Posts by Königsbau

    Ich erschaffe mal ein Kunstwort: Provinz-Autismus. Das bedeutet, dass man in NRW und BW offenbar überhaupt nicht registriert, was in Ostdeutschland aus solchen Häusern gemacht wird. Für etwas anderes als Abriss scheint keine Bereitschaft vorhanden zu sein. Aber es ist zum eigenen Schaden, weil irgendwann nichts mehr da ist worauf sich die Identität berufen kann.

    Wenn ich was von Jury-Entscheidung lese brauche ich mir das Ergebnis eigentlich gar nicht mehr anschauen (ich hab es natürlich trotzdem gemacht). Meistens wird treffsicher der schlechteste Entwurf ausgewählt. War auch hier wieder so.

    uhugreg mag den Haussmann-Stil einfach nicht, ob dieser eine besondere Qualität hat liegt im Auge des Betrachters. Mit Eingesessen oder nicht hat das meiner Meinung nach nichts zu tun. Ich schrieb ja bereits, ich habe auch andere Präferenzen, so schön Paris als Ganzes ist.

    Aber der wohl schönste Einheitsbrei der Welt, obwohl ich auch die Berliner Gründerzeitarchitektur spannender finde als den Haussmann-Stil von Paris. Aber das eine kann man eben noch vollumfänglich erleben, das andere nur noch sehr eingeschränkt. Das Wort "Entstuckung" gibt es wohl nur bei uns.

    Mach doch einfach mal eine Umfrage, was den Leuten als erstes zu Köln einfällt. Ich denke, nach Dom und Karneval kommt erstmal lange nichts, und dann sowas wie "Medienstandort". :wink:

    Die viertgrößte Stadt Deutschlands ist also ein Gegenmodell zu Unserer These, dass eine Stadt schön sein sollte, mit qualitätsvoller Architektur gebaut sein, hochwertige Gestaltung öffentlicher Flächen bieten, wenn sie erfolgreich sein will, nicht nur für die Zufriedenheit seiner Bürger, sondern womöglich sogar touristisch.

    Das verdankt die Stadt fast ausschließlich dem Dom, der durch seine Präsenz die ganze städtebauliche Misere aufwiegt. Ohne ihn wäre Köln der eindeutige Beleg für unsere Thesen.

    Mir ging es ähnlich, als ich vor vier Jahre das erste mal dort an einem Samstag im Hochsommer dort war. Natürlich wusste ich, dass man nicht all zu viel erwarten braucht. Aber diese niedrigen Erwartungen wurden durch die Malaise, die dort herrscht, nochmals untertroffen.

    Ich denke das sind verbreitete Eindrücke, ich hab das schon oft gehört. Und da muss man sich jetzt mal vorstellen, es gäbe den Dom nicht. Was wäre das für eine unansehnliche, bedeutungslose Stadt? Der Ruf, die Bekanntheit und das Selbstverständnis von Köln definiert sich ausschließlich über den Dom, auch wenn sich manche einreden wollen man könnte davon unabhängig sein.

    Von Wolf Jobst Siedler stammt der Satz "Das Schloss lag nicht in Berlin - Berlin war das Schloss". Das gilt abgewandelt erst recht für den Dom und Köln. Wenn die Stadt sich nun davon lösen würde, wie Stadtmarketingexperte CA_rotwang empfiehlt, wäre das eine ziemlich dumme Entscheidung.

    Du sagst es selbst: Es ist eine Unterstellung.

    Ja, und eine Unterstellung kann durchaus zutreffen. Du unterstellst ja auch nur, dass diese falsch ist, aber kannst du den Gegenbeweis antreten?

    Ich muss mir nur die Kontroverse um die Berliner Schlosskuppel in Erinnerung rufen und dann scheint mir, was du als abwegig bezeichnest, sehr plausibel. Aber wahrscheinlich wird es dazu keine eindeutige Stellungnahme der Stadt Köln geben.

    Man kann natürlich solche Zusammenhänge abstreiten, ich kann mir jedoch gut vorstellen dass die Stadt genau so vorgegangen ist wie der Artikel unterstellt. Kirchtürme als Markenzeichen sind nicht "kultursensibel". Derartige Gedankengänge sind wir doch heutzutage gewohnt.