Posts by Löbenichter

    Zum von mir sehr geschätzten Architekten Erich Mendelsohn ist ein neuer Bildband erschienen, der sämtliche Werke seines Oeuvres beinhaltet.



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    Auf mehr als 200 großformatigen Seiten zeigt das Buch auch jene Bauten, die Mendelsohn (1887–1953) – der Deutschland bereits kurz nach der nationalsozialistischen „Machtergreifung“ verlassen hatte – in Großbritannien, Palästina und den Vereinigten Staaten plante. Gerade diese späteren Entwürfe waren in der Vergangenheit zumeist mit Geringschätzung bedacht worden. Mendelsohns vormaliger Mitarbeiter Julius Posener etwa hatte sie in seinen Lehrveranstaltungen mit dem höflichen, aber doch unzweideutigen Urteil ausgespart, dass sie eher zur „persönlichen Geschichte“ des Architekten denn zur Architekturhistorie gehörten. Indessen macht die Publikation neben allen Umbrüchen auch bemerkenswerte Kontinuitäten deutlich.


    Buchtipp: Synthetische Moderne auf drei Kontinenten Erich Mendelsohn. Bauten und Projekte


    Auf dem Campus der Cambridge University wurde vor kurzem die neue Unibibliothek eröffnet. Architektonisch für mich irgendwie weder Fisch noch Vogel.



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    Für das College im Nordwesten von Cambridge ist die Bibliothek die erste bauliche Ergänzung seit mehr als 50 Jahren. Das neue Haus mit seinen charakteristischen Spitzgiebeln entstand gegenüber der historischen Pepys Library direkt am Fellows' Garden. Mit seinen roten Backsteinfassaden und den angedeuteten Kaminen zeigt es klare Anleihen an den historischen Bestand. Zugleich könnte es sich aber auch um ein Gebäude aus den 1960er Jahren handeln oder um ein moderates, postmodernes Exemplar. Níall McLaughlin Architects gelingt also das Kunststück, ihren Entwurf einerseits sensibel in die geschichtsträchtige Umgebung einzufügen, andererseits aber in Hinsicht auf die zeitliche Einordnung auch ein Stück weit unbestimmt zu bleiben.


    Backsteinstrukturalismus in Cambridge - Unibibliothek von Niall McLaughlin Architects




    Nordöstlich des Mailänder Zentrums wurde letztes Jahr ein sehr auffälliger Klinikbau fertiggestellt, das Ospedale San Raffaele. Für mich viel zu effektheischend.



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    Das expressive Erscheinungsbild des Gebäudes wird durch zelt- bzw. segelartig geschwungene Kanten, Vorhangglasfassaden und vorgelagerte weiße Keramiklamellen definiert. Die teiltransparente Gebäudehülle sorgt für viel natürliches Licht im Inneren, einer von vielen Faktoren moderner Gesundheitsbauten in Hinblick auf Wohlbefinden und Heilung. Wegen seiner organischen Form bezeichnen die Architekten den hellen Bau auch als „Eisberg“. Im deutlichen Gegensatz dazu ist das mit erdfarbenen Keramikplatten verkleidete Sockelgeschoss gestaltet. Es beherbergt die größte Notaufnahme Italiens sowie einen chirurgischen Block mit 20 Operationssälen in den Untergeschossen.


    Ospedale San Raffaele unter Segeln - Klinik von Mario Cucinella Architects in Mailand


    Am Flughafen von Helsinki wurde vor kurzem ein neuer Terminal eröffnet, welcher mir ausgesprochen gut gefällt.



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    Die große Flughalle wird von der geschwungenen, holzverkleideten Dachkonstruktion charakterisiert, die einige Meter über den Haupteingang hinaus kragt und diesen als zentrale Adresse betont. Die innenseitig aufgebrachte, relieffierte Holzstruktur erinnert an Höhenlinien und weckt Assoziationen an den Blick aus dem Flugzeug. Fließend legt sich das Dach über den stützenfreien Innenraum und wirkt dabei durch seine dynamische Form leicht und schwebend. Die großen Spannweiten und die Ausbildung des Vordaches konnten dabei nur dank der aufwendigen Stahlkonstruktion umgesetzt werden, die sich – neben den Lüftungsanlagen – unter der Holzverkleidung verbirgt.


