Posts by wrocky83

    Bereits seit vielen Jahren tobt ein großer Streit um die Ku`Damm Bühnen in Berlin. Die Beiden historischen Theatersäle, die leider nicht unter Denkmalschutz stehen verbergen sich derzeit hinter einem belanglosen 80er Jahre Bau, der alles andere als attraktiv ist. Der derzeitige Besitzer, ein eher undurchsichtiger Immobilien-Hedgefonds, der bis vor Kurzem wohl noch nicht mal über einen Briefkasten seiner Firma in Luxemburg verfügte, will das Gebäude mitsamt der Theatersäle zugunsten eines Neubaus abreißen lassen. Das Berliner Landgericht gab in der letzten Woche dem Hedgefonds Recht, der mit einer Räumungsklage versucht, die Beiden Theater mit einer großen Geschichte vor die Tür zu setzen. Der Theaterpächter will gegen dieses Urteil in Revision gehen. Derweil haben er und seine Unterstützer auch eine Onlinepetition zum Erhalt der beiden Theater gestartet.


    http://www.rbb-online.de/kultu…en-raeumung-revision.html


    https://www.change.org/p/kudamm-bühnen-retten

    Aber hier müsste man mal etwas entwerfen, als Modell oder 3D-Visualisierung erstellen und mit dieser Idee dann an die Öffentlichkeit gehen. Dazu fehlt noch eine Idee, wie das Rathaus zukünftig zu nutzen wäre und wer dessen Errichtung bezahlt.

    Die Kosten für einen Wiederaufbau könnte man über Spenden finanzieren. Durch Spenden aus der Bürgerschaft wurde 1899 auch die Sanierung des Alten Rathauses durch Friedrich Kullrich ermöglicht.
    Im Ratskeller könnte man dann Gastronomie ansiedeln, im Erdgeschoß könnte ein Touristeninformationszentrum einrichten (oder ebenfalls für Gastronomie Nutzen) und den Ratssaal für unterschiedliche Veranstaltungen (Hochzeiten, Empfänge) nutzen. Die Attraktivität der Innenstadt damit könnte deutlich steigen. Sie wird auch deutlich steigen müssen, wenn die Innenstadt sich gegen den Internethandel und die Einkaufszentren auf der Grünen Wiese langfristig behaupten will.


    Das gesamte Quartier mit Krone am Markt und dem Hansa Carrè gehört heute der Dortmunder Immobilienfirma Dreier. Ich denke daher schon, dass es Möglich wäre, die Firma Dreier mit einem guten Konzept von einer Rekonstruktion des Alten Rathauses sowie der Krone am Markt nach historischem Vorbild zu überzeugen, die auch eine Umgestaltung der Gebäude an der Beten/ und Brauhausstraße beinhalten. Schließlich würden ihre Immobilien hierdurch eine enorme Aufwertung und Attraktivitätssteigerung erfahren.


    Leider kann ich weder ein Modell noch eine 3D-Visualisierung entwerfen.


    Im Folgenden nun ein Paar Bilder. Sie zeigen das älteste aus Stein gebaute Rathaus nördlich der Alpen, dessen letzte, wiederaufbaufähigen, Reste 1955 abgebrochen wurden.

    Quelle: Historisches Dortmund



    Quelle: akpool


    Die Folgenden Bilder zeigen die Kunstvolle Gestaltung des alten Ratssaals, den man nach einer Rekonstruktion vielfältig nutzen könnte.

    Quelle: Dortmund heute damals anno dazumal


    Zu sehen ist hier einer der Prachtvollen Kamine. In den Schrägbalken zeigten kunstvolle Schnitzereien die Kaiser und Könige, die Dortmund Besuchten.

    Quelle: Dortmund heute damals anno dazumal


    Beachtenswert waren hier neben den historischen Fahnen und wertvollen Möbeln vor allem der Kronleuchter in Form des Dortmunder Stadtwalls mit den Stadttoren.

