Posts by TomDD

    Ich stelle den Artikel mal hier ein, habe keinen besseren Thread gefunden.


    Quelle: http://www.sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=1654099


    Der Vollständigkeit halber stelle ich mal noch diesen Artikel mit ein.
    Das Demokratieverständnis unserer gewählten Vertreter ist wie immer einmalig javascript:emoticon(':x')
    wuetend


    http://www.sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=1061012


    Pro & Kontra


    Soll das Alte Gewandhaus wieder aufgebaut werden oder die Fläche frei bleiben? Fördert oder beeinträchtigt der Wiederaufbau die Wirkung der Frauenkirche und wird damit der Neumarkt in mehrere Einzelplätze gegliedert?


    Gut gefasst
    Von Herbert Feßenmayr, Baubürgermeister


    Eine Wiederbebauung der Fläche des Alten Gewandhauses am Neumarkt wird den historisch-räumlichen Zusammenhang des Verlaufes der mittelalterlichen Stadtbefestigung und der hier zusammenlaufenden Fernstraßen erneut anschaulich machen. Damit wird auch erreicht, dass der Jüdenhof in seinen schönen Proportionen wieder klar erkennbar wird. Der Blick auf die Frauenkirche aus der Sporergasse kommend wird wieder ganz im barocken Sinne räumlich symmetrisch klar gefasst.


    Die barocke Treppe des Johanneums bekommt die notwendige, etwa gleich breite Platzfront im Gegenüber. Erst eine größere Länge der Frauenstraße bewirkt zudem eine angemessene Distanz zwischen dem Kulturpalast an der aufgeweiteten Galeriestraße und dem Platzbereich des Neumarktes.


    Diese heute bereits im neu gebauten Straßen- und Platzverlauf wieder aufzufindende Form des Neumarktes ist das Ergebnis eines sehr langen Planungs- und Abwägungsprozesses. Dabei konnte glücklicherweise auch einmal die offensichtlich vorhandene Angst vor zeitgemäßer Architektur überwunden werden.


    Nach vielen Diskussionen hat der Stadtrat dieses Ergebnis am 17. Januar 2002 als städtebaulich-gestalterisches Konzept für den Neumarkt sehr bewusst beschlossen.


    Erschlagen
    Von Birgit Lucas, Kulturhistorikerin, 1. Vorsitzende GHND


    Die Gesellschaft historischer Neumarkt Dresden hat sich seit jeher vehement sowohl gegen einen „Wiederaufbau“ als auch gegen einen Neubau am Platz des alten Gewandhauses ausgesprochen. Hinter dieser Meinung stehen die mehr als 63 000 Unterzeichner des Bürgerbegehrens zum historischen Neumarkt. Wie Computersimulationen zeigen, wird das zukünftig vier Geschosse hohe neue „Gewandhaus“ den Platz nicht bereichern, sondern erschlagen: Neben ihm werden die kleinteiligen Barockhäuser wie Mäuse neben einem Elefanten wirken, und der Frauenkirche wird schwerwiegende Konkurrenz erwachsen! Die Gemälde Bellottos täuschen, da der Maler den Platz durch Verschieben der Gebäude viel weiträumiger erscheinen ließ, als er in Wahrheit war.


    Es macht keinen Sinn, ein Gebäude „wiederzuerrichten“, das schon seit mehr als 200 Jahren nicht mehr existiert: Entweder baut man den Neumarkt mit Gewandhaus, Hauptwache und Renaissancehäusern oder – wie wir dafürhalten – in der vielen noch bekannten Form bis 1945 wieder auf. Der Wunsch, durch Grundstücksverkäufe benötigtes Geld einzuspielen, ist verständlich – aber bitte nicht an dieser sensiblen Stelle. Man kann schon jetzt erahnen, dass nur ein Neumarkt mit seinen rekonstruierten barocken Platzfassaden den erwünschten Gewinn bringen wird.

    Sächsische Zeitung
    Freitag, 21. Oktober 2005


    Platzangst am Markt
    Von Siiri Klose


    Neumarkt-Verein. Für eine Reihe von Wünschen gibt es keine einfache Lösung.


    Jetzt, wo alle Welt die Frauenkirche im Blick hat, will die Gesellschaft Historischer Neumarkt Dresden e. V. das Augenmerk auch auf drei Punkte am Neumarkt richten: Zum Kulturpalast und zum alten Gewandhaus hat der Verein bestimmte Vorstellungen, und das Projekt „Rampische Straße 29“ wurde vor kurzem in Angriff genommen.


