Posts by Treverer

    Aiaiai... Ich hoffe, dass mit dem Abriss war ein Witz. Das klang zumindest wie ein Witz. Die Sache mit der Kunst am Bau, was einen Abriss ausschließt, klang aber ebenso lächerlich.

    Okay, ich oute mich jetzt mal hier, kann sein, dass ich das aber schon mal gemacht habe. Ich finde, die neuen Bundesbauten haben was. Ja, was schickes klassizistisches im römischen oder griechischen Stil wäre das Allerbeste gewesen, leider friert eher die Hölle zu, aber die Schultes-Bauten haben was in ihrer Monumentalität, Massivität und ihrem...dystopischem(?) Futurismus. Die sind schon sehr eindrucksvoll.
    Da soll z.B. im Marie-Elisabeth-Lüders-Haus eine Treppenhalle rein, die wie aus einem Science-Fiction entsprungen scheint:

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    Schön ist was anderes, aber ich würde schon staunen, wenn ich diesen Raum betreten würde und ihn auf mich wirken lassen würde.

    Ja genau, im Grand Budapest Hotel hatte der Zwinger einen prominenten Auftritt als fiktives Kunstmuseum:

    Das Problem mit diesen Auftritten ist, dass die schöne Filmkulisse nicht genannt oder als anderer Ort ausgegeben wird.

    Ähnlich wie mit Berlin in der Hitserie The Queen's Gambit. Die Stadt sprang ein für Paris, Moskau, Mexico-City... Und damit wurde die Schönheit und Eleganz von Paris durch das Bode-Museum promoted, nicht Berlin. Und Paris hats nun wirklich nicht mehr nötig. ;)

    Sehr beeindruckendes Projekt, wenn das denn auch tatsächlich so kommt. In Berlin wäre ich bei sowas immer vorsichtig. ;)
    Super Sache, dass Patzschke das abgesahnt hat. Das bisher größte Projekt des Architekturbüros, oder? Hat das Potential ein wunderbares, neues Viertel zu werden.

    Dafür ist Prag einer der ganz großen Player, wenn es um die europäische Architekturgeschichte geht. Da kann Dresden nicht ganz mithalten, trotz einiger bedeutender Bauten. Und Prag bietet etwas, was Dresden kaum erreichen kann: die Atmosphäre und den Charme des Authentischen, einer nie zerstörten, gewachsenen Stadt.


    Die große Masse der Touristen kommt nicht nach Prag wegen seiner Architekturgeschichte. Ganz oberflächlich ist es wegen der Schönheit und, wie du schon meintest, Atmosphäre und Charme der Stadt, und weil andere schon da waren. Prag ist sehr "instagramable" und man sieht es außerdem regelmäßig im TV und auf der großen Leinwand.
    Neulich gab es da wieder einen Agenten-Action-Thriller und es ging mal wieder nach Prag. Es ist immer ganz lustig (oder traurig) zu sehen, dass nie was von Tschechischer Kultur erwähnt wird. Wenn es nach Frankreich, Italien, ja selbst Deutschland, geht, wird immer so ein bisschen Kultur und Sprache der Länder eingeflochten. Da sagt Liam Neeson schonmal: "Fraulein, eine Bier bitte!"
    Keiner weiß irgendwas von Tschechien, kann auch nicht ein Wort Tschechisch, aber Prag ist halt einfach unglaublich schön.
    Außer der Tilgung von der Landkarte wird Dresden nicht im TV oder Kino gezeigt oder erwähnt.
    Dresden bietet aber unter anderem diesen guten Marketingansatz: Der Phönix, der aus der Asche stieg. Das beeindruckt, inspiriert und lockt die Menschen ebenfalls an.
    Dazu müssen die Aufbauanstrengungen, speziell die Rekonstruktionanstrengungen, aber ein paar Schippen zulegen, denn Dresden macht im Moment noch aus vielen Perspektiven einen recht unfertigen, erbärmlichen Eindruck.

