Posts by Kardinal

    dazu sollte man vielleicht noch anfügen, daß die Größe der Altstadt, wie sie vor dem Krieg noch stand, nahezu das gesamte Bild eingenommen hat (im Osten bis zur Bubis-Brücke, also bis zu den zwei nahe beinander liegenden). Der Roßmarkt war zwar auch mit relativ modernen Gebäuden versehen (naja...18. - 19. Jahrhundert halt und dann noch diese typischen neo-klassizistischen Gebäude), jedoch auch hier überall noch sehr viele Gebäude aus dem Spätmittelalter oder kurz darauf. Und zum Main hin sowieso. Da wirkt der kleine Kreis, der wieder aufgebaut werden soll (47 Gebäude von ca. 2000) doch sehr bescheiden...


    ...aber die entsprechenden Architekten dulden eben keinerlei Ketzerei, da ist selbst so eine Bescheidenheit des Teufels Werk... :kopfschuetteln:

    So, dann schreib ich auch mal wieder was...


    Ist immer noch viel Arbeit und viel Diskussionsbedarf. Frau Roth hat ja entsprechend der Einweihung vom Portikus diesen Bau als Vorbild für die Altstadtbebauung genannt...Tja, Politiker-geschwätz...bloß keine Seite verübeln, immer einen Kompromiss suchen, wenn er auch noch so sinnlos.
    Wobei ich Herrn Mäckler für eine geeignete Kraft halte, am Hühnermarkt einen gelungenen Entwurf für die Häuser Markt 14 und 16 zu gestalten. Diese waren nämlich vor dem Krieg schon Neubauten und würde man heute wohl auch als Bausünden in der Altstadt bezeichnen, wenn diese noch stehen würde (Markt 16, ein kubischer Beton-Klotz, wohl aus den 20ern).


    Aktuell zum Haus-am-Dom-Vorfall...erstens:
    Ich wurde als Mitglied der römisch katholischen Kirche in meinem Glauben bestärkt! Ein Zeichen, daß genau der Teil in Brand gerät, welcher in den Krönungsweg reinreicht... :P
    Zweitens: Inzwischen schätzt man den Schaden auf 500.000 €. (Wurde das in der Finanzierungsplanung berücksichtigt? Ist modernes Bauen denn nicht billiger?)
    Und der dritte höchst sarkastische Punkt (okay, okay, das ist pure Schadenfreude hier...): Hat man denn nicht immer dagegengehalten, das die Brandbestimmungen eine Rekonstruktion ausschließen würden... :gg:
    :auslachendoppelt:


    ...vielleicht kann man die Brandbestimmungen ja nun als Argument gegen eine Neubebauung nehmen (angeblich wären es ja Schweißarbeiten gewesen, die das Feuer ausgelöst haben...beim Fachwerk ist kein Stahl -> kein Schweißen -> geringere Feuergefahr als beim "modernen" Betonbau... :aetschzunge:
    :kugelnlachen:

    66% für, 26% gegen historischen Wiederaufbau...


    der Ausschuss war aber mal wieder ganz schön frustrierend im Hinblick auf Diskussionsstruktur...so kurz vorm Wahltermin bestimmen da andere Dinge als Sachlichkeit...


    aber endlich haben sie mal eingeräumt, daß viele Schwierigkeiten oder "Unmöglichkeiten" einer Rekonstruktion so nicht bestehen, wie sie diverse "große" Architekten angeführt haben...nicht daß ich das bereits seit einem Jahr hinreichend nachgewiesen hätte...

    Gemeint bin ich damit, denn den möchte ich jetzt mal raushängen lassen. :zwinkern:


    Zu dem Bild...an der Stelle, an der der Römer seitenverkehrt reinkopiert wurde, ist eigentlich der Domplatz mit Dom. Anhand des links stehenden technischen Rathauses und des rechts liegenden Archäologischen Gartens ergibt sich ein Blick nach Osten...der Römer liegt aber im Westen des techn. Rathauses.


    Außerdem: Der Römer wurde im 14. Jhdt. gebaut und nicht Anfang 15. (das meinen die doch mit 1400s, oder?). Es wurde 1405 von der Stadt Frankfurt nur gekauft, um es dann als Rathaus zu nutzen. Das alte Rathaus befand sich übrigens am Domturm bzw. möglicherweise dort, wo der Turm jetzt teilweise steht (soviel mal mehr zu Engels freier Sicht auf den Dom...)

