Posts by Stephan

    Bin vor zwei Stunden über den Römer gelaufen und was musste ich dort erleben? Massenhaft Asiaten die begeistert vor der "Ostzeile" standen und wie wild geknipst haben. Das müssen alles Spießer sein, die die einmalige Schönheit des Technischen Ratheuses oder des Historischen Museums nicht zu würdigen wissen. Kulturbanausen!

    Die Elbphilharmonie wird in dem Artikel nur genannt um zu suggerieren, dass die Frankfurter "rückwärtsgewand" sind weil sie das verloren gegangen widerhaben möchten und die Hamburger "weltmännisch", "offen" und "vorwärtsgewand" weil sie etwas kompromisslos "modernes" bauen. Dass der Bauplatz der Elbphilharmonie und der Teil der Frankfurter Altstadt grundverschieden sind wird dabei gar nicht erst erwähnt.

    Städtebau -
    Die neue Sehnsucht nach dem Alten


    [...] Der Stadt am Main ist nicht viel von ihrem Erscheinungsbild aus der Vorkriegszeit geblieben. Und ein Teil dessen, was alt aussieht, wie Alte Oper, Goethehaus, Literaturhaus und die Fachwerk-Ostzeile des Römerbergs, sind Nachbauten. Frankfurt hat sich in weiten Teilen neu erfunden und dabei Irrungen und Wirrungen der Nachkriegsmoderne mitgemacht. [...] Am Main haben sich Bürgergruppen und Politiker darauf kapriziert, Teile der Altstadt neu zu erschaffen. In einem planerischen Kraftakt will man herstellen, was zuvor über Jahrhunderte gewachsen war, und Fachwerkbauten rekonstruieren, die auf dem „Dom-Römer-Areal“ standen. [...] „Kontinuierlich ist die Aufgeschlossenheit gegenüber der verschütteten Stadtgeschichte gewachsen“, sagte der Frankfurter Planungsamtsleiter Dieter von Lüpke während eines Stadtrundgangs, zu dem das Deutsche Nationalkomitee für Denkmalschutz eingeladen hatte. [...] Mit seinem Wunsch, Zerstörtes nachzubauen, steht Frankfurt keineswegs allein. Die besondere Begeisterung für die Rekonstruktion ist auch in Berlin, Braunschweig, Dresden und Hannover zu beobachten. „Das ist schon eine eigenartige Konjunktur, die historische Fassaden erleben“, urteilt Walter Prigge vom Bauhaus Dessau. „Das Alte ist gut, weil es alt ist - und vor allem nicht modern.“ Die Moderne habe viel versprochen - und eine Menge ungelöster Probleme zurückgelassen, räumt der Soziologe ein.


    [...]


    Kopien von Vorgängerbauten sollen Zerstörtes und im Wiederaufbau Vermurkstes reparieren. Diese Hinwendung zum Historischen deutet Prigge als „Kompensation für die globalen Zumutungen“. Galt in der Moderne die Zukunft noch als sicher, herrsche zunehmend Orientierungslosigkeit. Die Welt als Dorf ist vielen zu groß. Und vielleicht muss man Hamburger sein, um die Herausforderung entschlossen anzunehmen. Dort jedenfalls lassen sich die Bürger mit der Elbphilharmonie von Herzog und de Meuron ein betörend schönes wie visionäres neues Wahrzeichen bauen.


    „Das Historische bietet vielen einfach eine größere Identifikationsmöglichkeit“, urteilt auch Martina Löw, Professorin für Stadt- und Regionalsoziologie an der Technischen Universität Darmstadt. Statt Neues zu wagen, besinne man sich da auf alte architektonische Vorbilder, oft sehr willkürlich. Im 21. Jahrhundert ganze Straßenzüge einer längst vergangenen Epoche wiederaufleben lassen zu wollen - für Prigge hat das etwas von einem Kostümverleih. „Eine in die Zukunft weisende Antwort ist das nicht.“ [...] Auch in der Frankfurter Debatte geht es vor allem um die Optik. Die Qualität von Straßen und Plätzen habe keine Rolle gespielt, berichtet Planungsamtsleiter von Lüpke. Vorzeigbar soll das zukünftige Viertel werden, auf dem zur Zeit noch das vielgeschmähte Technische Rathaus steht. [...] Im Hintergrund steht zudem die Frage, was eine Stadt des 21. Jahrhunderts mit Neubauten, die dem Spätmittelalter nachempfunden sind, eigentlich anfangen soll, wie sie die kleinen, unzeitgemäßen Grundrisse bespielen will. Von all dem abgesehen, gibt es juristische Schwierigkeiten, was die Grundstücksvergabe anbelangt.


