Posts by Treverer

    Also, ich finde diese "McMansions", wie sie in den USA gennant werden, scheußlich. Meiner Meinung nach schlimmer als etwas ganz modernes, ist es, wenn man traditionelle Architektur auf diese Weise...parodiert? Alle Proportionen alle Gestaltungsregeln werden hier aus dem Fenster geworfen.
    Unglaublich teure Dinger, wirken aber gleichzeitig unglaublich billig und geschmacklos auf mich.

    Ja, schön ist der Bau nicht. Mal wieder eine vertane Chance (und Lüschers Abschiedsgeschenk an uns. ;), aber hässlich zu sein oder gar keine Qualitäten zu besitzen, kann man dem Bau auch nicht unterstellen. Durch die Materialwahl und Verarbeitung wirkt er recht wertig.
    Das im großen Kontrast zu den "Edelplatten" direkt daneben, die einfach nur billig und ranzig aussehen und eine Schande im Zentrum einer Kapitale eines stinkreichen Kulturlandes sind.

    Ich würde für die Werke Bendemanns eine Rekonstruktion im Großen Ballsaal und Propositionssaal bevorzugen. In meinen Augen hat Einscannen und Ausdrucken nicht die gleiche materielle Qualität, auch wenn es vom optischen Eindruck dem Originalen wohl am nächsten kommt.


    Ich hatte immer den Eindruck, dass du auch ein Anhänger von möglichst authentischen Rekos bist. Warum ist dies hier nicht der Fall? Wo ist der Unterschied zwischen einem WDVS-System am Palais Hoym anstatt einer Ziegelverschalung und einem digitalen Ausdruck der Werke Bendemanns anstatt einer Reko?


    Du hast nicht mich gefragt, aber ich hab als Illustrator und Dozent für Figürliches- und Aktzeichnen dazu auch eine Meinung. ;)
    Man möge mir nun wieder gerne den Kopf abreißen, aber im Großteil aller Fälle kommen malerische Nachschöpfungen nicht an die Originale heran. (Da rollt auch schon der Kopf, haha!)
    Ja, es stecken viele Jahre Recherche, Kunstexpertenwissen, welches das meine bei weitem übersteigt, und ein unglaublicher Aufwand (Geld, Zeit und Schweiß) in den Nachschöpfungen, aber letztendlich bleibt speziell die malerische Umsetzung oft hinter den Originalen zurück.
    Und das ist gar kein Wunder und in keinster Weise ein Vorwurf an die heutigen Restauratoren und Maler, denn die Originalmaler waren oft die Meister, die Genies ihrer Zeit. Wie etwa Louis de Silvestre, der für August den Starken das Dresdner Schloss ausgeschmückt hat. Das kann man bei aller Kompetenz der neu beteiligten Restauratoren und Maler einfach nicht erwarten.
    Nun kommen wir mit Bendemann gar zu Historienmalern des 19. Jahrhunderts. Generell nicht so berühmt und geschätzt, wie ihre Kollegen aus der Renaissance oder dem Barock, aber, Junge, hatten diese Maler was auf dem Kasten. Der Realismus, das Detail... Die schönsten, edelsten Frauengesichter, ein muskulöser, geäderter Männerschenkel mit fast photographischer Qualität wiedergegeben, der raffinierteste, dynamischste Faltenwurf eines Umhangs und so weiter... Ich kenne nur ganz wenige heutige Maler oder Illustratoren, die sowas draufhaben. Diejenigen, die ich kenne, arbeiten alle im internationalen Videospiel- und Film-business. Dort findet man, meiner Meinung nach, die heutigen Meister und Genies der Malerei, und sie arbeiten, verglichen mit den Milliardeneinnahmen von Videospielen und Filmen, für einen Hungerlohn und außerhalb des Business kennt kein Schwein ihren Namen.
    Man kann heute unglaublich viel mit hochauflösenden Kameras, Bildbearbeitungssoftware, Druckern und Knowhow aus dem Setdesign machen. Man könnte, wie Resurrectus beschreibt, auf diese Weise täuschend echte Repliken herstellen.
    Ich nehme leider an, dass wäre unter dem Niveau der Kunstexperten.
    Aber die Malereien müssten ja nicht auf ewig solche Kopien bleiben. Man kann sich gleichzeitig in aller Ruhe daran machen, sie nach und nach gegen konventionelle Kopien zu ersetzen.
    Und wie gesagt, ich schlage den Kunstexperten vor einmal über den Tellerrand zu schauen und vielleicht einen hochtalentierten Illustrator oder Maler aus dem Videospiel- oder Filmbusiness zu engagieren, die nicht nur digital arbeiten.

    Das Aussehen der Bauakademie wird meiner Meinung nach entscheiden, ob der Schinkelplatz ein gutes Ende nimmt oder nicht.
    Die moderne Bebauung ist fade, aber noch keine Vollkatastrophe. Eine originalgetreu rekonstruierte, knallrote Bauakademie wird alle Blicke auf sich lenken und uns die fade moderne Randbebauung vergessen/übersehen lassen. Mit einer modernen Baukiste wird der Platz aber verloren und nicht mehr zu retten sein.
    Echt schlimm, dass die Hängepartie um den Schinkelplatz weiterhin andauert. :(

    ...
    Die GHND sucht noch verzweifelt Leute die Unterschriften sammeln bzw. Listen austragen können.

    Z. B. junge, 20-30jährige Männer, die sich sonst nur den ganzen Tag im APH die Finger wundtippen, könnten zur Abwechslung einmal ganz konkret tun ihr geliebtes barockes Dresden tun!!!!!!


    Vom Rumtippen im APH GESCHIEHT REIN GAR NICHT IN DER REALITÄT


    Hol mal tief Luft und komm wieder etwas runter, danke! Womöglich hast du das schon. ;)
    Es ist offensichtlich ein Thema, in welches du persönlich sehr involviert bist und welches dich sehr bewegt. Wenn, was du hier erklärt hast, alles so stimmt, und du scheinst es genau zu wissen, dann sieht es im Moment wirklich wenig hoffnungsvoll aus.
    Dennoch muss das aber nicht auf immer so bleiben. Auch der Denkmalschutz, wie in diesem Forum so oft erwähnt, ist nicht alles und ist nicht für immer bindend.
    Wir alle sind denjenigen dankbar, die noch nicht aufgegeben haben und sich weiter vor Ort einsetzen.

    Nun zu deinen letzten Bemerkungen.
    Die meisten der jungen Männer (und Frauen), die in diesem Forum schreiben, leben nicht in Dresden, leben weit über das Land verstreut, viele sogar im Ausland. Selbst wenn sie nach Dresden reisen wollten, um tatkräftig mitzuhelfen, können sie womöglich nicht, weil sie ihre eigenen tagtäglichen Verpflichtungen, Sorgen und Probleme haben. Zeitliche, finanzielle, gesundheitliche Probleme...selbst du, der du so viel weißt, hast keinen Schimmer davon. Auch wenn ich deinen Frust nachvollziehen kann, lass mal bitte die Vorwürfe an die Foristen, die sich hier einbringen, sein.

    Du bist leider nicht bzw. zu wenig informiert.


    Genauso, wie du es beschriebst, ist es aber!


    <X||=O


    Kannst du das irgendwie fundieren? Gibt es Pläne/Karten, die zeigen welcher Bereich genau denkmalgeschützt ist? Die besagen, dass die Grundstücke am Königsufer nicht mehr bebaut werden dürfen und Park-und Stellplätze bleiben müssen, weil sie zum Denkmalensemble gehören?

    Editiert:
    Habe es gerade hier selbst überprüft: https://denkmalliste.denkmalpf…Denkmalkarte_Sachsen.aspx

    Einer Wiederbebauung der von mir genannten Grundstücke sollte weiterhin möglich sein, weil sie nicht vom Denkmalbereich (Ist schon purer Wahnsinn dies überhaupt ein Denkmal zu nennen) des Neustädter Marktes betroffen sind.

    Lesen Sie sich mal den nachfolgend verlinkten Artikel durch. Es gibt Kräfte wie die "Neustädter Freiheit" die den Zustand des Neustädter Marktes gern weitgehend erhalten möchten. Was Neugestaltungen mit z.B. Rekonstruktionen natürlich zuwider läuft.


    Quelle: Link


    Ich habe sogar einen Artikel gelesen in dem Erika Schmidt von der Neustädter Freiheit geschrieben hat, dass sie auch gern das Narrenhäusel verhindert hätte, dass aber aufgrund der fortgeschritten Planung wohl schwer möglich ist. Leider habe ich den Artikel gerade nicht parat. Wer ihn kennt und findet, kann ihn gern verlinken.


    Naja, die "Neustädter Freiheit" wird das letztendlich nicht entscheiden, auch wenn man ihren Einfluss auf manche Stadtobersten besser nicht unterschätzen sollte.

    Nach der unter Denkmalschutzstellung des Neustädter Marktes ist es fraglich was davon noch realisiert werden kann. Die GHND hat ja genau deshalb einen Bürgerentscheid gegen die Unterschutzstellung initiiert, weil sie denkt das mit dieser die Wettbewerbsergebnisse nicht mehr realisiert werden können.


    Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Unterschutzstellung den Parkplatz zwischen Bilderberg Bellevue und Blockhaus sowie dem Stellplatz zwischen Blockhaus und dem Finanzministerium einschleißt.
    Zumindest entlang des Königsufers sollten Neubauten, im besten Fall Rekos und angepasste Neubauten, wie auf den verlinkten Visualisierungen zu sehen, noch immer möglich sein. Das Narrenhäusel macht ja bald den Anfang.

    Nach der umfassenden Untersuchung und Reinigung der Plastiken erfolgt die fachgerechte Instandsetzung. Diese umfasst die Ausbesserung und Reparatur von Schadstellen und die nachhaltige Konservierung der eindrucksvollen Greifen und Lyren. Die Arbeiten im Rahmen der Sanierung werden wahrscheinlich bis Ende 2021 andauern. Die geplanten Gesamtkosten belaufen sich auf ca. 75.000 Euro. Die Maßnahme wird finanziert durch Steuermittel auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushalts.


    Was ist hier eigentlich passiert?
    Die restaurierten Greifen und Lyren sollten bereits vor einem halben Jahr wieder zurückkehren, sind es allerdings noch immer nicht. :(

    Die Beete machen in der Tat sehr viel mehr her, als die graß- und unkrautbewachsenen Trampelpfade an den Rändern des übrigen Mittelstreifens von Unter den Linden. Ich würde es sehr begrüßen, wenn auch der Rest von Unter den Linden diese Beete erhielte.

    Was wird denn jetzt aus dem Haus hinter Sankt Hedwig? Ich meine das auf den Bildern eingerüstete Haus. Ich weiß, dass man es vor einigen Jahren noch plante abzureißen und gegen einen Neubau zu ersetzen. Die Neubauvorschläge waren eine absolute Katastrophe. Unpassender und hässlicher für Berlins historische Mitte hätte es kaum gehen können. Diese Pläne sind hoffentlich vom Tisch? Vielleicht erhält das Haus jetzt nur eine Umfassende Sanierung? Die hat es jedenfalls nötig.

    Oha...!
    Mal abgesehen von irgendwelchen Zensur Verschwörungstheorien, war es sehr riskant sich so offen mit der Stiftung Humboldt-Forum anzulegen. Ob gerechtfertigt oder nicht (und ich persönlich glaube von Boddien und stehe fest hinter ihm), dass ist einfach keine gute Werbung für Schloss oder H-F und kann zu noch größeren Zerwürfnissen führen.
    Insgeheim hoffe ich ja, dass dieses Extrablatt Anstoßpunkt eines vernünftigen Dialoges zwischen den beiden Parteien war und das Extrablatt einfach zurückgezogen würde, um guten Willen zu beweisen.

