassendere Entwurf den ersten Preis erhalten hat. Ich bitte die Bildqualität zu entschuldigen.


    Altes Kaufhaus - ehemals als rekonstruierbar erklärt, zählt aber seit ein paar Monaten (als die Zahl der möglichen Rekos grundlos von 21 auf 17 gesenkt wurde) nicht mehr zu den Gebäuden die von Gnaden der Politiker rekonstruiert werden dürfen. Hier hat die Alternative, die so direkt genommen werden könnte, nur eine Anerkennung bekommen und ist somit wohl chancenlos:


    Goldene Schachtel - die Alternative hat immerhin noch einen zweiten Preis bekommen:


    Und auch bei den anderen Entwürfen gab es einige die definitiv weniger Augenkrebs verursachen als der erste Preis, und teilweise wenigstens minimal an den Vorgänger erinnern:


    Stadt Mailand (Markt 38) ist auch bei weitem nicht der Weisheit letzter Schluss, vor allem im Dachbereich mit diesem völlig unpassenden Balkon. Hier muss man allerdings fairerweise sagen, dass die Alternativen sogar noch schlimmer waren:


    Bilder: Dom-Römer GmbH / jeweilige Entwurfsverfasser; fotografiert: meine Kamera ;)

    Für die Braubachstraße und den Hühnermarkt kann man durchaus Entwarnung geben. Selbst wenn aus welchen Gründen auch immer nicht rekonstruiert werden sollte, die alternativen Entwürfe orientieren sich so sehr an den Vorgängern dass man sich keine Sorgen machen muss. Aber was Block zwischen Hinter dem Lämmchen und Markt betrifft: durchweg katastrophal! Keinerlei Anklänge an die gotischen Vorgänger, sogar die Giebel wurden häufig komplett gedreht, und was die Jury geritten hat sich bei Markt 30 und 32 für derart inakzeptable Furunkel zu entscheiden, weiß wohl nur sie selbst. Aber auch Markt 10+12 (wo die Freunde Frankfurts ja rekonstruieren würden wenn die Politik sie denn ließe), sowie 34 und 38 kann man beim Vergleich mit den Vorgängern definitiv in die Tonne treten.
    Unterm Strich Licht und Schatten, wobei sich der Schatten vor allem über ehemals gotische Parzellen breitet. Wenn man bedenkt, dass das Quartier vor allem von der Gotik geprägt war, hier aber für fast alle gotischen Parzellen eine mittlere bis riesige Katastrophe droht, ...

    ^^
    Ein paar Stunden sind noch Zeit. Hätte etwas mehr erwartet...
    Was bringt es sich hier im Forum über die katastrophale Architektur und andauernde Fehlentwicklungen aufzuregen, wenn man die paar Möglichkeiten die sich einem bieten, wenigstens etwas Einflussnahme auszuüben nicht nutzt?

    Noch bis 30.11. läuft die Online-Umfrage zum Innenstadtkonzept. Wäre schon ganz sinnvoll wenn sich da mal noch paar Leute von hier beteiligen. Kann eigentlich nicht oft genug erwähnt werden, dass die regelrecht antiurbanen 50er-Jahre-Vorstadtkisten im Altstadtbereich längerfristig auf keinen Fall erhalten werden dürfen, sondern dass die Entwicklung wenigstens südlich der Berliner Straße wieder mehr in Richtung der historischen Altstadt gehen sollte.
    Zum Beteiligungsformular gehts hier.

    Korrektur: Guntersdorf hat Goldene Schere, Schlegel und Würzgarten angeregt, das wären die Nummern 26, 27 und 28 und nicht 21-23. 23 ist das Haus Schildknecht, das in meinen Augen jetzt zusammen mit dem Haus Flechte (Nr 24) jetzt oberste Priorität haben sollte. Bei der Hühnermarkt-Ostseite dagegen, also die Häuser 21 und 22 will ich doch stark hoffen dass da nicht rekonstruiert wird, da die Gebäude ziemliche Fremdkörper waren. Genauso wie auch Markt 8 (Nr 18), also das Gebäude das den südlichen Abschluss des Rebstockhofs bildet, nicht unbedingt rekonstruktionswürdig ist.


