Posts by Der Münchner

    Und was sollte in der Gobbelsvilla ausgestellt bzw. welche Dokumentation sollte dort gezeigt werden?


    Die prachtvolle Lebensweise eines NS-Funktionärs mit einer Liste der Besucher die er dort empfangen hatte? Oder soll es ein Sammelsurium der Geschichte des Dritten Reiches sein, mit Bildern von der Zeit der Bewegung bis zu den Konzentrationslagern? Also alles, was man sonst auch in Büchern und anderen Dokumentaionszentren sieht?


    Wo liegt der zusätzliche Erkenntnisgewinn?

    Kinder können genauso schon früh einen Sinn für Ästhetik und Architektur erlangen. Ich habe meiner siebenjährigen Tochter die neue Ausgabe vom Berliner Extrablatt gezeigt und sie meinte ganz ohne mein Zutun, daß sie diese Ostfassade hässlich findet und so ganz bestimmt nicht gebaut hätte. :D


    Es gibt auch Erwachsene, die auf Ästhetik überhaupt nicht achten, sondern nur auf Einkaufsmöglichkeiten und das Parkplatzangebot....


    Die Sanierung des Gignoux-Baus in Augsburg ist zu begrüßen. Ich glaube, das ist der Bau mit der Alten Komödie. Und die Wiederherstellung der Innenräume wie im 18. Jahrhundert ist doch wohl keine Katastrophe.
    Da hat Augsburg sich in der Vergangenheit schon ganz andere Schildbürgerstreiche geleistet, z.B. der Abbruch der Flügel der alten Kattunfabrik für die Hochschule Augsburg und der Wiederaufbau durch Neue Flügel aus Glas, Stah und Sichtbeton:


    https://karriere.hs-augsburg.de/

    Als Münchner setze ich den bekannten Rekowünschen mal einige Münchner Wünsche entgegen:


    Alter Hauptbahnhof München von Bürklein:


    https://de.wikipedia.org/wiki/…_central_station_1900.jpg


    Bayerisches Verkehrsministerium (einst der dritte große Kuppelbau in München):


    https://de.wikipedia.org/wiki/…erkehrsministerium_01.jpg


    Matthäuskirche am Sendlinger Tor:


    https://de.wikipedia.org/wiki/…)#/media/File:Val_078.jpg


    sieht heute so aus:


    https://de.wikipedia.org/wiki/…aeuskirche_Muenchen-1.jpg


    Abtei St. Bonifaz München:


    Innen vor 1944:


    https://de.wikipedia.org/wiki/…Bonifaz_Muenchen_1900.jpg


    Innen heute:


    https://de.wikipedia.org/wiki/…az-M%C3%BCnchen-Innen.jpg


    Außen vor 1944:


    https://timelineimages.sueddeu…-in-m%C3%BCnchen_00245113


    Außen heute:


    http://www.stadtteile-muenchen…ges/2/124762-ssl12922.jpg

    Noch ein interessanter Artikel aus dem Tagesspiegel:


    "Braucht Berlin eine neue Altstadt?"


    "Was aber ist die Botschaft von Frankfurt? Eine neue Altstadt ist möglich und kann sogar schön sein. Sie ist und bleibt aber neu, eine Mischung von wenigen historisch rekonstruierten und mehrheitlich zeitgenössischen Bauten, neu natürlich auch hinsichtlich der Nutzung und Nutzer."


    "Und Berlin? Bleibt Berlin von diesem Rekonstruktionsfieber verschont?"



    Quelle: https://www.tagesspiegel.de/ku…ue-altstadt/23148936.html

    Ich finde, da beisst sich die Katze in den Schwanz und die Empörten merken es noch nicht einmal. Wenn es politisch korrekt wäre, alle "geraubten", gekauften oder in Zeiten kolonialer Oberherrschaft entwendeten Kunstobkejte weltweit wieder an ihre Ursprungsorte zurückzugeben, dann folgen daraus zwei Prämissen:


    1.) Es wird dann nirgendwo in Europa noch Museen mit orientalischen, ägyptischen oder asiatischen Kunstobjekten geben.