    Quelle: Dortmund heute damals anno dazumal


    Das letzte Bild zeigt den Ratskeller, den man nach einer Rekonstruktion, wie vor dem Krieg, Gastronomisch nutzen könnte. In der Zeit der Hanse diente er als Weinlagerkeller.

    Quelle: Dortmund heute damals anno dazumal

    Ein großes Problem ist die Tatsache, dass sich nur noch ziemlich wenige, zumeist Stadtgeschichtsinteressierte Bürger an das Alte Rathaus erinnern können.



    Daher wäre eine 1:1 Simulation, gerade auch bei der Museumsnacht oder während des Weihnachtsmarktes, der Beste Weg, um es in das Gedächtnis der Bürger zurückzuholen und dadurch eine Debatte über einen Wiederaufbau anzustoßen.
    Während dieser Zeit könnte es dann vielleicht auch eine kleine Fotoausstellung mit einem Informationsstand geben.
    Spätestens dann, wenn die Bürger die Bilder vom wundervollen historischen Ratssaal sehen, werden sie für einen Wiederaufbau sein.



    Die Frage wäre nur, was eine solche 1:1 Simulation kosten würde und wer diese trägt. Aber es ist der bestmögliche Ansatz, um eine Diskussion über einen Wiederaufbau anstoßen zu können.


    Es gibt übrigens einen Prominenten, der eine mögliche Bürgerinitiative und 1:1 Simulation des Alten Rathauses sicherlich unterstützen würde: Jörg Hartmann.
    Der Schauspieler und Dortmunder Tatort-Kommissar ist auch ein großer Architekturfreund. So unterstützt er in Potsdam beispielsweise den Wiederaufbau der Garnisonkirche.


    Eine Interessante Rede von ihm ist hier zu finden: http://www.mitteschoen.de/star…-und-die-modernisten.html

    Noch immer liegt das ehemalige Gut Brünninghausen in einem Dornröschenschlaf. Der Lichtblick: Es gibt einen Investor, der zumindest Teile des ehemaligen Gutes erhalten und nach einer Sanierung als Restaurant mit kleiner Brauerei nutzen will. Erste Visualisierungen konnten gestern im Rahmen des Tages des offenen Denkmals begutachtet werden.


    Zudem sollen in den nächsten Jahren die historischen Spuren des Schlosses Brünninghausen sichtbar gemacht werden. So sollen Hecken die alten umrisse des Schlosses nachbilden. Auch historische Wegebeziehungen sowie der Schlosshof sollen wiederhergestellt werden. Damit bleibt auch in Zukunft ein Wiederaufbau des Schlosses (etwa als Schlosshotel) möglich und könnte auch wahrscheinlicher werden. Denn zusätzlich sollen Infotafeln zur Geschichte des Schlosses entstehen. Damit wird es auch weiter ins Gedächtnis der Dortmunder zurückgerufen. Denn ähnlich wie beim Alten Rathaus wussten viele Bürger nicht, dass an der stelle mal ein Schloss gestanden hat. Erst durch die Renaturierung des Schondelle-Bachs vor einigen Jahren kamen teile der Grundmauern zum Vorschein, die nun dauerhaft erhalten bleiben.

    Bildquelle: Wikipedia

    Ich denke, das wäre ein sehr guter Kompromiss, mit dem alle Seiten sehr gut leben könnten. Wenn man die Kosten der Rekonstruktion aus Spenden finanzieren würde, hätten die Politiker auch keine vernünftigen Argumente mehr, die gegen eine Rekonstruktion sprechen würden.


    Schade, dass man diesen Entwurf nicht bereits in den 1960 Jahren so verwirklicht hat.

    Ich glaube dass die Zeit noch nicht reif ist für die Rekonstruktion historistischer Bauten.

    Es gibt inzwischen viele Beispiele, die zeigen, dass Rekonstruktionen möglich sind. Etwa Schloss Herrenhausen in Hannover, das Stadtschloss in Braunschweig (über dessen neue Funktion als Einkaufszentrum man trefflich streiten kann), die Stadtschlösser in Berlin und Potsdam, die Frauenkirche in Dresden, die Rekonstruktionen der Potsdamer Altstadt und der Dom-Römer Areals sind Beispiele, die zeigen, dass die zeit für Rekonstruktionen durchaus reif ist.


