Posts by Kardinal

    Also ich würde mindestens bei dem schmalen verputzten Fachwerkbau aufgrund seiner Knaggen auf mittelalterlich wetten...


    Unglaublich ist das...kurzfristige Notlösungen, die in zehn Jahren vielleicht schon wieder überholt sind, zerstören 600 Jahre Baukultur...

    Ich hatte dem BDA kürzlich angeboten, dochmal umfassend über meine Art der Planung zu informieren...die Antwort dazu war geballte Arroganz und die Absprache jedweder Kompetenz meinerseits...


    Nun ja...wenn man dann die Denkmalpfleger vorschickt, um nicht verifizierte Informationen zu verbreiten für deren Feststellung mehrere Jahre Zeit notwendig sind (fast ohne einem üblichen Tageswerk nachzugehen) und der WILLE (!) auch etwas zu finden, mit dem man arbeiten kann, dann ist die Glaube auf Meinungshoheit schon etwas unverschämt...


    Mit Herrn Cuadra (Sekretär des BDA) wurden leider alle Vorurteile Gegenstand, die man als Ingenieur gegenüber Architekten haben kann. Der Mann ist eine Schande für seinen Berufsstand.

    Vielleicht wurde es schon gesagt, aber ich wollte, da es mich immer aufregt, mal zum Besten geben, daß ich es unverzeihlich fände nur drei Seiten wieder aufzubauen und die älteste und auch interessanteste (zur Spree hin) außen vor zu lassen. Besonders auch im Inneren sollte man die Räume in diesem alten Teil MIT den Gewölben, soweit möglich, wieder herstellen. Denn das macht den besonderen Reiz dieses Baus aus, und nur dies dokumentiert wirklich die Geschichte.

    Nach langer Zeit werde ich mal wieder aktiv...liegt auch daran, daß ich soviel an Unterlagen herstellen muß, um Leuten Sachverhalte zu erklären, von denen ich dachte, ich hätte sie schon längst anschaulich gemacht.


    Die meisten derer, die sich jetzt zu Wort melden, was gebaut werden soll, haben leider, auch trotz meines Gesprächsangebotes, der Vermeidung von Sachkenntnis den Vorzug gegeben.
    Herr Mäckler übrigens ist aus einem persönlichen Gespräch heraus (unter Eingestehen mangelnder Informationslage, gut, der Mann hat auch anderes zu tun) so ziemlich meiner Meinung. Wenn rekonstruiert, dann richtig! Und wieviel, das hat er davon abhängig gemacht, wie die Informationslage ist. Er hätte überhaupt kein Problem damit, wenn man ganze Straßenzüge rekonstruieren würde, sofern die Quellenlage das hergibt (und daß das so ist, wurde ja inzwischen nicht nur von mir nachgewiesen).


    In der Politik ist man gegenwärtig auch noch weit schwerfälliger. Das größte Problem sind wenige (!) ideologisch verbohrte, die immer noch eine Rekonstruktion als Aufgabe des 68er-Kampfes sehen. Bei der CDU ist es leider sehr häufig schlicht falsche Information, gepaart mit einer Schwarz-Weiß-Sichtweise, daß moderner Ausbau immer auch "moderne Außenkonstruktion", bzw. Betondecken heißen müsste.


    Nach Jochem Heumann soll man ja den Eindruck haben, als sei die Altstadt nie zerstört worden. Und ich arbeite immer noch daran, daß dies eben auch mit richtigem Holzbau und nicht nur mit Fassadenklitterei nach heutigen Bedürfnissen zu bewerkstelligen ist...dieselbe Diskussion seit 2 Jahren...

    Aus vielschichtigen Erfahrungen und Gespraechen, auch mit ihm selbst, gehe ich davon aus, dass er nun versucht die Gelegenheit zu ergreifen, sich sein eigenes Denkmal zu setzen.
    Es geht ihm wohl um nicht weniger, als seinen Stil, d.h. moderne Bauten, die sowohl historische, als auch regionale Elemente aufgreifen, als neue Epoche (!) der Architektur zu etablieren, natuerlich verbunden mit seinem Namen.
    Insofern unterscheidet ihn leider wenig von seinen Kollegen, die sich auch immer selbst ein Denkmal setzen wollen.


    Auf der anderen Seite halte ich ihn allerdings auch fuer den wohl geeignetesten Kandidaten fuer die beiden notwendigen Neubauten in jenem Bereich (Markt 14 und 16).
    Das sich Frankfurt mit Rekonstruktion bzw. Fachwerk-Wiederaufbau laecherlich machen wuerde...Bloedsinn! Hoechstens vor seinen Kollegen, und die haben bisher jeden Schwachsinn verwendet, um gegen eine Rekonstruktion zu sprechen, sich also eher selbst laecherlich gemacht...sogar in fachlicher Hinsicht. Zuletzt Herr Engel persoenlich bei der Planungswerkstatt, als er sich von einem Laien (!) seinen eigenen (!!!) Plan in staedtebaulicher Hisicht (!!!!!) hat erklaeren lassen muessen.


    J. Engel:
    Was machen sie mit dem Archaeologischen Garten, wenn sie die Goldene Waage wieder aufbauen? Schuetten sie den zu?
    Der baufachliche Laie (dessen Namen ich leider nicht mehr weiss):
    Nein, denn die goldene Waage steht mit ihrer Rueckseite auf der noerdlichen Pfalzmauer, man kommt also an den Archaeologischen Garten ran, aber nicht darueber hinaus.
    Das besondere dabei: Dies wurde dem Herrn Engel anhand seines zum wiederholten Male abgeaenderten Plans erklaert, bei dem sowohl Goldene Waage als auch Archaeologischer Garten und dessen Mauern genau eingezeichnet waren!!!


