Posts by Karasek

    Übrigens ist es auch ganz interessant das Hansaviertel in Westberlin mal mit dem in Beziehung zu setzen was gleichzeitig in Ostberlin gebaut wurde, nämlich die Stalinallee. Was da wohl sowohl städtebaulich als auch vond er Beliebtheit beim Mieter besser abschneidet? :)

    Quote from "Armin"

    Nennt den aktuellen Zustand doch "Demokratur". Friedrich Nietzsche hat einmal gesagt: "Demokratie ist die schlimmste Form der Diktatur". Ganz Unrecht hat er jedenfalls nicht gehabt.


    Ja, und lese erstmal was Oswald Spengler zu Demokratie, Kapitalismus und Geld zu sagen hat, etwa in "Der Untergang des Abendlandes" und "Preußentum und Sozialismus". Auch wenn es fatalistisch ist so sind doch einige seiner Beobachtungen nicht von der Hand zu weisen.

    Man vergisst das der Bevölkerungsschwund einiger ostdeutscher Städte so hoch ist das selbst mit einer vorbildlichen Sanierung der Innenstadt bei gleichzeitiger Passivität bezüglich der Sanierung der Plattenbauten die Innenstadt wahrscheinlich leerstehen würde. Wenn die Einwohnerzahl auf Werte sinkt wie sie eine Stadt zuletzt zu Beginn der Gründerzeit verzeichnete gibt es einfach zu viel Wohnraum.
    Außerdem möchte ich, auch wenn diese Ausführungen vom Mod leider gelöscht wurden, noch anmerken das Weißenfels mit seiner deprimierenden Aura keineswegs allein steht. Es ist auch nicht so das diese deprimierende Aura eine Eigenart eher nördlicher Landstriche ist. Das gibt es sehr wohl auch in Sachsen. Mich zumindest deprimiert eine einst stolze Stadt wie Schneeberg im Erzgebirge durchaus ebenso.


    Zu Warschau und Danzig kann ich nichts sagen, aber wenn Dich Breslau interessiert kann ich nur http://wroclaw.hydral.com.pl/\r
    wroclaw.hydral.com.pl/ wärmstens empfehlen, dort gibt es eine Unmenge (visueller) Informationen (verstehen tut man ja nix).
    In Breslau selbst gibt es Überlegungen den Neumarkt (Nowy Targ) wieder zu rekonstruieren, der jetzt einer der schrecklichsten Orte ist, da völlig durch realsozialistische Bauten häßlichster Art verunziert. Aber nix genaues weiß man nicht.

    Quote from "silesianospostato"

    Im offiziellen heutigen Stadtführer zu Neisse/Oberschlesien steht auch, daß "Neisse schon früher eine der wichtigsten polnischen Städte war, ähnlich wie Krakau und Warschau". Da fehlen einem dann doch die Worte...


    Ach, da gibt's so vieles. Die niederschlesische Stadt die "1000 Jahre Zugehörigkeit zum polnischen Staat" feiert, die pommersche Stadt die Bugenhagen vergisst zu erwähnen obwohl er in ihr lebte und von dort die Reformation in Norddeutschland einführte, das niederschlesische Volkskundemuseum in dem alle Exponate des täglichen Bedarfs polnisch sind, reihenweise Stadtchroniken die äußerst ausführlich über die Zeit von 1000 bis 1300 und von 1945 bis heute berichten, in der Zeit dazwischen aber ein "Loch" haben usw..


    Bezüglich der Rekonstruktionsleistungen der Polen lohnt es sich übrigens auch sich einmal mit den Geschehnissen nach dem krieg auseinanderzusetzen. Hier ein polnischer Artikel über Breslau:
    http://www.dpg-brandenburg.de/nr17/breslau.htm\r
    http://www.dpg-brandenburg.de/nr17/breslau.htm


    Äußerst lesenswert, auch im Bezug auf das Thema Architektur.

    Quote from "rakete"

    @kind von 2 dresdnern:
    das mit der marienburg bezog sich nur auf das dort vermittelte geschichtsbild. als ich dort war (´96) waren nur die eintrittspreise auch auf deutsch. die ausstellung selbst war rein polnisch betextet - und nach dem, was ich wir uns übersetzen liessen, ging es in ihr hauptsächlich darum, wie das land vom deutschen ritterorden befreit wurde (obwohl die marienburg gerade dadurch ihre kulturelle und politische bedeutung verlor).