    Man braucht allerdings immer wieder einen langen Atem, weil Politik und Modernisten die Diskussionen immer wieder ideologisch aufladen. Die vielen Beispiele der letzten Jahre zeigen aber, dass sich die Diskussionen am Ende lohnen können. Auch beim Alten Schauspielhaus sollte man die Diskussion zumindest führen. Selbst, wenn man sich am Ende gegen eine Rekonstruktion entscheiden sollte. In Folgendem Artikel fragt sich der Autor auch, ob Frankfurt am Ende den Mut zum Wiederaufbau hat.


    http://www.welt.de/kultur/kuns…urueckfinden-koennte.html

    Die Stahl- und Glas Fraktion der Architekten hat sich zu Wort gemeldet. Wie nicht anders zu erwarten, lehnen diese einen Wiederaufbau des Alten Schauspielhauses ab.


    So spricht der Frankfurter BDA-Vorsitzende, Wolfgang Dunkelau, von einer „romantisierenden Sehnsucht“ nach dem Stadtbild der Jahrhundertwende. Zudem würde eine Rekonstruktion den heutigen technischen Anforderungen an ein modernes Theater nicht gerecht. Er spricht sich, wenig überraschend, für eine Sanierung oder einen Modernen Neubau aus.


    Vielleicht sollten er und seine Kollegen sich einmal Fragen, warum es diese "romantisierende Sehnsucht" überhaupt gibt? Sie kommt daher, weil Architekten wie er sich Krampfhaft an der klassischen Moderne festhalten, statt Kreativ zu sein und einen neuen und attraktiveren Architekturstil zu kreieren. Bereits beim Berliner Stadtschloss gab es zahlreiche Moderne entwürfe, von denen allerdings kein einziger auch nur Ansatzweise an die gut 300 Jahre (!) alte Architektur von Andreas Schlüter heranreichte. Vielleicht sollten Herr Dunkelau und seine Kollegen einmal darüber nachdenken, warum dies so war. Das Alte Schauspielhaus hat eine Gelungene Architektur, die sich mit Sicherheit auch in einem Architekturwettbewerb gegen Moderne entwürfe durchsetzen würde, wie es beim Berliner Schloss und auch beim Dom-Römer Aral war.


    http://www.faz.net/aktuell/rhe…schauspiels-14362205.html

    Ich finde es ja immer wieder nett, dass dich der Denkmalschutz in den letzten Jahren vermehrt um den Denkmalwert von Bauten aus der Nachkriegszeit kümmert. Wobei ich persönlich nicht genau weiß, was am jetzigen Gebäude so herausragend ist, dass man es unter Denkmalschutz stellen sollte. Man fragt sich allerdings auch, wo der Denkmalschutz in den 60er Jahren war, als man ein Architektonisches Juwel wie das alte Schauspielhaus bis zur Unkenntlichkeit verschandelt hat? Er hätte bereits zu dieser Zeit für einen Erhalt des Schauspielhauses kämpfen und das schlimmste verhindern können.


    Natürlich kann man den jetzigen Gebäudekomplex auch unter Denkmalschutz stellen. Allerdings kann auch ein Gebäude, dass unter Denkmalschutz steht, unter bestimmten Voraussetzungen abgerissen werden, wie es der Bundesgerichtshof in einem Grundsatzurteil zur Villa Neizert festgestellt hat.
    Besteht für ein denkmalgeschütztes Gebäude keinerlei wirtschaftlich sinnvolle Nutzungsmöglichkeit mehr und ist dessen Erhaltung daher angesichts des hohen Instandsetzungs- und Unterhaltungsaufwands nicht mehr zumutbar, muss dem Eigentümer, solange der Landesgesetzgeber keine wirksamen Ausgleichsbestimmungen erlässt, der Abbruch des Denkmals gestattet werden.
    Angesichts von 300 Mio. Euro Sanierungskosten denke ich, dass ein Erhalt des Schauspielhauses auch als Denkmal angesichts des hohen Instandsetzungs- und Unterhaltungsaufwands nicht mehr zumutbar ist. Daher würde ich den Ergebnissen des Denkmalschutzes zunächst einmal gelassen entgegen sehen. Zumal es sich bei der angestrebten Rekonstruktion ja um die Wiederherstellung eines bedeutenden Denkmals handelt.


