Posts by madmellow

    Ich frage mich auch inwieweit die Bürger einer Stadt der eigenen Städtebaukultur gegenüberstehen. Hier in Leipzig sind die Leute schon sensibilisiert und streiten vehement, wenn mal was schief geht (siehe Bildermuseum, Paulinerkirche). Insgesamt könnten sich zwar mehr beteiligen aber die Intensität der Echos ist schon sehr stark. Wie sieht das in anderen Städten aus?

    Es geht doch nichts über Objektivität. Objektiv betrachtet finde ich Leipzig nicht die schönste Stadt. Objektiv betrachtet ist Hannover auch nicht so geil. Und objektiv betrachtet sind nunmal die Dresdner und die Freiburger die Arrogantesten, wenn es um innerdeutsche Vergleiche geht. Das hat doch überhaupt nichts mit Kompensation zu tun.

    Ja wir Leipziger sind mit exzellentem Wohnraum schon etwas verwöhnt. Aber nrigendwo sonst hab ich so einen verbitterten Kampf um die besten Häuser gesehen wie hier. Man merkt richtig, wie sich die Investoren den Arsch aufreissen, um ihr Objekt noch schöner zu machen. Das gute an der Stadt ist eben auch der hohe Altbaubestand. So hat der erste Investor irgendwann in den 90ern angefangen, sein Haus innen wie aussen eben richtig schmuck zu machen, da macht es ihm der nächste nach. Irgendwann kann der letzte eben nicht einfach nur neuen Putz auf seine Fassade klatschen, nein, er wird quasi durch die hohe Qualität in der Strasse "gezwungen" sein Haus der Qualität der anderen Häusern anzupassen, sonst wartet er lange auf ein vollständig vermietetes Haus.


    Aber man muss auch sagen, dass die Innenstadtnahen Gebiete einen extrem hohen Vermietungsgrad aufweisen. Die City ist wieder "in"! Und ausserdem hat Leipzig nach wie vor und entgegen landläufiger Meinung weiterhion mehr Zu- als Wegzüge. Die Einwohnerzahl müsste so langsam um die 515.000 liegen. Vorhergesagt waren für 2010 glaub ich irgendwas um die 470.000 ... oder noch weniger.



    Quote

    Wächst die Einwohnerzahl denn so stark? In anderen Gegenden Ostdeutschlands (und teilweise auch schon in Westdeutschland) reißt man nämlich (historische) Häuser ab, weil der Bedarf an Wohnungen fehlt?


    Ich glaube dass die Leipziger auch sensibilisiert sind was das Thema Abriss historischer Gebäude angeht. Woanders würden Abrisse zwar auch bemerkt werden aber in Leipzig werden diese immer heiß und kontrovers diskutiert und auseinandergenommen. Wenn selbst die Abrissfirmen sich hier schon arg angegriffen fühlen und Stellungnahmen in ihrer regelmässig erscheinenden Abriss-Zeitung mit Zitaten aus dem Forum hier veröffentlichen müssen, weiß man, dass man alles richtig gemacht hat! :D

    Glaub ich auch nicht. Der Westen hat fast das komplette Potenzial Leipzigs geerbt bekommen. Da wird vielleicht der ein oder andere zurückkommen aber die Masse und das waren in Leipzig ja über 2200 Verlage(?) ist für immer verloren. Leipzig wird auf ewig ein Schatten seiner selbst bleiben und es schwer haben auf nationaler Ebene wieder langsam nach vorne zu kommen.

    Mich hat es Samstag Mittag auf's Riesenrad verschlagen, dass aufgrund des Stadtfestes auf dem Augustusplatz aufgestellt war. Zur Beobachtung des Handelshofes hat es sich (zumindest auf Fotos) nicht als glücklich erwiesen, wenngleich die Optik durch das menschliche Auge schon fein war. Die 8,1MP-DigiCam hat dann bei maximalem optischem Zoom leider nicht mehr die Wirklichkeit widergespiegelt. Zur Beobachtung der Dachlandschaft des Handelshofes würde ich weiterhin den mdr-Tower vorziehen. Trotzalledem hatte man vom Riesenrad aus einen guten Überblick vom Neubau der Universität Leipzig am Augustusplatz bekommen:


    Hier mal ein Foto des Handelshofes von oben, gestern aufgenommen.