    Man neigt dazu Geschichte umzudeuten damit man mit ihr besser leben kann. Das ist in Polen, aufgrund der Westverschiebung, besser spürbar als in jedem anderen Land. Schlimm ist es wenn 600 Jahre Geschichte verschwiegen werden weil sie nicht ins Bild passt. Das gibt es auch.
    Auf dem Karlstein bei Prag erzählte die Führerin vor ein paar Jahren das das Deutsche Reich Teil Böhmens war, nämlich zu der Zeit als die böhmischen Könige deutsche Kaiser waren. Gut, das war nur ein paar Jahre nach der Wende und die Nachwirkung sozialistischer Geschichtsschreibung, die ja eher nationalistisch war, aber es war bezeichnend.



    Beschwerde- eMails kann man hier loswerden:
    http://www.mdr.de/sachsenspiegel/kontakt/107956.html\r
    http://www.mdr.de/sachsenspiegel/kontakt/107956.html


    Allerdings habe ich die Sendung noch nicht gesehen und kann deshalb nicht beurteilen ob die Intension der Redaktion immer der Abriss ist oder ob sich auch für Sanierungen eingesetzt wird. Das geht ja aus dem Sendetitel noch nicht hervor.
    Sollte man sich im Falle Zittaus aber für einen Abriss eingesetzt haben ist das eine Frechheit. Statt eines gründerzeitlichen Prachtbaus werden Zugreisende zukünftig von einer Brachfläche, einer Industrieruine, einem Parkplatz, einem quasi freistehendem Gründerzeitler und dem ehemaligen, leerstehenden Robur- Verwaltungsgebäude (AFAIK frühe 30er) empfangen. Toll. :augenrollen:

    Das Haus gehört einem Besitzer der in Westdeutschland sitzt. Mehrere Versuche der Stadt ihn zum investieren zu bewegen verliefen erfolglos. Da das Gebäude mittlerweile eine Gefahr darstellt wird es nun abgerissen. Eine Neubebauung ist, soweit ich weiß, nicht vorgesehen. Auf keinen Fall durch die Stadt, denn die hat sowas von kein Geld, und ein Investor ist auch nicht in Sicht. Der fände genügend Objekte die lohnender sind.
    Das dahinterliegende Fabrikgebäude war das Hauptgebäude von Robur, zu DDR-Zeiten der zweite große Hersteller von LKWs. Das Gebäude steht seit der Wende leer. Wegreissen ist nicht so einfach, da das Ding äußerst stabil ist. Im Krieg fiel dort eine Bombe drauf und hat kaum Schaden angerichtet.

    Quote from "Johan"


    Ich habe nur die Frage gestellt, weil die Bilder von deine erste Serie über Zittau hat mich beindruckt. Die Zweite Serie hat eher Plattenbauten und Abriss gezeigt. Deswegen habe ich gefragt: Pirna ist von meiner eigene Erfahrung homogen, aber wie du sagt schlicht. Zittau hat schönere einzelne Gebäuden, aber dann gibt es auch viele Plattenbauten und Abrisser in der Zittauer Altstadt. Habe ich es korrekt verstanden?



    Nun, meine Zittau- Serie war ja ausführlicher, da bin ich ich auch in die Außenbezirke gegangen. In Pirna sieht man halt nur die echte Innenstadt und die eine Straße außerhalb. Außerdem ist die Zittauer Innenstadt halt größer. Weil Zittau größer und heute ärmer ist kann es sich den Erhalt der südlichen Innenstadt nur schwerlich leisten, während das heute reichere Pirna weniger Probleme mit der kleineren Innenstadt hat. Verlässt man die Innenstadt dann hat Zittau eindeutig einen höheren Bestand gründerzeitlicher Bebauung, der die Stadt praktisch umschließt. Plattenbauten haben auch beide Städte, wobei ich die von Pirna nur aus der Ferne gesehen habe und mir die Anlage riesig und neueren Datums erschien. Und nein, in der Zittau stehen diese Neubauten nicht in der Altstadt oder der gründerzeitlichen Bebauung sondern bilden praktisch den äußersten Kranz um die Stadt. Was Du bei meinem zweiten Zittau- Teil meinst ist wahrscheinlich das einzelne Hochschulgebäude am inneren Ring (ehemalige Stadtmauer). Das ist aber ein Einzelfall.
    Ach nein, jetzt fällt mir gerade noch ein: ein paar DDR- Bauten stehen in der Altstadt. Die fallen aber zum Glück nicht groß auf weil die betreffende Ecke sowieso etwas abseits liegt.



