Posts by Mephistino

    Weiß man, ob von den Glocken eine überlebt hat?


    "... ewiger Friede der Kirche, ihrem turm und seinem Geläut!" (Kaiser Wilhelm II bei der Einweihung der KWK)

    Ich werd mir die sache am WE mal genauer ansehen, vielleicht hab ich auch Gelegenheit, mit dem einen oder anderen zu reden. Auf jeden Fall werd ich mich mal mit einem befreundeten journalisten zusammensetzen und mal n bischen was dazu schreiben, vielleicht bringts ja was... Die Presse ist immerhin eine nicht zu unterschätzende Macht. Und so eine sache kann jede unterstützung brauchen.
    Wer am we in FFM mal persönlich mit mir reden will, sollte sich mal bei mir melden ;)

    nun ja, der Turm ist ja noch da (zumindest Teilweise)...
    Aber du hast recht, sie kann ebenfalls als Verlust verbucht werden, zumal der Plattenanbau wohl inzwischen auch arg sanierungsbedürftig ist... Beton ist eben doch kein Baustoff für Jahrhunderte. Ich würde es ausserdem begrüßen, wenn der Turm mal renoviert werden würde. Optimal währe zwar, ihn wieder auf die ursprüngliche Höhe zu bringen, aber erstmal währe es schon positiv, die unteren Turmgeschosse wieder in einen nutzbaren zustand zu bringen. richtige fenster statt Maschendraht währen schion mal ein guter Anfang...

    Quote from "baukunst-nbg"

    Auch in MV gilt demnach verdrehtes Recht ... :P : Konstitutive Denkmalbücher/-listen haben BB, BR, HH, NW, RP und SH. Die übrigen Denkmalschutzgesetze beruhen grundsätzlich auf dem nachrichtlichen System wie es auch in Bayern gilt.


    M/V hat hat noch ganz andere Absonderlichkeiten was Gesetze angeht... Das sind so sachen wir Schatzregal, Denkmalregal und Kulturgutschuttzverordnung noch mit die harmloseren Späße. Was nichts daran ändert, dass ich die Methoden des Denkmalschutzes und der Denkmalpflege in Deutschland für überarbeitungswürdig halte.


    Aber zurück zu Thema

    mit juristischer Subsumtion kommt man da nicht weiter, man muss vergleiche zu anderen baulichkeiten ziehen, in denen ähnliche Ausdrucksweisen Denkmalschutz begründeten oder eben nicht begründeten.


    So wie es da steht, bezieht sich der Denkmalschutz aber wohl nur auf das Erdgeschoss, das Treppenhaus und die Hofarkaden. Anderenfalls währen zu der "Überbauung" weitere Einzelheiten wie Geschosszahl, Bauform, Stilmerkmale und Baumaterial erwähnt worden.


    Anhand solcher Beispielsuche könnte man auch klären, ob es sich bei dem Mayerbau (alleingenommen oder in Verbindung mit der Renaissance-Substanz) überhaupt um ein Urheberrechtsgeschütztes Kunstwerk handelt. Wenn das komische Gestell auf dem dach nicht zum Originalentwurf gehört und ohne die ausdrückliche Erlaubnis Mayers aufgesetzt wurde und Mayer nicht innerhalb einer bestimmten Zeit protestiert hat, kann man nämlich argumentieren, dass der Urheberrechtsschutz konkludent aufgehoben wurde oder gar nie existiert hat. Urheberrecht an gebäuden ist ein sehr umstrittenes Thema, weil die Einordnung eines Gebäudes als Kunstwerk nicht klar ist.

    Hoffentlich kommt dann keiner auf die Idee, die derzeit als Magazinräume genutzen Sääle des Naturkundemuseums im Sanierungstaumel zu entstucken. zuzutrauen wär es den Verantwortlichen jedenfalls.

    Bei der Neubrandenburger Brauerei genügte ein ausser Kontrolle geratener Bulldozer, die statik des Gebäudes so zu gefährden, dass die Denkmalpflege dem Abrißzustimmen musste, warmer Abbruch wirkt auch manchmal wunder... Ich will jetzt nicht zu illegalen Handlungfen anstiften, sondern nur aufzeigen, wie die gegenseite sich normalerweise des lästigen Denkmalschutzes entledigt

    was mich an dieser stelle erstaunt, ist dass Prof. Dr. B. P. Michailow in der "Großen Sowjet-Enzyklopädie Architektur" (ein für eine große Enzyklopädie erstaunlich kleines und dünnes Büchlein) von 1950 (in der deutschen Übersetzung im Bruno Henschel Verlag Berlin 1951 erschienen) teilweise wortwörtlich die selben Sätze verwendet, wie Dr. Rudolf Wolters in "Neue Deutsche Baukunst" (Hrsg. Albert Speer) von 1941. Es wurde nur "nationalsozialistisch" durch "sowjetisch" ersetzt.


    Bei Gelegenheit poste ich mal einige Zitate aus den beiden Büchern, die von ihrer ideologischen Färbung abgesehen tatsächlich recht interessante Quellen darstellen.

    Ausserdem würde das die doch ach so entfernten könige und Kaiser den menschen wieder näherbringen und somit ein stück zur nationalen Identität beitragen. In prag ist der Krönungsweg der bömischen Könige ja auch Pflichtprogramm in den grundschulen, live und in Farbe, nicht nur in staubigen büchern und auf Bildern. Und wenn sio ein kleiner prager steppke sich einmal im leben wie König Karl IV gefühlt hat, dann verbindet ihn das gleich mit der Geschichte seines Landes.