    Diese Rekonstruktion ist eine große Chance für Frankfurt. Schade nur, dass einige Politiker das große Potential nicht sehen wollen. So sei Wiederaufbau "allein schon aus finanziellen Gründen auszuschließen". Diesen Zahn könnte man den Politikern relativ schnell ziehen, wenn man für die Mehrkosten einer Rekonstruktion, wie in Berlin und Potsdam, Spender sucht. Dann werden auch sie sich nicht mehr gegen das alte Schauspielhaus wehren können.


    http://www.fnp.de/lokales/fran…nstruktion;art675,2136262


    Wie sieht es baurechtlich in dem Gebiet aus? Steht der Glaskasten unter Denkmalschutz? Weis jemand mehr?

    So weit ich weiß, steht der Glaskasten momentan nicht unter Denkmalschutz. Dieser könnte sich allerdings zu einer Hürde für eine mögliche Rekonstruktion werden, wenn dieser den Bau als Erhaltenswert einstufen sollte.


    Interessant finde ich einen Gedankengang des Folgenden Artikels:
    http://www.faz.net/aktuell/rhe…-von-morgen-14351821.html


    Die Autoren schlagen hier vor, in größeren Dimensionen zu denken. So könnte die Alte Oper wieder als Opernhaus genutzt werden sowie ein neues Schauspielhaus entstehen mit einen neuen Saalbau, der neben dem Schauspielhaus oder an anderer Stelle entstehen könnte. Von einer Rekonstruktion des Alten Schauspielhauses ist allerdings nicht die Rede.


    Ich finde die Idee, die Alte Oper wieder als Opernhaus zu Nutzen, nicht schlecht. Dann könnte man das alte Schauspielhaus Rekonstruieren und wieder als Schauspielhaus nutzen. Daneben könnte dann ein Multifunktionssaal gebaut werden, der für verschiedene Veranstaltungen nutzbar wäre. So einen Multifunktionsaal könnte ich mir allerdings auch sehr gut in einem rekonstruierten Schumann-Theater vorstellen.


    Jedenfalls finde ich es sehr gut, dass die Debatte über eine Rekonstruktion des Alten Schauspielhauses langsam fahrt aufnimmt.


    Die Initiative hat inzwischen auch einen Auftritt bei Facebook.
    https://www.facebook.com/Schau…raufbau-1087290538018482/

    Aus der reihe Geheimnisvolle Orte gibt es einige interessante Dokumentationen zu Geschichtsträchtigen Gebäuden und Bauwerken.


    U-Turm, Dortmund:


    Kanzlerbungalow, Bonn:


    Hauptbahnhof Köln:


    Aachener Dom:


    Sehenswert ist auch diese Dokumentation über die 30 legendärsten verschwundenen Berliner Orte.

    Okay, Fangen mit dem Hauptbahnhof an. Das wunderbare Vorkriegsgebäude wurde im Krieg fast vollständig zerstört. Das jetzige Empfangsgebäude sollte nach dem Krieg eigentlich nur ein Provisorium sein....
    https://de.wikipedia.org/wiki/Dortmund_Hauptbahnhof


    Das Alte Stadttheater hatte den Krieg äußerlich nahezu unbeschadet überstanden. Lediglich die Inneneinrichtung wurde komplett zerstört. Ende der 1950er Jahre entschied man sich für Abriss und Neubau. Das Alte Stadttheater stand direkt hinter dem Opernhaus und ist heute ein grauer Kasten.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Theater_Dortmund