    Am Dienstag wird Engel zwar nicht persönlich, aber sein Mitarbeiter auf dem Podium sein. Also es soll schon eine richtige Diskussion stattfinden.


    Ich hoffe, daß ich diesmal wirklich überzeugend die Sachlage darstellen kann...und daß mir auch mal ein Entscheidungsträger zuhört, damit ich im Ausschuss nicht nochmal dasselbe sagen muß (hab ich aber schon eingeplant... :augenrollen: )

    Als jemand, der einmal im Monat im, auf dem Foto, linken Teil des Gebäudes zur Stadtverordnetenversammlung eilt...


    Nun, es gab die Initiative, das Denkmalschutzbuch neu aufzulegen (keine Begeisterung für die wenigen, verbliebenen Schätze...naja, sondern aus rechtlichen Gründen). Entsprechende Dame ist auch damals im Bauausschuss vorstellig geworden, daraufhin wurden entsprechende Gelder im Haushalt mobilisiert...nun ist die Frage...mit welchem Ergebnis?


    Ich habe den Vorgänger mal gewälzt und habe auf Anhieb zig Fehler feststellen können...bin mal gespannt, ob das, was eigentlich schon 2004 (!) fertig gestellt sein sollte, sein Geld wert ist...ich befürchte nicht. So schleudert Offenbach wahrscheinlich mal wieder Geld, daß es nicht hat zum Fenster raus. Wobei, ich bin ja entschieden für diese Aufnahme...nur bin ich auch gespannt, was mit dem Bestand gemacht wurde.


    Zum Rathaus...sehr guter Moment es jetzt unter Denkmalschutz zu stellen. Wenn man davor steht, sieht man (wie beim techn.Rathaus in Ffm), daß der Stahl aufgrund zu geringer Betondeckung an einigen Stellen gerostet ist und dadurch den darüber liegenden Beton zum Abplatzen gebracht hat. Demnächst soll es bezüglich Brandschutz saniert werden, allerdings befürchte ich (und andere) das es noch weitaus großspuriger saniert werden muß. Ehrlicherweise...Abriß wäre das Beste!


    Abgesehen davon, daß wenige Dinge dieses an Häßlichkeit überbieten. Zudem wurde für die Berliner Straße, die davor verläuft, der nahezu gesamte Rest der Altstadt abgerissen!!!!
    Das ist Teil 1 der Denkmalschutzgeschichte...


    Teil 2:
    ein Gebäude, welches in Offenbach auch mal als Rathaus genutzt wurde war das alte Hospital. Dieses sollte (vor 2 Jahren müsste das jetzt gewesen sein)auf Anfrage des damaligen Bürgermeisters und Baudezernenten Wildhirt (SPD) aus der Denkmalschutzliste einfach gestrichen werden, da man Platz für den Justizneubau haben wollte und der Architekt (Prof. Nowotny...das Offenbacher Gegenstück zu Engel, Jourdan usw.) dies auch als alten unnützen Plunder abgetan hat...sogar behauptete, es ließe sich gar nicht erhalten, oder (was von unserer Seite vorgeschlagen wurde) in einen Neubau integrieren.
    Der Offenbacher Leiter der Denkmalschutzbehörde tat auch wie ihm geheißen, und strich es raus. Durch den folgenden Protest kam es ans Landesdenkmalamt, welches der Streichung entschieden widersprach. Durch Ministerentscheid wurde dann ein Erhalt beschlossen...
    und siehe da...auf einmal konnte man es doch integrieren.


    Dies war aber wohl nicht so einfach, wie man erhoffte, denn bei der vollkommen sinnlosen Totalenkernung ereignete sich etwas, was auf noch kommenden Bilder zu sehen ist...den weiteren Verlauf werde ich dann komentieren...


    Des Weiteren noch ein Bild, dessen Inhalt eigentlich den generellen Wunsch nach Rekonstruktionen mit verursacht hat. Zu sehen ist der Rest eines Gebäudes, welches DAS zentrale Gebäude in Bürgel, heute Stadteil von Offenbach (!), war. Sitz des Schultheißes, Gastort des Vogtes und der Stiftsherren, bzw. sogar dessen direkter Vorgängerbau Gastort des Kaisers.


