Posts by Exilwiener

    So, ich mußte der FAZ, nachdem ich den vorhergehenden Artikel mit Gram gelesen habe, nachfolgenden Leserbrief schreiben und hoffe, dass dieser auch veröffentlicht wird:


    Sehr geehrte Damen und Herren!


    Obwohl ich aus Wien komme und momentan nur sporadisch in Berlin verweilen darf, verfolge ich bereits seit geraumer Zeit das Geschehen um den "Palast" der Republik.


    Endlich ist eine demokratische Entscheidung über dieses - für Berlin momentan noch peinliche und insgesamt stadtbildzerstörende - Areal getroffen worden.


    Und was geschieht? Nein, nicht nur dass die Palastbefürworter schlechte Verlierer sind und eine demokratische Entscheidung nicht akzeptieren können. Diese Herrschaften zeigen jetzt erst recht ihre wahre Gesinnung: Genau das sind nämlich die Methoden der einstigen Palasterrichter - Lügen und untergriffige Unterstellungen!


    Wissen Sie, was dieser Untergriff bei mir bewirkt hat?
    Ich werde nun zum ersten Mal Herrn Boddien eine Spende zukommen lassen!


    ...


    Oswalt, kom´ ma net unter die Finga, sonst zerleg i di eignhändig... :schlaechter:

    Aus den DNN:


    Weltkulturerbe: Roßberg-Reise nach Paris für kommende Woche geplant


    Jetzt geht es ganz schnell. Schon kommenden Freitag, also am 20. Januar, möchte Oberbürgermeister Ingolf Roßberg (FDP) in Paris mit dem Generalsekretär des Unesco-Welterbezentrums Francesco Bandarin zusammen treffen, um über die Kontroverse Weltkulturerbe und Waldschlößchenbrücke zu sprechen. Allerdings gäbe es noch zeitliche Abstimmungsprobleme, sagt Rathaussprecher Kai Schulz. Der ursprünglich angebotene Gesprächstermin um 10 Uhr vormittags sei nicht zu halten, weil Roßberg wegen der Stadtratssitzung am 19. Januar die Reise erst am Freitagmorgen antreten könne. Nun hoffe man, dass das Treffen später am Tag möglich sein wird. Die Dresdner Rathausspitze hatte um ein persönliches Treffen gebeten, nachdem sich Francesco Bandarin deutlich kritisch zur Waldschlößchenbrücke geäußert hatte.


    Der Freitag ist ein interessanter Tag für dieses Gespräch. Denn am Donnerstag berät der Stadtrat über einen Antrag der Grünen, die Vergabeentscheidung der ausgeschriebenen Bauleistungen für die Waldschlößchenbrücke bis zum Vorliegen von Verhandlungsergebnissen zwischen der Unesco und der Landeshauptstadt Dresden zu verschieben. Wie das Stadtrats-Votum aussieht, das Roßberg quasi mit im Reise-Gepäck haben wird, könnte eine Rolle spielen bei dem Gespräch mit Bandarin.



    Dass sich mit dem Welterbe-Streit Dresdner Kommunalpolitik plötzlich auf einer ganz anderen Ebene abspielt, das wird sich auch heute zeigen. Denn dass ein Staatssekretär aus dem Auswärtigen Amt an einer Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses teilnimmt, ist jedenfalls vorher noch nie passiert. Rolf-Dieter Schnelle wird anwesend sein, wenn die Ausschussmitglieder in nichtöffentlicher Sitzung über die Verschiebung der Vergabe von Brückenbauleistungen befinden. Die Sitzung wird von OB Roßberg persönlich geleitet.



    Am morgigen Donnerstag tagt dann das Kuratorium des Weltkulturerbes Dresdner Elbtal ein erstes Mal zu dem Streit um die Erbekompatibilität der Waldschlößchenbrücke. Die Mitglieder wollen beraten, wie das Weltkulturerbe vor Schaden bewahrt werden kann.


    Quelle: http://www.dnn-online.de/dnn-heute/59797.html\r
    http://www.dnn-online.de/dnn-heute/59797.html

    Auf der GHND-Hompage gibt es unter "aktuelle Fotos" wieder schöne neue Bilder zu sehen. Diesmal Fotos vom winterlichen Dresden:


    http://www.neumarkt-dresden.de/\r
    http://www.neumarkt-dresden.de/


    Fahre Ende Jänner nach Dresden und freue mich schon sehr!!!