    Leider geht es immer dann rund, wenn ich im Ausland arbeiten bin.


    Haltet die Stellung, lasst Euch keinen Bloedsinn erzaehlen, stellt die falschen Behauptungen mit Leserbriefen richtig...usw.


    Dann machen wir alle ein riesen Richtfest auf dem Roemerberg!


    Gruss aus Sao Paulo!

    Heute hat sich laut FAZ der SPD-OB-Kandidat Frey für eine möglichst weitestgehende Rekonstruktion ausgesprochen. Damit wird dem Thema einen überaus großen Stellenwert bei den anstehenden Wahlen zugesprochen.


    Weiter hat Frey sich für einen (von der SPD schon mal vorgeschlagenen) Bürgerentscheid ausgesprochen.
    Jetzt kommt's: Gegenstand sollte aber nur noch, zumal ein Bürgerentscheid eigentlich nur zwei Möglichkeiten (zur Beantwortung mit Ja oder Nein) offen lässt, die Frage sein: weitestgehende Rekonstruktion oder die vier genannten Gebäude mit modernen Füllbauten.
    Laut Frey sei eine vollständig moderne Bebauung inzwischen vom Tisch!!!!!


    Wir haben noch lange nicht gewonnen, sind aber wieder ein Stück näher am Ziel!


    Ich bin übrigens, wer es noch nicht weiß, Mitglied bei der CDU.
    Mal sehen, wie "meine" Partei und deren Kandidatin für die OB-Wahl darauf reagiert...außer der JU haben sie sich ja nicht gerade mit "Detailwissen" und sachkundiger Abwägung hervorgetan...zumindest die Wortführer.


    P.S.: Ist mir egal, ob sich hier jemand an den 66% der FAZ Umfrage nur für seinen Wahlkampf orientieren könnte (er ist übrigens auch der Meinung, die er da geäußert hat, weiß ich aus persönlicher Nachfrage)...es hätten schon viel mehr Volksvertreter (!) sich an dem Willen ihrer Auftraggeber orientieren sollen...

    Neben den Treuner-Skizzen ist, wie ich es schon häufig gesagt habe, eine noch viel weitere Studie anderer Quellen (Pläne, Schnitte, Fotos, Literatur), sowie detaillierte Kenntnisse über Fachwerkbau notwendig.


    Daß diese Skizzen alleine nicht dazu ausreichen, ist klar. Ich rede hierbei von der bautechnischen Seite, nicht von der Animation, wie sie Jörg höchst detailliert und exakt ausgeführt hat. Abgesehen davon, daß Jörg und ich uns austauschen, er also auch nicht nur diese Skizzen verwendet hat.


    Eine wesentliche Kritik meinerseits war, daß Dreysse nur von einer Fassadenkonstruktion ausgeht, weil er wohl kein Wissen über Fachwerk und dessen Regeln besitzt (ich spekuliere aufgrund seiner Aussagen!). Seine Klassifizierung ist demnach albern. In den Bereich der "annähernden Rekonstruktion" gehören demnach nicht (immerhin!!!) 20 Gebäude von 50 (?), wie er später sagte, sondern alle 47 (oder 48, je nachdem, wie man die Gebäude aufteilt, aber keine 50).


    Ich gehe mal als erstes auf diese Zahl 50 ein. Möglicherweise liegt das auch daran, daß er Gebäude (bspw. südlicher Abschluß des Metzgerhöfchens) in seinen Plan eingezeichnet hat, die dann teilweise in der Schirn stehen würden. Dies ist allerdings seitens des Architekten dilletantisch.


    Die zeitliche Einordnung der Gebäude: die meisten waren, wie ich schon erwähnt hatte um 1500 oder kurz danach erbaut, wenige sogar älter, teils wesentlich älter. Nicht meist im 18. Jahrhundert, wie Dreysse sagte. Dies mag daran liegen, daß er die eindeutigen Hinweise für gotische Fachwerkgebäude nicht deuten kann. Von den Fenstergrößen kann man nur bedingt, bzw. unter Zuhilfenahme weiterer Informationen ausgehen, da die meisten im Lauf der Zeit verändert wurden.
    Markt 20 ("Flechte") am Hühnermarkt ist so ein Beispiel. Typisch Spätgotisches Fachwerk mit 5 Fenster (mittleres als Erker) in Reihe im 1. OG, im 2. und 3. die typische Anordnung mit zwei symmetrischen Fensterpaaren. Auf Bildern sieht man hingegen eine Barockfassede mit drei in regelmässigen Abständen nebeneinander angeordneten Fenster. Wenn man die "Kleinigkeiten" wie Dachdetails, Vorkragung, seitliche Fensteranordnung, vergl. mit älteren Gemölden und Holzschnitten beachtet, kann man das erkennen.
    Wenn man nur die Quellen zusammenträgt, allerdings nicht!


    Was jedoch peinlich war:
    Um den Bürgern und Ausschussmitgliedern deutlich zu machen, woran man einen gotischen Holzpfosten erkennt, nahm er das Haus Esslinger als Beispiel...gotisch ja, bei Sanierung aber erst wieder hergestellt, daher ist auch bei vergrößerten Fotos der "Holzpfosten" ganz eindeutig als behauener Stein, vermutlich Sandstein erkennbar.


