Posts by Exilwiener

    Naja, unter Modernistensgleichen bekommt eben einmal der Gigl und einmal der Gogl diesen Preis. Herr Relotius hat ja auch unter Seinesgleichen höchste Preise im Journalismus erhalten.

    Bevor diesen Pritzker Preis ein Herr Höhne, eine Frau Kahlfeldt oder ein anderer traditioneller Architekt bekommt, hacken sich die Modernisten lieber den kleinen Finger ab, da damit das offizielle Ende der Altmoderne angebrochen wäre und da ihnen das Grundwissen eines Goldenen Schnittes oder die Lehren Vitruvs komplett fehlen, würden sie vermutlich nichts mehr entwerfen können. Beziehungsweise würden ihre Neubauten dann so aussehen wie ihre jetzigen proportionslosen Kisterln und Kuben.

    Wie wahr! Wenn Deutschland auch überall anderswo lieber den „Rothenburger Weg“ gegangen wäre, dann hätte man sich die vielen Irrwege mit ihren Verunglückungen erspart, die uns die ganzen versifften und vergammelten Nachkriegsgrossstädte von heute gebracht haben. Zumindest in Polen hat man es partiell sicherlich besser gemacht, aber auch in Dresden und vor allem Potsdam wurde und wird seit der bürgerlichen Revolution von 1989 sehr viel Richtiges gemacht! Möge die Übung auch anderswo gelingen! Das Gute ist, es kann ja nur besser werden!

    Ja, es ist wirklich übel, was hier in Wien passiert. Die innerste Altstadt ist hier noch relativ sicher, wenn auch hier ab und an der eine oder andere Altbau abgerissen wird, aber ganz schlimm ist es in den Außenbezirken, wo die Abrissbirne zum Alltag gehört. Nicht nur in den Gründerzeitvierteln, sondern auch in den Villenvierteln, wo weiterhin alte, einst prachtvolle Villen gegen billig gebaute und teuer verkaufte Wohnställe ersetzt werden.

    Ich liebe Wien, aber was hier alles nach dem Krieg abgerissen wurde, das ist nicht zum Aushalten! Da war der II. Weltkrieg in Wien ein Frühlingslüfterl, was da erst nach 1945 mutwillig an Pracht vernichtet wurde und leider auch noch weiterhin wird. Das Schlimme ist, dass die Wiener Politiker mit ihren Scheuklappen, die es vermutlich auch nie auf Bildungsreisen ins europäische Ausland schafften, weiterhin glauben, dass Wien die schönste Stadt der Welt sei 😂, aber noch nie Prag, Florenz, Stockholm oder Paris waren…irre, ich weiß.

    Quelle: https://www.facebook.com/groups/architekturrebellion

    Hoffentlich sehen das viele Leute, was man aus einem unscheinbaren Häuschen alles wieder machen kann! Vor allem die Nachbarschaft dieses Hauses wird begeistert sein. Es fehlt den Leuten oft an Vorstellungsvermögen, was man alles machen kann! Jeder Altbau und sei er über die Jahrzehnte noch so kaputtsaniert worden hat immenses Potential, was ein Neubau nie erreichen wird können. Wenn das auch der Denkmalschutz überreißen täte!

    1982 trat das Mietrechtsgesetz in Kraft. Da war der Krieg erst ca 37 Jahre vorbei und es lebten in den Gründerzeitvierteln noch viele Menschen in ihren Altbautwohnungen mit zB Klo am Gang, die Häuser aufgrund der Mietzinse sogar aus der Zeit des 1. Weltkrieges waren heruntergekommen und die Neubauten waren eben neu und frisch. Das ist heutzutage überhaupt nicht mehr der Fall. Im Gegenteil. Die Altbauten und hier vor allem die Gründerzeithäuser erfreuen sich größter Beliebtheit, die Klos sind mittlerweile alle in die Wohnungen miteinbezogen und die Neubauten aus der Nachkriegszeit sind nur noch Schrott. Verkehrte Welt. Wien wird leider von Jahr zu Jahr hässlicher durch diese Abrisse. Kein Ende in Sicht.

