Posts by Apollo

    Was meiner Meinung nach bislang viel zu kurz gekommen ist, ist die Frage, wie bei diesem Areal eine städtebaulich sinnvolle Lösung im Bezug auf die Bebauung an der Galeriestraße gefunden werden kann.


    Hier hat die GHND einen sinnvollen Vorschlag gemacht. Da der Kulturpalast derzeit aber saniert wird, kann ich mir kaum vorstellen, dass man kurz darauf die gesamte Ostfassade wieder einreist.


    Die so entstehende Ecke entstellt das Areal deutlich mehr als die Gewandhausfläche. Vor allem stellt sich die Frage, ob man, ähnlich wie beim Hotel de Saxe, die Brandschutzmauer so gestaltet, dass hier ein späterer Anschluß für einen Eckbau möglich ist, oder ob man eine Endlösung anstrebt und hier Fenster und Fassade vorsieht.

    Ich kann die Aufregung nicht so ganz verstehen. Ich war und bin immer ein Verfechter einer weitestgehenden Reko des Neumarkts gewesen. Aber jetzt den Weltuntergang zu beschwören, obwohl noch nicht mal ein Fassadenentwurf existiert, halte ich für ein wenig überzogen. Ich war auch immer einer der schärfsten Kritiker der Prisco Bauten in der Töpferstraße, aber man muß Prisco zumindest zugestehen, dass er sich zumindest bei den Fassaden zum Platz hin bemüht hat, dem historischen Erscheiniungsbild Rechnung zu tragen.


    Mein Vorschlag wäre, wenn es zu einer Bebauung des Gewandhausareal kommt, einfach die Eckbauten, von denen ja zumindest einer als Leitbau vorgesehen ist, einfach um einige Meter nach vorne zu ziehen, dann bliebe zumindest das historische Erscheinungsbild gewahrt und ein Glaskasten wäre abgewendet. Denn die Eckbauten sind ja immer besonders brisant. Durch sie kann ein ganzes Areal ruiniert werden.

    Ich denke, man sollte hier mal die Kirche im Dorf lassen. Ich denke, es gibt drängendere Probleme als die Wiederanlage des Pirnaischer Platzes. Hier steht weder ein aktuelles Projekt an, noch wird sich ein solches Vorhaben in den nächsten Jahren realisieren lassen. Auf eine Reko zu drängen wäre hier also nicht sinnvoll. Und selbst wenn eine Reko gelingt, wäre dieser Bau ein Solitär in einer beängstigend banalen Umgebung. Eine Reko kann es nur in einem kausalen Kontext geben.


    Ich bin der Meinung, dass beispielsweise auf dem Postplatz eingegriffen werden muß, hier ist ja zumindest die Platzanlage noch vorhanden. Außerdem könnte hier eine moderne Bebauung drohen, der platz wäre dann unwiderbringlich verloren.


    Es ist insgesamt doch wesentlich wichtiger, dass wir es schaffen, ein begrenztes, aber geschlossenes Ensemble wiederzuerrichten, statt in ganz Dresden Rekos zu verstreuen. Deshalb ist es so schade, dass die Wohnungsbaugesellschaft ihrer Verantwortung am Neustädter Markt nicht nachgekommen ist und insbesondere auf der westlichen Seite der Hauptstraße ein doch relativ leicht wiederherzustellendes Ensemble nicht wiederaufgebaut hat. In diesem Zusammenhang sollte man die Rolle dieser Gesellschaft einmal diskutieren. Man hätte am Neustädter Markt wie auch am Neumarkt so viel mit verhältnismäßig geringem Aufwand retten können. Grotesk mutet auch die Arbeit der stadtplaner an. Insbesondere am Neumarkt. Wie kann man sich auf der einen Seite für die historische Wiederanlage dieses Platzes entscheiden aber dann auf der anderen Seite die Wohnanlagen sanieren lassen und den Kulturpalast in der jetzigen Form erhalten. Die südlichen Straßenzüge ( Quartiere ) werden in der Struktur völlig entstellt werden. Ein harmonisches Gesamtkonzept fehlt hier völlig. Das gleich gilt für den Neustädter Markt. Keine durchdachte Struktur. Die Straßen verlaufen in Sackgassen, eine sinnvolle Ordnung fehlt hier völlig, mit der derzeitigen Sanierung ist wieder eine Chance vertan.

    Ich habe mir gestern mal einen Stadtplan von Dresden angesehen, ich war leider noch nie persönlich in Dresden, mich würde aber trotzdem einmal interessieren, wie weit sich die Zerstörungen in die Vororte der Stadt gefessen haben. In den Fernsehsendungen zum 60. Jahrestag der Zerstörung Dresdens war leider nie das genaue Zerstörungsgebiet sichtbar. Wäre es vielleicht möglich, dass ein Ortskundiger vielleicht auf einem ausgedehnten Stadtplan einmal dieses Gebiet kenntlich machen könnte. Insbesondere interessiert mich, wie weit die Zerstörungen nach Osten und Süden vorgedrungen sind ( im Osten Richtung Johannstadt, Blasewitz, Striesen - im Süden Richtung Südvorstadt, Löbtau ).