Posts by Kardinal

    Ich finde auch, bei aller Diskussionsfreude und Offenheit, sowie Verständnis für finanzielle Zwänge, es gibt keine Alternative zur Palais-Rekonstruktion an dieser Stelle. Und schon gar nicht von einem wie Gröner.
    Ich kann auch nicht nachvollziehen, wie man sich nur mehr Stuck oder mehr Steine wünschen kann. Da gehe ich ganz mit der sonst im Sinne der Denkmalpflege geprägten Genauigkeit.


    Gröner hat großspurig vieles versprochen, hat das Grundstück bekommen und kann es jetzt offensichtlich aus finanziellen Gründen gar nicht halten. Vielleicht haben wir Glück und er geht noch vor Baubeginn pleite. Dann steht hoffentlich die Kaufoption wieder für bekannte willige Personen offen.

    Ja ich versteh dich ja schon. Hoffen wir, dass es so sein wird - aber ich bleibe mehr als skeptisch.Ab einer gewissen Einkommenshöhe - und diese hat Gröner sicher schon lange überschritten - gehts gar nicht mehr ums Geld, sondern nur noch um den Reiz der Machtausübung....


    Ihr könnt ihn ja dann in 2 Wochen, wenn das Ergebnis raus ist, mit Mails bombardieren.

    Zu den Einkommensverhältnissen der CG-Gruppe sollte man sich (vor allem die zuständigen Entscheidungsgremien in Dresden) dringend mal die Bilanzen vor allem der Tochtergesellschaften ansehen. Bei den Entscheidungen geht es ziemlich sicher nur ums Geld.
    Alles groß zu versprechen, was jeder gesunde Mensch mit ein wenig Ahnung für vollkommen überzogen hält, ist das Marketingkonzept der Gruppe.
    Sind sie eigentlich mittlerweile "schon" eingetragene AG oder läuft das Verfahren immer noch (seit Monaten)?

    Ohje. Mag sein, dass ich da jetzt auch etwas vorschnell bin, aber bei dem Begriff "Zementmischung" und "extra fett, damit es lange hält" bekomme ich direkt Schmerzen.
    Die Eigeninitiative hat nun möglicherweise die Mauer endgültig und vollständig ruiniert. Hält jetzt nochmal etwas länger und ist nach dieser etwas längeren Zeit überhaupt nicht mehr sanierbar. Alle Steine mit Zement zugekleistert. Wenn kein Maurer dabei ist, wurde möglicherweise eine romantische Vorstellung einer "alten Steinschichtung" realisiert ("Ei, die lieje doch all so dorschenanner").
    Ich habe leider auch die Erfahrung gemacht, dass viele sehr engagierte Laien sich nur ungern in ihr festgefügtes Konzept reinreden lassen, auch wenn dieses eindeutig nur Pfusch ist. Dann kommt man mit Baumarktmaterialien und richtet wesentlich mehr Schaden an, als ohne das Zutun überhaupt entstanden wäre. Meist sind diese Schäden dann auch so verheerend, dass die Originalsubstand nicht mehr zu retten ist.
    Abgesehen mal von der Frage, worin jetzt der Mehrwert besteht, wenn die historische Mauer mit einer dicken Zementschicht zugekleistert ist und sich somit nicht mehr als solche erkennen lässt.

    Der vordere Teil erscheint mir auch recht früh, für den Stil zweite Hälfte 16. Jhdt. Kann aber noch Anfang 17. Jhdt sein. Man sieht, dass wohl in unmittelbarer Nachbarschaft eine Bebauung war, die den Blick auf die Wand verstellt hat, da nur die vordere Strebe mit einem beschnitzten Kopfwinkelholz ergänzt war. Dieses "schöne" Strebenanordnung war dann so auch ursprünglich in der Giebelseite zu finden.