    Mir ist insbesondere in den Vatikanischen Museen und im Rijksmuseum aufgefallen, dass scheinbar so ziemlich jeder deutsche "Badelatschenträger" mal rein muss. Dafür macht er dann in Deutschland doch stets einen gepflegten Bogen um die Hochkultur...

    Das ist mir traurigerweise schon lange aufgefallen. Egal wo ich war; Rom, Paris, Wien, Madrid...wenn der Deutsche im Ausland ist, dann ist er immer fasziniert von und interessiert an fremder Kultur. Da weiß er plötzlich historische Schönheit und Pracht zu schätzen. Zurück im eigenen Land würde er keinen Cent für Kunst und Kultur ausgeben und belächelt oder verächtet gar größere und teurere Kulturprojekte.
    Musste letztens wieder mal den Kopf schütteln, als ich die ignoranten Kommentare unter einer Doku zur Rekonstruktion der Gelben Treppe in der Münchener Residenz las: "Was für 'ne Geldverschwendung!"

    Die Zahlen zu den Dresdenbesuchern sind übrigens sehr interessant. Also nur 10% ausländische Touristen... Schlimmer noch als ich befürchtete. Dabei hätte Dresden das Zeug zu einem zweiten Prag zu werden, wenn man nur wollte. Aber man will ja nicht... Mit dem Neustädter Markt und dem abrupt beginnenden Nirgendwo direkt um die Altstadtinsel wird das nichts.

    Dem schließe ich mich an. Weiß oder ein ganz helles Beige sieht an dieser Stelle gar nicht gut aus.
    Was ist das außerdem für eine Linie oder Fuge zwischen dem 1. und 2. Obergeschoss?

    Ich habe mir etwas mehr von dieser Fassade erhofft. Besser als alle modernistischen Fassaden ist es dennoch!

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    Nicht historisch? Der Baumbestand sah sehr üppig aus.

    Du weißt schon, dass dies die Baumgruppe auf der Grünfläche des Schinkelplatzes ist, die ich explizit erwähnt habe und die im Moment, nach der Rekonstruktion vor einigen Jahren, noch sehr jung und daher mickrig ist?
    Noch mehr Rasenfläche, noch mehr Bäume, die alle Straßen und Plätze rahmen, ist eben nicht historisch.

    Ihr und euer Grünwahn immer. ;) (Beziehe mich hier speziell auf Klassiker.)
    Der Schinkelplatz is bereits begrünt mit einer Rasenfläche, Büschen, Bäumen, die müssen nur noch etwas wachsen, und Blumenrabatten um den Springbrunnen. Direkt gegenüber des Platzes befindet sich auch in Sichtweite das Grün des Lustgartens.
    Es muss nicht immer alles voll mit Rasenflächen oder Bäumen in einer Stadt sein. Das ist auch gar nicht historisch. Vor dem späten 19. Jahrhundert haben Bäume nicht jede Straße oder jeden Platz gerahmt.

    Ich stimme allerdings zu, dass der Platz einsam und leer wirkt. Straßencafes wären hier perfekt! Der Schinkelplatz ist ja aber noch immer eine halbe Brache. Also warten wir mal ab, wir erleben das hoffentlich noch, wie er sich entwickelt, wenn die Bauakademie wieder steht.

    Meinen Dank an die FAZ.

    Das mindeste, was man von der Stiftung Humboldt-Forum und ihrem Warnschild erwarten kann, ist damit historisch korrekt zu bleiben, also bei der Wahrheit zu bleiben. Der Umstand, dass die Stiftung zur Geschichtsumdichtung greifen muss, zeigt nur auf, dass die tatsächliche Geschichte wohl doch nicht so schwarz und weiß und reißerisch war, um das Warnschild zu rechtfertigen.

    Nun stellt sich mir leider auch die Frage, wie ehrlich ist die Stiftung eigentlich in ihren Ausstellungen? Muss ich da jetzt auch jedes Schild hinterfragen?

    Könntest du uns da bitte ein paar Links mit Beispielen zur Verfügung stellen? :)

    Gerne. Hier hätten wir z.B. den in Kanada ansässigen matte painter und concept artist Sasha Beliaev:

    Das Zeitfenster für Rekos scheint mir gerade zuzugehen.


