Posts by Arstempano

    Servus,


    die Bilder zeigen allerdings nur einen Ausschnitt des Schlosses, vornehmlich die Innenräume des Unterschlosses sowie die Kapelle von Johann George Schmid, dem Schüler und Erben George Bährs (was Büro und Ehefrau anbelangt - wenn du die witwe nicht heiratest, kannst auch das Büro nicht übernehmen...). Die Nähe zur Frauenkirche ist deutlich.

    Das Schloss weist ja eine ziemlich verzwackte Baugeschichte auf. Begonnen hat es mit dem Bergfried und einem Wohnturm auf der Felsspitze am Anfang des 14.Jh.. Dort wo sich heute das Unterschloss befindet, war die Vorburg und über den Graben ging es im letzten Teil über eine Zugbrücke. Auch die Spitze mit dem Brauhof war befestigt. Später baute man an der Nordseite den heutigen Saaltrakt an. Ob dies vor dem Schicksalsjahr 1402 geschah ist unbekannt. 1402 wurde der Weißenstein (die Sachsen machten Weesenstein draus) im Anschluss an die Zerstörung der Burg Dohna vom Markgrafen belagert und zerstört. Davon finden sich noch über 100 kg schwere Steinkugeln. Da die Lage der Burg nicht sehr vorteilhaft war (Überhöhung auf kurze Distanz) müssen die Zerstörungen gewaltig gewesen sein. Der Burggraf von Dohna floh dann auf den Königstein und von dort zum Kaiser nach Budapest. Der war allerdings ein Kumpel des Markgrafen und daher verlor der Burggraf auf schnittige Art seinen Kopf... Der Weesenstein wurde den Bünaus übergeben und diese bauten ihn zur Stammburg aus. Es entstanden die Gewölbe im Saaltrakt über 2 Geschosse mit dem sehenswerten Gerichtsgewölbe und am Anfang des 16. Jahrhunderts eine erste Schlosskapelle. Im Verlauf erfolgte der weitere Ausbau mit Festräumen im Oberschloss, welcher über einen Arkadengang erschlossen wurde. Teilweise sind diese erhalten, vom einstigen Festsaal allerdings nur Reste der Bemalung (der sogenannte Mönchsboden) und vom Arkadengang erhielt sich leider nichts. Das Schlossportal befand sich damals im übrigen am Eingang der Oberburg und die Schaufront der Oberburg zierten Renaissancegiebel. Während des Dreißigjährigen Krieges muss die Anlage und die Umgebung stark gelitten haben, so war der Rundbau (= Gerichtsgewölbe) bis ins 18. Jh. ruinös. Im frühen 18. Jh. erfolgte dann der Ausbau des Unterschlosses und bis 1750 folgte noch die Neuerrichtung der protestantischen Kapelle und der Bau des Vorschlosses. Im Siebenjährigen Krieg wurden die Bünaus finanziell komplett ruiniert und mussten ihr Stammschloss verkaufen. So kam das nunmehrige Schloss in bürgerliche Hände. Die Ungers rissen dann einen Teil der Obergeschosse der Kernburg samt Giebeln ab und schufen mit dem Mezzaningeschoß eine einheitliche Dachtraufe. Dort wurde das Getreide zum Bier brauen gelagert, welches im hierzu ausgebauten Brauhof hergestellt wurde. Die Schlossbrücke erhielt zu dieser Zeit auch ihr heutiges aussehen. Als Verbindung zum Park wurde noch ein Flügel im Zopfstil mit wunderschön stuckierten Innenräumen geschaffen, die allerdings noch nicht saniert sind. Auf der Anhöhe errichteten sie den wunderschönen Jagdpavillon, der die sozialistische Bodenreform allerdings nur in Fundamentresten überstand. Diese verwunschene Anlage übernahmen dann im 19. Jh. die Wettiner. Die alten Festräume und die Kapelle lagen in den obersten Geschossen. Alte Kellerräume in der Mitte und der barocke Festsaal mit den Ledertapeten (Bünauära) in den unteren Geschossen. Zu den Zopfstilräumen musste man noch weiter hinab. Für die Brauerei wurden zudem noch weitere Gänge in den Felsen getrieben, um die alten Keller der Burg für die Brauerei zu erschließen (bis Jahresende wird hier noch Bier gebraut / anschließend hoffentlich dann in der Nähe in Maxen). Für die bessere Erschließung des Brauhofes wurde auch der Zugang zur Oberburg um bis 1 - 3 m tiefer gelegt und das Renaissanceportel zum Vorschloss umgesetzt. Daher hängen im Felsengang die gotischen Burgportale auch in der Luft. Das war so ganz nach dem Geschmack der Wettiner, welche nur wenig am Schloss veränderten. Von ihnen stammt die Schlossküche im Brauhof und die katholische Kapelle. Diese war notwendig, da man die protestantische Kapelle, welche von den Dörfern der Umgegend genutzt wurde, nicht umwidmen wollte. Ein netter Zug, wie ich finde. Ansonsten hie und da eine neue Wandtapete und neues Mobiliar sowie die Deckengestaltung im Speisesaal (neben dem Ledertapetensaal). Die Vielzahl der alten Wandgestaltungen lies Weesenstein auch zu einer Art Tapetenmuseum werden. Allerdings hat sich da auch eine eingemogelt, die nicht hierher gehört. Es ist die Tapete mit der Befreiung Griechenlands vom Joch des osmanischen Reiches. Diese stammt aus Schloss Niederruppersdorf in der Lausitz und wurde zu DDR-Zeiten umgesetzt.