    Nun aber der für Dich interessantere hintere Teil. Es ist tatsächlich so, dass durch die einfache und mit relativ großen Gefachen ausgeführte Anordnung vieles für eine sehr frühe Erbauung spricht. Leider ist durch das Dach und die Blätter der Übergang des Geschosses nicht eindeutig zu sehen. Wenn die Stützen durchgehend sind, spricht das für eine Bebauung, die vom 13. Jhdt. (siehe Traufseite Römer 1 in Limburg) bis hin zum frühen 15. Jhdt reicht (aufgeblatteter Riegel wurde nach 1500 eigentlich nicht mehr ausgebildet, zumindest im südlicheren Hessen). Alles in dieser Zeitspanne ist möglich. Genauer lässt sich das so einfach nicht sagen. Auch sind keine Kopfbänder und Schwertungen zu sehen, die eine weitere Einordnung ermöglichen würden, aber selbst dann wäre es nur noch grob. An den bündigen Traufseiten (die dann zur Erbauungszeit oft nicht sichtbar waren) hat sich über lange Zeit stilistisch nciht viel getan. Aufwendig war die Bebauung zu dieser Epoche im Sinne der Umsetzung und konstruktiven Präzision. Vom gestalterischen sehr einfach, weil gerade hier auf konstruktive Erfordernisse reduziert.


    Heimlich Bohrkern ziehen und messen lassen... :cool:

    Das ist leider mal wieder typisch Rundschau.
    Ich will nun wirklich nichts in Schutz nehmen. Es wurden gravierende Fehler gemacht, gerade auch bei den Fachwerkkonstruktionen und der Art und Weise, wie man die Rekonstruktionsfrage angegangen ist.
    Allerdings wurde in der Sitzung NIE von FACHWERK vor Stahlbetonwänden geredet. Es ging NUR um die Erdgeschosse und vorgeblendeten Sandstein.
    Die Rundschauberichte allgemein sind leider wieder vermehrt durchsetzt von Voreingenommeneinheit und sachlicher Unkenntnis (nicht nur bei der Altstadt oder Architektur, sondern leider fast durchgehend).

    Ich habe da auch keine wirklich aktuellen Informationen. Der letzte Stand war, dass bei Rebstock die Fachwerkwände nicht Teil des statischen Systems sein werden. Ich kann es, wie gesagt, bei diesem einen Gebäude nachvollziehen.


    Bei allen anderen sehe ich Defizite bei der Originaltreue des Systems leider oft schon am Willen und an der spezifischen Fachkenntnis. Diese Detailfragen sind trotz meiner frühzeitigen Hinweise viel zu spät und von den Verantwortlichen leider auch ohne einen Funken Enthusiasmus angegangen worden. Beides (spezifische Fachkenntnis und Enthusiasmus) braucht man aber, um so eine Aufgabe wirklich meistern zu können. Da ist es manchmal auch finanziell kaum relevant, wenn man von vorne weg direkt gewisse Ziele definieren kann und diese auch bemüht verfolgt. Ich sage ja nicht, dass man jede moderne Ertüchtigung strikt ablehnen soll. Das wird in manchen Fällen vielleicht gar nicht anders gehen und sicherlich auch bei rücksichts- und qualitätvoller Ausführung hinnehmbar sein. Man hätte es aber wenigstens mal überprüfen sollen.


    Die Genauigkeit der Begriffe ist ja leider immer schwankend gewesen. Da bei der zuständigen Gesellschaft schon hochbezahlte Kräfte teilweise erschreckend wenig Sachkenntnis haben und sogar ziemlich plumpe Fehler bei der Interpretation ihrer eigenen Pläne machen, sollte man auch bei der gut informierten Zeitung fairerweise nicht jeden übernommenen Fachbegriff auf die Goldwaage (an der Höllgasse... :tongue: ) legen.

    Nach dem ich leider schon lange nichts mehr gechrieben habe, hier mal was zum Thema Beton und Sandstein.
    Es wurde gestern im Ausschuss die irreführende Behauptung geäußert, Natursteinmauern wären heutzutage durch keine Regel "zugelassen".


    Das ist Unsinn! BIs Jahresende DIN 1053, Teil 14, seit Jahresbeginn DIN EN 1996-1-1, NA.


    In diesem Fall war es aber so, dass wohl die Bauaufsicht nach den ganzen Abweichungen von der Hessischen Bauordnung hier nicht mehr mitmachen wollte (obwohl es den Regeln entspricht... merkwürdige Auffassung seitens der Behörde).


    Ich persönlich finde das jetzt auch weniger schlimm für Wände eines historisch nachweisbar massiven Erdgeschosses Beton im Kern zu verwenden. Teilweise werden ja Bruchsteinwände saniert, indem man den innen liegenden Hohlraum mit Beton ausfüllt. Das hat im Harz zu Katastrophen geführt, da dort viele alte Mauern mit Naturgips gemauert wurden und dieser dann explosionsartig mit dem Beton reagiert.
    Für Decken finde ich das auf statischer Sicht problematischer, wenn man den Anspruch hat, dass das Gebäude sich mit den Originalbaute im Sinne der Haltbarkeit messen lassen muss.