    Die Rekonstruktions-Befürworter hoffen, dass die Stadt wenigstens sieben Häuser nach historischem Vorbild entlang des einstigen „Kaiser-Krönungswegs“ zwischen Römer und Dom baut. Sie sehnen sich nach einem „Ort der Besinnung und der Geschichte“ wie es Günter Possmann, Vorsitzender der „Freunde Frankfurts“, einmal formulierte. Die Fachwerkbauten will man nicht gegen die Skyline ausspielen. Doch hegt man die Hoffnung, die „Seele der Stadt wiederherzustellen“. Die Kritiker indes fürchten eine museale Fassade, die einzig touristischen Wert hat. „Was wir nicht brauchen, ist einen weiteren Hessenpark“, mahnt Architekt Mäckler.


    http://www.faz.net/s/RubFED172A9E10F46B3A5F01B02098C0C8D/Doc~EE80D791CC48745E68F961B93E55B093F~ATpl~Ecommon~Sspezial.html?rss_aktuell\r
    http://www.faz.net/s/RubFED172A9E10F46B ... ss_aktuell

    Staatsoper „Unter den Linden“ -
    Superkonzertsaal


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    Dramatisch sieht er aus, der Entwurf des Berliner Architekten Klaus Roth für den Zuschauerraum der Staatsoper Unter den Linden. Eine Jury hat ihm dafür den ersten Preis zuerkannt, aber alle, die das bezahlen sollen, sind dagegen: Das hatten sie nicht bestellt. Roth hat vom alten Saal, den Richard Paulick rekonstruierte und sensibel modernisierte, nichts übriggelassen. Paulicks Leistung, das seit 1788 unzählige Male umgebaute Opernhaus von Knobelsdorff aus den Trümmern wiedererstehen zu lassen, war unumstritten, die Oper stand auch darum unter Denkmalschutz. Auch Paulick war damals damit konfrontiert, eine Kopie des Originals zu errichten oder sie ihm nur so anzuverwandeln, dass die Ansprüche des Opernbetriebes befriedigt wurden. Seinen sensiblen Kompromiss jetzt mit „Neo-Rokoko“ abzutun, hat er nicht verdient; zumal die neue Version nicht nur das Paulick-Kapitel auslöschen würde, sondern im Inneren des Hauses gleich die preußischen dazu, denn alles historisch anmutende Dekor soll weg.


    [...]


    http://www.faz.net/s/Rub5A6DAB001EA2420BAC082C25414D2760/Doc~EB15CD43863D14031B2711D01CA15D5CA~ATpl~Ecommon~Scontent.html?rss_aktuell\r
    http://www.faz.net/s/Rub5A6DAB001EA2420 ... ss_aktuell


    Der Artikel des Deutschland-Radio behinhaltet mehr Fakten als die Auszüge aus der F.A.Z. : http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/fazit/789384/\r
    http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/fazit/789384/


    Auch die WELT greift das Thema auf. Im ersten Bild kann man Visualisierungen des Innenraums erkennen, sieht ein bisschen aus wie in einem Kino: http://www.welt.de/berlin/article2023374/Berliner_Staatsoper_wird_umgestaltet.html\r
    http://www.welt.de/berlin/article202337 ... altet.html

    Ich kann mich nicht mehr erinnern, ob der Brunnen am Obelisken in Betrieb war. Wenn man sich das Bild genauer ansieht, kann man dunkle Flecken am Wasseraustritt sehen. Demnach müsste er in Betrieb gewesen sein als das Bild entstand.

    Wie die F.A.Z. berichtet stehen im Hessenpark größere Restaurierungsarbeiten an. Durch den Besucherstrom und Pilzbefall beschädigte Häuser müssen ausgebessert werden.