    Wer sich die Abfolge der baulichen Entwicklung mal in groben Modellen ansehen will, kann dies auf Arstempano tun. Dort gibt es auch einen Panorundgang durch die frei zugänglichen Teile. Hier noch der Link zum virtuellenJagdpavillon.

    In der Fotothek gibt es einige Aufnahmen der Innenräume im Parkflügel Bild 1; Bild 2


    Viele Grüße Andreas


    Weesenstein_Bel_2016_001.jpg


    Jagdpavillon heute - ein Wiederaufbau aufgrund fehlender Nutzung und fehlender Finanzen leider aussichtslos, zudem gibt es im Schloss selbst noch genug Arbeit

    Servus, vielen Dank Dir für die schönen Bilder! Muss auch mal wieder ins Schloss! Bezug nehmen möchte ich aber auf das Bild der Baywobau. Den Stadtplan hatte ich der Baywobau einstmals für diese Bautafel überlassen (kostenfrei), wenn sie im Gegenzug auf den Panoramareiseführer Arstempano hinweisen. Hm - ich glaub das ist ein Wimmelbild... wer findet den Hinweis? Er ist da wirklich auf dem Bildausschnitt...

    Leider fehlt seit längerem die Zeit, das Portal mal wieder aufzufrischen und zu erweitern, da hoffe ich auf die Zukunft. Um die Kurve wieder zum Schloss zu bekommen - da gibt es auch ein paar gute Bilder aus der guten alten Zeit vom Residenzschloss Dresden.


    Viele Grüße

    Andreas

    Hallo,


    also für das QVII.1 gibt es besseres als dieses Streetview, schon völlig vergessen?


    Wer wissen will, wieviel man vom Kulti mit wiederaufgebautem QVII.1 sehen kann, der kann nur hier schauen und sonst nirgendwo: Arstempano - Panorundgang 2030. Klicken müsst Ihr schon, Bilder werde ich vorläufig keine mehr in Foren einstellen.

    Ist überhaupt registriert worden, dass es die Potsdamer Seite von uns nicht mehr gibt? Nun gut - die wird es bald unter neuer Flagge (nicht mehr von mir) wieder geben.

    Gruß Andreas

    Hallo,


    mal nach langer Zeit ein Hinweis zum Thema und in eigener Sache. Auf Arstempano kann man sich die Wirkung des Hotel Stadt Rom im Panoramarundgang eigentlich ganz gut vorstellen - bis hin zu einem Standpunkt auf dem Balkon. Von daher hoffe ich doch sehr, dass sich eine Lösung findet, dass Haus wieder aufzubauen.
    Ansonsten hoffe ich, dass es gelingt, Arstempano Dresden wieder zu reaktivieren, da ich es ansonsten ersatzlos aus dem Netz nehmen müsste. Da es keine Geldgeber gibt, fallen natürlich so Sachen, wie die "Streitfassade" des Stadt Rom zur Wilsdruffer hin auch als Pano ins Netz zu bringen, erstmal aus. Mehr als das Bild´chen in der Presse wird es erstmal nicht geben. Was Potsdam anbelangt, sieht es da deutlich düsterer aus. Man wird sehen, was angedachte Gespräche bringen.