    Der Dresdner Neumarkt freut sich auch schon auf diesen Ehrentitel.

    Hoffentlich darf man dann auch noch positive Nachbesserungen vornehmen...... (Wölbungen, Steinfassaden)

    Also Denkmalschutzstatus wünsche ich mir für den Neumarkt nicht. Immerhin gilt es in den nächsten Jahrzehnten noch den einen oder anderen hässlichen Füllbau gegen eine neumarkttaugliche Fassade zu ersetzen. So wirr wie der Denkmalschutz in DD derzeit tickt und sogar die Massenware Plattenbau unter Denkmalschutz stellt, hoffe ich, dass der Denkmalschutz schön seine Finger davon lässt. Bei dem aktuellen Personal stellt dieses Amt eher den türkisen Anbau an das Palais Cosel unter Schutz als die Rekonstruktion des Palais selbst.

    Ein so ein Gebäude wird ein Ort aushalten. Viele davon wohl kaum bzw laufen einem dann die Leute weg, wenn zB der Nachbarort noch nicht von „zeitgenössischer“ Architektur kontaminiert wurde.

    Selbst der Kirchturm ohne Kuppel und endgültigem Schmuck wird schon wunderbar aussehen und alles rundherum sprichwörtlich regelrecht wie auch in echt in den Schatten stellen 👍🏼😁!

    Wenn erst das vergammelte RZ dann auch weg ist, dann ergibt sich mit dem Kopfgebäude des Langen Stalls ein tolles, kleines Ensemble! Jedenfalls aber zumindest das schönste Hochhaus Potsdams der letzten 100 Jahre!

    Da gäbe es mehrere Ansätze, aber der wichtigste Ansatz hier wäre das Ende der Mietpreisdeckelung im Altbau.

    Es ist einfach paradox, dass man in einem herrschaftlichen Altbau mit einer Baubewilligung vor dem 8.5.1945 für Wohnungen unter 130 m2 nur den sogenannten Richtwert von aktuell 6,18 €/m2 verlangen darf und in einem ranzigen, schlecht gebauten „Neubau“ mit einem Datum danach quasi verlangen darf, was der Markt hergibt. Da ist es fast klar, dass Investoren da nicht lange überlegen, ob sie abreißen, mehr Nutzfläche herausholen und um den dreifachen Mietzins ohne Knebel vermieten oder gleich teuer verkaufen! Dass durch diese Gesetzgebung jedes Jahr tausende Mietwohnungen in Wien verloren gehen, das checken die Wiener Genossen nicht, aber das ist wieder eine andere Geschichte und da wären wir beim Thema Bildung angelangt…

    Wie dieses Gebäude durch optisches Eindringen den Wiederverkaufswert des schönen Nachbargebäudes beeinträchtigt, das sollte rechtlich schon als Sachbeschädigung gelten.

    Du wirst es nicht glauben, aber in Wien hatte ich doch tatsächlich ein Verkehrswertgutachten eines Gründerzeithauses in Händen, das einen verminderten Marktwert umgehängt bekam wegen sinngemäß „moderner Architektur als Nachbarschaft“ oder so. Ich musste herzhaft schmunzeln…aber leider schlecht in diesem Fall für den Hausbesitzer (des schönen Gründerzeithauses). Das war der erste Beweis dafür, den ich in Händen hielt, dass moderne Gebäude doch tatsächlich auch pekuniär wertschädigend sind und mit einem prozentuellen Abschlag in einem Gutachten Niederschlag finden!

    reklov2708

    Ja und nein, denn ich war erst im November wieder in Hamburg und dort gibt es auch wunderschöne Gründerzeitviertel, jedoch teilweise entstellt durch Plastikfenster oder „Modernisierungen“ der letzten 20 Jahre…und leider nicht im rekonstruierenden Sinne wie in Leipzig. Wenn zB HH den Leipziger Weg gehen würde, dann könnte es dermaßen viel aus seiner Substanz noch herausholen, aber dort ist leider der Wille und das handwerkliche Können nicht (so stark wie in L) wirklich vorhanden. Das gleiche gilt, wie Du richtig schriebst, ja auch für München und vermutlich auch noch für weitere Städte im Westen.

