Posts by rakete

    das japanische palais wird bestimmt als porzellanmuseum ausgebaut werden. schade für meissen.


    youngwoerth:


    die b 170 ist - wie der name schon sagt - eine bundesstrasse. die kann eine stadt nicht einfach verkleinern, verlegen, umwidmen. insofern wird dieses projekt mittelfristig wohl keine allzu grossen auswirkungen auf die verkehrsströme haben.

    Miwori: die sogenannten dragonervasen sind dann auch "zusammengetragenes zeug". sie stammen aus china.


    Jojojetz: über "weiche standortfaktoren" lachen die chinesen nur. in ein paar jahren werden mikrochips statt aus deutschland aus china kommen. aber ob chinesiche touristen ausgerechnet wegen porzellan nach deutschland kommen werden?


    sachsen ist heute wirtschaftlich stark? wo firmenzentralen sein müssten, hangeln sich zimmermädchen und würstchenverkäufer durchs leben. aber ihnen bleibt ja der "weiche standortfaktor" billige plattenbauten...

    schon damals ein schönes, unnützes projekt.
    und heute erst recht: wenn locken denn heute noch vasen und suppenteller hinterm ofen vor? vielleicht in rastatt, wo es sonst nicht allzu viel zu bestaunen gibt. aber in dresden mangelt es ja nun wirklich nicht an museen.
    das geld lieber für die stabilisierung der chipindustrie bereit zu stellen, wäre vermutlich pfiffiger.


    genau, wie man damals sächsische soldaten besser nicht gegen vasen eingetauscht hätte. schon damals ging´s dadurch mit sachsen bergab. okay, dann halt wieder.

    hallo rma,


    der fernsehbeitrag enstand ende ´89, kurz nach der wende.
    in ganzer länge beleuchtet er drei themen:


    1. die ddr-baupolitik war völlig am ende.
    2. die wohnverhältnisse in den altbaugebieten war katastrophal.
    3. plattenbauten konnten weder ökonomisch noch psychologisch die altbauverluste aufwiegen.


    der beitrag zeigt, was damals letztlich a l l e n klar wurde: so konnte es nicht weiter gehen.
    auch deshalb gab es die leipziger montagsdemos.
    auch darum blieben sie friedlich.


    ostdeutschland hatte das grosse glück, dass es westdeutschland gab. man kann zu recht beklagen, dass die meisten immobilien heute in westdeutschem besitz sind. ostdeutsche hatten ja keine ersparnisse, um die häuser erwerben und sanieren zu können. steuerersparnisse und investitionshilfen, die unter "aufbau ost" liefen, sind zum grossteil letzten endes auf westdeutsche konten zurück geflossen. ich kenne jedenfalls keinen, der seine miete nicht nach westdeutschland überweist. diese haus- oder wohnungsbesitzer zahlen woanders ihre steuern und geben auch woanders ihr geld aus.


    so kommt es, dass reichlich geld "in den osten" fliesst, er trotzdem nicht so recht auf die beine kommt, aber die qualität der altbausanierungen oftmals grandios ist.


    allein schon für letzteres hat sich die wende gelohnt. viele der vorbildlich sanierten altbauten wären sonst inzwischen in sich zusammengefallen.


    der fernsehbeitrag ist gut, um sich das mal wieder in erinnerung zu rufen.

    die platte in der reichsstrasse ist so ziemlich das gruseligste, was die innenstadt zu bieten hat. sie wurde saniert, um bewohnern aus den inzwischen abgerissenen brühlplatten einen adäquaten ausgleich bieten zu können. in der nächsten runde wird sie fallen. zum glück.

    youngwoerth:


    was hat das mit mir zu tun?
    ist doch meine rede, dass eine jury immer nur unter den eingereichten wettbewerbsbeiträgen auswählen kann. schade, dass die projektstudie nicht darunter war.