    Noch peinlicher für den Herrn Architekturprofessor: Das "spätgotische steinerne Haus", womit er das "Alte Rote Haus", Tuchgaden 9, bezeichnet hat. Dieses war jedoch, und sowas sollte ein Architekt in seiner Position eigentlich erkennen, SPÄTROMANISCH!
    Die Rückseite war nebenbei auch noch Fachwerk...
    Zum Glück macht er keine Rekonstruktionen, das Urteil hätte nämlich zu eklatanten Fehler geführt...so wäre natürlich nicht mal eine annähernde Rekonstruktion möglich.


    Es waren übrigens 13 Gebäude, die mindestens dreiseitig gemauert waren, die ich also nicht im engeren Sinne als Fachwerkgebäude bezeichnen würde. Es geht also nicht um 47 (oder 50, hehe) Fachwerkgebäude, sondern um maximal 34. Und ALLE Erdgeschossedieser Gebäude, auch das des Hauses Esslinger, waren massiv gemauert.


    Er hat, wie schon erwähnt "fachliche und ideologische" Gründe für die Diskrepanz in der Machbarkeitsbeurteilung angeführt.


    Ich bin übrigens kein Mitglied eine Frankfurter Initiative, auch nicht Mitglied bei den Freunden Frankfurts, er hingegen...wurde ja schon erwähnt. Und was den "fachlichen" Unterschied betrifft...soll sich jeder sein Urteil bilden... :zwinkern:

    Haus Kellertür (Markt 31): um 1500
    Haus Dracheneck (Markt 33): 1531.


    Man sieht auf dem Foto die typisch spätgotische Fachwerkfigur (gebogene Streben und Gegenstreben), allerdings gestört. Alte Fensterpfosten, bzw. neue Pfosten gesetzt und Streben durchgesägt für neue Fenster, in beiden Häusern.
    Nur links noch die auch typischen Viertelkreisbänder, rechts Andreaskreuze (möglicherweise auch ursprünglich, allerdings unter der Erdgeschoßstrebe noch das letzte verbliebene Viertelkreisband) und Rautenfiguren, die erst nachträglich eingefügt wurden.

    Haus Kellertür, früher Haus Glißmud (Markt 31), Haus Dracheneck (Markt 33).


    Und jetzt ratet mal, wer genaue Pläne von den beiden Häusern hat... :D


    Ich habe in meiner, vor über einem Jahr an die Frankfurter Fraktionen verteilte Ausarbeitung zu dem Thema :augenrollen: die Rekonstruktion dieser beiden Häuser als Option vorgeschlagen. Das Problem besteht nun, daß der U-Bahn-Zugang genau unter diesen Häusern liegt. Mein Vorschlag war dazu, das Erdgeschoß so zu modifizieren, daß der Zugang sich als eine Art weiterer Eingang des Hauses Dracheneck darstellt, welcher dann direkt zur Treppe bzw. Rolltreppe führt.


    Diese beiden Häuser gehörten übrigens zu den noch ganz wenig verbliebenen, welche selbst im Erdgeschoß noch auf Holzständer standen. Bei den meisten waren diese ja im Laufe der Zeit gemäß der Bauordnung aus dem 16. Jahrhundert durch ein massives Erdgeschoß ersetzt worden.


    Dies hätte dann eine "Einkesselung" des Schirn-Cafés mit Rekonstruktionen zur Folge...

    Vielleicht ein wenig übertrieben ausgedrückt, aber so, wie es mir erzählt wurde, ist das nicht unbedingt aus der Luft gegriffen...andersrum:
    was war der Mann so froh, als er den ganzen Fachwerkkram hinter sich hatte, und nun fangen die in Frankfurt auch noch damit an...


    Tja...Pech für ihn!
    Um glücklich zu werden muß er wohl als Bauamtsleiter Herrn Speer nach China folgen... :P

    Ich weiß nicht, ob er ein Fan des Techn. Rathauses ist...auf jeden Fall soll er ein ausgemachter Fachwerkhasser sein, da seine vorhergehende Wirkungsstätte einer der Orte in Niedersachsen gewesen sein soll, die wohl eine gewisse Fachwerkausprägung aufweisen...also seine vorhergehende Arbeit fast nur aus Fachwerksanierung bestand und er jetzt schlicht ein Holzbau-Trauma dadurch hat.


    Aaaaaber unabhängig davon hat er recht (Recht...wie auch immer).


    Genauso wie bei der SED-Asbestzentrale in Berlin im Boden Sand eingefüllt werden muss, um den Auftrieb zu verhindern, wird man das Grundwasser zwar eine Zeit lang durch Pumpen zurückhalten können, sollte dann aber, da auch dieses Pumpen Geld kostet, möglichst schnell den Untergrund wieder belasten.
    WICHTIG (wie der Bauleiter des Samstagsberges selbst am Schluß auf Nachfrage gesagt hat):
    Dies ist aber unabhängig davon, ob eine Rekonstruktion oder eine moderne Bebauung kommt.
    Des Weiteren möchte ich auch nochmal wiederholen, was ich in meinem Vortrag gesagt habe:
    Die Tiefgarage wird man neu bauen müssen (daher kein Problem mit der Belastung, die nun angepasst werden kann), es sei denn der Neubau wäre statisch identisch mit dem Technischen Rathaus...das will aber niemand...abreißen und das Technische Rathaus wieder aufbauen.


    Was ich aber nachgewiesen habe, ist, dass durch eine Rekonstruktion weder die U-Bahn beeinträchtigt wird, noch dass an dem Platzbedarf (!) der Tiefgarage etwas verloren geht. Und dass die Tiefgarage im Bezug auf Lastabtrag bei jedweder Bebauung, also auch modern, neu geplant und gebaut werden muss, möchte ich nochmals betonen!

