Posts by Der Münchner

    Eine Rückgabe Ostpreußens an Deutschland wäre unter Putin sicher auch möglich, aber nicht gegen einen Geldbetrag. Hier würde Moskau einen gewaltigen politischen Deal erwarten, z.B. den Austritt aus der NATO und eine strategische Partnerschaft mit Russland. Der Preis wäre also hoch, denn als Reaktion darauf würde Polen sicher durch die USA und UK zum NATO-Bollwerk ausgebaut. Man hätte also zwar den nördlichen Teil des alten Ostpreußen wieder, doch würde sich wohl in dieser ewxponierten Lage kaum neue deutsche Pioniere zur Besiedelung finden lassen. Wenn es ein eigenständiger baltischer Staat werden würde, dann wäre zumindest ein durchgehendes Territorium innerhalb der EU erreicht (jedenfalls solange Polen nicht austreten will).

    "Als wichtige Aufgaben für dieses Jahr nannte Hegner unter anderem die Überführung großer Exponate wie Südseeboote und Südseehäuser aus den inzwischen nicht mehr für Besucher zugänglichen Sammlungen des Ethnologischen Museums und des Museums für asiatische Kunst aus Berlin-Dahlem in das Humboldt Forum.
    Der Transport müsse in den Bauablauf eingetaktet werden, weil die Objekte nicht vollständig auseinandergebaut werden könnten. An der Innenfassade des Schlossbaus seien deshalb große Öffnungen zum Foyer freigelassen worden, sagte Hegner."


    https://www.bz-berlin.de/berli…en-bis-juni-rekonstruiert


    Diese Museen sind wohl im Humboldtforum für die Ewigkeit gedacht. Sollten sie jemals ausziehen und Platz für etwas Anderes machen müssen, so würde man die Innenfassaden wieder aufbrechen müssen. :D

    ch behaupte, dass diese Architektur der Gegenwart die schlechteste ist, die es jemals in der Neuzeit gab

    Na, die Siebziger Jahre mit ihrem Betonbrutalismus und der "Sozialdemokratisierung" der Architektur wie z.B. das NKZ am Kottbusser Tor in Berlin sind immer noch unerreicht. Die Rasterfassaden sind wohl so eine Art modernistischer Klassizismus, dabei aber in seiner Ausdrucksweise monoton und kalt. Die Sichtbetonmonster der Siebziger waren aber eine bewusste Vergewaltigung aller überlieferten Stadtbilder.
    Aber natürlich kann man sich deshalb auch nicht mit der neuen Monotonie abfinden.


    Hatten wir eigentlich diesen Artikel über Rekos hier schon mal eingestellt? Habe ich zufällig vorhin gefunden. Da sieht man, daß es die Liebhaber der Moderne dank Bürgern wie uns auch nicht mehr leicht haben :biggrin: :


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    Harte Zeiten für Anhänger moderner Architektur"


    https://www.welt.de/debatte/ko…moderner-Architektur.html

    Es sind leider auch durch die Bank sehr wuchtige Baukörper, sodaß diese Fassaden sich kaum irgendwo vornehm zurücknehmen. Die dargestellten Beispiele sind auch fast alle Solitäre. Vermutlich betrachten die Architekten dies im Vergleich zu den lange Zeit üblichen reinen Glasfassaden schon als echte Ornamentik.... :kopfschuetteln:

    Das Eckhaus wird auf der linken Seite nicht an das bestehende Gebäude anschliessen können. Zum einen sieht man oben ein kleines Fenster, das sicher nicht zugebaut wird und zum anderen erkennt man im Hintergrund eine Einfahrt zum Rückgebäude. Das bedeutet wohl, daß eine kleine Gasse bestehen bleiben wird und die Hauswand mit dem Graffiti drauf auch nicht rot verklinkert werden kann (wie es die Bautafel irgendwie suggeriert).

    Es ist sowieso müssig darüber zu diskutieren, ob manche Bauten aus der Vorkriegszeit von den Nationalsozialisten besonders vereinnahmt wurden. Das ist meines Erachtens nur vorgeschoben und besteht aus künstlicher Empörung. Nach der Machtübernahme wurden Hunderte von Plätzen und Gebäuden von den Nationalsozialisten in ihrem Sinne genutzt, angefangen vom Reichstag in Berlin (in dem sie auch vor 1933 schon breit vertreten waren) über die Feldhernhalle und den Königsplatz in München, bestimmte Schlösser und Burgen für die NS-Elite bis zur ganzen Stadt Nürnberg für die Reichsparteitage. Die Verstrickung betraf auch alle Berufsgruppen, die Arbeiterklasse, das Militär und die Evangelische Kirche. Mit der Katholischen Kirche wurde damals mit dem Reichskonkordat das erste aussenpolitische Abkommen vereinbart, welches die anfängliche Isolation des Dritten Reiches auf internationaler Bühne durchbrach.
    Wer heute aus seinem sicheren demokratischen Plüschsessel nach Schuldigen in der Gesellschaft und nach "kontaminierten Gebäuden" sucht, der wird überall fündig. Daher ist hier keine intellektuelle Leistung zu erkennen. Millionen von Menschen sahen 1933 in dieser Partei und ihrem Führer lange Zeit einen Hoffnungsträger und staunten über die lange Reihe seiner Erfolge. So wurden sie verführt und am Ende auch in die Schattenseiten des Regimes verstrickt.
    Aber gerade die Linken als Nachfolger der Kommunisten aus der Weimarer Republik sollten sich ganz hinten in der Reihe anstellen wenn es um die moralische Legitimation geht für Freiheit und Demokratie einzustehen. Sie haben damals die Republik genauso von der anderen Seite bekämpft und sich ihre Schritte von Stalin diktieren lassen. Sie wurden zu Recht als 5.Kolonne Moskaus wahrgenommen und haben den Nazis somit bei der Erschaffung eines Gegengewichts in die Hände gespielt. Die DDR scheute sich auch nicht, von Preußen und auch vom Dritten Reich das zu kopieren, was sie brauchen konnte. So lernte die Stasi von der Gestapo und die NVA von der Wehrmacht (bis hin zum Stechschritt).
    Hier geht es nicht um Bauten des Dritten Reiches, sondern um die noch 200 Jahre ältere Garnisonkirche. Wer sich in linken Kreisen darüber aufregt, der sollte sich zunächst mal fragen wieso das Stasi-Hauptquartier in der Berliner Normannenstraße überhaupt noch steht.

    Ich hoffe nur, daß das Engagement in Dresden nicht erlahmt. Es besteht sonst bei allem Stolz über das Erreichte die Gefahr, daß man sich damit begnügt. Es droht eine Parallele zu Warschau, wo es nach Vollendung des Wiederaufbaus der Altstadt auch keine weiteren Bemühungen mehr gab, sich an das alte Stadtbild wieder anzunähern. Dort ist es auch so: Ein wunderschöner Kern und drum herum nur Brachflächen, Hochhäuser, Stadtautobahnen, Platten und Wildwuchs.

    Und damit müssen wir uns leider abfinden, denn eine dichtbebaute und lebendige Gründerzeitgürtel kann man einfach nicht wiedererrichten.

    Tja, vielleicht kein Gründerzeitviertel, aber eine Verdichtung und Blockrandbebauung wäre schon denkbar, wenn sie nach und nach erfolgt. Aber dazu bedürfte es eines "Masterplanes", der bisher für deutsche Städte noch nie vorgelegt wurde. Sowas hatten bisher nur die Polen beim Wiederaufbau ihrer Städte ausgefertigt. Bei uns ensteht nur Wildwuchs nach Bedarf und nach Investitionsbereitschaft.

    Totalitäre Ideologien konnten mit der traditionellen, kleinteiligen, heimeligen, menschlichen Architektur immerschon nichts anfangen. Sie präferierten die weiträumigen, geordneten, monumentalen Stadträume, in denen der Mensch unbedeutend und ausgefliefert ist. Die Stadt ist hier steingewordene Manifestation des übermächtigen Staates, der übermächtigen Ideologie und der Mensch muss sich beugen.

    Diese Sätze könnte man aber auch auf Brasilia anwenden :biggrin: :


    https://commons.wikimedia.org/…ea_torredetv1304_4713.jpg

    Konstantinopel ist 1453 gefallen, weil es keine Unterstützung aus dem Westen bekommen hatte. Sowohl das Schisma als auch die machtpolitische Konkurrenz zwischen dem westlichen und östlichen Christentum haben zu einer Entfremdung und daher auch zu mangelnder Kooperation geführt. Der Schock im Abendland mag bei breiten Bevölkerungsschichten groß gewesen sein, war aber für die Machteliten in Rom, Wien und Paris schon länger vorhersehbar. Dem Fall Konstantinopels voraus gingen schliesslich große territoriale Eroberungen der Osmanen auf dem Balkan und in Kleinasien, sodaß am Ende tatsächlich nur noch die Hauptstadt des Reiches übrig geblieben ist. Die Eroberung der Stadt war daher eigentlich nur noch eine Frage der Zeit.
    Natürlich gingen dem Fall der Stadt viele Jahrzehnte an Niederlagen und sonstigen Wirren voraus, siehe z.B. hier:


    "
    Während also die christliche Staatenwelt des Balkans zerstritten war und sich gegenseitig befehdete, setzten sich seit 1354 die Osmanen in Europa fest und expandierten in das byzantinische Thrakien, das sie in den 1360er Jahren großteils eroberten. Ein präventiver Schlag des südserbischen Königs Vukašin Mrnjavčević im Bund mit dem bulgarischen Zaren Iwan Schischman von Weliko Tarnowo gegen das Zentrum der osmanischen Herrschaft in Europa, Adrianopel, endete, trotz zahlenmäßiger Überlegenheit, in der Niederlage an der Mariza 1371. Der Sieg über die beiden slawischen Balkanmächte brachte dem Sultan Teile Südbulgariens, das serbische Makedonien und die Hegemonie über weite Teile des Balkans ein. Schließlich zwang er 1373 den bulgarischen Herrscher, das Supremat der Osmanen anzuerkennen. Diesem Beispiel folgten das zu einem Kleinstaat gewordene Byzanz (Konstantinopel samt Umland, Thessaloniki mit Umland, Thessalien, einige Ägäisinseln, Despotat Morea) und das Nordserbische Reich des Fürsten Lazar Hrebeljanović, der ebenfalls ein Vasall der Osmanen wurde. Mehrmals ersuchte Byzanz den Westen um Hilfe und bot dafür sogar die Kirchenunion an, so 1439 auf dem Konzil von Ferrara und Florenz, was jedoch am Widerstand der byzantinischen Bevölkerung scheiterte („Lieber den Sultansturban als den Kardinalshut“).Nach der Schlacht auf dem Amselfeld 1389 und der Niederlage der westlichen Kreuzfahrer bei Nikopolis 1396 schien die Lage des Reiches aussichtslos."


    quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/…%C3%A4tbyzantinische_Zeit


    Dieselbe Entfremdung und machtpolitische Konkurrenz zwischen West und Ost verhinderte auch über lange Zeiten die Rückeroberung Konstantinopels durch orthodoxe Christen. Briten und Franzosen wollten keine Expansion Russlands bis an die Dardanellen und keinen ungehinderten Zugang der Russen zum Mittelmeer. Daher verhinderten sie schon durch den Krimkrieg und auch in den Balkankriegen Ende des 19. Jahrhunderts eine Niederlage der Türken. Als sie selbst Konstantinopel 1918 besetzten, haben sie weder den Griechen noch den Russen die Verwaltung dieser Stadt überlassen und haben sich militärisch auch nicht weiter so gegen den türkischen Befreiungskampf unter Atatürk engagiert wie es ihnen möglich gewesen wäre. Ihnen war die Türkei lieber als ein imperiales Russland bis ans Mittelmeer.