    (dass sich in wettbewerben in den meisten fällen der beste entwurf durchsetzt, bezog ich ausdrücklich auf leipzig, denn nur dort kann ich das geschehen überblicken.)


    und nun zurück zum thema.

    denkmal,
    die gebäude, die du gern rekonstruiert sehen möchtest, wurden seinerzeit auch nicht per volksentscheid errichtet. und sie haben wohl damals auch nicht jedem gefallen - sonst hätten nicht ständig die stile gewechselt.


    abgesehen davon: du lässt dir doch sicher auch nicht vorschreiben, wofür du dein geld auszugeben hast. das geht bauträgern nicht anders. jede reko-vorschrift würde sofort dahingehend ausgetestet werden, wie weit man sie umgehen kann. das ergebnis sind dann solche zwitter wie zum beispiel am dresdner neumarkt. dort mag das vielleicht angehen, weil der direkte vergleich mit originaler bausubstanz fehlt. aber entlang der katharinenstrasse würden derartige atrappen nur peinlich wirken.


    im übrigen wird eine reko-debatte nicht unterdrückt. wenn es sie nicht gibt, liegt es daran, dass nach ihr kein hinlänglicher bedarf besteht. jeder, der im altbau mit stuck und gediegenen raumhöhen wohnen will, findet ein riesiges angebot. für jeden, der im neubau - wie etwa in den studiohäusern auf den brühlhöfen - wohnen möchte, ist dies eine bewusste entscheidung für raumhohe fensterfronten und flexible raumaufteilung. nach "neuen barockbauten" mit realtiv niedriger raumhöhe bei gleichzeitig relativ kleinen fenstern besteht schlicht keine nachfrage.


    darum wollen investoren so etwas nicht bauen. und sie würden es auch nicht tun, wenn man es ihnen vorschreiben würde.
    was man tun kann, ist, die legitimen (!) interessen der bauherren mit den ebenso legitimen interessen der stadt möglichst in einklang zu bringen. dazu dienen die moderierten verfahren und die wettbewerbe. von der marktgalerie bis zu uni, vom karstadt bis zu den brühlhöfen, vom motel one bis zur sachsenplatzbebauung, vom stadion bis zur neuen messe, vom gondwanaland bis zur nationalbibliothek - es gab keinen wettbewerb, bei dem nicht der beste entwurf realisiert worden wäre.
    das ist kein zufall, das ist kein glück. das zeugt von grosser sachkenntnis. man sollte foh sein, dass es sie gibt. bei plebisziten ist der ausgang hingegen ungewiss. man betrachte nur den dresdner brückenstreit - und wahrscheinlich hätte man deswegen auch den entstehenden city-tunnel mehrmals bohren und wieder zuschütten müssen.


    alles in allem - und auch trotz aller fehlentscheidungen und geplatzter blasen - steht die stadt heute besser da, als man es vor 20 oder auch vor 10 jahren für möglich gehalten hätte. ganz konkret: es gibt im osten keine lebendigere innenstadt. und das ganz ohne - mehr oder weniger gelungene - kopien von im krieg zerstörten gebäuden. altes bewahren, störendes beseitigen und neues hinzufügen - dieser ansatz hat sich bewährt. und er wird sich auch in zukunft bewähren.

    der museumskern ist kein kubus. er weist rücksprünge und auskragungen auf, jede etage besitzt eine völlig andere grundfläche. die kubusform ergibt sich durch die gläserne hülle, welche den grundriss aufnimmt und die lichthöfe aller etagen umfasst. darum ist sie nicht aus sandstein.
    weil bei diesem konzept die tradition der durchhöfe und passagen konsequent aufgegriffen wurde, lässt sich das erdgeschoss kostenfrei aus jeder richtung und in jede richtung durchqueren. darum gibt es keinen haupteingang, sondern vier gleichrangige eingänge. an jeder seite einen, darum sind alle seiten gleich gestaltet.


    wie schon hundertmal geschrieben: das gebäude ist viel zu komplex, um es nur durch einen blick von aussen beurteilen zu können.


    Helmut: für die anderen winkel gibt es noch keine allzu konkreten pläne. nach den erfahrungen mit dem katharinenwinkel will die stadt jedoch auch bei den anderen winkeln am verfahren (moderierter planungsprozess mit unterschiedlichen architekten für die einzelnen fassadenabschnitte) festhalten.

    youngwoerth, bist du nicht der typ, der dresdnern kulturlosigkeit und leipzigern arroganz vorwirft?
    und der hier im forum ausgerechnet die freiburger bahnhofsgegend als dolles ding angepriesen hat?
    jede kritik von dir ist im subtext ein kompliment. denn sie zeigt, dass projekte in dd oder le zumindest diskussionswürdig sind.
    lässt sich nicht von vielen behaupten...