    2.) Dadurch wird zwangsläufig der Museumsbereich auf das Nationale verengt, denn nur preußische, deutsche und eventuell mitteleuropäische Kunstobjekte wären dann legitim ausgestellt zu werden. Also würde dann genau das Preußenmuseum entstehen, daß die selbsternannten Multikulturalisten so verabscheuen.


    Gerade die One-World-Apologeten und Multikulturalisten bestehen doch darauf, daß es egal ist, wo ein Mensch leben möchte. Dann ist es doch auch egal, wo ich mir die Kunstobjekte ansehe, denn Nationen sind doch in diesen Köpfen gar nicht mehr existent. Also können doch auch Namibia, Tansania, Samoa oder auch China und Ägypten keine nationalistischen Ansprüche stellen, oder?
    Es wird auch gerne übersehen, daß die Archäologie genau wie die Paläontologie eine europäische Erfindung waren. Die meisten Kunstobjekte wären für die Nachwelt für immer verloren oder würden immer noch tief unter dem Sand Mesopotamiens und Ägyptens verschimmeln wenn die Europäer nicht aktiv geworden wären.


    Bei Zoos und Tiergärten haben wir dieselbe Diskrepanz. Man kann argumentieren, daß diese Einrichtungen einem die weltweite Fauna näherbringen und auch das Überleben und den Nachwuchs bedrohter Tierarten sicherstellen. Man könnte aber auch den Tierraub aus exotischen Ländern anprangern und fordern, daß diese Tiere zurückgebracht werden müssen. Dann haben wir bald ausser rein deutschen Museen auch nur noch Wildparks mit einheimischen Tierarten wie Rehe, Hirsche, Füchse und ein paar Wölfe... ;)

    Im Gegensatz zu Namibia, leben in Kamerun, Togo, Tansania, Burundi oder Ruanda aber glaublich überhaupt keine Deutsche mehr.

    Soweit ich weiß, wurden die Deutschen von den neuen Kolonialmächten nach 1918 des Landes verwiesen und enteignet. In Namibia kam es etwas anders, weil dieses Gebiet dem Dominion Südafrika zugesprochen wurde und eine andere Gesetzgebung hatte.

    @Gardone


    ich habe letztes Wochenende auf einem Fest einen Afrikaner aus Togo kennengelernt. Der hat mir erzählt, daß Deutschland sein Land in der Kolonialzeit mehr geprägt habe als die längere Zeit unter französischer Herrschaft danach. Alles aus deutscher Zeit funktioniere noch, während die französischen Maschinen und Züge ständig defekt seien. :D


    Deutsche seien dort höher angesehen als Franzosen und zudem gibt es in der Verwaltung Togos auch jede Menge Papierkram, denn man nimmt es dort sehr genau....


    https://de.wikipedia.org/wiki/…_Strasse_in_Lome_Togo.jpg


    https://de.wikipedia.org/wiki/…ie_katholische_Kirche.jpg


    https://de.wikipedia.org/wiki/…verneurs_in_Lome_Togo.jpg

    Wie stehen sie zu dem Bruch zwischen der traditionellen Baukultur, die in Traditionsinseln erhalten ist, und ihren modernistischen Großblocks?

    Ich habe mal gelesen, daß die japanische Mentalität durch die Niederlage im Zweiten Weltkrieg einen tiefgreifenden Wandel durchlebt hat. Nicht wie bei uns im Sinne von Schuld und Versöhnungssuche, sondern in der Ablehnung der eigenen Kultur, die sich als zu schwach erwiesen hatte und daher zu verwerfen sei. Die kleinen Traditionsinseln bilden noch die Brücke in die Vergangenheit, doch wurde ansonsten alles aus dem Westen (vorrangig aus den USA) ungeprüft als besser angesehen und übernommen.
    Daher verfolgte man sowohl in der Wirtschaft als auch in der Baukultur kompromisslos einen Kurs der Moderne und der Effizienz. Inzwischen hört man aus Japan aber durchaus wieder andere politische Töne und so könnte ich mir vorstellen, daß es auch im Bereich der Baukultur bal Retro-Bestrebungen geben wird.

