Posts by Mündener

    Saint-Hippolyte

    11, Rue des Remparts:


    https://goo.gl/maps/fVYbTAas5c9NcriAA


    Ein sehr unsicherer Fall - Blattsitze oder Ähnliches sind nicht zu erkennen, einziger Hinweis auf ein möglicherweise spätmittelalterliches Erbauungsdatum ist der vorgesetzte Brustriegel (wirklich aufgeblattet ist der nicht), zudem ist am Eckständer ein großes Zapfenloch zu sehen; ein Beweis dafür, dass die heutige Fassade nicht die Ursprüngliche ist.

    Reichsfeld


    47, Rue Mathias Ringmann


    https://goo.gl/maps/gtnAMUEs2yJ7Aon49


    Handelt es sich hierbei um einen mittelalterlichen Bau? Die Frage stellt sich auch nur, wenn man die linke Traufseite betrachtet, aber mir scheinen die Fußstreben doch zumindest auf die Schwelle aufgeblattet zu sein. Meiner Erfahrung nach ist der ältere Baubestand in den Dörfern der Vogesentäler eher dürftig, Reichsfeld scheint aber eine Ausnahme zu bilden - es gibt dort noch eine Anzahl an Fachwerkbauten aus dem späten 16. Jahrhundert.

    Ich habe noch ein Gebäude in Oberehnheim aufgetrieben.


    Obernai/Oberehnheim

    7, Rue de la Chapelle:
    https://goo.gl/maps/RggHxZ4nN4i2aDyi6


    Es handelt sich um einen weitestgehend verputzten, traufständigen Bau mit einer spitzbögigen Hofzufahrt. Am einzigen nicht verputzten Bauteil, dem nördlichen Giebel kann man einen angeblatteten Kehlbalken sehen sowie den Balkenkopf des Rähms der Straßenfassade - ersteres Detail belegt, dass der Bau bis zum Dach aus dem Mittelalter stammt, Letzteres, dass das komplette OG zumindest ursprünglich eine Fachwerkkonstruktion war.


    Ergänzung: Ich habe gerade festgestellt, dass auch an der teils freiliegenden Schwelle der Traufseite ein zugespachtelter Blattsitz zu erkennen ist.

    Auf dem vorhin gesendeten Luftbild kann man erkennen, dass 2 Kappen an der Grenze zwischen dem dritten und vierten Langhausgewölbe eingestürzt sind - sie scheinen aber wohl die Kanzel verfehlt zu haben. Hier dazu ein sehr gutes Innenbild.

    Die Glasmalereien sind ebenfalls ein Werk des 19. Jahrhundert - nichtsdestotrotz ein Bedeutendes. Die Orgel ist ebenfalls aus dem 19. Jahrhundert, hinter einem barocken Prospekt. Bliebe als wahrscheinlich bedeutendstes festes Ausstattungsstück das barocke Chorgestühl, zu nennen wäre noch die neugotische Kanzel.


    Von alldem werden wohl Orgel und Glasmalereien am stärksten gefährdet bzw. bereits beschädigt sein. Alles andere dürfte wohl leichtere Schäden davongetragen haben, durch Rauch und Löschwasser.

    Glück im Unglück ist, dass der abgebrannte Teil im Wesentlichen aus der Hand von Viollet-le-Duc stammt, der seine Arbeit ja bekanntlich hervorragend dokumentiert hat - der Wiederaufbau des Vierungsturms sollte daher seitens der Dokumentation kein allzu großes Problem darstellen.

    Nachdem hier seit Längerem nichts mehr passiert ist, geb ich mal wieder was zum besten.


    Zunächst mal wieder eine kleine Stadtzeichnung, die ich heute fertiggestellt habe - diesmal sogar in Farbe.



    Und dann noch eine ältere Zeichnung, seit Langem mal wieder eine klassische Architekturansicht; zwei Platzseiten im Stile des französischen Hoch- und Spätmittelalters.


    Ich bin mir ziemlich sicher, dass damit gemeint war, dass das Zierenberger Rathaus der älteste inschriftlich datierte Fachwerkbau Hessens ist, was auch stimmt.
    Die älteste bisher gefundene Bauinschrift an einem Fachwerkbau in Deutschland befindet sich übrigens am Haus Ackerhof 2 in Braunschweig von 1432.

    Die Löcher in der Mitte der Steine lassen sich sehr einfach erklären, siehe hier.


    Die unterschiedliche Schärfe der Kanten dürfte wahrscheinlich auf die unterschiedliche Verwitterungsbeständigkeit der verwendeten Steinarten zurückzuführen sein.

    Ich bin ja erstaunt, dass mit dem Dom zu Münster eines der - meines Erachtens - besten Vergleichsbeispiele noch nicht genannt wurde:



    Quelle: https://commons.wikimedia.org/…rale_St._Paulus_Front.jpg - Autor: Zairon


    Der Kreisfries am Ansgariikirchturm scheint mir aber ein Unikat zu sein - weder an einer westfälischen (z.B Soest, Hohnekirche, Südseite) noch an einer friesischen Kirche (etwa Marienhafe, dort allerdings Backstein -> nur bedingt vergleichbar) aus der Zeit konnte ich etwas Ähnliches finden.


