Posts by Kardinal

    „Ein Bau wie Guggenheim in Bilbao“
    Weltkulturen-Museum soll auf Degussa-Areal


    Von Matthias Alexander


    Das Degussa-Areal soll bis zum Jahr 2014 in drei Abschnitten völlig neu bebaut werden


    02. April 2008 Der Neubau des Museums der Weltkulturen kann auf dem Degussa-Areal in der Frankfurter Innenstadt entstehen. Darauf haben sich der Magistrat und der Eigentümer des Areals, die Deutsche Immobilien Chancen (DIC), geeinigt. Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) sagte im Gespräch mit der F.A.Z., dass mit dem Entwurf für den Neubau ein renommiertes Architektenbüro beauftragt werden solle, das noch nicht in Frankfurt gebaut habe.


    „Wir denken an einen Bau à la Guggenheim in Bilbao“, sagte Roth. Ihren Angaben zufolge wird das Museum eine Bruttogeschossfläche von 8500 Quadratmetern haben. Die Stadt werde den Bau voraussichtlich für 25 Jahre von der DIC mieten. Die Mietzahlungen bezifferte Roth auf drei bis 3,5 Millionen Euro im Jahr. Als Fertigstellungstermin wird das Jahr 2013 genannt.


    Quartier „Maintor“ soll durch den Neubau belebt werden


    DIC und Stadt haben seit etlichen Monaten verhandelt. Der DIC-Vorstandsvorsitzende Ulrich Höller hatte zunächst zurückhaltend auf die Idee reagiert, auf dem rund zwei Hektar großen Areal ein Museum unterzubringen. Sein ursprüngliches Konzept für die Neubebauung der Flächen sah eine Mischung aus Büros, Wohnungen und Gastronomie vor. Roth hatte die Angelegenheit jedoch zur Chefsache erklärt und Höller überzeugen können.
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    Das Museum soll am östlichen Rand des geplanten zentralen Platzes des neuen Quartiers entstehen, das als „Maintor“ vermarktet wird. Es würde gemeinsam mit dem benachbarten Museum für Vor- und Frühgeschichte und dem Institut für Stadtgeschichte im ehemaligen Karmeliterkloster ein kleines Kulturensemble bilden. Der Wunsch von Kulturdezernent Felix Semmelroth (CDU), das Museum am Main zu errichten, um es deutlich sichtbar zum Teil des Museumsufers zu machen, bleibt damit unerfüllt.


    Planungsdezernent Edwin Schwarz (CDU) und die Fachleute von Stadt und DIC hatten den Standort am Platz aus funktionalen und städtebaulichen Überlegungen heraus bevorzugt. Nur dort würde es zur Belebung des neuen Quartiers beitragen, zudem lässt sich an dieser Stelle eine Vorfahrt etwa für Taxis einrichten. Der DIC war es dem Vernehmen nach auch darum zu tun, die Flächen am Main für die geplante sehr gehobene Wohnbebauung zu reservieren. Der Ausblick wäre bei einem weitgehend geschlossenen Museumsbau „verschenkt“ worden.


    Breite Mehrheit im Magistrat für den Standort


    Damit das Museum auch von der Stadtseite gut sichtbar ist, wird die Blockrandbebauung an der Weißfrauenstraße etwas nach Westen gerückt. Im Magistrat wird zudem erwogen, das Gebäude an der Ecke von Weißfrauenstraße und Seckbächer Gasse, das die Blickbeziehung stört, eines Tages abzureißen. Dann könnte ein großzügiger Platz zur Berliner Straße hin entstehen.


    Unklar ist noch, ob die Fraktionen von CDU und Grünen das Konzept mittragen. Sie sollten eigentlich in den nächsten zwei Wochen vom Magistrat vertraulich über die Einigung unterrichtet werden, eine Indiskretion machte dieses Vorhaben jedoch zunichte. Für den Standort gibt es eine breite Mehrheit. Der planungspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Jochem Heumann, hatte sich lobend über die Idee geäußert. Auch die Grünen können sich mit dem Degussa-Areal anfreunden. Sie hatten die Suche nach einem neuen Standort erst nötig gemacht, weil sie einen Anbau am bisherigen Standort am Sachsenhäuser Mainufer abgelehnt hatten. Vor allem aus der CDU-Fraktion waren in den vergangenen Wochen jedoch auch kritische Stimmen zu hören, die das Vorhaben als zu teuer einschätzen.