    Ich habe bei einer Führung in der großen Stadtkirche St. Marien in Prenzlau mal einen grundschüler in eine der Chornischen gestellt, während ich die Funktion derselben erläutert habe. Dadurch, dass damit die Geschichte des gebäudes erlebbar wurde, ist sicher mehr davon hängengeblieben, als wenn ich das im Lehrerton erzählt hätte. Bei einigen von den Kindern war schon der Umstand, dass sie bei der Führung ausnahmsweise mal hinter die Absperrung des Hochaltarbereichs durften, und Dinge zu sehen bekahmen, die dem normalen Besucher verborgen bleiben (das zumindest glaubten sie da), dafür zuträglich, dass sie zuhörten und die Augen aufmachten. Und so bekamen sie tatsächlich mehr zu sehen als wenn sie einfach als Pulk vor dem Hochaltar die Ausführungen einer Lehrerin als lästige Hintergrundmusik zu ihren Gesprächen über Fußball, Autos, Klamotten oder süße Schauspieler empfunden hätten.


    Dieses Beispiel zeigt einerseits, dass erlebbare Geschichte überhaupt erst das Interesse an der Geschichte und damit an der eigenen Identität weckt. andererseits zeigt es deutlich, dass die Architekten und stadtplaner von heute in ihrer Schulzeit keine Studenten hatten, die ihnen die "Geheimnisse" der Überbleibsel alter Zeiten gezeigt haben oder gar in einer völlig Kulturlosen Umgebung aufgewachsen sind. Wer natürlich sein Leben lang als sagrotan-Kind keimfrei gehalten wurde, wird früher oder später in der richtigen Welt böse krank werden, und wer in einer kultursterilen Umwelt großgeworden ist, muss zwangsweise Fachwerk und historische Bausubstanz, Stuck und Naturstein als ein Übel sehen.
    Die Krankheiten der Menschen sind die Krankheiten der Gesellschaft.


    komisch nur, dass das fachwerk der "Ostzeile2 als "steril" verschriehen wird...

    Fachwerk kann meiner Ansicht nach, schon alleine wegen seiner statischen Funktion, kein reines Phantasieprodukt sein (ausser, es ist vor eine massive Wand vorgeblendet).
    Für mich ist der Vorwurf gegen die "Ostzeile" in soweit nachvolltiehbar, als dass die Häuser von der Konstruktivität relativ neu aussehen, ihnen fehlen die typischen Merkmale historischem Fachwerks, wie durchgebogene Balken und Wandneigungen, die sich bei Fachwerkgebäuden erst allmälich einstellen. Trotzdem siend diese Haüser stadtbildprägend und ein wichtiger teil der architektonischen Identität Frankfurts. Und natürlich wurden achwerkhäuser auch in früheren Zeiten, nach Bränden, Stürmen, Wurm- oder Schwammbefall oder ähnlichem wieder aufgebaut und standen dann auch noch ganz grade, bis sie sich, Materialbedingt eben wieder durchbogen und neigten.
    Das gerade ist jetzt aber kein Grund, diese Häuser zu verteufeln, sondern vielmehr ein Grund, dankbar zu sein, dass diese häuser wiedererstanden sind.
    Ausserdem stellt sich dann die Frage, was gegen das Bauen von Fachwerkhäusern spricht. Eigentlich doch nur die Mode und die ist, wie der Name schon sagt, stetem Wandel unterlegen.
    Warum ist man nicht so fair und ehrlich und räumt Neubauten in Fachwerkbauweise eine Daseinsberechtigung ein? Wenn diese Fachwerk-Neubauten dann in Form und gestalt den Häusern entsprechen, die vor dem Kriege da gestanden haben, um so besser.
    Es gibt in frankfurt zwischen Römer und dom nur eine architektonische Katastrophe, und das ist der Umstand, dass dort NICHT nur Fachwerkhäuser stehen.

    ist ja auch nur Nostalgie...
    Nein, da steckt durchaus sysem dahinter, man will die DDR-Nostalgie bewusst gegen die "Preußische Stadtschloßnostalgie" setzen. Dass man sich damit selbst dem Vorwurf der verklärten träumerei preisgiebt, scheint niemanden zu stören...


    P.S. Ich habe nichts gegen DDR-Souviniers, immerhin ist die DDR Teil meiner persönlichen Geschichte und Identität. Aber man kanns auch übertreiben.

    Sichtachsen sind doch langweilig, man hat binnen kürzester Zeit das Gefühl, alles schon gesehen zu haben. Dasd mag bei barock und Klassizissmus ja schön sein, passt aber wenig zum Mittelalterlichen, wo ja gerade das entdecken von neuen An- Ein- Durch- und Ausblicken und der deteilreichtum, der von einer sichtachse nur sehr unvolkommen erfasst werden kann den reiz ausmachen.

    Leider gibt es derzeit genau 2 Punkte, die gegen eine solche Rekonstruktion sprechen:


    1. Der Selbstverwirklichungswille vieler Architekten und die damit verbundene Bereitschaft, auch unlautere Mittel und wege einzusetzen
    und
    2. die (irrige) Annahme, dass kleingliedrige Bebauung mit Nutzungseinschränkungen verbunden ist, die wieder Investoren abschreckt.


    Dazu kommt die unseelige debatte mit dem bösen D-Wort und diverse andere Unkenrufe sowie die populistisch verbreitete Unwahrheit, dass dafür Unsummen von Steuergeldern verschwendet würden.

    Der Fassade nach würde ich vermuten, dass der Eckrisalit mal eine türmchenartige Dachgestaltung hatte und dass über dem etwas vorstehenden Fassadenteil ein Voluntengiebel stand. Dazu passend würde ich auf Mansarddach mit Gauben tipen...
    wenn sich kein vorkriegsbild findet, kann ich mal ne Zeichnung von meiner vermutung machen...