    „Ein Problem sind die Schnittstellen zwischen Alt und Neu, die sich langsam ergeben“, sagt die Gesellschafts-Vorsitzende Birgit Lucas. Eine solche Stelle wird die Galeriestraße bilden: Wenn einmal alles steht, sei dort eines im Weg: Die nordöstliche Ecke des Kulturpalastes störe die Blickbeziehung zum Frauenkirchenturm und ließe die Galeriestraße auf die Kulturpalast-Fassade zulaufen. „Unser Vorschlag ist, diese Ecke abzuschrägen“, sagt Architekt Andreas Hummel.


    Ungeliebtes Gewandhaus


    „So einfach ist das nicht“, hält Steffen Meyer, der technische Leiter des Kulturpalastes, dagegen: „In den Geschossebenen sind Gastronomie, Küche, der Telefonverteiler und die Geschäftsführeretage untergebracht. Das umzubauen, verursacht Probleme und Kosten.“ An der Wilsdruffer/Ecke Galeriestraße solle zudem, ähnlich wie das Ticketzentrum auf der anderen Seite, bis Ostern 2006 ein Begrüßungszentrum der Frauenkirche entstehen. „Dort wird die Fassade bis zum Restaurant-Eingang verglast.“


    Die Sorge der Neumarkt-Gesellschaft um eine Wiederauferstehung des alten Gewandhauses ist nicht neu. „Nun können wir mit einem historischen Dokument belegen, dass schon 1761 beschlossen wurde, das Gebäude abzureißen“, sagt Kunsthistoriker Stefan Hertzig. Auch jetzt wäre klar, dass der Neumarkt mit einem Gebäude an dieser Stelle zu eng würde. „Deshalb unsere Bitte an die Stadt, dieses Grundstück nicht zur Bebauung freizugeben.“ An der Rampischen Straße 29, wo die Neumarkt-Gesellschaft ein Haus von 1720 wieder entstehen lassen will, laufen inzwischen Ausschachtungsarbeiten. „Die Kellergewölbe sind noch vorhanden, sie sollen mit einbezogen werden“, sagt Torsten Kulke. Der Bauantrag werde noch in diesem Jahr gestellt. Über 100 000 Euro Spenden stehen der Gesellschaft für das Haus zur Verfügung, mit Patenschaften für Bausteine, Dachziegel, Fenster oder Treppenstufen wird weiter Geld gesammelt.

    Quelle: sz-online


    Salomon kehrt an den Neumarkt zurück
    Von Bettina Klemm


    Denkmal. Bis Jahresende soll eine 1,50 Meter hohe Figur das Hotel de Saxe schmücken.


    Die Fassade der Salomonis-Apotheke am Neumarkt wurde originalgetreu wieder hergestellt. „Dazu gehört an ihrer Ecke zur Landhausstraße auch die Salomonisfigur“, sagt Ipro-Chef Ulrich Schönfeld.


    Im Lapidarium der Stadt wurden fünf Torsoteile von ihr gefunden. Anhand von historischen Fotos ergänzten dann Künstler in den Sächsischen Sandsteinwerken in Pirna die fehlenden Stücke. So lässt sich der alte und neue Sandstein an der Figur auf den ersten Blick unterscheiden. Der rekonstruierte Salomon soll nun im Haus, im künftigen Restaurant der Freiberger Brauhaus AG, als Dauerleihgabe des Amtes für Kultur und Denkmalschutz ausgestellt werden.


    An die Hauswand kommt hingegen noch in diesem Jahr eine Kopie der etwa 1,50 Meter hohen Skulptur. Sie wird wie einst rot-grün-gold bemalt. Als 1753 in dem reich verzierten Gebäude die Salomonis-Apotheke eingerichtet wurde, kam die Figur als Wahrzeichen an die Hausecke. In der Apotheke soll übrigens auch der Dichter Theodor Fontane von 1842 bis 1843 als Apothekengehilfe gearbeitet haben.


    Das Gebäude Salomonis-Apotheke ist nach dem Wiederaufbau Teil des Steigenberger Hotel de Saxe. Das rund 36 Millionen Euro teure Gebäude mit 178 Hotelzimmern und sieben Suiten soll im April 2006 eingeweiht werden. „Wir haben bei den Enttrümmerungsarbeiten vor Ort auch einen Engelskopf gefunden. Er wird gesäubert und links neben den Aufzügen im Hotelfoyer aufgestellt“, sagt Schönfeld.

    Hallo erst einmal!


    Eigentlich bin ich seit den Anfängen dieses Forums nur ein stiller Mitleser. Da hier öfters Diskussionen über die notwendige Verdichtungen des Zentrums stattfinden, möchte ich die Gelegenheit ergreifen und einen Artikel aus der Online-Ausgabe der Sächsischen Zeitung hier einstellen. Vielleicht macht er einigen Leuten hier Mut, die Dresden schon "aufgegeben" haben, da es ja doch Leute in der Politik gibt, die ähnliche einsichten haben.