    PS: so ein Mist. Bandbreite überschritten. 14MB Bilder und 1GB Traffic. image-upload.net ist also unterdimensioniert. Da muß ich die Bilder wohl nochmal einzeln bei Imageshack hochladen. Knapp 60 Bilder per Hand... das macht Spaß. :(

    Quote from "Johan"


    Was findest du schöner: Pirna oder Zittau?


    Unterm Strich Zittau. Pirna hatte die schönere Kirche und das schönere Rathaus (das Zittauer ist größer und ungewöhnlicher, aber nicht schöner), und die Lage an der Elbe hat auch was. Aber das Zentrum ist auch kleiner und viele der Bauten, gerade in den Seitenstraßen, sind denn doch ziemlich schmucklos. Zittau dagegen war früher eine reiche Stadt und konnte sich demzufolge ein paar bedeutende Bauwerke leisten. Zudem wirkt das Stadtbild geschlossener, da man nach der Zerstörung durch die Österreicher vieles barock neu erbaute.
    Allerdings sei auch gesagt das Pirna im Vergleich lebendiger und frischer aussieht, da es durch die Nähe zu Dresden weit weniger Leerstand gibt... die Autos sind auch größer und jüngeren Datums.


    PS: was mir gerade auffällt: Pirna ist eine der wenigen Städte mit gitterförmigem Grundriss.



    Quote from "Alexander"


    Frage 1: Hast du nur die Gebiete der Stadt fotografiert, die restauriert sind, bzw. gibt es noch Teile in der Altstadt, die verfallen sind?


    Frage 2: Gibt es (größere) Bausünden im Zentrum?


    1) wenn man mit Altstadt das historische Zentrum innerhalb der ehemaligen Stadtmauern versteht dann gibt es heute keinen Verfall mehr. Die einzige Ecke die noch zu machen war ist eben jene Baustelle die ich fotografiert habe. Der Rest ist, sofern ich alles gesehen habe, restauriert. Nur auf dem Schloss war ich halt nicht.
    2) sofern ich mich erinnern kann gab es ein modernes Eckhaus in einer Straße deren Bestand eh nicht sonderlich wertvoll war. Sonst war kein Neubau zu sehen.

    Ich glaube es gab mal den Wunsch nach einer Pirna- Bilderserie.





    Markt:








    Geburtshaus Tetzels ("Sobald das Geld im Kasten klingt, die Seele in den Himmel springt!")






















    Schönes Beispiel einer sächsischen Hallenkirche:
























    An der Ecke wird gewerkelt:










































    Sächsische Postmeilensäule:




    Die "Prachtmeile" außerhalb des historischen Zentrums:








    Postamt:




    Gegenüber des Postamtes:


    Quote from "Philon"

    Zum Thema einer Zeitungsanzeige, geschaltet durch "Stadtbild Deutschland", nehme ich jetzt mal als Vereinsvorsitzender hier Stellung:


    Theoretisch können wir das gerne machen. Es wären dabei aber drei Punkte zu beachten:


    1.) Die Anzeige muß professionell gestaltet sein - darauf hat Karasek bereits hingewiesen. Ich kann so was nicht. Wenn sich jemand bereit erklärt, bin ich aber dabei und kann auch Text beisteuern.



    Ich schreibe noch mal was ich schon früher geschrieben habe über die Form wie ich mir so eine Anzeige vorstellen würde:
    zuerst einmal müßte sie ein Eyecatcher sein, sprich es muß ein Bild in einer Anzeige mindestens A4, besser über die gesamte Seite, sein. Das Thema des Bildes müßte die Aussage auf witzig- spontane, bewußt unverkrampfte, Weise rüberbringen. Die Aussage sollte kein persönlicher Anwurf an irgendwen sein sondern die Ziele der Werbenden bzw. die Gefährdung dieser Ziele zum Inhalt haben.
    Konkret wäre mein Konzept des "Eyecatchers" die Verunstaltung eines bekannten Dresdner Originals und damit dessen Zerstörung. Nehmen wir das Schokoladenmädchen. Statt der Schokolade trägt sie einen Bierhumpen. Dann ein großer Slogan "Störend?" und im unteren Viertel geht's dann ungefähr weiter mit "Nun, uns stört es. Übrigens stört es uns auch wenn ein weiteres Dresdner Original usw...." und dazu 'ne kleine Illu um das Problem zu verdeutlichen.
    Naja, so ähnlich eben. :zwinkern:

    Bezüglich einer Anzeige: ich hatte dazu schon mal in einem anderen Thread einen kreativen Vorschlag gemacht, der dann wohl unterging.
    Logischerweise sollte eine solche Anzeige von einem Profi gestaltet werden, damit sie auch die nötige Breitenwirkung erzielt. Eine Textwüste bringt nämlich gar nichts.

