Posts by HalleLuja

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    "introvertierter Blockrand"...vollkommen Gaga

    Klingt etwas unbeholfen, so wie der Rest der städtischen Pressemitteilung auch. Aber in dieser Formulierung versteckt sich wohl eher Kritik and den Betonkonvoluten der meisten anderen Wettbewerbsentwürfe. Im "Grünen" Darmstadt will man es grün haben - und an dieser trostlosen Stelle ist eine Durchgrünung wohl auch angemessen.

    Der Entwurf begeistert mich nicht übermäßig. Aber im Vergleich zu den extrem verdichteten Baumassen konkurrierender Entwürfe, erweist sich die Entscheidung für diese Arbeit geradezu als großzügig. Viel zu verschlechtern ist an dieser Stelle ohnehin nicht. Dazu ist die benachbarte Bebauung entweder zu banal oder zu unwirtlich (Staatstheater).


    Immerhin öffnen sich beim Preisträger die begrünten Höfe zur angrenzenden Bebauung und auch ein Hochhaus an der Heidelberger Str. ist nicht wirklich maßstabsprengend. Nördlich und südlich davon steht in einiger Entfernung jeweils auch schon eins. Zum anderen braucht die erdrückende Kubatur des Staatstheaters irgendeine Entsprechung.


    https://www.competitionline.com/de/beitraege/179199


    http://poth-poth.de/wettbewerbe_marienpl_1.htm

    Was für eine grandiose Platzsituation mit dem Jüdenhof wiederentstanden ist. Sogar unbelebt wirkt der Platz sehr lebendig. Die Überlegenheit der Farbgebung kann man gut am gegenüberliegenden Prisco-Quartier testen, wo eine barocke Farbenpracht bestenfalls persifliert wurde. Wie erhaben könnten doch die Eckbauten an der Frauenkirche wirken, ohne nie verblassendes Schweinchenrosa und Himmelblau. Farben im Barock waren ganz anders und patinierten zudem nach wenigen Jahren.

    ... ohne in die Verlegheit kommen zu müssen, den modernen Bau jetzt vorbehaltlos zu verteidigen: Die historische Situation war wohl eher suboptimal (Flucht,Traufhöhe, Fassadengliederung und -Schlichtheit (und daher auch im Sinne der Neumarkt-Idee nicht zwingend rekonstruktionswürdig ) wie man an der Perspektive, im Dokument S.3, gut erkennen kann. Die Visualisierung oben deutet das auch schon an, schönt das aber auch ein bisschen durch die Perspektive.



    https://www.dresden.de/media/p…_Q_VI_Exposee_QVI_WEB.pdf

    @Seinsheim Auch wenn deine Aussage in schöne Worte gepackt ist, entbehrt sie m.E. einer gewissen Logik. Man baut ja immer primär der Nutzung wegen und nicht der Schönheit. Sonst könnte man dort auch Blumen wachsen lassen oder einen hohle Attrappe bauen, die nur die Aufgabe hat harmonisch zu wirken. Wenn du einen Löffel designst und dabei unberücksichtig lässt, dass er zum Essen ist, dann mag irgendwas "Schönes" dabei heraus komen, aber eben kein Löffel mehr. Und wenn ein Bau allein darauf beschränkt wird möglichst authentisch auszusehen, dann ist er alles mögliche, vllt. sogar ein Kunstwerk - aber eben kein Bau. Kommt es dir allein auf die Ästhetik und nicht die Funktion an, dann wirst du sicher nicht den Anspruch haben, mit Architekten, Designern und Planern ernsthaft über Architektur und Design zu diskutieren. Dann kannst du mit ihnen vllt. noch über Anmutung, Proportion und den persönliche Auffassung von Schönheit reden. Aber nicht mehr über Bauen in diesem Zusammenhang. Ich gehöre übrigens keiner dieser Berufsgruppen an, sondern bin Dipl.Kfm. - möchte von Leuten, die mit Bauen und Planen zu tun haben, in einer Diskussion aber auch nicht nur belächelt werden.