    Sie verweisen darauf, dass im Etat von Kulturdezernent Semmelroth noch weitere aufwendige Großprojekte enthalten sind. „Bis zu 3,5 Millionen Euro sind eine sportliche Vorgabe“, gab denn auch ein Teilnehmer der Gespräche zu. Die Miete errechnet sich aus den 59 Millionen Euro, die der Investor für das Grundstück (zwölf Millionen Euro), Baukosten und Baunebenkosten kalkuliert. Hinzu kommt die Rendite; sie bemisst sich an dem Gewinn, den die DIC mit der urspünglich geplanten Wohnbebauung hätte erzielen können. Mit welchen laufenden Kosten die Stadt rechnen muss, war gestern nicht zu erfahren.


    Textzeile zu einem Luftbildes des Areals:
    Das Degussa-Areal soll bis zum Jahr 2014 in drei Abschnitten völlig neu bebaut werden. Das Museum der Weltkulturen soll am östlichen Rand entstehen, gegenüber vom Museum für Vor- und Frühgeschichte. Damit es auch von der Stadt her gut sichtbar ist, könnte der Platz vor dem Karmeliterkloster durch den Abriss eines Nachkriegsgebäudes erweitert werden. Auch an der Ecke von Untermainkai und Neuer Mainzer Straße soll die Bebauung so aufgefächert werden, dass sie zum Betreten des Quartiers einlädt. (...)

    Ich habe den Artikel bzw. das Vorwort jetzt mal gelesen.
    Eigentlich steht außer den kurz erwähnten Ausreißer, die seine Meinung wiederspiegeln, nichts besonderes drin. Im Vorwort seine Meinung kund zu tun, ist wohl sein gutes Recht als Chefredakteur.


    Aber eines muß ich auch mal sagen. Er spricht davon, daß er verbal niedergeprügelt wurde.
    Auf der einen Seite kann das als Frust verstanden werden, wenn man einen Großteil der Zuhörerschaft gegen sich hat (bzw. diese eben einfach eine andere Meinung vertritt), besonders wenn man uninformiert irgendwelche Gegenargumente bringt, die entweder längst widerlegt, oder gar unsachlich und nicht diskussionsbezogen sind.
    Ich war allerdings bei der Diskussion wohl nicht dabei (Rennbahn?), daher kann ich nicht sagen, wie er argumentiert hat. Die Möglichkeiten stellen jedoch eine Bandbreite aus den Erfahrungen der letzten drei Jahre dar.
    Auf der anderen Seite ist es jedoch leider so, daß auch (zu) viele Befürworter der Rekonstruktion sehr emotional werden, und leider auch oft abseits jeglicher Sachkenntnis.


    Dieses Problem kann leider nicht gänzlich verhindert werden. Jedoch möchte ich hier nochmal jeden aufrufen, bei solchen Diskussionen grundsätzlich sachlich zu bleiben und den Diskussionspartner, bzw. andere Gruppen (z.B. die Architekten) nicht zu beleidigen, besonders nicht in Kollektivschuld.
    Das kostet Sympathien und macht die schwierige Beweisführung des Nutzens unseres gemeinsamen Anliegens nicht einfacher!

    Es gab mal eine von ihm moderierte Veranstaltung (meines Wissens die einzige, auf der er persönlich aufgetreten ist), über die auch im Fernsehen berichtet wurde...Paroli bieten? Nun, da war er Moderator. Das wäre hier eine ziemlich falsche Auslegung seiner Aufgabe in dieser Diskussion. Und aufgrund dieser war das, was er, wenn er es auf diese bezieht, in dieser als "Paroli bieten" bezeichnet, höchstens kritische Fragen, die bei außenstehenden eventuell noch als Begriffsstutzigkeit interpretiert werden kann. Aber wie das so ist, hinterher waren alle Kriegshelden...


    Der einzige, der versucht hat Paroli zu bieten, war der Leiter der hessichsen Denkmalpflege, Weiß, mit recht zweifelhaften (und hier schon allgemein bekannten) Phrasen, des Weiteren hat mich der Herr Stefan Forster BDA bei dieser Veranstaltung als Lehrling bezeichnet...und sich damit selbst nur unbeliebt gemacht, weil es zeigt, daß der Mann nicht nur keine Ahnung, sondern auch keinen Anstand hat.


    Aber der Herr Tomic? Eindruck gemacht hat er zumindest auf mich nicht gemacht. Ich habe ihm sogar im Vorfeld der Veranstaltung anhand der Pläne erstmal erklärt, wie die Altstadt ausgesehen hat (und rudimentäre Informationen zum Thema Bauphysik und Baustatik).

    Mir ist das schon klar, nur habe ich eben auch an ähnlichen Beispielen die Erfahrung gemacht, wie schnell einem solche Wünsche als Gegenargument angeführt wurden.
    Es geht nicht um Visionen, sondern nur um die Frage, ob man Visionen, bevor man diese als Wunsch äußert, als machbar geprüft hat. Und das hat weder die CDU, noch damals der Erstverfasser dieses Gedankens (meines Wissens der Leiter des Archäologischen Museums) getan.


