Posts by Mephistino

    Das subjektive Schönheitsempfinden ist auch vom Zeitgeschmack abhängig. es gab Zeiten in denen Barock als das nonplusultra empfunden wurde, und Zeiten in denen er einfach nur als überladen und hässlich galt.

    Einen vergleichbar monumentalen Bau findet man, wenn auch stark verstümmelt, in Plauen/Vogtland, in Form des neuen Rathauses. Leider wurde die im Krieg zerstörte Nordfassade in den 70gern durch eine hässliche und unpassende Glasfassade ersetzt.

    Dafür ist von einigen gotischen Kathedralen bekannt, dass teilweise sogar mehrmals, die Gewölbe wieder runtergekommen sind...
    Nun gibt es Historiker, die behaupten, dass da absichtlich nachgeholfen wurde, um z.B. den Bau breiter machen zu können, was ich für Unfug halte...


    Andererseits ist das große statische Problem des Flachdachs, dass es keine ausreichende Dachentlastung hat. Wenn dann mal etwas mehr Schnee fällt...

    Quote from "Max"

    Heißt das, daß bei Brandstiftung das Opfer auf dem Schaden sitzen bleibt, wenn die Täter keinen Schadenersatz leisten können?


    kommt drauf an, was im "Kleingedruckten" des Vertrags steht...


    andererseits, wenn man gegen den Brandstifter eine Schadensersatzklage durchgesetzt bekommen hat, hat man einen vollstreckbaren Titel auf 30 Jahre, heisst, man kann dem Verurteilten 30 Jahre lang (bis auf den gängigen Existenzminimum-Satz) alles wegnehmen, was der erwirtschaftet.
    nach 30 Jahren verjährt zwar die Vokllstreckbarkeit, nicht aber die Schuldsumme selbst, man kann dann z.B. die Erben verklagen. Unter Umständen kann das dann auch der Staat sein ;)

    Die Gebäude für Freilichtmuseen sind meist nicht für ihre ursprüngliche Nutzung freigegeben und haben zudem oft auch die vom Gesetzgeber geforderten Einbauten, wenn auch in versteckter Form.

    nuja, wie ich schon öfter sagte, so hässlich find ich den PdR gar nicht und das onzept hinter dem Palast war auch recht gelungen. Aber da, wo er (noch) steht, passt er einfach städtebaulich nicht hin. Was allerdings genial währe, währe, wenn ein Flügel des wiederaufgebauten Stadtschlosses das Konzept des PdR aufgreifen würde. Auch einige der Kunstwerke aus dem PdR sollten ihren Platz im Schlossinneren finden.

    Mein erster eindruck von der KWGK war: WOW...
    mein zweiter Eindruck war: Meine Fresse, ist der Anbau hässlich... was soll das überhaupt sein? und vor allem, wann wird das Notprovisorium wieder abgerissen?


    und an der einstellung hat sich bis heute nix geändert.

    Also eine originalgetreue Reko wird aufgrund der derzeitigen Bau- und Brandschutzbestimmungen nicht möglich sein. Der Hof hat ja in jeder erdenklichen Hinsicht gegen Bauvorschriften verstossen und konnte eigentlich nur wegen bestandsschutz und Denkmalschutz so existieren. Mit dem Brand ist beides weggefallen, damit ist das Ding wohl endgültig verloren. Es sei denn, die deutsche Bürokratie handelt ausnahms- und wunderbarerweise mal entgegen ihrer Natur und erteilt doch eine Baugenehmigung... aber da kommt eher der Heiland wieder, glaub ich...

    Dabei währe vielleiocht auch interessant, inwieweit Planungen nach dem Kriege umgesetzt wurden, die ursprünglich woanders vorgesehen waren...


    Beispiel: Das Polizeipräsidium Rostock wurde nach Plänen des Architekten Hermann Giesler in den 1950ger jahren errichtet. Der zugrunde liegende Plan ist der der nie gebauten "Hohen Schule der NSDAP" in Herrenchimsee, lediglich etwas verkleinert, in den Gebäudeproportionen jedoch dem Originalentwurf treu.


    Teilweise stammen die "aufgelockerten" Stadtplanungen aber auch aus der Zeit vor dem Nationalsozialismus, namentlich aus der Zeit der "neuen Sachlichkeit", wie beispielsweise in Rostock.


    Prinzipiell halte ich die "Architektur der Stadtlandschaften" und den Monumentalismus der 30-50ger Jahre nicht für schädlich. Allerdings ist sie immer dann abzulehnen, wenn gewachsene Innenstadtstrukturen dadurch zerstört werden/wurden.