    Ich habe meine Information von einem Zimmerermeister. Wenn es einfacher ist, um so besser.


    Es sollte schon Qualitativ bestmögliches Holz sein, da, wie gesagt, darüber eine sehr große Last abgetragen werden muß (nicht wg. Optik). Das muß ich aber noch ausrechnen...


    Mischwald um Frankfurt...naja, aus dem sogenannten Bannforst haben sie ja damals schon das Holz geholt. Wie ich immer sage, die Leute damals waren auch nicht dümmer als heute und haben sich damals schon nicht mehr Arbeit gemacht als nötig...obwohl...bei der Detailgestaltung der Gebäude eben schon...hatten halt keine Kühlerhaube mit Stern o.ä.

    Für diejenigen, die es empfangen können:


    An Fronleichnam, also Donnerstag, den 15.6., gibt es in hr-info um 11.30 Uhr und um 17.30 Uhr ein Interview mit
    Albert Speer jr. über die Urbane Architektur und seine Projekte im In- und Ausland.


    Auszug: "Architektur ist Kunst..."


    Schade das so wenige dieser "Künstler" mit ihrem Pinsel umgehen können...

    Ich wurde bei der gestrigen Veranstaltung gebeten, mal die Namen der Häuser zu veröffentlichen, die rekonstruiert werden sollen.


    Nun, fang ich mal an:


    Markt 5 / Höllgasse 13 : Goldene Waage (Hinterhaus: Alte Hölle)
    Markt 7: Weisser Bock
    Markt 9: Karpfen
    Markt 11: Kleiner Vogelgesang
    Markt 13: Grüne Linde
    Markt 15: Rotes Haus (Altes Rotes Haus)
    Markt 17: Rotes Haus (Altes Rotes Haus, Neues Rotes Haus, Haus auf den drei Säulen)
    Tuchgaden 5 hatte keinen zumindest von mir nachweisbaren Namen, war aber ein Massivbau, wohl 16. Jhdt.
    Tuchgaden 7: Rotes Haus
    Tuchgaden 9: Altes Rotes Haus (ist kein Witz, die hießen alle gleich...)
    Lange Schirn 10: ratet mal...Rotes Haus
    Lange Schirn 12: hatte eigentlich keinen Namen, wurde aber später Metzgerhöfchen genannt, da dieses sich dahinter befand. Eigentlich war es eine Verlängerung des Hauses Tuchgaden 9, welches mindestens in der dreiseiteigen massiven Ausführung und in den Balkendecken romanisch war (also ca. Ende 12. , Anfang 13. Jhdt.!). Lange Schirn 12 wurde um 1800 neu errichtet. Im großen und Ganzen hießen nahezu alle Gebäude um das Metzgerhöfchen Rotes Haus.
    Markt 8 ist mir der Name nicht bekannt. Dort stand ein klassizistische Bau (gegenüber der Goldenen Waage)
    Markt 10: Haus Schönau (Alte Apotheke)
    Markt 12: Haus Schildknecht (Südteil, war wohl früher verbunden mit Haus Schildknecht am Hühnermarkt)
    Markt 14: Neues Paradies (klassizistischer Bau)
    Markt 16: Kleines Seligeneck (erst klassizistisch, in den 20ern Neubau, relativ unpassend. Würde ich nicht rekostruieren, sonder mit Markt 14, einen Neubau bevorzugen, der sich an den ursprünglichen gotischen Gebäuden, wie sie auf einem Holzschnitt von 1738 dargestellt sind orientiert. Dann fände ich es auch gut, wenn diese Häuser, auch als Neubau, wieder den alten Namen trügen)
    Markt 18: Haus Schildknecht (die als zwei Gebäude erscheinenden Häuser in der nordöstlichen Ecke des Hühnermarktes)
    Markt 20: Haus Flechte
    Markt 22 / Hinter dem Lämmchen 1: Goldene Schere (aus zwei Fachwerkgebäuden zusammengefasst und mit einem gemeinsamen Tonnendach versehen)
    Markt 24: Goldene Schere (wohl noch aus alten Besitzverhältnissen heraus mit H.d.L. 1 zusammengefasst gewesen)
    Markt 26: Schlegel (Eichhorn)
    Markt 28: Würzgarten


    Bei den folgenden Gebäuden handelt es sich um die Bebauung zwichen Markt und Hinter dem Lämmchen. Diese Fläche war zwar beidseitig mit durch Innenhöfe getrennte Gebäude bebaut, wohl aber früher als ein Grundstück (Verlauf der Brandwände) mit einem Besitzer. Daher tragen die Gebäude am Markt und jeweils rückseitig an der Gasse Hinter dem Lämmchen den gleichn Namen.
    Markt 30 / Hinter dem Lämmchen 3: Altes Kaufhaus
    Markt 32 / Hinter dem Lämmchen 5: Goldene Schachtel (Neue Eule)
    Markt 34 / Hinter dem Lämmchen 7: Alter Burggraf (Alte Eule)
    Markt 36 / Hinter dem Lämmchen 9: Goldenes Haupt
    Markt 38 / Hinter dem Lämmchen 11: Stadt Mailand


    Markt 40: Haus zu den drei Römern
    Neugasse 1a: Haus Hinter dem Lämmchen
    Neugasse 2: Goldenes Kreuz
    Neugasse 4: Handwerkerstube
    Neugasse 6: Weissenburg (Weisse Burg)
    Hinter dem Lämmchen 2: Esslinger
    Hinter dem Lämmchen 4: Ginslinger
    Hinter dem Lämmchen 6: Goldenes Lämmchen
    Hinter dem Lämmchen 8: Klein Nürnberg


    Kruggasse 1: Haus Rebstock
    Kruggasse 3: Hessischer Hof


    So, das wars. Wer beim Nachzählen nicht auf 47 Gebäude kommt...da gab es noch Hinterhäuser bei Klein Nürnberg, dann kann man sich streiten, b das hintere Gebäude vom Goldenen Lämmchen ein eigenes ist, Haus Schildknecht hatte noch im Hof ein Hinterhaus...ist schwer abzugrenzen.