    Es wäre schon besser, wenn zumindest die Gewände massiv ausgeführt werden und auch nciht wie beim großen Engel bei geringen Schäden sofort sichtbar wird, dass es sich nur um vorgehängte Platten handelt. Dann käme noch die Frage des Umgangs mit Witterungseinflüssen und deren Folgen...


    Viel schlimmer ist es, wenn die Fachwerkkonstruktion, wie vor einem Jahr deutlich wurde, von manchen ausführenden Architekten nicht wirklich ernst genommen, bzw. nicht wirklich verstanden wird. Es gab hier den ganz klaren Auftrag, so nahe wie möglich an das Original heran zu kommen. Wenn die Architekten fachlich nicht in der Lage sind, Quellen richtig auszuwerten, dann sind sie die falsche Besetzung. Leider gibt es auch niemanden dort in Verantwortung, der fachlich in der Lage wäre, dies zu überprüfen.
    Was auch noch schlimm ist, sind die Zugeständnisse, die getroffen wurden, weil man bereits im Vorfeld Möglichkeiten aus Unwissen, vielleicht sogar fachlicher Inkompetenz, bereits als nicht durchführbar ausgeschlossen hat. Markt 30 hätte aus konstruktiven Gründen rekonstruiert werden müssen (da das Original zeitgleich mit Markt 28 entstanden ist und sich eine Brandwand geteilt hat... die ironischerweise dann noch auf dem Grundstück von Markt 30 stand).
    Das Rote Haus hatte im unteren Bereich eine Konstruktion des 14 Jhdts., die sich im Wiederaufbau genau so auch wiederfinden muss. Alle unter Putz versteckten konstruktiven Elemente, die aufgrund der Geschichte der Häuser nachgewiesen werden können, mussen auch so wieder erstellt werden. Ob nun anschließend verputzt oder nicht. Im Übrigen gab es für 1943 den Beschluss das Rote Haus zusammen mit Markt 15 wieder fachwerksichtig zu machen. Leider kam es eben nicht mehr dazu.


    Herr jourdan hat ja vor einem halben Jahr seine Planungen zur Goldenen Waage im Ausschuss vorgestellt und dort dann gezeigt, wie man mit Fleiß und Liebe zum Detail auch bei diesem Projekt hervorragende Arbeit abliefern kann. Das macht es um so herausragender, wenn man bedenkt, dass Herr jourdan bekanntermaßen ein Gegner von Rekonstruktionen ist. Mit aller Ehrfurcht und Respekt muss ich außerordentlich loben, dass er, obwohl er seine Meinung hat, trotzdem diese Aufgabe mit entsprechender Sorgfalt und Begeisterung (und auch Kompetenz!) erfüllt.
    Das bei Rebstock nun nur zwei Fachwerkwände vorgeblendet werden, finde ich in diesem Fall aber auch wieder nicht so schlimm. Das hat, obwohl mir gerade bei Fachwerk Fakes gegen den Strich gehen, bei diesem Haus nachvollziehbare Gründe. Das Dach ist riesig (und schwer) und wurde versetzt an eine vorher bestehende Brandwand gebaut und ist so alles nur noch schwer nachweisbar. Da zugegebenermaßen das Beeindruckende an dem Gebäude die Balkone waren (das Dach vielleicht auch, aber nur für Statiker... :blink: ) und die Fachwerkwände dahinter rein konstruktiv mit ausschließlich geraden Streben ausgeführt war, halte ich es in diesem Fall auch für vertretbar. Beim Nachbargebäude wird man nochmal dringend intervenieren müssen, falls die, wie ich befürchte, dem aufgemalten Fachwerk der alten Fotos folgen. Anhand des Alters (erste Hälfte 16.Jhdt, müsste aber nochmal überprüft werden), wäre die Rekonstruktion des konstruktiven Fachwerks möglich und wichtig.