    Philon:


    öhem, reden wir hier über postkartenmotive oder über architektur?


    denken in alternativen wäre hilfreich, um nach besserem ausschau zu halten. aber das wurde ja bereits getan: beim wettbewerb gab es über 500 beiträge. was meinst du, warum dieser entwurf gewonnen hat?


    einen schwallomat benutze ich nicht. allerdings auch keinen aph-schwallomat.

    vielen dank, palantir, für die fotos!
    wie schon ganz richtig festgestellt wurde, wird das gondwanaland durch grösse, gestalt und konstruktion beeindrucken. die drei aspekte werden duch dessen funktion begründet. in einem wettbewerb wurde nach der besten variante gesucht, welche nun umgesetzt wird.


    genau so war es auch beim bildermuseum. meinungen wie "zu gross", "bunker/atomkrafterk" oder "hässliche fassade" zeugen daher eher davon, dass das konzept (noch) nicht begriffen wird. ansichten wie "um das ding zu beurteilen, brauche ich es nicht von innen gesehen haben", gehen noch einen schritt weiter (bzw. zurück): dann fehlt offenbar der wille zur auseinandersetzung mit dem konzept.


    tatsächlich ergibt sich die grösse aus dem reichtum der sammlungen und der für sie benötigten ausstellungsfläche. die konstruktion ermöglicht eine abfolge aus intimen kabinetten, grossen sälen und verglasten lichthöfen in allen etagen - perfekt abgestimmt auf die präsentation bildender kunst aus 7 jahrhunderten. der gleichbehandlung dieser künstlerischen vielfalt im inneren wird mit der neutralen äusseren hülle rechnung getragen. die einbindung in den städtebaulichen kontext erfolgt durch den kranz der winkelbauten, deren fassaden in einen individuellen dialog mit jeweiligen, sehr der heterogenen umgebungsbebauung treten können. eine aufgabe, welche eine - wie auch immer geartete - museumsfassade nicht hätte meistern können.
    innen- und aussenwirkung, grösse und kleinteiligkeit, strenge funktionalität und gestalterische freiheit gehen bei diesem gesamtkonzept eine mutige symbiose ein. leipzig gehört zu den sehr wenigen städten, welche überhaupt die voraussetzungen und offenheit besitzen, ein solches projekt wirklichkeit werden zu lassen.


    denjenigen, die daran interessiert sind, ist zu wünschen, dass auch bei den weiteren museumswinkeln die sich bietenden chancen genutzt werden. allen anderen, für die ein dach aus roten ziegeln zu bestehen hat: gute weiterreise! es gibt so viele heimatmuseen, die sich vorbildlich nach touri-erwartungshaltungen sanieren. mit etwas glück gibt´s dort auch getöpfertes und selbstgebackenes brot.

    ich habe nie in den chor derjenigen eingestimmt, die dresdner lokalpolitiker als besonders inkompetent oder aussergewöhnlich selbstgerecht bezeichnet haben. aber deren reaktion auf die gestrige entscheidung stimmt mich nachdenklich. ein mdr-interview mit ob orosz fand ich beschämend peinlich und (in anbetracht ihrer position) schockierend: statt sich mit der entscheidung inhaltlich auseinanderzusetzen und lösungswege aufzuzeigen, schnaubte die frau nur etwas von "respektlosem wahlkampf".


    so geht´s ja nun nicht.


    spätestens seit letztem jahr ist jedem klar, dass der titel verloren geht, wenn die brücke weiter gebaut wird. sie wird weitergebaut, also muss man sich auch den konsequenzen stellen.
    wer kein kind hat, bekommt kein kindergeld. und wer nicht mehr weltkulturerbe sein wird, wird auch kein geld aus dem förderprogramm für deutsche welterbestätten erhalten. darüber gibt es doch überhaupt nichts zu diskutieren. das geld ist ohnehin knapp und wird anderswo (z.b. in quedlinburg) dringend gebraucht.


    dresden wird also keineswegs "geld gestrichen", wie dies - in echter oder gespielter naivität (was ist schlimmer?) - verbreitet wurde. um fördergelder zu erhalten, reicht es nicht aus, einfach einen antrag zu stellen. dazu muss man mindestens die jeweiligen förderkriterien erfüllen. schön, wenn sich das nun hoffentlich weiter herumsprechen wird.


    gut für projekte wie die lingner-schloss-sanierung: in deutschland wird fast alles gefördert. aus irgendeinem anderen topf werden bestimmt gelder fliessen.
    aber noch besser: der vorgang zeigt, dass der schwanz nunmal nicht mit dem hund wedeln kann. ob bei der unesco oder dem bund - es gibt regeln. dummes gequatsche wie "demütigung" oder "rechtsbruch" zeugen allerdings davon, dass noch immer nicht alle lokalpolitiker dieses recht einfache prinzip verstanden haben. das ist tragisch. bleibt zu hoffen, dass umgelernt wird.

