Posts by wrocky83

    Es gibt mehrere Gründe, warum die Kaufhäuser heute in der Krise sind. Darüber könnte man ganze Romane schreiben. Hier nur einige Punkte:


    - Der Trend zum Onlinehandel wurde komplett verschlafen

    - In den letzten Jahren wurde so gut wie nichts in die Sanierung der Filialen investiert (das Auge kauft immer mit).

    - Es gab keinerlei neue und Innovative Konzepte wie etwa Pop up Stores oder Coworking spaces.


    Der Kardinalfehler, an dem Karstadt Kaufhof bis heute Krankt:

    Der Verkauf der Immobilien an Investoren, die man sehr teuer zurück mieten musste.


    Wie es aussieht, wird Karstadt Kaufhof weiter in raten sterben. Langfristig werden nur die Kaufhäuser in den Toplagen der großen Städte bestehen bleiben.


    Ich kenne mich mit den Berliner Kaufhäusern nicht ganz so gut aus. Premiumkaufhäuser wie das KaDeWe gehören allerdings zu den wenigen Kaufhäusern, die sich noch heute wirtschaftlich lohnen. Ein Premiumkaufhaus an jeder Ecke in Berlin wird aber nicht funktionieren. Das geht nur an absoluten Topstandorten. Dazu würde für mich nur der Kurfürstendamm zählen, wo man den Namen Wertheim wiederbeleben könnte und sich mit frischen Ideen und neuen Konzepten durchaus in Richtung KaDeWe bewegen könnte. An der Wilmersdorfer Straße und in Steglitz würde das Konzept aber nicht funktionieren.


    Über Georg Wertheim kann man nur das beste sagen. Er hat viele Innovationen aus dem Amerikanischen Handel in Deutschland eingeführt, wie feste Preise, sofortige Barzahlung und ein Umtauschrecht. Zudem gab er auch Kataloge heraus. Würde Georg Wertheim heute noch leben, wäre er wohl einer der ersten gewesen, der die Chancen des Internethandels genutzt hätten. Vielleicht wäre wertheim.de dann heute das deutsche amazon. Auch das Wertheim war, wie heute das KaDeWe, ein Premiumkaufhaus. Dennoch gelang es Wertheim, auch weniger zahlungskräftige Kundschaft in sein Haus zu locken. So gab es beispielsweise auch eine Bücherei, in der man sich Bücher ausleihen konnte, statt sie sich gleich kaufen zu müssen. Ein Kaufhaus wie das Wertheim würde sicherlich auch heute noch funktionieren. Auch wenn ich mir nicht ganz sicher bin, ob sich Särge dort heute noch gut verkaufen würden... ;-)

    Die Probleme von Karstadt Kaufhof hängen auch damit zusammen, dass man in den letzten Jahrzehnten viel zu wenig Geld in neue und ansprechende Fassaden investiert hat. Daher wirken gerade die vielen Fensterlosen Warenhäuser heruntergekommen und wenig einladend (viele sind es auch). Allein durch diesen ersten Eindruck werden viele potenzielle Kunden so verschreckt, dass sie das Warenhaus gar nicht erst betreten. Alfred Messel hat vor über einhundert Jahren (!) vorgemacht, wie ein modernes Warenhaus aussehen sollte. Auch Phillipp Schaefer orientierte sich bei der Architektur für den Karstadt am Hermannplatz an Messels Fassadenstruktur mit schmalen Pfeilern und durchgehenden Fensterbahnen. Wenn die Warenhäuser von Karstadt Kaufhof langfristig überleben wollen, bräuchten sie zunächst einmal Fassaden mit großen Fenstern und aus Naturstein, die wertig wirken und zudem endlich wieder Licht in die recht dunklen Warenhäuser bringen. Außerdem bräuchten sie einen zentralen Lichthof, der nicht nur mehr Licht in die Filiale bringt, sondern auch die Kunden beeindruckt. Die Warenhäuser sind nicht zuletzt auch deshalb in die Krise gerutscht, weil sie den Kunden durch die reine Fixierung auf den Konsum keine wirkliche Aufenthaltsqualität mehr bieten. Das rächt sich in Zeiten des wachsenden Internethandels umso mehr.


    Im Artikel wird vor allem auch das Warenhaus Wertheim am Leipziger Platz erwähnt. Es war ein riesengroßer Fehler von Karstadt, das Warenhaus Wertheim nach der Wende nicht wieder aufgebaut zu haben. Ähnlich wie das Harrods in London wäre das Wertheim heute nicht nur das Ziel vieler Berliner, sondern auch von vielen Touristen.