    Interessant währe an dieser Stelle, dass sich auch die "sowjetische Architektur" und die "neue amerikanische Architektur" der selben Argumente bediente. Es ist also kein Nationalsozialistisches Phänomän.


    Desweiteren weise ich darauf hin, dass jegliche politischen und piolitisierenden Argumente in Rekonstruktions- und Stadtreperaturdebatten fehl am Platze sind. Sie führen zu einer Verhärtung der Fronten und damit zum Stillstand.

    Quote from "der_Sauerländer"

    Ich finde politische Argumente haben hier sowieso nichts zu suchen. Sonst stellt man sich auf eine ähnliche Ebene wie die Schlosssprenger von 1950. Wenn man die Debatte rechtzeitig auf das Stadtbild und die Architektur beschränkt hätte, könnte der Kasten schon seit 10 Jahren weg sein.


    meine Rede...


    Nu schaun mer mal, wie bald es mit dem schloss weitergeht und welche Steine da noch im Weg liegen... der Dickste Brocken dürfte jedenfalls bald weg sein...

    OK, das ist nicht nur nicht am rotenm Platz, sondern ein ganzes Ende davon weg, nämlich gegenüber des Alexandrow-Gartens, also schon ausserhalb des mittelalterlichen aber innerhalb des historischen Stadtkerns Moskaus.
    Die Tverskaya Ulitsa ist die zum Nationalplatz führende Verlängerung des St. Pertersburg-Prospekts und als eine der wichtigsten Ausfallstraßen schon autobahnähnlich ausgebaut.

    Quote from "Ben"

    Hast du ein Bild von diesem Entwurf? Ich kann im Bildindex z.B. nichts vergleichbaren finden...Nur das hier, aber das entspricht ja nicht deiner Beschreibeung...



    Quelle: http://www.bildidex.de


    Das ist der 4-flügelige "Idealentwurf" von Schlüter mit den Schlüterhof, ohne die nach Westen weisenden Erweiterungsflügel und ohne den Eosander-Riegel. auf der rechten Bildseite ist die schlütersche Spreefassade zu sehen, die, zumindest, wenn das Modellbild dem Entwurf entsprach, von Eosander nochmals abgewandelt wurde. Der auf dem Bild erkennbare Mittelrisalit wurde wohl von Eosander breiter und reicher gegliedert geplant.


    Ich kann leider nur aus meiner erinnerung schreiben, ich weiss nicht einmal, ob das Modellbild, das ich mal gesehen habe, nun einen konkreten Entwurf zeigte, oder ob da nur eine Beschreibung Eosanders umgesetzt wurde...

    Also zumindest ein Modell einer möglichen Schlossreko hats unter Honni wohl tatsächlich gegeben, allerdings währe das keine 1:1 Reko geworden sondern ein versetzter Bau mit anderen Proportionen und den Fassaden des Schlosses. Einzig der Eosanderflügel, wenn auch ohne Kuppel, währe 1:1 übernommen worden. Die Planung sah eine fast quadratische 4-Flügelanlage vor, die so gestanden hätte, dass der PdR frei daneben stehengeblieben währe und mittels eines modernistioschen Verbindungsbau mit dem "Interimsschloss" verbunden worden währe. Das zumindest ist bei mir so hängengeblieben, ich hab mal fotos von dem Modell gesehen... Ich weis allerdings nicht, wo das Modell abgeblieben ist und ob es Bilder davon irgendwo im Netz gibt...

    Wie gesagt, ich halte es mit Schinkel, am liebsten wär mir die Schlüter/Eosandersche barocke Spreefassade, die aus Kostengründen seinerzeit nicht gebaut wurde...
    Die Fassade hätte, soweit ich mich an die Zeichnung erinnere, ein "Gegenstück" zum Eosanderportal als zentrales Element gehabt, einen einem römischen Triumphbogen nachempfundenen Mittelrisalit, der aber anders als Das Eosanderportal keinen Torbogen sondern eine offene Halle gebildet hätte. Dieser währe von 2 Türmchen mit quadratischem Grundriß flankiert worden und hätte keine aufragende Kuppel gehabt (die Kuppel über dem Eosanderflügel war ja im ursprünglichen Entwurf auch nicht vorgesehen)


    Nur ist diese Fassade, die nie mehr als ein Entwurf war, nie umgesetzt worden und somit noch schwehrer zu begründen als die Renaissancefassaden die sich bis zum Kriege dort befunden hatten...