    Also, ich sag es jetzt mal so, Preise zu nennen sollte man möglichst vermeiden auf dem Bau...
    Aber viele erwarten einfach, daß man genaue Zahlen nennen kann, obwohl dies twilwise gar nicht geht, da man im Vorfeld viele Schwierigkeiten nicht kalkulieren kann.


    Was ich gestern (habe ich auch so geäußert) beziffert habe, sind die reinen Erstellungs- und Materialkosten.
    Das belief sich beim Roten Haus (mittlerweile auch ca. ein halbes Jahr her, seit ich das berechnet habe...da soll man mal die Zahlen im Kopf behalten) auf Rohbau (heißt Holzkonstruktion, mit Schiefer eingedeckt, mit Lehmsteinen ausgemauert und verputzt) auf ca. 188.000 € (das war die Zahl, die mir gestern einfiel). Schreinerarbeiten (angepasste Türen und Fenster) würden sich grob geschätzt nochmal auf über 17.000 € belaufen.


    Aber das ist alles nach Tabellen usw. kalkuliert, wie man es heutzutage eben macht...wahrscheinlich sogar viel genauer, als es andere machen, da Architekten für gewöhnlich über Richtwerte der BGF kalkulieren und teilweise gar nich berücksichtigen, was eigentlich verbaut wird, während ich eine Massenermittlung über hoffentlich alle Teile gemacht habe.


    Das Problem war und ist natürlich, daß der Glaube vorherrschte (und bei manchen immer noch herumspukt), daß Rekonstruktionen soooo viel teurer wären als Stahlbetonbau. Ich habe, wie schon erwähnt, nicht mal eine der ganz groben Architekten-Kalkulationen. Also weiß keiner, wie teuer eine moderne Bebauung werden würde.
    Das ist auch das ganze Prinzip der Diskussion, wie ich sie führe. Wenn alle Frankfurter dagegen wären, weil es ihnen nicht gefällt, weil sie es unpassend fänden, was auch immer (ist ja zum Glück eher andersrum), dann wäre das eine ganz normale demokratische Entscheidung. ALLERDINGS sollte jeder RICHTIG über die Bedingungen und Folgen informiert sein.
    Was mir nämlich Angst macht, ist, daß nun eine Bebauung kommen würde, die noch weit teurer wäre als eine Rekonstruktion, auch weil einfach so schlampig gearbeitet wird. Wie schlampig, kann man daran sehen, daß der Siegerentwurf (!!!) faktisch nicht ausführbar ist, da das Büro Engel nicht mehr gemacht hat, als in den Grundplan ein paar Grundstückslinien einzuzeichnen und dazu Modelle und Ansichten entwerfen zu lassen. Im ersten Entwurf waren vollkommen falsche Höhenannahmen, die zu einem Abriss des archäologischen Gartens geführt hätten. Wenn man nun doch so bauen sollte, muß dies erst korrigiert werden, was nochmal zu einer Verteuerung der Planungskosten führt.


    Also stand das Argument im Raum, Rekonstruktion wäre zu teuer, obwohl es wahrscheinlich ist, daß eine "moderne" Bebauung (seit 80 Jahren modern?) sogar noch teurer wäre. Uuuund sich durch eine Neubebaung in 30-50 Jahren (wenn die Gebäude abgeschrieben sind) dieselben Kosten nochmal entstehen würden.


    Den anderen Blödsinn habe ich ja schon geschildert...bspw. daß Engel persönlich gesagt hat, Fachwerkbau würde zu dunklen Gassen führen, in denen niemand leben möchte. Trotzdem sind seine Straßen enger als die historischen Gassen!!!


    Antiquitus: Es gibt für normal dimensionierte Eichen sicherlich kein Fällverbot...nur haben wir drei (vier, wenn man den Nachbaranbau miteinbezieht) Stützen von 4,23 Länge, welche im oberen Teil ein quadratisches Profil von 60 cm Seitenlänge erfordern und auf dem steinernen Sockel immer noch ein achteckiges Profil mit einem Durchmesser (mitte Seitenkante, nicht in der Ecke) von 57 cm.
    Bäume, die eine entsprechend ausreichende Größe haben (muss ja einiges an der Seite weggeschlagen werden) und die entsprechende Qualität, um die Last aus drei bewohnten Vollgeschossen und zwei Dachgeschosse abzutragen, stehen für gewöhnlich unter Naturschutz. Haben manchmal sogar schon Namen (die Was-weiß-ich-Eiche). Und wenn mal so ein Baum doch gefällt wird, obwohl er vollkommen gesund ist(nicht innen verfault o.ä.), dann sind diese so begehrt, daß, wie gestern gesagt, diese nicht verkauft, sondern versteigert werden.


    Oder man sucht Mittel und Wege (Wolff Holtz hat gestern darauf hingewiesen) entsprechende Bäume aus dem Ausland zu erwerben, wo man noch öfter diese Maße hat.


    Wenn man sich rechtzeitig darum kümmert...