    Auch bei der Mall of Berlin hätte man die Chance gehabt, zumindest die Wertheim-Fassade zu rekonstruieren. Vielleicht auch den einen oder anderen Lichthof. In der Mall selbst erinnern heute an vielen stellen Bilder an den legendären Vorgängerbau, der einst an dieser Stelle stand. Oft hört man dort auch "Schade, dass man es nicht wiederaufgebaut hat". Übrigens vor allem von jungen Menschen.


    Mit der Rekonstruktion von Karstadt am Hermannplatz ist man also auf dem richtigen Weg. Man kann nur hoffen, dass die derzeitigen Planungshemmnisse bald durch den Senat beseitigt werden.

    Zunächst müsste man Herrn Zech mit ins Boot bekommen. Das Lloydgebäude wäre eine riesengroße Chance für Bremen. Es könnte mit einer guten Nutzungsmischung aus Wohnen, Büroflächen und Einzelhandelsflächen zu einem besonderen Städtebaulichen Highlight werden. Vielleicht könnte der Senat auch selbst Mieter von Teilflächen werden, wie es bereits vor dem Abriss der fall war.


    Aber selbst wenn man Herrn Zech ins Boot bekäme, müsste er erst mal an die Fläche kommen. Momentan gehört die Immobilie der DIC Asset AG aus Frankfurt. Aber wie man hört, wären sie schon Gesprächsbereit. Ich denke auch, dass Herr Zech die Geschichte des Lloydgebäudes kennt. Man müsste ihm das Projekt nur schmackhaft machen, damit er selbst das enorme Potenzial erkennt, das mit einer Rekonstruktion des Lloydgebäudes verbunden ist.

      

    Müller ist in erster Linie eine Drogerie. Aber in manchen Städten sind es auch kleine Kaufhäuser. Sie haben aber nicht das volle Sortiment wie etwa Karstadt, sondern spezialisieren sich auf Bereiche wie Drogerie, Schreibwaren, DVDs und Spielwaren. Gerade im Potsdamer Haus könnte ich mir eine Filiale von Müller sehr gut vorstellen.


    Kaufhäuer haben schon eine Zukunft. Man muss nur in sie Investieren! Genau das haben Karstadt und Kaufhof seit Jahrzehnten nicht mehr getan. Man könnte ganze Bücher darüber schreiben, warum Karstadt Kaufhof heute in dieser Misere sind. Hier nur einige Punkte:


    - Der Trend zum Onlinehandel wurde komplett verschlafen

    - In den letzten Jahren wurde so gut wie nichts in die Sanierung der Filialen investiert (das Auge kauf immer mit).

    - Es gab keinerlei neue und Innovative Konzepte wie etwa Pop up Stores oder Coworking spaces.


    Der Kardinalfehler, an dem Karstadt Kaufhof bis heute Krankt:

    Der Verkauf der Immobilien an Investoren, die man sehr teuer zurück mieten musste.


    Karstadt Kaufhof wird weiter in raten sterben. Langfristig werden nur die Kaufhäuser in den Toplagen der großen Städte bestehen bleiben.


    Für viele Städte kann es aber eine große Chance sein, die Innenstädte durch eine neue, kleinteiligere und Multifunktionale Bebauung wieder attraktiver zu machen und im Wettbewerb gegen den Internethandel wieder zu stärken.


    In Bremen könnte beispielsweise das Lloydgebäude rekonstruiert werden, das seinerzeit dem Kaufhaus weichen musste. In Lübeck könnte man die Warenhausfläche nach dem Vorbild des Gründungsviertels neu gestalten. In Dortmund könnte man dem Althoff-Altbau seine historische Fassade zurückgeben. Auf einer anderen Teilfläche könnte eine Markthalle entstehen.

    Ich meine auch gehört zu haben, dass die Horten-Fassade in Braunschweig unter Denkmalschutz steht. Dort gibt es den, sagen wir mal interessanten Kontrast zwischen rekonstruiertem Stadtschloss und der Horten-Fassade. Allerdings soll dieses Haus auch geschlossen werden. Es wird dort interessant zu sehen, ob man für diese Immobilie einen neuen Nutzer findet oder doch die Abrissbirne kommt.


