Posts by Karasek

    Quote from "silesianospostato"

    Das Bautzner Einkaufszentrum (Kornmarktcenter, wenn ich mich recht erinnere), finde ich aber absolut OK. Es stört nicht die Silhouette und sorgt dafür, daß die Leute in die Stadt kommen und dort in der Fußgängerzone zusätzlich für Umsatz sorgen.


    Mich störts auch nicht so sehr, aber Leute die den alten Platz mit dem Theater kannten, wie etwa mein Vater, jammern jedesmal beim Anblick des Konrmarktcenters das dort früher das wunderbare Theater stand. Heute ist davon ja nur noch der Rietschelgiebel übrig.

    Quote from "Harmonica"


    Wie wahr. Bautzen hat es seinerzeit auch geschafft, ein Hochhaus am Altstadtring zu entfernen.


    ... und gegenüber eine weitaus größere Shoppingmall anstelle des 1968 abgerissenen Theaters von 1795 gebaut. :zwinkern:

    Quote from "Wolfsheim_Jena"


    Daher ist es erlaubt, zu bemerken, daß einer Stadt, die zweifellos in einer Entwicklung begriffen ist, nicht eine Käseglocke übergestülpt werden darf, in der Hoffnung, die vorgeblich gute alte Zeit käme dann ein wenig zurück. :zwinkern:


    Nun, Dresden hat sich für den Titel Weltkulturerbe *beworben* und wußte nur zu gut das man sich, wenn man sich wegen einer Landschaft und nicht wegen eines Einzelbauwerkes bewirbt, freiwillig ein paar Möglichkeiten nimmt.
    Und schließlich ist es ja auch die Stadt selbst die nur zu gern mit dem Prädikat "Elbflorenz" hausieren geht, obwohl dies kaum noch den Tatsachen entspricht.
    In Dresden klaffen Anspruch und Wirklichkeit in Sachen Selbsteinschätzung sehr weit auseinander.

    Quote from "spacecowboy"


    Dass sich die wirtschaftliche Struktur der Stadt ggü. der Vorkriegszeit geändert hat, ist klar (wo ist das nicht geschehen?), aufgrund dessen jedoch Rückschlüsse auf den Wohlstand zu ziehen und zu behaupten, dieser war früher höher, ist absoluter Unsinn. Selbst dann, wenn Dresden im Städteranking auf den 50. Platz gekommen wäre.


    Ach das mit den Rankings ist immer so eine Sache. Das Lohnniveau in Ostdeutschland etwa ist überhaupt nicht sicher einschätzbar da die Prekarisierung dort um sich greift und Arbeitnehmer wie Arbeitgeber kaum noch organisiert sind. In manchen Branchen erreichen die Tarifverträge kaum noch 10% der Beschäftigten, wie viel der Rest verdient weiß keiner.

    Quote from "Wolfsheim_Deutschland"

    http://www.dresden.de/index.html?node=16697


    Die SENKRECHTEN Anstiege sind Eingemeindungen, die letzten Jahre sind definitiv Bevölkerungszuwachs.


    Und? Bis 2020 soll Dresden auf 487.000 Einwohner wachsen:
    http://www.statistik.sachsen.de/21/02_04/02_04_07_tabelle.asp\r
    http://www.statistik.sachsen.de/21/02_0 ... abelle.asp


    Das ist trotz Eingemeindungen weniger als 1990 (wie man sieht verliert alles um Dressden herum zweistellig, sprich Dresden wächst auf Kosten der Provinz). Wenn man meint das ein Wachstum auf 487.000 ein ausreichender Grund sei den Titel Weltkulturerbe zu verlieren dann soll man halt bauen. Aber bitte nicht jammern. Die Lösung für beides hieße übrigens Tunnel, und wenn man meint sich das nicht leisten zu können muß man Dresden eben dran erinnern das es so dynamisch und aufstrebend ist, da sollte ja irgendwo auch Geld bei rumkommen. :lachen:

    Quote from "Memel"


    Ich glaube es ist klar, dass man nicht die ganze Altstadt rekonstruieren kann. Aber hier in Deutschland versucht man es ja nicht einmal wenigstens etwas zu rekonstruieren wie in Breslau.