    Das hohe Gut war und ist in der Diskussion immer gewesen, daß, gerade weil es all die Vorurteile um Nichtmachbarkeit, Nichtfinanzierbarkeit und eben Disneyland gab, wir eben die Tatsachen auf unserer Seite hatten. Und eine Rekonstruktion hier auf jeden Fall den Anspruch der echten Frankfurter Fachwerkbauten erfüllen kann. Wenn man sie sieht, kann man mit Sicherheit behaupten: So war es, so ist es nun wieder. Und nicht: so könnte es mal ausgesehen haben.


    Die Sache ist nun mal, daß man sich bei Forderungen in der Öffentlichkeit immer bewusst sein sollte, welche Folgen das, auch in den Antworten, hat. Das mag auch der Unterschied sein zwischen Vision und Träumerei.


    Wenn Frankfurt wiederaufgebaut werden soll, dann eben soll Frankfurt und nicht eine Fachwerk-Idyll-Kopie aufgebaut werden.


    Ob man Fachwerk-Idyll anderswo neu aufbauen möchte, ob die Qualität in der Architektur zunehmen muß, ob Architekten bei ihrer Bezahlung und dem akademischen Titel in der Lage sein sollten ein Dach zu konstruieren, ist eben etwas anderes, hat mit der Frage Reko in Frankfurt nichts zu tun.


    Beispiel: ich werde immer gefragt, welchen Zustand soll man rekonstruieren? 1300, 1400, 1800, 1944?
    Es gibt eine Menge Gründe, die technisch, optisch und aus vielen weiteren Gründen gegen 1944 sprechen.
    Aber ich möchte nicht damit anfangen, die Gebäude gegeneinander aufzuwerten, das ist die Argumentation derer, die sagen, NUR Leitbauten. Doch das wird einem abverlangt.
    Und zwangsläufig kommt man dann an den Punkt, wenn man die Pfalz wieder aufbaut, dann muß da auch die passende Umgebung dazu. Wie sah der Friedhof auf dem Hühnermarkt aus? Wie sah die Salvatorkirche aus, muß man den Dom abreißen oder umbauen? Dies ist 1867 geschehen. Eine geschönte, verfälschte, idealisierte Sicht auf die Gotik. Dafür wurde das Langschiff, der älteste Gebäudeteil, fast komplett niedergerissen und ein großer Teil des Kreuzgangs zerstört.


    So etwas will doch keiner wieder haben.


    Nochmal: mit einem unrealistischen Pfalzbau (der sowieso nicht kommt, weil es eben über das Ziel hinaus schießt) verhindert man realistische Rekonstruktionen.
    Und da es sowieso nicht kommt, wäre es jetzt schade, sich mit entsprechenden Forderungen einer gewissen Lächerlichkeit preiszugeben.


    Abgesehen davon, seht Euch mal das Gebiet dort an. Es ist viel kleiner, als man denkt. Mit einem Glaskasten wird man vielleicht eher leben können, wenn die Südseite von Markt von Goldener Waage bis Rotes Haus (und dem Metzgerhöfchen) kommt.
    Metzgerhöfchen oder Pfalz?
    Ich halte das Metzgerhöfchen für wirklich wichtig, schon wegen der 800 Jahre lang bestehenden Straßenstruktur.

    Darauf kommt es nicht an.


    Sondern im Moment baut sich hier, und zwar aufgrund des schon in der Sitzung getätigten Rückzuges, bzw. so nicht dort gemachten Aussage der CDU auch gar unnötigen, der Wille auf durch eine zweifelhafte, weil fast ausschließlich spekulative Rekonstruktion, andere äußerst wichtige Rekonstruktionen wie Tuchgaden 9, bzw. das gesamte Metzgerhöfchen, aber auch den Verlauf von Tuchgaden, welcher das Bild Frankfurt ca. 800 Jahre geprägt hat, zu verhindern.
    Schaut Euch den Plan von Frankfurt mal an (Pfalzmauer unter Vorkriegsgrundrisse). Es geht nicht. Damit begibt man sich an einen Punkt, der nicht nachvollziehbar ist. Der auch die bisher sachliche Argumentationsebene verlässt.