    'Glorreich ' ist ein Zitat des letzten Kaisers, der den Deutschen versprach: 'Wir gehen glorreichen Zeiten entgegen'


    Da muss man Persönlichkeiten der Zeitgeschichte schon richtig zitieren: Kaiser Wilhelm sprach von "herrlichen Tagen" und nicht von "glorreichen Zeiten".


    Originalzitat: "Zu Großem sind wir noch bestimmt, und herrlichen Tagen führe ich Euch noch entgegen."


    Quelle: https://www.planet-wissen.de/g…elm_der_zweite/index.html


    Wer sich also an dem Wort "glorreich" stört , der sieht vielleicht das Jahr 1908 nicht als glorreiche Zeit an, kann aber dafür nicht den Kaiser zitieren.

    Offener Brief von zahlreichen Prominenten an den Bundestag bezüglich des Standortes des geplanten Freiheits- und Einheitsdenkmals:


    "„Die Idee dieses Freiheits- und Einheitsdenkmals mag gut sein, jedoch bitte nicht an diesem Platz vor dem Humboldt Forum! Das Nationaldenkmal in direkter Nachbarschaft mit / vor dem Humboldt Forum (Haupteingang) stellt den kosmopolitischen Inhalt und Anspruch des Humboldt Forums existentiell in Frage.“ Die barocke Fassade des Berliner Schlosses (Humboldt-Forum) passe mit der geplanten riesigen Wippe nicht zusammen."


    Quelle:


    https://www.welt.de/kultur/art…-gegen-Einheitswippe.html

    ich finde, das Museum sieht eher wie ein Lagerhaus aus, bei dem sich durch einen Sturm die Außenfassaden verschoben haben.
    Ich bin schon erstaunt, daß sowas in Frankreich inzwischen auch möglich ist. Früher hat man die futuristischen Bauten in eigenen Vierteln zusammengefasst, wie La Defense in Paris.

    Ergänzend zu Heimdalls Beitrag möchte ich noch anmerken, daß das Thema Preußen in vielfältiger Weise belastet ist. Preußen wurde von den Alliierten als einziges deutsches Land 1945 für aufgelöst erklärt. Dahinter stand die Überzeugung, daß Preußen seit jeher Träger des deutschen Militarismus gewesen sei und es spielte plötzlich gar keine Rolle mehr, daß beinahe alle führenden Nazis aus Bayern, dem Rheinland und Österreich kamen. Diese Sichtweise wurde von der rheinisch-katholischen Politikerkaste unter Adenauer nur zu gerne übernommen. Adenauer äußerte ja auch mal, an der Elbe könne man Preußen "riechen". Spätestens mit der von ihm initiierten Westbindung übernahm man in Westdeutschland auch die historische Sichtweise der Alliierten, denn eine andere Bewertung Preußens in den Schulen und der politischen Kaste hätte zwangsläufig zu einer gewissen Belastung mit den Westmächten geführt.
    Zudem gab es auch in Deutschland schon seit den Zeiten der Weimarer Republik Stimmen, die meinten, daß Preußen spätestens seit der Reichsgründung seine Rolle in Deutschland erfüllt hätte und somit als eigenständige dominierende Region überflüssig wurde. Diese Position vermischt sich auch noch mit rheinländischen und süddeutschen Animositäten, sodaß eine nennenswerte Fraktion, die sich für eine Neubewertung Preußens mit einer damit verbundenen musealen Darstellung im Zentrum der deutschen Hauptstadt einsetzt, nur schwer zu finden sein dürfte.
    Die Verantwortung für den Zivilisatonsbruch der NS-Zeit wurde auf deutschsprachigem Boden nur zu gerne hin- und hergeschoben. Die Österreicher verstanden sich plötzlich als die ersten Opfer Hitlers, die DDR definierte sich als antifaschistisch sodaß Nazis nur im Westen zu verorten sein konnten und in Westdeutschland schob man es auf das nicht mehr existierende Preußen das so als idealer Sündenbock fungierte.
    Inzwischen hat sich schon bemerkenswert viel getan und preußische Kulturobjekte werden wieder gepflegt und mit den beiden Stadtschlössern sowie der Garnisonkirche sogar wieder aufgebaut, doch die Abwehrreflexe sind immer noch stark. Daher sind wir von einer positiven oder gar ruhmreichen Darstellung Preußens noch weit entfernt und die Objekte müssen immer in irgendwelche internationalen Projekte mit eingebunden werden. Also quasi "Preußen-light" für die pazifistische und antimilitaristische deutsche Bevölkerung und ihre Vertreter