    Auf der Seite des hessischen Landesamtes für Denkmalpflege http://www.denkmalpflege-hessen.de unter der Rubrik "Verkäufliche Denkmale" -> "Kassel-Land" wird das Haus Höhn schon seit längerer Zeit zum Verkauf angeboten. Ich bin leider selbst schon lange genug mit der eigenen Sanierung beschäftigt und würde auch aus meinem Heimatort nie wegziehen.
    Wer Interesse hat, kann sich aber gern bei mir ein paar Sanierungsempfehlungen holen, bzw. vorher schon mal anfragen, worauf man im Hinblick auf zuerst nicht sichtbare, aber bei Sanierung dann sehr kostenintensive Schäden achten sollte.

    Der Grund für die Gestaltung liegt nicht im "Hang zum Rechteckigen". Ich glaube eher, daß die Architekten Bürokosten einsparen müssen und daher die Modelle mit LEGO erstellt werden. Ist sehr günstig, kann aber im Detail eventuell zu dem ein oder anderen Missverständnis führen.


    Im Zuge der Kostensenkung ist es übrigens angedacht, generell bei Architekturmodellen aus der DIN die bisher üblichen Maßstabsrichtlinien zu ändern von 1:500, 1:200, 1:100, 1:50 etc. auf 1:240, 1:160, 1:87... Auf die Art und Weise könnten diejenigen, die bei Wettbewerben kein Preisgeld erhalten ihre Unkosten durch Angebot der Arbeiten z.B. beim Märklin-Online-Shop kompensieren...


    Habe ich gehört... :tongue:

    Zu den hier nach meinem Beitrag geschriebenen Punkten von "LiebeDeineStadt":


    Deine Beiträge sind leider getragen von einer sehr grundsätzlichen politischen Polemik, gleichzeitig dafür aber, das muss man anerkennen, durchsetzt von Vermeidung jedwedem Sachverstandes. :angry:


    Die Außendämmung generell, nicht nur Polystyrol, führt systembedingt sehr oft zu Schimmel- und Algenwachstum, daher sind, wie ich schon erwähnte, dem Außenputz Biozide beigemischt (sehr umweltgerecht... :kopfschuetteln: ). Die Frage, ob man das Öl nicht besser gleich verbrennt, wenn es durch die Herstellung schon verbraucht wird (und das wird es natürlich, Polystyrol wächst ja nicht an den Bäumen), ist zwar auch sehr polemisch, trifft aber das von mir angesprochene Problem auf den Punkt.


    Die technische Kompetenz Deines Beitrages (ich möchte Dich nicht "runterbuttern", aber als jemand der Wärmeschutznachweise beruflich macht und zur Zeit in der Fortbildung zum "Energieberater für Denkmal" steckt, kann ich solchen mit auch etwas Arroganz vorgetragenen Unsinn nicht hinnehmen) zeigt sich leider auch exemplarisch in der Aussage, daß der Austausch der Fenster schon die wichtigste Maßnahme wäre. Mittlerweile gibt sogar die KfW vor, daß zur Erfüllung der Vorraussetzungen des Kreditprogramms die Fenster einen schlechteren U-Wert haben müssen als die umgebende Wand. Ist das nicht der Fall, hat man binnen kürzester Zeit Schimmelbildung in den Wandbereichen, meist in den Ecken (hängt von der Oberflächentemparatur ab, führt jetzt aber zu sehr ins Detail.


    Mit einer Polystyrol-Dämmung auf Altbausubstanz (besonders Sandstein, Vollziegel oder Fachwerkkonstruktionen) führt man beschleunigt die Zerstörung der Bausubstanz herbei. Beispiele hierfür finde ich STÄNDIG in meiner Berufspraxis, sowie bei allen Stellen, die sich mit Altbausanierung auseinandersetzen.


    Schlicht gesagt, das, was Du schreibt, ist nach meiner und der Erfahrung aller anderen in der Denkmalpflege tätigen Planer nicht nur Unsinn, sondern sogar gefährlicher Unsinn.


    Der Hauptgrund für Polystyrol als Dämmmaterial ist der Preis und nichts anderes. Der Temperaturdurchgang ist (im Experiment nachgewiesen) übrigens auch besch..., nach zwei Stunden hat bei einer 8 cm dicken Dämmstärke die Innentemperatur deutlich nachgelassen. Umwelt- und Klimaschutz ist wichtig, aber mit solchen Maßnahmen macht man genau das Gegenteil.

