Posts by Königsbau

    In Sachsen (bzw. Ostdeutschland) wird vieles richtig gemacht. Vermeintliche "Schandflecke" werden nicht einfach kurzerhand abgerissen wie in BW oder NRW, sondern liebevoll saniert - verbunden mit einer großen Wertsteigerung. Warum dieser Umgang mit Denkmälern in Ost und West so unterschiedlich ist bleibt mir ein Rätsel. Möglicherweise eine Frage der Verbundenheit mit dem eigenen kulturellen Erbe.

    Danke für die Informationen. Mich interessiert außerdem, ob das Gebäude vor kurzem saniert wurde, da es aussieht wie neu. Ich meine, wenn alle Gründerzeitgebäude in Frankfurt so gepflegt aussähen wäre das eine enorme Aufwertung des Stadtbilds.

    Vielen Dank für deine Arbeit Sir Moc , eine wunderbare Zusammenstellung, die mich in meinem Urteil über den Frankfurter Historismus bestätigt.


    Bei Minute 6:20 sieht man ein Gebäude von 1878, das aussieht als wäre es ganz frisch (und mustergültig) saniert. Weiß jemand genaueres?

    Deshalb finde ich es auch juristisch grenzwertig, was einige Foristen regelmäßig praktizieren, die hier z.B. teils Fotos mit erkennbaren Wasserzeichen posten.

    Du meinst sicher einige "Piraten". :wink: Darauf habe ich auch schon mehrfach hingewiesen, ohne dass jedoch ein Lerneffekt eingetreten wäre.

    Man kann doch zumindest die Frage stellen, warum man die Kuppel nicht gleich originalgetreu rekonstruiert hat. Ich vermute, sie soll als "zeitgenössische Interpretation" erkennbar sein. Schade eigentlich, auch wenn es jetzt immerhin besser aussieht als vorher.

    Gut, dann korrigiere ich mich und spreche statt von Sanierungsbedarf von Verschönerungsbedarf. Ich kann mich nur wiederholen, die Gründerzeitarchitektur in Frankfurt ist von höchster Güte, man müsste nur viel mehr daraus machen (bauliche Ergänzungen und Umfeld). :smile:


    Positives Beispiel:

    Bild


    Negatives Beispiel:

    Bild

    Wo siehst Du einen erheblichen Sanierungsbedarf (vom Rotlicht-Bahnhofsviertel einmal abgesehen)?

    Hier wäre ein Beispiel: Bild


    Man vergleiche einfach mal den äußerlichen Zustand der Gründerzeitgebäude in West- und Ostdeutschland (z.B. Frankfurt vs. Leipzig). Da gibt es viel zu tun. Insbesondere bei den Gebäuden, die nach dem Krieg unpassend aufgestockt wurden bzw. ihre Giebel, Ecktürme u.a. eingebüßt haben. Hier könnte man im Rahmen einer Sanierung einiges wiedergutmachen. Schwerpunkt wäre hier in der Tat das Bahnhofsviertel, das sich heute weit unter Wert verkauft. Mir scheint, in Frankfurt erkennt niemand das Potenzial, das in dem beachtlichen innerstädtischen Bestand an - noch dazu äußerst qualitätsvoller - Gründerzeitarchitektur steckt, von dem Stuttgart oder Köln nur träumen können.

    Diese Rekonstruktion ist somit als Reminiszenz an die "goldenen 20er" Berlins zu verstehen, als eines der seltenen bekannten Beispiele von Art déco in Deutschland. Insofern passt sie schon. Und etwas Monumentalität kann eine Hauptstadt an einigen Stellen auch vertragen.

    Genau so sehe ich es auch.

    Immerhin hat man das Gebäude nicht komplett abgerissen, wie in London in den letzten Jahrzehnten oft geschehen. Das Original überzeugt mich allerdings auch nicht so recht, der Architekt hat es mit den Aufstockungen etwas übertrieben. Insofern kann man sich mit dem jetzigen Zustand eigentlich gut abfinden, es scheint mir ein Kompromiss zu sein.

    Das ist halt das heutige Twitter-Niveau. Man diskutiert nicht mehr sondern versucht den Gegner mit Geschrei und verbaler Rohheit "auszuschalten". Und das gilt durchaus für beide Seiten, auch wenn man den Eindruck hat dass derlei Angriffe von linksaußen gerne als "in der Sache nachvollziehbar" relativiert werden. Grundsätzlich eine ganz schlechte Entwicklung in unserer Gesellschaft.

    Ich glaube ja mittlerweile, dass das Ganze mehr ein shitstorm im Wasserglas ist. Außerhalb der Architektenblase interessiert sich nämlich niemand für diese "umstrittene" Personalentscheidung. Frau Kahlfeldt ist jetzt im Amt und die große Protestbewegung bleibt aus, soviel steht fest. Eher geht es für ihre Gegner nach hinten los, nämlich wenn sie sich durch einen radikalen, unsachlichen Tonfall selbst isolieren.

    Das Thema Architektur ist seit dem Aufkommen der "Moderne" zum ideologischen Instrument geworden. Daran wird bis heute verbissen festgehalten. Das muss man einfach immer wieder zur Sprache bringen und die Motive offenlegen, wenn man dem irgendwann ein Ende machen will.

    "So schön", "Traumhaft", "beautiful".

    So liest man es oft in Kommentaren in sozialen Netzwerken wie Facebook und Instagram, wenn historische Bauwerke und Stadtbilder gezeigt werden.

    Bei "moderner" Architektur fallen die Reaktionen nie so einhellig positiv aus. Gelegentlich bringt der Laie stattdessen mit dem Wort "hässlich" ganz direkt zum Ausdruck, was er von Architektur hält, die ihm angeblich "erklärt" werden muss. Wahrscheinlich ist das Netz hier ausnahmsweise repräsentativ für die Gesellschaft. Ist euch das auch schon aufgefallen?


    Jedenfalls ist das für mich Bestätigung, dass wir Freunde der klassischen Baukunst überhaupt keine Minderheit sind und mit unseren Anliegen ganz sicher auf das richtige Pferd setzen.

    :trommeln: