Posts by Königsbau

    East_Clintwood, dein Beitrag war nicht missverständlich. Und auch tegula hat ihn bestimmt nicht missverstanden, dafür ist er zu intelligent. Aber für ihn reicht es, um dir daraus einen Strick zu drehen. Und deswegen würde ich an deiner Stelle gar nicht mehr mit ihm weiterdiskutieren.

    Lieber Heimdall, du interpretierst da zu viel hinein. Es ist einfach nur Provinzjournalismus, der solche Inhalte hervorbringt. Vermutlich ganz brave Redakteure, die eben nichts Besseres kennen und sich der (ebenso provinziellen) Schönrednerei von Architekten und Lokalpolitik anschließen.

    Das ist das Problem deutscher Stadtbilder. Kaum ein Straßenzug kommt ohne irgendwelche (absichtlich erzeugten) "Brüche" aus. Nie stellt sich das Gefühl von Vollkommenheit ein, das erlebt man nur noch im europäischen Ausland.

    Letztere Städte profitieren allerdings von ihrer noch reichlich vorhandenen historischen Bausubstanz. Es ist somit kein Verdienst der Lokalpolitik dass diese Städte einen besseren Eindruck machen, sondern ein glücklicher Umstand, dass man dort nicht so viel städtebaulichen Schaden anrichten kann. In Dresden kann man beobachten, wie genau das außerhalb des Einflussbereichs der GHND leider geschieht. Bausünden entstehen überall dort, wo sich Platz dafür bietet, selbst in Städten mit großem Namen und der damit eigentlich verbundenen Verpflichtung. Deswegen darf man sie aber trotzdem nicht verloren geben, zumal vieles von dem was in der jüngeren Zeit gebaut wurde/wird aufgrund funktionaler und ästhetischer Mängel nur für wenige Jahrzehnte existiert.

    nothor, ich kann nicht erkennen dass die Lokalpolitik (Stadtverwaltung und Ämter) hier in Stuttgart besonderes Gespür und Engagement für das historische Stadtbild (bzw. was davon noch vorhanden ist) an den Tag legen. Um nur ein Beispiel zu nennen. Dein zweiter Satz lässt sich 1:1 auf meine Heimatstadt übertragen, allerdings ohne dass irgendein Gegenpol existiert. Das macht die Altstadtfreunde in Nürnberg so wichtig und wertvoll.

    Nürnberg kann sich glücklich schätzen die Altstadtfreunde zu haben. Ich wünschte, Vergleichbares gäbe es in jeder Stadt.

    Ich denke damit wird die sogenannte "Fassadenbereinigung" beschrieben. Also Entstuckung bzw. Abschlagen des Dekors. Man hatte ja damals die Auffassung, die Fassaden der Gründerzeit seien geschmacklos, daher "Entschandelung" (eine hier im Forum eingeführte sarkastische Beschreibung).

    Kann mich nächstes Mal jemand vorher warnen wenn in einem Artikel wild drauflos gegendert wird? Dann rufe ich den Link gar nicht erst auf. Wobei, beim Tagesspiegel hätte ich wissen müssen was mich erwartet. Sowas regt mich mehr auf als der Inhalt des Artikels.

    Wobei Österreich weit behutsamer mit alter Bau-substanz umgeht als Deutschland.

    Eine sehr verwegene Behauptung. Was ich in den letzten Jahren aus Wien mitbekommen habe beweist das Gegenteil. Ich erinnere auch an Innsbruck (Kaufhaus Tyrol). Mir scheint sogar, in Österreich ist ein noch viel härterer Modernismus üblich als bei uns. Auch meine Eindrücke aus Städten der Region Bodensee-Vorarlberg bestätigen dies.

    In Stuttgart sollte ein wunderschönes Eckgebäude von 1899 auf Wunsch des Investors für das Einkaufzentrum "Gerber" abgerissen werden. Die Fraktion der Grünen im Gemeinderat setzte sich mit ihrer Mehrheit erfolgreich für den Erhalt ein.

    Ein Beispiel dafür, dass man manchmal selbst einer Partei, für die man ansonsten wenig Sympathie aufbringt, dankbar sein muss. Und dass nicht immer alles falsch ist, was der politische Gegner fordert. In diesem Sinne schließe ich mich mittlerweile denen an, die hier schon länger dafür plädieren für alle Seiten offen zu sein, ob linksliberal oder konservativ, solange sie ein Herz für unser bauliches Erbe haben und unsere Ziele unterstützen.

    Ääääh....Zugegeben, dass jemand ein Nachkriegsprovisorium schöner findet als die originalgetreue Rekonstruktion, ist wirklich neu. Aber bestimmt nicht geeignet, um dafür anerkennende Reaktionen zu erhalten.

    Ich glaube es ist allen klar, dass "Karlsruher Stadtbild" nichts mit SD zu tun hat. Einen Verein, der sich im Namen des Stadtbilds ausgerechnet für Bausünden der 60er und 70er einsetzt, braucht eigentlich niemand.

    Dresden finde ich als Vergleich durchaus passend, aber das große Lob scheint mir fehl am Platz. Der Neumarkt wurde rekonstruiert, aber was ringsherum aus der Stadt gemacht wurde (und wird) finde ich ganz furchtbar. Dann lieber Nürnberg, das immerhin seinen städtebaulichen Charakter und vor allem seine Urbanität bewahrt hat.

    Ja genau, das war das "Büchsenbad" im maurischen Stil. Es befand sich in der Büchsenstraße (daher der Name) direkt neben der alten Liederhalle.

    Nach der Kriegszerstörung geriet es schnell in Vergessenheit. Den meisten nach 1945 geborenen Stuttgartern ist der Name kein Begriff mehr.

    Nicht zuletzt erklärt dies den heutigen guten Zustand etlicher sächsischer Städte.

    Dieser Zustand erklärt sich dadurch, dass nach der Wende viel (kapitalistisch erwirtschaftetes) Geld für die ostdeutschen Städte bereitgestellt wurde. Noch einige Jahre länger DDR, und es wäre nicht mehr viel zu retten gewesen. Ich bin erstaunt, dass diese Tatsache schon wieder in Vergessenheit zu geraten scheint. Und wo es im Westen Abriss und Neubau gab, gab es in der DDR entweder ersatzlosen Abriss oder eben Plattenbau. Magdeburg, Dresden, Chemnitz, das Berliner Marienviertel, das sind erschütternde Beispiele "sozialistischer Stadterneuerung". Lieber Herford als Halle-Neustadt.


    Das Hohe Lied renditeorientierter Immobilienhaie singt hier übrigens niemand.