    Bagration ist die größte Niederlage der Dt Militärgeschichte gewesen

    Ja, doch war sie eigentlich Teil der gewaltigen Zange der alliierten Kriegsführung und folgte bewusst auf die Landung der Westmächte in der Normandie am 06.Juni 1944. Dadurch sollten die deutschen Truppen durch zwei aufeinander abgestimmte Großoffensiven gebunden werden. Eine Verlegung größerer Truppenteile an die Westfront sollte damit unmöglich gemacht werden und so konnten die bereits geschwächten deutschen Verbände ohne die Möglichkeit auf Nachschub an beiden Fronten dezimiert und besiegt werden.
    Lemberg hatte das Glück, daß es zwar immer mitten in den Operationsgebieten lag, doch sowohl beim deutschen als auch beim sowjetischen Vormarsch schnell eingenommen wurde.

    Lemberg liegt quasi genau im Zentrum der 30 Jahre andauernden "killing fields" vom Beginn des Ersten Weltkrieges, der russischen Revolution, des Holodomor in den dreißiger Jahren und der Massaker des Zweiten Weltkrieges. Es grenzt an ein Wunder, daß sie gerade die Zeit zwischen 1941 und 1945 so unbeschadet überstanden hat, denn die Front kam ja zweimal durch dieses Gebiet. Dasselbe gilt allerdings auch für die baltischen Städte. Manche Regionen wurden offenbar nicht auf jedem Meter verteidigt.

    Man müsste eigentlich jetzt seitens der Stadt einen strategischen Plan erarbeiten, wie der Kudamm in Zukunft entwickelt werden soll. Ich denke auch, dass eine Reko der Eckbauten eher Wunschdenken ist, aber man sollte schon überlegen, wie es hier an so vielen exponierten Lagen in der Zukunft weiter gehen soll

    Genau das ist der Punkt. In deutschen Städten gibt es fast nie einen Masterplan für die weitere Stadtentwicklung. Für den Ku`damm wäre vielleicht die aus Dresden, Frankfurt und Potsdam erfolgreich praktizierte Vorgehensweise aus einer kleinen Auswahl an Leitbauten/Rekos und angepasster Architektur sinnvoll.
    Auf die Kollegen von Stadtbild Deutschland Berlin wird viel (Überzeugungs-)Arbeit zukommen. Sie werden unser aller Unterstützung bruchen können.

    @Wissen.de


    Vielen Dank nochmal für die schöne Galerie. Ich stimme dir größtenteils zu, der Ku`damm hat noch viel vorhandene Substanz und nur viele Eckbauten aus den 60`er und 70`er Jahren wirken störend bzw. verursachen die Brüche im Erscheinungsbild. Man könnte den Boulevard vermutlich mit dem Abriss von nur einem Dutzend Bausünden fast wieder in einen perfekten Zustand versetzen.
    Am Meisten stört sicher der Verhau rund um die KWK und das Europa-Center. Den Koloss an der Joachimsthaler Straße auf Bild 183 empfinde ich dagegen nicht so schlimm wie die langweiligen Hochhausriegel an den vorherigen Straßenecken, denn dieser Koloss wirkt doch irgendwie weltstädtisch und gefällt durch seine runden Formen.


    Zumindest hat man jetzt als Nicht-Berliner doch einen besseren Eindruck vom Erscheinungsbild dieser weltbekanten Straße. Im Vergleich zu anderen bekannten Einkaufsboulevards auf dieser Welt ist der Kurfürstendamm aber immer noch eine der Top-Adressen. Am meisten entäuscht war ich wohl von der weltberühmten Einkaufstraße Hongkongs, der Nathan Road, die über weite Strecken schäbig wirkt, viele Billigläden aufweist und nur aus vergammelten Hochhauskomplexen besteht.