    Gibt es Neuigkeiten bzgl. des Gewandhauses? Kommt mir schon sehr komisch vor, dass die Stadt sich so bedeckt hält! Hoffentlich wollen die uns nicht vor vollendete Tatsachen stellen...

    Wer schon jetzt über den wieder aufgebauten Neumarkt gehen will, kann dies über diesen Link tun:


    http://www.digitalelectronic.de/projekte/vrneumarkt/vr/vr1/home6.shtml\r
    http://www.digitalelectronic.de/projekt ... ome6.shtml


    Auch die Gewandhausproblematik wird dadurch verdeutlicht! Einige Gebäude bei diesem virtuellen Rundgang entsprechen nicht der erneuerten Satzung für den Neumarktbereich. Man kann nur hoffen, dass Döring und Prisco behutsam mit dem wirklich gewaltigen Baukörper des Gewandhauskomplexes umgehen und sich das spätere Gebäude in das Barockensemble harmonisch einfügt...

    Habe in der IZ folgenden Artikel gefunden:


    FACHWERK IN FRANKFURT


    "Die Debatte um die Neubebauung des Grundstücks des Technischen Rathauses hat eine unerwartete Wendung genommen: Den größten Zuspruch findet die Idee, zwischen Dom und Römer die ehemalige Altstadt zu rekonstruieren. Sind die Frankfurter meschugge geworden, oder was ist los in der Stadt der Hochhäuser?


    Bei Stadtplanern, Architekten und Developern in Frankfurt herrscht eine gewisse Ratlosigkeit. "Das habe ich in 14 Jahren nicht erlebt", wundert sich der Leiter des Frankfurter Stadtplanungsamts, Dieter von Lüpke, über die Intensität der seit Wochen wogenden öffentlichen Debatte über die Neubebauung des Areals des zum Abriss bestimmten Technischen Rathauses. Sie gipfelt in der Forderung nach der originalgetreuen Rekonstruktion von 47 im Krieg zerstörten Gebäuden. Man ist versucht, den Vorschlag als Spinnerei abzutun, doch die Frage, warum gerade jetzt der Ruf nach einer historisierenden, ja restaurativen Bebauung eine solche Resonanz findet, dürfte auch für Menschen interessant sein, die das Thema Immobilien sonst eher von der kaufmännischen Seite zu betrachten pflegen. Denn den Befindlichkeiten, die dieser Sehnsucht zu Grunde liegen, ist bei Investitionsvorhaben in Zukunft wohl verstärkt Rechnung zu tragen.


    Hört man sich ein bisschen um, kommen einem verschiedene Erklärungen für den gerade in Frankfurt so unübersehbaren Retro-Trend zu Ohren. Der Stadtplaner Prof. Albert Speer sieht eine allgemeine "Nostalgiewelle" am Werk, die auch andernorts in der Stadt ihre Spuren hinterlässt, etwa beim Wiederaufbau der klassizistischen Alten Stadtbibliothek, des Thurn-und-Taxis-Palais oder der jüngst beschlossenen Restaurierung des Neorenaissance-Festsaals im Gesellschaftshaus des Palmengartens. Sein Fachkollege Prof. D.W. Dreysse glaubt darin einen Protest gegen die "Stadtzerstörung" zu sehen, die gerade auch nach dem Krieg in Frankfurt stattgefunden habe.


    Wahlkampf heizt die Debatte an


    Andere meinen, die Menschen empfänden in wirtschaftlich ungemütlichen Zeiten nun auch die Ungemütlichkeit ihrer Stadt stärker und suchten in Fachwerkhäusern nach einer Linderung dieses Unbehagens. In dem Rückgriff auf Bauformen aus der Vergangenheit erblicken wieder andere einen Ausdruck von Zukunftsangst. Der Psychiater Wolfgang Leuschner spricht aus psychoanalytischer Sicht von dem Wunsch, "die Idee einer unversehrten Kindheit zu fingieren". Ein mit den Verhältnissen vertrauter Entwickler macht fehlende politische Steuerung und das "politische Vakuum" im von Edwin Schwarz geführten Planungsdezernat für die Dynamik der Fachwerk-Debatte verantwortlich. Schließlich, da sind sich alle einig, hat die Kommunalwahl im März 2006 Anteil an der Aufregung. CDU und SPD, die beide mit dem Slogan "Heimat" in den Wahlkampf ziehen, meinen erkannt zu haben, dass sich mit Fachwerk punkten lässt. "Unser Herz hängt an der untergegangenen Frankfurter Altstadt", behauptet der CDU-Fraktionsvorsitzende Uwe Becker.