    Gibt es eine Abbildung von dem traditionellen Entwurf?


    Noch einmal zurück zum Knick im Dach. Den halte ich auch nicht für unmotiviert, sondern für einen Kniff der ein zusätzliches Geschoss bei gleichzeitiger Einhaltung der Trauföhe erlaubt. Bei einheitlicher Traufhöhe in Straßenzügen werden zusätzliche Geschosse oft über Staffelgeschosse odrr extrem geneigte Mansarddächer gelöst, die dann aussehen wie vorgehängt. Den Knick hier finde ich deutlich charmanter. Auch das Geschoss ansich hat seine Berechtigung, da der Vorgänger ja auch eines hatte. Bauen kann man sowas allerdings nicht allzuoft und wenn, dann auch nur an Ecken.

    Dank an die Poster für das historische Vergleichsbild. Es sticht doch ins Auge, dass der Neubau den Vorgänger zu zitieren versucht. Man kann sicher trefflich darüber streiten, ob diese Bau-Interpretation gelungen, bzw. gefällig ist oder nicht.


    Die Aussage allerdings, dass der Bau eine reine Povokation darstellt, finde ich ein bissl polemisch - und es erschwert auch eine sachliche Diskussion. Vielleicht verrennen wir uns auch, wenn wir bei jedem modernen Bau gleich die Absicht unterstellen, das Ansinnen "Neumarkt" zu persiflieren. Man muss doch bei aller Unterschiedlichkeit im Geschmack anerkennen, dass sich der Planer mit der Situation auseinander gesetzt zu haben scheint und nicht irgendwas darein geplatscht hat.


    Das gilt m.E . auch für die Mehrheit der den Kulturpalast umgebenden Bauten. Nachdem nun einmal mit der Erklärung zum Baudenkmal und der darauffolgen 40 Mio. teuren Sanierung, Fakten geschaffen wurden, ist doch bei der Randbebauung das Bemühen zu erkennen, einen stufenweisen, nicht allzu kontratierenden Übergang zu gestalten um einen insgesamt organischen Gesamteindruck zu vermitteln.


    Zu welchem Grad das gelungen ist, darüber lässt sich - wie geschrieben - streiten. Man sollte den Gestaltern hier aber nicht rundheraus den Anspruch aberkennen, Alt und Neu irgendwie zu versöhnen. Und so wie in der Architektur sei es auch im Gedankenaustausch.

    Die Überarbeitung des Nöferbaus gefällt mir besser als der Rohentwurf und kommt durch die Kürzung des ersten Obergeschosses den Proportionen des Palais Riesch näher. Die Portalbögen sehen stimmiger aus. Auch hat man die Risalite etwas abgerundet und der Fassade mehr Schwung gegeben, sodass alles harmonischer wirkt.


    Möge es so kommen wie gerendert.


    Riesch und Überarbeitung



    alter Entwurf


    Trotz der überschaubaren Zahl von Rekonstruktionen scheint das Quartier im Großen und Ganzen zu harmonieren. Die Fassaden der Neuenfwürfe nehmen sich vornehm zurück und werden den barocken Eindruck der Rampischen und der Landhausstraße kaum beeinträchtigen. Auch die Hofgestaltung halte ich für einen großen Fortschritt im Vergleich zum Rohentwurf. Die Hinterhäuser am Polizeipräsidium bekommen sogar Mansarddächer, einen kleinen Dreiseiten-Hof und z.T. schöne Loggien. Im Vorkriegszustand hat die Brandmauer des Präsidiums dort eine erdrückende Situation geschaffen.


    Die insgesamt kompakte Hofsituation empfinde ich nicht als nachteilig. Dresdens Altstadt leidet eher an gähnender Leere als am Gegenteil. Zudem ist trotz hoher Verdichtung eine ästhetisch schöne Lösung gefunden worden. Auch entsprechen enge Höfe der historischen Ausgangslage viel eher, als die entkernten Blockrandbebauungen, die wir heute allerorten vorfinden.