    Eben. Schau Dir das jetzige Vobild für Rekonstruktionen in Deutschland an, den Dresdner Neumarkt. Es mußte ein Bürgerbegehren her, die Politik produziert im Verbund mit den Eliten einen Querschläger nach dem andern, es wird um jedes Fenster gestritten und im Resultat hat man einen wirren Mix aus alt und neu. Man schafft es ja nicht einmal den Platz komplett zu rekonstruieren, obwohl nirgends, aufgrund der Einstellung der Bevölkerung und des Symbolgehalts der Stadt, die Chance größer wäre als in Dresden.


    Und dann lese ich ich im Lokalteil meiner Zeitung das Naumburg am Queis, eine heute in Polen gelegene Stadt in Niederschlesien, mal eben ihre Innenstadt bis 2020 rekonstruieren will. Bums. Dort scheint es kein Feuilleton zu geben das den Untergang des Abend heranziehen sieht, die Architekten scheinen weder arbeitslos zu werden noch sich als Künstler gekränkt zu fühlen, die Politik scheint das Geld auftreiben zu können und die Bürger unterstützen die Vorhaben.
    Wenn die schönste deutsche Großstadt in Polen steht möchte man doch ob der hießigen Zustände nur noch resigniert abwinken.

    Quote from "Wolfsheim_Deutschland"


    Wie bereits mehrmals gesagt, es handelt sich bei Dresden um eine real wachsende Stadt. Zudem steigen die Einkommen, das heißt in Kürze wird es eine stärkere Nachfrage nach suburbanem Wohnen, bzw. Wohnen in besseren Lagen geben. Diese liegen in DD fast sämtlich rechtselbisch, die Innenstadt aber linkselbisch.


    Muß man eine Zersiedelung der Landschaft unterstützen?
    Übrigens wächst Dresden kaum, es gemeindet einfach nur ein. Bis 2020 wird für Dresden eine leichter Überschuß, eigentlich aber nur eine Stagnation, vorhergesagt.


    Quote from "Wolfsheim_Deutschland"


    Das wird Verkehrsbedarf erzeugen. Ich würde als Stadt Dresden einen Teufel tun und auf solche Altherrenkomitees hören, die von Paris aus bestimmen, was in Dresden gebaut wird! Diese Leute können gleich mit der Beurteilung der menschenfeindlichen Pariser Banlieue anfangen, auf diese Argumentation bin ich nun wirklich gespannt!
    Zudem wird mit zweierlei Maß gemessen: Köln hat UNESCO-Status. Es hat zwar den Dom, aber rundherum sieht es schaurig aus. Die Bahnhofsgegend ist nicht besser als in Eisenhüttenstadt! Ansonsten bestehen große Teile der Innenstadt aus Nachkriegsschrott.


    Das ist Äpfel mit Birnen vergleichen. In Köln ist lediglich der Dom Weltkulturerbe, in Sachsen das Elbtal als Kulturlandschaft.
    Und vorschreiben tun die "alten Herren" schon gar nichts. Dresden kann doch so viele Brücken bauen wie es will, da hindert wirklich niemand Dresden dran. Man hätte nur einen Titel weniger, aber ehrlich gesagt scheint man sich in Dresden manchmal selbst genug zu sein.
    Mir wäre es eh lieber die Umgebinderegion in der Oberlausitz wäre statt des Elbtales Weltkulturerbe, dort hat man angesichts fehlender wirtschaftlicher Dynamik einen größeren Sinn für Traditionen.

    Vorher:
    [url=http://wroclaw.hydral.com.pl/31940,foto.html]Wrocław, Kamienica "Pod Złotym Psem" - Dolny.Śląsk.org.pl[/url]


    Nachher:
    [url=http://wroclaw.hydral.com.pl/10954,foto.html]Wrocław, Kamienica "Pod Złotym Psem" - Dolny.Śląsk.org.pl[/url]


    Und vor der Zerstörung:
    [url=http://wroclaw.hydral.com.pl/000932,foto.html]Wrocław, Kamienica "Pod Złotym Psem" - Dolny.Śląsk.org.pl[/url]


    Da wird man neidisch.