    Es fällt auf, dass der Vorschlag zu einer Zeit kommt, da die tonangebende Finanzbranche wegen ungewisser Zukunftsaussichten als Schöpfer identitätsstiftender Bauwerke ausfällt. Das an spektakuläre Bauten (insbesondere Hochhäuser) gewöhnte Frankfurter Publikum scheint ob dieser Zurückhaltung unvermittelt eine heftige innere Leere zu empfinden, die nun krampfhaft mit irgendetwas gefüllt werden muss. Dazu passt eine Beobachtung des amerikanischen Schriftstellers Scott F. Fitzgerald. Fitzgerald beschreibt das New York der 1920er Jahre als eine pulsierende, zugleich aber sinnentleerte Metropole. Das Hochhaus erscheint ihm als die für dieses Lebensgefühl kongeniale Bauform. Die Bewohner der Stadt, stets auf der Jagd nach dem nächsten emotionalen Kick, hätten, berichtet Fitzgerald, die Ankündigung jedes neuen Wolkenkratzers mit dem Ausruf "Yeah" begrüßt. Nach diesem "Yeah"-Gefühl sehnt man sich offenbar auch in Frankfurt.


    Es hat gedauert, bis die Stadt die Hochhäuser gemocht hat, aber jetzt, da die Skyline zum Identifikationspunkt einer ganzen Region geworden ist, wollen die Leute mehr davon haben. Doch ein neuer Wolkenkratzer ist nicht in Sicht. In dieser Situation erfüllt Fachwerk das Bedürfnis nach Sensation auf umgekehrte Weise: Frankfurt, die erste Stadt in Deutschland, die ins Mittelalter zurückkehrt! Auch dieser Superlativ kann die Menschen elektrisieren, vor allem die jungen. Nicht zufällig ist es die Junge Union gewesen, also die Generation der 20- bis 30-Jährigen, die das Thema mit Vehemenz auf die politische Tagesordnung gedrückt hat. Das war bei der Rekonstruktion der [lexicon='Römerberg'][/lexicon]-Ostzeile vor 30 Jahren anders. Diese Nostalgiewelle wurde von den Alten und Mittelalten getragen. Doch diesmal ist der Gewährsmann der Rekonstruktions-Idee, der Bauingenieur-Student Dominik Mangelmann, 28 Jahre alt. So paradox es klingt: Der Fachwerk-Boom scheint eine Jugendbewegung zu sein.


    Vernünftiger Vorschlag geht unter


    Die Entwickler Groß & Partner und Max Baum Immobilien haben angeregt (und diesen Vorschlag mit einer Studie des Architekten Stefan Forster untermauert), das Technische Rathaus wie 90% aller Bausünden einfach stehen zu lassen und durch eine Sanierung dem heutigen Standard und Geschmack anzupassen. Warum kommt in der öffentlichen Debatte niemand auf diese Idee zurück, die nicht zuletzt der angespannten kommunalen Haushaltslage Rechnung trägt? Man könnte in Anlehnung an Fitzgerald sagen: Dieser Vorschlag erzeugt einfach kein "Yeah"-Gefühl.


    Investoren, die es nicht schaffen, das Bedürfnis nach Sensation zu befriedigen, haben es in Frankfurt derzeit offenbar schwer, insbesondere wenn es sich um städtebaulich sensible Bezirke handelt. Beispiel Kleinmarkthalle. Groß & Partner und die Frankfurter Aufbau AG schlugen Abriss und Neubau der Markthalle samt einer Neubebauung des gesamten vernachlässigten Quartiers vor. Nach kurzer, aber heftiger öffentlicher Diskussion war das Thema vom Tisch. Die Bevölkerung liebe einfach "ihre" Markthalle so sehr, war überall zu lesen. War es wirklich nur das? Vielleicht hätten die Leute das schlichte Bauwerk ja geopfert, wenn nur irgendetwas zumindest dem Anscheine nach Herausragendes an seine Stelle getreten wäre. Jürgen Groß jedenfalls hält es rückblickend nicht für ausgeschlossen, dass die Sache anders verlaufen wäre, wenn das Konsortium eine Fachwerk-Kulisse inszeniert hätte.


