Posts by Petersburg

    Quote from "Schloßgespenst"

    Das glaubt man ja kaum - die Gestaltungskommission scheint wirklich aus richtigen Fanatikern mit gestörter Wahrnehmung zu bestehen, die bis zum letzten Blutstropfen kämpfen, um mit ihrer Ideologie die Oberhand zu behalten, ohne zu merken, daß ihnen niemand mehr folgen will. Wann merken die eigentlich, daß sie überflüssig sind? :augenrollen:



    Sehr gut ausgedrückt. Ich glaube allerdings, sie sind nicht nur ideologisch verblendet. Man darf nicht vergessen, diese selbsternannte "Elite" lebt sehr gut von dem derzeitigen Machtsystem.


    Die "Gestaltungskommission" sind m.E. Puppen die auf der Bühne tanzen, die Fäden hinter den Kulissen ziehen Konzerne und Lobbyisten. Dieses Marionettentheater hat in Wahrheit nichts zu sagen, arbeitet für Großkonzerne und faselt endlose inhaltsleere Sermone, um deren Bauvorhaben "intellektuell" zu legitimieren. Alles Show. Es sieht für mich klar danach aus, dass Kondor-Wessels dahintersteckt. Dieser Großkonzern hat sich offenbar in den Kopf gesetzt, den Neumarkt mit seiner Anti-Dresdner Schund-Architektur zu zerstören und lässt nicht locker. Dabei gibt es nur wenige Meter weiter, am Pirnaischen Platz endlose Filetstück in Bestlage, und hier müsste man auch dringend bauen. Und bauten sie etwas qualitätvolles, wären sie sogar willkommen. Aber Großkonzerne sind schizophren: Sie wollen grundsätzlich nur dort bauen, wo ihre eigene Architektur verhindert wurde. Dort, wo ihr eigener formensprachliche Kisten-Abfall bereits steht, gefällt es den Herren Kistenbauern nicht, sie springen lieber aufs Historische Trittbrett, und wettern gleichzeitig gegen historische Architektur.


    Moderationshinweis (Aedificium):
    Der obige Beitrag wurde um die letzten drei Sätze gekürzt, da diese den Forumsregeln nicht entsprachen.
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    Quote from "bilderbuch"


    Ein Lichtblick ist also für die Umgebung des Neumarktes keinesfalls zu sehen. Umso wichtiger ist es, dass man am Neumarkt versucht, ein konsequent historisches Stadtbild ohne Brüche entstehen zu lassen. Leider wird diese sehr sinnvolle Veranstaltung nichts dazu beitragen können.



    Das ist leider war, was die Umgebung des Neumarkts betrifft. Ich habe mir grade mal ein paar von den weiteren Verunstaltungsversuchen dieser "Baukünstler" Pussert Kosch angesehen. Da kann man nur sagen, mit dem Bunker am Amtsgericht haben wir ja beinah noch Glück gehabt! Wollte ihr mal sehen, welche weiteren Attacken auf Städte diese zwei "Künstler" noch vorhaben? Vorsicht, hinsetzen - Ekelarchitektur vom feinsten:



    http://www.competitionline.de/…x/4041968_bild1_gross.gif


    Tiefpunkt der Kultur. Das schlimme ist: Wenn von "Experten" die Rede ist, sind Leute gemeint, die so etwas bauen. :!:


    Übrigens: Diese Leute wohnen natürlich selber im Altbau. Wo sonst. Der Bevölkerung etwas aggressiv und dreist zumuten, was man selber nicht haben will. Das ist verlogen hoch zehn. Und ausgerechnet diese Kaste hat es nötig, ständig von "Ehrlichkeit" zu faseln.....Unglaublich.

    Quote from "Oktavian"

    Hm, sorry, bei allem Respekt vor den Leistungen der GHND, aber diese Aussage stimmt so nicht. Das B.H. ist schon als Leitbau vorgesehen worden von Hans Nadler im Jahre des Herrn 1981 (!), und dem ist seitdem niemals wieder widersprochen worden.


    Verehrter Oktavian! Ich widerspreche Ihnen, und bitte Sie, das Compliment anzunehmen :-D Ich schließe aus Ihren wissenschaftlich fundierten Beiträgen, dass Sie mit der Materie Rekonstruktion und der GHND vertraut sind. Daher gilt dieses Compliment auch Ihnen.