    Das kann ich als „Ausländer“ nur 1:1 bestätigen! Ich war seinerzeit hin und weg, was die Attraktivität des Stadtbildes Leipzigs angeht! Das hätte ich nach den Zerstörungen des Weltkriegs nicht mehr für möglich gehalten, so eine teilweise auch in der Innenstadt noch erhaltene Großstadt vorzufinden.

    Von Leipzig lernen, heißt siegen lernen, denn es zahlt sich wie man (nicht nur an dieser Wertung) hier sieht aus, wenn eine Stadt auf ihre historische Bausubstanz schaut! Da können sich vor allem die Großstädte im Westen noch einiges abschauen! Ich freue mich jedes Mal für Leipzig, wenn deren eigener Weg hier öffentliche Bestätigung erfährt! Gratulation!

    Quote from TAZ

    „Die denkmalschutzrechtlichen Abstimmungen mit dem beauftragten Büro zeigen, dass die Umsetzung des Neubauprojekts der Signa voraussichtlich nicht genehmigungsfähig ist“, sagte Friedrichhain-Kreuzbergs Baustadtrat Florian Schmidt (Grüne) der „taz“.

    Alle Räder stehen still, wenn der olle Schmidt nicht will. Man erkennt das ganze Dilemma dieser so katastrophal verwalteten Stadt. Was ich mir denke, das darf ich hier nimmermehr schreiben, aber der Zeitungsartikel schreit es ohnedies so laut zwischen den Zeilen heraus, dass sich jeder selbst sein Bild davon machen wird. Ich bewundere Signa, dass sie überhaupt noch einen Cent in diese Stadt investiert.

    Daher fragt man sich für wen Herr Schubert sein famoses Projekt jetzt eigentlich noch realisieren möchte??

    Vermutlich nur noch für sein angekratztes Ego, wie das bei Männern in dieser exponierten Position nur allzuoft der Fall ist. Die merken so etwas bedauernswerter Weise immer erst als letzter, dass der Zug bereits abgefahren ist. Die RZ Leute haben es anscheinend erkannt, dass der OB Schubert nur luftpudern kann. Ruhe bewahren, das RZ wird abgerissen und das Foto im Artikel im Tagesspiegel ist sehr gut gewählt, dass wirklich nun auch der 7. Zwerg von links auf einem Blick erkennen kann, dass die Bruchbude RZ an dieser Stelle spätestens seit der Rekonstruktion des Kirchturms nun keine städtebauliche Berechtigung mehr hat.

    Konstantindegeer

    Vielen Dank für Deine stets wichtigen wie richtigen Hintergrundinformationen! Je mehr hier - hoffentlich auch von den Potsdamern - hier mitlesen, umso besser und umso schneller läuft diese linkslinke Intrige hoffentlich ins Leere! Für mich im Ausland ist es so oder so schier unvorstellbar, dass es nach dieser so blutigen Geschichte überhaupt noch Personen gibt, die den Linken oder wie Du meinst, einer noch extremeren Linken wie den „Anderen“ ihre wertvolle Stimme geben (dass es noch extremere Linken neben den Linken gibt, das hätte ich noch viel weniger für möglich gehalten - sic! - ich bin schockiert)!

    Wie auch immer, ich drücke Potsdam die Daumen, dass hier alles gut ausgeht! Es ist schon sehr viel geschafft worden und vor noch 20 Jahren hätte ich mir das, was jetzt schon Wunderbares in P rekonstruiert wurde, nicht einmal erträumen lassen!