    Bei der Löwenapotheke waren beispielsweise Lieferengpässe mit dem Bauholz, dazu kam es zu Verzögerungen (und entsprechenden Kostensteigerungen). Also sind Schwierigkeiten überall möglich. Nur pauschal zu sagen, Rekonstruktion wäre nicht bezahlbar, ist purer Blödsinn. Mal abgesehen davon, wieviel Geld durch "moderne" Bauprojekte schon allein in Frankfurt verbrannt wurde. Da sind die möglichen Kosten ein Rekonstruktion fast lächerlich.
    Und wir haben die beste Platzausnutzung, beste Rendite...es spricht eigentlich GAR NICHTS gegen eine Rekonstruktion (zumindest technisch).

    Also zumindest ursprünglich wurden sie wohl als zwei Gebäudehälften unter gleichem Dach konzipiert...Doppelhaushälfte für die Söhne der Erbauerin. :gg:


    Wann das nun zusammengefasst wurde...hmmm. Auf jeden Fall gab es im Buch von Manfred Gerner "Fachwerk in Framnkfurt am Main", erschienen 1979, schon eine Ansicht der dem Römerberg zugewandten Front mit entsprechender, wenige Jahre später rekonstruierter Fachwerkkonstruktion. Diese wohl entsprechend des Planes aus einer Aufnahme und damit wohl auch als historisch korrekt anzusehen ist.


    Aus dem Gespräch mit Herrn Gerner hat mir dieser erzählt, er habe damals seinen Segen für den Bau verweigert, da man manche Unterzüge aus statischen Gründen über das historische Maß hinaus dimensioniert hatte (obwohl diese ja 382 Jahre gehalten haben, man möge meinen, es habe sich damit bewährt).


    Nun muß man wissen, daß im Holzbau nach heutigen Maßstäben mit drei- bis vierfachen Sicherheiten gerechnet wird aufgrund der inhomogenen Eigenschaften von Holz.
    Es waren also die Balken (viel) zu groß und, nach Herrn Gerner auch entsprechend zu schwer. So sei es zu Berstungen des Sandsteines gekommen. Daher mußte dort alles abgestütz werden.
    Frisches Holz als Grund ist somit wohl eher eine reine Spekulation, schließlich hat man früher, auch den Engel, grundsätzlich mit frischem Holz gebaut, sonst wären auch dendrochronologische Untersuchungen sinnlos.

    Sehr schöner, ausführlicher Text.


    Dann möchte ich diese Punkte mal noch mal überprüfen für eine Betrachtung der weiteren Häuser (Technisches Rathaus-Areal).


    Ich habe versucht, diese Kenntnisse möglichst von Anfang an an den Plänen und Skizzen anzuwenden.
    Konsequenzen wären daraus: Änderung von Fenstergrößen bei einigen Gebäuden gegenüber den Treunerskizzen auf spätgotisches Maß und entsprechende Ausführung der Strebenfigur.


    Prominentestes Beispiel: Das Haus auf den drei Säulen, Rotes Haus (Markt 17).
    Nach einem Holzschnitt von 1738 ist ein Teil der Balkenlage zu erkennen. Das Gebäude war also entgegen landläufiger Meinung nicht immer rot verputzt, bis mind. 1738 standen die Balken frei. Im Übrigen hießen auch das Nachbargebäude (Markt 15), sowie vier weitere Gebäude um das dahinter liegende Metzgerhöfchen "Rotes Haus".
    So waren im 1. OG Riegel und Pfosten entsprechend einer für diese Zeit typischen Anordnung neu gesetzt worden. Die Lage der Fenster entsprach der, die das Gebäude bis 1944 hatte. Für das 2. OG war die Änderung jedoch noch nicht vollzogen. Die Strebenfigur ist sichtbar, jedoch nicht gebogen sondern gerade. Hier ist nun die Frage, ob dies ein Vereinfachung im Holzschnitt ist. Da aber kleinere Elemente auch genauer dargestellt sind und es auch Beispiele für gerade (gotische!) Streben in unmittelbarer Nachbarschaft gibt, werde ich dies für die Konstruktion wählen. Wenn man nun die Fenster neu bemessen muß anhand dieses Bildes, welches in den Jahren danach angepaßt wurde (die Fenster des 2. OG entsprachen dann in der Breite fast, aber nur fast, denen des 1. OG). Dann kommt man wieder auf gotisches Maß (75 - 90 cm Breite). Die entsprechende Balkenlage entspricht dann auch wieder genau der inneren Konstruktion mit Innenwänden und Unterzügen).


    Da ich auf gleichem Holzschnitt das Bild des Hauses Flechte (Markt 20) in gotischer Form sehe und aufgrund der Maße mit Überkragungen und angebrachten Knaggen Übereinstimmungen mit gotischen Maßen und den (nicht maßstäblichen) Ansichten der Platzierungen finde, gehe ich bei diesem Haus davon aus, daß hier die Fenster relativ rücksichtslos sogar in tragende Achsen hineingeschnitten wurden. Wahrscheinlich wurden statt dessen Pfosten zwar neu gesetzt, doch gehe ich davon aus, daß bei einer Freilegung die ursprünglichen Streben noch in abgeschnittener Form vorhanden waren. Angeblich soll dies bei der umfassenden Sanierung auch der Grund für die Nicht-Freilegung einiger Häuser gewesen sein. Das Fachwerk darunter wäre in seiner verstümmelten und massiv gestörten Form nicht mehr ansehnlich gewesen.


    Also Baugeschichte hier als entscheidende Grundlage für die Rekonstruktion.