    Was die Verwendung von Natursteinen unterschiedlicher Färbungen angeht - im Norden hatte man neben den örtlichen Feldsteinen häufig nur die Wahl zwischen Backstein und Natursteinen, die von weit her kamen, etwa Wesersandstein oder rheinischer Travertin. Ich weiß im Falle des Ansgariikirchturms nicht, welchen Stein man im Endeffekt verwendet hat, aber es ist davon auszugehen, dass man in Bremen nach dem teuren Steinimport wenig wählerisch bei der Verwendung war, mangels Alternativen.

    Ich halte die Entwicklung in Lübeck sogar langfristig für bedeutender als die großen genannten Rekonstruktionsprojekte - sie zeigt nämlich, dass man mit entsprechend strengen Vorgaben, die über den Stadtgrundriss hinausgehen, auch heute noch in der Lage ist, ansprechende Architektur und vor allem ein städtebaulich gelungenes Gesamtbild herzustellen - und das weitestgehend ohne Rekonstruktionen, sondern einfach durch die Einhaltung lokaler Charakteristika.


    Der nächste wichtige Schritt wäre ein Viertel, wo man ebendies ohne einen Kontext wie die Lübecker Altstadt, die solche Vorgaben geradezu erzwingt, hinbekommt.

    Das Haupttragwerk des Gebäudes stammt sehr wahrscheinlich aus dem 16. Jahrhundert, zu erkennen an den gekehlten Kopfbändern, die ab dem frühen 17. Jahrhundert in Ostwestfalen aus der Mode kamen. Für noch älter halte ich es nicht, aus verschiedenen Gründen (Häuser des 15. Jahrhunderts sind in Westfalen recht selten, zudem gab es in der Region im 16. Jahrhundert ein starkes Bevölkerungswachstum nebst einhergehendem Bauboom, und die eher geringe Größe des Hauses spricht dafür, dass es in dieser Zeit als Teil eines neuen Hofs erbaut wurde).


    Da man aber derartige Datierungen nie ohne technische Hilfsmittel verifizieren kann, würde ich eine dendrochronologische Datierung empfehlen (solange Interesse daran besteht, das Alter des Hauses genau zu kennen). Die Aussichten auf Erfolg der Datierung halte ich für recht gut, da recht viel Originalsubstanz (diverse Hauptständer, Kopfbänder und Rähme sowie die Querunterzüge) erhalten ist.


    PS: Habe den Beitrag leider nur halb gelesen (bis Rietberg) und daher die Lage völlig falsch verstanden :peinlich: . Teil 1 meines Datierungsversuchs gilt immer noch, Teil 2 ist nun natürlich irrelevent.


    PPS: Ich habe gerade nochmal ein wenig recherchiert - es gibt aus der näheren Umgebung eures Hauses einige Bauten aus dem 15. und 16. Jahrhundert, am bemerkenswertesten ist das Hallenhaus vom Hof Wehlburg in Wehdel (mehr dazu hier, auf Seite 20ff), desweiteren steht im Heimatmuseum Haselünne ein Haus mit einem Innengerüst von 1504 (Hof Klus). Diese Situation würde eine dendrochronologische Untersuchung des Hauses nochmal interessanter machen :D

    Wenn ich es richtig gesehen habe, ist die Zütphen-Kapelle in einem recht starken Winkel angebaut, sodass man den Giebel in jedem Falle gesehen hätte. Ich habe versucht, eine möglichst genaue orthogonale Ansicht der Südseite mit allen Anbauten zu zeichnen, ohne irgendetwas zu verzerren (ist mir nicht gelungen, die Anbauten sind größtenteils zu schmal). Das Haus Köppe ist ebenfalls recht schräg angebaut, aber dennoch so, dass man die Fassade ganz gut erkennen kann (die Verzerrung ist aber dennoch sichtbar - hoffentlich).

    Es gibt ein wenig Fortschritt zu zeigen - und diesmal auch ein besseres Bild. Ich habe mich dazu entschlossen, die Zeichnung zu aquarellieren, allerdings nur mit Sepiatönen, und vermutlich auch nur die Kirche selbst.



    Sobald die Zeichnung fertig ist, kann sie gerne für jegliche Zwecke, die der Erinnerung an die Ansgariikirche sowie ihrem Wiederaufbau dienen, verwendet werden.


    PS: Hier ist die fertige Zeichnung zu finden.

    Ich dachte mir, man könnte das Wochenende nutzen, um das Schöne mit dem Nützlichen zu verbinden.



    Dargestellt ist der Zustand der 20er und 30er Jahre. Wenn es Fehler gibt, bitte ich um Korrektur. Ansonsten gibt es neue Bilder, sobald ich mehr gezeichnet habe.


    PS: Die Zeichnung ist nicht schief, sondern die Aufnahme derselbigen :D