    Dass der große Prof. Dr. Hans Nadler Erfinder des Leitbautenkonzepts war (mit damals nur 15 Leitbauten), ist mir bekannt. Doch ich bewundere die GHND ja vor allem deswegen, dass sie die u.a. von Nadler erdachten Konzepte so mutig und unermüdlich durchsetzten. Das Ersinnen von Konzepten, ist eine Sache. Aber das Durchsetzen gegen den Widerstand einer mächtigen und milliardenschweren, zum Teil leider äußerst starrsinnigen und unmoralisch agierenden Baulobby, ist eine andere. Nadler und Löffler haben wir ja überhaupt zu verdanken, dass Frauenkirche und Schloss noch stehen. Nadler hatte ja leider von seinem Büro aus zusehen müssen, wie die erhaltenen Gebäude der Rampischen Strasse gesprengt wurden. Auch bei der Sophienkirche konnten Nadler und Löffler sich leider nicht durchsetzen. Das kann man diesen mutigen Denkmalpflegern aber nicht vorwerfen. Gegen Politische Machthaber kommt man nicht immer an, ob es kommunistische Diktatur ist, oder Konzerndiktatur. Da Prof. Dr. Nadler ja der GHND nahestand (vermutlich sogar als Mitglied?), schließt das hohe Lob für die GHND ja Herrn Nadler und Herrn Löffler und viele andere ja automatisch mit ein.


    Die GHND und was sie erreicht hat, kann in meinen Augen nicht oft genug gelobt werden!


    Also, bitte nehmen Sie das Compliment für die GHND an - es kommt von Herzen. Unwahre Worte soll man nicht annehmen - aber diese können, und sollten Sie annehmen. :-D

    Eigentlich zwei Arten von Wunden:



      I.
      Dresden ist eine gigantisch klaffende Wunde, physisch. Vielen ist sie nicht sichtbar, da a) Leute gelernt haben, wegzusehen (Zitat ehem. Architekten-Präsident BDA Caspar Cremer über moderne Architektur), und b) viele nicht wissen, wie es vorher ausgesehen hat.



      II.
      Dresden ist ebenso eine geistig-seelische Wunde. Auch für diejenigen, die gar nicht aus Dresden sind. Ich bin "Wessi", und wusste über Dresden bis zur Wende nur: 1) Eine zerstörte Stadt 2) mit einer hässlichen Prager-Strasse aus Beton und 3) netten Menschen mit einem lustigen Dialekt. Mehr wusste ich nicht.




    Es ist mein voller Ernst: Seit ich mich mit Dresden intensiv beschäftigt habe und weiß was dort passiert ist, hat dies mein Leben verändert. Ich behaupte, dass ich diese Wunde intensiv spüre.


    Ich glaube es war Dr. Jörg Friedrich, der gesagt hatte, dass den Phantomschmerz (wie bei einem amputierten Glied) nun auch die Nachgeborenen spüren. Für mich trifft dieser Vergleich absolut ins Schwarze.

    Das schlimme ist, diese 50 Prozent waren ja sogar noch da. Habe letztens wieder Aufnahmen nach 1945 gesehen, es ist unglaublich was dort alles noch stand in Dresden. Das schlimmste Gebiet war nicht die Innenstadt, sondern das östlich davon, also grob zwischen Pirnaischem Platz und Fetscherplatz. Die Zerstörung ging natürlich noch weit darüber hinaus, im Osten bis Polandplatz oder weiter, im Westen bis Friedrichstadt und Löbtau. Aber das Zentrum, die vollständige Zerstörung war im Gebiet Pillnitzer Str, Striesener Str. und so weiter.


    Alleine um den Altmarkt herum standen noch Gebäude die noch zu retten gewesen wären, ebenso am Südende der Prager. Vom Rathausturm nach Westen kann man ganz klar links unten ein wunderschönes Giebelhaus sehen, etwa dort wo heute diese absurde Nase ist. (Scheußliches Beispiel einer von irrsinnigen geleiteten Stadtplanung). Die ganze Rampische stand noch. Der Postplatz stand noch. Das Albertheater stand noch. Der Neustädter Markt stand noch. Die gesamte Grosse Meissner Strasse stand noch. Die Sophienkirche stand noch. Das Wackerbarth-Palais stand noch. Ein erheblicher Teil der Prager Strasse im Süden stand noch. Unzählige wunderschöne Villen in der Wiener Strasse standen noch. Die Liste ist endlos . Und anstatt diese unglaublichen Sünden der kommunistischen Kulturbarbaren behutsam zu reparieren, begibt sich die Fessenmayr/Orosz/Mark-Plutokratie genau in deren Fahrwasser, und rottet Tradition und Geschichte munter weiter aus. (Anm.: Der Stadtzerstörer Fessenmayr ist physisch verschwunden, doch (un-)geistig leider sehr präsent, siehe ECE-Katastrophe und Postplatz-Zerstörung. Daher nenne ich ihn weiter in der Liste der Hauptschuldigen, als williger Hilfer der Lobbyisten-Nomenklatura).