    So plädiere ich auch nach wie vor dafür, den Zustand von vor 1905 bei den Häusern Esslinger, Ginslinger, Goldenes Lämmchen und Klein Nürnberg herzustellen, sowie auch den speziellen Bau Neugasse 1a.
    Dieser Zustand beim Durchbruch der Braubachstraße war über einige Jahre gegeben, bis man die Gebäude dort errichtet hatte. Man kopierte auch die Fassaden der dann dazu abgebrochenen rückwärtigen Teile in den neu errichteten Gebäuden.
    Jedoch hätte dies zur Folge, daß ich Haus Esslinger in teilabgebrochenem Zustand rekonstruieren müsste. Dies widerstrebt mir. Und ich bin der Überzeugung, daß die (massive, also in Stein gebauten) Rückseiten dieser Gebäude auch durchaus ansehnlich sein können, bzw. mit Neugasse 1a ein Fachwerkgebäude in die Braubachstraße hineinreichen würde.
    Dies wäre aber kein "Abbruchzustand auf Dauer", da man dort mit der Braubachstraße einem Hofverlauf folgte.


    Im Übrigen ist sogar der Merianplan unglaublich nützlich...


    Letztendlich ist aber der von Riegel genannte Leitfaden für mich auch relativ verbindlich: Wie würden sich die Gebäude darstellen, wenn sie im Krieg nicht zerstört wären? Jedoch weigere ich mich, wenn mir Umbauten als solche bekannt sind und ich den ursprünglichen Zustand benennen kann, dies dann nicht auch in solchem ursprünglichen, weil mit konstruktivem Sinn durchlaufenden Aufbau neu zu gestalten, was wohl schon technisch das einzig sinnvolle ist. Die Fehler der Vorväter nicht zu widerholen, das sagt die Ingenieursehre :zwinkern:


    Und manche Sachen werde ich nie darstellen können. Sollte eines der Häuser ältere Teile als die sicht- oder schätzbaren gehabt haben, werde weder ich, noch irgend jemand anderes dies je nachweisen können. Ich meine dies in dem Sinne, daß man manchen der Limburger Fachwerkbauten aus dem 13. Jahrhundert man aufgrund der Umbauten das hohe Alter nicht ansehen kann. Da kam man darauf weil zwei, drei Pfosten noch übergeblieben sind, die auch in nachfolgenden Gestaltungen durchaus hätten neu sein können, oder weil man innen liegen ein Schwertung vorfand, die über die Geschosse hinwegging. Auch wären Rahmenschnitzereien an Balken, wie sie im dreizehnten, vierzehnten Jhdt. üblich waren, nur durch eingehende Untersuchungen entdeckt werden können. so etwas kan man heute nicht mehr nachvollziehen.
    (Tuchgaden 9 war in der massiven Front und im EG romanisch. Wie alt waren die Fachwerkteile, bzw. daraus: wie waren die innenliegenden Wände aufgebaut? Gab es Balken, die über die Geschosse hinweg gingen?)


    Dies ist eine Tatsache...aber ich tue mein Bestes.


    Riegel: Wann bist Du mal wieder in Frankfurt, denn ich würde meine Kunstruktionsskizzen gern auch Deinem Auge "unterwerfen". Je mehr Sachverstand einläuft, desto unanfälliger wird diese Rekonstruktion für mögliche Fehler...oder wie das Motto beim Bau der Löwenapotheke in Aschaffenburg war (auch im Hinblick auf Römerberg):


    Wenn, dann machen wir eigene Fehler. :zwinkern:


    P.S.: zum Schwarzen Stern: die Figuren entsprechen ja denen der Goldenen Waage, diese waren jedoch eben massiver. Die "filigrane" Gestaltung der Andreaskreuze mit Rauten finde ich sogar eher befremdlich...es passt so einfach nicht.

    Der Herr Mangelmann hat seine Pläne auf folgende Grundlagen gestützt:


    maßstäbliche Pläne, Ansichten und Schnitte der Häuser um das Metzgerhöfchen (inkl. dem Roten Haus, welches auf drei Eichensäulen von 4,63 m Höhe stand und dem Nachbarhaus, welches auch "Rotes Haus" hieß)


    dasselbe von der Goldenen Waage (und Nachbarhaus Markt 7), sowie maßstäbliche Pläne und Grundrissen, ergänzt durch Bemaßungsskizzen von Haus Esslinger, Ginslinger und Goldenes Lämmchen (Hinter dem Lämmchen 2-6), sowie Neugasse 1a in einer Aufzeichnung von vor 1905.


    Die Treunerskizzen, welche Aufmaße SÄMTLICHER betroffener Häuser und darüber hinaus noch den größten Teil der restlichen Altstadthäuser sind.


    Grundplan von 1861, von 1901 (maßstäblich mit Darstellung der Brandmauern, sowie von 1944 bzw. 1953 (in dem die Grundstücksgrenzen auch noch entsprechend eingezeichnet waren.


    verschiedenste Bilder und Skizzen, u.a. einem Bildband über die Altstadt von 1931.


    Literatur mit entsprechenden Beschreibungen und manchmal auch historischen Entwicklungen der Häuser.


    Empfehlungen und Hilfestellungen von diversen Fachleuten (Prof. Manfred Gerner; von ihm gibt es auch verschiedenste Veröffentlichungen zum Thema Fachwerk)


    einen Lehrgang über die historische Art der Balkenbearbeitung und Zimmermannsverbindungen (war eine Sch...-Arbeit, versucht mal einen sauber geraden und glatten, rechteckigen Balken aus einem direkt frisch geschlagenen Baumstamm nur mit verschiedenen Äxten rauszuhacken. Dann bekommt man mal richtig Respekt vor den damaligen Leistungen...und die "modernen" Planer haben das "alte vergammelte Zeug" immer so gern abgerissen, ohne auch nur den Hauch einer Ahnung zu haben, wieviel Arbeit darin steckt und welch unerreichte Qualität in dieser Bauweise steckt.)