    Die Oberpostdirektion stand direkt gegenüber dem Alten Stadttheater am Hiltropwall. Die hälfte des Gebäudes hatte den Krieg überdauert. Statt einen Wiederaufbau durchzuführen, kamen zu Beginn der 1980er Jahre die Abrissbagger. Nach gut zehn Jahren als Brache und großem Parkplatz baute sich die Post ein neues, modernes, graues, einfallsloses Bürogebäude. (leider keine guten Fotos davon gefunden)
    http://images.google.de/imgres…grKAcwBw&bih=543&biw=1350


    Das Gildenhaus wurde zur Jahrhundertwende wieder in seinen mittelalterlichen ursprungszustand zurückversetzt und im Krieg vollständig zerstört.
    http://www.zvab.com/servlet/Bo…0gildenhaus%26sortby%3D20
    Heute wäre das Gildenhaus rechts neben dem Gründerzeitler zu finden, an dessen stelle sich heute ein relativ belangloses Büro- und Geschäftshaus befindet.
    http://www.derwesten.de/staedt…ingereicht-id7339363.html


    Das Nordsternhaus bildete gemeinsam mit dem Alten Rathaus ein schönes Ensemble. Dessen Überreste wurden nach dem Krieg abgetragen. Das Nachfolgegebäude erinnert seit einigen Jahren an das Nordsternhaus.
    http://www.akpool.de/ansichtsk…rdsternhaus-altes-Rathaus
    http://static.panoramio.com/photos/large/34961703.jpg


    Das Hotel Römischer Kaiser stand direkt gegenüber der Reinoldikirche und war vor dem Krieg das erste Haus am Platze.
    http://www.akpool.de/ansichtsk…tel-zum-roemischen-kaiser
    Das Hotel wurde nach dem Krieg an anderer stelle im Stil der damaligen Zeit wiederaufgebaut. An dessen Stelle trat ein Kaufhausbau.
    https://www.peek-cloppenburg.d…/8818506727454f2d71c8.jpg


    Zum Kaufhaus Sternberg habe ich Keine Bilder gefunden. Es ist allerdings erhalten und wurde in vereinfachter Form wiederaufgebaut. Hier wäre eine Fassadenrekonstruktion mit relativ geringem Aufwand möglich.


    Das Kaufhaus Althoff hatte vor dem Krieg ebenfalls eine prachtvolle Fassade. Den Krieg hat allerdings nur der Anbau am Hansaplatz überlebt. Allerdings wirkt er heute ein wenig entstellt. Die Fassade am Westenhellweg ist heute ohnehin Sanierungsbedürftig. Eine Fassadenrekonstruktion würde sich hier also anbieten.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Theodor_Althoff
    https://structurae.de/bauwerke/karstadt-1904-Dortmund
    http://www.karstadt.de/on/dema…es-Details?StoreID=001119

    Beim Alten Rathaus gab es bereits nach dem Krieg Initiativen, die sich für einen Wiederaufbau stark gemacht haben und einen Abriss verhindern wollten. Leider ohne Erfolg. Als Grund für den Abriss nannte die Stadt unter anderem, dass die gotischen Giebel nicht mehr in die Zeit passen würden. Außerdem hätten sich geplante Neubauten dem Alten Rathaus unterordnen müssen, was die Stadt nicht wollte. Nach dem Abriss 1955 gab es in den Siebzigern noch einmal einen Versuch, das Alte Rathaus zu rekonstruieren - allerdings am Friedensplatz am Standort des heutigen modernen Rathauses. Diese Idee wurde am Ende nicht Verwirklicht, obwohl es, wenn ich mich recht erinnere, sogar einen Verein gegeben hat, der schon Spenden gesammelt hat. Diese Spenden sollen Jahre später für den Wiederaufbau des Adlerturms eingesetzt worden sein.