    Bsp. Prager:


    Man hätte nicht einmal Rekos gebraucht, um die Prager Strasse zumindest ähnlich wiederherzustellen, eine Mischung aus den bestehenden Altbauten am Südende und eine Ergänzung am Nordteil der Prager (schlichter Baustil mit Putzfassade und Ziegeldach etc. wie bspw. Nordseite Wilsdruffer Str) hätte völlig gereicht. Mit wenigen Mitteln - vermutlich sogar billiger als die Betonkasten-Orgie - hätte die Prager hätte ihren alten Character eines eleganten Europäischen Boulevards wiedererhalten. Aber Hässlichkeit und urbane Zerstörung sind politisch gewollt - und zwar sowohl von den Kommunisten (Ost), als auch von habgierigen Baulobbyisten & Großkonzernen (West). Armes Dresden - armes Deutschland: Armes Europa. Übrigens, Frau Merkels Lösung: "Wir brauchen noch mehr Moscheen". Ah ja. Na klar, und unsere Frauen sollten alle Burqa tragen, das ist möglicherweise modern.


    Merke: Architektur ist Herrschaft - und die Zerstörung Europäischer Architektur geht Hand in Hand mit der gewollten Zerstörung Europäischer Kultur.

    Meine Güte, ist das ein schönes Gebäude! Das ist ja bereits jetzt erkennbar.


    Man muss sich mal vorstellen, wie die Stadt früher ausgesehen haben muss. Und auch den Stellen, wo kein Barock war sondern bspw. "nur" Gründerzeitbauten, wurde ja der geschichtliche und künstlerische Faden weitergesponnen, das heisst Barock-Elemente oder auch andere Epochen aufgenommen, damit gespielt, weiter verarbeitet.


    Man könnte sogar jetzt noch aus Dresden eine Super-Stadt machen. Dazu würden simple "Füllbauten" reichen, am Postplatz, am Pirnaischen Platz und so weiter. Die müssen nicht mal Ornamente haben, nicht mal ein Ziegeldach. (ich habe tatsächlich Gebäude mit Flachdach gesehen, die sich in ein Altstadt einfügen. Vorausgesetzt, es sind nicht zu viele). Habe leider im Moment keine Fotobeispiele, aber es gibt schlichte "neutrale" Gebäude die zwar nicht viel aussagen, aber nicht zwingenderweise schlecht sind. Beispiel eben die Füllbauten von Wörner (Landhausstrasse) und Köckeritz am Neumarkt, nur eben größer, je nach Notwendigkeit.


    Schade dass ich kein Stadtplaner bin - ich traue mir zu, mit wenigen Handgriffen Dresden um einiges besser zu machen. Jemand sagte (sinngemäß) vor einigen Wochen hier im Forum , bald "schwimmt" ein wunderschöner Neumarkt verloren und völlig getrennt vom Rest der Stadt inmitten einer komplettglasüberdachten, chrome-stahl-betonwüste voller Shopping-Mall Ungetüme. Das ist leider absolut wahr, ich möchte nicht wissen wie Prager Strasse & Co. in 10 Jahren aussehen. Dabei wäre es so einfach, "normale" Architektur zu konzipieren.


    Es wäre möglich, aber ist politisch nicht gewollt. Ein Grund ist, die Gebäude dürfen nicht zu schön sein damit sie nach 50 Jahren wieder abgerissen werdeen können ohne Widerstand , hat irgendwas mit Bilanzen und Abschreibung zu tun. Aber es muss noch mehr dahinterstecken ,und mich würde interessieren, was das ist.


    Auffallend ist, dass in Berlin sehr viel mehr gebaut wird, was ich aktzeptabel finde (z.b. viele Kollhoff-Bauten, Patzschkes, Neufer etc.). Hamburg ähnlich. Das ist in Dresden völlig anders, hier gibt es entweder hart erkämpfte Reko,oder gleich den Brutalo-Klotz. Kaum etwas dazwischen.


    Auf jeden Fall, das British Hotel ist ja ein Meisterwerk. Glückwunsch an die GHND, so etwas zu erreichen bei einem solch übermächtigen Gegner (Milliardenschwere Baulobby + deren Einfluss auf die Politik und deren Medienpropaganda etc. ), ist eine unglaubliche Leistung! Hut ab! Vor der GHND kann man sich nur verneigen.