    Auf dem Bild sind noch die bis 1964 (!!!) erhaltenen Gebäudeteile aus dem frühen 14. Jahrhundert. Innen ein Kapellenzugang mit der ÄLTESTEN Darstellung des Orswappens.
    In einer Nacht und Nebel-Aktion von der Stadt Offenbach abgerissen und damit bewußt (!!!!!) einer Verfügung des Landesamtes für Denkmalpflege zuwiderlaufend.
    Heute befindet sich an dieser Stelle ein Weg, umrahmt von Gebüsch. Also absolut unnötig!!!!
    Damit hat die Stadt Offenbach bewußt das wichtigste Zeugnis der Geschichte Bürgels vernichtet!


    Und in diesem Kaff geht es immer noch so weiter...mit einem massiven Minderwertigkeitskomplex gegenüber Frankfurt (oder warum versucht man ein Skyline zu bauen, deren Häuser man nicht vermietet bekommt?).

    entlarvt auch Jourdan direkt, weil dieser Kasper ja bei seinem Entwurf sogar den ursprünglichen Krönungsweg verwendet hat. Das gipfelt quasi in mangelnder fachlicher Qualifikation, wenn er nicht mal diesen selbst verursachten Umstand berücksichtigt (Engel hat darauf hingewiesen...).


    Nach meinen Schätzungen wäre sogar eine freie Sichtachse von 5 m Breite noch da, wobei die Goldene Waage etwas versetzt stehen würde, also wäre der Abstand etwas größer.
    Ich bin auch der Ansicht, daß der Bau am alten Standort überaus wichtig ist (obwohl der Eindruck nicht mehr derselbe sein wird), weil, wie man für einen Jourdan-Bau erwarten kann, dieser wohl nur eine recht begrenzte Lebenserwartung haben wird...obwohl weitere Umbauten wird sich das Bistum Limburg (Bauherr) wohl nicht leisten können, zumal sie ja jetzt darüber nachdenken, selbst Kirchen in Frankfurt zu verkaufen und abzureißen aufgrund fehlender finanzieller Mittel...aber das Haus am Dom musste noch sein?
    ...auch die Kirchenverwaltung ist nur eine Verwaltung (ich weiß, wovon ich rede...)


    Das Mauern zu dieser Temperatur ist wahrscheinlich typisch für die Stadt...Fachkompetenz? Da ist es schon die Frage, ob die in der Lage wären, ein Modell für die Rekonstruktion zu erarbeiten, wie es Klaus Oesterling vorgeschlagen hat...obwohl diese Arbeit ja bereits getätigt wurde...

    Der Artikel ist so lange positiv bis im letzten Absatz behauptet wird, wir wollten Häuser abreißen um die alten Gassen wieder entstehen zu lassen...noch mal zur Erinnerung...der einzige Abriß (technisches Rathaus) wurde nicht seitens irgendwelcher "Nostalgiker" beschlossen...
    Was der Autor da im letzten Absatz unverschämterweise unterstellt, war genau derselbe Mist, den eine, glücklicherweise nun frustriert abgezogene, Ingeborg Flagge da verzapft hat. Die sich im Übrigen am Schluß auch noch mal "richtig beliebt" gemacht hat. Ihre Kritik ist auch, so mein eigener Eindruck, ein wenig nach dem Muster, das DAM muß das Zentrum der Welt sein und für alles, was nicht so gut lief, findet sich ein Schuldiger außer mir... (nicht ganz so drastisch...aber das entspricht auch dem Stil ihrer "Glosse" in der FAZ)

    Also mit der Ablehnung des Wettbewerbs war die Ablehnung eines weiteren städtebaulichen Wettbewerbs gemeint...was auch Sinn macht, da die Hinzuziehung der Reko-Option keines Städtebaulichen Wettbewerbes bedarf...die Straßenzuschnitte sind ja vorgegeben...da ist also nichts verloren.
    Was ich gestern noch schade fand, war, neben all dem leeren Rumgelaber und politischen Selbstdarstellung, der Vorschlag von Klaus Oesterling, den ich sehr schätze, nun das Planungsamt mit der Erstellung eines Modells zu beauftragen...
    Was habe ich eigentlich das letzte Jahr gemacht...ich habe doch am Anfang der Sitzung gesagt, daß ich zu technischen Fragen jederzeit mich bemühe, Antwort zu geben...warum fragt man mich denn nicht einfach...das Planungsamt müsste dann quasi für richtig Geld (das ich auch gebrauchen könnte, sollen die doch mich mal bezahlen...) dieselbe Arbeit machen, die ich auch schon gemacht habe.