    Das Problem kam man doch zu einer ganz rationalen, ökonomischen Frage verengen: vorausgesetzt man sieht diese Querung als absolut notwendig an, würde der Mehraufwand für einen Tunnel durch den Status des Weltkulturerbes langfristig kompensiert?
    Eine ganz simple Abwägung von Fakten.

    Übrigens danke für die wunderbaren Bilder. Jetzt ist der Blick leider noch durch allerlei Baugeräte versperrt, aber ich kann mir jetzt schon gut vorstellen das der Neumarkt dem Canaletto- Blick oder der Nachtansicht auf Hofkirche und Oper den Rang als beliebtestes Motiv abläuft. Leider wird dieses Motiv nur zu völlig unchristlichen Zeiten, sprich frühmorgens im Sommer wenn alles noch schläft, seinen fotografischen Reiz entfalten. :)

    In der heutigen SZ war ein Bild des Quartiers zu sehen. Aber leider nicht nur das, außerdem sah es so aus als würde man die Fläche vor dem Quartier asphaltieren?! Ist das wahr oder täuscht da das Bild? Asphalt fände ich wirklich äußerst unpassend.

    Übrigens ist es auch ganz interessant das Hansaviertel in Westberlin mal mit dem in Beziehung zu setzen was gleichzeitig in Ostberlin gebaut wurde, nämlich die Stalinallee. Was da wohl sowohl städtebaulich als auch vond er Beliebtheit beim Mieter besser abschneidet? :)

    Quote from "Armin"

    Nennt den aktuellen Zustand doch "Demokratur". Friedrich Nietzsche hat einmal gesagt: "Demokratie ist die schlimmste Form der Diktatur". Ganz Unrecht hat er jedenfalls nicht gehabt.


    Ja, und lese erstmal was Oswald Spengler zu Demokratie, Kapitalismus und Geld zu sagen hat, etwa in "Der Untergang des Abendlandes" und "Preußentum und Sozialismus". Auch wenn es fatalistisch ist so sind doch einige seiner Beobachtungen nicht von der Hand zu weisen.

    Man vergisst das der Bevölkerungsschwund einiger ostdeutscher Städte so hoch ist das selbst mit einer vorbildlichen Sanierung der Innenstadt bei gleichzeitiger Passivität bezüglich der Sanierung der Plattenbauten die Innenstadt wahrscheinlich leerstehen würde. Wenn die Einwohnerzahl auf Werte sinkt wie sie eine Stadt zuletzt zu Beginn der Gründerzeit verzeichnete gibt es einfach zu viel Wohnraum.
    Außerdem möchte ich, auch wenn diese Ausführungen vom Mod leider gelöscht wurden, noch anmerken das Weißenfels mit seiner deprimierenden Aura keineswegs allein steht. Es ist auch nicht so das diese deprimierende Aura eine Eigenart eher nördlicher Landstriche ist. Das gibt es sehr wohl auch in Sachsen. Mich zumindest deprimiert eine einst stolze Stadt wie Schneeberg im Erzgebirge durchaus ebenso.


    Zu Warschau und Danzig kann ich nichts sagen, aber wenn Dich Breslau interessiert kann ich nur http://wroclaw.hydral.com.pl/\r
    wroclaw.hydral.com.pl/ wärmstens empfehlen, dort gibt es eine Unmenge (visueller) Informationen (verstehen tut man ja nix).
    In Breslau selbst gibt es Überlegungen den Neumarkt (Nowy Targ) wieder zu rekonstruieren, der jetzt einer der schrecklichsten Orte ist, da völlig durch realsozialistische Bauten häßlichster Art verunziert. Aber nix genaues weiß man nicht.

    Quote from "silesianospostato"

    Im offiziellen heutigen Stadtführer zu Neisse/Oberschlesien steht auch, daß "Neisse schon früher eine der wichtigsten polnischen Städte war, ähnlich wie Krakau und Warschau". Da fehlen einem dann doch die Worte...