    Und Leipziger Moritzbastei steht vor der Sanierung!


    Die Moritzbastei Leipzig soll als letzter erhaltener Teil der historischen Stadtmauer von Leipzig saniert werden. Um die Schäden am Dach, an der Attika und an den Außenwänden zu beheben, sind 1,35 Mio. Euro nötig. Durch die Aufnahme in das Förderprogramm Städtebaulicher Denkmalschutz fließen rund 1,15 Mio. Euro öffentliches Geld in das heute mitten in der Innenstadt liegende trutzige Bauwerk. Die Stiftung Moritzbastei trägt 15% der Kosten. Sie ist Eigentümer und Erbbauberechtigter bis zum Jahr 2027. Danach fallen Grundstück und Bauwerk an die Stadt zurück.

    Die Türme auf dem neuen Luxushotel sind aufgesetzt. Aus glänzendem Kupfer. Bis auf die letzte Tatsache, sehen sie wirklich prachtvoll aus. Der auf den ersten Blick erdrückend wirkende Glanz des Kupfers war für mich erstmal so neu an dem Gebäude, dass ich mich noch dran gewöhnen muss. Aber ich denke das geht in Ordnung, sieht irgendwie geil aus. Ich habe leider keine Kamera, deshalb wär es schön, wenn einer von den üblichen Verdächtigen beim nächsten City-Besuch die DigiCam parat hat. Danke!


    PS.: Der frisch abgespritzte Sandstein wirkt auch klasse. Anfangs noch so schwarz ist die Fassade mehr und mehr ein glänzender Juwel!

    Fantastische Bilder Leipziger!


    Quote

    Im Prinzip könnte man sich auch überlegen, allgemein für diese Fotovergleiche einen Extra-Thread aufzumachen. Ähnlich wie das Buch "Leipzig im Wandel" (gleich auch ein guter Threadtitel ) schaut man sich diese Vergleiche eigentlich immer wieder gern an, in diesem Thread würde das wahrscheinlich untergehen


    Ja sehr gute Idee! Ich finde es langsam mehr als seltsam, dass hier noch nicht aufgeräumt wurde. Das DAF hatte eine kurze Minute genutzt, um Dresden und Leipzig auszugliedern und ihnen eigene Foren zu geben. Warum dauert das in aller Herrgotts Zeiten so verdammt lange? Leipzig auszugliedern ist Pflicht! Dresden ist doch schon Standalone? Wo liegt der Grund, dass nun abgewartet wird? Das wird doch nicht so schwer sein, mal ein paar Knöpfchen zu drücken. Und wenn irgendwer keine Zeit hat, lässt man sich die nötigen Kennwörter zuschicken (ich gehe davon aus, daß es hier genügend Personen mit vertrauensvollem Verhältnis zum Admin gibt)!

    Danke für den informativen Artikel!


    Was ich aber bedaure ist die völlige Konterkarierung aller kommunalen Anstrengungen Leipzigs (in Bezug auf Stadtverschönerung, Infrastrukturprojekte und Image) durch den Kaufkraftindex. Vergleicht man Leipzig (110) mit Dresden (111) gibt es faktisch keinen Unterschied. Vergleicht man aber selbige mit Magedeburg (128) oder Chemnitz (128) heisst es, dass hier noch aufzuholen wäre. Subjektiv empfinde ich Leipzig aber schon seit Jahren als überproportional prosperierender als beide Städte (Chemnitz + Magdeburg) zusammen. Nungut, hier fehlen mir wahrscheinlich Kenntnisse über Zahlungsströme aus dem Umland wobei auch die nicht sonderlich postiver sein können als in Leipzigs Umland.

    War gerade in der Gottschedstrasse brunchen und musste auf dem Weg in die Innenstadt mit Freude feststellen, daß das zukünftige Luxus-Hotel am Rathaus zumindest schon von der Grimmaischen Strasse aus eine neue und stark erhöhte Dachlandschaft bekommt. Das Dach ist von der Thomaskirche aus deutlich aufmerksamer und ragt perspektivisch auch deutlich über das alte Rathaus hinaus. Bin gespannt was aus dem Skelett wird, ob es nur ein Aufbau während der Bauphase bleibt (Wetterschutz) oder aber doch das endgültige Dach darstellt, was mir logischer erscheint, da es schräg angestellt ist.