    Ich weiß nicht wie die Ecke heißt, aber wenn man vom Untermarkt durch den Anbau des Rathauses geht ist es besonders schmerzhaft. Nirgends ist offensichtlicher das da etwas fehlt. Angesichts der Tatsache das sich auf der linken Seite ein Haus mit wunderschönem Renaissance- Portal befindet ist zu befürchten das diese Häuserzeile ein echter Verlust ist.
    Ob man da vielleicht boch paar Bilder finden kann?

    Quote from "Sebaldt"

    Tja, Mensch, da waren ja in Zittau mal Leute auf der Straße, heute sieht man in der Regel kaum jemanden.


    Ist denn bekannt, von wo nach wo die beiden Linien fuhren?


    Die eine Linie führte vom Bahnhof über die Innenstadt raus in Richtung Stadtwerke. Dort steht heute noch das Depot. Die andere Linie führte von der Äußeren Weberstraße über die Innenstadt raus zur Weinau.
    Und, ich vergaß, man baute später noch eine dritte Linie die vom Bahnhof über die Bahnhofsstraße, das steile Stück den Ring runter auf die Äußere Oybiner bis zur Stadtgrenze nach Olbersdorf führte.

    Quote from "Booni"


    BTW: Welche Städte haben ihre Straßenbahn denn alles abgeschafft?


    Zittau hatte zwischen 1904 und 1919 eine Straßenbahn. Zwei Linien die ein Kreuz bildeten und sich auf dem Markt trafen. Reste davon sieht man noch heute, z.B. manche Aufhängungen für die Leitungen und ab und an ein paar Schienenreste.
    Das alles sah so aus:


    Quote from "Sebaldt"

    Hat jemand Fotos von der Görlitzer Synagoge? Die soll 1938 wohl überlebt haben. Wo ist sie denn eigentlich, die ist mir noch nie aufgefallen. Wäre überhaupt mal interessant einiges über die Görlitzer Sakralbauten zu erfahren. Auch derer die außerhalb der Altstadt liegen.


    Geh mal auf Seite 2 dieses Threads, da hatte ich ein Bild des Innenraums der Synagoge eingestellt.
    Von den Kirchen habe ich auch noch paar Innenraumaufnahmen, ich weiß allerdings nicht ob ich die hier schonmal verlinkt habe.

    Ein schöner Artikel der ZEIT:
    http://www.zeit.de/2006/02/Wohnungen_Head?page=all\r


    Quote


    Für die Finanzinvestoren ist jeder Kauf ein Geschäft fast ohne Risiko: Für eine Immobilienfirma zum Preis von beispielsweise einer Milliarde Euro zahlt der Investor nur 30 Prozent aus dem Fonds, für die restlichen 700 Millionen Euro nimmt er Kredite auf. Diese werden aus den Mieteinnahmen getilgt. Solange die Rendite aus den Mieteinnahmen höher ist als die Kreditzinsen, so wie derzeit, streicht der Investor hier bereits einen kleinen Gewinn ein. Gesteigert wird der Profit durch die Aufteilung und den Weiterverkauf von Wohnungen an die Mieter. Am Ende der Fondslaufzeit verkauft der Investor die Restbestände und streicht den gesamten Kaufpreis ein. Bezahlt hat er nur 30 Prozent, kassiert aber 100 Prozent. Und der Staat bekommt keinen Cent Steuer, da der Investor von Anfang an in der Kreide stand.


    Quote


    Die Investoren gehen stets nach demselben Muster vor. Sie zerlegen den Bestand; die guten Wohnungsbestände, die Filetstücke, verkaufen sie, entweder einzeln an die derzeitigen Mieter oder, sollten die kein Interesse haben, an Fremde. In jenen Wohnungen, die nicht verkauft werden, versuchen die Investoren, einkommensschwache Mieter loszuwerden und durch leistungsstarke zu ersetzen – »Mieter drehen« heißt das im Jargon. Die schlechten Bestände schließlich werden sich selbst überlassen, in sie wird nicht mehr investiert, dort stranden sozial Schwache, die »A-Mieter«: Alte, Arbeitslose, Ausländer, Alkoholiker.


    Brave new world.
    Auch nett das verdiente Volksvertreter daran mitverdienen.