    Erweiterung Internationaler Flughafen Helsinki

    In Zürich soll eine 530 Meter lange Fussweg- und Fahrradbrücke über das Gleisareal des Hauptbahnhofs realisiert werden. Die Volksabstimmung ist für 2027 geplant.



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    In einer Halbkurve soll die 6,5 Meter breite Stahlkonstruktion das Zürcher Gleisfeld überspannen, die bestehende Kohlendreieckbrücke unterführen und sich schließlich zu beiden Seiten gen Straßenebene spiralförmig absenken. Sie führt vom kantonalen Polizei- und Justizzentrum bis zum Wipkinger Viadukt und weitet sich von beiden Auffahrten auf bis zu acht Meter in der Mitte aus. Hier setzt ein Grünstreifen ein, der den Fußweg vom Fahrradstreifen trennt.


    530 Meter übers Gleisfeld - Fahrrad- und Fußwegbrücke in Zürich geplant


    In der Münchner Ludwigsvorstadt, genauer in der Schubertstr. 8, verfällt seit einigen Jahren das prachtvolle Neorenaissancegebäude von 1894/95. Hoffen wir, dass es bald zu einer Sanierung kommt.



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    Der Verfall des denkmalgeschützten Wohnhauses an der Schubertstraße 8 scheint erst einmal gestoppt zu sein, ein Ende des Leerstands ist aber noch nicht abzusehen. Seit fast anderthalb Jahrzehnten beschäftigt der Zustand des 127 Jahre alten Baus in der Ludwigsvorstadt die städtischen Behörden. Nun konnten sich deren Vertreter und Mitglieder des Bezirksausschusses vor Ort davon überzeugen, dass wenigstens das marode Dach bis August nachhaltig vor Wind und Wetter geschützt wird.


    Ob dann die geplante und genehmigte Innensanierung ab Herbst folgt, bleibt aber ungewiss angesichts offensichtlicher Finanzierungsprobleme und der Lage im Baugewerbe. Politiker, Verwaltungsmitarbeiter und Nachbarn zeigten sich vor Ort entsprechend erleichtert über die ersten Schritte, aber auch skeptisch, was die weitere Zukunft des Hauses angeht.



    Warum ein denkmalgeschütztes Haus verfällt




    512px-Schubertstr._8_Muenchen-2.jpg


    Schubertstr. 8 Muenchen-2

    Rufus46, CC BY-SA 3.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0>, via Wikimedia Commons

    Das oben bereits abgebildete, ruinöse Kiesslinghaus wird wieder zum Leben erweckt und bis 2023 fertig saniert sein. :applaus:



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    Eine Baufirma aus Genthin hat das Haus nun übernommen, baut alles denkmalgerecht wieder auf, auch den abgerissenen Nordflügel. Die Gesellschaft, die zuvor schon mehrere Frankfurter Kießling-Bauten saniert hatte, will 24 Miet- und sechs Eigentumswohnungen bauen.


    Denkmalgeschütztes Wohngebäude vor dem Verfall gerettet



    Kiesslinghaus ffo 01

    Willi Wallroth, Public domain, via Wikimedia Commons

    In El Salvador, genauer in der Nähe des Golfs von Fonseca, soll die erste "Bitcoin-Stadt" der Welt entstehen. Na da bin ich mal auf die Architektur gespannt.



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    Ziel sei es laut Bukele, eine steuerlich günstige Sonderwirtschaftszone zu errichten, um das mittelamerikanische Land für große Investoren attraktiv zu machen und dadurch digitale Bildung und Technologie im Land zu fördern.


    Während der Staat die öffentliche Infrastruktur über die Aufnahme einer Bitcoin-basierten Anleihe finanzieren will, sollen Wohn- und Gewerbegebiete, Dienstleistungen, Unterhaltungsangebote, Restaurants sowie ein Flughafen von Privatinvestoren finanziert werden.


