Posts by Stephan

    Na endlich! Hat mich schon ewig geärgert, dass man ein so herausragendes Objekt nicht längst rekonstruiert hat. Mich interessiert jetzt vor allem wie die Innengestaltung wird. Vor ein paar Jahren wurde das Palais Coburg in Wien aufgemöbelt und umgebaut zu einem Hotel, so ähnlich wie dort die Räume stelle ich mir das im Kurländer Palais vor.


    http://www.coburg.at/html/hotel_suiten_imperial.html


    Werden bestimmt sauteuer die Wohnungen bei so einem Prestigeträchtigem Objekt.


    Das einzige was mich jetzt irritiert ist der Begriff Erlebnisgastonomie. Komischerweise denke ich dabei immer an ein durschnittliches Restaurant, in dem das Personal Kostüme aus der Zeit August des Starken trägt und Kegelklubs aus dem Ruhrgebiet bewirtet.


    Na ja, mal abwarten wie´s wird.

    Hoffentlich denkt jetzt hier niemand ich wäre aus den genannten Gründen gegen eine Rekonstruktion. Es war nur das einzig relevante das ich finden konnte als ich gegoogelt habe. Mir geht auch auf die Nerven, dass in Deutschland alles auf 12 Jahre NS-Diktatur reduziert wird.


    Gab es nicht auch ein ähnliches Theater mit den Resten der Kunstakademie am Pariser Platz?

    1930 hat im Hotel Kaiserhof Adolf Hitler ein Zimmer bezogen. Er wurde dann durch die Ernennung zum Braunschweiger Regierungsrat deutscher Staatsbürger. Das war ein Trick weil Hitler als Ausländer sonst nicht zur Wahl des Reichspräsidenten hätte antreten können. Hier wurde auch der Wahlkampf für die NSDAP und Hitler konzipiert. Das obere Stockwerk diente bis Anfang 1933 als Parteizentrale der NSDAP.


    1935 hat dann Göring im Kaiserhof seine Hochzeit gefeiert.

    Ganz genau, das ist die Goldene Krone. Eigentlich nennt sie jeder nur "Die Krone", soweit ich weiß war das schon seit dem 18. Jahrhundert immer ein Gasthaus, seit den Siebziger ist darin eine Disko und Konzerthaus untergebracht.


    Die ersten Bilder zeigen das "Alte Pädagog", in den siebziger Jahren wieder aufgebautes Renaissance-Haus, in dem einst Georg Büchner und Ernst Niebergall lateinische Grammatik lernten. Im Kellergewölbe ist heute ein Restaurant.


    Auf dem elften Bild ist im Hintergrund die Technische Universität zu sehen in der einige Zeit Günther Behnisch gelehrt hat.


    Auf dem dreizehnten Bild ist der Bismarckbrunnen zu sehen in dem sich während der Bombardements vom 11. September 1944 die Leichen gestapelt haben. Darmstadt diente dazu als Experimentierfeld für die RAF.


    Der Luisenplatz auf dem 15. Bild dient leider als riesige Straßenbahn- und Bushaltestelle. Das Potenzial dieses einzigartigen Platzes wird nicht genutzt. Einfach nur trostlos! :(


    Das achtzehnte Bild, mit der Säule des Großherzogs Ludwig im Rücken, zeigt das Luisencenter. Vor einigen Jahren modernisiert zeigt es sich heute freundlicher. Davor hatte es weniger Fenster und die hellen Fassadenelemente waren dunkelbraun. Es dient als Einkaufszentrum.


    Die letzten Bilder zeigen das Hundertwasserhaus, aber ich glaube das habt ihr ja selbst gemerkt, mir gefällt´s nicht.


    Das Haus mit dem runden Eingangsportal ist das Ernst-Ludwig-Haus (1899-1901) auf der Mathildenhöhe (Künstlerkolonie) von Joseph Maria Olbrich. Hier fand 1901 die Ausstellung der Künstlerkolonie unter dem Titel "Ein Dokument deutscher Kunst" statt. Es war die erste Austellung von vielen, die Anfang des 20. Jahrhunderts Künstler mit selbstbewußtem Reformwillen in ganz Europa zeigten. Man erreicht das Ernst-Ludwig-Haus durch einen gewaltigen Bogen, hinter den der Eingang zurückspringt und der reich mit symbolischen Ornamenten geschmückt und von zwei übergroßen Statuen flankiert ist; sie stellen Mann und Frau dar und stehen für die Rolle des Bauwerks als "Tempel der Arbeit". Vor seiner Berufung nach Darmstadt war sein bekanntestes Bauwerk das Haus der Wiener Secession, das Austellungs- und Clubhaus einer neu gegründeten Gruppen von Architekten, Malern und Bildhauern die sich gegen den offiziellen Geschmack wandten.