    Ihr beschreitet an dieser Stelle eine Vorgehensweise, die mir am Anfang immer unterstellt wurde. Bitte nicht falsch verstehen, aber wenn ich so vorgegangen wäre, würde heute der Engel-Entwurf in Vorbereitung sein.
    Mich hat sowieso fast niemand ernst genommen, aber wenn ich nicht die entsprechenden Fakten hätte liefern können, hätte ich mich lächerlich gemacht. Und selbst mit diesen Fakten ist es schon schwer genug (Siehe Bewertung über eine Machbarkeit durch DW Dreysse im Ausschuss).


    Es stellen sich manche ziemlich einfach vor. Das, was bisher erreicht wurde, basiert auf eine wasserdichte Argumentation und darauf, daß man sich nicht wie der BDA von Emotionen hinreißen lässt.

    saibo: Genauso kann aber auch eine andere Lösung kommen. Es steht ein Wettbewerb dazu aus, in dem nicht nur bewiesen werden muß, den Archäologischen Garten zu präsentieren, sondern bei dem sicherlich auch der Nachweis zu führen ist, in wie fern die Goldene Waage und das Rote Haus eingebunden werden können, ganz abgesehen von einem sinnvollen Ensemble zwischen diesen Gebäude.
    Ich denke spätestens der Bau eines Glaskastens direkt neben der Goldenen Waage wird gegenüber historisierender Lösungen so abstoßend sein, daß selbst die "fortschrittlichste" Jury so etwas nicht gut heißen kann.


    Und zu guter Letzt sind Wettbewerbssieger ja auch nicht immer diejenigen, die beim Bau zum Zug kommen :gg:

    Das schwerwiegende Problem, das hier leider verkannt wird, ist, daß wenn wir eine Phantasie-Pfalz aufbauen wollen, wir statt dessen auf reelle Rekonstruktionen verzichten müssten.
    Die Niederlegung der Pfalz kann nämlich aufgrund der Gasse Tuchgaden relativ sicher vor 1200 datiert werden, da an Tuchgaden (welches über den westlichen Pfalzresten liegt, ineinander verbaut mit Gewölben späterer Zeit) mit dem Alten Roten Haus, Tuchgaden 9, ein spätromanischer Bau, also aus der Zeit um 1200 stand, welcher dann eben nicht mehr gebaut werden könnte, ebenso wie das gesamte Metzgerhöfchen.


    Also die Wahl ist eindeutig: Eine größtenteils erfundene karolingische Kaiserpfalz, oder eine nach genauesten Vorgaben wiedererrichteter romanischer Steinbau.
    Es geht hier nicht unbedingt um Rekonstruktion oder moderner Bau, wir begeben uns gerade in die Falle, daß wir die Rekonstruktionen gegeneinander abwägen.
    Und nicht zu vergessen...auf der gegenüberliegenden Seite sind noch originale Kellermauern, auf die man sicherlich auch aufbauen könnte. Eine Halle über den Pfalzresten muß ja von außen nicht zwangsläufig ein Glas- oder Betonkasten sein, sondern kann die Gefüge der dort vorher gestandenen Fensterstrukturen, vor allem aber die Dachstrukturen wieder aufnehmen.


    Und wenn man das unaussprechliche mal wagen darf ("JEHOVA!!!")...sollte es zu einer Fortführung über die Kunsthalle hinaus kommen, wäre der Anschluß auch einfacher an einem Museum, welches in Kubatur den Vorkriegsgebäuden entspricht.


    Ich muß daher bitten sich mit manchen Forderungen zurückzuhalten, besonders mit Rücksicht auf den bisherigen taktischen Vorteil der Rekonstruktionsbefürworter, daß alle unsere Aussagen immer auf nachweisbaren Kenntnissen und Zahlen fundiert haben.

    Der Unterschied besteht tatsächlich in der Frage der Wahrhaftigkeit.


    Für mich macht es einen ganz entscheidenden Unterschied, ob ich die Maße der Gebäude auf +/- 2cm genau kenne oder mir noch nicht einmal darüber im Klaren bin, ob das Pfalzgebäude nun zwei oder drei Geschosse hatte. Zumal war beim Bau der Goldenen Waage das Pfalzgebäude schon über 400 Jahre nicht mehr existent.


    Das halte ich für Geschichtsfälschung. Das könnte ich auch in keiner Weise vertreten.


    Noch etwas zum Artikel. Herr Alexander (saß im Ausschuss als Vorletzter am Tisch auf der rechten, der Fensterseite) hatte da wohl etwas falsch verstanden. Ich habe nicht gesagt, daß das Holz drei Jahre zum trocknen benötigt (wenn man es natürlich trocknen lässt, reichen 3 Jahre nicht), sondern daß man die Säulen des Roten Hauses über einen Zeitraum von drei Jahren vor Einbau behandeln muß.
    Allerdings ist der Zweck meiner Anmerkung trotzdem erfüllt. Man hat jetzt hoffenttlich erkannt, daß in den Diskussionen zu viel wertvolle Zeit verschwendet wurde. Es wurden ja meist Probleme erörtert, die ich bereits hinreichend behandelt habe. Aber mehr als 25 Minuten Vortrag (nur zur Tiefgarage) wurden mir von Frau Dr. Hambrock ja nicht zugestanden. Hingegen darf anscheinend vom BDA jeder Hilfswichtel unbegrent jeden unbewiesenen Stumpfsinn verbreiten.