    Viel Spaß beim lesen!


    Quelle: sz-online


    Alle Kraft dem Zentrum widmen
    Von Stefan Rössel


    Stadtumbau. Dresden richtet sich auf eine Entwicklung ohne größeres Wachstum ein.


    Chefstadtplaner Andreas Wurff bekam Lob von PDS und Grünen. Und vor allem wurde er mit geschlossener Zustimmung aus allen Fraktionen belohnt. Im Bauausschuss des Stadtrats stellte er gestern ein „Leitbild“ für den Stadtumbau vor, das Grundlage für künftige Flächennutzungspläne werden soll. Verzicht auf allzu optimistische Wachstumserwartungen ist der Grundtenor.


    In absehbarer Zeit seien „keine sprunghaften Entwicklungsschübe“ zu erwarten, lautet die grundlegende Prognose des Planers. Die wahrscheinliche Bevölkerungsentwicklung zeigt, dass dafür auch kein riesiger Bedarf besteht. Ab 2017 wird die Einwohnerschaft zurückgehen. Da muss man heute nicht auf Zuwachs planen. Das bedeutet allerdings auch, dass Dresden ohne deutliche Schrumpfungsprozesse davonkommen dürfte.


    Oberste Priorität soll nach dem Leitbild die Stärkung der Innenstadt bekommen. Auch Bewohner, die weggezogen sind, sollen zurückgeholt werden. „Es macht keinen Sinn, die Schulen im Zentrum zu schließen und am Stadtrand neue zu bauen“, sagt Wurff. Das Wohnen müsse dort also attraktiver gemacht werden. „Verdichtung“ ist das Motto für die Zone des inneren Stadtrings.


    Auch benachbarte Gebiete sollen als Wohngebiete aufgebessert werden. „Aufwertung“ bei gleichzeitiger Verdichtung lautet hier das Stichwort. Ostragehege, Friedrichstadt, die Vorstädte im Westen und Süden gehören dazu.


    „Bauen im Bestand“ ist angesagt. Das bedeutet, wo überhaupt zusätzlicher Bedarf entsteht, sollen bestehende Baugrundstücke oder Brachflächen genutzt werden. Das erspart zusätzliche Infrastruktureinrichtungen, und Altflächen müssen nicht gesondert umgewandelt werden.


    Kein Sonderrecht für Weißig


    Dass so ein Ziel nicht ohne Konflikte angestrebt wird, macht Schönfeld-Weißig klar. Der Ortschaftsrat wollte eine zusätzliche Leitlinie fixiert wissen, wonach dort der Flächennutzungsplan fortgelten und ausgewiesene Bauflächen erhalten werden sollten. So solle den Bedürfnissen der Bürger nach „naturnahem Wohnen am Stadtrand“ Rechnung getragen werden. Der Antrag wurde bei Stimmengleichheit abgewiesen.


    Für Großwohngebiete wie Gorbitz und Prohlis heißt das Ziel „Entdichtung und Aufwertung“. Dabei stellte Wurff eindeutig die Steigerung der Attraktivität in den Vordergrund. Denn die große Wegzugwelle sei dort vorüber. Es gebe sogar schon Rückkehrer.


    Das soll auch Änderungen in der Abrisspolitik haben. Dort sollten nur noch wenige Rückbauten vorgenommen werden. Stattdessen kommen die großen Einfallstraßen wie etwa die Dohnaer ins Visier. Hier gebe es teilweise unattraktive und vom Verkehr stark belastete Reviere, die sich nur schwer wiederbeleben ließen. Allerdings könne Abriss hier nur in kleineren Portionen zum Zuge kommen.


    Mehr Lebensqualität


    Für Gewerbeflächen gilt im Grundsatz das Gleiche. Wo es geht, sollen stillgelegte Industriegebiete genutzt werden. Brachflächen gelten als Potenziale. Der Prozess ist schon ein bisschen im Gange. So wird nach und nach das Industriegelände in der Albertstadt entlang der Königsbrücker Straße wiederbelebt. Auch Teile der Leipziger Vorstadt kommen dafür in Frage. Vor allem sind hier größere Flächen entlang der Bahnstrecke Richtung Pirna, etwa in Niedersedlitz, zu nennen.


    Die Entwicklung soll auch dazu genutzt werden, grüne Schneisen zu legen und die „Grünzüge zu vernetzen“. Es sollen weniger Flächen und Energie verbraucht sowie der Verkehr reduziert werden. Gestärkt werden sollen dafür Wohn- und Lebensqualität, Wirtschaftskraft und Einwohnerentwicklung. Der Schutz von Natur und Umwelt sowie vor Hochwasser gehören dazu.