    Gilt natürlich alles vorbehaltlich der Tatsache dass die FR die korrekten Namen der Rekokandidaten mitgeteilt hat. Beim Roten Haus dagegen bin ich mir nicht sicher ob es nicht doch die Nummer 41 ist, für die das Interesse besteht. Der FNP-Artikel liest sich jedenfalls so, dass es primär um das Haus auf den drei Säulen geht, und sich das Nachbargebäude nur dann vorgenommen werden soll, wenn die Stadt es unbedingt in Eigenregie rekonstruieren und keine Privatperson ranlassen will. Vielleicht kann da mal jemand Aufschluss drüber geben, der beim Altstadtforum dabei war. Ich selbst konnte da nicht am Start sein aus dem gleichen Grund weswegen ich mich jetzt erst zu dieser unchristlichen Uhrzeit zu Wort melde ;)


    Ansonsten vielleicht noch erwähnenswert: Würzgarten kann man wohl auch ohne Guntersdorfs Forderung auch als recht sicher einstufen, das ist ja schon regelrecht reserviert für den Einzelhandeslpräsidenten Frank Albrecht. Und die Freunde Frankfurts liebäugeln laut ihrer Website mit dem Nachbarhaus, dem Alten Kaufhaus (Nr 29). An der Grünen Linde (Nr 39) war wohl Binding interessiert, ob das aber noch aktuell ist, weiß ich nicht.

    Der Abriss des Technischen Rathauses soll übrigens im November abgeschlossen sein. Zum Stadthaus-Verfahren wurde folgendes bekannt: es gibt bei der Stadt wohl tatsächlich Bedarf für einen Saal wie man ihn für das Stadthaus im Auge hat, Kaisersaal ist für gewisse Veranstaltungen zu groß, und der Limpurg-Saal zu klein. Wurde wohl nur nicht richtig öffentlich kommuniziert. Mit der BGF der Entwürfe ist man nicht wirklich glücklich, 4000qm hat der Siegerentwurf, die meisten anderen sogar 6-8000qm, und von einigen CDU-Stadtverordneten war zu vernehmen dass man mit der BGF sogar noch weiter nach unten gehen könnte. Das angewandte Ausschreibungsverfahren sieht übrigens vor, dass EINER der Preisträger letztlich umgesetzt wird, das muss nicht zwangsläufig der erste Platz sein. So wie ich das verstanden habe, wird sich das nach der Überarbeitungsphase entscheiden welcher der 4 ersten Plätze letztlich auch realisiert wird, wobei die Tendenz bei Stadtverordneten und auch den Wortmeldungen der Bürger eher zum 1.Platz also der Reminiszenz an die Aula Regia ging (mit erheblichem Nachbesserungsbedarf bei Fassadengestaltung, BGF und Dachform).
    Und zwei richtig positive Nachrichten hab ich auch: 1. ist man sich bei den Stadtverordneten der Situation mit dem Belvederchen der Goldenen Waage, bzw dessen Nichtberücksichtigung bei allen Entwürfen, durchaus bewusst, und wird hier wohl eine Wiederherstellung auch des Belvederchens einfordern, und 2. bleibt die Zufahrt zur Tiefgarage am aktuellen Standort, die Rampe in die Tiefe, beginnt allerdings bereits unter dem Haus am Dom, so dass nach des Planungsdezernentens Worten nunmehr definitiv feststeht dass auch das Haus Rebstock rekonstruiert wird. Auch sollen wohl an der Markt-Südseite mehr Rekonstruktionen möglich sein, als in den Architektenentwürfen für das Stadthaus vorgesehen. 8)