Posts by Reinhard

    Quote from "haussmann"

    Die Fassade mag noch so schön sein, davor drängen sich jedoch stets Verkehrsschilder und stromlinienförmige Blechkisten, die nebenbei auch das Flanieren verhindern.


    Ach naja - mir hingegen ist es wichtiger, daß die Reko so gut gemacht wird, daß sie auch dann noch steht, wenn es keine Verkehrszeichen mehr gibt, weil die Verkehrsregelungen online und unichtbar direkt dem Auto-Computer mitgeteilt werden. Dann kann man auch dem Auto erfolgreich "Husch-husch: geh parken" sagen und der Platz vor dem Kurländerpalais bleibt für Ästheten frei und optisch unbelastet... :D

    Meldung der BERLINER MORGENPOST:


    Letzte Ausstellung im Palast


    Im Palast der Republik ist am Silvesterabend die endgültig letzte Kunstausstellung zu Ende gegangen.
    Mehr als 5000 Menschen besichtigten die Schau "White Cube" in der Ruine des einstigen DDR-Baus, sagte Organisatorin Lisa Junghanß gestern.
    In diesem Monat soll der Abriß des asbestsanierten Palastes beginnen.
    dpa


    Seht ihr die Zeichen an der Wand? :D

    Das Charlottenburger Tor wurde 1938 auseinander gerückt: für den Ausbau der Ost-West-Achse mußte die Durchfahrt erweitert werden.
    Dadurch bekam das Tor mehr den Charakter von Arkaden.


    Schon als kleiner Junge wünschte ich mir auf den inneren Eckpfeilern oben aufgesetzte vergoldete Obeliske, damit das Tor wieder als solches zu erkennen ist...



    Quelle: chemnitzer.linux-tage.de/2003/media/bilder

    Quote from "uaoj36"

    Wirkt die Ausstrahlung Dresdens auch postitif zu den Entwicklungen in Berlin?


    Nun, Rob, das ist zu hoffen.
    Aber so recht glauben kann ich nicht daran:
    Im Gegensatz zu Dresden gibt es in Berlin keine Identifizierung mit der Stadt als "Image".


    Viele Berliner suhlen sich geradezu in der Häßlichkeit ihrer Stadt.
    Das macht es so schwer, wenn man Besserung erreichen will... :peinlich:

    Quote from "der_Sauerländer"

    Irgendjemand sollte denen mal erklären, dass Linksradikalismus und Rechtsradikalismus im Grunde fast das Gleiche sind.


    Falsch! Was Du meinst sind Linksextremismus und Rechtsextremismus.
    Da stimmt das Wort von George Clemenceau: "Les extrémes se touchent".


    (Ich weiß, es ist "off topic", aber mit dieser Begriffsverwirrung wird immer wieder Politik gemacht)

    Quote from "Booni"

    Die Stadtbibliothek, die überdimensionierten Münster-Arcaden und ein 2002 äußerst unsensibel wiederaufgebautes Haus am Prinzipalmarkt.


    Das scheußliche Deilmann-Theater hast Du vergessen. :weinen:
    Die Arcaden sind von außen wirklich schlimm. Bis zum Herbst nächsten Jahres wird ein noch größerer Bauabschnitt dazu kommen.
    Innen allerdings finde ich sie - gemessen daran, daß es modernistische Architektur ist - gar nicht schlecht.
    Aber welches soll das "unsensibel wieder aufgebaute Haus am Prinzipalmarkt" sein? So schlimm kann es nicht sein, denn sonst wäre es mir aufgefallen...

    Quote from "Booni"

    Münster täte etwas Reko auch ganz gut.


    Das ist sicherlich richtig.
    Gerade wird eine Gebäude der Bischöflichen Verwaltung fertiggestellt, das sprachlos macht: schade um den schönen Sandstein!


    Aber um auf Frankfurt zurück zu kommen:
    Münsters Steinfassaden standen zumeist auch dann noch, wenn das Haus dahinter verbrannt war. Die Fachwerkhäuser Frankfurts waren aber nur noch Schutthaufen.
    In Münster wurden deshalb die alten Straßen beibehalten, während sie in Frankfurt geradegelegt und verbreitert wurden.