    Wenn alle Christen historisch immer zusammengehalten hätten, dann wäre natürlich Byzanz niemals gefallen und wenn doch, dann wäre es längst zurückerobert.

    Auf der einen Seite ist es flächenmäßig die am besten wiederaufgebaute deutsche Stadt mit all seinen schönen, geschlossenen royalen Boulevards und Plätzen

    Ich besitze einen Bildband mit dem Namen " Die Zweite Zerstörung Münchens", in dem die Bausünden der Nachkriegszeit mit ihren Abrissen, den nicht-wiederhergestellten Bauwerken (z.B. das Verkehrsministerium, einst der dritte große Kuppelbau Münchens) und dem banalen Wiederaufbau gut geschildert wird.
    Darin kann man auch gut nachlesen, daß es eben so gut wie keine der ursprünglichen historischen Platzanlagen in München mehr gibt. Jeder Platz ist durch Bausünden entstellt und nirgends mehr als historisches Ensemble vorhanden. Dazu gehören der Marienplatz, der Isartorplatz, der Sendlinger Tor Platz, der Stiglmaierplatz, der Karlsplatz, der Bahnhofsplatz oder auch der Rosenheimer Platz. Gut erhalten mit schönen Anpassungsbauten sind eigentlich nur noch der Gärtnerplatz und der Max-Joseph-Platz.
    Die Altstadt von München wurde im Krieg auch zu 90 Prozent zerstört, doch das gesamte Stadtgebiet "nur" zu 50 Prozent. Daher kann München ausserhalb der eigentlichen Alstadt auch noch mit Schwabing, Lehel, Neuhausen und Haidhausen aufwarten. Und innerhalb der Altstadt wurden in den Fünfzigern zumindest die historischen Straßenzüge wieder aufgenommen und durch viele Füllbauten ersetzt. Zudem findet man in der Innenstadt immer wieder historische Bauten an den richtigen Ecken, sodaß auf den ersten Blick ein geschlossenes und urbanes Zentrum vorhanden ist.
    Am Traurigsten finde ich eigentlich den ganzen Bereich zwischen der Sonnenstraße (eine fast reine Nachkriegsbebauung) und der Kirche St. Paul nahe der Theresienwiese. Dazwischen liegen Straßen mit Namen bedeutender deutscher Dichter und Literaten wie Goethestraße, Schillerstraße und Paul-Heyse-Straße, die allesamt hässlich und ihrem Namen nicht würdig sind.

    München zehrt im Grunde immer noch von der übriggebliebenen Vorkriegssubstanz und dem Wiederaufbau der wichtigsten Prachtstraßen in den Fünfziger Jahren wie Ludwigstraße und Maximilianstraße. Der Wiederaufbau des Alten Peter am Viktualienmarkt wurde meines Wissens erst durch Spendengelder u.a. von deutschstämmigen US-Amerikanern ermöglicht. Alles nach den Fünfziger Jahren war dann nur noch der übliche BRD-Standard.

    @Spreetunnel und @Vulgow


    Ihr postet zur zeit wieder fleissig Bilder von den diversen Baustellen Berlins, aber von der Museumsinsel hat man wieder lange nichts gesehen. Tut sich hier tatsächlich so wenig ?
    Vulgow hat ja mal geschrieben, daß sei nicht so sein bevorzugtes Photomotiv. :D


    Vielleicht kann uns trotzdem jemand von euch auch hier auf den neuesten Stand bringen. Vielen Dank :foto:

    Globaler Konsumstil! Einheitliches "shopping" mit internationalen Marken von Singapur bis Berlin und von London bis New York. Viel Glas, viel Verkaufsfläche und große Markenlogos. Mit zwei Wörtern: Langweilig, seelenlos....