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    Hessenpark
    Pilzbefall in unbeheizten Häusern


    Von Bernhard Biener


    [...] Dass im Hessenpark gebaut wird, ist nicht ungewöhnlich. Schließlich sind in dem Freilichtmuseum noch längst nicht alle Beispiele ländlicher Baukultur, die aus dem ganzen Hessenland stammen, wieder errichtet worden. Etwa 100 Häuser können die Besucher bewundern, doch noch einmal so viele warten zerlegt darauf, dass sie wieder aufgebaut werden. Im Moment aber müssen sich die Verantwortlichen um ihren Bestand kümmern. Vor 34 Jahren ist der Hessenpark eröffnet worden, und vor allem an den früh errichteten Häusern haben nicht nur die Jahrhunderte vor dem Umzug, sondern auch die drei Jahrzehnte seit dem Neuaufbau Spuren hinterlassen.
    Originalgetreu sind Bauernhöfe, Scheunen und Amtshäuser in dem Freilichtmuseum wiedererstanden. Das heißt aber auch, dass sie nur über offene Feuerstellen oder einen gusseisernen Ofen verfügen. In denen aber hält im Museum niemand ein Feuer in Gang: Vor allem im Winter kriechen Feuchtigkeit und Kälte in die Wände. „Die unbeheizten Häuser zeigen Stockflecken und Pilzbefall“, sagt Hessenpark-Geschäftsführer Joachim Renz. Auch einige der vor dreißig Jahren verwendeten Materialien hätten sich als untauglich erwiesen. [...] Daher werden die Häuser im Museum nach und nach saniert, beginnend bei der Baugruppe Mittelhessen hinter der Kasse. Denn sie ist in der Museumsgeschichte die älteste. Dabei werden auch die Spuren der Abnutzung beseitigt, mit der die ursprünglichen Bewohner nicht zu kämpfen hatten. Wurde früher die gute Stube eines Hofs nur zu hohen Feiertagen oder der Kerb aufgeschlossen, marschieren heute allein an einem Sonntagvormittag vielleicht 200 Besucher durch das bäuerliche Wohnzimmer. Heruntergetretene Dielen und abgegriffene Wände sind die Folge.
    Bei den Ausbesserungsarbeiten bekommen die Häuser eine Heizschlange im Erdgeschoss, die in der Sockelleiste versteckt wird. Damit ist auch im Winter die nötige Grundwärme garantiert. [...] Der Wiederaufbau alter Häuser muss angesichts dieser Aufgaben zurückstehen. [...] Repräsentative Bauten vergangener Jahrhunderte kommen zu den schon jetzt auf dem Gelände lagernden allerdings nicht mehr hinzu. Der Denkmalschutzgedanke ist heute meist stark genug, sie am ursprünglichen Standort zu sichern. Aber der Geschäftsführer könnte sich neue Schwerpunkte vorstellen: „Was ist mit den Flüchtlingssiedlungen der fünfziger Jahre oder den typischen Aussiedlerhöfen der Nachkriegszeit?“ Zumindest exemplarisch hielte er eine Würdigung dieser Zeit für angebracht. „Die Baugeschichte endet nicht 1928“, sagt Renz. Aus diesem Jahr stammt das jüngste Haus im Museum.


    http://www.faz.net/s/Rub8D05117E1AC946F5BB438374CCC294CC/Doc~E7F5D8860C76A447CAAE20B6FF681EF7E~ATpl~Ecommon~Scontent.html?rss_aktuell\r
    http://www.faz.net/s/Rub8D05117E1AC946F ... ss_aktuell


    http://de.wikipedia.org/wiki/Hessenpark\r
    de.wikipedia.org/wiki/Hessenpark
    http://www.hessenpark.de/\r
    http://www.hessenpark.de/



    http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:Hessenpark_fg02.jpg\r
    de.wikipedia.org/wiki/Bild:Hessenpark_fg02.jpg

    Großbrand in Hans Scharouns Berliner Philharmonie ausgebrochen


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    Dichte Rauchwolken über der Berliner Philharmonie: In dem weltberühmten Konzerthaus ist ein Großbrand ausgebrochen. Die Feuerwehr ist mit 21 Fahrzeugen und mehr als 100 Einsatzkräften vor Ort. [...] Wegen der starken Rauchentwicklung konnten die Feuerwehrleute bislang nicht in das Gebäude vordringen. Die Beamten versuchen nun, die Flammen von außen zu bekämpfen. Nach Angaben einer Sprecherin der Philharmonie sind vermutlich bei Schweißarbeiten Isolierschichten in Brand geraten. Laut Polizei ist das Feuer nahe der Ehrenloge unter dem Dach entstanden. [...] Das weltberühmte Gebäude, Heimat der Berliner Philharmoniker, wurde 1960-63 nach einem Entwurf von Hans Scharoun gebaut. Es ist eines der Wahrzeichen der Hauptstadt und gilt mit seiner hervorragenden Akustik als Vorbild für Konzertsäle auf der ganzen Welt.