    Nach dem Trauerspiel um den Postplatz sind das doch einmal mehr sehr versöhnliche Nachrichten. Wenn es so kommt wie visualisiert, wird der Ecke Freiberger-Schweriner Straße doch eine schöne Fassung gegeben. Die Bauten in der und in Richtung Wilsdruffer Vorstadt sind bei aller Ambivalenz im Ganzen doch recht passabel und haben das Potenzial sie zu einem der besten, urbanen Viertel in Deutschland zu entwicklen - allein durch die wunderbare Nähe zur Dresdener Altstadt und dessen großartigem Kulturangebot. Vllt. wird die WS der Neustadt sogar irgendwann einmal den Rang ablaufen. Wer sich in der Dresdener Innenstadt ewtas kaufen möchte, macht m.E. nichts verkehrt, sich einmal in der Gegend umzuschauen.

    Das Gute ist, es wird denen nix nützen. Die Leute nehmen den Wiederaufbau trotz gewollter Verballhornung überwiegend positiv auf.. Ähnliches ist auch beim Dom-Römer-Projekt beabsichtigt und auch umgesetzt worden. Dennoch sind fast alle Passanten glücklich und dankbar, einen Teil des alten Frankfurts wieder erleben zu dürfen.

    Sehr treffend, die Conlusio zum Artikel "Renaissance of Historic City Centers" auf deutschland.de: "The newly built Old Towns in Frankfurt and Dresden attract people from all over the world who would never set foot in a modernist development area, which looks as boring as at home. They are not visitors to a “Disneyland”, as modernist architects revile these neighbourhoods. Recentring on the qualities of the pre-modern city is rather a testament to the ability of citizens and visitors to recognize what makes a city vibrant and diverse."


    Dem ist wenig hinzuzufügen.

    Sehr wohltuend zu sehen, wie die umgebende Bebauung den Kulturpalast einhegt und dem Klotz einen Teil seines ästhetischen Schreckens nimmt. Ich muss eingestehen, dass ich das so nicht erwartet und das Potential, an dieser Stelle Stadtreparatur zu betreiben, unterschätzt habe. Natürlich wäre ein Wiederaufbau nach dem historischen Grundiss dem jetzigen Zustand vorzuziehen gewesen. Scheiterte aber an den Realitäten. Gemessen daran ist das Ergebnis beachtlich. Ich denke, mit dem Lückenschluss zur Schlossstraße, wird das noch deutlicher hervortreten.

    In die Leipziger Innenstadt kann man hervorragend mit dem Auto fahren. In den Parkhäusern am Bühl oder Augustusplatz, aber auch um die Thomaskirche und dem Neuen Rathaus herum, lässt es sich für Großstadtverhältnisse sehr bequem parken. Dazwischen braucht niemand wirklich ein Auto - Der autobefreite Innenstadtbereich von Halle ist da bspw. wesentlich weitläufiger.

    Die Unterschiede zwischen Alt- und Neuzustand dieser Platten kann man m. E. in dieser Aufnahme noch am besten vergleichen.


    https://www.google.de/maps/@51…9.52t/data=!3m1!1e3?hl=de


    Trotz aller Dürftigkeit haben die Waschbeton-Bauten doch wesentlich mehr Charakter, als die neuen Styropor Schachteln. Das Grundübel in Halle ist m.E, dass die HWG als Melkkuh der kommunalen Politik missbraucht wird. Stadtgestaltung ist kein Kriterium für die Hallenser Politklasse, sondern es zählt ob die kommunalen Wohnungsbauunternehmen genug in den Haushalt einstellen können, und ob man die (sozial-konditionierte) Miet-Wählerschicht bedienen kann. Daher werden leider nur absolute Billigsanierunen durchgeführt und das sogar in besten Lagen, im Herzen der Stadt.


    Aus den Bauten hätte man gestalterisch sicher wesentlich mehr herausholen können und wahrscheinlich hätte es so viel mehr garnicht gekostet - Aber wie gesagt - in Halle würde man sich dafür weder Lob noch Dank einhandeln, sondern eher den Vorwurf der Gentrifizierung.