    Hier ist ein interessanter Leserbrief, den jemand aus dem Münsterland geschrieben hat:
    [quote="Heinrich Kemper, Warendorf,"]
    FAZ vom 20. Dezember 2005
    Briefe an den Herausgeber


    <<< Mit Sorgfalt>>>


    Der in der FAZ vom 24. November abgebildete preisgekrönte Entwurf des Frankfurter Architekturbüros Braun & Schlockermann zur Umgestaltung des historischen Museums in uunmittelbarer Nachbarschaft der gotischen Nikolaikirche am Römer in Frankfurt am Main ist ein weiteres Beispiel dafür, welch eine zusätzliche Verschandelung der Frankfurter Altstadt zugemutet wird.


    Gerade eine Stadt wie Frankfurt – bei uns in Westfalen Main Manhattan genannt – sollte als Gegengewicht zu ihrer Hochhaussilhouette der Erhaltung des alten urbanen Stadtbildes eine besondere Sorgfalt angedeihen lassen.


    Die in den letzten Jahren häufig vorgetragene Argumentation, historische Bauten würden durch eine Kontrastwirkung zu moderner Architektur in ihrer Wirkungsmöglichkeit noch gesteigert, verkehrt sich doch ins Gegenteil, wenn man aufmerksamen Auges durch die nach dem Zweiten Weltkrieg wieder aufgebauten Innenstädte der Bundesrepublik wandert und resigniert beobachten muß, daß überall dort, wo nach diesem Motto gehandelt worden ist, gerade historische Bauwerke und Standorte in oft fürchterlicher Weise eingeschränkt worden sind.


    Ich kann den für die Altstadt Frankfurt verantwortlichen planerischen Entscheidungsträgern nur anraten, einmal die Stadt Münster in Westfalen aufzusuchen, weil es dieser Stadt gelungen ist, ihr durch den Krieg zerstörtes Stadtbild das ehemalige Fluidum dadurch zu erhalten und wiederzuschenken, indem man die denkmalswerten Bauwerke dieser Stadt wieder restauriert hat und deren Umgebung in geschickter und anpassungsgemäßer Weise in einem historischen Baustil wiedererichtet hat. [/quote]



    Quelle: Historic Highlights of Germany / Münster
    Stimmt! :D


    Beste Grüße
    Reinhard

    Quote from "der_Sauerländer"


    Aber ob das noch aktuell ist?


    Zumindest scheint mit der Parzellengröße der Fehler der viel zu schmalen Townhouses an der Niederwallstraße nicht wiederholt worden zu sein:
    Die Häuser zur Westseite haben Reiheneigenheim-Maß und die zum Schinkelplatz sind doppelt so breit.
    Da ist dann gestalterisch schon etwas "drin". :)

    Quote from "Booni"

    ... so schön wie vor 80 Jahren wird es nie nie wieder...


    Wiklich "schön" ist Berlin auch vor 80 Jahren nicht gewesen.
    Viel zu uneinheitlich im Stil, viel zu unproportioniert in den Bauhöhen, viel zu viel schlechte Altsubstanz.
    Allerdings vor 160 Jahren: da war Berlin eine der schönsten Städte Europas.
    Mit der Industriealisierung kam dann der Wildwuchs und die Häßlichkeit.


    Paris ging es nicht anders; deshalb mußte ja auch Hausmann fast die Hälfte der Stadt neu entwerfen.

    Berolinas Schmuck


    Auf Endmoränensand gegründet
    Am Fluß, der bleischwer durch die Stadt sich windet
    Im Straßennetz – oft grob geflickt -
    Ein Häusermeer, das Narben schmückt.


    Nicht nur in Bombennächten starben
    Bauwerke einer stolzen Zeit
    Auch mähten kalte Feuergarben
    Den Weg frei für Beliebigkeit.


    Wer´s nur beklagt wird nichts bewegen
    Machtmenschen stört die Klage nicht
    Laßt uns klug und deutlich reden
    Aufdaß die Ignoranz zerbricht.


    Laßt uns Neues schön gestalten
    Mit hehrem Werk, verspieltem Stuck
    Laßt uns des Alten Wert erhalten
    Schenkt Berolina DIESEN Schmuck!


    Reinhard 23.12.1999

    Quote from "Stephan"

    Weiß jemand was links unten am Bildrand gebaut wird, weiß außerdem jemand was neben der Kommandantur entsteht?


    Das Luftbild ist schon etwas älter (ca. drei 1/2 Jahre).
    Was Du vermutlich für die Kommandantur hältst ist das Kronprinzenpalais.
    Die etwas mekrwürdig aussehende Baugrube zwischen Spree und Kronprinzenpalais ist die Stadtkommandantur.
    Die Baustelle unten links auf dem Bild ist das Domaquarée mit dem Hotel Radisson, das mittlerweile fertiggestellt ist.