    Das Gebäude liegt im Ortsteil Tiergarten und gehört zum sogenannten Kulturforum am Potsdamer Platz. Es zählt mit dem Konzerthaus am Gendarmenmarkt zu den wichtigsten Konzertsälen in Berlin und ist die Heimstätte der Berliner Philharmoniker.

    Feueralarm: Grobrand in Berliner Philharmonie ausgebrochen - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Panorama

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    Stadtentwicklung -
    Mäckler: Alte Brücke nicht verbreitern - 15. Mai 2008 Der Architekt Christoph Mäckler hat an den Magistrat und die Stadtverordneten appelliert, die geplante Verbreiterung der Alten Brücke noch einmal zu überdenken. Sie ist nach seiner Ansicht unnütz und stelle eine Verschwendung von Steuergeldern dar. „Die Stadt wirft Geld aus dem Fenster“, sagte Mäckler. Durch einen Verzicht auf die vorgesehene Verbreiterung der Brücke um vier Meter könne sich Frankfurt Ausgaben von sechs Millionen Euro ersparen. Grundlage der Planungen für die Alte Brücke ist ein prämierter Entwurf Mäcklers; der Architekt hat sich wie wenige andere mit der Materie beschäftigt. [...]


    http://www.faz.net/s/RubFAE83B7DDEFD4F2882ED5B3C15AC43E2/Doc~E6E3510D442E848FDBB020C9D8EC9964C~ATpl~Ecommon~Scontent.html?rss_aktuell\r
    http://www.faz.net/s/RubFAE83B7DDEFD4F2 ... ss_aktuell

    Auszüge aus der WELT:


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    So schön und farbig war Deutschland früher
    Nürnbergs alte Synagoge, Bremens zerstörtes Kornhaus und Kölns Dom ohne Hochhäuser drumherum: Farbfotos aus der Zeit vor 1930 sind eine kleine Sensation. Eine kleine Berliner Firma hatte ein Monopol darauf, jetzt liegen 1400 Bilder auf CD-Rom vor. Der Betrachter taucht in vergangene Welten ein. [...] Doch viel früher als uns heute bewusst ist, gelang es, Farbfotos zu machen. Die Berliner "Verlagsanstalt für Farbenphotographie Carl Weller" hatte bis in die Dreißigerjahre beinahe ein Monopol auf die Veröffentlichung von Bildbänden mit Eindrücken aus deutschen Landen. Mehr als 1400 dieser bis 1930 entstandenen und heute meist vergessenen Fotos wurden jetzt auf einer CD-Rom gesammelt. Sie zeigen die verschwundenen Schlösser von Berlin und Potsdam, das zerstörte Bremer Kornhaus, die Münchner und Nürnberger Synagoge, Dresdens schwarzbraune Frauenkirche, den Abbruch der alten Hamburger Arbeiterviertel, Landschaften von Nord bis Süd, Ost bis West. Dabei handelt es sich nicht um nachkolorierte Motive, sondern um farbechte Fotos. Es gehört zu den auffallendsten Charakteristika der Fotosammlung, dass zwischen dem, was heute gefällt und dem, was der Betrachter vor 1930 offensichtlich als schön empfand, überhaupt kein Unterschied besteht. Ein pittoreskes, kleinteiliges Stadtbild, enge, verwinkelte Gassen, die in großen Gesten hingebauten Burgen und Schlösser der Feudalzeit oder die Kathedralen, die über dem Bürgerhäusermeer thronen, das sind die Motive, die von den Fotografen festgehalten wurden. In Anbetracht dieses ästhetischen Einklangs zwischen dem Vorgestern und dem Heute fragt man sich, woher die Abrisswut der Nachkriegsjahre kam, warum das Gestern sogar leicht oder mäßig beschädigte Gebäude beseitigt hat. Verheerende Wohnsituation in den Altbauten
    Eine Antwort deuten die prächtigen Bilder allenfalls an, denn sie zeigen das soziale Elend und die hygienischen Zustände in den alten Städten meist nur am Rande. Eines der beeindruckendsten Fotos der Sammlung dokumentiert den Abriss des Hamburger Niedernstraßenviertels im Jahr 1927. Die Cholera war in den engen, feuchten Gassen immer wieder ausgebrochen. Hier zu leben war eine Zumutung.
    Komfort hatte es auch im Brahms-Haus in Hamburg nicht gegeben. Auf dem Foto von 1927 blicken viele Gesichter aus dem Geburtshaus des Komponisten, das 1943 dem Feuersturm zu Opfer fiel. Es sind vor allem junge Menschen, nur ein Hausvater ist darunter. In dem Gebäude lebten bis zu zehn Familien, die Fenster sind windschief, die unverputzten Ziegelmauern schmutzig. Dicht an dicht stehen die Häuser hier im Specksgang, Wäsche hängt im Freien.
    Seuchen konnten schnell die Runde machen, aber auch Brände, die von den Bomben des Weltkriegs ausgelöst wurden. Diese traumatische Erfahrung nahmen die Menschen in die Nachkriegszeit mit und schufen Raum zwischen den neuen Häusern. Das Bild des Brahms-Hauses löst heute dennoch Melancholie aus, weil es suggeriert, dass hier soziale Wärme und Nähe normal gewesen sind. Die quadratisch praktischen Nachkriegssiedlungen sorgten bald für Einsamkeit und Vereinzelung. [...]