    Nein, Dich (Euch) meine ich nicht, denn Ihr fragt ja nach.


    Ich meine einige Politiker, Journalisten und vor allem die bestimmten Architekten (die hören vielleicht zu, müssten dann aber ihre Inkompetenz einräumen...).


    Ich kenne ihn nur vom Namen, persönlich nicht und habe auch nur einmal, glaube ich, telefonisch mit ihm kurz gespochen...allerdings glaube ich auch nicht, daß er sich korrigieren wird...man kann es mal versuchen.

    Jop, alles schon mal geklärt...warum hört niemals jemand zu???


    Haus zu den drei Römern (Markt 40, Eingang zu Hinter dem Lämmchen) habe ich immer schon gesagt, daß das zu eng wird.


    Von der Goldenen Waage steht die Brandmauer auf der Pfalzmauer...da muß nix hochgebockt und noch weniger verschoben werden. Das letzte Hintergebäude (es sind insgesamt zwei Hintergebäude und der Treppenturm) geht um 3 m in einem Bereich von 3 m über die Pfalzmauer hinaus in den archäologischen Garten...das wird man wohl verschmerzen können.


    Das Rote Haus, sowohl das alte, wie auch das hier gemeinte (!) neue (warum wissen die noch nicht mal, daß es hier diese beiden gab?) standen da, wo heute diese sinnlose Dach (vier Betonsäulen mit Gitterrost als Abdeckung) vor der Schirn steht...und wenn man das nicht dafür abreißen kann...also bitte.


    ...aber wie gesagt, alle diese Information ist alles andere als neu, sondern wurde bereits von mir selbst von vorne weg so erklärt. Aber wer nicht mal bei den Geschoßhöhen zuhört...der interessiert sich für solche Details auch nicht. Siehe Engel, der ja die Rekonstruktion des Haus zu den drei Römern als Kompromiss vorgeschlagen hat. Ausgerechnet das Haus, welches Baurechtlich nun wirklich nicht originalgetreu darzustellen ist...und so was hält man für fachlich kompetent...

    Auf dem Weg zurück durch das Gewühl der Einkaufsstraße...


    Bin aber inzwischen in Tokyo...und was habe ich fotografiert? Das Rathaus! Beeindruckend! Nur soviel zu dem Vorwurf nur auf "alt" machen zu wollen. Die Vorzüge aller Seiten zu nutzen macht das Optimum aus!


    Habe ich aber immer gesagt...nur die meisten hören ja nie zu...doch wem sag ich das, hier schreiben ja zum Glück hauptsächlich Leute, die im Gegensatz dazu auch Willens sind sich zu informieren...


    Bei der Gelegenheit...der Chefredakteur vom "Journal Frankfurt" hatte in seinem Vorwort damals mich ja auch ein wenig lächerlich machen wollen und als Beispiel für andere Städte, die im Gegensatz zu unserer "Spinnerei" modern sind, auch Tokyo angeführt. Da würde man nie auf die Idee kommen zu rekonstruieren...nun ich kann vom Hotel zum Meiji-Schrein laufen, welcher während dem 2. WK zerstört und danach was wieder wurde? Richtig!
    Oder fast noch lustiger (in anderen Städten gibt es kein "Disneyland") der Tokyo-Tower. Eine exakte Kopie des Eiffelturms...nur dann rot-weiß gestrichen...


    Da paßt dann auch wieder für ihn: Wenn man keine Ahnung hat...einfach mal die Fresse halten! (Sollte ich vielleicht als Signatur nehmen :D )

    Einen kleinen Gruß aus Nagoya!
    Habe vorgestern mir Kyoto angesehen...Tempel aus Holz!!! Sowie Japanische "Fachwerkhäuser". System ist fast dasselbe.


    Klar würde ich an dem Wettbewerb teilnehmen. Im Prinzip wäre das ja die Bereitstellung meiner gesamten Planung. Für so etwas arbeite ich ja hin. Zudem habe ich einen zeitlichen Vorsprung vor eventuellen anderen Teilnehmnern. Also liebend gern.


    Das Antifa-Ding habe ich auch per Mail geschickt bekommen. Was soll man dazu sagen. Dummes Geschwätz von fundamentalistischen Berufsdemonstranten. Da werde ich echt stockkonservativ. (Mancher im Forum weiß ja, wie ich aussehe...)