    Mehr fällt mir jetzt auch nicht ein, aber das ist wohl normal nach vier Hefeweizen. :peinlich:

    das gelbe Gebäude auf dem achten Bild ist eine Rekonstruktion. Ist ungefähr zehn Jahre her, vorher standen nur noch die Außenmauern. Jetzt ist dort das Stadtarchiv untergebracht, gebaut wurde es aber als Theater. Das einzige Gebäude das im Krieg nicht getroffen wurde ist die "Goldene Krone".


    Wenn ich mehr Zeit habe, schreibe ich etwas mehr zu Darmstadt.

    Ich habe mir vor ein paar Monaten "Geschichte der abendländischen Architektur" von David Watkin gekauft.


    Auszug aus dem Umschlagtext:


    "Der Architekturhistoriker und Klassizismusforscher David Watkin legt mit GESCHICHTE DER ABENDLÄNDISCHEN ARCHITEKTUR ein Standartwerk über die wichtigsten Gebäude und Architekten der westlichen Baukunst vor. Der anschauliche und reich illustrierte Band behandelt über dreitausend Jahre westliche Architektur, angefangen von den Wurzeln in der griechischen und römischen Antike bis zu den aktuellen Strömungen von Postmoderne und Dekonstruktivismus."


    Weiter heißt es:


    "Erst die Architekten des 20. Jahrhunderts brachen bewusst mit den jahrtausendealten Überlieferungen. Der internationale Stil, der sich in rasantem Tempo auf der ganzen Welt ausbreitete, verzichtete zugunsten von Funktionalität und aufgrund neuer Baumaterialien auf historische Bezüge. Doch angesichts der weltweit wachsenden Kritik an den seelenlosen Betonkisten der Moderne gewinnen Rückbesinnung auf die Tradition immer mehr an Bedeutung. David Watkins Resümee, daß einzig der Bezug auf die Werte der klassischen Baukunst helfen kann, auch in Zukunft wieder eine lebenswerte Architektur zu schaffen, ist daher nur konsequent."


    Das Buch hat 423 Seiten mit 674 Schwarz-Weiß- und Farbillustrationen.
    Was es gekostet hat, weiß ich nicht mehr. Es hat sich auf jeden Fall gelohnt, außerdem ist der Kerl auf unserer Seite! :D

    In Moskau entsteht bis Mitte 2006 das erste Ritz in Russland, dessen Baustil ist dem Klassizismus des Russischen Empire nachempfunden. Direkt am Roten Platz gelegen bietet es dann auf elf Etagen 332 Zimmer, darunter 76 Suiten.


    Unter dem folgendem link findet ihr einige Informationen und zwei Projektzeichnungen, die man auch vergrößern kann:


    http://www.exclusive-life.de/Artikel/Hotels/Stadthotels/Ritz-Moskau/ritz-moskau.htm\r
    http://www.exclusive-life.de/Artikel/Ho ... moskau.htm


    Und hier jetzt noch die offizielle Seite:


    http://www.ritzcarlton.com/hotels/moscow/default.html\r
    http://www.ritzcarlton.com/hotels/moscow/default.html


    Mir gefällt´s, was aber würde Günther Benisch dazu sagen!? :augenrollen:

    Hallo, im Spiegel vom 1.8.05 ist ein interessanter Artikel zum Neuen Museum. Es geht um die Frage wie die Rekonstruktion ausehen soll, ob Komplettrekonstruktion oder "kritische Rekonstruktion". Es fallen natürlich auch die allseits bekannten Argumente, Behauptungen.


    Zitat: "...davon wollen die Denkmalschützer nichts wissen. Sie machen die GHB-Rebellen gern als Freunde des Kitches madig, als Verein Ewiggestriger, der eine "disneyhafte" Gestaltung anstrebe.


    Na ja, die üblichen Diffamierungen also. Ich habe leider keine Zeit noch mehr Zitate zu bringen, es lohnt sich aber mal in den Spiegel reinzugucken.