Posts by Karasek

    Blumenkästen finden Ausländer übrigens immer sehr schön in Germany. Obwohl sich in der Aufnahme die Hausbesitzer wohl einen Wettbewerb liefern. Am schlimmsten finde ich ehrlich gesagt die Farben. Das sieht alles so nach 60er- Jahre Wirtschaftwunder aus.

    Quote from "Exilwiener"

    Wer steht eigentlich hinter diesem verbrecherischen Wahnsinn?


    Na die liebe FDP. Viel an Steuern senken und Ausgaben kürzen kann man nicht mehr, mit den sonstigen Strukturreformen scheitert man an der CDU (etwa bei den Schulstrukturen), also muß man der FDP irgendwas zum liberalisieren anbieten. Bisher sind AFAIK nur Videotheken, Waschanlagen und die Bäume in den Vorgärten liberalisiert worden, also alles Kleinkram.


    In der SZ findet man nur diesen Artikel:


    Quote from "ursus carpaticus"


    Was haben wir von unserem 'Bevölkerungswachstum', außer dass wir es in nicht allzu langer Zeit nicht mehr in unserer Stadt aushalten werden und in von 'Bevölkerungswachstum' verschonte Städte wie Zittau auswandern werden müssen?


    Von Bevölkerungswachstum hast Du genau so wenig wie von Schrumpfung. Das Gefühl in einer übervölkerten Stadt zu leben ist aber besser als das in einer sterbenden Stadt zu leben. Glaub mir, ich kenne beides.




    Egal, gute Nachrichten vom Markt:


    Naja, der Vergleich mit dem Taj Mahal hinkt dann doch etwas... :lachen:
    Aber ich finde den Park auch nicht welterbewürdig. Man vergleiche das mal mit ein paar Kreationen von Capability Brown in England, da ist Bad Muskau dann nur noch ein Park unter vielen. Ich schätze bei der Vergabe spielte der grenzüberschreitende Gedanke eine Rolle, auch wenn ich gerade die polnische Seite nun wirklich heruntergekommen und enttäuschend empfinde.


    Wegen der Anlegestelle: es gibt im Park bereits eine gut versteckte Anlegestelle. Scheinbar war es also früher üblich über die Kanäle zu schippern. Touristisch ist das zwar kaum nutzbar, aber zumindest wird das Schloss wohl eine Anlegestelle gehabt haben die sicherlich dann auch wiederkommt.


    Na hoffentlich wird das was.

    Quote from "Schloßgespenst"

    So könnte man argumentieren, wenn die Entscheidungsträger alleine in der Stadt wären. Aber das Problem ist doch, daß Bevölkerung oft etwas ganz anderes will, die Entscheidungsträger sich jedoch dem überwiegenden Willen der Bevölkerung widersetzen...


    Woher weißt Du was die Bevölkerung will? Der Dresdner liebt zwar sein Elbflorenz, aber vielleicht versteht er darunter längst das was die Tourismusindustrie darunter versteht, nämlich nur das Elb-Panorama? Schloß, Zwinger, Hofkirche und Frauenkirche, ein bisschen Neumarkt zur Umrahmung und fertig. In der Woche reicht es ihm die Silhouette von weitem zu sehen, am Wochenende ist er eh im Elbsandsteingebirge, und wenn mal ein trüber Tag ist geht er in ein Museum. Da braucht er den Rest des alten Elbflorenz doch gar nicht, der dann wirklich nur für Touristen gemacht ist.
    Und so 'ne Platte ist doch toll, da kann man preiswert und bequem wohnen, und wenn man Glück hat guckt man direkt auf sein geliebtes Elbflorenz?! Am besten hätte man die Platten bis auf die andere Seite des Flußufers gebaut, da hätten noch viel mehr Dresdner was von ihrem schönen Elbflorenz?! Mensch, das wäre Lebensqualität! :augenrollen::lachen:

    Ich werfe noch mal eine Grafik der Stadtentwicklungs-Gesellschaft ein:



    Quelle: http://www.stadtsanierung-zittau.de\r
    http://www.stadtsanierung-zittau.de



    Im Prinzip ist der gesamte südöstliche Bereich Notstandsgebiet, wie man an den vielen unsanierten Häusern und Freiflächen sieht. Das dieser Bereich dem Besucher nicht so ins Auge sticht liegt daran das die Wege in der Stadt andere sind. Derzeit spielt sich alles eher auf der sanierten Neustadt (östlicher Stadtteil) ab.
    Das von MunichFrank zitierte Bild zeigt genau diesen unsanierten Bereich. Die Mehrzahl der Häuser sind wohl Kriegsverluste gewesen, denn die DDR-Bauten stammen aus den frühen Jahren. Am schlimmsten allerdings ist der Verlust ganz links, die sogenannte Uhreninsel. Diese wirklich wertvollen Häuser sind nach der Wende abgerissen worden und reißen dort eine schmerzliche Wunde. Der Neubau dahinter gehört zur Hochschule. Dieser Bereich gehört nicht mehr zur Altstadt, davor verläuft der innere Ring, der der früheren Stadtmauer folgt. Ganz rechts sieht man einen Teil der Brunnenstraße. Mit dem im Bild zu sehenden Abriss hat man vom Markt aus kein Bild einer geschlossenen Altstadt mehr.

    Quote from "Georg Friedrich"

    Karasek
    Traurige Nachrichten. Kannst du Näheres zu den abgerissenen Häusern in der Brunnenstraße sagen bzw. hast du sogar Bilder von ihnen? Waren die betroffenen Barockhäuser wenigstens eher schlicht oder ursprünglich durchaus Bürgerbauten mit höherem Anspruch?


    Hier sind Bilder:




    Zur Mandaukaserne gibts paar Neuigkeiten. Der Verein ist von 10 auf 45 Mitglieder gewachsen. Er will dieses Jahr ein Militärlager veranstalten um die Kaserne ins Bewußtsein zu rücken und Geld zu sammeln (warum Napoleon bei diesem Militärlager auftauchen soll erschließt sich mir nicht auf Anhieb, aber wahrscheinlich gibts mehr Vereine die sich mit den Napoleonischen Kriegen als mit der sächsischen Militärgeschichte der Kaiserzeit beschäftigen). Dann soll die Kaserne für 30.000€ notgesichert werden. Die Kaserne selbst hat jetzt ein Verein für Gehörlose gekauft, der dort ein Pilotprojekt durchführen will. Mehr ist aber nicht bekannt. Die Sanierung würde 20 Mio kosten.
    Sanierungen gibt es ein paar, aber nichts prominentes. Eine Villa in der Weinau ist dabei, und ein prägnantes Gründerzeithaus auf der Dresdner Straße wird auch gerade gemacht.

    Interessante Meldungen:



    Zweite Meldung:


    Quote


    Noch bevor der Bau des Hauses in der Lücke an der Brunnenstraße begonnen hat, ist das Interesse groß: Genau 20 Mietanfragen sind bereits bei der Wohnbaugesellschaft eingegangen, sagte Geschäftsführerin Uta-Sylke Standke gestern auf SZ-Anfrage.
    Quelle: http://www.sz-online.de/nachrichten/abo/main.asp?sid=36D77064-C87D-41CE-8E9E-18055F50461F&kid=56185\r
    http://www.sz-online.de/nachrichten/abo ... &kid=56185


    Interessant. Erst lässt man die Brunnenstraße 20 Jahre verfallen, reißt dann mehrere, teils barocke, Häuser weg so das die ehemals beinahe komplett erhaltene Straße mittlerweile aussieht wie ein verfaultes Gebiss, und nun verbaut die Woba mal eben knapp 3 Mio €uro am selben Standort. Als hätten sie nur drauf gewartet das die Häuser in sich zusammenfallen. Die Rettung war scheinbar nie angedacht, und auch eine Sicherung der Fassaden ist nicht geplant.
    Die Woba gehört zu 6% der Stadt und zu 94% der Städtischen Beteiligungs-GmbH, die ihrerseits der Stadt gehört. IMHO ein Skandal!