    Ach, da gibt's so vieles. Die niederschlesische Stadt die "1000 Jahre Zugehörigkeit zum polnischen Staat" feiert, die pommersche Stadt die Bugenhagen vergisst zu erwähnen obwohl er in ihr lebte und von dort die Reformation in Norddeutschland einführte, das niederschlesische Volkskundemuseum in dem alle Exponate des täglichen Bedarfs polnisch sind, reihenweise Stadtchroniken die äußerst ausführlich über die Zeit von 1000 bis 1300 und von 1945 bis heute berichten, in der Zeit dazwischen aber ein "Loch" haben usw..


    Bezüglich der Rekonstruktionsleistungen der Polen lohnt es sich übrigens auch sich einmal mit den Geschehnissen nach dem krieg auseinanderzusetzen. Hier ein polnischer Artikel über Breslau:
    http://www.dpg-brandenburg.de/nr17/breslau.htm\r
    http://www.dpg-brandenburg.de/nr17/breslau.htm


    Äußerst lesenswert, auch im Bezug auf das Thema Architektur.

    Quote from "rakete"

    @kind von 2 dresdnern:
    das mit der marienburg bezog sich nur auf das dort vermittelte geschichtsbild. als ich dort war (´96) waren nur die eintrittspreise auch auf deutsch. die ausstellung selbst war rein polnisch betextet - und nach dem, was ich wir uns übersetzen liessen, ging es in ihr hauptsächlich darum, wie das land vom deutschen ritterorden befreit wurde (obwohl die marienburg gerade dadurch ihre kulturelle und politische bedeutung verlor).


    Man neigt dazu Geschichte umzudeuten damit man mit ihr besser leben kann. Das ist in Polen, aufgrund der Westverschiebung, besser spürbar als in jedem anderen Land. Schlimm ist es wenn 600 Jahre Geschichte verschwiegen werden weil sie nicht ins Bild passt. Das gibt es auch.
    Auf dem Karlstein bei Prag erzählte die Führerin vor ein paar Jahren das das Deutsche Reich Teil Böhmens war, nämlich zu der Zeit als die böhmischen Könige deutsche Kaiser waren. Gut, das war nur ein paar Jahre nach der Wende und die Nachwirkung sozialistischer Geschichtsschreibung, die ja eher nationalistisch war, aber es war bezeichnend.



    Beschwerde- eMails kann man hier loswerden:
    http://www.mdr.de/sachsenspiegel/kontakt/107956.html\r
    http://www.mdr.de/sachsenspiegel/kontakt/107956.html


    Allerdings habe ich die Sendung noch nicht gesehen und kann deshalb nicht beurteilen ob die Intension der Redaktion immer der Abriss ist oder ob sich auch für Sanierungen eingesetzt wird. Das geht ja aus dem Sendetitel noch nicht hervor.
    Sollte man sich im Falle Zittaus aber für einen Abriss eingesetzt haben ist das eine Frechheit. Statt eines gründerzeitlichen Prachtbaus werden Zugreisende zukünftig von einer Brachfläche, einer Industrieruine, einem Parkplatz, einem quasi freistehendem Gründerzeitler und dem ehemaligen, leerstehenden Robur- Verwaltungsgebäude (AFAIK frühe 30er) empfangen. Toll. :augenrollen:

    Das Haus gehört einem Besitzer der in Westdeutschland sitzt. Mehrere Versuche der Stadt ihn zum investieren zu bewegen verliefen erfolglos. Da das Gebäude mittlerweile eine Gefahr darstellt wird es nun abgerissen. Eine Neubebauung ist, soweit ich weiß, nicht vorgesehen. Auf keinen Fall durch die Stadt, denn die hat sowas von kein Geld, und ein Investor ist auch nicht in Sicht. Der fände genügend Objekte die lohnender sind.
    Das dahinterliegende Fabrikgebäude war das Hauptgebäude von Robur, zu DDR-Zeiten der zweite große Hersteller von LKWs. Das Gebäude steht seit der Wende leer. Wegreissen ist nicht so einfach, da das Ding äußerst stabil ist. Im Krieg fiel dort eine Bombe drauf und hat kaum Schaden angerichtet.