    Architekturkritik kommt auf


    Nicht auszuschließen ist, dass auch das von ECE und Vivico an der Messe geplante Urban Entertainment Center (UEC) bisher daran gescheitert ist, dass ihm in den Augen vieler außer einem Investitionsvolumen von 780 Mio. EUR nichts irgendwie Außergewöhnliches innewohnt. Ein Shoppingcenter? "Kennen wir, haben wir, langweilt uns", scheint der Frankfurter zu sagen. Nach dem vorläufig letzten vergeblichen Anlauf der Investoren sprach ein grüner Stadtverordneter die Worte: "Wir hätten gerne etwas Großes beschlossen." In diesem Fall scheint es das konventionelle Nutzungskonzept des UEC gewesen zu sein, das die parvenuhaft anmutende Sucht nach Größe und Bedeutung nicht befriedigen konnte.


    Der Wiesbadener Lokaljournalist Jorg Hamm dagegen glaubt, dass es den Anhängern einer historischen Bebauung gar nicht in erster Linie um Fachwerk gehe. Er deutet den Zulauf für die Altstadt-Freunde vielmehr als Aufstand gegen eine bestimmte Art von zeitgenössischer Architektur und als Protest gegen den Entwurf von KSP Engel und Zimmermann, der aus einem städtebaulichen Ideenwettbewerb für das Rathaus-Areal als Sieger hervorgegangen war. Hamm schreibt: "Viele Bürger haben genug von der seelenlosen Beton-Stahl-Glas-Architektur, die sich in Frankfurt seit Jahrzehnten ausbreitet und zwischen deren Fassaden abends tote Hose herrscht. Die Rekonstruktion der im Krieg zerstörten Altstadthäuser mag ein Hirngespinst sein. Sie löst die Vorgabe, für eine Belebung des Viertels zu sorgen, jedoch eher ein als der Entwurf des siegreichen Architekturbüros."


    Zunächst muss gesagt werden, dass Hamm mit seiner Kritik dem KSP-Entwurf Unrecht tut. Das Büro hat genau das geliefert, was die Stadt gefordert hatte: einen marktgängigen Quartiersgrundriss, der sich an den kleinteiligen Strukturen der Vorkriegszeit orientiert. Die Visualisierungen der Gebäude, auf die sich die Kritik bezieht, sind dagegen völlig unverbindlich. Dennoch ist der Einwurf Hamms aufschlussreich, da darin ein allgemeines Unbehagen am Stadtbild Frankfurts zum Ausdruck kommt, das in der Geißelung des KSP-Entwurfs offenbar nur nach einem Ventil sucht.


    Aber woher kommt dieses Unbehagen? Warum beschreiben Besucher die Stadt immer wieder als kalt und ungemütlich? Es könnte an einer bestimmten Planungs- und Architektur-Kultur liegen, die in Frankfurt seit dem Krieg mehr oder weniger deutlich dominiert.


    Betrachtet man die zwei am längsten amtierenden, aktivsten und in ihrer Arbeit folgenreichsten Planungsdezernenten der Nachkriegszeit, Hans Kampffmeyer (1956 bis 1972) und Martin Wentz (1989 bis 2000), so fällt auf, dass sie weniger als Stadtbaumeister alten Stils handelten, sondern eher als Manager des Umbaus und der Anpassung der Stadt an die Zwecke der so genannten Dienstleistungsgesellschaft auftraten. Kampffmeyer assistierte und ermöglichte durch seine Politik (Büros, Trabantenstädte, U-Bahn) den Aufstieg Frankfurts zur westdeutschen Bürohauptstadt, Wentz sah seine Rolle darin, die Stellung als Wirtschaftsmetropole auszubauen bzw. nach der Wiedervereinigung zu verteidigen (Frankfurt 21, Hochhausrahmenplan, Flughafenausbau). Kampffmeyer wollte Düsseldorf abschütteln, Wentz fürchtete Berlin, später München. Bei allem, was sie taten, handelten sie stets im Hinblick auf ein übergeordnetes wirtschaftspolitisches Ziel. Im Zweifelsfall galt, in Frankfurt vielleicht noch mehr als in anderen westdeutschen Städten, die Devise: "Gut ist, was Arbeitsplätze schafft." Wenn Wentz z.B. so vehement für seine Projekte am Mainufer stritt (Westhafen, Schlachthof, Osthafen), dann nicht nur, weil er so gerne am Fluss spazieren geht, sondern weil er wusste, dass Menschen, die in Frankfurt Geld verdienen und ausgeben sollen, eben gerne in Penthousewohnungen mit Blick auf Wasser und Skyline wohnen. Für Kampffmeyer wiederum war der Abriss der Westend-Villen (neben ideologischen Vorbehalten gegenüber der in ihnen vermuteten Bourgeoisie) der Preis, den Frankfurt für den Aufstieg zur Wirtschaftsmetropole zu zahlen hatte.