    Viel schlimmer als die Strompreiserhöhung finde ich in der Gesamtbetrachtung eben, daß dieser, von den Grünen stark befeuerte Hype eben in den meisten Fällen mehr Schaden als Nutzen anrichtet (obwohl ich grundsätzlich dafür bin, soviel energiesparende Technik einzusetzen wie möglich und auch ein großer Freund der Photovoltaiktechnologie bin und auch prizipiell sehr für alle wirklich umweltschonenden Prinzipien).


    Da ich nun viele Grüne kenne und mich mit denen auch auseinandersetze(n muß), habe ich leider festgestellt, daß man kaum einen findet, der sich mal wirklich mit dem Thema beschäftigt hat oder auch nur einen Hauch von Ahnung davon besitzt, wie das überhaupt technisch mir der Wärmedämmung funktionieren soll (Achtung Vorurteil, aber leider erfahrungsgemäß bestätigt: ist halt so, wenn über 90 % der Mitglieder irgendwas mit Pädagogik machen... und ein Großteil der verbliebenen Politologie).


    So schauen sie einen mit großen Augen an, wenn man denen erklärt, daß man es für umweltschützerisch zweifelhaft hält, an Hauswände in riesigen Mengen 20 cm Verpackungs-Sondermüll zu kleben, während in den 80ern noch genau diese Grünen gewisse schottische Traditionsgastronomie wegen deren Burgerverpackung auf dem Scheiterhaufen sehen wollte (heute natürlich nicht mehr, wegen des CO2-Ausstosses beim Verbrennen der Deliquenten...).


    Jetzt kommen langsam manche Firmen darauf, daß es noch andere Möglichkeiten der Verhinderung des systembedingten Algen- und Schimmelbewuchses auf der Außenputzoberfläche geben muß, als diesem Putz Biozide beizumischen, die sich dann nach relativ kurzer Zeit in den Boden und das Grundwasser hin durch Regen ausgewaschen haben. Allerdings weiß ich hier nicht, ob das alles wirklich so funktioniert und so umweltfreundlich ist, wie es angepriesen wird. Wenn man schon davon ausgehen kann, daß man, wenn man kunststofffreien Putz haben möchte, diesen entweder selber mischen oder in Spezialgeschäften bestellen lassen muss (denn selbst diese haben so etwas fast nie vorrätig)!


    Nun aber das Hauptargument: Die versprochenen Energieeinsparungen treffen fast nie zu, es wird sogar die solare Aufheizung der Wand unterbunden, was dazu führen kann, daß unter bestimmten Vorraussetzungen der Energieverbrauch nach der Dämmung sogar noch höher wird. Und dann kommen ja noch die weiteren Geschichten hinzu: Herstellung, Transport usw...


    Ich habe, wie gesagt, nichts gegen Maßnahmen, die Energie einsparen, finde sie sogar überaus wichtig und dringend, weil es wirklich für jeden nachvollziehbare Folgen des menschgemachten Klimawandels bereits gibt. Aber dann soll, muss es durchdacht sein und nicht aufgrund eines Schaufenster-Aktionismus, der aus Egoismus und Darstellungsdrang einer angeblich ökologischen Partei noch befeuert wird.


    Styropor oder fachlich Polystyrol ist kein adäquates Dämmmaterial für den Hausbau! Bei falscher Anwendung führt er sogar unmittelbar zu Schäden am Gebäude (aber das trifft eigentlich auch auf alle Dämmmaterialien zu)! Eine richtige passende Energiesparmaßnahme muß für jedes Gebäude individuell und sorgfältig geplant werden. Dies kann auch nicht von einer ABM-Umschulungsmaßnahme durchgeführt werden, dazu fehlt dann schlicht die notwendige Hochschulausbildung, die auch die Grundlagen zu den überbordenen und in vielen Fällen falschen Softwareberechnungen vermittelt hat. Meist lässt sich durch eine sinnvollere Heizungsvariante viel mehr für die Umwelt bewirken als der KfW-befeuerte U-Wert-Fetischismus.

    Zeit ein erstes Fazit zu ziehen: Das DomRömer-Projekt ist bisher eine einziger Erfolgsgeschichte



    Das ist leider nicht so. Es ist soweit im Allgemeinen vielleicht schon ein großer Erfolg und im Hinblick auf die "Modernistenzunft" für mich persönlich eine sehr beachtenswerte Erkenntnis, wie nun mit Herrn Jochem Jourdan jemand, der gewiss immer sehr gegen die Rekonstruktion im Allgemeinen war, nun mit seinen Vorplanungen zur Goldenen Waage wirklich großartige Arbeit geleistet hat und auch persönlich sehr akribisch dieses Thema bearbeitet.