    @Helge K - das Problem ist, dass irgendwann der Pflegeaufwand in keinem Verhältnis zum Nutzen mehr steht, da dass Modell 2030 mit Fertigstellung von Q III.2 und VII.1 gnadenlos überholt sein wird. Die dann gebaute Realität nachzubauen macht eigentlich keinen Sinn, denn die kann man ja dann fotografieren... Das hab ich auch vor. So wurden ja letztes Jahr trotz allgemeiner Ruhe auf der Seite die Panos um das VII.2 erneuert. Sobald KIB, Q VI sowie Gewandhaus fertig sind, geht es dort weiter, die fotografierten Panoramen zu erneuern. Ziel ist, die alten Panos in einer Zeitschicht "2012" zu präsentieren und dann noch ein Modell von 1989. Ob es dann noch weitere Modelle in der Zeit zurück geben wird, muss man sehen. Im Moment sieht das eher weniger gut aus, da ohne Einnahmen so etwas nun mal nicht zu stemmen ist. Das Modell 2030 würde dann "nur noch" für den Stadtplan des Istzustandes aktualisiert werden. Für die Neustadt ist ein 3D- Modell künftiger oder vergangener Zustände auf Arstempano in nächster Zeit nicht geplant, da ich dies komplett in meiner Freizeit machen müsste... das ist mir dann doch eine Nummer zu groß, dieses Jahr und nächstes Jahr einfach nicht zu schaffen...

    An der Visu stimmt so einiges nicht - noch nicht mal die Rinde ist die von Platanen... Wenn ihr keine anderen Sorgen habt...


    Wie dicht die Bäume sind... das kommt ja nun auf den Einzelbaum an, oder? Die Bäume vor dem Landtag oder auf der Hauptstraße sind jedenfalls ziemlich dicht und man hat es hier am Gewandhaus mit einer Doppelreihe von Bäumen zu tun. Im übrigen fange ich nicht an, aus 3D Modellen von Bäumen Blätter zu zupfen... Was ihr hier so hin und her rechnet - amüsant ;-) In meinen Modellen landet man bei 12 Metern jedenfalls nicht im 4.OG...


    Naja - wenn der Neumarkt fertig ist, werd ich das Modell 2030 vermutlich eh abschalten und mich als Zeitvergleich auf ein 3D-Modell der Dresdner Altstadt um 1989 konzentrieren. Finde ich dreimal spannender, als mich nun mit den vorhandenen Modellen um ein gründerzeitliches Dresden zu kümmern.

    Die Mitte des 4. OG wird es wohl nicht. Als ich die Bäum´chen in mein Modell eingefügt hab, war noch die Rede von reichlich 3 Vollgeschossen inkl. EG. Viel von der Schaufront sieht man dann auch eher nicht. Kann jeder selber prüfen, auch wenn ich an der Seite vom Q VI nur Platzhalter habe. Trauf und Firtsthöhe sollte je einigermaßen identisch sein.


    Link Panorama Neumarkt Dresden 2030

    Richtig ist wohl, dass es die stark verzierte Binnengliederung nur an Einzelfenstern des Eckbaus gab, die verzierten Pfeiler inkl. der Stuckfelder unter den Segmentbögen gab es aber am gesamten Gebäude (also auch am Mittelbau zum Platz zu), wechselte sich aber mit einfachen Elementen in einer nicht unbedingt regelmäßigen Art ab.

    @ Armin - "Kann mal schnellstmöglich".... Sei mir nicht bös, aber bei der Unterstützung, die solche Projekte erfahren, ist da derzeit für DD nix in Sicht!


    Vermutlich wurden hier in Köln ordentlich Fördermittel abgefasst. Rein privatwirtschaftlich finanziert kann ich mir das Projekt nicht so Recht vorstellen. Wenn hier alle Beteiligten mit dem üblichen Honorar vergütet worden sind, dürfte es sich in Köln um eine Investition von mehreren 100.000 ,- € handeln. Für die Vorführungen in Köln hat man zudem Betriebsausgaben. Ob sich die Investitionen refinanzieren lassen wird man sehen. Einfach dürfte es nicht sein. Ich drück denen die Daumen! Wenn ich allein an den Progammieraufwand für die ganze Staffage denk...