    Ei, wann wärd dann des aal hässlisch Ding' endlisch abgerisse! Fott da damit!



    :D



    Im Ernst, das Technische Rathaus ist ja eines der schlimmsten Mahnmale "moderner" Architektur. Eigentlich hätte man einen kleinen Rest als Mahnmal stehen lassen müsse.....aber schön umbaut von Fachwerkhäusern, so dass das Mahnmal im Hof steht, wo es keinen stört......


    Hm, möglicherweise findet man dann aber für die Wohnungen mit Hofblick keine Mieter.... also ich widerrufe meine Idee..... :D

    Ich beobachte das Dresdner Baugeschehen (oder besser, Stadtzerstörungsgeschehen) nun schon sehr lange. Besonderes Augenmerk richte ich dabei auf öffentliche Argumentation von Politikern, Architekten und Baulobbysten, die zum Teil haarsträubend sind und häufig als völliger Unsinn enlarvt werden können.


    Gerade Herr Will fällt mir seit Jahren auf, ein sehr geschickter Propagandist von Bausünden. Akademiker, und daher in der Lage, seine Täuschung der Bevölkerung in derart geschickte und elegante Worte zu fassen, dass es fast niemand merkt. Macht man sich allerdings die Mühe, seine Argumentation genau zu analysieren, fällt der intellektuelle Tarnanzug. Lassen Sie uns ein Beispiel betrachten:



    "Man muss die Architektur nicht lieben, aber ihre Qualität akzeptieren". (Prof. Thomas Will)


    Bitte einmal genau diesen Satz anschauen:


    1.
    Wir müssen? Ich muss gar nichts. Herr Will maßt sich diktatorische Vollmachten an. (Dies ist allerdings nur ein Nebenpunkt, die beiden wichtigen folgen)


    2.
    Besonders auffällig: Von welcher Qualität spricht Herr Will denn? Es gibt gute und schlechte Qualität, meiner Ansicht nach ein enormer Unterschied. Genau diesen Unterschied aber vermeidet Prof. Will: Er spricht nicht von guter Qualität, sondern von einer diffusen, überhaupt nicht näher bestimmten Qualität, die man angeblich akzeptieren muss - obwohl nicht einmal er selber sich traut, diese Qualität öffentlich als gut zu bezeichen. Und Herr Will weiß auch sehr gut, warum.


    3.
    Herr Will bestätigt, dass diese Architektur nicht geliebt werden muss, rühmt aber gleichzeitig die Qualität (wobei niemand fragt, warum er "hohe bzw. gute" Qualität bewusst vermeidet, siehe oben). Gehen wir aber einmal davon aus - und das müssen wir zwangsläufig - dass er eine gute Qualität meint, denn eine schlechte Qualität kann Will kaum rühmen. Dann ist die Hauptfrage: Wenn ein Bauwerk qualitativ so hervorragend wäre wie Will behauptet, warum wird es dann so vehement abgelehnt? Diese fadenscheinige Argumentation passt hinten und vorne nicht zusammen. Eine hohe Qualität muss man niemanden aufzwingen.



    Bewertung: Dieser Mensch spricht nicht völligen Unsinn, wie es demjenigen scheinen muss welcher Wills Rhetorik nicht bereits über Jahre verfolgt. Nein, Will betreibt meiner Ansicht nach bewusste, strategisch gut überlegte Täuschung der Bevölkerung, durch geschickte Rhetorik. Ich habe eine Menge Artikel von Will gelesen, die ähnlich vollgestopft sind mit wunderschönen Worten, sehr eleganter Schreibstil - aber voller Täuschung, Unwahrheiten, geschickter Manipulation und professioneller Rhetorik. (Bsp. "Architektur ist kein Kostümfest", Autor Prof. Thomas Will, Sächsische Zeitung 05. September 2007.).



    Fazit: Will, Teil der Architektennomenklatura, entspricht dem Zeitgeist: Baukünstler, deren Baukunst nicht durch ihre Bauwerke überzeugt, sondern deren Redekunst den Nutzer zur Akzeptanz zwingen möchte.


    _____________

    Hinweis: Prof. Will war einer der Preisrichter im "demokratischen" Wettbewerb zum angeblichen "Gewandhaus". (Ein anachronistischer Betonbau, der mit dem seit 200 Jahren verschwundenen Gewandhaus rein gar nichts zu tun hat - außer dem Stück Erde, auf dem es stand. Auch dieser irreführende Begriff "Gewandhaus" ist Teil der Demagogie, die fast niemand zu hinterfragen wagt.)