    Nächste Woche bin ich wieder da...mal sehen was man da weiter betreiben kann, habe schon Anfragen bekommen von einigen aussichtreichen Stellen, die sich endlich mal richtig informieren wollen. Heißt also, daß es damit hoffentlich weiter in positiver Richtung vorangeht.

    Das sind wenige Quadratmeter der "Alten Hölle", dem hinteren der beiden Hintergebäude, welche in den Archäologischen Garten "hereinreichen würden". Man müsste in einem Bereich von wenigen Metern (sogar weniger als die Hälfte des letzten Gebäudes) die alte Pfalzmauer überbauen, der Rest der Brandmauer des gesamten Komplexes der Goldenen Waage stand auf dieser Pfalzmauer. Diese Hereinreichen sind auch nur ein kleiner Teil, wieviel genau kann ich gerade nicht nachsehen, müssten aber nur ein bis zwei Meter sein.


    Für das Rote Haus (Neues und Altes!!) müsste man dieses Dach (Metallgitter auf vier Betonstützen, welches letztens sogar mal verkleidet wurde), sowie die Betonerweiterung der Nottreppe, welche man auch direkt an das Gebäude setzen kann, abreißen. Also zwei nahezu unabhängige An- bzw. Vorbauten, welche auch nicht mal wirkliche Funktion haben (Nottreppe kann, wie gesagt, auch direkt am Gebäude sein).
    Hier zu sagen, man müsse die Schirn abreißen, bringt Bartetzko auf dieselbe Ebene wie die Architekten, die auch Blödsinn reden, ohne sich wenigstens ansatzweise zu informieren.
    Schade! Ich hielt ihn für sachlich.


    So jetzt geht's nach Japan...

    Ich möchte mal die Aussagen des Architekten und Fachwerk-Spezialisten Prof. Manfred Gerner wiedergeben, mit dem ich zu diesem Thema ein Telefongespräch geführt habe (welcher übrigens auch an der Rekonstruktion Samstagsberg beteiligt war).


    Wie man vielleicht auch so erkennt, kann man anhand des Fachwerks die Bauzeit des jeweiligen Gebäudes eingrenzen (Überblattungen, Streben, gebogene Streben, Mannfiguren...). Dies funktioniert natürlich auch umgekehrt. Kennt man die Bauzeit eines Hauses, dessen Geschichte (Umbauten, Erweiterungen, Nutzungen), betrachtet sich dann verschiedene Bilder (Merian-Plan von 1628, kein WItz, kann man viel daraus erkennen!!!) nimmt dann noch Bilder und Aufmaße mit den letzten Fensteranordnungen, dann kann man selbst bei verputztem Fachwerk die Balkenlage sehr genau bestimmen. So wurde das auch beim Samstagsberg gemacht.
    Vielleicht, ohne zu hochtrabend sein zu wollen, ist das vergleichbar, wie wenn man Einsteins Relativitätstheorie als Phantasiegebilde verspottet, nur weil es eine Theorie ist. Beim Fachwerkbau ist schließlich die Indizienführung noch viel einfacher. Aber genauso unverschämt ist dieser Vorwurf.
    Dazu kommt, daß, wie mir Gerner aus eigenen Erfahrungen berichtet hat, beim hessisch-fränkischen Fachwerkbau die Balkenquerschnitte für die typischen Lagen im gesamten Gebiet dieser Bauweise nur um +- 2 cm abweichen!!!!


    Von einem der sich nicht interessiert, kann man so ein Wissen auch nicht erwarten.


    Daher ist absolut eine reelle Rekonstruktion fast aller Gebäude in diesem Bereich möglich!!!


    Nochmal meine dringende Bitte: die Forderung muß bleiben: Rekonstruktionen in diesem Bereich müssen in absoluter Mehrzahl stehen und dürfen nicht auf nur zwei, drei "Leitbauten" beschränkt werden. Damit würde man eine einmalige Chance vergeben.

    Es geht ja wieder hoch her...vor allem mit Kommentaren von denjenigen, die keinerlei Ahnung haben...


    Erstmal: Hallo, Gruß aus Chile! Morgen in Brasilien, übermorgen Mexico...dann Japan...


    Bin noch bis 7.12. unterwegs. Ist anstrengend, aber, naja...muß halt auch Geld verdienen...