    Vitruv:
    so wie auf den kupferstichen sieht es doch dort längst nicht mehr aus. südlich der elbe blickt man heute auf jede menge platten. "weltkulturerbe" ist eh da schon reichlich übertrieben. im grunde war es doch schon quatsch, die gegend überhaupt auf die weltkulturerbeliste zu hieven.
    die elbe in der sächsischen schweiz als weltnaturerbe zu deklarieren, wäre die bessere idee gewesen.
    oder vielleicht den zwinger als weltkulturerbe. das hätte gut möglich zu einer altstadtverträglicheren lösung für den willsdruffer kubus geführt. weil dabei tatsächlich ein kompromiss hätte gefunden werden können. dresden hätte seinen titel behalten und die ganzen diskussionen wären uns - auch mit brückenbau - erspart geblieben.


    wenn man das alles mal bedenkt, wirken viele der aufgeregtheiten eher affektiert.

    ich habe heute mal das gelände vor ort "begutachtet", bin begeistert und kann nur raten:
    abreissen und begrünen!
    diese ganzen schuppen braucht kein mensch. durch ihren abriss (bis auf den rundlokschuppen und die distille) kann aber ein riesiger park entstehen - der dann auch frei zugänglich wäre. als stadtumbauprojekt schlägt dieses vorhaben die umgestaltung des geländes des eilenburger bahnhofs um längen. wenn noch jemand fragt, was der city-tunnel eigentlich den leipzigern bringen wird - dieser park ist mit sicherheit bestandteil der antwort.

    vielen dank für die geposteten entwürfe.


    sehr gut finde ich die ansätze, welche die grünanlagen vom "oktoberbeton" mit in die planungen einbeziehen. auf diese weise könnte eine echte parkanlage entstehen. die zerstörten gebäudeteile des bayerischen bahnhofs wieder zu ergänzen, wäre sehr wünschenswert. dadurch würde tatsächlich wieder ein bahn"hof" erlebbar werden.


    was genau von diesen ideen umgesetzt, wird sicher eine frage der nutzung und der finanziellen möglichkeiten sein.

    youngwoerth:


    1. es ist für leipzig völlig egal, was und wie in dresden, freiburg oder sonstwo gebaut wird. und umgekehrt. für konkrete situationen sind jeweils adäquate konzepte erforderlich. weil die situationen verschieden sind, können sich auch die konzepte unterscheiden.


    2. die konkrete situation am leipziger sachsenplatz bestand bis zur wende aus einer notdürftig kaschierten brache mit höchst unterschiedlicher bebauung ringsum. mit der neubebauung werden keine "gewachsenen strukturen zerstört", sondern das gebiet wird wieder mit dem stadtgefüge verwoben.


    3. klar könnte der uni-riese auch in warschau oder barcelona stehen. steht er aber nicht. mit seiner markanten gestaltung in form eines aufgeschlagenen buches ist er einzigartig und verweist zugleich auf seine (frühere) funktion als hochhaus der zweitältesten deutschen uni. selbst wenn man ihn kopieren würde - er bliebe das original.


    4. was soll in leipzig "lokaltypische architektur" sein? das ehemalige reichsbankgebäude am peterskirchhof entstand im stil der italienischen renaissance, der alten börse am naschmarkt stand eine hamburger villa pate, das kroch-hochhaus wurde einem venezianischen glockenturm nachempfunden, etc. . "lokaluntypische architektur" i s t in leipzig flächendeckend. "lokaltypische architektur" ist wohl eher ein phänomen von planstädten oder abgeschiedenen städten in der provinz. als handelsstadt war und ist leipzig für neues und fremdes offen. aus dieser tradition ergibt sich zum einen ständiger baulicher wandel und zum anderen die konstante der durchhöfe und passagen. mit der bebauung des sachsenplatzes wird diese tradition fortgeschrieben.


    5. diese fortwährende entwicklung der innenstadt hat dazu geführt, dass sie - auf engstem raum - noch heute alle funktionen eines zentrums in sich vereinen kann. die farbe von fensterrahmen ist nicht nur mir egal. sie ist egal für die erfüllung all dieser funktionen.


    6. selbstverständlich ist die innenstadt architektonisch heute kontrastreicher als vor dem krieg. und vor dem krieg war sie kontrastreicher als vor dem 30-jährigen krieg. na und? schlecht für heile-welt-postkartenmotiv-knipser, aber offenbar gut für die innenstadt. sie gehört zu den wenigen, die heute wirklich urban sind.


