Posts by Reinhard

    Quote from "Schloßgespenst"

    ... hat dieser Komplex ansatzweise fast schon gründerzeitliche Anleihen.


    Das schräg gegenüber gelegene "Westin Grand" hat (als Plattenbau!) eine ähnliche Fassade wie der obige Entwurf.
    Wenn so gebaut würde, fände ich es nicht schlecht. :)


    Ob ich allerdings jemals wieder so preiswert und zentral wohnen könnte wie im alten Hotel "Unter den Linden"? :?

    Quote from "Ben"

    Das mit der Rotunde ist doch wirklich Schwachsinn!


    Wie wahr! Die Rotunde strahlt mehr Würde aus, als es Chipperfield jemals bauen könnte... :augenrollen:

    Quote from "Booni"

    Wusstet ihr eigentlich, dass das Pergamonmuseum einen Vorgängerbau hatte?



    Dieser "Vorgängerbau" ist der Kernbau, um den dann in den 20ern das heutige Gebäude erweitert wurde. Deshalb lag bis zu den Beschädigungen im WK II der Haupteingang auf der die Ostseite. Das lag ja auch nahe, denn wer von Stülers Neuen Museum oder der Nationalgalerie kam, der wolte ja nicht erst auf die andere Spreeseite wechseln um ins Pergamonmuseum gehen zu können.

    Vor dem Bau des Pergamonmuseums standen an dieser Stelle die Reste des alten Packhofes.

    Quote from "Booni"

    Was ist das eigentlich für ein monströser Bau?


    Also.. ich finde das Teil gar nicht so schlecht, verglichen mit dem Bundesbahn-Verwaltungsgebäude auf dem Nordbahnhof-Gelände in Berlin-Mitte.
    Wenn ich auch zugeben muß, daß die Abendsonne etwas schönt. :zwinkern:

    Quote from "Antiquitus"

    die meisten, die unbedingt ein eigenes haus wollen, bauen ohnehin sowieso.

    Das kann ich aus beruflicher Erfahrung bestätigen. Zumeist werden die öffentlichen Fördermittel zur Verbesserung der Ausstattung oder zugunsten der qm-Größe verwendet. Gebaut würde sowieso.

    Quote from "Philon"

    ...und als Parkwächterin wird eine lesbische schwarze Behinderte mit Migrationshintergund eingestellt...


    ... aber sogar die können ätzend sein ... :lachen:

    Quote from "Schloßgespenst"


    Aber das sind eher politische Fragen, die mit Architektur wenig zu tun haben.


    Ich glaube: im Gegenteil. Architektur, gute wie schlechte, auch Nicht-Architektur (Funktionsbauten) haben viel mit Lebensauffassung, Werte-Raster oder eben mit deren Negierung zu tun.
    Letztendlich ist alles - irgendwie - politisch.
    Vor 30 Jahren wurde angesichts der "Neuen-Heimat-Architektur" der Satz geprägt " Man kann einen Menschen mit einer Wohnung erschlagen wie mit einer Axt".
    Wenn DAS keine politische Herausforderung ist...

    Quote from "Schloßgespenst"


    Halbwegs ansprechend gestaltete Vorstädte wie etwa Potsdam-Kichsteigfeld sind sicher erfreulich,...


    Oh, ich bin mehrmals extra dorthin gefahren und habe sogar eine Stadtführung mit Rob Krier dort erlebt.
    Das Konzept des Kirchsteigfelds ist genau DAS, was mir für den modernen Städtbau vorschwebt.
    Es ist das mittel-europäische Gegenstück zu Poundbury, Dorset und zu Seaside, Florida.

    Quote from "Schloßgespenst"


    ...aber viel wichtiger ist es meiner Meinung nach, zu verhindern, daß sich das Leben in den Innenstädten zurückbildet.


    Naja - deshalb hatte ich ja auch die obige Umfrage gestartet.
    Ich denke, daß das Eine das Andere nicht ausschließen muß oder sogar begünstigt.

    Quote from "Schloßgespenst"


    Daher hätte man diese Investitionen besser in Potsdam selbst getätigt (und dafür Plattenbauten abgerissen).


    Du sprichst mir aus der Seele! Wenn ich die preisgekrönten DDR-Hochhaus-Plattten "auf dem Kiewitt" sehe...