    El Salvador plant den Bau einer "Bitcoin-Stadt"

    In der Charlottenburger Kantstr. wurde ein einstiges Frauengefängnis von einem Architekturbüro in ein ansprechendes Hotel umgewandelt.



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    „Das Gebäude liegt im Inneren eines Häuserblocks verborgen, war jahrzehntelang unzugänglich und vergessen, sodass es nicht einmal die Leute aus der unmittelbaren Nachbarschaft kannten. Wir spürten beim Besichtigen eine gewisse Ambivalenz: Zum einen war da eine Beklommenheit, weil die Gefängnisnutzung noch deutlich lesbar war. Zum anderen hatte das Gelände etwas Verwunschenes, Verstecktes, fast Märchenhaftes. Der Innenhof war völlig überwuchert und so ruhig – nur die Vögel konnte man zwitschern hören. Es war ein Ort der Stille direkt an der so belebten Kantstraße und er hatte eine emotionale Kraft, die wir spürten und freilegen wollten“, erzählt Almut Grüntuch-Ernst, die mit ihrem Mann Armand das gemeinsame Berliner Architekturbüro gründete.


    BERLINER NÄCHTE - Grüntuch Ernst Architekten verwandeln ehemaliges Gefängnis in ein Hotel


    Hotel Wilmina

    Im Essener Stadtteil Kray wurde kürzlich der Aldi Nord Campus realisiert, ein gewaltiger Komplex, der für ein Gewerbegebiet ziemlich ambitioniert daherkommt.



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    Der Gestaltung des Gebäudekomplexes mit 112.000 Quadratmetern Bruttogrundfläche nahm sich das Büro BAID Architektur (Hamburg) an, das 2016 aus einem geladenen Wettbewerb als Gewinner hervorging. Aufgrund der Topografie bettet sich die polymorphe Struktur des Hauptgebäudes auf terrassierten Ebenen ein und greift auch in der Kubatur die Höhenstaffelung auf. Die einzelnen Gebäudeteile gruppieren sich dabei um ein fünfgeschossiges, glasüberdachtes Atrium, das als zentrale Begegnungs- und Erschließungsfläche dem neuen „Arbeitsumfeld, das viel Raum für Kooperation und Kommunikation“ lassen soll, besonders gerecht wird.


    Großes weißes A - Unternehmenszentrale in Essen von BAID Architektur

    Bereits 2019 wurde in der Salzburger Neustadt das Kurhaus Paracelsusbad eröffnet. Müssig zu sagen, dass es sich um einen ultramodernen Bau handelt. Wobei das Innendesign doch recht stylish daherkommt und ein spezielles Ambiente beim Baden und Wellness bietet.



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    Im obersten Teil des Hauses befinden sich die Gastronomie und die Saunawelt. Während die Gastronomie für Schwimmbad- und Saunagäste im vierten Obergeschoß „im Bauch der Welle“ installiert ist, nutzt die Saunawelt die freie Dachebene als Plattform. Die vier Saunen und das Dampfbad sind entlang eines Umganges angeordnet. Drei Saunen sind zur Stadt als Panoramasaunen angelegt, der zentralen Großsauna ist eine Saunalounge mit Fokus auf die Müllner Kirche vorgelagert. Eine Relax Zone bietet freien Ausblick auf die Hügellandschaft im Norden und Maria Plain. Im Außenpool erreicht das Gefühl, frei über den Dächern der Stadt zu baden, seinen Höhepunkt. Eine einzigartige Kombination aus physischer Entspannung und kultureller Anregung durch den freien Blick auf die Monumente der Stadt.


    Paracelsus Bad & Kurhaus Salzburg

    In Sagehorn, einem Ortsteil Oytens, wird die Anfang des 20. Jahrhunderts erbaute Villa Rotstein vom neuen Eigentümer saniert.



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    Die historische Fassade mit ihren architektonischen Besonderheiten wird saniert und teils rekonstruiert: Zugemauerte Öffnungen werden freigelegt und wieder mit Fenstern ausgestattet. „Das Haus bekommt an allen Seiten wieder ein Gesicht“, sagt Köster, der mit der Bauplanungsgesellschaft Tollé aus Verden zusammenarbeitet.