    Schon ungewohnt für einen FAZ-Leser...aber was macht man nicht alles.


    Nun, seid Ihr gespannt?


    89% für Rekonstruktion!!!!


    Dazu noch die Aussage von Semmelroth, daß es nicht geht, weil es Wohnhäuschen wären und das Raumprogramm darin nicht machbar. Direkt dazu steht die Aussage eines Bauingenieur aus Offenbach (aus Bürgel!!!! :boese: ) :zwinkern: daß es sehr wohl geht.


    Mal sehen was jetzt passiert...

    Es ist nicht nur der übergeordnete Projektentwickler (ärgerlich genug, daß es eine Verzögerung gibt, aber geklärt ist es ja auch noch nicht), es ist viel mehr die Auffassung des Stadtplanungsamtes (und Wunschvorstellung der Grünen), der Projektentwickler solle nur bis Straßenoberkante (inkl. Straßen und Plätze) bauen, darüber aber sollen dreißig Bauherren (der vermodernisierte Rahmenplan von MAGISTRATSVORLAGE M112 wird vom Stadtplanungsamt bereits als verbindlich angenommen, obwohl er dies nach Änderung in der Ausschusssitzung nachdrücklich NICHT ist, manch einer erinnert sich) mit ihren Architekten die Häuser SELBST bauen.
    Könnt Ihr Euch vorstellen, was das heißt?
    30 Eigenständige selbstverantwortliche Baustellen auf 5000 qm!
    Der Projektentwickler soll das dann koordinieren...HAHA! Wenn sich 30 Bauleiter um die Benutzung von 2 Kräne streiten...


    Ich muss es mal deutlich sagen: die Grünen sind in rosa Harmoniewünsche rumspinnende Träumer. Jeder weiß, daß das Bauherrenmodell so nie funktioniert. Und weil fachfremde Idioten, die nur aufgrund der Mehrheitsverhältnisse in einer Regierungskoalition sind, ihrer Heile-Welt-Spinnerei den Vorzug gegenüber Erfahrung, Bauplanung, oder schlicht Realität geben, wird der großen Mehrheit der Bürger ihr Wunsch nach Identität verwehrt.


    Ähnlich wie die Leipziger Geschichte...Hätte man mit festgefahrenen Spinnereien und Intrigen dem Thomaskantor nicht das Leben so schwer gemacht, hätte er vielleicht seine Kunst der Fuge fertig geschrieben und wäre nicht davor 1750 an einem Schlaganfall gestorben.

    Ich bin ja noch nebenher für Bands als Techniker unterwegs und so hört man einige Sachen...
    Ein Kollege von mir hat letztens nämlich gesagt, daß Bono nach außen hin immer den Gutmenschen gibt, aber schon seine Techniker nicht gerade zuvorkommend behandelt...alles verkaufsfördernde Fassade mit dem Afrika-Ding (subjektive Aussage meines Kollegen!)

    Es wäre doch gut, wenn man die richtigen Fachleute nehmen würde. Ich kenne ein paar, die ich sehr gern in einem solchen Beirat sehen würde und nur einer davon kommt hier aus der Gegend.


    Jedoch ist die Frage, wenn man einen extra Rekonstruktions-Beirat nimmt, ob dann nicht zwangsläufig moderne Bauten verlangt werden, damit der andere Beirat nicht arbeitslos ist. Auf der anderen Seite ist es natürlich unsinnig, wenn ein Künstler-Beton-Architekt ein Urteil über die Authentizität von Fachwerkbauten fällen soll.

    Fehlstart in Berlin


    Von Dieter Bartetzko


    Wie es aussehen soll, ist klar - wie das zu schaffen ist, nicht: das Berliner...