    Quote


    Straßenbauamt prüft Abriss von Mandaubrücke


    Die von SZ-Lesern um Ostern beobachteten Arbeiten an der Mandaubrücke Äußere Oybiner Straße dienen der Untersuchung des Bauwerks. „Wir befinden uns in der Phase der Vorplanung und das, was dort draußen passiert, sind Baugrunduntersuchungen, Brückenzustandserfassungen, und Ergänzungsvermessungen“, teilte Roland Schultze, Leiter des Straßenbauamtes Bautzen (SBA), auf SZ-Anfrage mit. „Wenn diese Untersuchungen abgeschlossen sind und eine Anhörung bei der Denkmalschutzbehörde vorliegt, wird es eine Entscheidung bei uns geben, ob das Bauwerk saniert, teilinstandgesetzt oder generell ein Brückenersatzneubau durchgeführt werden soll.“ Eine Terminkette gibt es noch nicht, weil weitere Planungen und die Finanzierung noch offen sind.
    Quelle: http://www.sz-online.de/Nachrichten/Zittau/Strassenbauamt_prueft_Abriss_von_Mandaubruecke/articleid-2438774\r
    http://www.sz-online.de/Nachrichten/Zit ... id-2438774


    Dabei handelt es sich um eine Brücke der Gründerzeit.



    Wenigstens eine gute Nachricht:


    Quote


    Neues „Stadtforum“ will gegen Abrisse kämpfen


    Vor allem mit der Stadtentwicklung will sich der neue Verein „Stadtforum Zittau“ beschäftigen, der am 23. April gegründet wird. „Er wird sich dem Denkmalschutz verschreiben“, sagte Thomas Göttsberger aus Ostritz, Initiator und Vorstandsmitglied des Stadtforums Görlitz, gestern der SZ. Der Verein will ein Bewusstsein für die schönen alten Gebäude schaffen, weitere Abrisse verhindern und bewirken, dass die „letzten geschlossenen Ecken erhalten werden.“ Zuerst will das Stadtforum mit den Entscheidern aus dem Rathaus, von der Stadtentwicklung, den Großvermietern und des Stadtrates sprechen. Danach soll eine Arbeitsstrategie festgelegt werden. In anderen Städte sorgen Stadtforen mit öffentlichen Aktionen für Aufmerksamkeit.
    Quelle: http://www.sz-online.de/Nachrichten/Zittau/Neues_Stadtforum_will_gegen_Abrisse_kaempfen/articleid-2435908\r
    http://www.sz-online.de/Nachrichten/Zit ... id-2435908

    Quote from "bilderbuch"

    Danke für eure Informationen!


    Nachdem ich etwas "gegooglet" habe, bin ich noch auf das Senckenbergmuseum, das Kulturhistorische Museum (Kaisertrutz, Reichenbacher Turm, Ameiß-Haus) und ein Foto-Museum gestoßen.
    Ohne jetzt jemanden vor den Kopf stoßen zu wollen, muss man wohl konstatieren, dass die Bedeutung der Sammlungen kaum einen Grund darstellen wird, nach Görlitz zu reisen.


    Damit stößt Du niemanden vor den Kopf, dafür sind die Sammlungsverluste einfach zu offensichtlich. Was umso tragischer ist weil Görlitz eine reiche Stadt war und mit der Oberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften eine bedeutende Gelehrtengesellschaft hatte. Die Sammlungen müssen beträchtlich gewesen sein, aber mehr weiß ich da auch nicht. Ich habe bei der Recherche aber gerade herausgefunden das der Leiter des Schlesischen Museums ein Buch über das Problem der Rückführung der Görlitzer Bestände geschrieben hat, das sollte ich mir mal kaufen.
    Nur mal so, über ein Zehntel des Gesamtbestandes an Inkunabeln der Breslauer Universität stammt aus Görlitz, und in Breslau lagert heute die Mehrzahl aller schlesischen Sammlungen. Da sieht man die Dimension.