    Vom Schandfleck zum Sagehorner Schmuckstück

    In Warschau wird eine belebte Strassenkreuzung in eine Fussgängerzone mit viel Begrünung umgewandelt.



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    In Warschau ist die Revitalisierung des Platzes an der Kreuzung der Straßen Bracka, Chmielna, Krucza, Zgoda und Szpitalna im Gange, der sich von einem wilden Parkplatz und einer belebten Kreuzung in eine echte, städtische Promenade verwandeln wird.


    Der Wiederaufbau des Fünf-Ecken-Platzes in Warschau ist im Gange



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    In der Quedlinburger Altstadt wird in der Blasiistr. 10 der Kaufmannshof von 1730 saniert.



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    In den Fluren hängen noch Schilder mit den Bezeichnungen der Verwaltungsbereiche und Namen der Mitarbeiter. Sie werden ab Montag ebenso verschwinden wie weitere nicht mehr benötigte oder zu erneuernde Einbauten: Dann starten die Arbeiten in dem zuletzt als technisches Rathaus der Stadt Quedlinburg genutzten, denkmalgeschützten Gebäude Blasiistraße 10. Mit diesen werden in den drei Gebäudeteilen - Vorderhaus sowie Mitteltrakt und Hinterhaus auf dem Hof - insgesamt 16 Wohnungen entstehen, erklärt René van der Wurff, Geschäftsführer der Firma Oertker Bau GmbH & Co. KG aus Warendorf.


    Kaufmannshof in Quedlinburg: Wohnen statt Verwaltung (Bezahlschranke)




    Blasiistraße 10 (Quedlinburg)

    Olaf Meister, CC BY-SA 3.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0>, via Wikimedia Commons

    Im Münchner Norden, genauer in Schwabing-Freimann, wird für obdachlose Menschen ein Neubau namens "Übernachtungsschutz Lotte-Branz-Str." realisiert. Der Bau ist ok und stört nicht sonderlich.



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    Typologisch lehnt sich der Entwurf an Theodor Fischers Ledigenheim in der Bergmannstraße im Westend an, der 1927 im Stil der Neuen Sachlichkeit errichtet wurde. Dessen kammartige Struktur wird im Neubau so interpretiert, dass in den einzelnen Trakten die getrennte Unterbringung von Männern, Frauen und Familien erfolgt. Gleichzeitig entstehen dadurch unterschiedliche Freibereiche und Höfe.


    Wohnen für Obdachlose - Hild und K planen in München

    Eine sehr schöne Meldung: Im mittelfränkischen Ellingen wird das Ackerbürgerhaus in der Hinteren Gasse 20 saniert. :applaus:



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    Es stammt laut der Denkmalchronik des Landkreises aus dem 17. Jahrhundert, die Informationstafel auf dem Haus selbst datiert den Bau auf das 16. Jahrhundert. Es beeindruckt vor allem durch sein reiches Fachwerk, das sich hier im Original noch erhalten konnte. Das ist selten für Ellingen, wo viele Fachwerkbauten den durch den Deutschen Orden angestoßenen Barockisierungswellen zum Opfer fielen.


    Die Gasse wirkt bis heute auf charmante Art und Weise ein wenig aus der Zeit gefallen. Auch weil kaum jemand den Weg zufällig dorthin findet. Dazu passte das zuletzt eher romantisch und in die Jahre gekommene Ackerbürgerhaus, das die Straße mit seiner sehenswerten Fachwerkfassade abschloss. Eine Instandsetzung, wie nun bei der Stadt von Privatleuten beantragt, wird das Gebäude sicher zu einem Schmuckstück machen, wie zahlreiche andere gelungenen Sanierungen in der Gasse zeigen.


    Eines der ältesten Häuser Ellingens wird saniert



    Ellingen Hintere Gasse 20

    Mef.ellingen, CC BY-SA 3.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0>, via Wikimedia Commons