    13. Dezember 2007 Seit dem Wettbewerb zum Umbau des Reichstags im wiedervereinigten Deutschland hat es keine bedeutendere Ausschreibung gegeben als die nun anstehende: An diesem Donnerstag soll der Bundestag die Modalitäten des Wettbewerbs für das Berliner Humboldt-Forum, sprich: das wieder aufzubauende Stadtschloss gutheißen. Von „einer der bedeutendsten kulturellen Bauaufgaben Deutschlands“ spricht Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee - und von einem drohenden Desaster sprechen der Bund Deutscher Architekten (BDA) sowie die neue „Bundesstiftung Baukultur“. Letztere nicht offiziell, denn sie ist auch drei Monate nach der Konstitution noch nicht restlos arbeitsfähig. Doch wird ein Einspruch vorbereitet, der bei einer Sitzung des Stiftungsrats am kommenden Freitag, also einen Tag zu spät, beschlossen werden soll.


    Anstoß nehmen BDA und Bundesstiftung daran, dass der Ausschreibungstext die Wettbewerber auf Büros mit mindestens 500 000 Euro Jahresumsatz in den letzten drei Jahren beschränkt. Nur so glaubt man, die ebenfalls im Text geforderten „international renommierten, mit Bauaufgaben kultureller Großprojekte im historischen Kontext vertrauten Architektinnen und Architekten“ gewinnen zu können.


    Ein schöner Zug, dieses Vertrauen in die Erfahrung. Aber auch ein weltfremder. Dafür liefert der Reichstag den Abgeordneten, die heute die Weichen zum Wiederaufbau des Schlosses stellen sollen, das beste Beispiel: Lord Norman Foster, damals und erst recht heute Inhaber eines Büros von Weltgeltung und Millionenumsatz, gewann 1991 den Wettbewerb mit einem Entwurf, von dem nichts übrigblieb, als der Umbau vollendet war. Statt des prämierten gigantischen Baldachins über einem entkernten Reichstag schwebt nun Fosters futuristische Kuppel über einem mit noblem Hightech-Design gefüllten historischen Gebäude. Wer wollte bestreiten, dass der Reichstag, so wie er heute dasteht, ein herrlicher Bau ist! Nachdenklich aber stimmt, dass seine Gestalt Ergebnis von unendlich vielen Kompromissen ist, die Lord Norman Foster einging, ohne zu zögern.


    Was beim Reichstag glückte, könnte beim Schloss zur Bruchlandung werden. Zu viele widersprüchliche Forderungen, zu viele Extrempositionen - von der lückenlosen Rekonstruktion bis zur pseudobarocken Fassadenhülle um eine Technologie-Box - prallen hier aufeinander. Nein, für den Wiederaufbau des Schlosses müssen phantasievolle Entwürfe gefunden werden, denen es gelingt, zwischen barocker und zeitgenössischer Architektur, Schlosserinnerung und Humboldt-Zukunft sichtbar und elegant zu vermitteln.


    Zusammengestoppelter Flickenteppich oder Gesamtkunstwerk aus Originalen, Faksimiles und Neubau? Eine wirklich überzeugende Lösung wird sich nur durch einen offenen Wettbewerb finden lassen. Originalität, nicht Routine entscheidet. Und erstere findet sich ebenso oft, wenn nicht häufiger bei wagemutigen Büros, bei noch nicht arrivierten, ideenreichen und ambitionierten Architekten, die unbelastet vom Schwergewicht der globalen Omnipräsenz und Verfügbarkeit an die Arbeit gehen. Man muss nicht Begeisterung gegen Erfahrung ausspielen. Aber beide sollten in diesem wichtigen Wettbewerb ihre Chance haben. Dass eine Bundesstiftung den Bund - wohl vergeblich - daran erinnern muss, ist grotesk.




    Text: F.A.Z., 13.12.2007, Nr. 290 / Seite 40

    2 Meter dicke Styroporplatten...ein Traum!


    Mal im Ernst: in Offenbach treibt das nun katastrphale Blüten. An Gründerzeitlichen Gebäuden wird der Sandsteinschmuck komplett abgeschlagen (also das, was die Gebäude erst wirklich schön macht) um die Styroporplatten drauf zu kleben...
    ...gegen Dämmung und Energie sparen habe ich ja gar nichts, aber sollte doch die Vergabe der KfW-Kredite an gewisse Auflagen und die Energieberater zumindest in gewisser weise an Architekten und das Planungsamt (naja...) gebunden sein. Wenigstens auf dem neuesten technischen Stand, denn meines Wissens gibt es auch alternativen zu den sinnlos dicken Styroporplatten.
    Angeblich bringen die ja bei Gründerzeitbauten noch nicht mal eine wirkliche Verbesserung, bzw. im 0,... %-Bereich.