    Was die vorhandenen Modelle in Dresden und Potsdam von Arstempano anbelangt, kann ich vorerst keine Hoffnungen auf weiteren Ausbau machen. Zuerst einmal wird es dieses Jahr eine Kraftanstrengung, die Seiten wieder Ordnungsgemäß zum laufen zu bringen, da sich durch Updates der Browser einige Probleme ergeben haben. Wenn sich darüber hinaus die Chance auf Ausbau ergeben sollte, wird dies wohl eher nicht das alte Dresden um 1900 sein (und Potsdam schon gleich gar nicht), obwohl unzählige Modelle hierfür vorhanden wären. Da fehlt mir Land auf und Land ab dann doch deutlich die Unterstützung! Ob hier andere etwas planen, ist mir nicht bekannt.


    Nur mal zur Erinnerung - es gab auch mal ein Modell von Altfrankfurt und Kassel - beide wohl eingestellt. Das Alte Leipzig klagt auch über fehlende Unterstützung. Was aus Berlin wird, muss man sehen etc. Es ist nicht einfach, für solche Vorhaben! Da steigt bei solchen Aussagen, wie von Dir, bei mir leider der Adrenalingehalt im Blut...

    Hm - Stadtmauer, Festung... Das sind ja völlig verschiedene Dinge. Wenn man von mittelalterlichen Stadtmauern und Türmen ausgeht, wie beispielsweise in Rothenburg ob der Tauber, kann man davon ausgehen, dass sie während des 16. Jh. gegenüber einer anrückenden Heeresmacht mit moderner Artillerie nicht mehr zu verteidigen war. Dass dennoch große Teile der Stadtmauer erhalten blieben, hat in erster Linie mit dem Mangel an Geld und einer stagnierenden Entwicklung seit dem Dreißigjährigen Krieg bis weit in das 19. Jh. zu tun. Desweiteren waren die veralteten Anlagen immer noch stark genug, Diebesgesindel und kleinere Heerscharen von der Stadt fernzuhalten. Dass man die Stadtmauern noch als Akzisemauern nutzen konnte, war ein weiterer angenehmer Nebeneffekt. Mit dem Wegfall der Akzise an den Stadtgrenzen fielen die meisten mittelalterlichwen Stadtmauern dem Abbruch zum Opfer, so ausreichend Geld vorhanden war. Man darf den Geldbedarf zum Abbruch der Stadtmauern nicht unterschätzen! Städte wie Nürnberg wurden um 1500 und danach noch einmal mit Geschütztürmen für Artillerie verstärkt. Diese schützten die Stadt zwar noch im Dreißigjährigen Krieg, waren aber eigentlich im 17. Jh. schon veraltet. Spätestens im 18. Jh. waren sie hoffnungslos veraltet und hätten die Stadt bei einem Angriff mit Artillerie nicht mehr schützen können, da man die hochaufragenden Batterrietürme und Basteien zusammengeschossen hätte. Hier gilt allerdings erst recht, dass ein Rückbau dieser Basteien und Türme für das mittlerweile veramte Nünberg nicht zu leisten war. Als man dann in der Gründerzeit über die nötigen Mittel verfügte, hatten große Teile der Stadtbefestigung einen solch hohen historischen Wert, dass man vieles erhalten wollte. Dresden verfügte als erste deutsche Stadt über eine komplette Bastionärsbestigung. Diese konnte mit ihren für die Artillerie der damaligen Zeit unzerstörbaren Wällen eine Stadt bis Anfang des 18. Jh. zuverlässig schützen. Einziges Mittel war das unterminieren und sprengen, wie es die Türken vor Wien versuchten (glücklicherweise erfolglos). Wenig später waren die Geschütze so weitreichend, dass es eines zweiten äußeren Befestigungsringes bedurfte, der die feindlichen Geschützstellungen in großem Abstand hielt. Fehlte er, wurde die Bebauung der Stadt gnadenlos zusammengeschossen. Dies war in Dresden 1760 der Fall. Die Festung hielt stand, aber Dresden war zur Hälfte ein rauchender Trümmerhaufen. Zittau mit seiner mittelalterlichen Befestigung hatte 1757 nicht die geringste Chance, wurde in Brand geschossen und eingenommen. Voraussetzung war natürlich, dass der Gegner über entsprechend zahlreiche Truppen und Kanonen verfügte. Trotzdem standen die Wälle und Mauern oft noch bis in das 19. Jahrhundert. Zum einen, weil sie wie gesagt bei kleineren Heerscharen immer noch einen leidlichen Schutz boten und zum anderen, weil schier die Finanzen für solche Großvorhaben fehlten. Eine beispielhafte Entwicklung nimmt hier