    Architektur-Manager dominieren


    Das muss nicht bedeuten, dass stadtbildnerische Fragen für Kampffmeyer und Wentz keine Rolle gespielt hätten. Wentz z.B. reklamiert für sich durchaus, dass Frankfurt in seiner Amtszeit "schöner" geworden sei. Die strikt wachstumsorientierte Politik allerdings, der sie sich verpflichtet fühlten, verhalf letztlich Architekten und Planern zur Vorherrschaft, die nicht in erster Linie für ein ästhetisches Programm, sondern für rasches und effektives Architektur-Management standen. Wentz, für den 14-Stunden-Tage als Dezernent eher die Regel denn die Ausnahme waren, und Kampffmeyer, dessen Organisations- und Planungsverständnis nach Ansicht der Architekturhistorikerin Andrea Gleininger "unternehmerisch" geprägt war, sind bzw. waren selbst hochkarätige Manager, die es wahrscheinlich in jedem Großkonzern bis in die Spitze gebracht hätten. Beide haben den größten Teil ihrer Energie auf die für den Stadtumbau nötige Organisation politischer Prozesse verwendet. "Um die Auswahl von Architekten", mögen sie sich gesagt haben, "können wir uns nicht auch noch kümmern." Die Distanz zu architekturimmanenten Fragestellungen mag auch daher rühren, dass sowohl Kampffmeyer als auch Wentz nicht eigentlich vom Fach waren. Kampffmeyer war Volkswirt, Wentz hat Physik studiert.


    Stadt kauft Rathaus von DIL zurück


    Roland Burgard, der ehemalige Leiter des Hochbauamtes, hat im Zusammenhang mit den Bürobauten im Westend für diesen Typ Architektur-Manager einmal den Ausdruck "Abwicklungsroutiniers" geprägt. "Den Hochhäusern des Westends, die in der Amtszeit Kampffmeyers entstanden sind, war unabhängig von ihrer gestalterischen Ausformung eine gewisse Uniformität gemein. Die Bauherren bevorzugten bis auf wenige Ausnahmen Architekten, die den Bauwirtschaftsfunktionalismus praktizierten. So kam es zu einfachen Kopien der großen Vorbilder jenseits des Atlantiks oder schieren Zufälligkeiten aus Bauchbindenfassade und Büroachsen." Was Burgard über das Westend schreibt, lässt sich von vielen Gegenden Frankfurts sagen. City West, Mainzer Landstraße, Eschersheimer Landstraße, Bürostadt Niederrad - überall, wo Verdichtung im großen Stil stattfand, haben die "Abwicklungsroutiniers" die Szenerie beherrscht. Sie haben das Stadtbild nach dem Krieg geprägt.


    Bleibt die Frage, zu welchem baulichen Ergebnis die Diskussion führen wird. Die Stadt, bis über beide Ohren verschuldet und unter der Kuratel der kommunalen Haushaltsaufsicht stehend, will das Technische Rathaus von der Deutschen Immobilien Leasing (DIL), an die sie es in den 90er Jahren verkauft hatte, nach Ablauf des Leasingvertrages im März 2006 für 70 Mio. EUR zurückkaufen, um bei den Planungen nicht unter Zeitdruck zu geraten. Das hat Oberbürgermeisterin Petra Roth angekündigt. Sie forderte, dass die politischen Vertreter am Ende der Debatte klar Stellung beziehen, um der "Bevölkerung eine Entscheidungsgrundlage anzubieten". Wie diese Vorlage aussehen wird, ist derzeit völlig offen. Die marode Haushaltslage jedoch und die Indifferenz des derzeitigen politischen Personals gegenüber architektonischen und städteplanerischen Fragestellungen lassen den sprichwörtlichen faulen Kompromiss erwarten. "Moderne Architektur und partiell aufgeklebtes Fachwerk", prophezeit ein Investor. So in etwa dürfte es aussehen." (Vgl. Immobilienzeitung (24/2005), S.24)

    Kann eigentlich jeder an dieser Ausschreibung teilnehmen oder lädt Herr Döring nur von ihm ausgewählte Architekten ein? Wer entscheidet letztinstanzlich, welcher Entwurf in die Realität umgesetzt wird?