    Altstadtdebatte
    Frankfurt plant Gründung einer Altstadt-Gesellschaft


    Von Matthias Alexander
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    Blick auf die Altstadt: Deren Neubebauung muss europaweit ausgeschrieben werden


    Blick auf die Altstadt: Deren Neubebauung muss europaweit ausgeschrieben werden


    19. November 2007 Still ist es geworden in der Frankfurter Altstadtdebatte. Die Opposition wittert eine Verzögerungstaktik der schwarz-grünen Koalition. „Vor der Landtagswahl werden wir in der Sache nichts Neues mehr hören“, meint der SPD-Fraktionsvorsitzende Klaus Oesterling. „Und das, obwohl seit fast drei Jahren über die Bebauung des Areals zwischen Dom und Römer diskutiert wird.“ Planungsdezernent Edwin Schwarz (CDU) widerspricht: Juristen, Stadtplaner und Bauingenieure seien derzeit tätig, um die komplizierten Grundlagen für das weitere Vorgehen zu klären. Erste Ergebnisse würden demnächst präsentiert.


    Besonders heikel ist die Frage, wie die Stadt die Kontrolle über die Entwicklung des Areals wahren kann. Nach dem Willen des Magistrats sollen die OFB Projektentwicklung – eine Tochter der Helaba – und der städtische Wohnungskonzern ABG Holding die Projektsteuerung übernehmen. Allerdings ist eine Direktvergabe des Auftrags rechtlich nicht zulässig.


    Tiefgarage Römer wird nicht abgerissen


    Entscheidungen des Europäischen Gerichtshofs und des Oberlandesgerichts Düsseldorf haben den Kommunen vor kurzem vor Augen geführt, dass sie zu einer europaweiten Ausschreibung eines Projekts dieser Größenordnung verpflichtet sind. Das gilt zumindest dann, wenn mit dem Projekt bestimmte Vorgaben zu Gestaltung und Nutzung verbunden sind. Auf die neue Altstadt, für die eine Gestaltungssatzung, die Rekonstruktion bestimmter Häuser samt Nutzung sowie ein Quartiersmanagement vorgegeben werden sollen, trifft das fast überdeutlich zu.
    Zum Thema


    * Kommentar: Es dauert länger und wird teurer
    * Die Zukunft der Frankfurter Altstadt


    Die Stadt glaubt offenbar, einen Ausweg gefunden zu haben. Dem Vernehmen nach wird das Beteiligungsreferat demnächst eine Grundstücksgesellschaft gründen, die zu hundert Prozent der Stadt gehört. Nachdem alle Regelungen zur Bebauung des Grundstücks getroffen sind, könnte diese Gesellschaft dann an die gewünschten Partner veräußert werden. Über die Frage, wie wasserdicht dieses Vorgehen wäre, herrscht in Juristenkreisen keine Einigkeit. Denn die Stadt darf laut Hessischer Gemeindeordnung nur dann eine solche Gesellschaft gründen, wenn kein Privater die Aufgabe übernehmen kann. Auf die Erwartung zu bauen, dass Dritte auf eine Klage verzichten, weil der Auftrag mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Zuschussgeschäft werden wird, gilt als riskant.


    Wie Schwarz auf Anfrage äußerte, muss die Tiefgarage Römer nicht abgerissen und neu gebaut werden. Das habe die statische Untersuchung ergeben, mit der das Ingenieurbüros BGS beauftragt war. Ein Umbau der alten Garage, die während der Bauzeit beschwert werden müsse, um den Auftrieb des Grundwassers auszugleichen, sei demnach deutlich günstiger. Schwarz kündigte außerdem an, demnächst eine Vorlage ausarbeiten zu lassen, in der die Modalitäten für Zusammensetzung und Kompetenzen des Gestaltungsbeirats geklärt würden. Dieser Beirat soll nach dem Willen der Stadtverordneten maßgeblich an den Entscheidungen zu den Entwürfen beteiligt werden, die die Bauherren für die rund 30 Altstadtparzellen vorzulegen haben.


    Wenige originale Bauteile gefunden


    Die Hoffnung, bei der Neubebauung des Dom-Römer-Areals auf viele originale Bauteile – sogenannte Spolien – zurückgreifen zu können, hat sich erwartungsgemäß zerschlagen. Der Architekt und Stadtplaner Dietrich-Wilhelm Dreysse, der von der Stadt mit einer systematischen Erhebung der zumeist im Historischen Museum aufbewahrten Relikte der Altstadt beauftragt worden war, hat zwar statt der 150 erwarteten Spolien immerhin 300 aufgespürt. Doch nur 20 bis 30 Teile aus Stein, Holz oder Metall stammten aus dem Teil der Altstadt, von deren Wiedergewinnung jetzt gesprochen wird. Dreysse, der eine erste Übersicht heute dem Dom-Römer-Ausschuss der Stadtverordnetenversammlung präsentieren wird, plädiert dafür, bei dem Projekt auch „ortsfremde“ Spolien zu verwenden, sofern sie stilistisch passten.