    Mein Einwand kann auch hier direkt anschließen. Ich wünschte mir, daß mit diesem Engagement, das Jourdan als, wie ich mich nun selbst überzeugen konnte, sehr fähiger Architekt, der seine damalige persönliche Meinung der Aufgabe hinten an stellt, eine Qualität vorlegt, die wohl leider bei den anderen Häusern nicht erreicht wird, weil die zuständige GmbH nach wie vor nicht mal das Interesse an den notwendigen Details zeigt und sich darauf verlässt, daß beauftragte Büros das schon hinbekommen, bzw. diese ja auch nicht zu genau arbeiten dürfen, weil man selbst sonst überfordert ist.


    Immer wieder gebe ich folgendes Beispiel: Internetseite der GmbH, Studie zur Rekonstruktion vom Februar 2011. Herzliche Einladung zur Fehlersuche! Kleiner Tipp: fast alle Höhenangaben sind falsch.


    Und natürlich können alle Häuser, gerade am Markt und Hinter dem Lämmchen, rekonstruiert werden! Die notwendigen Unterlagen sind da, das Fachwissen wäre auch da, um die notwendigen Erkenntnisse daraus zu ziehen (der bisher gefragte "Experte", welcher bestimmt hat, welche Häuser rekonstruierbar sind, hat dieses Fachwissen nämlich eindeutig nicht) und es sind immer noch genügend Interessenten da für Rekonstruktionen, auch wenn die GmbH schon einige aktiv (!!) vergrätzt hat.

    Leider sind die Bilder nicht groß genug, um die Schrift auf den Steinen zu erkennen, allerdings gehe ich jetzt mal davon aus, daß es nicht Porenbeton, sondern Kalksandstein ist. Porenbeton wirkt wärmedämmend, da würde eine Vorsatzschale rein technisch unnötig sein. Kalksandstein ist weit druckfester, sehr schalldämmend, aber kaum wärmedämmend. Also macht eine Vorsatzschale technisch Sinn. Zweischaliges Mauerwerk ist im Übrigen meiner Meinung nach zur Zeit neben (gefüllten) Hochlochziegeln die einzige Möglichkeit einen neu errichteten Massivbau vernünftig zu dämmen. Von Innendämmung bei Bestandsbauten rede ich da jetzt nicht, das ist ein anderes Thema.


    Also kurzum, bisher sehe ich noch keine Veranlassung zur Beunruhigung. Bei Barockbauten, die letztendlich ZIegelmauerwerk mit einer vorgesetzten Putzfassade oder im besseren Fall noch mit Natursteinapplikationen, finde ich im Rekonstruktionsfall die Wahl von Kalksandstein statt kleinformatigem Vollziegelmauerwerk bislang als bautechnisch vernünftig und als Rekonstruktionsanspruch gut vertretbar an. Ob ich das im Hinblick auf Dauerhaftigkeit richtig sehe, wird sich zeigen.

    Ich möchte mal ein eventuelles Rekonstruktionsvorhaben in Offenbach vorstellen.


    Genau genommen im Stadtteil Bürgel.


    Dort wurde 1939 der "Stiftshof" weitgehend abgerissen, das mittelalterliche Erdgeschoss verblieb jedoch, bis dieses im Zuge eines Wahns der Offenbacher Stadtplanung gegen den Protest der Bürgeler 1964 endgültig niedergerissen wurde.


    Der Stiftshof war wohl der bedeutenste Profanbau des Ortes, Sitz des Stiftsvogtes des Mainzer St.Peterstiftes für ungefähr 600 Jahre (Seit dem 13. Jahrhundert). Die Ursprünge der Liegenschaft werden auch in ihrer herausragenden Bedeutung noch bis in karolingische Zeit und davor vermutet. Römische Mauern konnten in 3 Meter Tiefe unter dem heutigen Niveau nachgewiesen werden. Die damalige bedeutung wird zum Einen unterstrichen von seiner unmittelbaren Nachbarschaft zur Kirche, zum Anderen von zwei bezeugten Königsaufenthalten (Otto III. im Jahr 993 und Heinrich II. im Jahr 1018) im Ort und somit aller Wahrscheinlichkeit nach in entsprechender Liegenschaft.