    Mir kommen Zweifel da doch auf der letzten Skizze zum Gebäude das Dach garnicht so hoch aussah?


    Sah aber vom Ring aus richtig gut aus!

    Danke für's einstellen! Jens Rometsch klingt ja ekelhaft wie er nach dem Versuch der Sanierung der der Platte mit der Löwenapotheke fragt. Igitt! Den würde ich mir am liebsten mal vorknöpfen. :D Die Leute die das saniert sehen wollen, sind doch die Ewig-Gestrigen!


    Aber ansonsten schön zu hören, dass der "Kubus" wegkommt. Freut mich sehr. Jetzt geht es wirklich voran. Hätte nicht gedacht, dass hier so schnell gehandelt wird (Die Uni in der Grimmaischen müsste ja demnächst fertig werden, zumindest rein äusserlich). Beim Motel One bin ich noch skeptisch. Mal schauen, was da entsteht (das Dach ist ja komplett beschnitten). Schade zu hören, dass wir nur zweite Wahl waren. ;)

    Man müsste prinzipiell soviel reparieren, wofür man heutztage einfach keine Augen hat. Dazu zählen vorallem die Dachlandschaften, die weiterhin eher von Besitzer zu Besitzer unterschiedlich gewichtet und meistens vernachlässigt werden. Vorallem in der Eisenbahnstrasse ist ja nahezu alles geglättet. Ebenso wichtig wie das Dach oben ist die Strasse unten (die ja mittlerweile komplett neu gemacht wurde) mit großen Bäumen und (für mich immernoch super wichtig) historischen Strassenlaternen. Was alte Lampen an Urbanität bringen können ist auch sehr schön am Beispiel von Karstadt Leipzig zu sehen.


    In der Eisenbahnstrasse ist einfach viel zu viel verloren gegangen. Sehr schön auf den alten Fotos ist auch der zurückgesetzte Strassenzug. Die Wirkung ist fantastisch. Heute steht da nix mehr und man sieht auf einen flachen Plattenbau - schrecklich.


    Auch das Tor zur Eisenbahnstrasse ist unglaublich schlecht. Das HDI-Gebäude ist eine moderne Abartigkeit und die Lücke gegenüber gibt ihr übriges. Vorallem hier kann Stadtreparatur nur Rekonstruktion heissen. Aber wer rekonstruiert heutztage noch normale Wohngebäude? Das ist und bleibt Wunschdenken.

    Beim Handelshof sprichst du doch jetzt vom geplanten Luxushotel am Naschmarkt, wenn ich mich nicht grad vollständig irre. Da hatten wir doch die letzten Informationen, dass die Dachpartie nicht originalgetreu wiederhergestellt wird (aufgrund der gezeigten Skizzen)? Wie sieht es denn nun aus?

    Zum Thema Büromarkt und Leerstand in Leipzig gab es mal einen sehr interessanten Artikel in der FAZ Herbst letzten Jahres auf den ich schon hinwies. Wer meint, dass der Büromarkt in Leipzig unterdurchschnittlich belegt sei, der wurde in diesem Artikel eines besseren belehrt. Sicherlich von den Ansprüchen dieser Stadt noch etwas entfernt (für ostdeutsche Verhältnisse allerdings beachtenswert) aber mit stetigem Aufwärtstrend sowohl in qm-Zahlen als auch in den Mieten pro qm. Und in einer Stadt in der die Büromietpreise steigen, kann es nicht so schlecht aussehen.



    PS.: Zu den offiziellen Leerstandszahlen in Leipzig gessellen sich laut dem FAZ-Artikel noch Bürobauten, die am Rand der Stadt liegen und Investruinen aus den 90ern sind. Die also nur noch abgerissen als belebt werden können, zumal Büros innerhalb der Stadt und vorallem im engsten Stadtzentrum so beliebt wie lange nicht mehr sind ... da wird's also knapp.


    PPS.: Thema Hochhaus: Nichtsdestotrotz rechne ich nicht mit einem Bau vor 2015, wenngleich diese Jahreszahl fest im Stadtentwicklungsplan verankert und das Hochhaus dort schon verzeichnet ist. Erstmal warten, dass die größten Lücken der Innenstadt (hier vorallem Brühl) bebaut und geschlossen sind.