    Aber zum Thema...selbstverständlich sind alle Häuser am Originalplatz herzustellen, soviel zu Engel, welcher, genau wie die meisten anderen Architekten (Mäckler mal ausgenommen, der hat sich ein wenig informiert) KEINERLEI Ahnung haben, was genau da überhaupt vorher gestanden hat.


    Engel hat noch nicht mal über die historischen Höhenverhältnisse der Straße Bescheid gewusst (zumindest nach den Aussagen seines Angestellten muß man dies oder das bewusste verbreiten von Unwahrheiten annehmen). Da hätte ein Blick in einen alten Stadtplan genügt.
    Aber Speer hatte ja genauso die Arroganz, bei einem Thema mitreden zu wollen, ohne sich vorher auch nur über grundlegendste Dinge zu informieren...von einem Herrn Jourdan braucht man ja gar nicht reden.


    Zum Beitrag aus der FR...hier trifft ja dasselbe zu. Im >Forum weiß es ja jeder, nochmal zu Erinnerung: Ich habe niemals bei meinen Planungen irgendwelche Stahl- oder Stahlbetonbauten mit vorgeblendeter Fassade auch nur im entferntesten in Erwägung gezogen. Warum behauptet das nur dieser Mensch? Weil er, genau wie die Architekten, meint sich nicht mal grundlegend informieren zu müssen, bevor er seinen Senf zu allem gibt.


    Was die Frage der Leitbauten betrifft. Von mir aus wären grundsätzlich bis auf drei Häuser (von 47!!) alle zu rekonstruieren. Vielleicht wird sich noch die ein oder andere Schwierigkeit auftun, welches leider mehr Zugeständnisse erfordert, jedoch:


    die überwältigende Mehrheit wäre meiner Meinung nach wieder herzustellen. Also sich auf Leitbauten wie etwa nur die goldene Waage und das Neue Rote Haus zu beschränken wäre auch ein Verschenken der Möglichkeiten.


    Um mal meine Wünsche (begründete) zu äußern:
    Alles an Straßenseitigen Bauten südlich von "Markt" ab "Lange Schirn" bis "Höllgasse" (also der gesamte Bereich zwischen Rotem Haus und Goldener Waage). Die Goldene Waage komplett mit Hinterbauten, zwischen "Lange Schirn" und Tuchgaden alles, was das "Metzgerhöfchen" eingeschlossen hat, bis auf die Südseite (da steht die Kunsthalle).


    Alles was zwischen Verlauf Braubachstr. und Hinter dem Lämmchen stand (bis 1905), also Klein Nürnberg, der hintere Anbau an den noch bestehenden Gewölbedurchgang (Zwischengebäude habe ich nur ein paar Ansichten, wäre also eventuell Neubau Nr. 4), das gesamte Goldene Lämmchen (Hinter dem Lämmchen 6) inkl. Hof mit Rückgebäude an der Braubachstr., Haus Ginslinger (Hinter dem Lämmchen Nr. 4), Haus Esslinger (Hinter dem Lämmchen Nr. 2, das berühmte Haus von Tante Melber, siehe Goethe, "Dichtung und Wahrheit"). Das Haus Rebstock (Kruggasse 1 und 3), die nördlichen Gebäde des Hühnermarktes (Haus Schildknecht, Markt 18; Haus zu Flechte, Markt 20), dann von der Nordseite des Marktes noch Haus 10 und 12, sowie mindestens alle noch in Dachform ursprünglichen gotischen Gebäude zwischen Markt und Hinter dem Lämmchen und natürlich das bei der alten Ansicht vom Römer zum Dom vorn stehende Haus zu den drei Römern, Markt 40.


    Weniger zu fordern ist eigentlich durch nichts zu begründen. Da dies technisch absolut zu erfüllen ist.

    Also ist es wohl so, daß sich diese Initiative dafür einsetzt, daß die Rekonstruktionen Markt 11-15 erhalten bleiben (saniert werden) und eben nicht durch einen futuristischen Neubau ersetzt werden.


    Aber in der Zeitung klingt es dann, daß es so auch gemacht wird...ich bin verwirrt...


    Herr Bayer hat es mir im Prinzip so geschildert, daß der Stand des Abrisses und eben "modernen" Neubau immer noch der aktuelle wäre. Muß mich nochmal informieren, bin aber jetzt erstmal zwecks Broterwerbs unterwegs...


    Tschuldigung wegen dem Umlaut-Fehler, war in Eile...