    Mal eine Frage:
    Es wird ja schon seit Jahrzehnten fleißig auf der Museumsinsel gebaut. Das Neue Museum wurde mit harten architektonischen Kontrasten wiederaufgebaut, die James Simon Galerie stieß in komplett modernen Gewand hinzu, das Pergamonmuseum erhält gerade moderne Anbauten, eine unterirdische Promenade ist noch immer geplant...gabs da eigentlich nie Stress mit der UNESCO und dem Welterbestatus der Insel?
    Anderswo scheint die UNESCO ja ganz genau hinzusehen und hat in letzten Jahren anderen Städten gedroht (Köln) oder eine Aberkennung sogar durchgezogen (Dresden, Liverpool).

    Ein Mittelding zwischen Konservierung von allen Alterungs- oder Kriegsschäden und Totsanierung müsste in Deutschland gefunden werden. Das klappt in anderen Ländern, wie Erbse erwähnte, ja auch. In D muss leider immer alles so radikal sein.
    Es ist immer wieder traurig, wenn man ausländische Gäste in deutsche Altstädte begleitet, und diese, wegen der totsanierten Fassaden, immer davon ausgehen, dass alles neulich erst wie in Dresden rekonstruiert wurde.

    Es war echt bitter das Extrablatt durchzulesen. Sehr viel bitterer muss es natürlich für von Boddien gewesen sein, denn sonst wäre er sicher nicht auf die Idee gekommen, so öffentlich und direkt auf die Schmutzkampagne zu antworten und auf die Probleme mit der Stiftung Humboldt-Forum hinzuweisen.
    Er hat sicher pro und contra genau abgewägt, aber es erscheint mir schon riskant, sich so öffentlich mit der Stiftung auseinanderzusetzen. Wenn das mal gut geht...
    Vielleicht denkt/oder weiß er aber auch, dass da eh bereits alle Brücken abgebrochen sind. Es hört sich nämlich stark danach an, als wolle die Stiftung den e.V. Ende 2023 sang- und klanglos aus dem Haus werfen.
    Absolute Schweinerei, denn das Humboldt-Forum gäbe es ohne den Wiederaufbau des Schlosses und von Boddien, der dies angestoßen hat, überhaupt gar nicht.

    Wow, diesmal kein Blatt vor dem Mund im ersten Artikel. Von Boddien rechnet mit der Schmierenkampagne rund um den Wiederaufbau des Berliner Schlosses ab. Ich habe mich länger gewundert, was von Boddien dazu denkt, und ob er es mal öffentlich aussprechen wird. Das hat er nun getan.
    Ich finde, er hätte ruhig die gewaltige Ironie und Ungerechtigkeit, dass das Schloss, mit Zeitzeugen von Monarchie und Kirche so verdammt wird, während der Palast der Republik, Zeitzeuge eines Unrechtstaats, hingegen so verklärt wird, ruhig noch genauer benennen können.

    Nachtrag:
    Ich sehe, der Rundumschlag geht auf den nächsten Seiten weiter. ;)

    unify Bei den Visualisierungen kann man man die Leutbauten getrost außer Acht lassen. Diese werden im Zustand ihrer höchsten Kunsthistorischen Qualität wiedererrichtet. Und dazu gehören beim Palazzo Barbaran auch die Figuren, unabhängig was die Visualisierung zeigt. Ähnlich verhielt es sich im Block III wo das Klingnersches seine Ochsenaugen im Mezzanin zurückbekommt, und beim Plögerschen Gasthof der Historismus-Balkon im Piano Nobile wegfällt.

    Wie sieht es mit dem Haus am Alten Markt 13/14 aus? Auf Visualisierung wirkt es teils stark verändert. Nicht nur dass Relief und Statuen wegfallen, auch in anderen Fassadendetails weicht es vom ursprünglichen Haus ab.