    War es nicht immer der Reiz des Gegensätzlichen aus dem eine Begnadigung des Gedankens der Sanierung der Blechbüchse hervorging? Ich verstehe einfach nicht, wie man gerade auf den Bezug Goerdelerring ein Hochhaus verachtet?
    Erstens: Es ist das EINZIGE geplante.
    Zweitens: Es wird kein Altbau geopfert.
    Drittens: Die Dimension der Kreuzung verlangt nach einem Hochhaus, jeglicher Flachbau würde untergehen.
    Viertens: Welchen Anspruch hätten wir an einen Flachbau? Bzw. welcher Flachbau könnte eine ähnliche Aufmerksamkeit erreichen wie ein anspruchsvoller Hochbau? Wohl eher keiner.
    Fünftens: Wer von den Verneinern war denn schonmal vor Ort und hat sich die Situation angeschaut?
    Sechstens: Wer war schonmal im Zoo in der Lodge mitten in er Afrika-Savanne und hat den spannenden Dialog zwischen herrlichem Zoogelände, Parkanlagen und hintergründigen Hochhäusern gesehen (Nicht nur Uni-Hochhaus, Wintergartenhochhaus, The Westin, sondern auch der Turm des Neuen Rathauses)?
    Und Siebtens: Wer ist nicht für eine Stadt voller Gegensätze, die Leipzig nunmal schon immer war und immer sein wird? Die Altstadt wird nicht missbraucht. Der Ring bekommt Akzente. Alle Altbauviertel interagieren im Dialog mit dem Hochhaus nur sekundär, das Hochhaus würde man bei einem Rundgang durch die Viertel nicht einmal bemerken, da die meisten Strassenzüge Leipzigs nunmal schmal sind.



    Normalerweise respektiere ich ebenso andere Meinungen wie alle anderen hier auch. Aber wie hier ein Gedankengang abrasiert wird, bevor man ihn überhaupt begonnen hat ist skandalös! Leipzig wird KEIN zweites Mainhatten!

    @ Memel - Wie eingebildet bist du denn? Autsch, dass tut ja weh zu sehen, dass es noch Menschen wie dich gibt, die scheinbar nur das sehen was sie sehen wollen.
    Du warst im Oktober in Leipzig und hast nur Grau, Grau, Grau gesehen? War das Oktober '89? Nur das du es weisst: Die Menschenmasse die du am Ring gesehen hast, war die so genannte Montagsdemonstration - keine Warteschlangen vor Bananenstauden.
    Falls du wirklich an Leipzig interessiert bist schaue bitte in die Galerie. Da gibt es genügend Gegenbeweise, dass Leipzig ausserhalb der Innenstadt alles andere als Grau ist. Aber ganz ehrlich: Meinetwegen kannst du auch in der Versenkung verschwinden, interessiert eh keinen.


    @ Johan - Kein Zusammenhang zwischen Wachstum und Hochhäusern? Ich glaube du hast noch nie was von Stadtentwicklung im 20. Jahrhundert gehört. Sicherlich wird es so sein, dass eine Stadt mit 50.000 Einwohnern noch lange wachsen kann, bis sie auch nur annähernd ein höheres Haus bekommt. Aber ab der halben Million Menschen ist es keineswegs abwägig Wachstum auch damit zu verbinden, sowohl Geschäfts- und Bürobauten als auch Wohnhäuser in die Höhe zu bauen.


    Deine Diskussion sieht mir doch sehr nostalgisch aus, deine Punkte haben keinen tieferen Sinn. Alles verneinst und denunzierst du ohne Argumente zu liefern. Langweiliger könnte eine Diskussion nicht ablaufen. Auch du solltest lernen die Scheuklappen abzulegen. Niemand hat behauptet, dass Leipzig jetzt die Stadt der Skyscraper wird. Und es wird, sobald das Hochhaus kommt (und das steht fest, der Zeitpunkt ist nur nicht klar und noch lange hin) auch kein Altbauviertel dran glauben müssen.


    Es geht hier um 1 (EINEN) städtebaulich und perspektivisch hochwichtigen Achsenbau, dessen Errichtung nur davon abhängt, inwiefern sich die gesamtdeutsche wirtschaftliche Entwicklung in Zukunft gestaltet.



    Du solltest dich etwas mit dem Thema befassen, bevor du hier mit altdeutschem Glauben (der in Holland scheinbar immernoch stark ausgelebt wird) an Bau und Kultur aufschlägst.