wiederum Dresden ein. Die Festung hatte eigentlich bereits seit etwa 1740 keine militärische Bedeutung mehr, da sie die Stadt nicht mehr zuverlässig schützen konnte. Daher die Gartenanlagen auf den Wällen. Die Brühlsche Terrasse war nur eine von vielen. Das Risiko war, dass im Kriegsfalle die Festung wieder reaktivierbar war... So geschehen 1756. Allerdings ging es den Besatzern (erst Preußen, dann der Reichsarmee) bei der Reaktivierung nicht darum, die Stadt zu schützen, sondern den Platz zu besetzen und zu halten. So hat wohl der Kommandant der Österreicher gerufen:" Die Festung wird gehalten, auch wenn Euch die Fußsohlen glühen!" (Es gab mehrere Brände). Anschließend wollten die Wettiner von der Festung nichts mehr wissen... das Geld fehlte aber hinten und vorn. Die Abbrucharbeiten wurden wieder eingestellt und die Festung blieb noch bis 1809 in Betrieb, auch wenn sie sehr ruinös wirkte. Militärische Bedeutung hatte sie kaum noch. Mitten in den Abbrucharbeiten wurden diese 1812/13 wiederum gestoppt und die Werke provisorisch instand gesetzt. Wenn, wäre es wiederum nur um die Sicherung des Ortes, keinesfalls um den Schutz der Stadt gegangen. Bei der Schlacht von Dresden konnten die Gegner von den Franzosen von der Stadt weit genug weg gehalten werden. Wäre es zu einer Belagerung mit Beschuss gekommen, wäre die Stadt wiederum nur ein rauchender Trümmerhaufen gewesen. Bei der anschließenden Blockade der Stadt von Oktober bis November 1813 verzichtete man auf einen Beschuss, da man davon ausging, dass durch den Untergang Napoleons die Stadt ohnehin früher oder später von den Franzosen geräumt werden würde. Im sich dynamisch entwickelnden Berlin war man da wohl etwas schlauer. Ein erweiterter Festungsring wäre viel zu groß geworden und so ebnete man um 1740 die Festung ein. Man hatte die entsprechenden Finanzen und zudem handelte es sich wohl größtenteils um Erdwälle und wenig Mauerwerk. So kam es bis bis zum 2.WK zu keinem Beschuss der Stadt bei Kriegshandlungen. Wenn der Feind anrückte, wie im Siebenjährigen Krieg, wurde die Stadt halt von diesem besetzt. Das hielt die Berliner allerdings nicht davon ab, eine großen Teil ihrere Bebauung des 17. und 18. Jh. in der Gründerzeit zu ersetzen. Das die Stadtbefestigung in Leipzig bis etwa 1780/90 erhalten blieb, hatte wohl in erster Linie mit der Funktion als Akzisemauer und Schutz vor Diebsgesindel zu tun. Weiterhin waren die reichen Leipziger wohl auch nicht bereit für den Abbruch zu zahlen... Im Kriegsfalle öffnete man einfach die Tore... Bis auf die Pleissenburg hatte die Bastionärsbefestigung in Leipzig ohnehin keinen großen Wert, den bereits im Dreißigjährigen Krieg wurde die Stadt mehrfach eingenommen. Vermutlich waren die Befestigungen so schwach und die Bevölkerung so zahlreich, dass niemand das Risiko einer ernsthaften Besetzung das Ortes eingehen wollte. Anders in Wittenberg - die Stadt wurde trotz ihrer Bastionärsbefestigung im Siebenjährigen Krieg und 1812/13 belagert, beschossen und eingenommen - mit den entsprechenden Schäden. Das Wittenberger Schloß mit seiner Schloßkirche zählt leider dazu. Das Schloss ist heute kaum noch als solches zu erkennen und die Kirche größtenteils ein Werk des 19. Jh.. Die im 18. und 19. Jh. noch modernisierten Stadtfestungen, wie Magdeburg, hatten also den Zweck, den Ort zu halten, die Festung zu halten. Dies hier zum Schutz des preußischen Staates. Bei einer ernsthaften Belagerung spielte es dabei keine Rolle, wenn die oberirdische Bebauung dem Erdboden gleich gemacht worden wäre. Die Besatzungen dieser Festungen wartete das Bombardement in den Kasematten einfach ab... Diese Festungen des Deutschen Bundes verloren erst um 1900 ihre Bedeutung und wurden anschließend abgebrochen, soweit es aus Städtebaulichen Gründen notwendig und finanzierbar war. Insofern kann die gestellte Frage nur sehr differenziert beantwortet werden, da es sich wie dargelegt um Befestigungen aus 400 Jahren Militärgeschichte handelte.