    7. die bebauung des sachsenplatzes wird diese urbanität weiter verstärken. erst recht, wenn dabei so vorgegangen wird, wie beim katharinenwinkel.

    @x-flips: wirkt sich nicht aus. wem´s nicht gefällt, zieht um.


    youngwoerth: na wenn für dich das ensemble an erster stelle steht, dann sollten aber auch alle teile des ensembles dazugehören. rund um den katharinenwinkel stehen gebäude vom 18. - 21. jahrhundert. kontraste gehören in leipzig zum ensemble innenstadt. darauf wird beim katharinenwinkel in vorbildlicher weise eingegangen. oder kennst du ein anderes gebäude, dessen fassade von vier verschieden architekten entworfen wird?


    abgesehen davon: zu glauben, identitätsstiftende gebäude seien nur im rückgriff auf historisierende oder "lokaltypische" formensprache (am besten in harmonischen ensembles) möglich, ist auch quatsch. bestes beispiel hierfür ist der uni-riese.


    die aufgabe der leipziger städteplaner ist es nicht, aus dem architekturmix der innenstadt willkürlich einen stil als "verbindlich" vorzuschreiben, sondern
    1. die den stadtorgansismus zerstörenden bereiche einer neubebauung zuzuführen. (dies ist beim hotel "stadt leipzig", dem ddr-messeamt, uni und brühlbauten und eben bei der brache "sachsenplatz" bereits geschehen. das stasi-areal wird folgen.)
    2. durch wettbewerbe eine möglichst qualitätvolle neubebauung durchzusetzen.
    3. einen nutzungsmix zu gewährleisten.


    wenn diese aufgaben erfüllt werden, ist es völlig egal, ob bei den einzelnen projekten rote dachziegel, weiße fensterrahmen oder lila dachrinnen zur anwendung kommen. wenn der mix stimmt, wird auch die attraktivität der innenstadt stimmen. zu diesem mix gehören
    - die denkmalgerechte sanierung der altbausubstanz
    - die bewahrung der gelungensten bauwerke aus der ddr-zeit (langfristig werden nur rund 1 dutzend ddr-bauten diesen einzigartigen zeitabschnitt repräsentieren, bei dem es - wie beim "pinguin-haus" mal nicht um maximale verwertung der grundstücke ging).
    - die fortschreibung der architekturgeschichte (wie sie derzeit beim paulinum-neubau betrieben wird).


    die leipziger kontinuität ist die kontinuität des wandels. aus ihr enstand ein ensemble voller kontraste, das durch weitere nicht zerstört, sondern bereichert werden wird.
    sicher kein gutes pflaster für blut-und-boden-heimatstil-mentalität. und genau darum so urban.

    oh youngwoerth, da hast du morgen ja mal wieder was in deinem vergebungs-thread zu posten...


    gerade weil leibzsch k e i n e engelsgleiche stadt ist, kann man sich traumtänzereien über luftschlösser sparen.
    hier im forum werden doch immer - in massstäblichkeit und formensprache - "angepasste" neubauten gefordert. und siehe da:
    - die blockrandbebauuung wird wieder hergestellt
    - der neubau erhält 4 fassadenabschnitte von 4 verschiedenen architekten
    - der krier-abschnitt passt sich kretzschmann´s hof an
    - die abschnitte entlang der böttchergasse nehmen bezug auf das "pinguinhaus"


    den gesamten neubau im krier-style zu errichten oder die einzelnen fassadenabschnitte zu tauschen, würde dem hier sonst immer gefordertem widersprechen.
    selbstverständlich lässt sich über details diskutieren. das abgeschrägte erdgeschossfenster im fuchshuber-abschnitt ist übel. den figurenschmuck am krier-bau halte ich für arg kitschverdächtig. aber das ändert doch nichts daran, dass bei diesem neubauprojekt (und damit schliesse ich die städtebauliche idee des bildermuseums im zentrum mit seinem kranz aus winkelbauten ein) in die richtige richtung geplant wurde. mit einer sorgfalt, die weit über dem üblichen liegt.
    in den 90ern war es üblich, auf solche brachen wie dem sachsenplatz einfach ein kaufhaus oder kinokomplex zu klatschen. dass man sich hier für eine - in allen belangen - anspruchsvollere idee von stadtreparatur entschieden hat, ist fast schon engelsgleich...