    Ähnliches gilt auch für Bremen. Monofunktionale Gebäude wie reine Warenhausbauten sind einfach nicht mehr Zeitgemäß. Und ich fürchte, dass sich für diese große Fläche auch kein neuer Nutzer finden lässt. Wenn man die Horten-Kacheln als Kulturgut erhalten will, dürfte es bedeuten, dass die Warenhausfläche viele Jahre leer steht. Man kann jede einzelne Horten-Kachel erhalten und sie an diese Kommentatoren verschenken. Dann können sie damit ihre eigene Hausfassade "verschönern". Die Schließung von Kaufhof böte jetzt die einmalige Chance, das wunderbare Lloyd-Gebäude zu rekonstruieren. Vielleicht könnte man es in die Planungen für "Bremens neue Mitte" integrieren.

    Für viele Städte können die Schließungen durchaus eine Chance sein, wenn es gelingt, kluge und gut durchdachte Konzepte für die Kaufhausflächen zu entwickeln. Dies könnten beispielsweise Markthallen, Kulturforen oder multifunktionale Gebäude mit einem Mix aus Handel, Gastronomie, Wohnen und Büro sein. Für jeden Standort wird man gesondert nach Lösungen suchen müssen. Ein Patentrezept für alle wird es nicht geben. Manche Gebäude wird man Erhalten und umnutzen können, etwa das Karstadt-Haus an der Schadowstraße in Düsseldorf. Andere werden der Abrissbirne zum Opfer fallen. Für die Städte kann es auch die Chance sein, ihre Altstädte attraktiver zu gestalten. Für manches historische Warenhausgebäude eröffnet sich dadurch sogar die Chance, die historische Fassade zu rekonstruieren, wie etwa für den Althoff-Altbau in Dortmund, auch wenn die Nutzung dahinter dann eine gänzlich andere sein wird. Etwa mit kleinteiligem Einzelhandel und Gastronomieangeboten im Erdgeschoss und Büroflächen in den Obergeschossen. In Bremen ergäbe sich durch die Schließung von Kaufhof auch die Chance für die Rekonstruktion des Lloydgebäudes. Datei:Bundesarchiv_Bild_102-13086,_Bremen,_Norddeutscher_Lloyd,_Verwaltung.jpg

    Sollte es tatsächlich so kommen, wäre es nur konsequent, die historische Fassade des alten Schauspielhauses wiederherzustellen.


    Ich drücke die Daumen und hoffe, dass es am Ende auch so kommt. Es wäre die historische Chance, eine der großen Fehlentscheidungen der Nachkriegszeit zu korrigieren.

    Auch die Abendschau berichtete über die Hochhauspläne. Die Meinungen der Bürger sind geteilt. Mir reichen Upper West und Waldorf Astoria als Hochhäuser an dieser stelle aus. Ein attraktiver Neubau mit einem guten Nutzungsmix könnte ein Gewinn für den Kudamm werden, wenn der Entwurf gut ist. Ich bin gespannt, wie die konkreten Pläne am ende aussehen.


    Ich könnte mir an dieser Stelle auch einen Neubau in traditioneller Kaufhausarchitektur mit verschiedenen Nutzungen vorstellen, die sich etwa das legendäre Wertheim-Kaufhaus am Leipziger Platz orientiert. Vielleicht könnte man das Karstadt-Haus dann auch wieder in Wertheim umbenennen. Deutlich realistischer scheint allerdings eine moderne Architektur mit zwei bis drei Hochhäusern.


    https://mediathek.rbb-online.de/tv/Abendschau/Neue-Pläne-für-das-Karstadt-Gelände/rbb-Fernsehen/Video?bcastId=3822076&documentId=58085240

    Ich denke, wir sollten nun selbst Aktiv werden und uns für eine Rekonstruktion stark machen! Wenn es uns gelingt, gemeinsam mit der Gesellschaft Historisches Berlin und dem Förderverein Berliner Schloss könnte es schon gelingen, in der Debatte, wie es auf dem Gelände des Anhalter Bahnhofs künftig aussieht, ein Wort mitzureden.


    Ich habe mal eine Facebook-Gruppe gegründet, auf der sich alle zusammenfinden können, die die Idee einer Rekonstruktion unterstützen möchten.
    https://www.facebook.com/group…7258085113/?ref=bookmarks

    Ja, vielleicht könnte man das Museum in einem rekonstruiertem Kopfbau unterbringen? Das wäre doch eine tolle Lösung...

    Dies wäre wirklich eine tolle Lösung, mit der ich sehr gut leben könnte. Ob sie aber realistisch ist, ist wiederum eine andere frage.


    Wenn man ein gutes Gesamtkonzept entwickelt, könnte man den gesamten Anhalter Bahnhof rekonstruieren. Mit Exilmuseum im Kopfbau und einer Mehrzweckhalle, Einkaufszentrum, Markthalle oder einem vergrößerten Technikmuseum in der ehemaligen Bahnhofshalle.