    ...das ist im wesentlichen das, was der Herr Mangelmann als Grundlage hat...

    Ich war gerade bei der Vorstellung und Podiumsdiskussion zum Workshop...


    Nuuun, wo soll ich anfangen...


    Es begann mit einer Dia-Show, wie toll doch alle bei dem Workshop zusammengearbeitet haben und welch harmonische Atmosphäre und bla bla bla...
    Dann kamen die Podiumsteilnehmer zu Wort. Es waren zwei Architekten, u.a. Herr Dreysse, der sich allerdings immer recht moderat äußert und an dem ich hier auch keine Kritik anbringen möchte. Er vertritt seine Meinung und macht dies auch immer recht fair.
    Dann waren noch zwei Journalisten und Architekturkritiker...


    Der erste: Herr Thomas von der Frankfurter Rundschau, welcher als erstes sagte:
    Die Bevölkerung habe kein Recht auf Fachwerk! Die habe nur Recht auf Bildung und damit würde sich die Frage nach dem Recht auf Fachwerk sowieso erledigen.


    Das heißt also: ein Schreiber des Rundschau Feuilleton, Christian Thomas, hält uns alle für blöd! Nicht nur für blöd, sondern sogar für so minderbemittelt, daß wir keine Recht auf eine eigene Meinung haben sollten.


    Herzlichen Glückwunsch, Frankfurter Rundschau, für die Bedienung totalitärer Ansichten. (Wer spricht hier immer von Gefährlichkeit der Vergangenheit und Mahnmale der Zerstörung?)


    Die Diskussion kam nur in Gang, weil sich drei Rekonstruktionsbefürworter zu Wort gemeldet haben (wir waren zwar nicht die einzigen, aber viel mehr waren es nicht bei dieser Selbstbeweihräucherung für Architekten).
    Als erstes Herr Dr. Natermann, Projektentwickler, der die Arroganz des Herrn Thomas kritisierte, und anführte daß diese modernen Entwürfe nach wie vor keinerlei Emotionen hervorrufen würden.
    Daraufhin versuchte Herr Thomas seine Aussage zu relativieren, ich habe das jedoch nochmal klargetellt, was er da für einen gefährlichen Blödsinn von sich gegeben hat.
    Dann ging die Diskussion erwartungsgemäß weiter, d.h. alle Architekten auf uns.


    Doch der Hammer kam am Schluss:


    Moderator war ein Archtekturprofessor aus Kassel, ein Herr CUADRA.


    Dieser sagte zum Schluss offiziel zu mir: sie sehen das ganze ja aus der Sicht des Bauingenieurs...dies ist aber eine Diskussion über Städtebau und damit Architektur.
    Da habe ich erstmal gelacht.
    Im Anschluss dann aber dies:


    Nachdem Dr. Natermann ihn fragte was eigentlich jetzt diese Arroganz solle (Bauingenieur hätte ja keine Ahnung von Städteplanung), sagte er, daß er gegen Fundamentalismus sei. Da fragte Herr Dr. Natermann, ob er ihn denn überhaupt kenne.
    Antwort des Herrn Cuadra: Nein, aber seine Meinung sei Fundamental.


    So. Spaß erster Teil.
    Zu mir meinte er dann, er kritisiere, daß ich meine Standpunkte immer nur wiederhole (was bleibt mir auch übrig, wenn es kein wirkliches Gegenargument gibt), die Diskussionbeiträge von mir langweilen ihn (...nun ja...).
    Aber der wirkliche Hammer, und da hat er was RICHTIGES gesagt (oder die Maske fallen gelassen, wie Herr Natermann es später ausdrückte):


    Er sei wütend, daß ich es mir anmaßen würde meine Meinung über Städtebauliche Dinge zu äußern und es damit wagen würde ihm und seinen Kollegen zu widersprechen die über 20 Jahre an Hochschulen diese Dingen lehren würden. Ich hätte die Presse, die ich bekommen habe überhaupt nicht verdient.
    Dies hat er dann nochmal wiederholt.
    Ich hätte diese Presse überhaupt nicht verdient.


    Ob da jemand neidisch ist? Will der kleine Architekturprofessor auch mal nette Presse bekommen? Hat er ein Bedürfnis nach mehr Aufmerksamkeit?


    Also der wahre Grund für die Diskussion:


    Es geht überhaupt nicht um den Krönungsweg, um Frankfurt, um modernes Wohnen, um Stadtgestaltung...oder auch nur irgendwas in dieser Richtung.


    ES GEHT EINFACH NUR UM DEN NEID DER ARCHITEKTEN!!!


    Daß so ein kleiner dahergelaufener Niemand, wie ich, nun etwas gemacht hat, was erstens dazu führt, daß von denen keiner den Ruhm einstecken kann und die Bevölkerung jetzt mal anfängt, dieses elitäre Getue zu hinterfragen.
    Und dann kommt heraus, daß die meisten Architekten gar nichts können außer dummes Zeug erzählen und die Leute für dumm zu verkaufen.


    Sie haben gar keinen Sinn für diesen Ort und was damit geschieht, sondern nur Angst um ihren Status!!!


    Manuel Cuadra...welch eine Arroganz.