    im GHND Archiv gibt es das Bild noch:



    Basis der Visualisierung waren hist. Grafiken des 19. Jahrhunderts. Die Malerei war auf denen natürlich nicht zu erkennen. Die wurde nach Analogien entwickelt und hat die Zeit um 1780 zum Vorbild. Von der Baugeschichte her war es so, dass die sogenannte Alte Kriegskanzlei in ihrer Architektur der späten Renaissance/ frühen Manierismus aus der Zeit kurz nach 1600 mit zwei Obergeschossen und einem hohen Giebel zur Schloßstraße mindestens bis 1780 existierte, den Hasche beschreibt ihn noch. Bei der Arkade im Innenhof waren die unteren drei Geschosse aus dieser Zeit. Nach 1780 wurde das Gebäude umgebaut und aufgestockt. Erhalten blieb die Arkade und einige der Segmentbogenfenster. Vor 1900 brach man das Gebäude ab und ersetzte es mit einem Gründerzeitler. Das heißt die Arkade im Innenhof existierte seit 1900 auch nicht mehr.

    Irgendwo hab ich auch mal gelesen, dass sämtliche Bemühungen des sächsischen Königs, sich von Napoleon abzusetzen, von Preußen und Russen torpediert wurden, den Preußen wollte schon seit einem halben Jahrhundert endlich dieses Sachsen besitzen, um seine Ressourcen auszubeuten. Nun sah man endlich die Chance gekommen, die Scharte von 1763 zu korrigieren. Ein Überlaufen des sächsischen Königs zu den Gegnern Napoleons hätte da nur erheblich gestört. Dass dies ohnehin aufgrund der Besetzung des Landes durch die Franzosen kaum Chancen auf Erfolg gehabt hätte, steht auf einem anderen Blatt. Einige der schlimmsten Schlachten der Kriege dieses Napoleons fanden auf sächsischem Boden statt. Im Frühjahr 1813 die Schlacht bei Bautzen mit über 35.000 Toten und im August die Schlacht bei Dresden mit über 25.000 Toten wenige Monate vor der Völkerschlacht. Bei beiden Ereignissen konnten sich die Franzosen behaupten. In Leipzig waren es dann mehr als 100.000 Tote und die französische Armee wurde in die Knie gezwungen. Die französischen Truppen zogen aus Dresden erst am 17.11. ab, nachdem in den Lazarette der Stadt wiederum Tausende krepiert sind (nachzulesen bei Ludwig Richter - Lebenserinnerung eines alten Mannes / Vorsicht nicht jugendfrei!). Schlacht kommt halt irgendwo auch von schlachten... es war einfach bestialisch und heute feiert man immer noch diese "Kriegshelden" und spielt es auch noch nach.... Das grenzenlose dahinsterben kann man aber nicht nachspielen! Zurück zum Thema. Die Ereignisse mögen aufzeigen, dass es für Sachsen mit einer Armee von weniger als 40.000 Mann kaum möglich war, einfach mal so auszuscheren. Ganz davon abgesehen, dass man den preußischen König zum Jagen tragen musste... Nachdem ihm die Russen den Marsch geblasen hatten, konnte er dann die große Klappe schwingen.... Vermutlich war ihm das Testament Friedrich II. noch im Gedächtnis, dass schon 1752 besagte, dass man Preußen durch die Einverleibung Sachsens abrunden solle. Hat nur 1763 nicht geklappt... und 1815 auch nur zur Hälfte. Finde die preußische Geschichtsklitterung überhaupt amüsant, die den Sachsen ständiges Lavieren und Versagen vorwirft - die Sichtweise wird teilweise immer noch so wieder gegeben! Beispiel? Dreißigjähriger Krieg: Die Sachsen waren ziemlich lang Kaisertreu und haben sich versucht rauszuhalten. Der Kaiser in Wien forderte mit dem Restitutionsedikt nichts weniger als die Rückgabe aller Kirchengüter auf den Stand von 1517! Das war nicht zu machen, ohne den Staat in den Bankrott zu jagen. Folgerichtig verbündeten sich die evangelischen Reichsstände mit Schweden... Als man des Krieges überdrüssig wurde und 1635 mit dem Kaiser Frieden schloss, hatte man die Schweden außen vor gelassen. Die waren noch lang nicht satt... Also ging der Scheiß weiter... Die wahren Kriegstreiber saßen da wohl eher in Wien und Stockholm und die kleineren Länder, wie Sachsen oder die Mark Brandenburg mussten es mit ihrer Bevölkerung ausbaden...