    Angesichts der Bedeutung des Anhalter Bahnhofs käme für mich an dieser Stelle auch kein moderner Neubau in Betracht, sondern nur eine (Teil)Rekonstruktion.

    Also eine Rekonstruktion des Anhalter Bahnhofs könnte ich mir schon vorstellen, wenn es mit einer ordentlichen Nutzung verbunden wäre. Etwa als eine Multifunktionshalle für Veranstaltungen aller art.
    Auch eine Museale Nutzung könnte ich mir in einem Rekonstruierten oder in diesem fall wohl bestenfalls Teilrekonstruierten Anhalter Bahnhof vorstellen.
    Das Problem ist, dass dort sehr wahrscheinlich ein moderner Neubau hin soll. Damit würde der Ort etwas von seiner Authentizität verlieren. Denn momentan ist der Portikus mit dem Ascheplatz ein gutes Mahnmal für die Zerstörungswut in der Zeit nach dem 2. Weltkrieg. Vielleicht sollte man am Alter Bahnhof ein Museum eröffnen, dass sich mit diesem Thema auseinander setzt, denn der Standort hat ja "eine Aura und ist authentisch".

    Das Alte Rathaus war der Mittelpunkt des Alten Marktes und der Stadt Dortmund.


    Wir wollen, dass das Alte Rathaus an seinen historischen Platz zurückkehrt!


    Um dieser Forderung Nachdruck zu verleihen, werden wir im Herbst einen Verein gründen, der den Wiederaufbau des Alten Rathauses zum Ziel hat. Wir freuen uns über jeden, der uns bei unserem Anliegen und dem Verein unterstützen will.


    Bis dahin bleibt noch einiges zu tun. Auch wenn es in den letzten Wochen und Monaten etwas Still um das Thema geworden ist, arbeiten wir im Hintergrund fleißig an der Vereinsgründung.


    Und wer unsere Facebook-Gruppe noch nicht kennt, ist herzlich Eingeladen, Mitglied zu werden. https://www.facebook.com/groups/107259762643567/
    Wer kein Facebook hat, muss sich noch ein wenig gedulden. Denn die Homepage ist ebenfalls noch in Arbeit.

    Die Initiative ist äußerst Aktiv. Eine der ersten Maßnahmen war die Überarbeitung des Wikipedia-Artikels zum Alten Rathaus, der nun deutlich umfangreicher ist.


    Und dies ist nicht die einzige Aktivität. Das Alte Rathaus soll wieder in das Bewusstsein der Dortmunder gebracht werden, bevor der Verein gegründet werden soll, der sich für den Wiederaufbau des Alten Rathauses stark machen wird.


    https://de.wikipedia.org/wiki/Altes_Rathaus_(Dortmund)

    Der erste offizielle Termin für ein Treffen der Initiative für den Wiederaufbau des Alten Rathauses steht. In einem ersten Treffen will die Initiative über das Alte Rathaus selbst, die Möglichkeiten einer Rekonstruktion und das weitere Vorgehen diskutieren. Das Treffen soll am 21. Februar 2018 um 19 Uhr im Cafè Maximilian am Alten Markt in Dortmund stattfinden. An dem Ort, an dem einst das Alte Rathaus stand.

    Zunächst einmal vielen Dank für diesen tollen Strang und die vielen beeindruckenden Bilder.


    Aus meiner Sicht hängt die aktuelle Krise der Kauf- und Warenhäuser auch mit deren derzeit wenig attraktiven Erscheinungsbild zusammen. Wer kauft schon gerne in einem großen Bunker ein?


    Es wäre wirklich schön, wenn man einige dieser wunderbaren Gebäude rekonstruieren würde. Gerade in Berlin mit seinen vielen Touristen würden Rekonstruierte Kaufhäuser wie Tietz am Alexanderplatz sicher sehr beliebt und erfolgreich sein und schnell zum Touristenmagneten avancieren.
    Bei der Mall of Berlin hat man meiner Meinung nach eine große Chance zur Rekonstruktion der historischen Wertheim-Fassade vertan. Die Mall würde sicherlich deutlich beliebter sein, wenn man sich sowohl äußerlich als auch im inneren an der Architektur Messels orientiert hätte.
    Immerhin ein erster Lichtblick ist, dass Karstadt einen Neubau seiner Filiale am Herrmannplatz in Berlin plant, der sich an seinem historischen Vorbild von 1929.
    Vielleicht findet der Kaufhof-Konzern ja irgendwann auch den Mut seine Filiale zu vergrößern und das Tietz-Haus zu rekonstruieren.