    Deutschland in frühen Farbfotografien (PC+MAC), CD-Rom, Directmedia, ca. 19,90 Euro


    Fotografie: So schön und farbig war Deutschland früher - Nachrichten Kultur - WELT ONLINE
    15 Bilder befinden sich in dem Artikel.


    http://www.digitale-bibliothek…port/7119Beschreibung.htm

    Neuer Artikel zum geplanten Gasprom-Hochaus in St. Petersburg. Interessant auch die Einwände der ansässigen Architekten, Künstlern und Bürgerinitiativen.


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    [...] der Plan des Unternehmens, am Rand des historischen Zentrums von Petersburg einen 396 Meter hohen Wolkenkratzer zu errichten, hatte heftigen Widerstand provoziert. Den Wettbewerb im Jahr 2006, an dem unter anderen so renommierte Architekten wie Herzog & de Meuron, Daniel Liebeskind, Jean Nouvel und Rem Koolhaas beteiligt waren, hatte das Büro RMJM aus London für sich entschieden. Sein Entwurf - ein in sich gedrehter, nach oben spitz zulaufender Bau aus Glas und Stahl - gefiel den Auftraggebern. Nicht aber den diversen Bürgerinitiativen, Künstlern und Architekten, die argwöhnten, ein so hoher Turm würde die Silhouette der historischen Altstadt Petersburgs zerstören. [...] Die Aktivisten der Bürgerinitiative "Schiwoj Gorod" (Lebendige Stadt) fürchten daher nicht nur, dass durch den Wolkenkratzer der Weltkulturerbe-Titel verlorengehen und der Besucherstrom verebben könnte. Sie glauben, der Turm könnte zu einem Präzedenzfall werden. "Wenn Gasprom anfängt, werden andere nachziehen", sagt der 33 Jahre alte Dmitrij Worobjew. Schon heute gebe es Pläne, ein weiteres Hochhaus in der Nähe der Altstadt zu errichten. "Noch vor zwei Jahren wäre das undenkbar gewesen", sagt er. [...]


    http://www.faz.net/s/RubD16E1F55D21144C4AE3F9DDF52B6E1D9/Doc~EDA4BC4E17B764E13870BB51210E40938~ATpl~Ecommon~Scontent.html?rss_aktuell\r
    http://www.faz.net/s/RubD16E1F55D21144C ... ss_aktuell

    Nach etlichen Querelen darf die EZB nun ihre neue Zentrale an der Großmarkthalle bauen.


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    Die Stadt erteilte der EZB die Genehmigung für die geplanten 185 Meter hohen Doppeltürme. Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) übergab das Dokument in einer Zeremonie im Rathaus Römer an EZB-Präsident Jean-Claude Trichet.


    http://www.faz.net/s/RubBEFA4EA6A59441D98AC2EC17C392932A/Doc~E325837E101D541D68CE8D76B4D774D2E~ATpl~Ecommon~Scontent.html?rss_aktuell\r
    http://www.faz.net/s/RubBEFA4EA6A59441D ... ss_aktuell


    Der Baulärm an der Großmarkthalle geht mir schon seit Wochen auf den S.... :augenrollen:

    Im Deutschen-Architekturmuseum (Schaumainkai 43) läuft noch bis zum 18.05.08 eine Ausstellung über Hans Poelzig, einem der großen Architekten des Expressionismus.