    Ansonsten freut es mich zu sehen, dass es mit der Paulinerkirche in kleinen Schritten weiter vorangeht. Freu mich drauf, wenn es mal fertig ist. Auch wenn mi das Original lieber gewesen wäre, ist dieser Kompromiss immer noch besser als nix! Immerhin ist der Raum wieder da und die Ausstattungsstücke kommen wieder in würdigem Rahmen an die Öffentlichkeit. Hat Spaß gemacht, damals dieses Kirchengewölbe zu modellieren! Link zur Visu


    Allerdings steht das Kunstwerk länger, als die Baustelle am Q VI/Gewandhausfläche eine solche ist. Wenn der Bauzaun nächstes Jahr abgebaut wird, steht es schon etwas zentraler auf dem Platz, dass man es auch gut allseitig betrachten kann.

    Da muss der Kollege ran da, da ich hier nicht über den neusten Stand informiert bin. Ich hoffe doch , dass die Ladenfront wenigstens am Eckbau weitgehend originalgetreu realisiert wird. Wenn man dann am Verbinder vereinfacht, wäre es nicht ganz so schlimm, finde ich. Da kommt ja dann ohnehin die Baumgruppe davor.

    Dinglingerhaus, Regimentshaus und die Ladenarchitektur Sempers kann man ja wie auch im letzten Post geschrieben auf Arstempana schon mal vor ab erkunden... Hier noch einige weitere Impressionen.
    Link zum Pano vor dem Dinglingerhaus
    Eigentlich war auch geplant, dem Rundgang 2030 noch einige in der Vergangenheit gegenüber zu stellen (beispielsweise 1940 oder 1900). Das ist aber erst einmal verschoben, obwohl es mir schon in den Fingern juckt. Beipielsweise der Hof des Dinglingerhauses in seiner historischen Form... Das macht aber nur Sinn, wenn ich ein größeres zusammenhängendes Gebiet am Neumarkt darstellen kann und da sind die Lücken im Modell derzeit einfach zu groß. Da erscheint mir der Zustand um 1990 als virtuelles Modell im Verhältnis von Aufwand und Nutzen als deutlich wichtiger und vor dem kommt natürlich noch die Vermarktung der Seite. Dazu ist ein Printprodukt in Vorbereitung und dann heißt es noch Infokarten zu all den größeren und kleineren Sehenswürdigkeiten zu schreiben und und ...





    Bilder sind von mir

    Neue Bilder vom Neumarkt im 10.Bauticker auf Arstempano (von gestern) hier zwei Bilder. So richtig spannend wir es ja erst ab 1. OG, wenn man dann so richtig über die Bauzäune wächst.




    allerdings wird man, so die Bäume stehen, vom Neumarkt nicht so wahnsinnig viel von den Häusern sehen. Siehe Panorundgang 2030



    Leider musste ich mir ja im Rundgang 2030 mit sehr vielen Kuben behelfen. Nun ja - zumindest am Jüdenhof ist der Rundgang "Rund" geworden.



    Bilder sind von mir