    Das gesamte Quartier mit Krone am Markt und dem Hansa Carrè gehört heute dem Dortmunder Immobilienunternehmen Dreier. Ich denke schon, dass es die Möglichreit gäbe, mit der Firma Dreier das Alte Rathaus und die Krone am Markt
    nach historischem Vorbild zu rekonstruieren. Dadurch würde auch ein interessanter Kontrast zwischen dem historischen Rathaus und dem sehr modernen Karstadt Sporthaus entstehen.


    Vielleicht sollte man es zunächst so machen wie in Berlin und das Alte Rathaus mit einer 1:1 Simulation wieder in das
    Gedächtnis der Bürger zurückholen. Dann würde sichtbar, wie sehr das Alte Rathaus am Alten Markt fehlt und man könnte mit der Diskussion über den Wiederaufbau beginnen. Denn ein Problem ist, dass das Alte Rathaus bei vielen Bürgern in Vergessenheit geraten ist.


    Neben dem Alten Rathaus gäbe es auch noch einige andere Gebäude, die in Dortmund rekonstruiert werden könnten. Etwa das Empfangsgebäude des Hauptbahnhofs, das vor dem Krieg zu den schönsten Deutschlands zählte. Momentan ist ja eher das Gegenteil der Fall. Auch beim Alte Stadttheater könnte über eine Rekonstruktion nachgedacht werden. Weitere wären die Alte Oberpostdirektion, das bis zu seiner Zerstörung im zweiten Weltkrieg und auch danach bis zu seinem Abbruch in den 80er Jahren ein eindrucksvolles Gebäude war sowie das Gildenhaus am Ostenhellweg oder das Nordsternhaus am Alten Markt, oder das Hotel Römischer Kaiser an der Reinoldikirche. Weitere wünschenswerte Fassadenrekonstruktionen wären etwa auch die des Kaufhauses Sternberg oder die Wiederherstellung des Ursprungszustandes des Althoff(Karstadt)Kaufhauses. Gerade in Dortmund gäbe es ein Riesengroßes Potenzial, was Rekonstruktionen angeht.

    Vielleicht sollte man hier über eine Rekonstruktion des Vorgängerbaus nachdenken.


    Das jetzige Gebäude ist jedenfalls eine Zumutung, die auch nicht in die Umgebung passt. Je eher hier die Abrissbirne kommt, desto besser!

    Anzumerken wäre noch, dass die Erinnerung an das Schloss noch deutlich ausgeprägter stattfinden könnte.
    Vor einigen Jahren hatte man die Schlossfassade mit bedruckten Plastikplanen (wie bei der Schinkelschen Bauakademie in Berlin) in Teilen wieder sichtbar gemacht, der Schlossturm wurde in seinen Proportionen als begehbares Metallgerüst 'wiederaufgebaut'.
    Leider ist das alles wieder abgebaut worden, warum weiß ich nicht. :weinenstroemen:


    Aber die Bilder von damals sind sehr überzeugend >> Bild 1, Bild 2, Bild 3.


    Weil es für die Planen und den Schlossturm als Aussichtsplattform damals weder einen Träger noch eine Baugenehmigung gab, hat man alles leider wieder abgebaut.


    Vielleicht sollte der Schlossverein über eine ähnliche Aktion nachdenken. Schließlich ist mit einer 1:1 Planensimulation auch das Berliner Stadtschloss wieder sichtbar geworden und bildete den Startschuss für die am Ende erfolgreichen Wiederaufbaubemühungen. Vielleicht könnte ähnliches auch in Neustrelitz möglich sein.

    Momentan wird die Statik des Gebäudes von Fachexperten überprüft. Dann wird man sehen, wie Teuer eine Sanierung wird. Offenbar könnte eine Sanierung deutlich günstiger werden, wenn es für dieses Gebäude eine neue Nutzung, wie etwa Büros oder Wohnungen geben würde.


    Ich gehe jedenfalls fest davon aus, dass das Gebäude erhalten bleibt. Ob die Volkshochschule das Gebäude allerdings weiter nutzen wird, halte ich momentan für offen.