    Das Gebäude beherbergte von der schleichenden Übernahme seitens des Mainzer St. Peterstiftes im 13. Jahrhundert bis zur Säkularisierung den Stiftsvogt und den Schultheis. Es wurde womöglich im 30-jährigen Krieg soweit beschädigt, daß längere Zeit bis zum Wiederaufbau verging. Der Schlussstein des barocken Torbogens (einzig verbliebens Stück) trägt die Jahreszahl 1712.


    Dies wurde nun zum Anlass genommen, mal eine Gedenkveranstaltung abzuhalten, 300 Jahre nach dem damaligen Wiederaufbau.


    Die Hoffnung ist nun, daß dort auch die Initialzündung geschaffen wird, dauerhaft etwas zu erstellen, um an die Bedeutung des Ortes zu erinnern. Am Samstag, den 8.9.2012 wird nun (gemäß dem Vorbild Stadtschloss) dort eine Simulation des Erdgeschosses und des Zugangsbogens erstellt, wie sie den meisten Einwohnern, die sich überhaupt noch daran erinnern, dargestellt hat.

    DONNERstag-Demo auf dem Paulsplatz*, 24.Februar 2011, 17 Uhr


    für reinen Wiederaufbau der Altstadt Frankfurt auf dem
    Gelände des ehem. techn. Rathauses.


    Bitte kommt! Jetzt zählt jede Stimme.


    Frankfurt im Herzen tragen,
    wir woll´n Altstadt wiederhaben.



    C. Bensinger
    Pro-Altstadt e.V.


    *verlegt vom ursprünglich angedachten Römerberg

    Das ist schon der Hammer, wie von den im FNP-Artikel befragten die Tatsachen verdreht werden (wobei ich Herrn Heuser mal zugestehe, daß er hier einfach etwas nachschwätzt, was er selbst nicht wirklich verstanden hat).


    Das Stadtplanungsamt hat den Grundriss gegenüber dem historischen willkürlich geändert und dieser wurde von der Dom-Römer GmbH übernommen. Jetzt zu argumentieren, daß bei Veränderung der Grundrisse die Gebäude nicht mehr rekonstruiert werden würden, obwohl jeder entsprechend interessierte Investor gerade die alten richtigen Grundrisse einfordert, ist an Verhöhnung oder Dummdreistigkeit nicht mehr zu überbieten.

    Naja, Freunde, nun mal langsam und nicht gleich vom gotischen Dachstuhl springen...


    Das ist eine Einschätzung von Herrn Guntersdorf, noch keine Aussage. Er hat in dem Artikel auch gesagt, daß über 150 Interessenten da sind und ein Großteil modern bauen möchte, nämlich rund drei Fünftel. Ein wenig Mathematik sagt uns, daß es immer noch 60 Interessenten für eine Rekonstruktion gibt. Ein Großteil wird sich wahrscheinlich für dieselben Häuser um den Hühnermarkt interessieren (ich weiß gar nicht, wo der Reiz bei Markt 26 liegt, aber er scheint da zu sein).


    Natürlich wird auch deutlich, daß sich die entsprechenden Leute gern beschwatzen lassen. Er sagt dort ja selbst, daß wenn die sehen, daß die Neubauten sich der Gestaltungssatzung unterordnen müsen (und dann aussehen wie ein billiger 50er-Jahre Altstadt-Füllbau), finden die das gar nicht mehr hässlich und der Wille zur Rekonstruktion löst sich auf. Dann kommen noch ein paar hohe Kosten hinzu (wobei die 30%, die er genannt hat, mal ins Verhältnis zu setzen sind mit dem Mehrwert), und schon verlieren die Leute ihre Überzeugung. Ich weiß nicht ob, und wenn, wieviel davon durch Pro-Altstadt vermittelt wurden (dann wäre es nämlich extrem unfair von den Interessenten), aber die müssen sich auch bewusst machen, daß sie mit einem Neubau auch nicht mehr die Bevorzugung haben, die sie mit einer Rekonstruktion bekämen.

    Werner Durth hat mir gestern auch seine Begeisterung für mein Engagement ausgesprochen. Das fand ich schon sehr nett. Er hat zwischendrin auch erwähnt, daß die Qualität der Rekonstruktion nicht durch Abstriche leiden darf (dabei eben auch den Begriff "ernst zu nehmende" Rekonstruktion verwendet). Das ist eben das, was ich auch immer gesagt habe. Wenn, dann muß man es konsequent machen. Und da hängt extrem viel von der handwerklichen Qualität ab.