    Allerdings muß man sagen das das Schlesische Museum nicht irgendein Provinzmuseum ist sondern AFAIK in der Trägerschaft des Bundes ist und aus dessen Sammlungen Objekte erhält.

    Quote from "bilderbuch"

    Das sind ja durchweg gute Nachrichten!


    Da ich bisher alle Landesausstellungen besuchen konnte, werde ich mir gerade die in Görlitz nicht entgehen lassen.
    Wie ist es denn generell um die Görlitzer "Museumslandschaft" bestellt? Im Schönhof befindet sich doch das Schlesische Museum. Ist die Ausstellung sehr sehenswert?


    Na sagen wir so: die Museumslandschaft ist akzeptabel. Mit dem schlesischen Museum hat man natürlich eine Besonderheit, aber die Bestände sind logischerweise nicht durchweg berauschend. Es ist allerdings das beste Museum zur schlesischen Geschichte überhaupt, denn auf polnischer Seite sieht es trübe aus. Die städtischen Sammlungen wurden im Krieg ins Umland ausgelagert und kamen nie zurück, so das man heute nur noch ca. 20% der früheren Bestände hat. Der Rest liegt in Breslau. Auf der polnischen Seite kann man sich übrigens ein Oberlausitzmuseum anschauen, was, wenn man bedenkt das die meisten Polen bis vor kurzem kaum wußten das sie nicht in Schlesien leben, vielleicht auch ganz interessant sein kann.
    Die beste Museumslandschaft in der Oberlausitz hat Zittau. Dort hat man mit den Fastentüchern und den Zittauer Missalien (mittelalterliche Messbücher der Erzdiözese Prag, die damals nach dem Oybin flüchtete) ein paar herausragende Stücke, und jetzt auch 'ne barocke "Wunderkammer". Als eines der ältesten städtischen Museen überhaupt hat es auch ziemlich große Sammlungsbestände. Außerdem ist die Anlage im Kloster und dem Heffterbau (dort wo das Prager Domkapitel Asyl bezog) sehr nett.



    Quote from "Treverer"


    Eine Frage hätte ich:
    Görlitz ist ja wirklich wunderschön...aber auch sehr unbekannt. Zumindest hier im tiefsten Westen. Wie sieht es so mit dem Tourismus aus? Ist die Stadt gut besucht? Sie müsste bei ihrer Schönheit ja eigentlich randvoll belagert sein, von Touristen aus dem In- und Ausland.
    Meine Heimatstadt Trier hat zwar einige einzelne bedeutende Monumente vorzuweisen...aber die Altstadt ist klein und ein großer Teil sind doch nur Billigstbauten aus den Nachkriegsjahren. Und trotzdem ist die Stadt Im Sommer und in der Weihnachtszeit so überannt von Touries...es ist teils echt unerträglich sich durch die Innenstadt zu bewegen. Von allen Seiten hört man französisches, niederländisches, englisches und chinesisches Geschnatter.
    Das hätte Görlitz auch verdient... :(



    Du wünscht Görlitz die "unerträgliche" Situation von Touries überrannt zu werden??? :?::schockiert:
    :zwinkern:


    Nein, von überrennen kann man wirklich nicht sprechen. Man spürt das der Tourismus anzieht, aber es ist eher Individualtourismus aus Sachsen und Brandenburg, also Tagesausflüge. Bustourismus ist relativ spärlich gesäht, das sind oft Westdeutsche die dann weiter nach Schlesien, in die alte Heimat, fahren. Internationaler Tourismus spielt keine Rolle. Der pendelt auf der Route Berlin-Dresden-Prag-Wien. Görlitz bräuchte die Achse Dresden-Breslau-Krakau, aber Schlesien ist touristisch (un)tot. Und Sachsen tut auch nicht gerade viel um seine Regionen zu vermarkten, die gehen lieber mit der hundertsten Ansicht von Dresden bei Nacht hausieren.