    Quote from "Schloßgespenst"


    Wie es in Münsters Innenstadt mit Leben und Einkaufen etc aussieht, weiß ich nicht, aber wahrscheinlich nicht schlecht, oder?


    Münster ist im großen und ganzen wundervoll.
    Aber bestimmt nicht perfekt...

    Am 1. Juni 2005 nahm ich in Münster an einer Bürgeranhörung zu einem Bebauungsplan teil.


    Es ging um die Schaffung eines neuen Ortskerns in einem Vorort.
    Ein zu einer Schlafstadt mutiertes ehemaliges Straßendorf soll nachträglich einen kleinen Marktpölatz mit Wohn- und Geschäftshäusern bekommen.
    "Sollte" ist wohl präsziser, denn der unsprüngliche, vor zwei Jahren verabschiedete, durchaus interessante Plan ist durch fehlende Investoren obsolet geworden. Die geforderte Ladengröße für das Hauptgeschäft entsprach mit maximal 800 qm Nutzfläche nicht den Anforderungen, die geforderten 1.600 qm Nfl. ließen sich nicht unterbringen.


    Nunmehr also wurde eine Planung für einen "Einkaufs-Schwerpunkt" am Rande des Ortes vorgestellt.
    Von der 2 1/2 geschossigen Bauweise für Wohn- und Geschäftshäuser war nicht mehr die Rede: es sollen reine Gewerbe-Gebäude ("Kisten") in Leichtbauweise für Supermarkt und drei Einzelhandel-Läden werden.


    In der Versammlung waren ca. 80 interessierte Bürger vertreten.
    Die Diskussion kreiste vornehmlich um die geplanten Kindergartenplätze und um die Linienführung des Stadtbusses.
    Gestaltungsfragen interessierten nicht.
    Hinweise, daß die 80 Meter lange und 7 Meter hohe Rückfront des Supermarktes plus Warenlagers parallel zu der Wohnsammelstraße läge und daß eine solche Wand ohne jegliche Fensteröffnung und Strukturierung auch Gegenstand der Debatte sein sollte, wurden ignoriert.
    Der Wegfall des im Ursprungsplan vorgesehen gestalteten "Marktplatzes" interessierte ebensowenig wie der Abzug von Kaufkraft und Freizeitwert aus dem ohnehin nur schwach ausgebildeten alten Ortskern.


    Was sind das für Bürger, die es in der Hand haben, ihren Stadteil mit zu gestalten, und die nur die Funktionalität im Auge haben?
    Sind das überhaupt "Bürger"?
    Sind es nicht nur "Einwohner", die wert auf eine frostsichere, wasserdichte Behausung mit Busanschluß legen?


    Welches Selbstverständnis liegt solchen Prioritäten zu Grunde?
    Interessieren diese Menschen sich grundsätzlich nicht für wohlich Gestaltete öffentliche Räume oder kennen sie es nicht besser,
    weil auch ihre privaten Wohnräume keine Gestaltungsqualität haben?

    Quote from "Schloßgespenst"

    Gibt es da irgendwelche Absichten oder Überlegungen?

    Nein, weder in der "Gesellschaft Historisches Berlin" noch sonstwo habe ich von solchen Plänen gehört.
    Wenn man sich die nach dem Tiefgaragenbau erneut öde Gestaltung des Bebel-Platzes zwischen Königlicher Bibliothek und Staatsoper und (demnächst) dem Hotel de Rome anschaut, dann weiß man auch um die Aussichten für eine Änderung des Gendarmenmarkts.
    Es fehlt einfach am Geld.


    Es ist halt billiger, einen gepflasterten Platz gelegentlich zu fegen als eine schöne Grünalage samt Springbrunnen in Ordnung zu halten... :(

    Quote from "BauNetz Meldung"

    "Die nordwestliche Giebelwand des Berolinahauses, die sich dem ehemaligen Centrum-Warenhaus entgegen richtet und eigentlich als Brandwand konzipiert war, wird neu gestaltet.
    Tchoban will hier mit einer „kontrastvollen, eigenständigen Gestaltung mit der immer noch modernen Ausprägung der übrigen Fassaden in ein Verhältnis treten und dem Haus eine neue Qualität verschaffen“."