    Im Übrigen hat Guntersdorf wörtlich gesagt, daß der Anteil Rekonstruktions-/Modernbauinteressierte (was ein Wort, aber weiß es jetzt nicht besser zu sagen) inzwischen gekippt ist zu Gunsten derer, die einen modernen Bau erstellen wollen. Das heißt also, daß die Anzahl in etwa gleich hoch ist, sagen wir mal 30 Rekonstruktionswillige. Wenn die sich an die verbliebenen Rekonstruktionen machen (neben den 8 ), dann sieht es doch gar nicht so schlecht aus. Hinzu kommen noch die Immobilienscout-Interessenten, die Frau Christensen gestern erwähnt hat.


    Im Übrigen glaube ich, daß gewisse BDA-Funktionäre eben auch eine Werbekampagne gestartet haben, bzw. Immobilienspekulanten sich drauf stürzen. Das ist natürlich ein wesentlicher Unterschied zu denen, die aus Verbundenheit zur Stadt rekonstruieren möchten.

    Der Jourdan sollte da mal gaaaaanz ruhig sein. Schließlich ist er mit den Vorabplanungen zu Rebstock beauftragt worden (und zum hessischen Hof, wie das Gebäude daneben, Kruggasse 3, hieß. Was aber keiner weiß... :lachen: ).
    Und nach meiner Information hat er nur eine Fassadenrekonstruktion geplant, aber aus baulichen Gründen dahinter massiv. Wobei ich Herrn Jourdan aus anderem Anlass auch technisches Verständnis weitgehend absprechen, zumindest was Holzbau betrifft.


    1. Bock zum Gärtner gemacht.
    2. Nur Fassade? Er hat Jehowa gesagt!!!!


    Also kann es sehr interessant werden, wenn der damalige Modern-Prophet aufgrund einer Beauftragung jetzt komplett gegen seine eigenen Lehren gehandelt hat. Im BDA-Sinne müsste das doch einem Verramschen seiner Seele gleichkommen.
    Mit diesem Wissen wird die Diskussion aus Sicht der Rekonstruktionsbefürworter doch nicht nur interessant, sondern gegebenenfalls mit dem ein oder anderen Einwurf an Herrn Prof. Jourdan auch zu einer Genugtuung.

    E i n l a d u n g


    zur 19. Sitzung des Sonderausschusses "Dom-Römer" am


    Montag, dem 26. April 2010, 16.30 Uhr,


    Rathaus-Südbau, Bethmannstraße 3, 3. Obergeschoss, Sitzungssaal 310
    (Besuchereingang: Bethmannstraße 3)
    Alle interessierten Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen, an dieser öffentlichen Sitzung
    teilzunehmen.

    T a g e s o r d n u n g


    1. Feststellung der Tagesordnung


    2. Genehmigung der letzten Niederschrift


    3. Bericht des Dezernenten


    4. Bericht der DomRömer GmbH


    5. Bürgerinnen- und Bürgerrunde
    (Wortmeldungen der Bürgerinnen und Bürger zu Punkten der Tagesordnung)


    6. Auslobung weiterer Architektenwettbewerbe verschieben
    Antrag der Freie Wähler vom 23.02.2010, NR 1740
    (StR Edwin Schwarz)


    7. Ausschreibungstexte und Liste der Juroren dem Parlament vorlegen
    Antrag der Freie Wähler vom 23.01.2010, NR 1741
    (StR Edwin Schwarz)


    8. Stadthaus/Überbauung Archäologischer Garten
    Antrag der FDP vom 26.02.2010, NR 1754
    (StR Edwin Schwarz)


    9. Kein Schattendasein mehr für das Kindermuseum
    Antrag der FREIE WÄHLER vom 02.03.2010, NR 1758
    (StR Prof. Dr. Felix Semmelroth)


    10. Architekturwettbewerb „Stadthaus“ Überbauung des Archäologischen Gartens
    Antrag der FAG vom 15.03.2010, NR 1766
    (StR Edwin Schwarz)


    11. Neubebauung des Dom-Römer-Areals
    Bericht des Magistrats vom 12.02.2010, B 102
    (StR Edwin Schwarz)


    12. Kosten Abriss Technisches Rathaus
    Bericht des Magistrats vom 19.03.2010, B 187
    (StK Uwe Becker)