    Im Römer wird derweil darüber spekuliert, wann mit der Bebauung des Areals begonnen werden könne. Da mit dem Umbau des alten Stadtwerke-Gebäudes an der Kurt-Schumacher-Straße mittlerweile begonnen wurde, könnten die Ämter des Technischen Rathauses im Frühjahr 2009 in ihr neues Quartier umziehen. Für den Abriss des Technischen Rathauses sind mindestens acht Monate zu veranschlagen. Mit den Neubauarbeiten wird also frühestens 2010 begonnen werden können. Die Frage ist nur, ob dann schon die nötigen Materialien zur Verfügung stehen. Das Holz, das etwa zur Rekonstruktion der „Roten Hauses“ benötigt wird, muss zuvor mindestens drei Jahre lang getrocknet worden sein. Bis das Holz beschafft werden kann, muss aber die Frage geklärt sein, wer nun als Bauherr auftritt. Dass das noch 2008 geschieht, ist mit Blick auf das bisherige Tempo unwahrscheinlich. Der Zeitplan ist also kaum zu halten.



    Anmerkung: die drei Jahre beziehen sich auf die Säulen. Die Auskunft habe ich von einem Zimmerermeister, den man mit Fug und Recht als absoluten Spezialisten für historisches Fachwerk bezeichnen kann. Ich werde auch versuchen, ihn nachher im Ausschuss für den Denkmalbeirat vorzuschlagen.

    Unter http://www.bda-hessen.de">http://www.bda-hessen.de kündigt unser geliebter Bund Deutscher Architekten eine neue Vortragsreihe zum Thema


    "Neues Bauen in alten Städten"


    an. Die Reihe findet immer im historischen Museum um 18 Uhr statt mit regelmäßigen Vorträgen.
    Der erste ist am 29.11..


    Es sind viele Schweizer Beispiele der Denkmalpflege und der Neubaus in alter Umgebung (Riegel?).


    Noch ein persönliches Wort:


    Langsam nervt's!


    Ist wohl die Reaktion auf unseren Vorstoß zum Historischen Museum...

    Ich persönlich bin ja sogar für die Wiederherstellung der Gebäude (erstmal zwischen Nürnberger Hof und Neugasse), wie sie sich bis 1906 darstellten.
    Das heißt, das Gebäude am noch bestehenden Durchgang in gotischer Art mit Rundbogenfries, Rippengewölbe im Erdgeschoss (habe einen entsprechenden Lehrgang gemacht und kann dies sogar selbst mauern), den ursprünglichen Aufbau des Goldenen Lämmchens (Rückseite komplett gemauert mit einzelnen Fenster und kleinen Versprung in der Linie, den Esslinger (H. d. Tante Melber) komplett (!!!) und nicht in halb abgerissener Form, wie es nach der Durchbruch Braubachstraße gemacht war, dem entsprechend noch das recht schnuckelige Häuschen Neugasse 1a. Bei der Bebauung zwischen Neugasse und Kruggasse (später Hof von Rebstock) erstmal unwidersprochen der Hessische Hof (Kruggasse 3, Nachbargebäude von Haus Rebstock), dazwischen hätte ich auch am liebsten die Bebabuung, wie sie noch bis 1939 bestand, allerdings ohne die Brandmauern, sonder dann eben mit kleiner Platzsituation. Ab 1940 war an dieser Stelle ein Neubau, relativ gleichmäßig, mit Mansarddach, der den Teil dann zugestellt hat. Vielleicht wäre hier eine Mischung möglich. Zur Seite des Durchgangs von der Neugasse zu Rebstock die alte Aufteilung und dann zur Braubachstraße einen das Bild schließende Anlehnung an den Bau von 1940.
    Aber ich will hier auch nicht den Original-Rekonstruktionsanspruch beschneiden. Nur wäre die ein Platz, der etwas schwierig ist wegen dem eigentlich m.M.n. falschen Durchbruch Braubachstraße.


    Das Problem ist nämlich, und das sieht man auf dem Foto von dem Modell ganz deutlich, daß die Altstadt wie an einer Wand (Bebauung Braubachstraße) aufgestaut und abgeschottet wirkt, obwohl sie ja noch bis zur Staufermauer und darüber hinaus bis zum Anlagenring ging...und wie weit das ist, das können sich manche, die noch nicht in Frankfurt gewesen sind, wahrscheinlich gar nicht wirklich vorstellen.
    Bringt dann vielleicht auch ein wenig das AUgenmerk eben darauf, daß die Altstadt (seit den Ottonen) nicht (mehr) an der Braubachstraße aufhörte.