    Jetzt kommt wieder eine düstere Epoche à la 60er/70er Jahre auf uns zu.....


    Sehe ich gar nicht so. ;) Der Eindruck mag sich bei dir erwecken, weil...
    1)...die größten und bedeutendsten Rekonstruktionsprojekte beendet wurden oder kurz vor der Beendigung sind. Da überkommt einen schon mal eine Leere und Melancholie.

    2)...weil die beiden großen, sich gerade in der Endphase befindlichen Rekonstruktionsprojekte, die des Berliner Schlosses und der Garnisonkirche, so umstritten sind und sehr kontrovers diskutiert werden. Da erscheint es so, als ob sich plötzlich alles gegen Rekonstruktionen verschworen hat.
    Gleichzeitig stehen aber schon viele kleinere Rekoprojekte in den Startlöchern, die nicht or kaum umstritten sind.

    So das Narrenhäusel in Dresden, Innenräume des Dresdner Schlosses, weitere Gebäude um den Alten Markt in Potsdam, die Turmspitze des Frankfurter Rathauses, der Turm des Neustrelitzer Schlosses etc., und es kommt immer mal wieder ein neues Projekt mit den Jahren hinzu.

    Ich hoffe sehr, ihr tut Frau Jähnigen, so ideologisch sie auch sein mag, unrecht und sie legt doch dem Wiederaufbau des Hotel Stadt Roms keine Steine in den Weg.
    Es braucht den Bau, um die letzte klaffende Lücke zu schließen und den Neumarkt zu vollenden. Es wäre eine Schande es nach Jahrzehnten harter Arbeit und großem Zwischenerfolg nicht zu tun. Wie wenn ein Marathonläufer nach vielen Kilometern an vorderster Stelle und wenige Meter vor dem Ziel einfach stoppt und das Handtuch wirft.



    Scheint ganz so als ob Herr Hilbert vorne liegt und keiner der drei Kandidaten, mit denen der Verein vorher gesprochen hatte. Weiß man, wie Herr Hilbert zu einem schönen, harmonsichen Stadtbild und Rekonstruktionen steht?

    Ach, als Nicht-Dresdner merke ich gerade erst, dass er der aktuelle Amtsinhaber ist. ;)

    Street View ist eine super Sache. Wenn du allerdings nach Hause kommst und die Haustür steht offen, weil jemand vor dir da war, ändert das möglicherweise die Sichtweise.


    Ich durfte das als 7-jähriger miterleben.


    BTW, unser Haus ist nicht verpixelt.


    Echt schlimm, dass dir dies passiert ist, tut mir leid. Die Frage darf aber auch erlaubt sein, woher du weißt, dass speziell Google Streetview die Einbrecher angelockt und veranlasst hat dort einzubrechen?

    Hier gibt/gab es keinen Stuck, um zu restuckieren. Das war/ist alles Sandstein, und wenn man die ganzen bildhauerischen Werke nachschaffen würde, wäre das ein ähnlich großer Kraft- und Kostenakt, wie der des Berliner Schlosses. Das sagt dann auch schon alles...

    Es muss auch ein Kraftakt gewesen sein, um überhaupt alles von der Fassade abzuschlagen bzw. die komplette Steinverkleidung auszutauschen. Was eine Barbarei

    An sich hab ich ehrlich gesagt nichts gegen diese Freitreppe. Sie sieht Visualisierungen zufolge nicht schlecht aus, und sie wird viel Aufenthaltsqualität mit sich bringen. Ich bin mir sicher, Berliner und Berlin-Besucher werden sich dort in der Sonne tummeln, ähnlich wie an den Freitreppen anderswo an der Spree, z.B. am Reichstag.
    Ich hoffe nur inständig, dass dies nicht auch letztendlich das bescheuerte Flussbad mit sich bringen wird. Es würde nur zu noch mehr Umbauten der historischen und eigentlich denkmalgeschützten Uferwände und des Sockels des Nationaldenkmals kommen. Glücklicherweise sind dagegen selbst die Einheitswippen-Macher.