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    Aus der Geschichte der deutschen Architektur ist dieser Baumeister nicht wegzudenken. Selbstbewusster "Wille zum Ausdruck" spricht aus seinen bekanntesten Bauten, dem Großen Schauspielhaus (1919) in Berlin und dem nach ihm benannten "Poelzig-Bau", dem Verwaltungsgebäude der I. G. Farbenindustrie in Frankfurt (1930). Dabei ließ er sich weder dem kon¬servativen Flügel noch der radikalen Moderne eindeutig zuordnen - "irgendwo dazwischen" sah er sich selbst. Hans Poelzig war ein temperamentvoller Zeichner und Maler, leidenschaftlich an Theater und Film interessiert. Seine Kulissen für "Der Golem – Wie er in die Welt kam" (1920) sind in die Filmgeschichte eingegangen. Nachdrücklich vertrat er den Kunstcharakter auch der Architektur; als "symbolische Form" sollte sie über alle funktionalen, sozialen und auch politischen Bedingungen triumphieren. "Poelzig träumte den Traum von der Architektur als einer freien Kunst und dem Architekten als ihrem freien Meister", schrieb sein Schüler Rudolf Schwarz. Seine Studenten liebten ihn; er galt als ein begnadeter Lehrer. Die von der Akademie der Künste in Berlin produzierte Ausstellung präsentiert Modelle, Originalzeichnungen und Skizzen, außerdem Filmausschnitte und die wenig bekannten Ölbilder Poelzigs.


    http://www.dam-online.de/portal/WebObjects/PortalDAM.woa/2/wo/VEDHkCIT4Kv1g86PNxfH3g/2.dampw1892851796.7.2.2.2.0.1.0.pfop1376960119.1.0.3.0.1.1.1.1.0.wksaltv1340292065.2.0.0.0.0.2.3#wksaltv1625683309\r
    http://www.dam-online.de/portal/WebObje ... 1625683309


    Auszüge aus einem Artikel der "WELT":


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    Niemand, der sich mit Hans Poelzig beschäftigt, dem großen Architekten des Expressionismus, kommt umhin, sich auch den „dunklen“ Seiten seines Schaffens zuzuwenden. Es sind die gewaltigen, wuchtigen, niederdrückenden Gebäude aus dunkelrotem Sandstein, übereinander getürmte Architekturgebirge von dräuender Massivität.
    Was bedeuten sie, welchem Dämon huldigten sie? „Nur der Hass gegen die Götter ist schöpferisch und erkämpft dem Menschen das Neue“, schrieb Poelzig an seine Frau. [...] Poelzig lässt die Architekturwelt nicht los, auch wenn er heute als „unmodern“ erscheint. Eine große Ausstellung im Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt am Main (DAM) und ein begleitendes Symposion versuchten und versuchen diesem gewaltigen Magier nie gesehener Bauformen neue Erkenntnisse abzugewinnen – aber mit den Kernfragen des Woher und Wohin seines Bauens lässt er seine Interpreten noch immer allein. [...] Das Irritierende an Poelzig ist, dass auch sein Werk – wie das der „Modernen“ Gropius, Taut, Le Corbusier – um das voraussetzungslos Neue kreiste, und doch in nahezu diametralem Gegensatz zu jenen entstand. [...] Auf dem Frankfurter Symposion, das in dem von Poelzig errichteten Haus des einst größten Weltkonzerns IG-Farben tagte (heute Hauptgebäude der Geisteswissenschaften der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität), entspann sich darüber eine heftige Debatte. Kann Architektur die Gestalt des Bösen annehmen? Ist im Verwaltungsgebäude eines Trusts, der das Auschwitzgas Zyklon B produzierte, das Verbrechen in Cannstätter Travertin und in der Kammstruktur des Gebäudes konserviert? [...] Seine Werke zeichnen sich nicht durch größere Megalomanie, sondern durch die dramatische Inszenierung und Staffelung der Baumassen aus, oft gesteigert durch die Düsternis des Backsteins, oft auftrumpfend durch Überschreitung aller Größenverhältnisse der Umgebungsbebauung. Aber anders als dies für viele seiner Architektenkollegen gelten kann, sind Poelzigs Raum- und Formschöpfungen niemals eindimensional. [...]


    http://www.welt.de/kultur/article1946720/Hans_Poelzig__Kann_Architektur_boese_sein_.html#reqRSS\r
    http://www.welt.de/kultur/article194672 ... tml#reqRSS


    Unter dem Artikel der "WELT" befinden sich derzeit zwei lesenswerte Kommentare!