    Die Stadt Dortmund denkt übrigens gerade über einen Neubau der Volkshochschule an der Brinkoffstraße, also hinter dem ehemaligen AOK-Gebäude, nach. So möchte man mit den Berufsschulen am U-Turm, der Verwaltungsakademie und eben der Volkshochschule eine Art Bildungsmeile schaffen.


    Hintergrund ist, dass der Löwenhof, in dem die Volkshochschule momentan untergebracht ist, große Statikprobleme hat. Eine Sanierung könnte dort wohl mit ca. 30 Mio. Euro zu Buche schlagen.

    Das Schauspielhaus in Frankfurt ist leider nur eines von mehreren traurigen Beispielen, die man einfach Abgerissen hat. Das Dortmunder Stadttheater ist zwar im Krieg ausgebrannt, war aber wiederaufbaufähig. Trotzdem entschied sich auch der Rat der Stadt Dortmund ende der 1050er Jahre, das Alte Stadttheater zugunsten eines Neubaus abzureißen. Im Gegensatz dazu ist in Frankfurt wenigstens noch ein Teil der historischen Substanz erhalten.


    Ja, ich schaue mir das auch ungern an. Eine Rekonstruktion ist aber derzeit nicht möglich. Aus mehreren Gründen:


    1. Die Zeit ist noch nicht wirklich reif für die Rekonstruktion historistischer Gebäude. Dazu ist das Architektur-Dogma zu stark, gerade in Frankfurt.
    2. Es ist kein Geld vorhanden, ein solches Vorhaben zu stemmen. Zumal es den Abriss eines großen Teils des intakten Bestandsgebäudes bedeuten würde. Das ist mit Hinblick auf die Steuergelder nicht der Öffentlichkeit vermittelbar.
    3. Das großzügige Glasfoyer mit der Decke aus Wolkenskulpturen gefällt vielen Leuten. Es gäbe Widerstände (auch aus der linken Theater-Szene) gegen einen Abriss.


    Aktuell brauchen wir also keine Hoffnungen in ein solches Vorhaben legen. Wenn der Bestandsbau mal zur Disposition stehen sollte, kann man aber die Chance zu ergreifen versuchen.


    Ich kenne mich nicht so gut in Frankfurt aus. Wenn man sich allerdings die vielen Rekonstruktionsprojekte anschaut, die es gab und gibt, etwa Schloss Herrenhausen in Hannover, die Frauenkirche in Dresden oder die Stadtschlösser in Berlin und Potsdam, denke ich schon, dass die Zeit für eine Rekonstruktion auch in Frankfurt reif wäre.


    Geld ist ein anderes Wichtiges Thema. Die Mehrkosten für die Fassaden der Stadtschlösser in Berlin und Potsdam wurden aus Spenden finanziert. Wenn sich ein Förderverein gründet, der das Schauspielhaus rekonstruieren will und Spenden sammelt, könnte man dieses Vorhaben am Ende schon stemmen. Vor allem, weil im Gebäude ja auch noch einiges der Originalsubstanz vorhanden ist.


    Natürlich müsste man bei einer Rekonstruktion auch mit Wiederständen rechnen. Nicht nur aus der Bevölkerung, sondern vor allem auch durch den Denkmalschutz, wenn diese das Schauspielhaus als erhaltenswertes Zeugnis aus der Zeit des Wiederaufbaus einstuft und unter Denkmalschutz stellt. Das ist die größte Gefahr, die ich bei möglichen Rekonstruktionsbestrebungen sehe. Ein möglicher Kompromiss könnte dann am Ende sein, dass man zwar das Alte Schauspielhaus rekonstruiert, den modernen Teil daneben aber ebenfalls erhält. Wenn man der Bevölkerung allerdings die Fotos des Alten Schauspielhauses zeigt und sie sehen, wie es heute aussieht, denke ich nicht, dass es bei der Bevölkerung große Wiederstände gegen eine Rekonstruktion geben würde.


    Auch ohne Rekonstruktion könnte man mit relativ einfachen mitteln viel erreichen, wenn man die historischen Mauern einfach freilegen und die Geschichte des Baus so wieder Seh- und Erlebbar würde.