    "Kontrastreich" und "eigenständig" - daß ich nicht lache: da werden ganz stumpf ein paar Fenster in die Brandwand gebrochen und geklebt.
    Dagegen ist der restliche, seriell wirkende Behrens-Original-Bau ja geradezu kreativ. :pfeifengelb:

    BERLINER MORGENPOST vom 27.05.05:


    "Stellen Sie sich vor, Sie verlassen den U-Bahnhof Mohrenstraße in Fahrtrichtung Westen.
    Sie steigen die Treppe aus dem Untergrund hinauf und sehen vor sich rechts einen Prachtbau im Neorenaissance-Stil.
    Links vor Ihnen steht ein mächtiges Bürogebäude im florentinischen Stil.
    Um Sie herum liegt ein eleganter, von Häusern mit reich gegliederten Fassaden eingerahmter Platz mit Bäumen und gepflegtem Rasen.


    Zugegeben, diese Vorstellung fällt schwer.
    Denn verläßt man heute den U-Bahnhof, schaut man rechts vor sich auf Plattenbauten der DDR, in dessen Ecke sich ein chinesisches Lokal namens "Peking-Ente" eingemietet hat. Links vor Ihnen versperrt eine verdreckte Mauer den Blick auf ein Trümmergrundstück. An Ihrer linken Seite erhebt sich im Stile der DDR-Siebziger die tschechische Botschaft mit ihren kupfern verspiegelten Fenstern, scharf rechts lockt ein großer Verbrauchermarkt mit Sonderangeboten.
    Genau vor dem U-Bahneingang steht ein Baugatter - rund um das bereits in den Boden eingelassene Fundament für die Statue des Feldmarschalls Leopold von Dessau; sie soll am 8. Juni wieder aufgestellt werden.
    Von einem eleganten Platz gibt es keine Spur.


    Denn seit 60 Jahren existiert der Willhelmplatz, die einstmals beste Adresse der deutschen Hauptstadt, nicht mehr. ..."


    http://morgenpost.berlin1.de/content/20\r
    morgenpost.berlin1.de/content/20" onclick="window.open(this.href);return false; ... 56081.html


    http://www.neue-reichskanzlei.de/\r
    http://www.neue-reichskanzlei.de/" onclick="window.open(this.href);return false;

    Lieber das Schloss als den PdR!


    Zwergengeist in Zwergenleibern
    Hält am Rastermaß gern fest
    Allen Retro-PdR-Betreibern
    Biet´ ich gerne an den Test


    Dort in Spanien, in Toledo
    Sprengte man den Alcasar
    Aufgebaut ist er als Credo:
    Spanien, neu und wunderbar!


    Moskaus Kreml wurde zweifach
    Aus der Asche aufgebaut
    Wär´ die Stadt denn noch das Gleiche
    Würd´ auf Glas und Stahl geschaut?


    Selbst Venedig sah mit Schrecken
    Seinen Campanie stürzen
    Wär´ der Marcusplatz derselbe
    Würde Stahlbeton ihn würzen?


    Wenn Berlin statt all´ der Blöcke
    Rastermaß und Spiegelgas
    Neubarocke Pracht vorzöge
    Böt´ die Mitte viel mehr Spaß!


    Laßt uns Neues schön gestalten
    Hehr im Werk, verspielt im Stuck
    Helft Berlin den Charme erhalten
    Schenkt der Hauptstadt DIESEN Schmuck!


    Zusammenfassung:
    Wachtelbrust statt Currywust!


    Reinhard

    Berlin-Spaziergang


    Wenn ich unter Linden gehe
    Kreuz´ die Friedrichstraße dann
    Alten Fritzens Denkmal sehe
    An der Spree einhalten kann.


    Links, da seh´ ich Schinkels Säulen
    Raschdorffs protz´gen Kirchenbau
    Geradeaus - fast möcht´ ich heulen -
    Erichs schnöde Lampenschau.


    Rechts von mir ist öde Leere
    Wo einst Schlüter hat gebaut
    Wo barocke Pracht noch wäre
    Hätt´ sich Ulbricht nicht getraut
    Tausend Tonnen wegzusprengen
    Raum zu schaffen Jubelklängen
    Aufmarschplatz für Menschenmengen
    Zugewalzt mit Asphalthaut.


    Den Alex prägt das Rastermaß
    Den Sony-Platz das Spiegelglas
    Friedrichstraßens Blockbouletten
    Lieber bess´re Mieter hätten.
    U-Bahn 5 in weiter Ferne
    Doch das SCHLOSS
    DAS hätt´ ich gerne!


    Reinhard