    Weitere Informationen zu Hans Poelzig: http://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Poelzig\r
    de.wikipedia.org/wiki/Hans_Poelzig


    Eines seiner bekanntesten Bauwerke, das ehemailge IG-Farben Gebäude in Frankfurt:



    http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:Goethe_University_Frankfurt_Poelzig_Building.jpeg\r
    de.wikipedia.org/wiki/Bild:Goeth ... lding.jpeg

    Schon wieder eine neue Meldung zu Tempelhof:


    Quote

    Der Volksentscheid zum Weiterbetrieb des Flugverkehrs in Tempelhof ist am Sonntag gescheitert, doch seit Montag wird in Berlin über die Frage gestritten, ob die Sache damit entschieden ist oder ob der Kampf weitergehen soll. Der berliner Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) könne eine halbe Millionen Stimmen „nicht ignorieren“, sagte der Vorsitzende der CDU-Fraktion, Friedbert Pflüger. [...]


    http://www.faz.net/s/Rub61EAD5BEA1EE41CF8EC898B14B05D8D6/Doc~EEC9E36AE4BD04DD59ABA004237BBBFAF~ATpl~Ecommon~Scontent.html?rss_aktuell\r
    http://www.faz.net/s/Rub61EAD5BEA1EE41C ... ss_aktuell

    Mo 28.04.08 22:05 - 22:50 auf RBB


    "Venedig - Eine Stadt versinkt
    120 Tage im Jahr, wenn schlechtes Wetter über die Adria fegt, versinkt Venedig in dreckigem, fauligem Schlamm. Das ständige Auf und Ab des Wassers knabbert an den Fundamenten. "Land unter" gehört in Venedig inzwischen zum Alltag.


    ***


    Immer mehr Anwohner verlassen die Stadt, Geschäfte schließen, das Stadtleben erlahmt. Die Kosten, die historischen und kulturell bedeutenden Gebäude vor dem Untergang zu retten, sind hoch, und die bisherigen Anstrengungen versprechen wenig Erfolg. Und wenn dann noch die Touristen ausbleiben? Hat alles seine Zeit, kann man gar nichts dagegen tun? Doch - scherzen die einen: Daumen drücken. Die anderen halten es mit der Bibel und kämpfen für MOSE. Die Abkürzung steht für "Modulo Sperimentale Elettromeccanico" - ein mobiles Deichsystem, das die Meeresfluten in Schach halten und die Palazzi schützen soll. Bei normalem Wasserstand unsichtbar erheben sich bei einer anstürmenden Flut an den drei Zugängen zur Lagune von Venedig Schutzmauern aus dem Wasser und kontrollieren so den Wasserpegel in der Innenstadt. Die Arbeiten an MOSE haben mittlerweile begonnen, doch immer noch wird über den Sinn und Unsinn dieser Unternehmung gestritten. In Rotterdam und auch an der Themse hat man gute Erfahrungen mit einem ähnlichen System gemacht.
    ***


    ***


    Der Film erzählt die Geschichte einer Idee - seiner Macher und Gegner: Kann MOSE die Stadt tatsächlich vor dem Versinken retten? Und hätte dieses System New Orleans im August 2005 vor der verheerenden Flutkatastrophe bewahren können? Die Pläne für einen Hochwasserschutz à la MOSE lagen jedenfalls auf dem Tisch.
    ***"


    http://www.rbb-online.de/fernsehen/programm.jsp?key=ID111143328&noExport=true\r
    http://www.rbb-online.de/fernsehen/prog ... xport=true

    Heute, Mo. der 28. April:


    15:15 Uhr HR-Fernsehen, Bilderbuch: Dresden


    "Die sächsische Hauptstadt hat für den Kulturbeflissenen viel zu bieten: ob Frauenkirche, Zwinger, Semperoper oder Goldener Reiter – oder die neue Attraktion, die Gläserne Manufaktur. Sie alle sind bekannte Wahrzeichen dieser Stadt. Der Film zeigt auch sie, allerdings eher am Rande. Er sucht nach dem weniger Bekannten und stellt die Menschen vor, die mit, aber auch neben dem Historischen leben. Die Filmautorin Birgit von Gagern präsentiert eine Gruppe von Marathonläufern, die nicht immer den geraden Weg, sondern manchmal eine Abkürzung nimmt und durch die Elbe schwimmt. Der Film führt in den Hafen zu einem Elbekahn, der von ABM-Kräften renoviert und wohl zu Deutschlands schönstem Milchladen wird: Pfunds Molkerei. Im Vorort Hellerau zeigt eine Frau ihr vom Großvater ererbtes Häuschen, ebenso wie man hier wohnte, als die Gartenstadt Hellerau entstand und mit ihrem Festspielhaus der Treffpunkt der künstlerischen Avantgarde war. Der Film stellt auch zwei junge Maler vor, die sich auf ganz unterschiedliche Weise von der Stadt inspirieren lassen. Vielleicht werden sie einst ihre Bilder im einzigartigen historischen Lichtdruckverfahren des Dresdner Druckhauses vervielfältigen lassen. Ein Bummel durch die Kneipen der Neustadt beschließt die Reise durch das sächsische Elbflorenz."


    http://www.hr-online.de/website/fernsehen/sendungen/programm.jsp?t=h\r
    http://www.hr-online.de/website/fernseh ... mm.jsp?t=h

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    Der Bürgerentscheid zum Erhalt des Berliner Flughafens Tempelhof ist gescheitert. Die erfreuliche Lehre daraus: So einfach ist es gar nicht, die öffentliche Meinung zu manipulieren [...] Das Recht hatte der rot-rote Senat dabei auf seiner Seite. Die Volksabstimmung hatte nur beratende Funktion. [...] Und dennoch: Die offen zur Schau getragene Arroganz der Macht musste zwangsläufig eine Anti-Stimmung gegen den rot-roten Senat wecken. [...] Durch das Scheitern des Entscheids bleibt es Wowereit nun erspart, seinen Berlinern direkt ins Gesicht zu spucken. [...] Für Berlin bedeutet das Ergebnis, dass die Stadt nun einen weiteren riesigen Park bekommt, vielleicht eine ökologisches Modell-Viertel, vielleicht ein Zentrum für Kultur, Medien und Kreativwirtschaft, angeblich 5000 zusätzliche Arbeitsplätze. In das berühmte Flughafengebäude, das drittgrößte auf der ganzen Welt, eines der wenigen fertiggewordenen Zeugnisse gigantomanischer nationalsozialistischer und zugleich moderner Architektur, sollen – so verspricht der Senat – außerdem Filmproduktionen, Restaurants und Hotels einziehen. [...]


    http://www.zeit.de/online/2008/18/Tempelhof?page=3\r
    http://www.zeit.de/online/2008/18/Tempelhof?page=3

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    Opposition fühlt sich trotz Niederlage als Sieger


    Die Berliner Tempelhof-Anhänger sind mit ihrem Votum für den Flughafen-Erhalt gescheitert - doch die Verlierer feiern: Eine halbe Million mobilisierte Hauptstädter seien ein "doller Sieg", tönt es aus der Opposition. Stadtoberhaupt Wowereit rief dazu auf, die Gegner-Mehrheit zu akzeptieren. [...] Ein Grund für ihre Niederlage war die niedrige Wahlbeteiligung von 36 Prozent. [...] Der Ausgang des Volksentscheids ist für den rot-roten Senat nicht bindend, da er nur als Empfehlung, aber nicht als Gesetzentwurf formuliert war.
    Wowereit hatte stets betont, Tempelhof werde in jedem Fall geschlossen. Anderenfalls könnte der Ausbau des künftigen Hauptstadtflughafens Berlin Brandenburg International (BBI) gefährdet sein, der Ende 2011 in Betrieb gehen soll. Anwohner in Schönefeld hatten bereits mit weiteren Klagen gedroht.

    http://www.spiegel.de/politik/…and/0,1518,550009,00.html


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    Nach Auszählung von fast 99% der Stimmen, sieht es so aus, als wenn durch das Stimmverhalten der Ost-Berliner der Volksentscheid zum Erhalt des Luftbrücken-Flughafens Tempelhof gescheitert ist. [...]

    http://www.pi-news.net/2008/04…tempelhof-den-todesstoss/