    Wäre schön, wenn auch die Öffentlichkeit mit eingebunden wird. Hoffnung macht mir, dass Herr Prisco seinerzeit schon beim Bachmann-Entwurf eingelenkt hat!


    Bis 21.11. - glaube ich gelesen zu haben - müssen Döring/Prisco doch einen Vorschlag für das Quartier VI vorlegen. Wird die Öffentlichkeit auch davon informiert?

    Ich bin schockiert!!!!!!!


    Da bemühen sich einige wenige engagierte Bürger für diese schöne Stadt (z.B. GHND) und dann so etwas! Es war bisher schon erschreckend, das Tesar-Gebäude (Standort ehem. Sophienkirche) vom Zwinger her sehen zu müssen. Kann man denn gar nichts gegen solche Willkür unternehmen! Hoffentlich werden diese Ungetümer von der einen oder anderen entgleisenden Straßenbahn umgerissen...


    Als kleiner Bauherr hat man sich allen Schikanen bzgl. des so genannten Denkmalschutzes - welch Hohn - zu unterwerfen.

    Die neue "Rampische Straße 29" - Seite gefällt mir viel besser als die alte Version. Besonders gut finde ich die Veranschaulichung der bereits eingegangenen Spenden!


    Ganz kleine Kritik: Bei der vor ´45 Fotoansicht war mir nicht sofort klar, welches der beiden Objekte nun die Nr. 29 ist. Eventuell könnte man das richtige Haus etwas in die Mitte verschieben... . Ich vermute die Nr. 29 ist das rechte Haus - oder?


    Gratulation, sehr schöne Seite! Unbedingt publik machen!

    Da kann ich Dir nur beipflichten und bendanke mich bei Dir für diesen wirklich guten Beitrag!


    Auf der Berliner Stadtschloß - Hompage habe ich folgende, vielleicht noch bessere Beispiele zu diesem Thema gefunden:


    http://www.berliner-schloss.de/start.php?navID=99&typ=main


    Die Rekonstruktionsgegner (meist egozentrische und/oder greise Architekten) sind doch selber bloß darüber deprimiert, dass die von ihnen geschaffene Architektur nicht für "voll genommen" wird und können mit an sie gerichteter Kritik nicht passend umgehen. Tja, wer sich über Kritik ärgert, gibt zu, dass er sie verdient hat...

    Warum wird nur der Parkplatz vom "Mercure" abgerissen. Könnte nicht vielleicht ein Abrißbirnenfahrer den Zündschlüssel einfach vergessen abzuziehen...und schwubs, ui, wo stand nochmal das Hotel...

    Ich habe der "Die Zeit" soeben eine Mail an den Herausgeber geschrieben. Ein kleiner Auszug:


    Sehr geehrte Damen und Herren,


    ich bin wissenschaftlicher Assistent einer österreichischen Hochschule und möchte mit nachfolgender Stellungnahme, meinen Unmut über den Artikel von Herrn Sack äußern:


    Schlecht recherchiert, offensichtlich die Meinung der Dresdner Bevölkerung komplett ignorierend, überhaupt keine Ahnung von Städtebau und Stadtentwicklung, leider weltfremd (Wenn man schon einen derartigen Artikel verfasst, dann muss man bitte auch gelungene Rekonstruktionsprojekte anderer Städte anführen (Warschau, Danzig, etc. pp.)


    Resümee:


    Enttäuschender Beitrag. Hoffe, dass es sich in diesem Falle um eine Ausnahme handelt! Nächstes Mal, bitte "zeit"gemäß!


    usw. und sofort

    Wenn ich mir das Foto der "Märkischen" so ansehe, dann müßte das jedoch bedeuten, daß das Hotel Mercure dereinst von der Bildfläche verschwinden muß...


    ...oder will man, wenn man vom zukünftigen Hauptgebäude in den Garten sehen möchte, eine Betonwand vor der Nase haben?

    Meiner Meinung nach, sollte an dieser Stelle ebenso der sogenannte "Kulturpalast" in Dresden auf die Liste der häßlichsten Gebäude gesetzt werden. Vor allem, wenn man bedenkt, in welchem Umfeld dieses Monstrum der absoluten Scheußlichkeit steht und dadurch die wirklichen architektonischen Besonderheiten der Elbmetropole in höchstem Maße beeinträchtigt!